Anwalt­li­che Rah­men­ge­büh­ren im Straf­ver­fah­ren – und die beson­de­re Bedeu­tung der Ange­le­gen­heit

Eine "beson­de­re Bedeu­tung der Ange­le­gen­heit" (für den Man­dan­ten) im Sin­ne von § 14 Abs. 1 Satz 1 RVG kann sich nur dann erhö­hend auf die Rah­men­ge­bühr aus­wir­ken, wenn sich die­se auch in einem erhöh­ten Arbeits­auf­wand des Rechts­an­walts nie­der­schlägt, was spä­tes­tens im Beschwer­de­ver­fah­ren dar­zu­le­gen ist.

Anwalt­li­che Rah­men­ge­büh­ren im Straf­ver­fah­ren – und die beson­de­re Bedeu­tung der Ange­le­gen­heit

Die beson­de­re Bedeu­tung der Sache für die Man­dan­tin ver­mag nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Ros­tock nur dann eine (wei­te­re) Erhö­hung der Rah­men­ge­büh­ren zu recht­fer­ti­gen, wenn sich die­se auch in einem des­halb spür­bar erhöh­ten Arbeits­auf­wand des Ver­tei­di­gers wider­spie­gelt.

Sol­ches ist für das OLG Ros­tock in vor­lie­gen­der Sache nicht aus­zu­ma­chen: Dass Häu­fig­keit und Dau­er der mit der Man­dan­tin wäh­rend des Ermitt­lungs­ver­fah­rens durch­ge­führ­ten Bespre­chun­gen das Maß des in der­ar­ti­gen Ver­fah­ren Übli­chen erheb­lich über­stie­gen hät­ten, ist weder im Kos­ten­fest­set­zungs­an­trag noch mit der Beschwer­de nach­voll­zieh­bar dar­ge­legt wor­den. Glei­ches gilt für die mit der Ange­klag­ten angeb­lich zur Vor- und Nach­be­rei­tung der ein­zel­nen Sit­zungs­ta­ge durch­ge­führ­ten Unter­re­dun­gen. Das Ober­lan­des­ge­richt hat sich anhand der Akten davon über­zeugt, dass auch das Haupt­ver­fah­ren unter Berück­sich­ti­gung des Tat­vor­wurfs zu kei­nem Zeit­punkt in Bezug auf die Ange­klag­te B. nach Dau­er und Schwie­rig­keit den Durch­schnitt des­sen wesent­lich über­schrit­ten hat, was übli­cher­wei­se in Betäu­bungs­mit­tel­ver­fah­ren vor einer gro­ßen Straf­kam­mer ver­han­delt wird. Die maß­vol­le Erhö­hung der Grund- und der Ver­fah­rens­ge­büh­ren um 30 % bzw. 40 % über der jewei­li­gen Mit­tel­ge­bühr erscheint des­halb ange­mes­sen und aus­rei­chend, um die Tätig­keit des Wahl­ver­tei­di­gers zu hono­rie­ren.

Ober­lan­des­ge­richt Ros­tock, Beschluss vom 18. Janu­ar 2017 – 20 Ws 21/​17