Anwalts­no­ta­ri­at – und der Anspruch auf eine Notar­stel­le

Ein Rechts­an­walt kann mit sei­nem Ver­pflich­tungs­an­trag, eine aus­ge­schrie­be­ne Stel­le mit ihm zu beset­zen, schon des­halb nicht durch­drin­gen kann, weil die Bun­des­no­tar­ord­nung dem Bewer­ber für das Amt des Notars kei­nen Anspruch auf Bestel­lung gibt, son­dern ledig­lich die Vor­aus­set­zun­gen regelt, unter denen das Amt ver­lie­hen wer­den kann.

Anwalts­no­ta­ri­at – und der Anspruch auf eine Notar­stel­le

Dar­aus folgt nicht, dass ein Bewer­ber, der die­se Vor­aus­set­zun­gen erfüllt, zwin­gend zum Notar bestellt wer­den muss. Viel­mehr hat die Lan­des­jus­tiz­ver­wal­tung nach pflicht­ge­mä­ßem Ermes­sen die Aus­wahl­ent­schei­dung zu tref­fen 1.

Selbst wenn die getrof­fe­ne Aus­wahl­ent­schei­dung ermes­sens­feh­ler­haft und mit­hin rechts­wid­rig wäre, könn­te der Klä­ger, wenn er die per­sön­li­chen und fach­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Ernen­nung zum Notar erfüllt, nur die Auf­he­bung des ange­foch­te­nen Bescheids und die Ver­ur­tei­lung ver­lan­gen, ihn unter Beach­tung der Rechts­auf­fas­sung des Gerichts neu zu beschei­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 23. Novem­ber 2015 – NotZ(Brfg) 2/​15

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 13.12 1993 – NotZ 56/​92, BGHZ 124, 327, 329; vom 15.11.2010 – NotZ 4/​10, NJW-RR 2011, 412; und vom 30.07.1990 – NotZ 24/​89, DNotZ 1991, 91 f.[]