Beschwer­de­frist – und der PKH-Antrag

Für die ver­säum­ten Fris­ten für die Ein­le­gung und Begrün­dung der Beschwer­de ist dem Beschwer­de­füh­rer im Fall eines vor­an­ge­gan­ge­nen Antrags auf Pro­zess­kos­ten­hil­fe (PKH) gemäß § 56 FGO Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand zu gewäh­ren, sofern der Antrag­stel­ler noch inner­halb der Rechts­mit­tel­frist alles ihm Zumut­ba­re unter­nimmt, um das in sei­ner Mit­tel­lo­sig­keit lie­gen­de Hin­der­nis für die Fris­t­wah­rung zu behe­ben.

Beschwer­de­frist – und der PKH-Antrag

Ins­be­son­de­re muss er inner­halb der Monats­frist alle Vor­aus­set­zun­gen für die Bewil­li­gung der PKH schaf­fen [1].

Dies war hier der Fall: Der Klä­ger S hat­te per­sön­lich inner­halb der Monats­frist des § 116 Abs. 2 Satz 1 FGO einen wirk­sa­men PKH-Antrag gestellt, die Erklä­rung über sei­ne per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se bei­gefügt und zudem in lai­en­haf­ter Form einen Ver­fah­rens­man­gel des Finanz­ge­richt dar­ge­legt. Bevor der Bun­des­fi­nanz­hof über die­sen Antrag ent­schei­den konn­te, wur­de das PKH-Ver­fah­ren durch die Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens unter­bro­chen. Bis zur Stel­lung des ‑ver­fah­rens­recht­lich eigen­stän­di­gen- PKH-Antrags für die Insol­venz­mas­se am 30.08.2019 lief daher kei­ne wei­te­re Frist (§ 249 Abs. 1 ZPO).

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 21. April 2020 – X B 13/​20

  1. BFH, Beschluss vom 25.07.2012 – X S 14/​12 (PKH), BFH/​NV 2012, 1821, unter 3.[]