Das Stop­fen von Finanz-Löchern – und der Ver­mö­gens­ver­fall

Bestehen gegen einen Rechts­an­walt zahl­rei­che titu­lier­te For­de­run­gen, hin­sicht­lich derer er es zu Zwangs­voll­stre­ckungs­maß­nah­men hat kom­men las­sen müs­sen, und sind dar­un­ter auch ver­gleichs­wei­se gerin­ge Ver­bind­lich­kei­ten 1, so sind damit hin­rei­chen­de Beweis­an­zei­chen für den Ein­tritt des Ver­mö­gens­ver­falls vor­han­den 2.

Das Stop­fen von Finanz-Löchern – und der Ver­mö­gens­ver­fall

Soweit der Klä­ger dar­auf ver­weist, dass der Wert sei­nes Grund­stücks die titu­lier­te For­de­run­gen bei wei­tem über­stei­ge, geht dies von vorn­her­ein ins Lee­re. Immo­bi­liar­ver­mö­gen kann nur Rele­vanz ent­fal­ten, wenn es dem Betrof­fe­nen als liqui­der Ver­mö­gens­wert zur Til­gung sei­ner Ver­bind­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung gestan­den hat 3.

Nicht durch­zu­drin­gen ver­mag der Rechts­an­walt auch mit dem Vor­trag, dass es ihm immer wie­der gelun­gen sei, im Wege der Zwangs­voll­stre­ckung gel­tend gemach­te For­de­run­gen ganz oder teil­wei­se doch noch zu til­gen. Unter ande­rem die fort­ge­führ­te For­de­rungs­lis­te der Rechts­an­walts­kam­mer spricht dafür, dass er nur wirt­schaf­ten kann, indem er neue Schul­den auf­lau­fen lässt, und Schul­den über einen gewis­sen Zeit­raum nur unter dem Druck des Zulas­sungs­wi­der­rufs oder von Zwangs­voll­stre­ckungs­maß­nah­men bezahlt; in sol­chen Fäl­len kann der Nach­weis des Ver­mö­gens­ver­falls regel­mä­ßig als geführt ange­se­hen wer­den 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Juli 2015 – AnwZ (Brfg) 26/​15

  1. vgl. dazu etwa BGH, Beschlüs­se vom 07.10.2013 – AnwZ (Brfg) 30/​13 Rn. 4; vom 13.08.2013 – AnwZ (Brfg) 28/​13 Rn. 4; vom 31.01.2013 – AnwZ (Brfg) 61/​12 Rn. 6, jeweils m.w.N.[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 09.02.2015 – AnwZ (Brfg) 46/​14 Rn. 7 m.w.N.[]
  3. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 16.06.2004, AnwZ (B) 3/​03, ZVI 2004, 598, 599; vom 07.10.2013 – AnwZ (Brfg) 44/​13 Rn. 5; vom 09.02.2015 – AnwZ (Brfg) 46/​14 Rn. 10[]
  4. st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Beschlüs­se vom 14.10.2014 – AnwZ (Brfg) 22/​14 Rn. 5; vom 07.10.2013 – AnwZ (Brfg) 30/​13 Rn. 4 m.w.N.[]