Der Ver­mö­gens­ver­fall des ange­stell­ten Rechts­an­walts

Nach der in § 14 Abs. 2 Nr. 7 BRAO zum Aus­druck kom­men­den Wer­tung des Gesetz­ge­bers ist mit einem Ver­mö­gens­ver­fall eines Rechts­an­walts grund­sätz­lich eine Gefähr­dung der Inter­es­sen der Recht­su­chen­den ver­bun­den.

Der Ver­mö­gens­ver­fall des ange­stell­ten Rechts­an­walts

Auch wenn die­se Rege­lung nicht im Sin­ne eines Auto­ma­tis­mus zu ver­ste­hen ist, die Gefähr­dung daher nicht zwangs­läu­fig und aus­nahms­los schon aus dem Vor­lie­gen eines Ver­mö­gens­ver­falls folgt, kann die Gefähr­dung im nach der gesetz­li­chen Wer­tung vor­ran­gi­gen Inter­es­se der Recht­su­chen­den nur in sel­te­nen Aus­nah­me­fäl­len ver­neint wer­den. Hier­für trägt der Rechts­an­walt die Fest­stel­lungs­last 1.

Die Annah­me eines Aus­nah­me­falls, in dem trotz Ver­mö­gens­ver­falls des Rechts­an­walts eine Gefähr­dung der Inter­es­sen der Recht­su­chen­den nicht gege­ben ist, setzt zumin­dest vor­aus, dass der Rechts­an­walt – im Wege der Selbst­be­schrän­kung – sei­ne anwalt­li­che Tätig­keit nur noch für eine Rechts­an­walts­so­zie­tät aus­übt und mit die­ser recht­lich abge­si­cher­te Maß­nah­men ver­ab­re­det hat, die eine Gefähr­dung der Man­dan­ten effek­tiv ver­hin­dern 2.

Was die­se Maß­nah­men anbe­langt, hat der Bun­des­ge­richts­hof beson­de­ren Wert auf die Über­prü­fung der Ein­hal­tung der Beschrän­kun­gen durch die Sozie­täts­mit­glie­der gelegt 3. Wesent­lich ist, dass – auch in Ver­tre­tungs­fäl­len (Urlaub, Krank­heit, sons­ti­ge Abwe­sen­heit) – effek­ti­ve Kon­troll­mög­lich­kei­ten bestehen; es bedarf immer einer aus­rei­chend engen tat­säch­li­chen Über­wa­chung, die gewähr­leis­tet, dass der Rechts­an­walt nicht bezie­hungs­wei­se nicht unkon­trol­liert mit Man­dan­ten­gel­dern in Berüh­rung kommt. Die Ein­hal­tung ver­trag­lich ver­ein­bar­ter Siche­rungs­maß­nah­men ist dabei nach der stän­di­gen Bun­des­ge­richts­hofs­recht­spre­chung nur in einer Sozie­tät, nicht aber in einer Ein­zel­kanz­lei sicher­ge­stellt 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Dezem­ber 2015 – AnwZ (Brfg) 52/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 09.02.2015 – AnwZ (Brfg) 46/​14, mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 24.10.2012 – AnwZ (Brfg) 43/​12; vom 26.08.2013 – AnwZ (Brfg) 31/​13; vom 08.12 2014 – AnwZ (Brfg) 45/​14; und vom 09.02.2015, aaO, mwN[]
  3. vgl. nur BGH, Beschluss vom 22.05.2013 – AnwZ (Brfg) 73/​12[]
  4. vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 22.05.2013, aaO mwN; und vom 24.10.2012, aaO Rn. 9 mwN[]