Die Beleh­rungs­pflicht des Rechts­an­walts

Ein Rechts­an­walt ist im Rah­men des ihm erteil­ten Man­da­tes ver­pflich­tet, den Auf­trag­ge­ber umfas­send zu beleh­ren, sei­ne Belan­ge nach jeder Rich­tung wahr­zu­neh­men und sei­nen Auf­trag so zu erle­di­gen, dass Nach­tei­le für den Man­dan­ten mög­lichst ver­mie­den wer­den.

Die Beleh­rungs­pflicht des Rechts­an­walts

Droht dem Man­dan­ten ein Rechts­ver­lust, hat er die­sem durch geeig­ne­te Maß­nah­men ent­ge­gen­zu­wir­ken 1.

Der Man­dant kann von ihm die Kennt­nis der ein­schlä­gi­gen Rechts­nor­men erwar­ten, bei deren Aus­le­gung er sich grund­sätz­lich an der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung zu ori­en­tie­ren hat. Hin­wei­se, Beleh­run­gen und Emp­feh­lun­gen sind in der Regel an der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung aus­zu­rich­ten 2.

Fehlt eine höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung, kann der Rechts­an­walt sich die erfor­der­li­chen Kennt­nis­se etwa durch Ein­sicht­nah­me in eines der übli­chen Erläu­te­rungs­bü­cher ver­schaf­fen 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. März 2016 – IX ZR 142/​14

  1. vgl. etwa BGH, Urteil vom 18.03.1993 – IX ZR 120/​92, WM 1993, 1376, 1377; Vill in G. Fischer/​Vill/​D. Fischer/​Rinkler/​Chab, Hand­buch der Anwalts­haf­tung, 4. Aufl., § 2 Rn. 51[]
  2. BGH, Urteil vom 28.09.2000 – IX ZR 6/​99, BGHZ 145, 256, 263; vom 06.11.2008 – IX ZR 140/​07, BGHZ 178, 258 Rn. 9[]
  3. Vill, aaO § 2 Rn. 84; Fah­ren­dorf in Fahrendorf/​Mennemeyer/​Terbille, Die Haf­tung des Rechts­an­walts, 8. Aufl., Rn. 527[]