Die Ent­fer­nung eines Notars aus dem Amt

Die dau­er­haf­te Ent­fer­nung aus dem Amt kann im Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren als schwers­te Maß­nah­me ledig­lich dann ver­hängt wer­den, wenn der Notar in einer Wei­se gegen sei­ne Pflich­ten ver­sto­ßen hat, die sein Ver­blei­ben im Amt untrag­bar machen 1.

Die Ent­fer­nung eines Notars aus dem Amt

Die­se Vor­aus­set­zun­gen kön­nen regel­mä­ßig dann vor­lie­gen, wenn der Notar straf­ba­re Hand­lun­gen, vor allem die Ver­un­treu­ung von ihm Anver­trau­tem oder Falsch­be­ur­kun­dun­gen, began­gen oder in schwer­wie­gen­der Wei­se an uner­laub­ten oder unred­li­chen Geschäf­ten mit­ge­wirkt hat.

Gerin­ge­re Pflicht­ver­let­zun­gen genü­gen zumin­dest bei ein­schlä­gi­gen vor­aus­ge­gan­ge­nen Dis­zi­pli­nar­maß­nah­men 2.

Maß­geb­lich für die Beur­tei­lung, ob das Dienst­ver­ge­hen einen die Ent­fer­nung gebie­ten­den und zugleich recht­fer­ti­gen­den Schwe­re­grad auf­weist, ist eine Gesamt­wür­di­gung aller objek­ti­ven und sub­jek­ti­ven Umstän­de.

Bei der Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­prü­fung hat das Gericht die Aus­wir­kun­gen auf die wei­te­re wirt­schaft­li­che Exis­tenz des Notars berück­sich­tigt. Es war aber auch zu beden­ken, dass der Notar weder die frü­he­ren Geschäfts­prü­fun­gen ein­schließ­lich der damit ver­bun­de­nen Bean­stan­dun­gen noch die Ein­lei­tung des Dis­zi­pli­nar­ver­fah­rens als Anlass genom­men hat, dienst­pflicht­wid­ri­ges Ver­hal­ten auf­zu­ge­ben. Ange­sichts des­sen kann zukünf­tig eine nach­hal­ti­ge Ver­hal­tens­än­de­rung nicht erwar­tet wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 24. Novem­ber 2014 – NotSt(Brfg) 1/​14

  1. BGH, Beschluss vom 08.11.2013 – NotSt(B) 1/​13, ZNotP 2013, 434, 435 Rn. 10[]
  2. Sand­küh­ler in Arndt/​Lerch/​Sandkühler, BNo­tO, 7. Aufl., § 97 Rn. 48[]