Die Fort­bil­dungs­pflicht des Fach­an­walts – und ihre ver­spä­te­te Erfül­lung

Fort­bil­dungs­stun­den, die der Rechts­an­walt nach Zustel­lung des Wider­rufs­be­scheids absol­viert hat, kön­nen sich auf die Recht­mä­ßig­keit des zuvor ergan­ge­nen, auf der Ver­let­zung der Fort­bil­dungs­pflicht im abge­lau­fe­nen Jahr beru­hen­den Wider­rufs der Erlaub zum Füh­ren der Fach­an­walts­be­zeich­nung nicht mehr aus­wir­ken.

Die Fort­bil­dungs­pflicht des Fach­an­walts – und ihre ver­spä­te­te Erfül­lung

Der Tat­be­stand der Nicht­er­fül­lung der Fort­bil­dungs­pflicht steht mit Ablauf des Jah­res fest [1]. Nach gefes­tig­ter Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs Bun­des­ge­richts­hofs­recht­spre­chung hat die zustän­di­ge Rechts­an­walts­kam­mer zwar bei der Aus­übung ihres pflicht­ge­mä­ßen Ermes­sens über die Wider­rufs­ent­schei­dung gege­be­nen­falls auch nach Ablauf des maß­geb­li­chen Kalen­der­jah­res ein­ge­tre­te­ne Umstän­de zu berück­sich­ti­gen [2]. Für Ereig­nis­se, die erst nach Erlass des Beschei­des ein­ge­tre­ten sind, kann dies jedoch nicht gel­ten.

Soweit der Rechts­anwlt meint, die Rechts­an­walts­kam­mer sei ver­pflich­tet gewe­sen, eine aus­rei­chen­de Zahl von Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen anzu­bie­ten, trifft dies nicht zu. Weder die Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung noch die Fach­an­walts­ord­nung sehen eine ent­spre­chen­de Pflicht der Kam­mern vor.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. August 2016 – AnwZ (Brfg) 13/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 08.04.2013 – AnwZ (Brfg) 16/​12, NJW 2013, 2364 Rn. 10; Beschluss vom 05.05.2014 – AnwZ (Brfg) 76/​13, AnwBl.2014, 755 Rn. 9[]
  2. BGH, Urteil vom 26.11.2012 – AnwZ (Brfg) 56/​11, NJW 2013, 175 Rn. 8 f.; vom 08.04.2013 – AnwZ (Brfg) 16/​12, NJW 2013, 2364 Rn. 10; Beschluss vom 05.05.2014 – AnwZ (Brfg) 76/​13, AnwBl.2014, 755 Rn. 10[]