Die Haupt­ver­hand­lungs­ta­ge des ange­hen­den Fach­an­walts für Straf­recht – und der Drei­jah­res­zeit­raum

Schon dem Wort­laut des § 5 Abs. 1 FAO ist zu ent­neh­men, dass die 40 Haupt­ver­hand­lungs­ta­ge vor dem Schöf­fen­ge­richt oder einem höhe­ren Gericht inner­halb des Drei­jah­res­zeit­raums statt­ge­fun­den haben müs­sen (vgl. BGH, Ent­schei­dun­gen vom 20.04.2009 – AnwZ (B) 43/​08, NJW 2009, 2381 Rn. 5; und vom 11.03.2013 – AnwZ (Brfg) 24/​12, NJW-RR 2013, 891 Rn. 4; vgl. auch Henssler/Prüt­tin­g/Of­fer­mann-Burck­art, BRAO, 4. Aufl., § 5 FAO Rn. 114)).

Die Haupt­ver­hand­lungs­ta­ge des ange­hen­den Fach­an­walts für Straf­recht – und der Drei­jah­res­zeit­raum

Ein Ver­stoß gegen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz des Art. 3 Abs. 1 GG liegt nicht vor. Dass für die ande­ren in § 5 Abs. 1 FAO gere­gel­ten Fach­ge­bie­te kei­ne Teil­nah­me an einer bestimm­ten Anzahl von Haupt­ver­hand­lungs­ta­gen bzw. Gerichts­ter­mi­nen inner­halb des Drei­jah­res­zeit­raums ver­langt wird, führt nicht zu unglei­cher Behand­lung glei­cher Sach­ver­hal­te.

Die Fall­be­ar­bei­tung in den jewei­li­gen Fach­ge­bie­ten unter­schei­det sich; zum Nach­weis beson­de­rer prak­ti­scher Erfah­run­gen (im Ver­gleich zu ande­ren Anwäl­ten) kön­nen daher zwangs­läu­fig nicht iden­ti­sche Anfor­de­run­gen gestellt wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Janu­ar 2017 – AnwZ (Brfg) 49/​16