Die Home­page des Rechts­an­walts

Die Zahl der zuge­las­se­nen Rechts­an­wäl­te nimmt immer noch wei­ter zu: Mit über 16.3700 Juris­ten in die­sem Jahr ist die Gesamt­zahl der Rechts­an­wäl­te im Jahr 2015 bereits über­trof­fen.

Die Home­page des Rechts­an­walts

Wie man einer Gra­fik der Bun­des­rechts­an­walts­kam­mer ent­neh­men kann, wächst die Anwalt­schaft seit 1950 ste­tig an. Zwar scheint der enor­me Anstieg der letz­ten Jahr­zehn­te gestoppt zu sein, aber die Anzahl der zuge­las­se­nen Anwäl­te nimmt immer noch zu.

Die Homepage des RechtsanwaltsDa im sel­ben Zeit­raum die Zahl der Man­dan­ten bzw. der Man­da­te nicht in glei­chem Maße zuge­nom­men hat, ist der Exis­tenz­kampf här­ter gewor­den. Die Juris­ten­schwäm­me hat es mit sich gebracht, dass sich ein Rechts­an­walt um sei­ne Kli­en­ten bemü­hen muss. Mit der Locke­rung des Wer­bungs­ver­bo­tes ist dem Rech­nung getra­gen wor­den. Seit der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts im Jah­re 1987 1 ist es den Rechts­an­wäl­ten gestat­tet zu wer­ben. Die genau­en Rege­lun­gen sind in der Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung und der Berufs­ord­nung für Rechts­an­wäl­te fest­ge­legt wor­den. Wel­che Wer­be­maß­nah­men für einen Juris­ten zuläs­sig sind, bestimmt sich nach § 43 b BRAO und § 6 ff BORA.

Obwohl die Juris­ten als rela­tiv kon­ser­va­tiv gel­ten, ist die Ent­wick­lung nicht bei ihnen ste­hen geblie­ben: Neben tra­di­tio­nel­ler Wer­bung durch Anzei­gen, Man­dan­ten­rund­schrei­ben oder Weih­nachts­grü­ßen haben auch die Rechts­an­wäl­te das Inter­net für sich ent­deckt. Dabei soll­te man aller­dings beach­ten, dass nicht nur ein­zel­ne Wer­be­ak­tio­nen im Inter­net ihren Zweck erfül­len, son­dern eine pro­fes­sio­nell auf­ge­setz­te Home­page eben­so sinn­voll sein kann. Was eine Visi­ten­kar­te oder auch das reprä­sen­ta­ti­ve Kanz­lei­schild über das Rechts­an­walts­bü­ro aus­sa­gen kön­nen, stellt die Home­page im Inter­net noch um eini­ges aus­führ­li­cher dar. Die­se Selbst­dar­stel­lung kann bei der Man­dan­ten­aqui­se gute Diens­te leis­ten. Eine Home­page hat nicht nur eine ein­ma­li­ge Wir­kung, son­dern ist auf Dau­er ange­legt. Mit der opti­ma­len Gestal­tung kann sie immer wie­der bei der Online-Suche ein­ge­setzt wer­den. Um mehr Besu­cher – und damit poten­ti­el­le Man­dan­ten – auf der Home­page zu ver­zeich­nen, fin­det man im Inter­net die rich­ti­ge Stra­te­gie zur Traf­fic-Stei­ge­rung. Ziel ist es, sich aus der Men­ge her­vor­zu­he­ben. Tra­di­tio­nell blät­tert ein poten­ti­el­ler Man­dant z.B. durch das Bran­chen­ver­zeich­nis auf der Suche nach einem Anwalt. Auch im Inter­net exis­tie­ren diver­se Ver­zeich­nis­se die­ser Art. Dar­über hin­aus kann der poten­ti­el­le Man­dant nach jedem belie­bi­gen Begriff im Inter­net suchen. Mög­lichst häu­fig zu allen erdenk­li­chen Begrif­fen bei den Ergeb­nis­sen der Such­an­fra­gen mit der eige­nen Home­page ver­tre­ten sein – so ist eine enor­me Stei­ge­rung des Such-Traf­fics fast schon garan­tiert.

Die eige­ne Home­page soll­te indi­vi­du­ell auf die jewei­li­ge Kanz­lei aus­ge­rich­tet sein. Da sie mehr als eine Visi­ten­kar­te dar­stellt, ist es sinn­voll, die Mög­lich­kei­ten aus­zu­nut­zen und dadurch bei poten­ti­el­len Man­dan­ten bes­ser gefun­den zu wer­den. Neben dem per­sön­li­chen Wer­de­gang des Rechts­an­walts ist es durch­aus üblich, auch die Aus­rich­tung der Kanz­lei (Juris­ti­sche Fach­be­rei­che und Inter­es­sen­ge­bie­te) näher zu erläu­tern. Außer­dem kann das Büro vor­ge­stellt wer­den. Dar­über hin­aus ist es auch mög­lich dadurch zu punk­ten, regel­mä­ßig z.B. über den Büro­al­tag zu schrei­ben oder ein Hob­by als The­ma wäh­len. Beson­der­hei­ten der Kanz­lei (Stand­ort, unge­wöhn­li­che Zusam­men­set­zung der Mit­ar­bei­ter, tie­ri­sche Beglei­ter) eig­nen sich eben­falls zu regel­mä­ßi­gen Blog­ein­trä­gen. Natür­lich kön­nen auch juris­ti­sche The­men eine Home­page berei­chern. Wer­den dann alle die­se Berei­che gut aus­ge­baut und erhal­ten je eine eige­ne Lan­ding-Page mit pas­sen­den Key­words zur Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung, stei­gert sich auto­ma­tisch der Besu­cher­strom.

Tat­säch­lich ist das Inter­net sehr kurz­le­big. Aus­ru­hen kann da ein gro­ßer Feh­ler sein. Es ist viel­mehr not­wen­dig, neue Trends und Ent­wick­lun­gen für den Bereich der eige­nen Home­page umzu­set­zen. Eben­so ist es uner­läss­lich, die Zugriffs­da­ten stän­dig zu ana­ly­sie­ren, da ein noch ges­tern rich­ti­ges Kon­zept heu­te nicht mehr den gewünsch­ten Erfolg brin­gen könn­te.

  1. BVerfG, Beschluss vom 14.07.1987 – 1 BvR 537/​81, 1 BvR 195/​87[]