Ein­tra­gun­gen ins Ver­wah­rungs- und Mas­sen­buch

Nach § 10 Abs. 3 DONot haben die Ein­tra­gun­gen in das Ver­wah­rungs- und Mas­sen­buch unter dem Datum des Ein­gangs der Kon­to­aus­zü­ge oder der Mit­tei­lung über Zins­gut­schrif­ten oder Spe­sen­ab­rech­nun­gen zu erfol­gen.

Ein­tra­gun­gen ins Ver­wah­rungs- und Mas­sen­buch

Die Lan­des­jus­tiz­ver­wal­tung ist nach § 93 BNo­tO im Rah­men der Dienst­auf­sicht befugt, den Nota­ren durch Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten all­ge­mei­ne Wei­sun­gen zu ertei­len. Anhalts­punk­te für eine Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Vor­schrift sind nicht gege­ben. Nach der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bestä­tig­ten Rechts­auf­fas­sung des Bun­des­ge­richts­hofs 1, deren Ände­rung nicht ver­an­lasst ist, ver­lässt die Lan­des­jus­tiz­ver­wal­tung den ihr zuste­hen­den Gestal­tungs­spiel­raum nicht, wenn sie den Nota­ren vor­gibt, dass bei bar­geld­lo­sem Zah­lungs­ver­kehr Ein­tra­gun­gen in das Ver­wah­rungs­buch und in das Mas­sen­buch unter dem Datum des Ein­gangs des Kon­to­aus­zugs beim Notar zu erfol­gen haben.

Bei der Dienst­ord­nung für Nota­rin­nen und Nota­re han­delt es sich um eine – nach bun­des­wei­ter Abstim­mung – von der jewei­li­gen Lan­des­jus­tiz­ver­wal­tung erlas­se­ne ver­wal­tungs­in­ter­ne Rege­lung 2. Da der Dienst­sitz des Klä­gers in Nord­rhein-West­fa­len liegt, war die dort erlas­se­ne Dienst­ord­nung maß­ge­bend. Dass Sach­sen die Buchung bei bar­geld­lo­sem Zah­lungs­ver­kehr anders als Nord­rhein-West­fa­len gere­gelt hat, ist uner­heb­lich. Ins­be­son­de­re ver­letzt die in Nord­rhein-West­fa­len gel­ten­de Dienst­ord­nung nicht schon des­halb den Gleich­heits­satz gemäß Art. 3 GG.

Es ist recht­lich unbe­denk­lich, wenn die Lan­des­jus­tiz­ver­wal­tung im Inter­es­se genau­es­ter Bear­bei­tung der Ver­wah­rungs­ge­schäf­te die Ein­tra­gung des Zeit­punkts der Been­di­gung und die Rötung (bzw. ander­wei­ti­ge ein­deu­ti­ge Kenn­zeich­nung) bei abge­wi­ckel­ten Mas­sen vor­schreibt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Novem­ber 2014 – NotSt(Brfg) 6/​14

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 26.10.2009 – NotZ 6/​09, ZNotP 2010, 37; bestä­tigt durch BVerfG, Beschluss vom 19.06.2012 – 1 BvR 3017/​09, BVerfGE 131, 130 Rn. 78[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 26.10.2009 – NotZ 6/​09 aaO Rn. 7[]