Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist kei­ne Arbeits­be­schaf­fung für Rechts­an­wäl­te

In dem hier vor­lie­gen­den Fall des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ist die Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men wor­den. Aller­dings hat der Bevoll­mäch­tig­te des Beschwer­de­füh­rers eine Miss­brauchs­ge­bühr in Höhe von 1.000 € auf­er­legt bekom­men.

Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist kei­ne Arbeits­be­schaf­fung für Rechts­an­wäl­te

Der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te des vor­lie­gen­den Ver­fah­rens hat bereits in meh­re­ren Par­al­lel­fäl­len Ver­fas­sungs­be­schwer­den erho­ben, die jeweils nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men wur­den. In der erneu­ten Ver­fas­sungs­be­schwer­de sieht das Ver­fas­sungs­ge­richt einen gro­ben Miss­brauch.

Die Ver­hän­gung einer Miss­brauchs­ge­bühr beruht auf § 34 Abs. 2 BVerfGG. Es ist Auf­ga­be des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, grund­sätz­li­che Ver­fas­sungs­fra­gen zu ent­schei­den, die für das Staats­le­ben und die All­ge­mein­heit von Bedeu­tung sind, und – wo nötig – die Grund­rech­te des Ein­zel­nen durch­zu­set­zen. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ist nicht gehal­ten, hin­zu­neh­men, dass es in der Erfül­lung die­ser Auf­ga­ben durch erkenn­bar aus­sichts­lo­se Ver­fas­sungs­be­schwer­den behin­dert wird 1.

Aus dem begrün­de­ten Beschluss des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 3. März 2011 2 zu den vor­her­ge­hen­den Par­al­lel­fäl­len geht her­vor, dass die Ver­fas­sungs­be­schwer­de wegen näher erläu­ter­ter Sub­stan­ti­ie­rungs­män­gel nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men wur­de. Die­ser Nicht­an­nah­me­be­schluss wur­de dem Pro­zess­be­voll­mäch­ti­gen im März 2011 bekannt­ge­ge­ben. Dass die­ser nun­mehr unter dem 16. Mai 2011 in einem gleich­ge­la­ger­ten Fall erneut eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de mit in den ent­schei­den­den, die behaup­te­ten Ver­fas­sungs­ver­stö­ße betref­fen­den Pas­sa­gen wort­i­den­ti­scher Begrün­dung ein­reicht, stellt einen gro­ben Miss­brauch der nicht zur Arbeits­be­schaf­fung für Rechts­an­wäl­te, son­dern im Inter­es­se des Grund­rechts­schut­zes eröff­ne­ten Beschwer­de­mög­lich­keit dar.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 5. Okto­ber 2011 – 2 BvR 1064/​11

  1. stRspr; vgl. z.B. BVerfGK 3, 219, 221 f.[]
  2. BVerfG – 2 BvR 176/​11[]