Ver­mö­gens­ver­fall – und das Anstel­lungs­ver­hält­nis des Rechts­an­walts

Nach der in § 14 Abs. 2 Nr. 7 BRAO zum Aus­druck kom­men­den Wer­tung des Gesetz­ge­bers ist mit einem Ver­mö­gens­ver­fall eines Rechts­an­walts grund­sätz­lich eine Gefähr­dung der Inter­es­sen der Recht­su­chen­den ver­bun­den.

Ver­mö­gens­ver­fall – und das Anstel­lungs­ver­hält­nis des Rechts­an­walts

Die Annah­me eines Aus­nah­me­falls, in dem die Inter­es­sen der Recht­su­chen­den nicht gefähr­det sind 1, setzt zumin­dest vor­aus, dass der Rechts­an­walt sei­ne anwalt­li­che Tätig­keit nur noch für eine Rechts­an­walts­so­zie­tät aus­übt und mit die­ser recht­lich abge­si­cher­te Maß­nah­men ver­ab­re­det hat, die eine Gefähr­dung der Man­dan­ten effek­tiv ver­hin­dern 2.

Beson­de­res Augen­merk muss dabei der Fra­ge gel­ten, ob die – eine Gefähr­dung der Man­dan­ten aus­schlie­ßen­den – arbeits­ver­trag­li­chen Beschrän­kun­gen vom ange­stell­ten Rechts­an­walt und sei­nen Arbeit­ge­bern ein­ge­hal­ten wer­den.

Es reicht daher nicht aus, wenn ein sol­cher Ver­trag vor­ge­legt wird; viel­mehr muss der Ver­trag schon über einen län­ge­ren Zeit­raum bean­stan­dungs­frei "gelebt" wor­den sein 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Febru­ar 2015 – AnwZ (Brfg) 32/​14

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 18.10.2004 – AnwZ (B) 43/​03, NJW 2005, 511; vom 31.05.2010 – AnwZ (B) 54/​09 6; und vom 24.05.2013 – AnwZ (Brfg) 15/​13 5[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 18.10.2004 – AnwZ (B) 43/​03, aaO; vom 24.10.2012 – AnwZ (Brfg) 43/​12 9; vom 26.08.2013 – AnwZ (Brfg) 31/​13 5; und vom 04.01.2014 – AnwZ (Brfg) 62/​13 6[]
  3. vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 08.02.2010 – AnwZ (B) 67/​08, BRAK-Mitt.2010, 129 Rn. 12; vom 06.09.2011 – AnwZ (Brfg) 5/​11 5; vom 04.04.2012 – AnwZ (Brfg) 62/​11 7; und vom 22.05.2013 – AnwZ (Brfg) 73/​12 5[]