Ver­mö­gens­ver­fall – und der Ein­trag im Schuld­ner­ver­zeich­nis

Ein Rechts­an­walt, der im Schuld­ner­ver­zeich­nis ein­ge­tra­gen ist, muss zur Wider­le­gung der Ver­mu­tung des Ver­mö­gens­ver­falls ein voll­stän­di­ges und detail­lier­tes Ver­zeich­nis sei­ner Gläu­bi­ger und Ver­bind­lich­kei­ten vor­le­gen und kon­kret dar­le­gen, dass sei­ne Ver­mö­gens- und Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se nach­hal­tig geord­net sind 1.

Ver­mö­gens­ver­fall – und der Ein­trag im Schuld­ner­ver­zeich­nis

Nach der in § 14 Abs. 2 Nr. 7 BRAO zum Aus­druck kom­men­den Wer­tung des Gesetz­ge­bers ist mit einem Ver­mö­gens­ver­fall eines Rechts­an­walts grund­sätz­lich eine Gefähr­dung der Inter­es­sen der Recht­su­chen­den ver­bun­den. Auch wenn die­se Rege­lung nicht im Sin­ne eines Auto­ma­tis­mus zu ver­ste­hen ist, die Gefähr­dung daher nicht zwangs­läu­fig und aus­nahms­los schon aus dem Vor­lie­gen eines Ver­mö­gens­ver­falls folgt, kann die Gefähr­dung nach der gesetz­li­chen Wer­tung des vor­ran­gi­gen Inter­es­ses der Recht­su­chen­den nur in sel­te­nen Aus­nah­me­fäl­len ver­neint wer­den. Hier­für trägt der Rechts­an­walt die Fest­stel­lungs­last 2.

Die Annah­me eines Aus­nah­me­falls, in dem trotz Ver­mö­gens­ver­falls des Rechts­an­walts eine Gefähr­dung der Inter­es­sen der Recht­su­chen­den nicht gege­ben ist, setzt zumin­dest vor­aus, dass der Rechts­an­walt – im Wege der Selbst­be­schrän­kung – sei­ne anwalt­li­che Tätig­keit nur noch für eine Rechts­an­walts­so­zie­tät aus­übt und mit die­ser recht­lich abge­si­cher­te Maß­nah­men ver­ab­re­det hat, die eine Gefähr­dung der Man­dan­ten effek­tiv ver­hin­dern 3. Der Vor­trag des – inso­weit die Fest­stel­lungs­last tra­gen­den – Klä­gers lässt nicht erken­nen, dass die vor­ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen für einen Gefähr­dungs­aus­schluss zum maß­geb­li­chen Zeit­punkt des Wider­rufs­be­scheids vom 17.10.2014 gege­ben waren. Der von ihm dar­ge­leg­te Umstand, dass er "so gut wie nie" ihm anver­trau­te Gel­der ver­wal­te, schließt nicht aus, dass ihm künf­tig Fremd­gel­der anver­traut wer­den und in Bezug auf die­se Gel­der die Inter­es­sen sei­ner Man­dan­ten gefähr­det wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. Novem­ber 2015 – AnwZ (Brfg) 40/​15

  1. vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 14.10.2014 – AnwZ (Brfg) 22/​14 5; und vom 06.02.2014 – AnwZ (Brfg) 83/​13, BRAK-Mitt.2014, 164 Rn. 5; jeweils mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 09.02.2015 – AnwZ (Brfg) 46/​14 12; und vom 06.02.2014 aaO Rn. 7; jeweils mwN[]
  3. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 24.10.2012 – AnwZ (Brfg) 43/​12 9; vom 26.08.2013 – AnwZ (Brfg) 31/​13 5; vom 08.12 2014 – AnwZ (Brfg) 45/​14 23; und vom 09.02.2015 aaO Rn. 12 mwN[]