Ver­mö­gens­ver­fall – und die ver­mu­te­te Gefähr­dung der Intessen der Man­dan­ten

Nach der in § 14 Abs. 2 Nr. 7 BRAO zum Aus­druck kom­men­den Wer­tung des Gesetz­ge­bers ist mit dem Ver­mö­gens­ver­fall eines Rechts­an­walts grund­sätz­lich eine Gefähr­dung der Inter­es­sen der Recht­su­chen­den ver­bun­den.

Ver­mö­gens­ver­fall – und die ver­mu­te­te Gefähr­dung der Intessen der Man­dan­ten

Auch wenn die­se Rege­lung nicht im Sin­ne eines Auto­ma­tis­mus zu ver­ste­hen ist, die Gefähr­dung daher nicht zwangs­läu­fig und aus­nahms­los schon aus dem Vor­lie­gen eines Ver­mö­gens­ver­falls folgt, kann die Gefähr­dung im nach der gesetz­li­chen Wer­tung vor­ran­gi­gen Inter­es­se der Recht­su­chen­den nur in sel­te­nen Aus­nah­me­fäl­len ver­neint wer­den, wobei den Rechts­an­walt hier­für die Fest­stel­lungs­last trifft.

Die Annah­me einer der­ar­ti­gen Son­der­si­tua­ti­on setzt min­des­tens vor­aus, dass der Rechts­an­walt sei­ne anwalt­li­che Tätig­keit nur noch für eine Rechts­an­walts­so­zie­tät aus­übt und mit die­ser recht­lich abge­si­cher­te Maß­nah­men ver­ab­re­det hat, die eine Gefähr­dung der Man­dan­ten effek­tiv ver­hin­dern 1.

Selbst auf­er­leg­te Beschrän­kun­gen des in Ver­mö­gens­ver­fall gera­te­nen Rechts­an­walts sind grund­sätz­lich nicht geeig­net, eine Gefähr­dung der Recht­su­chen­den aus­zu­schlie­ßen 2.

Im hier ent­schie­de­nen Fall ver­wies der Rechts­an­walt ledig­lich dar­auf, dass "die weni­gen Beschwer­den der ehe­ma­li­gen Man­dan­ten" zu kei­nem Zeit­punkt im Zusam­men­hang mit sei­nem (bestrit­te­nen) Ver­mö­gens­ver­fall gestan­den hät­ten. Das mag sein, reicht aber nicht aus.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Dezem­ber 2018 – AnwZ (Brfg) 65/​18

  1. BGH, Beschluss vom 15.12 2017 AnwZ (Brfg) 11/​17 15; vom 21.02.2018 AnwZ (Brfg) 72/​17 12; vom 05.03.2018 AnwZ (Brfg) 52/​17 8[]
  2. BGH, Beschluss vom 15.12 2017, aaO Rn. 17 mwN[]