Wie­der­ein­set­zung – und die unglaub­wür­di­ge eides­statt­li­che Ver­si­che­rung

Wenn ein Gericht einer eides­statt­li­chen Ver­si­che­rung im Ver­fah­ren der Wie­der­ein­set­zung kei­nen Glau­ben schen­ken will, muss es die Par­tei zuvor dar­auf hin­wei­sen und ihr Gele­gen­heit geben, ent­spre­chen­den Zeu­gen­be­weis anzu­tre­ten 1.

Wie­der­ein­set­zung – und die unglaub­wür­di­ge eides­statt­li­che Ver­si­che­rung

Hier­zu ist ein Hin­weis auf die für das Beru­fungs­ge­richt inso­weit maß­geb­li­chen Umstän­de erfor­der­lich.

Unab­hän­gig davon hät­te das Beru­fungs­ge­richt prü­fen müs­sen, ob in der Vor­la­ge der eides­statt­li­chen Ver­si­che­rung zugleich ein Beweis­an­ge­bot auf Ver­neh­mung der Mit­ar­bei­te­rin als Zeu­gin liegt 2. Dann lie­fe die Ableh­nung der Wie­der­ein­set­zung ohne vor­he­ri­ge Ver­neh­mung auf eine unzu­läs­si­ge vor­weg­ge­nom­me­ne Beweis­wür­di­gung hin­aus 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. März 2017 – III ZB 44/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 24.02.2010 – XII ZB 129/​09, Fam­RZ 2010, 726 Rn. 10; sie­he auch Beschluss vom 17.01.2012 – VIII ZB 42/​11, WuM 2012, 157 Rn. 8; Ger­ken in Wieczorek/​Schütze, ZPO, 4. Aufl., § 236 Rn. 8[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 24.02.2010 aaO Rn. 11; und vom 17.01.2012 aaO; sie­he auch Beschluss vom 11.11.2009 – XII ZB 174/​08, Fam­RZ 2010, 122 Rn. 9[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 24.02.2010 aaO[]