Zulas­sungs­wi­der­ruf – maß­geb­li­cher Zeit­punkt und spä­te­re Ent­wick­lun­gen

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist für die Beur­tei­lung der Recht­mä­ßig­keit eines Wider­rufs nach dem ab dem 1. Sep­tem­ber 2009 gel­ten­den Ver­fah­rens­recht auf den Zeit­punkt des Abschlus­ses des behörd­li­chen Wider­rufs­ver­fah­rens, also auf den Erlass des Wider­spruchs­be­scheids oder – wenn das nach neu­em Recht grund­sätz­lich vor­ge­schrie­be­ne Vor­ver­fah­ren ent­behr­lich ist – auf den Aus­spruch der Wider­rufs­ver­fü­gung abzu­stel­len; danach ein­ge­tre­te­ne Ent­wick­lun­gen blei­ben der Beur­tei­lung in einem Wie­der­zu­las­sungs­ver­fah­ren vor­be­hal­ten [1].

Zulas­sungs­wi­der­ruf – maß­geb­li­cher Zeit­punkt und spä­te­re Ent­wick­lun­gen

Hier­in liegt auch kein unzu­läs­si­ger Ein­griff in die Grund­rech­te des betrof­fe­nen Rechts­an­walts. Denn ein Rechts­an­walt, der sich auf den nach­träg­li­chen Weg­fall des Wider­rufs­grunds beruft, hat jeder­zeit und unein­ge­schränkt die Mög­lich­keit, einen Antrag auf Wie­der­zu­las­sung zu stel­len und not­falls im Wege der Ver­pflich­tungs­kla­ge durch­zu­set­zen.

Ein sol­cher Antrag setzt nicht vor­aus, dass der Anfech­tungs­pro­zess abge­schlos­sen ist. Sind die Vor­aus­set­zun­gen für die Wie­der­zu­las­sung erfüllt, ist die Rechts­an­walts­kam­mer viel­mehr unab­hän­gig davon zur Wie­der­zu­las­sung ver­pflich­tet und kann ggfs. der Rechts­an­walt gegen einen ableh­nen­den Bescheid gericht­lich vor­ge­hen und die­ses Ver­fah­ren mit dem Anfech­tungs­pro­zess ver­bun­den wer­den.

Auf die­se Wei­se kann bei zwei­fels­frei­em Weg­fall des Wider­rufs­grunds eine lücken­lo­se Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft sicher­ge­stellt wer­den [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Mai 2015 – AnwZ (Brfg) 7/​15

  1. vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 29.06.2011 – AnwZ (Brfg) 11/​10, BGHZ 190, 187 Rn. 9 ff.; vom 24.10.2012 – AnwZ (Brfg) 47/​12; vom 04.02.2013 – AnwZ (Brfg) 31/​12; und vom 09.02.2015 – AnwZ (Brfg) 46/​14[]
  2. vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 29.06.2011; vom 24.10.2012 und 4.02.2013, jeweils aaO; sie­he auch BVerwG, NVwZ 1991, 372, 373 zu § 35 Abs. 1 GewO[]