Zulas­sungs­wi­der­ruf – und sei­ne For­ma­lia

Bei einem Bescheid über den Wider­ruf einer Anwalts­zu­las­sung erge­ben sich des­sen Form sowie das ein­zu­hal­ten­de Ver­fah­ren aus § 34 BRAO und dem (jewei­li­gen) Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz 1.

Zulas­sungs­wi­der­ruf – und sei­ne For­ma­lia

Nach § 34 BRAO sind Ver­wal­tungs­ak­te, durch wel­che die Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft oder die Mit­glied­schaft in einer Rechts­an­walts­kam­mer begrün­det oder ver­sagt wird oder erlischt, zuzu­stel­len. Damit wird zugleich der Ver­wal­tungs­akt als Hand­lungs­form vor­ge­schrie­ben, für den die all­ge­mei­nen Vor­schrif­ten des (jewei­li­gen) Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes gel­ten (§§ 35 ff. VwVfG).

Auch die Zustän­dig­keit der Rechts­an­walts­kam­mern ist gesetz­lich gere­gelt. Nach § 33 Abs. 1 BRAO sind die Rechts­an­walts­kam­mern für die Aus­füh­rung der Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung und der auf deren Grund­la­ge erlas­se­nen Rechts­ver­ord­nun­gen zustän­dig, soweit nichts ande­res bestimmt ist.

Durch wel­che Orga­ne die Rechts­an­walts­kam­mern han­deln, folgt aus §§ 63 ff. BRAO. Jede Rechts­an­walts­kam­mer hat einen Vor­stand (§ 63 Abs. 1 BRAO). Die­sem oblie­gen die der Rechts­an­walts­kam­mer in der Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung zuge­wie­se­nen Auf­ga­ben und Befug­nis­se (§ 73 Abs. 1 Satz 2 BRAO). Der Vor­stand kann meh­re­re Abtei­lun­gen bil­den (§ 77 Abs. 1 Satz 2 BRAO), die inner­halb ihrer Zustän­dig­keit die Rech­te und Pflich­ten des Vor­stan­des besit­zen (§ 77 Abs. 5 BRAO).

Das ein­zu­hal­ten­de Ver­fah­ren ergibt sich aus dem Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz, auf wel­ches die Vor­schrift des § 32 BRAO ver­weist, soweit nichts ande­res bestimmt ist.

Der Wider­rufs­be­scheid muss die Merk­ma­le eines Ver­wal­tungs­akts erfül­len. Er muss zwi­schen dem Wider­ruf als dem ver­fü­gen­den Teil des Ver­wal­tungs­ak­tes und sei­ner Begrün­dung unter­schei­den (§ 39 Abs. 1 VwVfG), die Unter­schrift des Prä­si­den­ten tra­gen (§ 37 Abs. 3 VwVfG), mit einer Rechts­mit­tel­be­leh­rung ver­se­hen und zuge­stellt wor­den sein (§ 34 BRAO).

Ein­zel­hei­ten der Beschluss­fas­sung brauch­ten nicht mit­ge­teilt zu wer­den 2. Die Beschluss­fas­sung als sol­che ist nicht Bestand­teil des Wider­rufs, son­dern nur des­sen Grund­la­ge.

Die Mög­lich­keit der Mit­wir­kung einer Per­son, hin­sicht­lich derer ein Ableh­nungs­grund nach § 32 Abs. 1 Satz 1 BRAO in Ver­bin­dung mit § 21 Abs. 1 VwVfG vor­lie­gen könn­te, hat kei­nen Ein­fluss auf die für den Bescheid der Beklag­ten als Ver­wal­tungs­akt gel­ten­den for­mel­len Erfor­der­nis­se.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Sep­tem­ber 2016 – AnwZ (Brfg) 34/​16

  1. BGH, Beschlüs­se vom 17.09.2015 – AnwZ (Brfg) 41/​15 6; und vom 15.10.2012 – AnwZ (Brfg) 45/​12, NJW-RR 2013, 303 Rn. 7[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 17.09.2015 aaO Rn. 7; und vom 15.10.2012 aaO Rn. 9[]