Düs­sel­dor­fer Tabel­le 2015

buntstifteDas Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf hat die neu über­ar­bei­te­te Düs­sel­dor­fer Tabel­le ver­öf­fent­licht. Hier­bei han­delt es sich jetzt um die nächs­te tur­nus­mä­ßi­ge Über­ar­bei­tung, die vor­aus­sicht­lich wie­der zwei Jah­re – 2015 und 2016 – gül­tig sein wird.

Düs­sel­dor­fer Tabel­le 2015

Die­ser Arti­kel gibt den Stand ab Janu­ar 2015 wie­der.
Die bis dahin gül­ti­ge Düs­sel­dor­fer Tabel­le fin­den Sie hier.

Ände­run­gen in der Düs­sel­dor­fer Tabel­le 2015[↑]

Mit der neu­en Düs­sel­dor­fer Tabel­le wird zum 1. Janu­ar 2015 der für Unter­halts­pflich­ti­ge in der "Düs­sel­dor­fer Tabel­le" zu berück­sich­ti­gen­de Selbst­be­halt erhöht. Der not­wen­di­ge Selbst­be­halt steigt für unter­halts­pflich­ti­ge Erwerbs­tä­ti­ge von 1.000,00 € auf 1.080,00 €, sofern sie für min­der­jäh­ri­ge Kin­der oder Kin­der bis zum 21. Lebens­jahr, die im Haus­halt eines Eltern­teils leben und sich in der all­ge­mei­nen Schul­aus­bil­dung befin­den, zur Zah­lung ver­pflich­tet sind.

Für nicht erwerbs­tä­ti­ge Unter­halts­ver­pflich­te­te steigt der Selbst­be­halt von 800,00 Euro auf 880,00 Euro. Die Anpas­sung berück­sich­tigt u.a. die Erhö­hung der Leis­tungs­sät­ze für die Grund­si­che­rung nach dem II. Buch Sozi­al­ge­setz­buch ("Arbeits­lo­sen­geld II", "Hartz IV") zum 1. Janu­ar 2015.

Wie auch schon von zwei Jah­ren bei der Vor­stel­lung der bis Ende 2014 gül­ti­gen Düs­sel­dor­fer Tabel­le 2013 wer­den auch die­ses Mal die Tabel­len­un­ter­halts­be­trä­ge nicht ange­passt. Ände­run­gen erge­ben sich jedoch durch Erhö­hung der Selbst­be­hal­te.

Selbst­be­hal­te[↑]

Der Düs­sel­dor­fer Tabel­le 2015 lie­gen fol­gen­de Beträ­ge für den not­wen­di­gen bzw. ange­mes­se­nen Eigen­be­darf zugrun­de:

Unter­halts­pflicht besteht gegen­über Selbst­be­halt 2013 Selbst­be­halt 2015 Ände­rung zu 2013
min­der­jäh­ri­ge Kin­der sowie voll­jäh­ri­ge Kin­der bis 21 Jah­re, die im Haus­halt eines Eltern­teils leben und sich in der all­ge­mei­nen Schul­aus­bil­dung befin­den (not­wen­di­ger Eigen­be­darf)
• Unter­halts­pflich­ti­ger ist erwerbs­tä­tig: 1.000,00 € 1.080,00 € 80,00 €
• Unter­halts­pflich­ti­ger ist nicht erwerbs­tä­tig: 800,00 € 880,00 € 80,00 €
ande­ren voll­jäh­ri­gen Kin­dern (ange­mes­se­ner Eigen­be­darf) 1.200,00 € 1.300,00 € 100,00 €
Ehe­gat­te oder Vater/​Mut­ter eines nicht­ehe­li­chen Kin­des: 1.100,00 € 1.200,00 € 100,00 €
Eltern: 1.600,00 € 1.800,00 € 200,00 €

Kin­des­un­ter­halt nach der Düs­sel­dor­fer Tabel­le 2015[↑]

Die Tabel­len­be­trä­ge für den Kin­des­un­ter­halt blei­ben für die Jah­re 2015 und 2016 – bis auf den wegen Bedarfs­kon­troll­be­trag – auf dem glei­chen Niveau wie in den Jah­ren:

Net­to­ein­kom­men des Bar­un­ter­halts­pflich­ti­gen Alters­stu­fen in Jah­ren
(§ 1612 a Abs. 1 BGB)
Pro­zent-
satz
Bedarfs-kon­troll­be­trag
0 – 5 6 – 11 12 – 17 ab 18
1. bis 1.500 € 317 € 364 € 426 € 488 € 100 880 € /​1.080 €
2. 1.501 ‑1.900 € 333 € 383 € 448 € 513 € 105 1.180 €
3. 1.901 ‑2.300 € 349 € 401 € 469 € 537 € 110 1.280 €
4. 2.301 ‑2.700 € 365 € 419 € 490 € 562 € 115 1.380 €
5. 2.701 ‑3.100 € 381 € 437 € 512 € 586 € 120 1.480 €
6. 3.101 ‑3.500 € 406 € 466 € 546 € 625 € 128 1.580 €
7. 3.501 ‑3.900 € 432 € 496 € 580 € 664 € 136 1.680 €
8. 3.901 ‑4.300 € 457 € 525 € 614 € 703 € 144 1.780 €
9. 4.301 ‑4.700 € 482 € 554 € 648 € 742 € 152 1.880 €
10. 4.701 ‑5.100 € 508 € 583 € 682 € 781 € 160 1.980 €
ab 5.101 € nach den Umstän­den des Fal­les

Da Kin­der in aller Regel über ihre Eltern bei­trags­frei in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung und Pfle­ge­ver­si­che­rung mit­ver­si­chert sind (Fami­li­en­ver­si­che­rung), sind in die­sen Bedarfs­be­trä­gen die Bei­trä­ge zur Kran­ken­ver­si­che­rung und zur Pfle­ge­ver­si­che­rung nicht ent­hal­ten.

Zahl­be­trä­ge nach der Düs­sel­dor­fer Tabel­le 2015[↑]

Aus die­sen Bedarfs­be­trä­ge las­sen sich nach Abzug des jewei­li­gen Kin­der­geld­an­teils die jewei­li­gen Zahl­be­trä­ge berech­nen. Bei min­der­jäh­ri­gen Kin­dern ist das hälf­ti­ge Kin­der­geld anzu­rech­nen, bei voll­jäh­ri­gen das vol­le Kin­der­geld. Das Kin­der­geld beträgt – gleich­blei­bend gegen­über den Vor­jah­ren – für das ers­te und das zwei­te Kind jeweils 184,00 €, für das drit­te Kind 190,00 € und ab dem vier­ten Kind 215,00 €.

1. und 2. Kind 0 – 5 6 – 11 12 ‑17 ab 18 %
1. bis 1.500 € 225 € 272 € 334 € 304 € 100
2. 1.501 - 1.900 € 241 € 291 € 356 € 329 € 105
3. 1.901 - 2.300 € 257 € 309 € 377 € 353 € 110
4. 2.301 - 2.700 € 273 € 327 € 398 € 378 € 115
5. 2.701 - 3.100 € 289 € 345 € 420 € 402 € 120
6. 3.101 - 3.500 € 314 € 374 € 454 € 441 € 128
7. 3.501 - 3.900 € 340 € 404 € 488 € 480 € 136
8. 3.901 - 4.300 € 365 € 433 € 522 € 519 € 144
9. 4.301 - 4.700 € 390 € 462 € 556 € 558 € 152
10. 4.701 - 5.100 € 416 € 491 € 590 € 597 € 160
3. Kind 0 – 5 6 – 11 12 ‑17 ab 18 %
1. bis 1.500 € 222 € 269 € 331 € 298 € 100
2. 1.501 - 1.900 € 238 € 288 € 353 € 323 € 105
3. 1.901 - 2.300 € 254 € 306 € 374 € 347 € 110
4. 2.301 - 2.700 € 270 € 324 € 395 € 372 € 115
5. 2.701 - 3.100 € 286 € 342 € 417 € 396 € 120
6. 3.101 - 3.500 € 311 € 371 € 451 € 435 € 128
7. 3.501 - 3.900 € 337 € 401 € 485 € 474 € 136
8. 3.901 - 4.300 € 362 € 430 € 519 € 513 € 144
9. 4.301 - 4.700 € 387 € 459 € 553 € 552 € 152
10. 4.701 - 5.100 € 413 € 488 587 591 160
Ab 4. Kind 0 – 5 6 – 11 12 ‑17 ab 18 %
1. bis 1.500 € 209,50 € 256,50 € 318,50 € 273 € 100
2. 1.501 - 1.900 € 225,50 € 275,50 € 340,50 € 298 € 105
3. 1.901 - 2.300 € 241,50 € 293,50 € 361,50 € 322 € 110
4. 2.301 - 2.700 € 257,50 € 311,50 € 382,50 € 347 € 115
5. 2.701 - 3.100 € 273,50 € 329,50 € 404,50 € 371 € 120
6. 3.101 - 3.500 € 298,50 € 358,50 € 438,50 € 410 € 128
7. 3.501 - 3.900 € 324,50 € 388,50 € 472,50 € 449 € 136
8. 3.901 - 4.300 € 349,50 € 417,50 € 506,50 € 488 € 144
9. 4.301 - 4.700 € 374,50 € 446,50 € 540,50 € 527 € 152
10. 4.701 - 5.100 € 400,50 € 475,50 € 574,50 € 566 € 160

Zum Hin­ter­grund der Düs­sel­dor­fer Tabel­le[↑]

Die Düs­sel­dor­fer Tabel­le wird von den Rich­tern der Fami­li­en­se­na­te des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf in Abstim­mung mit den Fami­li­en­se­na­ten aller Ober­lan­des­ge­rich­te und der Unter­halts­kom­mis­si­on des Deut­schen Fami­li­en­ge­richts­ta­ges e.V. in regel­mäs­si­gen Abstän­den – typi­scher­wei­se alle zwei Jah­re – neu gefasst. Ihr liegt ein von den Rich­tern ent­wi­ckel­tes Sys­tem zugrun­de, mit dem der Unter­halts­be­darf von Kin­dern nach ver­schie­de­nen Ein­kom­mens­grup­pen bestimmt wird.

Die Düs­sel­dor­fer Tabel­le selbst hat kei­ne Geset­zes­kraft, sie stellt ledig­lich eine Richt­li­nie dar, die den den monat­li­chen Unter­halts­be­darf und damit die die Unter­halts­ver­pflich­tung für alle Ein­kom­men (dif­fe­ren­ziert) aus­weist. Die Richt­sät­ze der 1. Ein­kom­mens­grup­pe ent­spre­chen dem Min­dest­be­darf gemäß § 1612 a BGB. Mit stei­gen­dem Ein­kom­men des Vaters oder der Mut­ter erhöht sich auch der Unter­halts­an­spruch des Kin­des. In der Tabel­le wer­den außer­dem die genau­en Zahl­be­trä­ge in den höhe­ren Ein­kom­mens­grup­pen sowie die Unter­halts­sät­ze für voll­jäh­ri­ge, noch im Eltern­haus leben­de Kin­der fest­ge­setzt. Dabei liegt es in der Gestal­tungs­ver­ant­wor­tung der Düs­sel­dor­fer Tabel­le, ab wel­chem Ein­kom­men und in wel­chen Ein­kom­mens­grup­pen es zu einer Erhö­hung des Min­dest­un­ter­halts kommt. Glei­ches gilt für die Stei­ge­rungs­ra­ten, mit der der Unter­halt von Ein­kom­mens­stu­fe zu Ein­kom­mens­stu­fe erhöht wird. Eine gesetz­li­che Vor­ga­be gibt es dafür nicht. Das gesetz­li­che Unter­halts­recht bestimmt allein, dass der Unter­halt im Ver­hält­nis zu den Lebens­ver­hält­nis­sen der Eltern ange­mes­sen sein muss. Die Fest­le­gung des Kin­des­un­ter­halts obliegt im kon­kre­ten Fall den Gerich­ten, die dabei im Wesent­li­chen die Düs­sel­dor­fer Tabel­le zugrun­de legen.

Grund­la­ge der Tabel­le ist der sog. Min­dest­be­darf gemäß § 1612 a BGB, der in kei­nem Fall unter­schrit­ten wer­den darf. Die­sen Min­dest­un­ter­halt hat der Gesetz­ge­ber mit der Unter­halts­re­form fest­ge­legt. Er ent­spricht der Höhe nach dem bis­he­ri­gen Regel­be­trag. Der in den jewei­li­gen Zei­len der Tabel­le aus­ge­wie­se­ne Pro­zent­satz drückt die Stei­ge­rung des Richt­sat­zes der jewei­li­gen Ein­kom­mens­grup­pe gegen­über dem Min­dest­be­darf (= 1. Ein­kom­mens­grup­pe) aus. Die durch Mul­ti­pli­ka­ti­on des gerun­de­ten Min­dest­be­darfs mit dem Pro­zent­satz errech­ne­ten Beträ­ge sind ent­spre­chend § 1612 a Abs. 2 S. 2 BGB auf­ge­run­det.

Das auf das jewei­li­ge Kind ent­fal­len­de Kin­der­geld ist nach § 1612 b BGB auf den Tabel­len­un­ter­halt (Bedarf) anzu­rech­nen. Hier­aus erge­ben sich dann die in der obi­gen Tabel­le aus­ge­wie­se­nen Zahl­be­trä­ge.

In den Unter­halts­be­darf­be­trä­gen sind Bei­trä­ge zur Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung noch nicht ent­hal­ten.

Ein­kom­men des Unter­halts­pflich­ti­gen[↑]

Bei dem bar­un­ter­halts­pflich­ti­gen Eltern­teil ist das jeweils von ihm erziel­te Net­to­ein­kom­men zugrun­de zu legen.

Berufs­be­ding­te Auf­wen­dun­gen, die sich von den pri­va­ten Lebens­hal­tungs­kos­ten nach objek­ti­ven Merk­ma­len ein­deu­tig abgren­zen las­sen, sind vom Ein­kom­men abzu­zie­hen.

Dabei kann bei ent­spre­chen­den Anhalts­punk­ten eine

  • Pau­scha­le von 5% des Net­to­ein­kom­mens,
    • min­des­tens 50,00 € (bei gering­fü­gi­ger Teil­zeit­ar­beit auch weni­ger) und
    • höchs­tens 150,00 € monat­lich,

geschätzt wer­den.

Über­stei­gen die berufs­be­ding­ten Auf­wen­dun­gen die Pau­scha­le, sind sie ins­ge­samt nach­zu­wei­sen.

Berück­sich­ti­gungs­fä­hi­ge Schul­den sind in der Regel vom Ein­kom­men abzu­zie­hen.

Eigen­be­darf (Selbst­be­halt)[↑]

Der not­wen­di­ge Eigen­be­darf (Selbst­be­halt)

  • gegen­über min­der­jäh­ri­gen unver­hei­ra­te­ten Kin­dern,
  • gegen­über voll­jäh­ri­genunver­hei­ra­te­ten Kin­dern
    • bis zur Voll­endung des 21. Lebens­jah­res,
    • die im Haus­halt der Eltern oder eines Eltern­teils leben und
    • sich in der all­ge­mei­nen Schul­aus­bil­dung befin­den,

beträgt

  • beim nicht erwerbs­tä­ti­gen Unter­halts­pflich­ti­gen monat­lich 880 €,
  • beim erwerbs­tä­ti­gen Unter­halts­pflich­ti­gen monat­lich 1.080 €.

Hier­in ist eine Warm­mie­te bis 380,00 € berück­sich­tigt. Der Selbst­be­halt kann ange­mes­sen erhöht wer­den, wenn die­ser Betrag für die Kos­ten für Unter­kunft (ein­schließ­lich umla­ge­fä­hi­ger Neben­kos­ten und Hei­zung) im Ein­zel­fall erheb­lich über­schrit­ten wird und dies nicht ver­meid­bar ist.

Der ange­mes­se­ne Eigen­be­darf, ins­be­son­de­re gegen­über ande­ren voll­jäh­ri­gen Kin­dern, beträgt in der Regel min­des­tens monat­lich 1.300,00 €, hier­in ein­ge­schlos­sen ist eine Warm­mie­te von bis zu 480,00 €.

Bedarfs­kon­troll­be­trag[↑]

Durch den Bedarfs­kon­troll­be­trag soll eine aus­ge­wo­ge­ne Ver­tei­lung des vor­han­de­nen Ein­kom­mens zwi­schen dem Unter­halts­pflich­ti­gen und den unter­halts­be­rech­tig­ten Kin­dern gewähr­leis­tet wer­den. Der Bedarfs­kon­troll­be­trag ist daher ab der Grup­pe 2 nicht iden­tisch mit dem Eigen­be­darf.

Wird der Bedarfs­kon­troll­be­trag unter Berück­sich­ti­gung wei­te­rer Unter­halts­pflich­ten unter­schrit­ten, ist der Tabel­len­be­trag der nächst nied­ri­ge­ren Grup­pe anzu­set­zen, bei der der Bedarfs­kon­troll­be­trag nicht mehr unter­schrit­ten wird.

Unter­halt voll­jäh­ri­ger Kin­der[↑]

Woh­nen voll­jäh­ri­ge Kin­der noch im Haus­halt der Eltern oder eines Eltern­teils, so bemisst sich ihr
Unter­halt nach der 4. Alters­stu­fe der Tabel­le.

Wohnt das voll­jäh­ri­ge Kind wegen sei­nes Stu­di­ums nicht mehr bei sei­nen Eltern oder einem Eltern­teil, so beträgt der Unter­halt die­ses Stu­den­ten in der Regel monat­lich 670 €. In die­sem Unter­halts­be­trag für Stu­die­ren­de ist eine Warm­mie­te (also ein­schließ­lich der umla­ge­fä­hi­gen Neben­kos­ten und der Hei­zung) von bis zu 280 € ent­hal­ten.

Die­ser Bedarfs­satz für Stu­den­ten kann auch für ein Kind mit eige­nem Haus­halt ange­setzt wer­den.

Auch in die­sem Bedarfs­satz für voll­jäh­ri­ge Kin­der sind die Bei­trä­ge zur Kran­ken­ver­si­che­rung und zur Pfle­ge­ver­si­che­rung sowie evtl. anfal­len­de Stu­di­en­ge­büh­ren nicht ent­hal­ten.

Aus­bil­dungs­ver­gü­tung[↑]

Erhält ein in der Berufs­aus­bil­dung ste­hen­des Kind eine Aus­bil­dungs­ver­gü­tung, so ist die­se auf den Unter­halt anzu­rech­nen. Aller­dings ist die anzu­rech­nen­de Aus­bil­dungs­ver­gü­tung eines Kin­des, das im Haus­halt der Eltern oder eines Eltern­teils wohnt, ist vor ihrer Anrech­nung in der Regel um einen aus­bil­dungs­be­ding­ten Mehr­be­darf von monat­lich 90,00 € zu kür­zen.

Unter­halts­pflich­ten gegen­über meh­re­ren Kin­der[↑]

Die Düs­sel­dor­fer Tabel­le weist den monat­li­chen Unter­halts­be­darf aus, bezo­gen auf zwei Unter­halts­be­rech­tig­te (ein­schließ­lich des Ehe­gat­ten bzw. ande­ren Eltern­teils), ohne Rück­sicht auf den Rang. Bei einer grö­ße­ren (gerin­ge­ren) Anzahl Unter­halts­be­rech­tig­ter kön­nen Ab- oder Zuschlä­ge durch Ein­stu­fung in nied­ri­ge­re (höhe­re) Grup­pen ange­mes­sen sein. Zur Deckung des not­wen­di­gen Min­dest­be­darfs aller Betei­lig­ten – ein­schließ­lich des Ehe­gat­ten – ist gege­be­nen­falls eine Her­ab­stu­fung bis in die unters­te Tabel­len­grup­pe vor­zu­neh­men.

Hier­bei ist der Bedarfs­kon­troll­be­trag zu beach­ten, der eine aus­ge­wo­ge­ne Ver­tei­lung des Ein­kom­mens zwi­schen dem Unter­halts­pflich­ti­gen und den unter­halts­be­rech­tig­ten Kin­dern gewähr­leis­ten soll. Wird er unter Berück­sich­ti­gung ande­rer Unter­halts­pflich­ten unter­schrit­ten, ist der Tabel­len­be­trag der nächst nied­ri­ge­ren Grup­pe, deren Bedarfs­kon­troll­be­trag nicht unter­schrit­ten wird, anzu­set­zen.

Reicht das ver­füg­ba­re Ein­kom­men auch dann nicht aus, setzt sich der Vor­rang der Kin­der durch. Gege­be­nen­falls muss zwi­schen den erst­ran­gi­gen Unter­halts­be­rech­tig­ten eine Man­gel­be­rech­nung erfol­gen.

Man­gel­be­rech­nung[↑]

Reicht das Ein­kom­men des zum Bar­un­ter­halt Ver­pflich­te­ten zur Deckung des Bedarfs des Unter­halts­pflich­ti­gen und der gleich­ran­gi­gen Unter­halts­be­rech­tig­ten nicht aus (sog. Man­gel­fäl­le), ist die nach Abzug des not­wen­di­gen Eigen­be­darfs (Selbst­be­halts) des Unter­halts­pflich­ti­gen ver­blei­ben­de Ver­tei­lungs­mas­se auf die Unter­halts­be­rech­tig­ten im Ver­hält­nis ihrer jewei­li­gen Ein­satz­be­trä­ge gleich­mä­ßig zu ver­tei­len.

Der Ein­satz­be­trag für den Kin­des­un­ter­halt ent­spricht dem Zahl­be­trag des Unter­halts­pflich­ti­gen. Dies ist der nach Anrech­nung des Kin­der­gel­des oder von Ein­künf­ten auf den Unter­halts­be­darf ver­blei­ben­de Rest­be­darf.

Ehe­gat­ten­un­ter­halt[↑]

Die monat­li­che Unter­halts­richt­sät­ze des berech­tig­ten Ehe­gat­ten ohne unter­halts­be­rech­tig­te Kin­der (§§ 1361, 1569, 1578, 1581 BGB) betra­gen:

Unter­halts­pflich­ti­ger Ehe­gat­te

erwerbs­tä­tig nicht erwerbs­tä­tig
(z.B. Rent­ner)

Unter­halts­be­rech­tig­ter Ehe­gat­te

ohne eige­nes Ein­kom­men
  • 3/​7 des anre­chen­ba­ren Erwerbs­ein­kom­mens
  • zuzüg­lich 1/​2 der anre­chen­ba­ren sons­ti­gen Ein­künf­te des Unter­halts­pflich­ti­gen,
  • nach oben begrenzt durch den vol­len Unter­halt, gemes­sen an den zu berück­sich­ti­gen­den ehe­li­chen Ver­hält­nis­sen.
wie bei Erwerbs­tä­tig­keit, aller­dings gilt der Habltei­lungs­grund­satz (also 1/​2 statt 3/​7).
mit anre­chen­ba­rem Erwerbs­ein­kom­men
  • 3/​7 der Dif­fe­renz zwi­schen den anre­chen­ba­ren Erwerbs­ein­kom­men der Ehe­gat­ten,
  • ins­ge­samt begrenzt durch den vol­len ehe­li­chen Bedarf.
  • Für sons­ti­ge anre­chen­ba­re Ein­künf­te des unter­halts­be­rech­tig­ten Ehe­gat­ten gilt der Halb­tei­lungs­grund­satz.
mit Erwerbs­ein­kom­men, obwohl ihm kei­ne Erwerbs­ob­lie­gen­heit trifft Berech­nung nach § 1577 Abs. 2 BGB:
  • Ein­künf­te des Berech­tig­ten sind nicht zu berück­sich­ti­gen, soweit der Ver­pflich­te­te nicht den vol­len Unter­halt (§§ 1578, 1578b BGB) leis­tet.
  • Ein­künf­te, die den vol­len Unter­halt über­stei­gen, sind inso­weit anzu­rech­nen, als dies unter Berück­sich­ti­gung der bei­der­sei­ti­gen wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se der Bil­lig­keit ent­spricht.

Bei Alt­fäl­len gilt – ohne unter­halts­be­rech­tig­te Kin­der – für Unter­halts­pflich­ten bei Schei­dun­gen

  • nach § 58, 59 EheG: in der Regel wie bei neu­en Schei­dun­gen (s.o.)
  • nach § 60 EheG (Schei­dung wegen Ver­schul­dens): in der Regel 1/​2 des Unter­halts­be­tra­ges nach §§ 58, 59 EheG
  • nach § 61 EheG (Schei­dung bei Ver­schul­den nur eines Ehe­gat­ten): Unter­halt nach Bil­lig­keit bis zu den heu­ti­gen Sät­zen
  • vor dem 03.10.21990 nach dem Recht der ehe­ma­li­gen DDR: Unter­halt rich­tet sich wei­ter­hin nach DDR-FGB (in Ver­bin­dung mit dem Eini­gungs­ver­trag, vgl. Art. 234 § 5 EGBGB)

Wur­den die ehe­li­chen Lebens­ver­hält­nis­se durch Unter­halts­pflich­ten gegen­über Kin­dern geprägt, so wird bei der Berech­nung des Ehe­gat­ten­un­ter­halts grund­sätz­lich der Kin­des­un­ter­halt mit sei­nem Zahl­be­trag vor­ab vom Net­to­ein­kom­men abge­zo­gen.

Zuguns­ten des unter­halts­ver­pflich­te­ten Ehe­gat­ten sind gegen­über dem getrennt leben­den und dem geschie­de­nen Berech­tig­ten ein monat­li­cher Eigen­be­darf (Selbst­be­halt) von 1.200,- € anzu­set­zen, und zwar unab­hän­gig davon, ob der Unter­halts­pflich­ti­ge erwerbs­tä­tig ist oder nicht. In die­sem Selbst­be­halt ist eine Warm­mie­te von bis zu 430,- € ent­hal­ten.

Das Exis­tenz­mi­ni­mum des unter­halts­be­rech­tig­ten Ehe­gat­ten ein­schließ­lich des tren­nungs­be­ding­ten Mehr­be­darfs ist in der Regel anzu­set­zen

  • bei erwerbs­tä­ti­gen Unter­halts­pflich­ti­gen mit 1.080,00 € und
  • bei nicht erwerbs­tä­ti­gen Unter­halts­pflich­ti­gen mit 880,00 €.

Der monat­li­che not­wen­di­ge Eigen­be­darf des unter­halts­be­rech­tig­ten Ehe­gat­ten in Man­gel­fäl­len beträgt, unab­hän­gig davon, ob er erwerbs­tä­tig ist oder nicht,

  • bei von dem Unter­halts­pflich­ti­gen getrennt leben­den oder geschie­de­nen Ehe­gat­ten:
    • gegen­über einem nach­ran­gi­gen geschie­de­nen Ehe­gat­ten 1.200,00 €,
    • gegen­über nicht pri­vi­le­gier­ten voll­jäh­ri­gen Kin­dern 1.300,00 € und
    • gegen­über Eltern des Unter­halts­pflich­ti­gen 1.800,00 €.
  • bei Ehe­gat­ten, der in einem gemein­sa­men Haus­halt mit dem Unter­halts­pflich­ti­gen lebt:
    • gegen­über einem nach­ran­gi­gen geschie­de­nen Ehe­gat­ten 960,00 €,
    • gegen­über nicht pri­vi­le­gier­ten voll­jäh­ri­gen Kin­dern 1.040,00 € und
    • gegen­über Eltern des Unter­halts­pflich­ti­gen min­des­tens 1.440,00 € (wie bei Ver­wand­ten­un­ter­halt)

Ver­wand­ten­un­ter­halt[↑]

Bei der Berech­nung des Unter­halts­an­spruchs der Eltern ist ein ange­mes­se­ner Selbst­be­halt von min­des­tens monat­lich 1.800,00 € (ein­schließ­lich 480,00 € Warm­mie­te) zugrun­de zu legen, zuzüg­lich der Hälf­te des dar­über hin­aus­ge­hen­den Ein­kom­mens, bei Vor­tei­len des Zusam­men­le­bens in der Regel 45 % des dar­über hin­aus­ge­hen­den Ein­kom­mens.

Der ange­mes­se­ne Unter­halt des mit dem Unter­halts­pflich­ti­gen zusam­men­le­ben­den Ehe­gat­ten bemisst sich nach den ehe­li­chen Lebens­ver­hält­nis­sen (Halb­tei­lungs­grund­satz), beträgt jedoch min­des­tens 1.440,00 € (ein­schließ­lich 380,00 € Warm­mie­te).

Unter­halt der Mut­ter und des Vaters eines nicht­ehe­li­chen Kin­des[↑]

Der Bedarf der Mut­ter und des Vaters eines nicht­ehe­li­chen Kin­des (§ 1615 l BGB) bemisst sich nach der Lebens­stel­lung des betreu­en­den Eltern­teils, er beträgt in der Regel min­des­tens 880,00 €.

Der ange­mes­se­ne Selbst­be­halt gegen­über der Mut­ter und dem Vater eines nicht­ehe­li­chen Kin­des (§§ 1615 l, 1603 Abs. 1 BGB) beträgt unab­hän­gig davon, ob erwerbs­tä­tig oder nicht, 1.200,00 €. Hier­in sind bis 430,00 € Warm­mie­te ent­hal­ten.

Über­gangs­re­ge­lung zur Umrech­nung dyna­mi­scher Titel über Kin­des­un­ter­halt nach § 36 Nr. 3 EGZPO[↑]

Ist Kin­des­un­ter­halt als Pro­zent­satz des jewei­li­gen Regel­be­tra­ges zu leis­ten, ist eine Abän­de­rung des Unter­halts­ti­tels nicht erfor­der­lich. An die Stel­le des bis­he­ri­gen Pro­zent­sat­zes vom Regel­be­trag tritt ein neu­er Pro­zent­satz vom Min­dest­un­ter­halt (Stand: 01.01.2008). Die­ser ist für die jeweils maß­geb­li­che Alters­stu­fe geson­dert zu bestim­men und auf eine Stel­le nach dem Kom­ma zu begren­zen (§ 36 Nr. 3 EGZPO). Der Pro­zent­satz wird auf der Grund­la­ge der zum 01.01.2008 bestehen­den Ver­hält­nis­se ein­ma­lig berech­net und bleibt auch bei spä­te­rem Wech­sel in eine ande­re Alters­stu­fe unver­än­dert 1. Der Bedarf ergibt sich aus der Mul­ti­pli­ka­ti­on des neu­en Pro­zent­sat­zes mit dem Min­dest­un­ter­halt der jewei­li­gen Alters­stu­fe und ist auf vol­le Euro auf­zu­run­den (§ 1612a Abs. 2 S. 2 BGB). Der Zahl­be­trag ergibt sich aus dem um das jeweils antei­li­ge Kin­der­geld ver­min­der­ten bzw. erhöh­ten Bedarf.

Es sind vier Fall­ge­stal­tun­gen zu unter­schei­den:

  1. Der Titel sieht die Anrech­nung des hälf­ti­gen Kin­der­gel­des (für das 1. bis 3. Kind 77 €, ab dem 4. Kind 89,50 €) oder eine teil­wei­se Anrech­nung des Kin­der­gel­des vor (§ 36 Nr. 3 a EGZPO):

    Neu­er Pro­zent­satz = [ (Bis­he­ri­ger Zahl­be­trag + 1/​2 Kin­der­geld) x 100 ] /​[ Min­dest­un­ter­halt der jewei­li­gen Alters­stu­fe ]

  2. Der Titel sieht die Hin­zu­rech­nung des hälf­ti­gen Kin­der­gel­des vor (§ 36 Nr. 3 b EGZPO):

    Neu­er Pro­zent­satz = [ (Bis­he­ri­ger Zahl­be­trag – 1/​2 Kin­der­geld) x 100 ] /​[ Min­dest­un­ter­halt der jewei­li­gen Alters­stu­fe ]

  3. Der Titel sieht die Anrech­nung des vol­len Kin­der­gel­des vor (§ 36 Nr. 3 c EGZPO):

    Neu­er Pro­zent­satz = [ (Bis­he­ri­ger Zahl­be­trag + 1/​1 Kin­der­geld) x 100 ] /​[ Min­dest­un­ter­halt der jewei­li­gen Alters­stu­fe ]

  4. Der Titel sieht weder eine Anrech­nung noch eine Hin­zu­rech­nung des Kin­der­gel­des vor (§ 36 Nr. 3 d EGZPO):

    Neu­er Pro­zent­satz = [ (Bis­he­ri­ger Zahl­be­trag + 1/​2 Kin­der­geld) x 100 ] /​[ Min­dest­un­ter­halt der jewei­li­gen Alters­stu­fe ]

  1. BGH, Urteil vom 18.04.2012 – XII ZR 66/​10, Fam­RZ 2012, 1048[]