Düs­sel­dor­fer Tabel­le ab August 2015

Nur ein hal­bes Jahr nach der tur­nus­mä­ßi­gen Ver­öf­fent­li­chung hat das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf die Düs­sel­dor­fer Tabel­le geän­dert und mit Wir­kung ab dem 1. August 2015 die Bedarfs­sät­ze für unter­halts­be­rech­tig­te Kin­der erhöht.

Düs­sel­dor­fer Tabel­le ab August 2015

Die Erhö­hung der Bedarfs­sät­ze unter­halts­be­rech­tig­ter Kin­der beruht auf dem am 22. Juli 2015 ver­kün­de­ten Gesetz zur Anhe­bung des Grund­frei­be­tra­ges, des Kin­der­gel­des und des Kin­der­zu­schlags, in dem der steu­er­li­che Kin­der­frei­be­trag für das Jahr 2015 von bis­her 4.368,00 € um 144,00 € auf 4.512,00 € steigt.

Die­ser Arti­kel gibt den Stand ab August 2015 wie­der.
Die bis dahin gül­ti­ge Düs­sel­dor­fer Tabel­le fin­den Sie hier.

Ände­run­gen in der Düs­sel­dor­fer Tabel­le ab August 2015[↑]

Mit der neu­en Düs­sel­dor­fer Tabel­le wer­den zum 1. August 2015 die Bedarfs­sät­ze unter­halts­be­rech­tig­ter Kin­der erhöht. Durch das „Gesetz zur Anhe­bung des Grund­frei­be­tra­ges, des Kin­der­gel­des und des Kin­der­zu­schlags” steigt der steu­er­li­che Kin­der­frei­be­trag rück­wir­kend zum 1. Janu­ar 2015 von bis­her 4.368,00 € um 144,00 € auf 4.512,00 €. Unter Berück­sich­ti­gung des neu­en Kin­der­frei­be­trags von 4.512,00 € steigt daher nun­mehr der Min­dest­un­ter­halt eines Kin­des bis zur Voll­endung des sechs­ten Lebens­jah­res (1. Alters­stu­fe) von bis­her mtl. 317,00 € auf mtl. 328,00 €, eines Kin­des vom sieb­ten bis zur Voll­endung des zwölf­ten Lebens­jah­res (2. Alters­stu­fe) von mtl. 364,00 € auf mtl. 376,00 € und der eines Kin­des ab dem 13. Lebens­jahr bis zu Voll­jäh­rig­keit (3. Alters­stu­fe) von bis­her mtl. 426,00 € auf mtl. 440,00 €. Der Unter­halt voll­jäh­ri­ger Kin­der berech­net sich nach dem Bedarfs­satz der 3. Alters­stu­fe zuzüg­lich der Dif­fe­renz zwi­schen der 2. und 3. Alters­stu­fe. Er steigt daher von mtl. 488,00 € auf mtl. 504,00 €.

Anders als die gesetz­li­chen Rege­lun­gen zum steu­er­li­chen Kin­der­frei­be­trag, die rück­wir­kend auf den Jah­res­be­ginn Anwen­dung fin­den, gilt die neue Düs­sel­dor­fer Tabel­le – und damit auch die höhe­ren Bedarfs­sät­ze – nicht rück­wir­kend, son­dern erst ab dem 1. August 2015.

Kei­ne Aus­wir­kung auf die neu­en Bedarfs­sät­ze hat dage­gen die Erhö­hung des Kin­der­gel­des um 4,00 €. Hier­nach erhöht sich das Kin­der­geld eben­falls rück­wir­kend zum 1. Janu­ar 2015 um jeweils 4,00 € von monat­lich 184,00 € auf 188,00 € für ein ers­tes und zwei­tes Kind, von 190,00 € auf 194,00 € für ein drit­tes Kind und von 215,00 € auf 219,00 € für das vier­te und jedes wei­te­re Kind. Auch ist das Kin­der­geld in der Regel zur Hälf­te auf den Unter­halts­be­darf anzu­rech­nen. Auf­grund aus­drück­li­cher gesetz­li­cher Rege­lung ist für das Jahr 2015 bei der Berech­nung des Zahl­be­tra­ges jedoch nicht von den erhöh­ten, son­dern von den bis­he­ri­gen Kin­der­geld­be­trä­gen – also von 184,00 € für das ers­te und zwei­te, 190,00 € für das drit­te und 215,00 € für das vier­te und jedes wei­te­re Kind – aus­zu­ge­hen.

Aus­blick auf 2016[↑]

Die jetzt geän­der­te Fas­sung der Düs­sel­dorf Tabel­le erfasst nur die Mona­te August bis Dezem­ber 2015, da zum Jah­res­wech­sel wei­te­re Ände­run­gen anste­hen. So wer­den sich die Bedarfs­sät­ze unter­halts­be­rech­tig­ter Kin­der vor­aus­sicht­lich zum 1. Janu­ar 2016 wei­ter erhö­hen, da der steu­er­li­che Kin­der­frei­be­trag zu die­sem Zeit­punkt von 4.512,00 € auf 4.608,00 € stei­gen wird.

Da die aktu­el­le Düs­sel­dor­fer Tabel­le daher zum 1. Janu­ar 2016 auf­grund die­ses höhe­ren Kin­der­frei­be­tra­ges wohl erneut zuguns­ten der unter­halts­be­rech­tig­ten Kin­der geän­dert wer­den muss, sind mit der aktu­el­len Neu­fas­sung der Düs­sel­dor­fer Tabel­le zum 1. August 2015 auch nur die Bedarfs­sät­ze ange­passt und von wei­te­ren Ände­run­gen – etwa Erhö­hung des Bedarfs für Stu­den­ten von der­zeit 670,00 € – zunächst abge­se­hen wor­den. Die­se Ände­run­gen wer­den für die nächs­te Ände­run­gen der Düs­sel­dor­fer Tabel­le zum 1. Janu­ar 2016 geprüft.

Kin­des­un­ter­halt ab August 2015[↑]

Net­to­ein­kom­men des Bar­un­ter­halts­pflich­ti­genAlters­stu­fen in Jah­ren
(§ 1612 a Abs. 1 BGB)
Pro­zent-
satz
Bedarfs­kontroll­betrag
0 – 5 6 – 11 12 – 17 ab 18
1.bis 1.500 €328 €376 €440 €504 €100880 /​1.080 €
2.1.501−1.900 €345 €395 €462 €530 €1051.180 €
3.1.901−2.300 €361 €414 €484 €555 €1101.280 €
4.2.301−2.700 €378 €433 €506 €580 €1151.380 €
5.2.701−3.100 €394 €452 €528 €605 €1201.480 €
6.3.101−3.500 €420 €482 €564 €646 €1281.580 €
7.3.501−3.900 €447 €512 €599 €686 €1361.680 €
8.3.901−4.300 €473 €542 €634 €726 €1441.780 €
9.4.301−4.700 €499 €572 €669 €767 €1521.880 €
10.4.701−5.100 €525 €602 €704 €807 €1601.980 €
ab 5.101 € nach den Umstän­den des Fal­les

Da Kin­der in aller Regel über ihre Eltern bei­trags­frei in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung und Pfle­ge­ver­si­che­rung mit­ver­si­chert sind (Fami­li­en­ver­si­che­rung), sind in die­sen Bedarfs­be­trä­gen die Bei­trä­ge zur Kran­ken­ver­si­che­rung und zur Pfle­ge­ver­si­che­rung nicht ent­hal­ten.

Zahl­be­trä­ge ab August 2015[↑]

Aus die­sen Bedarfs­be­trä­ge las­sen sich nach Abzug des jewei­li­gen Kin­der­geld­an­teils die jewei­li­gen Zahl­be­trä­ge berech­nen. Bei min­der­jäh­ri­gen Kin­dern ist das hälf­ti­ge Kin­der­geld anzu­rech­nen, bei voll­jäh­ri­gen das vol­le Kin­der­geld. Die rück­wir­kend zum Janu­ar 2015 erfolg­te Erhö­hung um 4,00 € ist dabei ent­spre­chend der gesetz­li­chen Rege­lung für 2015 nicht zu berück­sich­ti­gen. Das zu berück­sich­ten­de Kin­der­geld beträgt damit – inso­weit gleich­blei­bend gegen­über den Vor­jah­ren – für das ers­te und das zwei­te Kind jeweils 184,00 €, für das drit­te Kind 190,00 € und ab dem vier­ten Kind 215,00 €.

Hier­aus errech­nen sich fol­gen­de Zahl­be­trä­ge:

1. und 2. Kind0 – 56 – 1112 ‑17ab 18%
1.bis 1.500 €236 €284 €348 €320 €100
2.1.501−1.900 €253 €303 €370 €346 €105
3.1.901−2.300 €269 €322 €392 €371 €110
4.2.301−2.700 €286 €341 €414 €396 €115
5.2.701−3.100 €302 €360 €436 €421 €120
6.3.101−3.500 €328 €390 €472 €462 €128
7.3.501−3.900 €355 €420 €507 €502 €136
8.3.901−4.300 €381 €450 €542 €542 €144
9.4.301−4.700 €407 €480 €577 €583 €152
10.4.701−5.100 €433 €510 €612 €623 €160
3. Kind0 – 56 – 1112 ‑17ab 18%
1.bis 1.500 €233 €281 €345 €314 €100
2.1.501−1.900 €250 €300 €367 €340 €105
3.1.901−2.300 €266 €319 €389 €365 €110
4.2.301−2.700 €283 €338 €411 €390 €115
5.2.701−3.100 €299 €357 €433 €415 €120
6.3.101−3.500 €325 €387 €469 €456 €128
7.3.501−3.900 €352 €417 €504 €496 €136
8.3.901−4.300 €378 €447 €539 €536 €144
9.4.301−4.700 €404 €477 €574 €577 €152
10.4.701−5.100 €430 €507 €609 €617 €160
Ab 4. Kind0 – 56 – 1112 ‑17ab 18%
1.bis 1.500 €220,50 €268,50 €332,50 €289 €100
2.1.501−1.900 €237,50 €287,50 €354,50 €315 €105
3.1.901−2.300 €253,50 €306,50 €376,50 €340 €110
4.2.301−2.700 €270,50 €325,50 €398,50 €365 €115
5.2.701−3.100 €286,50 €344,50 €420,50 €390 €120
6.3.101−3.500 €312,50 €374,50 €456,50 €431 €128
7.3.501−3.900 €339,50 €404,50 €491,50 €471 €136
8.3.901−4.300 €365,50 €434,50 €526,50 €511 €144
9.4.301−4.700 €391,50 €464,50 €561,50 €552 €152
10.4.701−5.100 €417,50 €494,50 €596,50 €592 €160

Selbst­be­hal­te[↑]

Der Düs­sel­dor­fer Tabel­le 2015 lie­gen fol­gen­de Beträ­ge für den not­wen­di­gen bzw. ange­mes­se­nen Eigen­be­darf zugrun­de:

Unter­halts­pflicht besteht gegen­überSelbst­be­halt 2013Selbst­be­halt 2015Ände­rung zu 2013
min­der­jäh­ri­ge Kin­der sowie voll­jäh­ri­ge Kin­der bis 21 Jah­re, die im Haus­halt eines Eltern­teils leben und sich in der all­ge­mei­nen Schul­aus­bil­dung befin­den (not­wen­di­ger Eigen­be­darf)
• Unter­halts­pflich­ti­ger ist erwerbs­tä­tig:1.000,00 €1.080,00 €80,00 €
• Unter­halts­pflich­ti­ger ist nicht erwerbs­tä­tig:800,00 €880,00 €80,00 €
ande­ren voll­jäh­ri­gen Kin­dern (ange­mes­se­ner Eigen­be­darf)1.200,00 €1.300,00 €100,00 €
Ehe­gat­te oder Vater/​Mut­ter eines nicht­ehe­li­chen Kin­des:1.100,00 €1.200,00 €100,00 €
Eltern:1.600,00 €1.800,00 €200,00 €

Zum Hin­ter­grund der Düs­sel­dor­fer Tabel­le[↑]

Die Düs­sel­dor­fer Tabel­le wird von den Rich­tern der Fami­li­en­se­na­te des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf in Abstim­mung mit den Fami­li­en­se­na­ten aller Ober­lan­des­ge­rich­te und der Unter­halts­kom­mis­si­on des Deut­schen Fami­li­en­ge­richts­ta­ges e.V. in regel­mäs­si­gen Abstän­den – typi­scher­wei­se alle zwei Jah­re – neu gefasst. Ihr liegt ein von den Rich­tern ent­wi­ckel­tes Sys­tem zugrun­de, mit dem der Unter­halts­be­darf von Kin­dern nach ver­schie­de­nen Ein­kom­mens­grup­pen bestimmt wird.

Die Düs­sel­dor­fer Tabel­le selbst hat kei­ne Geset­zes­kraft, sie stellt ledig­lich eine Richt­li­nie dar, die den den monat­li­chen Unter­halts­be­darf und damit die die Unter­halts­ver­pflich­tung für alle Ein­kom­men (dif­fe­ren­ziert) aus­weist. Die Richt­sät­ze der 1. Ein­kom­mens­grup­pe ent­spre­chen dem Min­dest­be­darf gemäß § 1612 a BGB. Mit stei­gen­dem Ein­kom­men des Vaters oder der Mut­ter erhöht sich auch der Unter­halts­an­spruch des Kin­des. In der Tabel­le wer­den außer­dem die genau­en Zahl­be­trä­ge in den höhe­ren Ein­kom­mens­grup­pen sowie die Unter­halts­sät­ze für voll­jäh­ri­ge, noch im Eltern­haus leben­de Kin­der fest­ge­setzt. Dabei liegt es in der Gestal­tungs­ver­ant­wor­tung der Düs­sel­dor­fer Tabel­le, ab wel­chem Ein­kom­men und in wel­chen Ein­kom­mens­grup­pen es zu einer Erhö­hung des Min­dest­un­ter­halts kommt. Glei­ches gilt für die Stei­ge­rungs­ra­ten, mit der der Unter­halt von Ein­kom­mens­stu­fe zu Ein­kom­mens­stu­fe erhöht wird. Eine gesetz­li­che Vor­ga­be gibt es dafür nicht. Das gesetz­li­che Unter­halts­recht bestimmt allein, dass der Unter­halt im Ver­hält­nis zu den Lebens­ver­hält­nis­sen der Eltern ange­mes­sen sein muss. Die Fest­le­gung des Kin­des­un­ter­halts obliegt im kon­kre­ten Fall den Gerich­ten, die dabei im Wesent­li­chen die Düs­sel­dor­fer Tabel­le zugrun­de legen.

Grund­la­ge der Tabel­le ist der sog. Min­dest­be­darf gemäß § 1612 a BGB, der in kei­nem Fall unter­schrit­ten wer­den darf. Die­sen Min­dest­un­ter­halt hat der Gesetz­ge­ber mit der Unter­halts­re­form fest­ge­legt. Er ent­spricht der Höhe nach dem bis­he­ri­gen Regel­be­trag. Der in den jewei­li­gen Zei­len der Tabel­le aus­ge­wie­se­ne Pro­zent­satz drückt die Stei­ge­rung des Richt­sat­zes der jewei­li­gen Ein­kom­mens­grup­pe gegen­über dem Min­dest­be­darf (= 1. Ein­kom­mens­grup­pe) aus. Die durch Mul­ti­pli­ka­ti­on des gerun­de­ten Min­dest­be­darfs mit dem Pro­zent­satz errech­ne­ten Beträ­ge sind ent­spre­chend § 1612 a Abs. 2 S. 2 BGB auf­ge­run­det.

Das auf das jewei­li­ge Kind ent­fal­len­de Kin­der­geld ist nach § 1612 b BGB auf den Tabel­len­un­ter­halt (Bedarf) anzu­rech­nen. Hier­aus erge­ben sich dann die in der obi­gen Tabel­le aus­ge­wie­se­nen Zahl­be­trä­ge.

In den Unter­halts­be­darf­be­trä­gen sind Bei­trä­ge zur Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung noch nicht ent­hal­ten.

Ein­kom­men des Unter­halts­pflich­ti­gen[↑]

Bei dem bar­un­ter­halts­pflich­ti­gen Eltern­teil ist das jeweils von ihm erziel­te Net­to­ein­kom­men zugrun­de zu legen.

Berufs­be­ding­te Auf­wen­dun­gen, die sich von den pri­va­ten Lebens­hal­tungs­kos­ten nach objek­ti­ven Merk­ma­len ein­deu­tig abgren­zen las­sen, sind vom Ein­kom­men abzu­zie­hen.

Dabei kann bei ent­spre­chen­den Anhalts­punk­ten eine

  • Pau­scha­le von 5% des Net­to­ein­kom­mens,
    • min­des­tens 50,00 € (bei gering­fü­gi­ger Teil­zeit­ar­beit auch weni­ger) und
    • höchs­tens 150,00 € monat­lich,

geschätzt wer­den.

Über­stei­gen die berufs­be­ding­ten Auf­wen­dun­gen die Pau­scha­le, sind sie ins­ge­samt nach­zu­wei­sen.

Berück­sich­ti­gungs­fä­hi­ge Schul­den sind in der Regel vom Ein­kom­men abzu­zie­hen.

Eigen­be­darf (Selbst­be­halt)[↑]

Der not­wen­di­ge Eigen­be­darf (Selbst­be­halt)

  • gegen­über min­der­jäh­ri­gen unver­hei­ra­te­ten Kin­dern,
  • gegen­über voll­jäh­ri­genunver­hei­ra­te­ten Kin­dern
    • bis zur Voll­endung des 21. Lebens­jah­res,
    • die im Haus­halt der Eltern oder eines Eltern­teils leben und
    • sich in der all­ge­mei­nen Schul­aus­bil­dung befin­den,

beträgt

  • beim nicht erwerbs­tä­ti­gen Unter­halts­pflich­ti­gen monat­lich 880 €,
  • beim erwerbs­tä­ti­gen Unter­halts­pflich­ti­gen monat­lich 1.080 €.

Hier­in ist eine Warm­mie­te bis 380,00 € berück­sich­tigt. Der Selbst­be­halt kann ange­mes­sen erhöht wer­den, wenn die­ser Betrag für die Kos­ten für Unter­kunft (ein­schließ­lich umla­ge­fä­hi­ger Neben­kos­ten und Hei­zung) im Ein­zel­fall erheb­lich über­schrit­ten wird und dies nicht ver­meid­bar ist.

Der ange­mes­se­ne Eigen­be­darf, ins­be­son­de­re gegen­über ande­ren voll­jäh­ri­gen Kin­dern, beträgt in der Regel min­des­tens monat­lich 1.300,00 €, hier­in ein­ge­schlos­sen ist eine Warm­mie­te von bis zu 480,00 €.

Bedarfs­kon­troll­be­trag[↑]

Durch den Bedarfs­kon­troll­be­trag soll eine aus­ge­wo­ge­ne Ver­tei­lung des vor­han­de­nen Ein­kom­mens zwi­schen dem Unter­halts­pflich­ti­gen und den unter­halts­be­rech­tig­ten Kin­dern gewähr­leis­tet wer­den. Der Bedarfs­kon­troll­be­trag ist daher ab der Grup­pe 2 nicht iden­tisch mit dem Eigen­be­darf.

Wird der Bedarfs­kon­troll­be­trag unter Berück­sich­ti­gung wei­te­rer Unter­halts­pflich­ten unter­schrit­ten, ist der Tabel­len­be­trag der nächst nied­ri­ge­ren Grup­pe anzu­set­zen, bei der der Bedarfs­kon­troll­be­trag nicht mehr unter­schrit­ten wird.

Unter­halt voll­jäh­ri­ger Kin­der[↑]

Woh­nen voll­jäh­ri­ge Kin­der noch im Haus­halt der Eltern oder eines Eltern­teils, so bemisst sich ihr
Unter­halt nach der 4. Alters­stu­fe der Tabel­le.

Wohnt das voll­jäh­ri­ge Kind wegen sei­nes Stu­di­ums nicht mehr bei sei­nen Eltern oder einem Eltern­teil, so beträgt der Unter­halt die­ses Stu­den­ten in der Regel monat­lich 670 €. In die­sem Unter­halts­be­trag für Stu­die­ren­de ist eine Warm­mie­te (also ein­schließ­lich der umla­ge­fä­hi­gen Neben­kos­ten und der Hei­zung) von bis zu 280 € ent­hal­ten.

Die­ser Bedarfs­satz für Stu­den­ten kann auch für ein Kind mit eige­nem Haus­halt ange­setzt wer­den.

Auch in die­sem Bedarfs­satz für voll­jäh­ri­ge Kin­der sind die Bei­trä­ge zur Kran­ken­ver­si­che­rung und zur Pfle­ge­ver­si­che­rung sowie evtl. anfal­len­de Stu­di­en­ge­büh­ren nicht ent­hal­ten.

Aus­bil­dungs­ver­gü­tung[↑]

Erhält ein in der Berufs­aus­bil­dung ste­hen­des Kind eine Aus­bil­dungs­ver­gü­tung, so ist die­se auf den Unter­halt anzu­rech­nen. Aller­dings ist die anzu­rech­nen­de Aus­bil­dungs­ver­gü­tung eines Kin­des, das im Haus­halt der Eltern oder eines Eltern­teils wohnt, ist vor ihrer Anrech­nung in der Regel um einen aus­bil­dungs­be­ding­ten Mehr­be­darf von monat­lich 90,00 € zu kür­zen.

Unter­halts­pflich­ten gegen­über meh­re­ren Kin­der[↑]

Die Düs­sel­dor­fer Tabel­le weist den monat­li­chen Unter­halts­be­darf aus, bezo­gen auf zwei Unter­halts­be­rech­tig­te (ein­schließ­lich des Ehe­gat­ten bzw. ande­ren Eltern­teils), ohne Rück­sicht auf den Rang. Bei einer grö­ße­ren (gerin­ge­ren) Anzahl Unter­halts­be­rech­tig­ter kön­nen Ab- oder Zuschlä­ge durch Ein­stu­fung in nied­ri­ge­re (höhe­re) Grup­pen ange­mes­sen sein. Zur Deckung des not­wen­di­gen Min­dest­be­darfs aller Betei­lig­ten – ein­schließ­lich des Ehe­gat­ten – ist gege­be­nen­falls eine Her­ab­stu­fung bis in die unters­te Tabel­len­grup­pe vor­zu­neh­men.

Hier­bei ist der Bedarfs­kon­troll­be­trag zu beach­ten, der eine aus­ge­wo­ge­ne Ver­tei­lung des Ein­kom­mens zwi­schen dem Unter­halts­pflich­ti­gen und den unter­halts­be­rech­tig­ten Kin­dern gewähr­leis­ten soll. Wird er unter Berück­sich­ti­gung ande­rer Unter­halts­pflich­ten unter­schrit­ten, ist der Tabel­len­be­trag der nächst nied­ri­ge­ren Grup­pe, deren Bedarfs­kon­troll­be­trag nicht unter­schrit­ten wird, anzu­set­zen.

Reicht das ver­füg­ba­re Ein­kom­men auch dann nicht aus, setzt sich der Vor­rang der Kin­der durch. Gege­be­nen­falls muss zwi­schen den erst­ran­gi­gen Unter­halts­be­rech­tig­ten eine Man­gel­be­rech­nung erfol­gen.

Man­gel­be­rech­nung[↑]

Reicht das Ein­kom­men des zum Bar­un­ter­halt Ver­pflich­te­ten zur Deckung des Bedarfs des Unter­halts­pflich­ti­gen und der gleich­ran­gi­gen Unter­halts­be­rech­tig­ten nicht aus (sog. Man­gel­fäl­le), ist die nach Abzug des not­wen­di­gen Eigen­be­darfs (Selbst­be­halts) des Unter­halts­pflich­ti­gen ver­blei­ben­de Ver­tei­lungs­mas­se auf die Unter­halts­be­rech­tig­ten im Ver­hält­nis ihrer jewei­li­gen Ein­satz­be­trä­ge gleich­mä­ßig zu ver­tei­len.

Der Ein­satz­be­trag für den Kin­des­un­ter­halt ent­spricht dem Zahl­be­trag des Unter­halts­pflich­ti­gen. Dies ist der nach Anrech­nung des Kin­der­gel­des oder von Ein­künf­ten auf den Unter­halts­be­darf ver­blei­ben­de Rest­be­darf.

Ehe­gat­ten­un­ter­halt[↑]

Die monat­li­che Unter­halts­richt­sät­ze des berech­tig­ten Ehe­gat­ten ohne unter­halts­be­rech­tig­te Kin­der (§§ 1361, 1569, 1578, 1581 BGB) betra­gen:

Unter­halts­pflich­ti­ger Ehe­gat­te

erwerbs­tä­tignicht erwerbs­tä­tig
(z.B. Rent­ner)

Unter­halts­be­rech­tig­ter Ehe­gat­te

ohne eige­nes Ein­kom­men
  • 3/​7 des anre­chen­ba­ren Erwerbs­ein­kom­mens
  • zuzüg­lich 1/​2 der anre­chen­ba­ren sons­ti­gen Ein­künf­te des Unter­halts­pflich­ti­gen,
  • nach oben begrenzt durch den vol­len Unter­halt, gemes­sen an den zu berück­sich­ti­gen­den ehe­li­chen Ver­hält­nis­sen.
wie bei Erwerbs­tä­tig­keit, aller­dings gilt der Habltei­lungs­grund­satz (also 1/​2 statt 3/​7).
mit anre­chen­ba­rem Erwerbs­ein­kom­men
mit Erwerbs­ein­kom­men, obwohl ihm kei­ne Erwerbs­ob­lie­gen­heit trifftBerech­nung nach § 1577 Abs. 2 BGB:
  • Ein­künf­te des Berech­tig­ten sind nicht zu berück­sich­ti­gen, soweit der Ver­pflich­te­te nicht den vol­len Unter­halt (§§ 1578, 1578b BGB) leis­tet.
  • Ein­künf­te, die den vol­len Unter­halt über­stei­gen, sind inso­weit anzu­rech­nen, als dies unter Berück­sich­ti­gung der bei­der­sei­ti­gen wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se der Bil­lig­keit ent­spricht.

Bei Alt­fäl­len gilt – ohne unter­halts­be­rech­tig­te Kin­der – für Unter­halts­pflich­ten bei Schei­dun­gen

  • nach § 58, 59 EheG: in der Regel wie bei neu­en Schei­dun­gen (s.o.)
  • nach § 60 EheG (Schei­dung wegen Ver­schul­dens): in der Regel 1/​2 des Unter­halts­be­tra­ges nach §§ 58, 59 EheG
  • nach § 61 EheG (Schei­dung bei Ver­schul­den nur eines Ehe­gat­ten): Unter­halt nach Bil­lig­keit bis zu den heu­ti­gen Sät­zen
  • vor dem 03.10.21990 nach dem Recht der ehe­ma­li­gen DDR: Unter­halt rich­tet sich wei­ter­hin nach DDR-FGB (in Ver­bin­dung mit dem Eini­gungs­ver­trag, vgl. Art. 234 § 5 EGBGB)

Wur­den die ehe­li­chen Lebens­ver­hält­nis­se durch Unter­halts­pflich­ten gegen­über Kin­dern geprägt, so wird bei der Berech­nung des Ehe­gat­ten­un­ter­halts grund­sätz­lich der Kin­des­un­ter­halt mit sei­nem Zahl­be­trag vor­ab vom Net­to­ein­kom­men abge­zo­gen.

Zuguns­ten des unter­halts­ver­pflich­te­ten Ehe­gat­ten sind gegen­über dem getrennt leben­den und dem geschie­de­nen Berech­tig­ten ein monat­li­cher Eigen­be­darf (Selbst­be­halt) von 1.200,- € anzu­set­zen, und zwar unab­hän­gig davon, ob der Unter­halts­pflich­ti­ge erwerbs­tä­tig ist oder nicht. In die­sem Selbst­be­halt ist eine Warm­mie­te von bis zu 430,- € ent­hal­ten.

Das Exis­tenz­mi­ni­mum des unter­halts­be­rech­tig­ten Ehe­gat­ten ein­schließ­lich des tren­nungs­be­ding­ten Mehr­be­darfs ist in der Regel anzu­set­zen

  • bei erwerbs­tä­ti­gen Unter­halts­pflich­ti­gen mit 1.080,00 € und
  • bei nicht erwerbs­tä­ti­gen Unter­halts­pflich­ti­gen mit 880,00 €.

Der monat­li­che not­wen­di­ge Eigen­be­darf des unter­halts­be­rech­tig­ten Ehe­gat­ten in Man­gel­fäl­len beträgt, unab­hän­gig davon, ob er erwerbs­tä­tig ist oder nicht,

  • bei von dem Unter­halts­pflich­ti­gen getrennt leben­den oder geschie­de­nen Ehe­gat­ten:
    • gegen­über einem nach­ran­gi­gen geschie­de­nen Ehe­gat­ten 1.200,00 €,
    • gegen­über nicht pri­vi­le­gier­ten voll­jäh­ri­gen Kin­dern 1.300,00 € und
    • gegen­über Eltern des Unter­halts­pflich­ti­gen 1.800,00 €.
  • bei Ehe­gat­ten, der in einem gemein­sa­men Haus­halt mit dem Unter­halts­pflich­ti­gen lebt:
    • gegen­über einem nach­ran­gi­gen geschie­de­nen Ehe­gat­ten 960,00 €,
    • gegen­über nicht pri­vi­le­gier­ten voll­jäh­ri­gen Kin­dern 1.040,00 € und
    • gegen­über Eltern des Unter­halts­pflich­ti­gen min­des­tens 1.440,00 € (wie bei Ver­wand­ten­un­ter­halt)

Ver­wand­ten­un­ter­halt[↑]

Bei der Berech­nung des Unter­halts­an­spruchs der Eltern ist ein ange­mes­se­ner Selbst­be­halt von min­des­tens monat­lich 1.800,00 € (ein­schließ­lich 480,00 € Warm­mie­te) zugrun­de zu legen, zuzüg­lich der Hälf­te des dar­über hin­aus­ge­hen­den Ein­kom­mens, bei Vor­tei­len des Zusam­men­le­bens in der Regel 45 % des dar­über hin­aus­ge­hen­den Ein­kom­mens.

Der ange­mes­se­ne Unter­halt des mit dem Unter­halts­pflich­ti­gen zusam­men­le­ben­den Ehe­gat­ten bemisst sich nach den ehe­li­chen Lebens­ver­hält­nis­sen (Halb­tei­lungs­grund­satz), beträgt jedoch min­des­tens 1.440,00 € (ein­schließ­lich 380,00 € Warm­mie­te).

Unter­halt der Mut­ter und des Vaters eines nicht­ehe­li­chen Kin­des[↑]

Der Bedarf der Mut­ter und des Vaters eines nicht­ehe­li­chen Kin­des (§ 1615 l BGB) bemisst sich nach der Lebens­stel­lung des betreu­en­den Eltern­teils, er beträgt in der Regel min­des­tens 880,00 €.

Der ange­mes­se­ne Selbst­be­halt gegen­über der Mut­ter und dem Vater eines nicht­ehe­li­chen Kin­des (§§ 1615 l, 1603 Abs. 1 BGB) beträgt unab­hän­gig davon, ob erwerbs­tä­tig oder nicht, 1.200,00 €. Hier­in sind bis 430,00 € Warm­mie­te ent­hal­ten.

Umrech­nung alter dyna­mi­scher Titel über Kin­des­un­ter­halt nach § 36 Nr. 3 EGZPO[↑]

Ist Kin­des­un­ter­halt als Pro­zent­satz des jewei­li­gen Regel­be­tra­ges zu leis­ten, ist eine Abän­de­rung des Unter­halts­ti­tels nicht erfor­der­lich. An die Stel­le des bis­he­ri­gen Pro­zent­sat­zes vom Regel­be­trag tritt ein neu­er Pro­zent­satz vom Min­dest­un­ter­halt (Stand: 01.01.2008). Die­ser ist für die jeweils maß­geb­li­che Alters­stu­fe geson­dert zu bestim­men und auf eine Stel­le nach dem Kom­ma zu begren­zen (§ 36 Nr. 3 EGZPO). Der Pro­zent­satz wird auf der Grund­la­ge der zum 01.01.2008 bestehen­den Ver­hält­nis­se ein­ma­lig berech­net und bleibt auch bei spä­te­rem Wech­sel in eine ande­re Alters­stu­fe unver­än­dert1. Der Bedarf ergibt sich aus der Mul­ti­pli­ka­ti­on des neu­en Pro­zent­sat­zes mit dem Min­dest­un­ter­halt der jewei­li­gen Alters­stu­fe und ist auf vol­le Euro auf­zu­run­den (§ 1612a Abs. 2 S. 2 BGB). Der Zahl­be­trag ergibt sich aus dem um das jeweils antei­li­ge Kin­der­geld ver­min­der­ten bzw. erhöh­ten Bedarf.

Es sind vier Fall­ge­stal­tun­gen zu unter­schei­den:

  1. Der Titel sieht die Anrech­nung des hälf­ti­gen Kin­der­gel­des (für das 1. bis 3. Kind 77 €, ab dem 4. Kind 89,50 €) oder eine teil­wei­se Anrech­nung des Kin­der­gel­des vor (§ 36 Nr. 3 a EGZPO):

    Neu­er Pro­zent­satz = [ (Bis­he­ri­ger Zahl­be­trag + 1/​2 Kin­der­geld) x 100 ] /​[ Min­dest­un­ter­halt der jewei­li­gen Alters­stu­fe ]

  2. Der Titel sieht die Hin­zu­rech­nung des hälf­ti­gen Kin­der­gel­des vor (§ 36 Nr. 3 b EGZPO):

    Neu­er Pro­zent­satz = [ (Bis­he­ri­ger Zahl­be­trag – 1/​2 Kin­der­geld) x 100 ] /​[ Min­dest­un­ter­halt der jewei­li­gen Alters­stu­fe ]

  3. Der Titel sieht die Anrech­nung des vol­len Kin­der­gel­des vor (§ 36 Nr. 3 c EGZPO):

    Neu­er Pro­zent­satz = [ (Bis­he­ri­ger Zahl­be­trag + 1/​1 Kin­der­geld) x 100 ] /​[ Min­dest­un­ter­halt der jewei­li­gen Alters­stu­fe ]

  4. Der Titel sieht weder eine Anrech­nung noch eine Hin­zu­rech­nung des Kin­der­gel­des vor (§ 36 Nr. 3 d EGZPO):

    Neu­er Pro­zent­satz = [ (Bis­he­ri­ger Zahl­be­trag + 1/​2 Kin­der­geld) x 100 ] /​[ Min­dest­un­ter­halt der jewei­li­gen Alters­stu­fe ]

  1. BGH, Urteil vom 18.04.2012 – XII ZR 66/​10, Fam­RZ 2012, 1048