Euro­päi­sche Kran­ken­ver­si­che­rungs­kar­te

Jeder gesetz­lich Kran­ken­ver­si­cher­te hat sie: die Kran­ken­ver­si­che­rungs­kar­te. Die Vor­der­sei­te die­ser Kar­te bil­det die (deut­sche) Kran­ken­ver­si­che­rungs­kar­te, auf der Rück­sei­te befin­det sich nor­ma­ler­wei­se die Euro­päi­sche Kran­ken­ver­si­che­rungs­kar­te. Damit kann die Kar­te auch im euro­päi­schen Aus­land zur Abrech­nung von gesetz­li­chen Arzt­leis­tun­gen benutzt wer­den.

Euro­päi­sche Kran­ken­ver­si­che­rungs­kar­te

Die Über­win­dung der Gren­zen zwi­schen den EU-Staa­ten ist eine der Errun­gen­schaf­ten der Euro­päi­schen Uni­on. EU-Bür­ger haben das Recht, ohne Ein­schrän­kun­gen zu rei­sen. Damit die Bür­ger von die­sem Recht auch wirk­lich pro­fi­tie­ren kön­nen, ist es aber zum Bei­spiel not­wen­dig, dass die Kos­ten für medi­zi­ni­sche Behand­lung im Aus­land mög­lichst ein­fach rück­erstat­tet wer­den.

Der EU-Minis­ter­rat und das Euro­päi­sche Par­la­ment haben 2003 den gesetz­li­chen Rah­men für eine ein­heit­li­che Kran­ken­ver­si­che­rungs­kar­te geschaf­fen: die Euro­päi­sche Kran­ken­ver­si­che­rungs­kar­te hat seit­dem den bis dahin seit vie­len Jah­ren ein­ge­führ­ten Aus­lands­kran­ken­schein "E 111" abge­löst. Seit Mit­te 2004 wird die Kar­te aus­ge­stellt und nicht nur in allen EU-Staa­ten son­dern inzwi­schen auch auch in den EWR-Staa­ten Island, Liech­ten­stein und Nor­we­gen sowie in der Schweiz aner­kannt.

Vor­über­ge­hen­der Aus­lands­auf­ent­halt

Die Euro­päi­sche Kran­ken­ver­si­che­rungs­kar­te macht es ein­fa­cher, wäh­rend eines vor­über­ge­hen­den Aus­lands­auf­ent­halts kas­sen­ärzt­lich behan­delt zu wer­den. Die Behand­lung erfolgt nach den Regeln des Lan­des, in dem sich der Pati­ent befin­det und die Rück­erstat­tung erfolgt gemäß den in die­sem Land gel­ten­den Sät­zen.

Behand­lung im Aus­land

Die Euro­päi­sche Kran­ken­ver­si­che­rungs­kar­te ist bestimmt für Behand­lun­gen in einem ande­rem euro­päi­schen Land, die wäh­rend des Aus­lands­auf­ent­hal­tes not­wen­dig wer­den. Sie ist also nicht vor­ge­se­hen, um plan­ba­re Behand­lun­gen in einem andern EU-Staat zu bekom­men oder wenn der Aus­lands­auf­ent­halt in ers­ter Linie der medi­zi­ni­schen Behand­lung dient.

Die Euro­päi­sche Kran­ken­ver­si­che­rungs­kar­te kann auch nur für Behand­lun­gen benutzt wer­den, die von der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung im Land der Behand­lung eben­falls über­nom­men wer­den.

Der Kreis der Anspruchs­be­rech­tig­ten

Alle im Rah­men einer gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung Ver­si­cher­ten haben Anspruch auf eine Euro­päi­sche Kran­ken­ver­si­che­rungs­kar­te. Der jewei­li­ge Mit­glieds­staat ist für die Aus­ga­be der Kar­te ver­ant­wort­lich; wer noch kei­ne Euro­päi­sche Kran­ken­ver­si­che­rungs­kar­te hat, muss sich an sei­ne Kran­ken­ver­si­che­rung wen­den.

In Deutsch­land wird die Euro­päi­sche Kran­ken­ver­si­che­rungs­kar­te in der Regel auf der Rück­sei­te der nor­ma­len Ver­si­cher­ten­kar­te ange­bracht (in Öster­reich auf der Rück­sei­te der e‑Card). Man soll­te vor der Rei­se über­prü­fen, ob die Daten­fel­der aus­ge­füllt sind und sich im Zwei­fel an die Kran­ken­kas­se wen­den.

Rei­se­kran­ken­ver­si­che­rung

Die Euro­päi­sche Kran­ken­ver­si­che­rungs­kar­te ist kein Ersatz für eine zusätz­li­che Rei­se­kran­ken­ver­si­che­rung. Denn anders als die Euro­päi­sche Kran­ken­ver­si­che­rungs­kar­te, die nur eine ärzt­li­che Ver­sor­gung im Auf­ent­halts­staat nach den dort gel­ten­den "Kas­sen­re­geln" gewähr­leis­tet, über­nimmt die Rei­se­kran­ken­ver­si­che­rung auch den Rück­trans­port im Krank­heits­fall oder nach Unfäl­len.