Fallstricke bei Auslandskrankenversicherungen

25. Juli 2017 | Im Blickpunkt, Versicherungsrecht
Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Nicht immer endet ein Urlaub mit schönen Erinnerungen, sondern oft genug auch im Krankenhaus. Gerade im Ausland wird die Situation häufig dadurch verschlimmert, dass man die Sprache nicht spricht oder der ärztliche Standard nicht dem deutschen entspricht. Zudem muss man auch häufig gerade im außereuropäischen Ausland die Kosten vorstrecken.

Will man nicht darauf sitzen bleiben oder möchte man die Option eines unkomplizierten Rücktransportes in die Heimat haben, sollte man eine Auslandskrankenversicherung abschließen.

Viele Versicherungen bieten solche Policen an, doch auch hier gibt es einiges zu beachten:

1. Nicht alle Leistungen werden übernommen

Da eine Auslandskrankenversicherung, wie sie zum Beispiel vom Branchenprimus Allianz angeboten wird, nur für Notfälle gedacht ist, werden nur in den Vertragsbedingungen definierte Leistungen übernommen. Dazu gehören zum Beispiel ambulante und stationäre Behandlungen, notwendige Operationen, Medikamente, Verbands- und Heilmittel sowie einfache Zahnfüllungen und Reparaturen beim Zahnersatz.

Je nach Police kann auch der Rücktransport übernommen werden, wenn er vertretbar und sinnvoll ist, nicht nur, wenn er medizinisch notwendig ist.

Ein Blick in die genauen Vertragsbedingungen kann Klarheit schaffen

Von einer Auslandskrankenversicherung werden dagegen nicht Kuren, Psychotherapien, Massagen Zahnsanierungen oder eine Schönheits-Operation im günstigen Ausland übernommen.

2. Obliegenheiten des Versicherungsnehmers

Nicht nur die Versicherung hat Pflichten, sondern auch der Versicherungsnehmer. Bei einem Notfall muss er entsprechend der Versicherungsbedingungen die Versicherung benachrichtigen. Versäumt er dies, kann die Versicherung die Kostenerstattung verweigern, insbesondere, wenn aus den Unterlagen keine Diagnose erkennbar ist. Daher sollte man in jedem Fall so schnell wie möglich mit dem Versicherer in Kontakt treten, um alle Anforderungen zu erfüllen und die Grundlagen für die Rückerstattung zu sichern.

3. Einschränkungen bei der Arztwahl beachten

Natürlich ist es deutlich angenehmer, wenn man in einem Krankheitsfall den Arzt versteht und in der Muttersprache mit ihm sprechen kann. Jedoch ist nicht immer eine freie Arztwahl von der Police gedeckt. Daher sollte man sich im Vorfeld informieren, ob man sich nur an bestimmte Ärzte wenden darf. Im Zweifel sollte man dies vor der Behandlung mit der Versicherung abklären, sofern das möglich ist und kein akuter Notfall vorliegt.

4. Vorerkrankungen abklären

Vorerkrankungen können ebenfalls den Versicherungsschutz reduzieren oder ausschließen. Gerade bei chronischen Erkrankungen kann das der Fall sein. Bei anderen Vorerkrankungen macht es gerade bei älteren Menschen Sinn, sich die Reisefähigkeit von einem Arzt betätigen zu lassen, um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden.

5. Dauer der Reise

Nicht jede Auslandskrankenversicherung sichert einen längeren Aufenthalt ab. Ab 56 Tagen im Ausland benötigt man eine Langzeitkrankenversicherung. Ist man im Auftrag des Arbeitgebers im Rahmen einer Entsendung im Ausland, wird dieser in aller Regel die Kosten übernehmen. Hier sollte man aber auch genau die Vertragsbedingungen prüfen, denn für Asien können andere Leistungen und Tarife gelten als bei einem Aufenthalt in den USA oder Kanada.

 
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