Recht­li­che Bestim­mun­gen für den Gebrauch des Kamin­ofens

Es knis­tert und knackt wie­der in den deut­schen Wohn­zim­mern. Mit dem kal­ten Herbst­wet­ter hat auch die Kamin­ofen­sai­son begon­nen. Was gibt es Schö­ne­res als im Win­ter gemüt­lich mit einer Tas­se hei­ßem Kakao oder Glüh­wein vor dem Kamin zu sit­zen und das roman­ti­sche Flair zu genie­ßen? Doch vor dem Kauf eines Kamin­ofens, sowie wäh­rend und nach der Instal­la­ti­on gibt, es eini­ges zu beach­ten. Und auch für die­je­ni­gen, die sich bereits seit Jah­ren über die wohl­tu­en­de Wär­me ihres Kamins erfreu­en, gibt es immer wie­der neue recht­li­che Bestim­mun­gen, die es zu beach­ten gilt.

Recht­li­che Bestim­mun­gen für den Gebrauch des Kamin­ofens

Rechtliche Bestimmungen für den Gebrauch des Kaminofens

Bun­des­im­mis­si­ons­schutz­ge­setz – Alte Kami­ne nach und nach erset­zen[↑]

So wur­de bei­spiels­wei­se bereits Anfang 2010 im Rah­men des Bun­des­im­mis­si­ons­schutz­ge­set­zes bestimmt, dass alte Kamin­mo­del­le, die nicht mehr den fest­ge­leg­ten Grenz­wer­ten ent­spre­chen ent­we­der mit­hil­fe eines spe­zi­el­len Fil­ters nach­ge­rüs­tet oder durch einen neu­en Ofen ersetzt wer­den müs­sen. Dabei han­delt es sich zum größ­ten Teil um Model­le, die bereits län­ger als 30 Jah­re in Gebrauch sind. Die­se sind auf­grund ihres gro­ßen Schad­stoff­aus­sto­ßes schäd­lich für die Umwelt. Bis zum Jah­re 2024 sol­len alle alten Kami­ne, in vier Etap­pen, ersetzt oder nach­ge­rüs­tet wor­den sein. Ent­deckt ein Schorn­stein­fe­ger bei sei­ner regel­mä­ßi­gen Kon­trol­le einen Kamin, der nicht den Regu­la­ri­en ent­spricht kann dies den Haus­be­sit­zer bis zu 50.000 Euro Stra­fe kos­ten.
 

Her­stel­lungs­jahr

Still­zu­le­gen /​
Nach­zu­rüs­ten bis

Bis Ende 1974 31. Dezem­ber 2014
Bis Ende 1984 31. Dezem­ber 2017
Bis Ende 1994 31. Dezem­ber 2020
Bis 22. März 2010 31. Dezem­ber 2024

Recht­li­che Bestim­mun­gen für einen Kamin­ofen[↑]

Wer sich einen Kamin­ofen anschaf­fen möch­te, ist ver­pflich­tet sich vor­ab auf jeden Fall über die recht­li­chen Bestim­mun­gen infor­mie­ren, denn nicht nur die Fein­staub­wer­te spie­len hier eine Rol­le. Der Kamin­ofen muss ent­we­der nach der deut­schen (DIN 18891) oder der euro­päi­schen (DIN EN 13240) Norm geprüft wor­den sein, ehe er in Betrieb genom­men wird. So soll­te das Abzugs­rohr eine bestimm­te Grö­ße haben. Die­se rich­tet sich indi­vi­du­ell nach der Grö­ße und des Typs des Kamins. Das Ver­bin­dungs­rohr zur Wand hin­ge­gen muss min­des­tens 0,6 Mil­li­me­ter lang sein. Des Wei­te­ren gilt es, den Kamin in einem Min­dest­ab­stand zu brenn­ba­ren Bau­ma­te­ria­li­en auf­zu­stel­len. Hier­zu zäh­len neben dem Fuß­bo­den auch Möbel aus Holz sowie Holz­un­ter­kon­struk­ti­on inner­halb der Wän­de. Es wird ein Abstand von min­des­tens 40 Zen­ti­me­tern zur Wand emp­foh­len. Für den Fuß­bo­den ist zusätz­lich eine Fun­ken­schutz­plat­te oder Kamin­ofen­plat­te aus Glas pflicht. Die­se soll­te vor dem Kamin min­des­tens 50 Zen­ti­me­ter abde­cken und zu den Sei­ten jeweils 30 Zen­ti­me­ter. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und eine Aus­wahl an genorm­ten Kamin­öfen gibt es unter ande­rem auf https://www.ofen.de/kaminofen.

Grenz­wer­te für Kamin­öfen[↑]

Bei den fest­ge­leg­ten Grenz­wer­ten für Kami­ne han­delt es sich um den Koh­len­mon­oxid­ge­halt und den Staub pro Kubik­me­ter, den der Ofen bei sei­ner Nut­zung aus­stößt. Nach­fol­gen­de Tabel­le zeigt, wel­cher Unter­schied hier zwi­schen den neu­en und den alten Model­len besteht:
 

Herstellungsjahr/​
Grenz­wert
Koh­len­mon­oxid­ge­halt
pro Kubik­me­ter
Staub
pro Kubik­me­ter
Vor 2010 4 Gramm 0,15 Gramm
2010 bis 2014 2 Gramm 0,075 Gramm
Nach 2015 1,25 Gramm 0,04 Gramm

Die Wer­te konn­ten also in den ver­gan­ge­nen Jah­ren schon dras­tisch gesenkt wer­den. Durch das Bun­des­im­mis­si­ons­schutz­ge­setz sol­len somit bereits ab 2025 nur noch Kamin­öfen mit den Maxi­mal­wer­ten von zwei Gramm Koh­len­mon­oxid und 0,075 Gramm Staub in Betrieb sein.

Ord­nungs­ge­mä­ße Instal­la­ti­on des Kamin­ofens[↑]

Auch bei der Instal­la­ti­on des Kamins gibt es Vor­schrif­ten. So dür­fen seit 2013 zwar qua­li­fi­zier­te Hand­werks­be­trie­be den Kamin ohne Pro­ble­me instal­lie­ren, die Inbe­trieb­nah­me jedoch muss wei­ter­hin vom Bezirks­schorn­stein­fe­ger­meis­ter nach einer reich­li­chen Über­prü­fung gestat­tet wer­den. Ist dies der Fall schreibt er im soge­nann­ten Feu­er­stät­ten­be­scheid nie­der wie vie­le Kami­ne und dazu­ge­hö­ri­ge Abgas­lei­tun­gen in Betrieb sind, wel­che Arbei­ten am Kamin durch­ge­führt wur­den, den Zeit­raum der Kon­trol­le sowie die recht­li­chen Bestim­mun­gen für die Inbe­trieb­nah­me.

Regel­mä­ßi­ge Über­prü­fung des Kamin­ofens[↑]

Eben­falls seit 2013 sind Kamin­be­sit­zer dazu auf­ge­for­dert sich selbst­stän­dig dar­um zu küm­mern, dass die Kon­trol­len in regel­mä­ßi­gen Abstän­den wie­der­holt wer­den. Ob die Wahl dabei auf einen frei­en Kamin­keh­rer oder den Bezirks­ka­min­keh­rer fällt, liegt dabei ganz beim Besit­zer. Fin­den kei­ne regel­mä­ßi­gen Kon­trol­len statt, über­nimmt die Ver­si­che­rung im Brand­fall nicht die Kos­ten des Scha­dens und wei­te­re Stra­fen dro­hen. Wie oft ein Kamin gekehrt wer­den muss, hängt davon ab, wie oft er genutzt wird:
 

Häu­fig­keit der Nut­zung Kon­troll­zy­klus
Täg­lich Drei­mal im Jahr
Häu­fig aber nicht täg­lich Zwei­mal im Jahr
Gele­gent­lich Ein­mal Jähr­lich

Wer all die­se Punk­te beach­tet, hat bei der Nut­zung sei­nes Kamin­ofens nichts zu befürch­ten und kann in Ruhe die Wär­me und das Knis­tern des Feu­ers genie­ßen.