Versicherungspflicht für unbemannte Flugobjekte: Extra Haftpflichtversicherung für Drohnen?

13. Oktober 2017 | Im Blickpunkt, Versicherungsrecht
Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Drohnen liegen aktuell im Trend wie nie zuvor. Wer sich eine Drohne gekauft hat oder sich Gedanken darüber macht, sich eine zuzulegen, sollte dennoch einiges beachten. Denn bevor die Drohne umherfliegen darf, muss sie versichert sein. Was es damit auf sich hat, erklären wir in dem folgenden Artikel.

Was sagt der Gesetzgeber zum Thema Drohnen?[↑]

Der Verkehrsminister Alexander Dobrindt legte Anfang 2017 die “Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten” vor. Diese trat bereits im April 2017 in Kraft.

Er begründete die Verordnung damit, dass wegen der hohen Absatzzahlen vermehrt mit Kollisionen, Abstürzen und dergleichen zu rechnen sei. Die Fälle, in denen ein Schaden entsteht, müssten dem Minister zufolge hinreichend abgesichert sein.

Seit Inkrafttreten der Verordnung gilt überdies die Kennzeichnungspflicht. Dafür gibt es jedoch eine Übergangsregelung bis zum 1. Oktober 2017. Drohnen, die eine Startmasse von über 200 Gramm haben, müssen also ab Oktober 2017 ein Kennzeichen vorweisen.

Nach dem Gesetzgeber ist es nicht erlaubt, dass sich die Drohne aus dem Sichtbereich des Lenkenden bewegt. Im Übrigen können Gewerbetreibende, welche die Drohne gewerblich nutzen eine Ausnahmegenehmigung beantragen.

Bei einem Absturz oder einer Kollision kann es jedoch schnell dazu kommen, dass sich das Gefährt aus dem Sichtbereich des Besitzers wegbewegt. Bei einem Schaden stellt sich die Frage danach, wer die Haftung übernimmt und wer die dadurch entstehenden Kosten begleicht.

Haftpflichtschaden: Gibt es eine Pflicht zum Abschluss einer Versicherung?[↑]

Nach einem Blick in das Luftverkehrsgesetz (LuftVG) wird klar, dass der Gesetzgeber sich einige Gedanken über den Umgang mit dem unbenannten Flugobjekt gemacht hat. Daraus geht hervor, dass jeder, der eine Drohne fliegen lässt, über eine Luftfahrt-Haftpflichtversicherung verfügen muss.

Das LuftVG ist anwendbar, da nach einer Änderung des Gesetzes vor zehn Jahren, zivile Drohnen anerkannte Luftfahrzeuge sind. Konkretisierende Ausgestaltungen können in der Luftverkehrsordnung (LuftVO) nachgelesen werden.

 

Was sagen die Verbände zu den gesetzlichen Regelungen?[↑]

Der Deutsche Modellflieger Verband (DMFV) hat sich darüber geäußert, wie die Versicherungspflicht bei Drohnen geregelt ist: ‘So, wie bei einer Haftpflichtversicherungspflicht für das Auto, unterliegt auch die Drohne einer Versicherungspflicht.’

Das sei deswegen so wichtig, weil es im Falle eines Unfalles gar nicht um die Schuldfrage gehe, sondern um die Gefährdungshaftung. Demnach haften Halter von Drohnen schon wegen des Betriebs eines gefährlichen Objektes.

 

Reicht eine private Haftpflichtversicherung aus?[↑]

Eine private Haftpflichtversicherung ist nicht ausreichend, um die Drohne (mit) zu versichern. Denn diese ist nicht zur Zahlung verpflichtet, insoweit der Abschluss einer Versicherung gesetzlich vorgeschrieben ist. Das geht aus den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der meisten Versicherer hervor.

Ältere Haftpflichtverträge, die einen Passus wegen einer Versicherung von unbemannten Flugobjekten enthalten, werden in fast allen Fällen in Bezug auf die Schadensregulierung wegen einer Drohne unwirksam sein. In neueren Verträgen findet sich zumeist ein Haftungsausschluss für Schäden durch ferngesteuerte Fluggeräte.

Drohnenliebhaber benötigen daher eine einzelne Police, welche bei Schäden durch die Flugkörper einspringt.

 

Welche Versicherung ist die Richtige für den Betrieb von Drohnen?[↑]

Empfehlenswert ist es, bei einem Versicherungsunternehmen eine spezifische Luftfahrthaftpflichtversicherung abzuschließen. Dabei sollten jedoch die Leistungen der Drohnenversicherung genau unter die Lupe genommen werden.

Denn in einigen Verträgen ist die Haftung auf den Betrieb des Flugobjekts auf einem Flugplatz begrenzt. Mit im Vertrag sollte jedoch, wenn dies gewünscht ist, auch der Flug außerhalb der Flugplätze oder während eines Urlaubs im Ausland mit inbegriffen sein.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Haftungssumme. Nach dem Gesetz muss diese eine Deckungssumme von eine Millionen Euro aufweisen. Doch Experten empfehlen eine weitaus höhere Versicherung, über 1,5 Millionen Euro Deckungssumme abzuschließen, da diese ohnehin in jedem Jahr aufs Neue angepasst wird.

 
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