Das Han­dy in der Umklei­de­ka­bi­ne

Wem das Mobil­te­le­fon aus der Umklei­de­ka­bi­ne einer Sport­hal­le gestoh­len wird, hat unter Umstän­den kei­nen Zah­lungs­an­spruch gegen sei­ne Han­dy-Ver­si­che­rung.

Das Han­dy in der Umklei­de­ka­bi­ne

In einem jüngst vom Amts­ge­richt Wies­ba­den zu ent­schei­den­den Rechts­streit hat­te ein Han­dy­be­sit­zer aus Meck­len­burg- Vor­pom­mern sein Mobil­te­le­fon unter ande­rem gegen Abhan­den­kom­men ver­si­chert. Spä­ter wur­de es ihm gestoh­len und er ver­lang­te von sei­ner in Wies­ba­den ansäs­si­gen Ver­si­che­rung Ersatz.

Aus dem Ver­si­che­rungs­ver­trag hat­te der Klä­ger jedoch kei­nen Anspruch auf Zah­lung, wie jetzt das Amts­ge­richt Wies­ba­den ent­schied. Im Ver­trag hat­ten die Par­tei­en den Ver­si­che­rungs­schutz unter ande­rem für den Fall aus­ge­schlos­sen, dass die ver­si­cher­te Sache „auch nur kurz unbe­auf­sich­tigt abge­legt, in abge­leg­ten Klei­dungs­stü­cken, abge­stell­ten Taschen, Kof­fern oder Ruck­sä­cken auf­be­wahrt wird.“ Dies war hier das Fall: Das Mobil­te­le­fon befand sich zum Zeit­punkt des Dieb­stahls in der unbe­auf­sich­tig­ten und unver­schlos­se­nen Umklei­de­ka­bi­ne der Sport­hal­le einer Berufs­schu­le.

Die Klau­sel selbst erach­te­te das Amts­ge­richt Wies­ba­den für wirk­sam: Es sei jeder­mann ver­ständ­lich, dass eine Leis­tungs­pflicht der Ver­si­che­rung nur im Rah­men der ver­ein­bar­ten Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen bestehe. Dass unter die Klau­sel auch ein Dieb­stahl aus einer unbe­auf­sich­tig­ten Umklei­de einer Sport­hal­le fal­le, sei nahe­lie­gend.

Amts­ge­richt Wies­ba­den, Urteil vom 10. Mai 2011 – 93 C 193/​11 – 34