Der von einem nicht benann­ten Drit­ten finan­zier­te Wahl­kampf

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin hat die Kla­ge der Par­tei "Alter­na­ti­ve für Deutsch­land" (AfD) gegen einen Sank­ti­ons­be­scheid der Bun­des­tags­ver­wal­tung über 269.400,– € abge­wie­sen.

Der von einem nicht benann­ten Drit­ten finan­zier­te Wahl­kampf

Das Gericht sah die Vor­aus­set­zun­gen des § 31c des Par­tei­en­geset­zes (PartG) als gege­ben an: Bei den von Drit­ten finan­zier­ten Wer­be­maß­nah­men im Land­tags­wahl­kampf des dama­li­gen AfD-Lan­des­spre­chers Jörg Meu­then in Baden-Würt­tem­berg 2016 habe es sich um Spen­den im Sin­ne des Geset­zes gehan­delt. Mit den finan­zier­ten Pla­ka­ten, Fly­ern und Inse­ra­ten sei aus­drück­lich für die AfD gewor­ben wor­den. Die Par­tei habe durch ihren Lan­des­spre­cher maß­geb­li­chen Ein­fluss auf die Durch­füh­rung der Wer­be­kam­pa­gne neh­men kön­nen.

Die Par­tei habe die Spen­de auch erlangt. Aus­rei­chend sei hier­für, dass der Lan­des­spre­cher nach der Lan­des­sat­zung der AfD Baden-Würt­tem­berg inso­weit mit Allein­ver­tre­tungs­be­fug­nis aus­ge­stat­tet gewe­sen sei.

Die Annah­me der Spen­de sei rechts­wid­rig gewe­sen, da die Spen­der im Früh­jahr 2016 für die AfD nicht fest­stell­bar im Sin­ne des Geset­zes gewe­sen sei­en. Denn der für die Par­tei han­deln­de Lan­des­spre­cher Meu­then habe sich bei Annah­me der Spen­de nicht die erfor­der­li­che Gewiss­heit über die Per­son des Spen­ders und die Höhe der Spen­de ver­schafft. Die Nor­men des Par­tei­en­geset­zes sei­en ver­fas­sungs- und euro­pa­rechts­kon­form.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 9. Janu­ar 2020 – Ver­wal­tungs­ge­richt 2 K 170.19