Eil­ver­fah­ren zum Stutt­gar­ter Schloss­gar­ten

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart hat mit Beschluss vom 13. Okto­ber 2010 das abge­schlos­sen,

Eil­ver­fah­ren zum Stutt­gar­ter Schloss­gar­ten

Nach­dem die Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten das Ver­fah­ren inzwi­schen über­ein­stim­mend für erle­digt erklärt haben, hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart ges­tern in dem vom Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutsch­land – BUND -, Lan­des­ver­band Baden-Würt­tem­berg, ange­streng­ten Eil­ver­fah­ren auf Unter­las­sung von Baum­fäll­ar­bei­ten die nur noch zu tref­fen­den Kos­ten­ent­schei­dung getrof­fen und dabei die Kos­ten des Ver­fah­rens der bei­gela­de­nen Deut­schen Bahn als Pro­jekt­be­trei­be­rin auf­er­legt, da das Gericht dem Eil­an­trag höchst­wahr­schein­lich noch vor Beginn der Baum­fäll­ar­bei­ten in der Sache statt­ge­ge­ben hät­te, wenn ihm am Abend des 30. Sep­tem­ber 2010 alle ent­schei­dungs­er­heb­li­che Tat­sa­chen und ins­be­son­de­re das Schrei­ben des Eisen­bahn-Bun­des­am­tes vom sel­ben Tage bekannt gewe­sen wären.

In die­sem Schrei­ben hat das Eisen­bahn-Bun­des­amt die Deut­sche Bahn noch­mals an die Ein­hal­tung näher beschrie­be­ner Neben­be­stim­mun­gen des Plan­fest­stel­lungs­be­schlus­ses zum Pro­jekt Stutt­gart 21 vom 28.01.2005 erin­nert und die­se wegen der mög­li­chen Beein­träch­ti­gung arten­schutz­recht­li­cher Belan­ge (Fledermäuse/​Juchtenkäfer) auf­ge­for­dert, die dar­in ver­lang­te Aus­füh­rungs­pla­nung recht­zei­tig vor der Auf­nah­me von Bau­ar­bei­ten im mitt­le­ren Schloss­gar­ten vor­zu­le­gen.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart hat offen gelas­sen, ob die von der Deut­schen Bahn unstrei­tig ohne vor­he­ri­ge Vor­la­ge der ver­lang­ten Aus­füh­rungs­un­ter­la­gen durch­ge­führ­ten Baum­fäll­ar­bei­ten als recht­wid­rig ein­zu­stu­fen sind. Denn das Ver­wal­tungs­ge­richt hät­te bei Kennt­nis des Schrei­bens des Eisen­bahn-Bun­des­am­tes am Abend des 30. Sep­tem­ber 2010 dem Eil­an­trag bereits des­halb statt­ge­ge­ben, weil das Eisen­bahn-Bun­des­amt in die­sem Schrei­ben selbst davon aus­ge­gan­gen ist, dass die Deut­sche Bahn bis zur Vor­la­ge der ver­lang­ten Unter­la­gen mit den Baum­fäll­ar­bei­ten nicht begin­nen darf.

Unab­hän­gig davon muss die Deut­schen Bahn auch des­halb die Kos­ten tra­gen, weil die Bahn das Ver­wal­tungs­ge­richt auf die Exis­tenz des offen­sicht­lich für das vor­lie­gen­de Eil­ver­fah­ren ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Schrei­bens nicht hin­ge­wie­sen und dadurch die in Betracht kom­men­de Gewäh­rung effek­ti­ven einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes nicht ermög­licht hat. Ein Hin­weis auf das Schrei­ben wäre gera­de auch von der Deut­schen Bahn zu erwar­ten gewe­sen, nach­dem die­sem Schrei­ben meh­re­re unmiss­ver­ständ­li­che schrift­li­che Auf­for­de­run­gen des Eisen­bahn-Bun­des­am­tes an die Deut­sche Bahn vor­aus­ge­gan­gen sind, recht­zei­tig vor der Durch­füh­rung von Bau­ar­bei­ten im mitt­le­ren Schloss­gar­ten zu dem dort ver­mu­te­ten Vor­kom­men des Juch­ten­kä­fers wei­te­re Unter­su­chun­gen durch­zu­füh­ren und erfor­der­li­chen­falls eine arten­schutz­recht­li­che Bewer­tung vor­zu­le­gen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 13. Okto­ber 2010 – 13 K 3749/​10