Fahr­ver­bo­te für Frank­furt am Main

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Wies­ba­den hat das Land Hes­sen ver­pflich­tet, bis zum 1. Febru­ar 2019 den Luft­rein­hal­te­plan für die Stadt Frank­furt am Main unter Berück­sich­ti­gung der Rechts­auf­fas­sung des Gerichts fort­zu­schrei­ben und dabei auch Fahr­ver­bo­te für Die­sel-PKWs vor­zu­se­hen.

Fahr­ver­bo­te für Frank­furt am Main

Der der­zeit gül­ti­ge Luft­rein­hal­te­plan vom Herbst 2011 hat nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Kam­mer kei­ne aus­rei­chen­den Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Luft­si­tua­ti­on vor­ge­se­hen, um den Grenz­wert für Stick­oxi­de von 40 Bg/​m³ ein­zu­hal­ten. Dies gilt auch für das kurz vor der münd­li­chen Ver­hand­lung vom Land Hes­sen vor­ge­leg­te vor­läu­fi­ge Gesamt­kon­zept zur Fort­schrei­bung des Luft­rein­hal­te­plans.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat sich unter Berück­sich­ti­gung des Pla­nungs­er­mes­sens des Lan­des dar­auf beschränkt, neben den bereits vor­ge­se­he­nen Pla­nun­gen drei wei­te­re Maß­nah­men in den Urteils­grün­den zu benen­nen, die sie für unver­zicht­bar in dem fort­zu­schrei­ben­den Luft­rein­hal­te­plan hält:

  1. Ange­sichts der hohen Grenz­wert­über­schrei­tung im Stadt­ge­biet Frank­furt hat das Gericht die Ein­füh­rung eines zonen­be­zo­ge­nen Fahr­ver­bots für not­wen­dig erach­tet.
    1. Wegen der nach wie vor star­ken Gesund­heits­ge­fähr­dung der Innen­stadt­be­woh­ner, der Fahr­rad­fah­rer, der Fuß­gän­ger und Insas­sen der durch­fah­ren­den Fahr­zeu­ge ver­pflich­tet die Kam­mer des­halb das Land, die­ses Fahr­ver­bot für Fahr­zeu­ge der Die­sel­fahr­zeu­ge ein­schließ­lich der Klas­se Euro 4 und Ben­zi­ner der Klas­sen 1 und 2 bereits ab dem 1. Febru­ar 2019 vor­zu­se­hen.
    2. Für die Die­sel­fahr­zeu­ge der Klas­se Euro 5 soll das Fahr­ver­bot zum 1. Sep­tem­ber 2019 ein­ge­führt wer­den.
    3. Bei der Ertei­lung von Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen zum Fahr­ver­bot sind nach Auf­fas­sung des Gerichts durch zeit­li­che Begren­zung der­sel­ben sowie durch ent­spre­chen­de Höhe der Gebüh­ren deut­li­che Anrei­ze zur Um- oder Nach­rüs­tung zu set­zen.
  2. Als wei­te­re Maß­nah­me hat das Gericht dem Land auf­ge­ge­ben, für eine Nach­rüs­tung der Bus­flot­te mit SCRT-Fil­tern zu sor­gen.
  3. Schließ­lich hat das Gericht dem Land Hes­sen vor­ge­ge­ben, mit der Park­raum­be­wirt­schaf­tung zusätz­li­che Anrei­ze für den Umstieg auf den öffent­li­chen Nah­ver­kehr zu set­zen. Ins­be­son­de­re schlägt das Gericht hier­für vor, außer­halb der Kern­zo­nen kos­ten­lo­se Park & Ride-Park­plät­ze zu schaf­fen. Für Behin­der­te muss nach Auf­fas­sung der Kam­mer preis­wer­ter Park­raum vor­ge­hal­ten wer­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Wies­ba­den, Urteil vom 5. Sep­tem­ber 2018 – 4 K 1613/​15.WI