Grund­si­che­rung – und die Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen als Bedarfs­ge­mein­schaft

Bei der Ermitt­lung der Bedürf­tig­keit für die Gewäh­rung exis­tenz­si­chern­der Leis­tun­gen (Art. 1 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art.20 Abs. 1 GG) kann grund­sätz­lich unab­hän­gig von einem Unter­halts­an­spruch das Ein­kom­men und Ver­mö­gen von Per­so­nen berück­sich­tigt wer­den, von denen in der fami­liä­ren Gemein­schaft zumut­bar zu erwar­ten ist, dass sie tat­säch­lich für­ein­an­der ein­ste­hen und "aus einem Topf" wirt­schaf­ten.

Grund­si­che­rung – und die Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen als Bedarfs­ge­mein­schaft

In dem hier vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­schie­de­nen Fall hat­te ein Grund­si­che­rungs­be­zie­her mit sei­ner Ver­fas­sungs­be­schwer­de ins­be­son­de­re gerügt, dass die von sei­nem Vater bezo­ge­ne Erwerbs­un­fä­hig­keits­ren­te teil­wei­se bei der Berech­nung der Höhe sei­ner Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­hal­tes bedarfs­min­dernd berück­sich­tigt wur­de, obwohl er gegen sei­nen Vater kei­nen durch­setz­ba­ren Unter­halts­an­spruch hat. Sei­ne Ver­fas­sungs­be­schwer­de blieb jedoch ohne Erfolg:

Wenn von Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, die in fami­liä­rer Gemein­schaft zusam­men leben, zumut­bar erwar­tet wer­den kann, dass sie "aus einem Topf" wirt­schaf­ten, darf bei der Ermitt­lung der Bedürf­tig­keit für die Gewäh­rung exis­tenz­si­chern­der Leis­tun­gen unab­hän­gig von einem Unter­halts­an­spruch das Ein­kom­men und Ver­mö­gen eines ande­ren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen berück­sich­tigt wer­den. Aller­dings kann nicht in die Bedarfs­ge­mein­schaft ein­be­zo­gen wer­den, wer tat­säch­lich nicht unter­stützt wird.

Die gesetz­li­che Rege­lung[↑]

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de betrifft Leis­tun­gen nach dem Zwei­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch (SGB II) für den Zeit­raum von Novem­ber 2006 bis März 2007. Sie rich­tet sich mit­tel­bar gegen die im Jahr 2006 getrof­fe­ne Ent­schei­dung des Gesetz­ge­bers, die soge­nann­te Bedarfs­ge­mein­schaft im Bereich der Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de auf voll­jäh­ri­ge Kin­der bis zur Voll­endung des 25. Lebens­jah­res zu erwei­tern, die mit ihren Eltern oder einem Eltern­teil zusam­men­le­ben. Danach erhal­ten die­se Kin­der, auch wenn sie gegen die Eltern kei­nen durch­setz­ba­ren Unter­halts­an­spruch haben, 80 % der Regel­leis­tung von Allein­ste­hen­den, dabei wird das Ein­kom­men und Ver­mö­gen ihrer Eltern bei ihrem Leis­tungs­an­spruch berück­sich­tigt.

Das Zwei­te Buch Sozi­al­ge­setz­buch regelt mit den Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts die Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de. Mit die­sen Leis­tun­gen sol­len vom Gesetz­ge­ber aner­kann­te, eine men­schen­wür­di­ge Exis­tenz sichern­de Bedar­fe abge­deckt wer­den. Dabei wird leis­tungs­min­dernd berück­sich­tigt, wenn Bedürf­ti­ge mit Ange­hö­ri­gen in häus­li­cher Gemein­schaft leben. Dies ist im Zwei­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch anders aus­ge­stal­tet als in der im Zwölf­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch (SGB XII) gere­gel­ten Sozi­al­hil­fe.

Leis­tungs­be­rech­tigt nach dem Zwei­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch sind erwerbs­fä­hi­ge Hil­fe­be­dürf­ti­ge. Dazu gehö­ren nach der Legal­de­fi­ni­ti­on des § 7 Abs. 1 Satz 1 SGB II in der im Aus­gangs­ver­fah­ren maß­geb­li­chen Fas­sung Per­so­nen, die das 15. Lebens­jahr voll­endet und das 65. Lebens­jahr noch nicht voll­endet haben, erwerbs­fä­hig im Sin­ne von § 8 SGB II und hil­fe­be­dürf­tig im Sin­ne von § 9 SGB II sind und ihren gewöhn­li­chen Auf­ent­halt in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land haben.

Dar­über hin­aus sind nach § 7 Abs. 2 Satz 1 SGB II auch die­je­ni­gen Per­so­nen leis­tungs­be­rech­tigt, die mit erwerbs­fä­hi­gen Hil­fe­be­dürf­ti­gen in einer Bedarfs­ge­mein­schaft leben. Nach der abschlie­ßen­den Rege­lung des § 7 Abs. 3 SGB II kön­nen eine Bedarfs­ge­mein­schaft nur Eltern und Kin­der – nach der hier ange­grif­fe­nen Erwei­te­rung auch voll­jäh­ri­ge Kin­der bis zur Voll­endung des 25. Lebens­jah­res – sowie Men­schen in Ehe und Lebens­part­ner­schaft oder in ehe- und lebens­part­ner­schafts­ähn­li­cher Bezie­hung bil­den. Zur Bedarfs­ge­mein­schaft kön­nen die­se Per­so­nen auch gehö­ren, wenn sie nicht erwerbs­fä­hig sind und kei­ne Leis­tun­gen nach dem Zwei­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch erhal­ten, weil sie bei­spiels­wei­se nicht nur vor­über­ge­hend in einer sta­tio­nä­ren Ein­rich­tung unter­ge­bracht sind, Alters­ren­te oder ähn­li­che Leis­tun­gen bezie­hen (§ 7 Abs. 4 SGB II) oder sie einen Anspruch auf Leis­tun­gen zur Grund­si­che­rung im Alter und bei Erwerbs­min­de­rung nach dem Vier­ten Kapi­tel des Zwölf­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch haben (§ 28 Abs. 1 Satz 1 SGB II in der damals maß­geb­li­chen Fas­sung; heu­te § 19 Abs. 1 Satz 2 SGB II); dann han­delt es sich – wie im Aus­gangs­ver­fah­ren ange­nom­men – um eine "gemisch­te Bedarfs­ge­mein­schaft" 1. Eine Bedarfs­ge­mein­schaft setzt jedoch stets vor­aus, dass die Betei­lig­ten zusam­men­le­ben.

Die Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de dient dazu, zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts unter­schied­li­che Bedar­fe durch staat­li­che Leis­tun­gen zu decken. Zen­tral ist die Regel­leis­tung nach § 20 SGB II. Sie wird pau­schal gewährt, dient der Siche­rung des Lebens­un­ter­halts und umfasst nach dem für das Aus­gangs­ver­fah­ren maß­geb­li­chen § 20 Abs. 1 SGB II ins­be­son­de­re Ernäh­rung, Klei­dung, Kör­per­pfle­ge, Haus­rat, Haus­halts­ener­gie ohne die auf die Hei­zung ent­fal­len­den Antei­le, Bedar­fe des täg­li­chen Lebens sowie in ver­tret­ba­rem Umfang auch Bezie­hun­gen zur Umwelt und eine Teil­nah­me am kul­tu­rel­len Leben. Zudem besteht Anspruch auf Leis­tun­gen für etwai­ge Mehr­be­dar­fe nach § 21 SGB II und auf Leis­tun­gen für die tat­säch­li­chen, ange­mes­se­nen Unter­kunfts- und Heiz­kos­ten nach § 22 SGB II. Dazu kom­men wei­te­re Ansprü­che auf Dienst- und Sach­leis­tun­gen sowie Vor­schüs­se, Zuschüs­se und Dar­le­hen für beson­de­re Bedar­fe. Unter 25-Jäh­ri­ge, die aller­dings auch beson­de­ren Sank­ti­ons­re­geln unter­lie­gen, sind zudem nach § 3 Abs. 2 Satz 1 SGB II vor­dring­lich in Aus­bil­dung oder Arbeit zu ver­mit­teln. In dem im Aus­gangs­ver­fah­ren maß­geb­li­chen Bewil­li­gungs­ab­schnitt bis zum 31.12 2010 bestand nach § 24 SGB II bin­nen zwei Jah­ren nach dem Ende des Bezugs von Arbeits­lo­sen­geld auch ein Anspruch auf Zuschlä­ge, um den Über­gang in die Grund­si­che­rung abzu­fe­dern (auf­ge­ho­ben durch Art. 15 Nr. 4 Haus­halts­be­gleit­ge­setz 2011 2).

Bei der Regel­leis­tung wird nach dem Lebens­al­ter und der Lebens­si­tua­ti­on der Bedürf­ti­gen unter­schie­den. So erfol­gen Fest­set­zun­gen für allein­ste­hen­de erwach­se­ne Hil­fe­be­dürf­ti­ge, für Erwach­se­ne, die mit ande­ren zusam­men in einer Bedarfs­ge­mein­schaft leben, für Fami­li­en­haus­hal­te, in denen Erwach­se­ne Kin­der ver­sor­gen (nach der im Aus­gangs­ver­fah­ren maß­geb­li­chen Fas­sung des § 20 Abs. 2 und 3 – heu­te Abs. 4 – SGB II) und eigen­stän­dig für Kin­der und Jugend­li­che bis 15 Jah­re (nach der dama­li­gen Fas­sung des § 28 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 SGB II; heu­te § 23 Nr. 1 SGB II). Die vol­le Regel­leis­tung erhal­ten grund­sätz­lich Allein­ste­hen­de und Allein­er­zie­hen­de; sie wird auch denen zuer­kannt, die mit einer oder einem Min­der­jäh­ri­gen in ehe­li­cher, lebens­part­ner­schaft­li­cher oder ähn­li­cher Bezie­hung leben (§ 20 Abs. 2 Satz 1 SGB II). Ihre Höhe lag in dem im Aus­gangs­ver­fah­ren maß­geb­li­chen Zeit­raum nach § 20 Abs. 2 Satz 1 SGB II bei monat­lich 345 €.

Auf Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen bestehen auch im Fal­le einer Bedarfs­ge­mein­schaft immer indi­vi­du­el­le Ansprü­che der ein­zel­nen Mit­glie­der 3. Das Gesetz berück­sich­tigt aller­dings, ob Leis­tungs­be­rech­tig­te mit wei­te­ren Per­so­nen zusam­men­le­ben. Es geht davon aus, dass mit dem Zusam­men­le­ben von Ange­hö­ri­gen in häus­li­cher Gemein­schaft Ein­spa­run­gen ein­her­ge­hen und die Betei­lig­ten gemein­sam wirt­schaf­ten. Daher wird grund­sätz­lich das anre­chen­ba­re Ein­kom­men und ver­wert­ba­re Ver­mö­gen aller Ange­hö­ri­gen die­ser Bedarfs­ge­mein­schaft zuge­rech­net (§ 9 Abs. 2 Satz 1 und 2 SGB II) und alle indi­vi­du­el­len Ansprü­che wer­den mit Blick auf den Gesamt­be­darf die­ser Bedarfs­ge­mein­schaft berech­net (§ 9 Abs. 2 Satz 3 SGB II). Dies wird als "hori­zon­ta­le Berech­nungs­me­tho­de" bezeich­net 4. Das Ein­kom­men und Ver­mö­gen von Kin­dern wirkt sich aller­dings ledig­lich auf ihre eige­ne Bedürf­tig­keit aus, was sich im Umkehr­schluss aus § 9 Abs. 2 Satz 1 und 2 SGB II ergibt. Leben Kin­der außer­halb des elter­li­chen Haus­halts und damit nicht in einer Bedarfs­ge­mein­schaft mit den Eltern, wird elter­li­ches Ein­kom­men, unab­hän­gig vom Alter des Kin­des, nur berück­sich­tigt (und dann als eige­nes Ein­kom­men des Kin­des ange­rech­net), wenn Zah­lun­gen tat­säch­lich geleis­tet wer­den.

Für als Part­ne­rin oder Part­ner in einer Bedarfs­ge­mein­schaft leben­de Erwach­se­ne (§ 7 Abs. 3 Nr. 3 SGB II) wer­den je 90 % der vol­len Regel­leis­tung aner­kannt (damals nach § 20 Abs. 3 SGB II; heu­te in § 20 Abs. 4 SGB II). Dies waren in dem im Aus­gangs­ver­fah­ren maß­geb­li­chen Zeit­raum monat­lich 311 €. Sons­ti­ge Ange­hö­ri­ge der Bedarfs­ge­mein­schaft erhal­ten 80 % der vol­len Regel­leis­tung (§ 20 Abs. 2 Satz 2 SGB II; heu­te in § 20 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 SGB II als Leis­tungs­be­trag aus­ge­wie­sen). Dies waren im maß­geb­li­chen Zeit­raum 276 €. Auch wenn ein Eltern­teil mit einem voll­jäh­ri­gen, aber unter 25-jäh­ri­gen Kind zusam­men lebt, wird davon aus­ge­gan­gen, dass der Eltern­teil die vol­le Regel­leis­tung und das Kind als sons­ti­ger erwerbs­fä­hi­ger Ange­hö­ri­ger 80 % hier­von erhält 5.

Erwach­se­ne Kin­der, die trotz Bedürf­tig­keit ohne Zusi­che­rung des Trä­gers der Grund­si­che­rungs­leis­tung nach dem damals gel­ten­den § 22 Abs. 2a SGB II (heu­te § 22 Abs. 5 SGB II) aus dem elter­li­chen Haus­halt aus­zo­gen, erhiel­ten nach dem im Aus­gangs­ver­fah­ren maß­geb­li­chen Zeit­raum gel­ten­den § 20 Abs. 2a SGB II (heu­te § 20 Abs. 3 SGB II) wei­ter nur die auf 80 % abge­senk­te Regel­leis­tung. Zudem erhiel­ten sie bis zur Voll­endung des 25. Lebens­jah­res nach § 22 Abs. 2a SGB II kei­ne Leis­tun­gen für die Kos­ten der Unter­kunft und Hei­zung, wenn dies nicht zuge­si­chert war, und gemäß dem dama­li­gen § 23 Abs. 6 SGB II (heu­te § 24 Abs. 6 SGB II) kei­ne Leis­tun­gen zur Erst­aus­stat­tung für die Woh­nung.

In der Sozi­al­hil­fe – nach dem Zwölf­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch – sind die Ein­stands­pflich­ten zusam­men­le­ben­der Per­so­nen anders gere­gelt als im Grund­si­che­rungs­recht. Das betrifft ins­be­son­de­re die Berück­sich­ti­gung von Ein­kom­men und Ver­mö­gen bei der Bestim­mung des Leis­tungs­an­spruchs. Grund­sätz­lich ist zwar auch in der Sozi­al­hil­fe eige­nes Ein­kom­men und Ver­mö­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts ein­zu­set­zen. Das gilt für die Hil­fe zum Lebens­un­ter­halt (ins­be­son­de­re bei vor­über­ge­hen­der vol­ler Erwerbs­min­de­rung) nach § 19 Abs. 1 SGB XII und im Alter oder bei dau­er­haf­ter vol­ler Erwerbs­min­de­rung nach § 19 Abs. 2 Satz 1 und 2 SGB XII (jeweils in der Fas­sung von Art. 1 des Geset­zes zur Ein­ord­nung des Sozi­al­hil­fe­rechts in das Sozi­al­ge­setz­buch 6). Jedoch hat der Gesetz­ge­ber hier die soge­nann­te Ein­satz- oder Ein­stands­ge­mein­schaft nor­miert. Auch sie dient dazu, das gemein­sa­me Wirt­schaf­ten im häus­li­chen Nähe­ver­hält­nis zu berück­sich­ti­gen. Doch muss hier anders als in der Bedarfs­ge­mein­schaft das eige­ne Ein­kom­men und Ver­mö­gen nur inso­weit für ande­re ein­ge­setzt wer­den, wie dies den eige­nen not­wen­di­gen Lebens­un­ter­halt über­steigt. Dies wird als "ver­ti­ka­le Berech­nungs­me­tho­de" bezeich­net.

Elter­li­ches Ein­kom­men wird bei – dem elter­li­chen Haus­halt ange­hö­ren­den – min­der­jäh­ri­gen unver­hei­ra­te­ten Kin­dern nur in der Hil­fe zum Lebens­un­ter­halt nach dem Drit­ten Kapi­tel des Zwölf­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch berück­sich­tigt und auch nur dann, wenn sie den not­wen­di­gen Lebens­un­ter­halt aus ihrem Ein­kom­men und Ver­mö­gen nicht selbst beschaf­fen kön­nen (zum Zeit­punkt des Aus­gangs­ver­fah­rens nach § 19 Abs. 1 Satz 2 Halb­satz 2 SGB XII). Dar­über hin­aus ist elter­li­ches Ein­kom­men nur im Rah­men der Ver­mu­tungs­re­ge­lung zur Bedarfs­de­ckung in der Haus­halts­ge­mein­schaft nach dem dama­li­gen § 36 Satz 1 SGB XII (heu­te § 39 Satz 1 SGB XII) zu berück­sich­ti­gen. Im Bereich der Grund­si­che­rung im Alter und bei Erwerbs­min­de­rung (Vier­tes Kapi­tel des Zwölf­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch) fin­det eine Anrech­nung elter­li­chen Ein­kom­mens nicht statt.

Der Gesetz­ge­ber hat die im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren zen­tra­len Rege­lun­gen im Jahr 2006 mit dem Gesetz zur Ände­rung des Zwei­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch und ande­rer Geset­ze vom 24.03.2006 7 in Kraft gesetzt. Seit­dem sind nach § 7 Abs. 3 Nr. 2 und 4 SGB II auch erwach­se­ne Kin­der bis zur Voll­endung des 25. Lebens­jah­res, die mit ihren Eltern zusam­men­le­ben, im Sys­tem der Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de als Mit­glie­der der Bedarfs­ge­mein­schaft zu betrach­ten. Dies führt nach der damals gel­ten­den Fas­sung des § 20 Abs. 2 Satz 2 SGB II zur Absen­kung ihrer Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen auf 80 % der Regel­leis­tung. Zudem hat der Gesetz­ge­ber mit der Ände­rung von § 9 Abs. 2 Satz 2 SGB II die Anrech­nung des elter­li­chen Ein­kom­mens und Ver­mö­gens auf ihren Bedarf vor­ge­ge­ben.

Die der ange­grif­fe­nen Ent­schei­dung zugrun­de­lie­gen­den und mit­tel­bar ange­grif­fe­nen Rege­lun­gen in der damals gel­ten­den Fas­sung des Art. 1 des Vier­ten Geset­zes für moder­ne Dienst­leis­tun­gen am Arbeits­markt vom 24.12 2003 8, Art. 1 des Geset­zes zur Ände­rung des Zwei­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch und ande­rer Geset­ze vom 24.03.2006 7 und Art. 1 des Geset­zes zur Fort­ent­wick­lung der Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de vom 20.07.2006 9 gehen auf einen Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung zurück, der im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren durch den Aus­schuss des Deut­schen Bun­des­ta­ges für Arbeit und Sozia­les voll­stän­dig neu gefasst wur­de. Der Aus­schuss hat zur Begrün­dung aus­ge­führt, Kin­der trü­gen kei­ne zur all­ge­mei­nen Haus­halts­füh­rung gehö­ren­den Auf­wen­dun­gen wie für Ver­si­che­run­gen, Strom oder haus­halts­tech­ni­sche Gerä­te 10. Zudem soll­ten auch erwach­se­ne Kin­der nicht früh­zei­tig und ohne sozi­al hin­rei­chen­de Siche­rung aus­zie­hen 11.

Die Rege­lun­gen wur­den durch nach­fol­gen­de Gesetz­ge­bung geschlech­ter­ge­recht gefasst und ein­zel­ne Absät­ze inner­halb der Vor­schrif­ten neu ein­ge­ord­net, bestehen jedoch inhalt­lich im Wesent­li­chen fort. Den nach § 20 Abs. 1 und 2 Satz 1 SGB II gel­ten­den Regel­satz, von dem die hier maß­geb­li­chen Leis­tun­gen nach § 20 Abs. 2 Satz 2 SGB II abge­lei­tet sind, hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt mit Urteil vom 09.02.2010 12 für mit dem Grund­ge­setz unver­ein­bar, jedoch bis zu einer Neu­re­ge­lung für wei­ter anwend­bar erklärt. Die Regel­sät­ze wur­den wie­der­holt erhöht und erwie­sen sich nach dem Beschluss des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 23.07.2014 13 in der Fas­sung des Geset­zes zur Ermitt­lung von Regel­be­dar­fen und zur Ände­rung des Zwei­ten und Zwölf­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch vom 24.03.2011 14 sowie der bis zu die­ser Ent­schei­dung ergan­ge­nen wei­te­ren Fas­sun­gen und Nach­fol­ge­re­ge­lun­gen als noch mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar.

Der Aus­gangs­sach­ver­halt[↑]

Der Grund­si­che­rungs­be­zie­her leb­te mit sei­nem Vater zusam­men, der eine Ren­te wegen Erwerbs­un­fä­hig­keit bezog. Der Trä­ger der Grund­si­che­rungs­leis­tung bewil­lig­te ihm Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­hal­tes nach dem Zwei­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch in ver­rin­ger­ter Höhe, da er mit sei­nem Vater in einer Bedarfs­ge­mein­schaft lebe, wes­halb nur 80% der Regel­leis­tung anzu­set­zen sei und die Ren­te sei­nes Vaters zumin­dest teil­wei­se bei der Berech­nung des Anspruchs des Grund­si­che­rungs­be­zie­hers bedarfs­min­dernd berück­sich­tigt wer­den müs­se. Eben­so wie in den Vor­in­stan­zen das Sozi­al­ge­richt und das Lan­des­so­zi­al­ge­richt blieb die gegen die­sen Bescheid gerich­te­te Kla­ge des Grund­si­che­rungs­be­zie­hers und sei­nes Vaters auch letzt­in­stanz­lich vor dem Bun­des­so­zi­al­ge­richt ohne Erfolg 15.

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de[↑]

Mit sei­ner Ver­fas­sungs­be­schwer­de rüg­te er nun­mehr vor­nehm­lich eine Ver­let­zung sei­nes Anspruchs auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums.

Der Vater des Grund­si­che­rungs­be­zie­hers hat­te zeit­gleich Ver­fas­sungs­be­schwer­de ein­ge­legt, mit der er eine Ver­let­zung von Art. 14 GG rüg­te. Durch die Anrech­nung eines Teils sei­ner Ren­te auf den Bedarf sei­nes Soh­nes wer­de ihm die Ren­te inso­weit ent­zo­gen. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die­se Ver­fas­sungs­be­schwer­de bereits im Jahr 2011 nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men 16: Der Vater selbst bean­trag­te im Aus­gangs­ver­fah­ren kei­ne Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts. Sein Ren­ten­zahl­be­trag wur­de unge­min­dert an ihn aus­ge­zahlt.

Die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts[↑]

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt erach­te­te die Ver­fas­sungs­be­schwer­de zwar für zuläs­sig, aber nicht begrün­det. Die Ent­schei­dung des Gesetz­ge­bers, die Bedarfs­ge­mein­schaft im Grund­si­che­rungs­recht nach § 7 Abs. 3 Nr. 2 SGB II auf voll­jäh­ri­ge Kin­der zu erwei­tern, die das 25. Lebens­jahr noch nicht voll­endet haben, ist sowohl mit Art. 1 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit dem Sozi­al­staats­prin­zip des Arti­kels 20 Abs. 1 GG als auch mit Art. 3 Abs. 1 GG ver­ein­bar. Dies gilt – unab­hän­gig von der Fest­le­gung der Regel­leis­tung selbst 17 – jeden­falls bei einer aus zwei Per­so­nen bestehen­den Bedarfs­ge­mein­schaft für die Bestim­mung der exis­tenz­si­chern­den Leis­tun­gen gemäß dem damals gel­ten­den § 20 Abs. 2 Satz 2 SGB II, auch wenn bei dem erwach­se­nen Kind eine Regel­leis­tung von 80 % der Regel­leis­tung für Allein­ste­hen­de ange­setzt und elter­li­ches Ein­kom­men und Ver­mö­gen nach § 9 Abs. 2 Satz 2 SGB II berück­sich­tigt wird, obwohl die­sem kein Unter­halts­an­spruch kor­re­spon­diert.

Bedarfs­ge­mein­schaft und Exis­tenz­mi­ni­mum[↑]

Die mit­tel­bar ange­grif­fe­nen Rege­lun­gen und die auf ihnen beru­hen­de Ent­schei­dung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts ver­let­zen den Grund­si­che­rungs­be­zie­her durch die Ein­be­zie­hung in eine Bedarfs­ge­mein­schaft mit einem Eltern­teil nicht in sei­nem grund­recht­lich gesi­cher­ten Anspruch auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums aus Art. 1 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art.20 Abs. 1 GG.

Die im Aus­gangs­ver­fah­ren maß­geb­li­che Regel­leis­tung für sons­ti­ge erwerbs­fä­hi­ge Ange­hö­ri­ge einer Bedarfs­ge­mein­schaft nach § 20 Abs. 2 Satz 2 SGB II genügt dem Grund­recht auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums aller­dings inso­weit nicht, als sie von der vol­len Regel­leis­tung nach § 20 Abs. 2 Satz 1 SGB II in der bis zum 31.12 2010 gel­ten­den Fas­sung abge­lei­tet ist. Die­se hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt für mit Art. 1 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art.20 Abs. 1 GG unver­ein­bar erklärt 18. Doch wur­de die Vor­ga­be zur Bestim­mung der Regel­leis­tung in § 20 Abs. 2 Satz 1 SGB II vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Urteil vom 09.02.2010 nicht für nich­tig, son­dern für über­gangs­wei­se wei­ter anwend­bar erklärt, um die Anspruchs­grund­la­ge für exis­tenz­si­chern­de Leis­tun­gen zu erhal­ten 19. Sie war folg­lich im ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Zeit­raum auch der Bestim­mung der Höhe der exis­tenz­si­chern­den Leis­tun­gen für den Grund­si­che­rungs­be­zie­her zugrun­de zu legen. Davon geht auch der Grund­si­che­rungs­be­zie­her selbst aus, der sich mit sei­ner Ver­fas­sungs­be­schwer­de aus­drück­lich nicht gegen die Ablei­tung der Regel­leis­tung für sons­ti­ge erwerbs­fä­hi­ge Hil­fe­be­dürf­ti­ge nach § 20 Abs. 2 Satz 2 SGB II von der bis zum 31.12 2010 fort­gel­ten­den vol­len Regel­leis­tung wen­det.

Der Grund­si­che­rungs­be­zie­her ist durch die Ein­be­zie­hung in die Bedarfs­ge­mein­schaft mit einem Eltern­teil nicht in sei­nen Grund­rech­ten ver­letzt.

Das Grund­ge­setz garan­tiert mit Art. 1 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art.20 Abs. 1 GG ein Grund­recht auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums. Art. 1 Abs. 1 GG begrün­det die­sen Anspruch; das Sozi­al­staats­ge­bot des Art.20 Abs. 1 GG erteilt dem Gesetz­ge­ber den Auf­trag, ein men­schen­wür­di­ges Exis­tenz­mi­ni­mum tat­säch­lich zu sichern. Das Grund­recht ist dem Grun­de nach unver­füg­bar und muss durch einen Leis­tungs­an­spruch ein­ge­löst wer­den, bedarf aber der Kon­kre­ti­sie­rung und ste­ti­gen Aktua­li­sie­rung durch den Gesetz­ge­ber, der die zu erbrin­gen­den Leis­tun­gen an dem jewei­li­gen Ent­wick­lungs­stand des Gemein­we­sens und den bestehen­den Lebens­be­din­gun­gen im Hin­blick auf die kon­kre­ten Bedar­fe der Betrof­fe­nen aus­zu­rich­ten hat. Dem Gesetz­ge­ber steht ein Gestal­tungs­spiel­raum zu 20. Bei des­sen Aus­fül­lung hat er auch völ­ker­recht­li­che Ver­pflich­tun­gen zu berück­sich­ti­gen 21.

Der ver­fas­sungs­recht­lich garan­tier­te Leis­tungs­an­spruch auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums erstreckt sich nur auf die unbe­dingt erfor­der­li­chen Mit­tel zur Siche­rung sowohl der phy­si­schen Exis­tenz als auch zur Siche­rung eines Min­dest­ma­ßes an Teil­ha­be am gesell­schaft­li­chen, kul­tu­rel­len und poli­ti­schen Leben 22.

Der Gesetz­ge­ber muss bei der Aus­ge­stal­tung der Leis­tun­gen zur Siche­rung des men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums die ent­spre­chen­den Bedar­fe der Hil­fe­be­dürf­ti­gen zeit- und rea­li­täts­ge­recht erfas­sen. Ihm kommt ein Gestal­tungs­spiel­raum bei der Bestim­mung von Art und Höhe der Leis­tun­gen zur Siche­rung des Exis­tenz­mi­ni­mums zu. Er hat einen Ent­schei­dungs­spiel­raum bei der Beur­tei­lung der tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­se eben­so wie bei der wer­ten­den Ein­schät­zung des not­wen­di­gen Bedarfs, muss sei­ne Ent­schei­dung jedoch an den kon­kre­ten Bedar­fen der Hil­fe­be­dürf­ti­gen aus­rich­ten 23 und die Leis­tun­gen zur Kon­kre­ti­sie­rung des grund­recht­lich fun­dier­ten Anspruchs müs­sen trag­fä­hig, also durch rea­li­täts­ge­rech­te, schlüs­si­ge Berech­nun­gen sach­lich dif­fe­ren­ziert begrün­det wer­den kön­nen 24. Die Anfor­de­run­gen des Grund­ge­set­zes, tat­säch­lich für eine men­schen­wür­di­ge Exis­tenz Sor­ge zu tra­gen, dür­fen im Ergeb­nis nicht ver­fehlt wer­den 25.

Der Staat hat im Rah­men sei­nes Auf­trags zum Schutz der Men­schen­wür­de und in Aus­fül­lung sei­nes sozi­al­staat­li­chen Gestal­tungs­auf­trags dafür Sor­ge zu tra­gen, dass die mate­ri­el­len Vor­aus­set­zun­gen für die Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Daseins erfüllt wer­den, wenn einem Men­schen die hier­für erfor­der­li­chen not­wen­di­gen mate­ri­el­len Mit­tel weder aus sei­ner Erwerbs­tä­tig­keit noch aus sei­nem Ver­mö­gen oder durch Zuwen­dun­gen Drit­ter zur Ver­fü­gung ste­hen 26. Auch der sozia­le Rechts­staat ist dar­auf ange­wie­sen, dass Mit­tel der All­ge­mein­heit, die zur Hil­fe für deren bedürf­ti­ge Mit­glie­der bestimmt sind, nur in Fäl­len in Anspruch genom­men wer­den, in denen wirk­li­che Bedürf­tig­keit vor­liegt. Bei der Ermitt­lung der Bedürf­tig­keit kann daher grund­sätz­lich auch das Ein­kom­men und Ver­mö­gen von Per­so­nen ein­be­zo­gen wer­den, von denen in einer Gemein­schaft ein gegen­sei­ti­ges Ein­ste­hen in den Not- und Wech­sel­fäl­len des Lebens erwar­tet wer­den kann 27. Das gilt jeden­falls im Rah­men einer Ehe oder einer Lebens­part­ner­schaft und im Ver­hält­nis ein­an­der unter­halts­pflich­ti­ger Ver­wand­ter, soweit wech­sel­sei­ti­ge Unter­halts­an­sprü­che bestehen 28. Aller­dings ist eine Anrech­nung auch dann nicht aus­ge­schlos­sen, wenn zivil­recht­lich kein 29 oder nur ein gerin­ge­rer Unter­halts­an­spruch 30 besteht. Die Anrech­nung darf nur nicht zu einer Benach­tei­li­gung von Ehe und Fami­lie füh­ren (Art. 6 Abs. 1 GG) 31. Maß­ge­bend sind aber inso­weit nicht mög­li­cher­wei­se bestehen­de Rechts­an­sprü­che, son­dern die fak­ti­schen wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se der Hil­fe­be­dürf­ti­gen, also das tat­säch­li­che Wirt­schaf­ten "aus einem Topf" 29. Nicht ange­rech­net wer­den darf, was zu leis­ten die Ver­pflich­te­ten außer­stan­de sind 32 oder was sie ohne recht­li­che Ver­pflich­tun­gen erkenn­bar nicht zu leis­ten bereit sind 33. Eine Gren­ze kann die Anrech­nung auch in der Selbst­be­stim­mung der Betei­lig­ten (Art. 2 Abs. 1 GG) und der Frei­heit in der Gestal­tung des fami­liä­ren Zusam­men­le­bens (Art. 6 Abs. 1 GG) fin­den.

Dem Gestal­tungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers bei der Bemes­sung des Exis­tenz­mi­ni­mums ent­spricht eine zurück­hal­ten­de Kon­trol­le durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt.

Da das Grund­ge­setz selbst kei­ne exak­te Bezif­fe­rung des Anspruchs auf exis­tenz­si­chern­de Leis­tun­gen vor­gibt, beschränkt sich die mate­ri­el­le Kon­trol­le der Höhe von Sozi­al­leis­tun­gen zur Siche­rung einer men­schen­wür­di­gen Exis­tenz dar­auf, ob die Leis­tun­gen evi­dent unzu­rei­chend sind 34. Die­se Kon­trol­le bezieht sich im Wege einer Gesamt­schau 35 auf die Höhe der Leis­tun­gen ins­ge­samt und nicht auf ein­zel­ne Berech­nungs­ele­men­te, die dazu die­nen, die­se Höhe zu bestim­men. Evi­dent unzu­rei­chend sind Sozi­al­leis­tun­gen nur, wenn offen­sicht­lich ist, dass sie in der Gesamt­sum­me kei­nes­falls sicher­stel­len kön­nen, Hil­fe­be­dürf­ti­gen in Deutsch­land ein Leben zu ermög­li­chen, das phy­sisch, sozi­al und kul­tu­rell als men­schen­wür­dig anzu­se­hen ist 36.

Jen­seits die­ser Evi­denz­kon­trol­le über­prüft das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, ob Leis­tun­gen jeweils aktu­ell auf der Grund­la­ge ver­läss­li­cher Zah­len und schlüs­si­ger Berech­nungs­ver­fah­ren im Ergeb­nis zu recht­fer­ti­gen sind. Las­sen sich die Leis­tun­gen nach­voll­zieh­bar und sach­lich dif­fe­ren­ziert trag­fä­hig begrün­den, ste­hen sie mit Art. 1 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art.20 Abs. 1 GG in Ein­klang 37.

Ande­re Grund­rech­te ver­mö­gen für die Bemes­sung des Exis­tenz­mi­ni­mums im Sozi­al­recht grund­sätz­lich kei­ne wei­te­ren Maß­stä­be zu set­zen. Ent­schei­dend ist zur Siche­rung des nach Art. 1 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art.20 Abs. 1 GG gewähr­leis­te­ten Exis­tenz­mi­ni­mums von Ver­fas­sungs wegen allein, dass die­ses für jede indi­vi­du­el­le hil­fe­be­dürf­ti­ge Per­son aus­rei­chend bemes­sen ist 38.

Die ange­grif­fe­ne Ent­schei­dung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts und die mit­tel­bar ange­grif­fe­nen Rege­lun­gen zu den Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen in einer Bedarfs­ge­mein­schaft erwach­se­ner Kin­der mit einem Eltern­teil genü­gen die­sen ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen.

Mit den der gericht­li­chen Ent­schei­dung zugrun­de­lie­gen­den Rege­lun­gen nimmt der Gesetz­ge­ber eine pau­scha­le Bestim­mung exis­tenz­si­chern­der Leis­tun­gen in Bedarfs­ge­mein­schaf­ten vor, indem er den Bedarf für einen Eltern­teil mit einem voll­jäh­ri­gen, unter 25-jäh­ri­gen Kind mit ins­ge­samt 180 % des ent­spre­chen­den Bedarfs zwei­er Allein­ste­hen­der berech­net, hier­von 100 % auf den Eltern­teil und 80 % auf das Kind ver­teilt, zudem elter­li­ches Ver­mö­gen berück­sich­tigt und elter­li­ches Ein­kom­men auf den Bedarf des Kin­des anrech­net, auch wenn die­sem kein Unter­halts­an­spruch gegen den Eltern­teil zusteht. Damit ist die aner­kann­te Leis­tung zur Siche­rung einer men­schen­wür­di­gen Exis­tenz nicht evi­dent unter­schrit­ten (a). Die Leis­tun­gen las­sen sich auch nach­voll­zieh­bar und sach­lich dif­fe­ren­ziert trag­fä­hig begrün­den (b). Mit dem Grund­ge­setz ist es ver­ein­bar, Sozi­al­leis­tun­gen an der Bedürf­tig­keit der Betrof­fe­nen zu ori­en­tie­ren und inso­weit Ein­spa­run­gen zu berück­sich­ti­gen, die im fami­liä­ren Zusam­men­le­ben typi­scher­wei­se auf­tre­ten (aa). Des­glei­chen bestehen kei­ne durch­grei­fen­den ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken gegen die Ent­schei­dung des Gesetz­ge­bers, in eine sol­che Bedarfs­ge­mein­schaft auch erwach­se­ne Kin­der bis zur Voll­endung des 25. Lebens­jah­res ein­zu­be­zie­hen (bb). Es ist mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar, wenn elter­li­ches Ein­kom­men berück­sich­tigt wird, obwohl kei­ne kor­re­spon­die­ren­de Unter­halts­ver­pflich­tung besteht. Das gilt jeden­falls dann, wenn der Eltern­teil tat­säch­lich zum Unter­halt bei­trägt und das Kind des­halb in die Bedarfs­ge­mein­schaft ein­be­zo­gen ist. Das­sel­be gilt, wenn dem Kind ande­ren­falls ein Aus­zug aus der Woh­nung ohne nach­tei­li­ge Fol­gen ermög­licht wird (cc).

Soweit der Grund­si­che­rungs­be­zie­her gel­tend macht, die ihm monat­lich aus­ge­zahl­ten Leis­tun­gen in Höhe von 175, 64 € sei­en evi­dent unzu­rei­chend, über­zeugt dies nicht.

Evi­dent unzu­rei­chend sind Sozi­al­leis­tun­gen nur, wenn offen­sicht­lich ist, dass sie in der Gesamt­sum­me kei­nes­falls sicher­stel­len kön­nen, Hil­fe­be­dürf­ti­gen in Deutsch­land ein Leben zu ermög­li­chen, das phy­sisch, sozi­al und kul­tu­rell als men­schen­wür­dig anzu­se­hen ist 39.

Anhalts­punk­te für eine der­ar­ti­ge oder eine ver­gleich­ba­re Situa­ti­on sind hier nicht erkenn­bar.

Der Gesamt­be­trag der Leis­tun­gen, die für die Exis­tenz­si­che­rung des Grund­si­che­rungs­be­zie­hers aner­kannt wur­den, unter­schrei­tet das zu gewähr­leis­ten­de men­schen­wür­di­ge Exis­tenz­mi­ni­mum nicht evi­dent. Im Aus­gangs­punkt wur­de ein Bedarf in Höhe von 80 % der Regel­leis­tung für Allein­ste­hen­de kon­kret in Höhe von 276 € aner­kannt. Dazu kam der nach der dama­li­gen Rechts­la­ge nach § 24 SGB II aner­kann­te Zuschlag in Höhe von 80 €. Die Gesamt­sum­me ist damit höher als die dama­li­ge Regel­leis­tung für Allein­ste­hen­de. Dass die­se im ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Zeit­raum nicht evi­dent unzu­rei­chend war, hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bereits ent­schie­den 38.

Auch im Hin­blick auf die Höhe der tat­säch­lich gewähr­ten Leis­tun­gen ist eine evi­den­te Unter­de­ckung des men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums nicht ersicht­lich. Zwar sind dem Grund­si­che­rungs­be­zie­her nicht Leis­tun­gen in Höhe des im Aus­gangs­punkt aner­kann­ten Bedarfs, son­dern nur ein gerin­ge­rer Betrag bewil­ligt wor­den. Die­se Höhe der Leis­tun­gen folgt jedoch aus der teil­wei­sen Anrech­nung der Erwerbs­un­fä­hig­keits­ren­te des Vaters auf den aner­kann­ten Bedarf des Grund­si­che­rungs­be­zie­hers, weil der Gesetz­ge­ber mit den ange­grif­fe­nen Rege­lun­gen unter­stellt, dass sein Bedarf durch ent­spre­chen­de Zuwen­dun­gen des Vaters gedeckt ist. Die Berück­sich­ti­gung des Ein­kom­mens des Vaters betrifft inso­fern nicht die Aner­ken­nung not­wen­di­ger Bedar­fe zur Siche­rung einer men­schen­wür­di­gen Exis­tenz, son­dern die Aus­ge­stal­tung der Leis­tun­gen mit Blick auf die Bedürf­tig­keit. Eine evi­den­te Unter­de­ckung ist mit Blick auf der­ar­ti­ge Anrech­nun­gen nur denk­bar, wenn Anhalts­punk­te vor­lie­gen, dass auch mit dem ange­rech­ne­ten Ein­kom­men eine men­schen­wür­di­ge Exis­tenz über­haupt nicht zu sichern wäre. Dafür ist hier jedoch nichts ersicht­lich. Der Vater ver­füg­te jeden­falls tat­säch­lich über hin­rei­chen­de Mit­tel, um zur Exis­tenz­si­che­rung sei­nes Soh­nes bei­zu­tra­gen. Die Tat­sa­che, dass sein Ein­kom­men die unter­halts­recht­li­chen Frei­be­trä­ge nicht über­steigt, ändert dar­an nichts, denn die­se sind nicht auf das zur men­schen­wür­di­gen Exis­tenz Not­wen­di­ge beschränkt.

Auch jen­seits evi­den­ter Ver­fas­sungs­wid­rig­keit kann ein Ver­fas­sungs­ver­stoß nicht fest­ge­stellt wer­den, weil sich die Leis­tun­gen in ihrer Gesamt­hö­he nach­voll­zieh­bar und sach­lich dif­fe­ren­ziert trag­fä­hig begrün­den las­sen.

Die mit­tel­bar ange­grif­fe­ne Rege­lung des § 20 Abs. 2 Satz 2 SGB II, die der Ent­schei­dung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts zugrun­de liegt, ist – unbe­scha­det ihrer Ablei­tung von einer mit der Ver­fas­sung nicht ver­ein­ba­ren Regel­leis­tung nach § 20 Abs. 2 Satz 1 SGB II 40 – mit den Anfor­de­run­gen des Grund­ge­set­zes ver­ein­bar. Es ist von Ver­fas­sungs wegen nicht zu bean­stan­den, zur Gewähr­leis­tung einer men­schen­wür­di­gen Exis­tenz aner­kann­te Sozi­al­leis­tun­gen in Ori­en­tie­rung an der Bedürf­tig­keit der Betrof­fe­nen pau­schal um Ein­spa­run­gen zu kür­zen, die im fami­liä­ren häus­li­chen Zusam­men­le­ben typisch sind.

Die Rege­lung des § 20 Abs. 2 Satz 2 SGB II führt im Ergeb­nis dazu, dass bei einer Bedarfs­ge­mein­schaft aus einem Eltern­teil und einem erwach­se­nen Kind Sozi­al­leis­tun­gen, die den exis­tenz­not­wen­di­gen Bedarf sichern, nur in Höhe von ins­ge­samt 180 % der Regel­leis­tung für Allein­ste­hen­de berück­sich­tigt wer­den. Der Gesetz­ge­ber geht davon aus, dies sei durch gerin­ge­re Kos­ten und dar­aus resul­tie­ren­de Ein­spa­run­gen auf­grund des gemein­sa­men Wirt­schaf­tens zu recht­fer­ti­gen. Dies ist ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den. Es ist hin­rei­chend plau­si­bel, dass jeden­falls in einem Haus­halt zusam­men­le­ben­de Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge umfas­send "aus einem Topf" wirt­schaf­ten. Das hat zur Fol­ge, dass zwei in einem sol­chen Nähe­ver­hält­nis zusam­men­le­ben­de Per­so­nen einen finan­zi­el­len Min­dest­be­darf haben, der unter dem Dop­pel­ten des Bedarfs einer allein­wirt­schaf­ten­den Per­son liegt 41. Daher kann die fami­liä­re Lebens- und Wirt­schafts­ge­mein­schaft durch­aus Anknüp­fungs­punkt für wirt­schaft­li­che Rechts­fol­gen sein, sofern damit kei­ne Benach­tei­li­gung von Ehe oder Fami­lie ein­her­geht, die mit Art. 6 Abs. 1 GG nicht ver­ein­bar wäre 42. Eine sol­che Absen­kung der Regel­leis­tung auf­grund des gemein­sa­men Wirt­schaf­tens in häus­li­cher Gemein­schaft ist als Ori­en­tie­rung von Sozi­al­leis­tun­gen an der Bedürf­tig­keit auch im Sin­ne des sozia­len Rechts­staats gerecht­fer­tigt 43.

Der Ein­wand des Grund­si­che­rungs­be­zie­hers, die Höhe der Regel­leis­tung für jun­ge Erwach­se­ne sei mit 80 % der Regel­leis­tung von Allein­ste­hen­den schlicht gegrif­fen und nicht mit­tels eines sach­ge­rech­ten und trans­pa­ren­ten Ver­fah­rens ermit­telt wor­den, ver­kennt, dass die Ver­fas­sung kei­ne beson­de­ren Vor­ga­ben für das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren macht; ver­langt ist viel­mehr die sach­lich dif­fe­ren­zie­ren­de, im Ergeb­nis trag­fä­hi­ge Begründ­bar­keit der fest­ge­setz­ten Beträ­ge in ihrer Gesamt­hö­he 44. Davon ist hier unter Berück­sich­ti­gung des Ent­schei­dungs­spiel­rau­mes des Gesetz­ge­bers in der Beur­tei­lung der tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­se 45 aus­zu­ge­hen.

Die Annah­me, das Hin­zu­tre­ten eines wei­te­ren Erwach­se­nen zu einer Bedarfs­ge­mein­schaft füh­re zu einer regel­be­darfs­re­le­van­ten Ein­spa­rung von 20 %, kann sich zumin­dest für die Zwei-Per­so­nen-Bedarfs­ge­mein­schaft in der Gesamt­be­trach­tung auf eine aus­rei­chen­de empi­ri­sche Grund­la­ge stüt­zen. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat für Part­ne­rin­nen und Part­ner bereits aus­drück­lich gebil­ligt, dass der Bedarf einer wei­te­ren erwach­se­nen Per­son in einer Bedarfs­ge­mein­schaft in einer Höhe von ins­ge­samt 180 % für zwei Per­so­nen von dem sta­tis­tisch ermit­tel­ten Bedarf der Allein­ste­hen­den abge­lei­tet wer­den darf 46, da die Erhe­bung nach Haus­hal­ten geeig­net sei, den tat­säch­li­chen Bedarf auch für sol­che Lebens­si­tua­tio­nen zu ermit­teln. Inso­fern ist die Bestim­mung des Regel­be­darfs zwei­er zusam­men­le­ben­der und gemein­sam wirt­schaf­ten­der Erwach­se­ner in Höhe von 90 % des im SGB II für eine allein­ste­hen­de Per­son gel­ten­den Regel­be­darfs nicht zu bean­stan­den 47. Nach wie vor feh­len zwar Daten zu den rele­van­ten Haus­hal­ten, zum Ver­wandt­schafts­ver­hält­nis oder zum Kon­sum­ver­hal­ten in der Ein­kom­mens- und Ver­brauchs­stich­pro­be (EVS), die der Gesetz­ge­ber zur Bestim­mung des exis­tenz­si­chern­den Bedarfs nutzt 48. Doch sind auch kei­ne Anhalts­punk­te dafür ersicht­lich, war­um ein erwach­se­nes Kind, das – wie der Grund­si­che­rungs­be­zie­her – nur mit einem Eltern­teil zusam­men lebt, einen höhe­ren Bedarf haben soll als der hin­zu­tre­ten­de Erwach­se­ne in einem Paar­haus­halt 49. Nicht zu ent­schei­den ist im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren aller­dings, ob und gege­be­nen­falls ab wel­cher Anzahl hin­zu­tre­ten­der Per­so­nen eine Siche­rung des men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums nicht mehr gewähr­leis­tet ist, wenn für jede die­ser wei­te­ren Per­so­nen eine um 20 % gerin­ge­re Regel­leis­tung berech­net wird. Die Annah­me, dass der fami­liä­re Zwei­per­so­nen­haus­halt Ein­spa­run­gen ermög­licht, auf­grund derer eine men­schen­wür­di­ge Exis­tenz auch mit auf 180 % der Regel­leis­tung ver­min­der­ten Leis­tun­gen gesi­chert ist, bewegt sich jeden­falls in dem Ent­schei­dungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers.

Es ist ver­fas­sungs­recht­lich auch nicht zu bean­stan­den, die Leis­tun­gen in der Zwei-Per­so­nen-Bedarfs­ge­mein­schaft – abwei­chend von in Bedarfs­ge­mein­schaft leben­den Part­ne­rin­nen und Part­nern (vgl. damals § 20 Abs. 3 SGB II) – ungleich zu ver­tei­len. Nach § 20 Abs. 2 Satz 2 SGB II wer­den in der Bedarfs­ge­mein­schaft aus einem Eltern­teil und einem erwach­se­nen Kind die­sem nur 80 % der Regel­leis­tung nach § 20 Abs. 2 Satz 1 SGB II gewährt, dem Eltern­teil hin­ge­gen die vol­le Regel­leis­tung. Auch hier ist der Ent­schei­dungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers bei der Beur­tei­lung der tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­se und sein Gestal­tungs­spiel­raum bei der Art und Höhe der jewei­li­gen Leis­tun­gen zu berück­sich­ti­gen 45. Es erscheint hin­rei­chend plau­si­bel, wenn der Gesetz­ge­ber davon aus­geht, dass Eltern in häus­li­cher Gemein­schaft auch mit einem erwach­se­nen Kind regel­mä­ßig den über­wie­gen­den Teil der Kos­ten von Woh­nungs­aus­stat­tung, Haus­rat oder etwa einer Tages­zei­tung oder ande­ren Medi­en­dienst­leis­tun­gen tra­gen und auf genaue Abrech­nun­gen wie unter Frem­den ver­zich­ten 50. Daher ist ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den, wenn der Gesetz­ge­ber in der Bedarfs­ge­mein­schaft in § 20 Abs. 2 Satz 2 SGB II für ein Kind einen gerin­ge­ren Exis­tenz­si­che­rungs­be­darf ansetzt als für den Eltern­teil.

Es ist mit den Anfor­de­run­gen des Grund­ge­set­zes auch ver­ein­bar, dass der Gesetz­ge­ber die Bedarfs­ge­mein­schaft in § 7 Abs. 3 Nr. 2 SGB II auf erwach­se­ne Kin­der bis zur Voll­endung des 25. Lebens­jah­res aus­ge­wei­tet und deren Leis­tungs­hö­he nach dem Lebens­al­ter bestimmt hat. Ent­ge­gen dem zen­tra­len Ein­wand des Grund­si­che­rungs­be­zie­hers bestehen gegen die Ein­be­zie­hung erwach­se­ner Kin­der in die Bedarfs­ge­mein­schaft mit einem Eltern­teil kei­ne durch­grei­fen­den ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken.

Der Anspruch auf exis­tenz­si­chern­de Leis­tun­gen ist nach Maß­ga­be von Art. 1 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art.20 Abs. 1 GG so aus­zu­ge­stal­ten, dass er stets den gesam­ten exis­tenz­not­wen­di­gen Bedarf jedes indi­vi­du­el­len Grund­rechts­trä­gers deckt 51. Der Bedarf muss damit auch für Men­schen unter­schied­li­chen Alters rea­li­täts­ge­recht bestimmt wer­den. So dür­fen etwa Kin­der nicht pau­schal als "klei­ne Erwach­se­ne" behan­delt wer­den, son­dern ihr Bedarf ist ori­en­tiert an trag­fä­hi­gen Erkennt­nis­sen sach­ge­recht zu berück­sich­ti­gen 52. Ein schlich­ter Ver­weis auf die Lebens­er­fah­rung genügt für Dif­fe­ren­zie­run­gen in der Leis­tungs­hö­he nicht. Viel­mehr muss der Gesetz­ge­ber, wenn er Sozi­al­leis­tun­gen nach dem Lebens­al­ter staf­felt, auf die alters­ty­pi­sche Ent­wick­lung 53 Rück­sicht neh­men. Dabei hat er auch zu berück­sich­ti­gen, dass mit zuneh­men­dem Alter eines Kin­des sein Recht auf Selbst­be­stim­mung und Teil­ha­be an Gewicht zunimmt 54; der Gesetz­ge­ber kann die Aus­ge­stal­tung der Sozi­al­leis­tun­gen inso­weit auch dann an den tat­säch­li­chen Umstän­den ori­en­tie­ren, wenn die Betrof­fe­nen die Voll­jäh­rig­keit erreicht haben und die­se Rech­te unein­ge­schränkt genie­ßen.

Mit die­sen Anfor­de­run­gen ist die Rege­lung des § 7 Abs. 3 Nr. 2 SGB II zu ver­ein­ba­ren, wonach auch ein erwach­se­nes Kind bis zum voll­ende­ten 25. Lebens­jahr in einer Bedarfs­ge­mein­schaft mit einem Eltern­teil gerin­ge­re Leis­tun­gen erhält als ein über 25-jäh­ri­ges Kind. Die­se Alters­gren­ze der Ein­be­zie­hung von Kin­dern in die Bedarfs­ge­mein­schaft ist sach­lich begründ­bar. Der Gesetz­ge­ber ori­en­tiert sich mit dem Ende des 25. Lebens­jah­res an einem häu­fi­gen, jeden­falls nicht unty­pi­schen Zeit­punkt des Errei­chens öko­no­mi­scher Eigen­stän­dig­keit sowie am empi­risch beleg­ten län­ge­ren Ver­bleib von Kin­dern im Eltern­haus 55. Zwar trifft der Ein­wand des Grund­si­che­rungs­be­zie­hers und der Ver­bän­de zu, dass sich mit Voll­endung des 25. Lebens­jah­res die Eltern-Kind-Bezie­hung nicht auto­ma­tisch wesent­lich ändert. Doch gilt dies für jede – auch für die vor­ma­li­ge, auf 18 Jah­re gesetz­te – Alters­gren­ze; denn die leib­li­che und see­li­sche Ent­wick­lung ist nicht an das nume­ri­sche Alter gebun­den, son­dern einem indi­vi­du­ell sehr unter­schied­li­chen Pro­zess unter­wor­fen. Auch trifft es zu, dass die beruf­li­che Aus­bil­dung nicht immer mit einem bestimm­ten Lebens­al­ter in dem Sin­ne abge­schlos­sen ist, dass Men­schen dann öko­no­misch auf eige­nen Füßen stün­den 56. Doch liegt es im Ent­schei­dungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers, eine Rege­lung zur Aus­ge­stal­tung exis­tenz­si­chern­der Leis­tun­gen in Ori­en­tie­rung an der kon­kre­ten Bedürf­tig­keit der Leis­tungs­be­rech­tig­ten auf die­se typi­sie­ren­de Ein­schät­zung der tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­se zu grün­den, die auch im Übri­gen nicht sach­wid­rig erscheint. So trägt der Gesetz­ge­ber mit der Gren­ze der Voll­endung des 25. Lebens­jah­res auch dem Ein­wand der Ver­bän­de Rech­nung, dass der Ein­stands­wil­le von Eltern mit dem Alter ihrer Kin­der abnimmt.

Die ange­grif­fe­ne Ent­schei­dung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts und die ihr zugrun­de­lie­gen­den Rege­lun­gen ver­let­zen den Grund­si­che­rungs­be­zie­her nicht in sei­nem Grund­recht auf Gewäh­rung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums, soweit sie bei der Bestim­mung der Leis­tungs­hö­he unter­stel­len, sein Vater wer­de ihn in der Bedarfs­ge­mein­schaft unter­hal­ten, auch wenn es an einem kor­re­spon­die­ren­den, recht­lich durch­setz­ba­ren Unter­halts­an­spruch fehlt.

Der Grund­si­che­rungs­be­zie­her hat kei­nen Unter­halts­an­spruch nach §§ 1601 ff. BGB gegen sei­nen Vater, weil er eine Aus­bil­dung abge­schlos­sen hat und der Vater nicht über Mit­tel in für die Unter­halts­pflicht maß­geb­li­cher Höhe ver­fügt. Damit besteht das Risi­ko einer Unter­de­ckung in der fami­liä­ren Zwei-Per­so­nen-Bedarfs­ge­mein­schaft, wenn der Vater sich ernst­haft wei­gert, zur Exis­tenz­si­che­rung des Kin­des bei­zu­tra­gen, elter­li­ches Ein­kom­men und Ver­mö­gen aber gleich­wohl nach § 9 Abs. 2 Satz 2 SGB II bedarfs­min­dernd berück­sich­tigt wird. Folg­lich hat der Ein­wand, der Grund­si­che­rungs­be­zie­her kön­ne nur auf Leis­tun­gen ver­wie­sen wer­den, die ihm auch tat­säch­lich zur Ver­fü­gung stün­den, durch­aus Gewicht. Exis­tenz­si­chern­de Leis­tun­gen müs­sen durch einen Anspruch gesi­chert sein 57 und der Gesetz­ge­ber muss dafür Sor­ge tra­gen, dass der exis­ten­zi­el­le Bedarf tat­säch­lich gesi­chert ist und so die Gewähr­leis­tung einer men­schen­wür­di­gen Exis­tenz nicht ver­fehlt wird 58. Daher müs­sen auf­tre­ten­de Unter­de­ckun­gen ent­we­der aus­ge­gli­chen wer­den kön­nen oder es muss ein geson­der­ter Anspruch auf Aus­gleich im Bedarfs­fall bestehen 59.

Doch spricht es nicht grund­sätz­lich gegen die Anrech­nung elter­li­chen Ein­kom­mens und Ver­mö­gens auf die Leis­tun­gen zur Siche­rung der men­schen­wür­di­gen Exis­tenz, dass das Kind nicht immer einen kon­kre­ten durch­setz­ba­ren Unter­halts­an­spruch in Höhe des ange­rech­ne­ten Ein­kom­mens hat. Die Anfor­de­rung, das Exis­tenz­mi­ni­mum müs­se durch einen Anspruch gesi­chert sein, bezieht sich auf das Erfor­der­nis eines Par­la­ments­ge­set­zes zur Bestim­mung der exis­tenz­si­chern­den Leis­tun­gen, weil die­se nicht der frei­en Ent­schei­dung der Ver­wal­tung über­las­sen blei­ben dür­fen. Ein sol­ches Gesetz ist hier mit dem Zwei­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch und spe­zi­ell mit den Rege­lun­gen in §§ 7, 9 und 20 SGB II vor­han­den. Indem die gesetz­li­chen Bestim­mun­gen zur Höhe des Anspruchs eine Anrech­nung des elter­li­chen Ein­kom­mens vor­se­hen, wird der gesetz­li­che Anspruch auf Exis­tenz­si­che­rung nicht besei­tigt, son­dern nur der indi­vi­du­el­le Leis­tungs­an­spruch gegen den Trä­ger der Grund­si­che­rung in Anknüp­fung an die tat­säch­li­chen Umstän­de beschränkt.

Dies begeg­net auch in der Sache kei­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken. Der Gesetz­ge­ber ist zur Bereit­stel­lung von Mit­teln zur Siche­rung einer men­schen­wür­di­gen Exis­tenz nur in dem Umfang ver­pflich­tet, in dem die hier­für erfor­der­li­chen mate­ri­el­len Mit­tel nicht aus eige­ner Erwerbs­tä­tig­keit, eige­nem Ver­mö­gen oder durch Zuwen­dun­gen Drit­ter zur Ver­fü­gung ste­hen 26. Er geht hier plau­si­bel begründ­bar davon aus, dass die (ergän­zen­de) Exis­tenz­si­che­rung durch Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen nur in einem Umfang erfor­der­lich ist, in dem sie nicht durch Mit­glie­der einer häus­li­chen und fami­liä­ren Gemein­schaft erfolgt, weil anzu­neh­men ist, dass die­se in beson­de­rer Wei­se für­ein­an­der ein­ste­hen und bereit sind, ihren Lebens­un­ter­halt auch jen­seits zwin­gen­der recht­li­cher Ver­pflich­tun­gen gegen­sei­tig zu sichern. Im Ver­hält­nis zwi­schen Eltern und (voll­jäh­ri­gen) Kin­dern im gemein­sa­men Haus­halt wird der Grund­si­che­rungs­be­zie­her also nicht auf im Belie­ben Drit­ter ste­hen­de Almo­sen ver­wie­sen, son­dern auf Mit­tel inner­halb der Fami­lie, bei denen der Gesetz­ge­ber davon aus­ge­hen darf, dass sie in fami­liä­rer Ver­bun­den­heit und Soli­da­ri­tät tat­säch­lich erbracht wer­den. Die­se Ein­kom­mens­an­rech­nung ver­letzt auch nicht die durch Art. 6 Abs. 1 GG geschütz­te Frei­heit, über die Art und Wei­se der Gestal­tung fami­liä­ren Zusam­men­le­bens selbst zu ent­schei­den 60, denn der Gesetz­ge­ber knüpft hier für wirt­schaft­li­che Rechts­fol­gen – ohne die Fami­lie zu dis­kri­mi­nie­ren – ledig­lich an die fami­liä­re Lebens- und Wirt­schafts­ge­mein­schaft an 42. Grund­sätz­lich bestimmt § 3 Abs. 3 SGB II, dass Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts nur erbracht wer­den, wenn die Hil­fe­be­dürf­tig­keit nicht ander­wei­tig besei­tigt wer­den kann. Hier kann der Gesetz­ge­ber davon aus­ge­hen, dass ein­an­der nahe­ste­hen­de Men­schen zur Siche­rung ihrer Exis­tenz typi­scher­wei­se ihre vor­han­de­nen Mit­tel – wie hier die Erwerbs­un­fä­hig­keits­ren­te des Vaters – mit­ein­an­der tei­len 61.

Ent­schei­dend ist damit, dass eine Unter­de­ckung tat­säch­lich ver­hin­dert wird. Das ist vor­lie­gend der Fall, weil das Kind im Fall der Ver­wei­ge­rung der Exis­tenz­si­che­rung durch den Vater ent­we­der nicht in die Bedarfs­ge­mein­schaft ein­be­zo­gen und folg­lich kein Ein­kom­men und Ver­mö­gen ange­rech­net wird, oder aber ein Aus­zug aus der häus­li­chen Gemein­schaft ohne leis­tungs­recht­lich nach­tei­li­ge Fol­ge mög­lich ist.

Ste­hen Eltern und Kin­der im kon­kre­ten Fall tat­säch­lich nicht für­ein­an­der ein, greift die Fik­ti­on einer Bedarfs­ge­mein­schaft zwi­schen ihnen nicht. Zwar setzt die Annah­me einer Bedarfs­ge­mein­schaft nach der gesetz­li­chen Rege­lung des § 7 Abs. 3 Nr. 2 SGB II aus­drück­lich kei­nen Ein­stands­wil­len vor­aus; gefor­dert wird jedoch nicht etwa nur das blo­ße Zusam­men­woh­nen, son­dern die Zuge­hö­rig­keit zu einem gemein­sa­men Haus­halt. Von einer sol­chen kann nur aus­ge­gan­gen wer­den, wenn Men­schen tat­säch­lich für­ein­an­der ein­ste­hen. Der Gesetz­ge­ber darf sich von der plau­si­blen Annah­me lei­ten las­sen, dass eine ver­wandt­schaft­li­che Bin­dung in der Kern­fa­mi­lie, also zwi­schen Eltern und Kin­dern, grund­sätz­lich so eng ist, dass ein gegen­sei­ti­ges Ein­ste­hen in den Not- und Wech­sel­fäl­len des Lebens erwar­tet wer­den kann und regel­mä­ßig "aus einem Topf" gewirt­schaf­tet wird 62. Wei­gern sich Eltern aber ernst­haft, für ihre nicht unter­halts­be­rech­tig­ten Kin­der ein­zu­ste­hen, fehlt es an einem gemein­sa­men Haus­halt und damit auch an der Vor­aus­set­zung einer Bedarfs­ge­mein­schaft; eine Berück­sich­ti­gung von Ein­kom­men und Ver­mö­gen nach § 9 Abs. 2 Satz 2 SGB II schei­det dann aus 63.

Das in der damals maß­geb­li­chen Fas­sung des § 22 Abs. 2a SGB II (heu­te § 22 Abs. 5 SGB II) nor­mier­te Erfor­der­nis, vor einem Umzug, mit dem ein Kind sich aus der Bedarfs­ge­mein­schaft mit den Eltern löst, die Zustim­mung des Leis­tungs­trä­gers zur Berück­sich­ti­gung der künf­ti­gen Auf­wen­dun­gen für Unter­kunft und Hei­zung ein­zu­ho­len, steht der Anrech­nung elter­li­chen Ein­kom­mens eben­falls nicht ent­ge­gen. Dabei ist hier nicht zu ent­schei­den, ob es ver­fas­sungs­recht­lich zu recht­fer­ti­gen ist, Bedürf­ti­gen bei Aus­zug aus der Woh­nung einer Bedarfs­ge­mein­schaft ohne Zustim­mung des Leis­tungs­trä­gers wei­ter nur 80 % der exis­tenz­si­chern­den Regel­leis­tung für Allein­ste­hen­de und kei­ner­lei Kos­ten der Unter­kunft und Hei­zung zu zah­len, obgleich der exis­tenz­not­wen­di­ge Bedarf stets zu sichern ist 58. Der Grund­si­che­rungs­be­zie­her will aus­drück­lich nicht aus­zie­hen und hat die­se Rege­lung auch nicht mit­tel­bar ange­grif­fen. Die Vor­ga­be des (dama­li­gen) § 22 Abs. 2a SGB II ist aber inso­fern zu berück­sich­ti­gen, als sie Teil der hier mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de ange­grif­fe­nen gesetz­ge­be­ri­schen Ent­schei­dung ist, auch erwach­se­ne Kin­der als Mit­glie­der einer Bedarfs­ge­mein­schaft mit ihren Eltern oder einem Eltern­teil zu betrach­ten, und damit die Mög­lich­keit eines Kin­des beschränkt wird, die vol­le Regel­leis­tung ohne Anrech­nung elter­li­chen Ein­kom­mens und Ver­mö­gens zu erlan­gen. Die Erwei­te­rung der Bedarfs­ge­mein­schaft in § 7 Abs. 3 Nr. 2 und 4 SGB II auf voll­jäh­ri­ge Kin­der bis zur Voll­endung des 25. Lebens­jah­res wur­de zusam­men mit dem Umzugs­vor­be­halt (damals) in § 22 Abs. 2a SGB II nor­miert, denn der Gesetz­ge­ber woll­te damit uner­wünsch­te Anrei­z­ef­fek­te ver­hin­dern 64. Die Rege­lun­gen soll­ten aus­weis­lich der Aus­füh­run­gen des Aus­schus­ses für Arbeit und Sozia­les im Deut­schen Bun­des­tag den Anreiz ver­min­dern, durch Aus­zug in eine eige­ne Woh­nung einen Anspruch auf die Regel­leis­tung in vol­ler Höhe zu erlan­gen 65. Der Gesetz­ge­ber mutet es den Betrof­fe­nen daher zu, bei einem Umzug ohne Zusi­che­rung des Leis­tungs­trä­gers bis zur Voll­endung des 25. Lebens­jah­res auch in einem eige­nen Haus­halt ledig­lich 80 % der Regel­leis­tung für Allein­ste­hen­de und kei­ne Leis­tun­gen für Unter­kunft und Hei­zung zu erhal­ten. Zur Begrün­dung heißt es, dass der Leis­tungs­aus­schluss regel­mä­ßig nur von kür­ze­rer Dau­er sei, da Jugend­li­che nach § 3 Abs. 2 SGB II unver­züg­lich in eine Arbeit, Aus­bil­dung oder Arbeits­ge­le­gen­heit zu ver­mit­teln sei­en 66.

Die Norm sta­tu­iert ledig­lich einen Vor­be­halt, kein Ver­bot. In Fäl­len, in denen das Exis­tenz­mi­ni­mum durch die Fami­lie tat­säch­lich nicht gewähr­leis­tet wird, ist daher auch die Zustim­mung zum Umzug im Wege der Zusi­che­rung nach § 22 Abs. 2a SGB II – heu­te nach § 22 Abs. 5 SGB II – zu ertei­len. Wenn es unüber­brück­ba­re Zer­würf­nis­se zwi­schen Eltern und Kin­dern gibt oder die Eltern ernst­haft eine über die Unter­halts­pflich­ten hin­aus­ge­hen­de Unter­stüt­zung ver­wei­gern, trägt die Annah­me wech­sel­sei­ti­gen Ein­ste­hens für­ein­an­der offen­sicht­lich nicht mehr. Die Vor­schrift ist auch nach der fach­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung 67 so zu ver­ste­hen, dass an die Ertei­lung der Zusi­che­rung auch unter ange­mes­se­ner Berück­sich­ti­gung des Selbst­be­stim­mungs­rechts des erwach­se­nen Kin­des kei­ne über­mä­ßi­gen Anfor­de­run­gen gestellt wer­den dür­fen. Damit wird die Mög­lich­keit, die Bedarfs­ge­mein­schaft im Fall tat­säch­lich feh­len­der Unter­stüt­zung zu ver­las­sen und dann Ansprü­che auf Exis­tenz­si­che­rung in vol­ler Höhe und auch hin­sicht­lich der Kos­ten für eine eige­ne Woh­nung gel­tend zu machen, zwar erschwert, aber nicht ver­stellt. Ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu recht­fer­ti­gen wäre das nur, wenn das Nach­su­chen um die vor­he­ri­ge Zusi­che­rung des Leis­tungs­trä­gers unzu­mut­bar wäre. Dafür ist nichts ersicht­lich. Auch das Wis­sen um Miss­stän­de in Fami­li­en ver­wehrt es dem Gesetz­ge­ber nicht, sich am Regel­fall zu ori­en­tie­ren, dass Mit­glie­der einer Fami­lie für­ein­an­der ein­ste­hen. Zudem kann der Ver­bleib im elter­li­chen Haus­halt über die Voll­jäh­rig­keit hin­aus als Indiz für die dort erfah­re­ne (auch finan­zi­el­le) Unter­stüt­zung ver­stan­den wer­den. Schließ­lich ist das Zusi­che­rungs­er­for­der­nis, das dazu dient, die eige­ne Bedürf­tig­keit nicht zu ver­grö­ßern, wenn sie zumut­bar gerin­ger gehal­ten wer­den kann, als Ein­schrän­kung des Selbst­be­stim­mungs­rechts des Kin­des zu recht­fer­ti­gen.

Gleich­be­hand­lung – und die Alters­gren­ze bei 25[↑]

Die unter­schied­li­che Aus­ge­stal­tung der Leis­tun­gen zur Exis­tenz­si­che­rung für unter- und über 25-jäh­ri­ge Kin­der in Bedarfs­ge­mein­schaft mit ihren Eltern oder einem Eltern­teil sowie zwi­schen im elter­li­chen Haus­halt leben­den voll­jäh­ri­gen Kin­dern im Zwei­ten Buch und Zwölf­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch ist mit den Anfor­de­run­gen des all­ge­mei­nen Gleich­heits­sat­zes in Art. 3 Abs. 1 GG ver­ein­bar.

Art. 3 Abs. 1 GG gebie­tet, alle Men­schen vor dem Gesetz gleich zu behan­deln. Dabei ver­wehrt Art. 3 Abs. 1 GG dem Gesetz­ge­ber nicht jede Dif­fe­ren­zie­rung. Dif­fe­ren­zie­run­gen bedür­fen jedoch stets der Recht­fer­ti­gung durch Sach­grün­de, die dem Ziel und dem Aus­maß der Ungleich­be­hand­lung ange­mes­sen sind. Dabei gilt ein stu­fen­lo­ser, am Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit ori­en­tier­ter ver­fas­sungs­recht­li­cher Prü­fungs­maß­stab, des­sen Inhalt und Gren­zen sich nicht abs­trakt, son­dern nur nach den jeweils betrof­fe­nen unter­schied­li­chen Sach- und Rege­lungs­be­rei­chen bestim­men las­sen. Hin­sicht­lich der ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen an den die Ungleich­be­hand­lung tra­gen­den Sach­grund erge­ben sich aus dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz je nach Rege­lungs­ge­gen­stand und Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­ma­len unter­schied­li­che Gren­zen für den Gesetz­ge­ber, die von gelo­cker­ten, auf das Will­kür­ver­bot beschränk­ten Bin­dun­gen bis hin zu stren­gen Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­er­for­der­nis­sen rei­chen kön­nen. Eine stren­ge­re Bin­dung des Gesetz­ge­bers kann sich aus Frei­heits­rech­ten erge­ben. Zudem ver­schär­fen sich die ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen, je weni­ger die Merk­ma­le, an die die gesetz­li­che Dif­fe­ren­zie­rung anknüpft, für den Ein­zel­nen ver­füg­bar sind 68. Ein sol­ches Merk­mal ist das Lebens­al­ter 69. Umge­kehrt erwei­tern sich mit abneh­men­der Prü­fungs­stren­ge die Gestal­tungs- und Bewer­tungs­spiel­räu­me des Gesetz­ge­bers bei stei­gen­der "Typi­sie­rungs­to­le­ranz" 70. Die­se ist im Bereich der leis­ten­den Mas­sen­ver­wal­tung beson­ders groß.

Die Ent­schei­dung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts und die mit­tel­bar ange­grif­fe­nen Rege­lun­gen genü­gen die­sen Anfor­de­run­gen.

Die mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de mit­tel­bar ange­grif­fe­ne Rege­lung über die Zuge­hö­rig­keit von erwach­se­nen Kin­dern zur Bedarfs­ge­mein­schaft ihrer Eltern oder eines Eltern­teils in § 7 Abs. 3 Nr. 2 SGB II berührt das Selbst­be­stim­mungs­recht des Kin­des aus Art. 2 Abs. 1 GG und das Grund­recht auf freie Gestal­tung des fami­liä­ren Zusam­men­le­bens aus Art. 6 Abs. 1 GG. Zudem knüpft der Gesetz­ge­ber an das Lebens­al­ter als indi­vi­du­ell unver­füg­ba­res Merk­mal an. Daher genügt zur Recht­fer­ti­gung der Unter­schei­dung zwi­schen unter- und über 25-jäh­ri­gen Kin­dern nicht die schlich­te Will­kürfrei­heit. Die Rege­lung hält jedoch auch stren­ge­ren Recht­fer­ti­gungs­an­for­de­run­gen stand. Sie ver­folgt ein legi­ti­mes Ziel und ist zu des­sen Errei­chung geeig­net, erfor­der­lich und ange­mes­sen.

Der Gesetz­ge­ber bezieht erwach­se­ne Kin­der bis zur Voll­endung des 25. Lebens­jah­res in die Bedarfs­ge­mein­schaft ein, weil er damit das legi­ti­me Ziel ver­folgt, Ansprü­che auf Sozi­al­leis­tun­gen in Scho­nung der Soli­dar­ge­mein­schaft an der kon­kre­ten Bedürf­tig­keit der leis­tungs­be­rech­tig­ten Per­so­nen aus­zu­rich­ten. Dafür ist die Ori­en­tie­rung am Zusam­men­le­ben und am Lebens­al­ter geeig­net, denn die Annah­me, dass zusam­men­le­ben­de Eltern und Kin­der über das 18. Lebens­jahr hin­aus "aus einem Topf" wirt­schaf­ten, ist plau­si­bel. Die­se Berück­sich­ti­gung von Ein­spa­run­gen durch gemein­sa­mes Haus­hal­ten ist auch ange­zeigt, weil dies nicht not­wen­di­ge Leis­tun­gen ver­mei­det. Ein mil­de­res Mit­tel, das hier glei­che Effek­te für die Scho­nung der Soli­dar­ge­mein­schaft erzie­len könn­te wie die Redu­zie­rung der Regel­leis­tung und die Berück­sich­ti­gung von Ver­mö­gen und Ein­kom­men des Eltern­teils auf grund­sätz­lich aner­kann­te exis­tenz­si­chern­de Leis­tun­gen bis zu einer bestimm­ten Alters­gren­ze, ist nicht ersicht­lich. Die Ungleich­be­hand­lung zwi­schen über und unter 25-jäh­ri­gen Kin­dern im elter­li­chen Haus­halt ist auch zumut­bar. Kommt es zu einer ernst­li­chen Ver­wei­ge­rung der Unter­stüt­zung, schei­den Kin­der bereits vor Voll­endung des 25. Lebens­jah­res aus der Bedarfs­ge­mein­schaft mit der Fol­ge aus, dass ihnen die vol­le Regel­leis­tung zusteht und eine Ein­kom­mens­an­rech­nung nicht statt­fin­det; sie dür­fen dann ohne Anspruchs­ver­lus­te aus­zie­hen.

Die Ungleich­be­hand­lung des Grund­si­che­rungs­be­zie­hers im Ver­gleich mit Per­so­nen, die Ansprü­che aus ande­ren Siche­rungs­sys­te­men haben, ist im Lich­te der all­ge­mei­nen Anfor­de­run­gen aus Art. 3 Abs. 1 GG eben­falls zu recht­fer­ti­gen.

Der Gesetz­ge­ber hat Leis­tun­gen zur Exis­tenz­si­che­rung für Eltern und Kin­der in unter­schied­li­chen Leis­tungs­sys­te­men unter­schied­lich aus­ge­stal­tet. Er behan­delt hier den Grund­si­che­rungs­be­zie­her im Sys­tem des Zwei­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch mit den Regeln der Bedarfs­ge­mein­schaft zu sei­nem Nach­teil anders als ein voll­jäh­ri­ges Kind in der Ein­stands­ge­mein­schaft, wie sie im Zwölf­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch nor­miert ist. Dort wird Ein­kom­men und Ver­mö­gen nicht über das 18. Lebens­jahr hin­aus ange­rech­net. Die Ziel­grup­pen der jewei­li­gen Siche­rungs­sys­te­me unter­schei­den sich in einem Maße von­ein­an­der, das es bereits frag­lich erschei­nen lässt, ob über­haupt ver­gleich­ba­re Sach­ver­hal­te vor­lie­gen; jeden­falls sind unter­schied­li­che Anrech­nungs­re­geln sach­lich gerecht­fer­tigt. Das Zwölf­te Buch Sozi­al­ge­setz­buch erfasst Hil­fe­be­dürf­ti­ge, die ent­we­der ins­be­son­de­re vor­über­ge­hend (Drit­tes Kapi­tel) oder dau­er­haft voll erwerbs­ge­min­dert (Vier­tes Kapi­tel), deren Mög­lich­kei­ten, sich selbst zu unter­hal­ten, also deut­lich ein­ge­schränkt sind. Des­halb hat der Gesetz­ge­ber ent­schie­den, dass Ein­kom­men der Eltern nicht auf Leis­tun­gen an ent­spre­chend erwerbs­ge­min­der­te, voll­jäh­ri­ge Kin­der anzu­rech­nen ist, die noch bei ihren Eltern woh­nen, um so ihre Selbst­stän­dig­keit zu stär­ken. Dem­ge­gen­über zielt das Zwei­te Buch Sozi­al­ge­setz­buch auf Bedürf­ti­ge, die ihren Lebens­un­ter­halt grund­sätz­lich selbst sichern könn­ten. Die Leis­tun­gen zur Exis­tenz­si­che­rung wer­den vor­über­ge­hend gewährt und sie wer­den durch Leis­tun­gen zur Ver­mitt­lung in Arbeit ergänzt. Die­se Unter­schie­de genü­gen, um auch unter­schied­li­che Anrech­nungs­re­geln sach­lich zu begrün­den.

80% der Regel­leis­tung für den Sohn[↑]

Soweit der ange­grif­fe­ne Satz von 80 % der Regel­leis­tung (§ 20 Abs. 2 Satz 2 SGB II) von der bis zum 31.12 2010 fort­gel­ten­den vol­len Regel­leis­tung abge­lei­tet ist, bezieht er sich zwar auf einen Aus­gangs­punkt, der den Anfor­de­run­gen des Grund­ge­set­zes nicht ent­sprach 71. Die vol­le Regel­leis­tung nach § 20 Abs. 2 Satz 1 SGB II galt jedoch trotz Unver­ein­bar­keit mit dem Grund­ge­setz bis zur Neu­re­ge­lung fort 19. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt muss­te die Vor­schrift damit auch inso­weit sei­ner Ent­schei­dung zugrun­de legen. Die dann rück­wir­kend zum 1.01.2011 in Kraft getre­te­ne vol­le Regel­leis­tung ist ver­fas­sungs­ge­mäß 72.

Im Übri­gen sind die mit­tel­bar ange­grif­fe­nen Vor­schrif­ten der § 7 Abs. 3 Nr. 2, § 9 Abs. 2 Satz 2 und § 20 Abs. 2 Satz 2 (heu­te § 20 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2) SGB II mit dem Grund­recht auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums (Art. 1 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art.20 Abs. 1 GG) und, soweit dane­ben von Bedeu­tung, dem Grund­recht auf Gleich­be­hand­lung (Art. 3 Abs. 1 GG) ver­ein­bar, soweit es sich um eine Bedarfs­ge­mein­schaft aus einem Eltern­teil und einem Kind han­delt, die­se tat­säch­lich zusam­men leben und wirt­schaf­ten und auch ein Aus­zug für erwach­se­ne Kin­der ohne nach­tei­li­ge Fol­gen mög­lich ist, falls in der Gemein­schaft auf­grund ernst­haf­ter Wei­ge­rung tat­säch­lich kei­ne men­schen­wür­di­ge Exis­tenz gesi­chert ist. Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist daher zurück­zu­wei­sen.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 27. Juli 2016 – 1 BvR 371/​11

  1. vgl. BSG, Urteil vom 15.04.2008 – B 14/​7b AS 58/​06 R 31, 48[]
  2. vom 09.12 2010, BGBl I S. 1885[]
  3. vgl. BSG, Urteil vom 07.11.2006 – B 7b AS 8/​06 R 12[]
  4. vgl. BSG, Urtei­le vom 18.06.2008 – B 14 AS 55/​07 R 14 ff.; und vom 28.10.2009 – B 14 AS 55/​08 R 23[]
  5. vgl. Saitzek, in: Eicher, SGB II, 3. Auf­la­ge 2013, § 20 Rn. 26[]
  6. vom 27.12.2003, BGBl I S. 3022[]
  7. BGBl I S. 558[][]
  8. BGBl I S. 2954[]
  9. BGBl I S. 1706[]
  10. Aus­schuss für Arbeit und Sozia­les, Beschluss­emp­feh­lung und Bericht vom 15.02.2006, BT-Drs. 16/​688, S. 13 f. zu Nr. 2, Buch­sta­be b[]
  11. ebd., S. 14 zu Nr. 6, Buch­sta­be a[]
  12. BVerfG, Urteil vom 09.02.2010 – 1 BvL 1, 3, 4/​09, BVerfGE 125, 175[]
  13. BVerfG, Beschluss vom 23.07.2014 – 1 BvL 10, 12/​12, 1 BvR 1691/​13, BVerfGE 137, 34[]
  14. BGBl I S. 453[]
  15. BSG, urteil vom 19.10.2010 – B 14 AS 51/​09 R[]
  16. BVerfG, Beschluss vom 06.12 2011 – 1 BvR 371/​11[]
  17. zu § 20 Abs. 1 und 2 Satz 1 SGB II vgl. BVerfGE 125, 175, 221 ff.[]
  18. vgl. zur Ablei­tung der Regel­leis­tung für in Bedarfs­ge­mein­schaft zusam­men­le­ben­de Part­ne­rin­nen und Part­ner BVerfGE 125, 175, 244 f. sowie zum Sozi­al­geld a.a.O., 245[]
  19. vgl. BVerfGE 125, 175, 255 f.[][]
  20. vgl. BVerfGE 125, 175, 222; 132, 134, 159 Rn. 62[]
  21. vgl. BVerfGE 132, 134, 161 f. Rn. 68; 137, 34, 72 Rn. 74[]
  22. vgl. BVerfGE 125, 175, 223; 132, 134, 160 Rn. 64; 137, 34, 72 Rn. 75[]
  23. vgl. BVerfGE 125, 175, 224 f.; 132, 134, 160 f. Rn. 67; 137, 34, 72 f. Rn. 76[]
  24. vgl. BVerfGE 137, 34, 72 ff. Rn. 76 f.[]
  25. BVerfGE 137, 34, 73 f. Rn. 77[]
  26. vgl. BVerfGE 125, 175, 222[][]
  27. vgl. BVerfGE 87, 234, 264 f., auch BVerfGE 75, 382, 394 f.[]
  28. vgl. BVerfGE 75, 382, 394 f.[]
  29. vgl. BVerfGE 9, 20, 30 ff.[][]
  30. vgl. BVerfGE 71, 146, 155 f.[]
  31. vgl. BVerfGE 87, 234, 256 ff.[]
  32. vgl. zum Unter­halts­recht BVerfGE 28, 324, 352[]
  33. vgl. BVerfGE 71, 146, 156; 87, 234, 256; 265[]
  34. vgl. BVerfGE 125, 175, 225 f.; 132, 134, 165 Rn. 78; 137, 34, 75 Rn. 81[]
  35. vgl. BVerfGE 130, 263, 295[]
  36. BVerfGE 137, 34, 75 Rn. 81[]
  37. vgl. BVerfGE 125, 175, 225 f.; 132, 134, 165 f. Rn. 79; 137, 34, 75 Rn. 82[]
  38. vgl. BVerfGE 125, 175, 227[][]
  39. BVerfGE 137, 34, 75 Rn. 81; zu einer sol­chen Situa­ti­on BVerfGE 132, 134, 166 ff. Rn. 80 ff.[]
  40. vgl. BVerfGE 125, 175[]
  41. vgl. BVerfGE 75, 382, 394; 87, 234, 256[]
  42. vgl. BVerfGE 17, 210, 217; 28, 324, 347; 69, 188, 205 f.; 75, 382, 393[][]
  43. vgl. BVerfGE 9, 20, 35; 22, 100, 105[]
  44. zuletzt BVerfGE 137, 34, 74 ff. Rn. 78 ff.[]
  45. vgl. BVerfGE 137, 34, 72 f. Rn. 76[][]
  46. vgl. BVerfGE 125, 175, 245[]
  47. vgl. BVerfGE 137, 34, 83 Rn. 100[]
  48. vgl. BVerfGE 125, 175, 232 ff.[]
  49. vgl. Dudel/​Garbuszus/​Ott/​Werdig, Über­prü­fung der bestehen­den und Ent­wick­lung neu­er Ver­tei­lungs­schlüs­sel zur Ermitt­lung von Regel­be­dar­fen auf Basis der Ein­kom­mens- und Ver­brauchs­stich­pro­be 2008, 2013, S. 286[]
  50. BT-Drs. 16/​688, S. 13 f. zu Nr. 2, Buch­sta­be b[]
  51. vgl. BVerfGE 87, 153, 172; 91, 93, 111; 99, 246, 261; 120, 125, 155 und 166; 125, 175, 224; 137, 34, 73 f. Rn. 77[]
  52. vgl. BVerfGE 125, 175, 245 f., 249 f.; 137, 34, 93 Rn. 123 f.[]
  53. vgl. BVerfGE 40, 121, 135 f.[]
  54. vgl. BVerfGE 59, 360, 387 f.; 88, 87, 97 ff.[]
  55. vgl. Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt, Daten­re­port 2006, Aus­zug aus Teil II "Lebens­si­tua­ti­on von Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen", S. 545 ff. und "Frau­en und Män­ner in ver­schie­de­nen Lebens­pha­sen", 2010, S. 10[]
  56. vgl. zur Voll­jäh­rig­keits­gren­ze von damals 21 Jah­ren BVerfGE 44, 1, 19 f.[]
  57. vgl. BVerfGE 125, 175, 223 f.[]
  58. vgl. BVerfGE 137, 34, 73 f. Rn. 77[][]
  59. vgl. BVerfGE 137, 34, 76 Rn. 84[]
  60. vgl. BVerfGE 61, 319, 347; 99, 216, 231; 133, 59, 84[]
  61. vgl. BVerfGE 87, 234, 264 f.[]
  62. vgl. BVerfGE 75, 382, 394; 87, 234, 256; 265[]
  63. vgl. BSG, Urteil vom 14.03.2012 – B 14 AS 17/​11 R 29[]
  64. vgl. BT-Drs. 16/​688, S. 14 zu Nr. 5, Buch­sta­be c und Nr. 6, Buch­sta­be a[]
  65. BT-Drs. 16/​688, S. 13 f.[]
  66. BT-Drs. 16/​688, S. 14[]
  67. vgl. BSG, Urteil vom 14.03.2012 – B 14 AS 17/​11 R 30; Ber­lit, in: Mün­der, SGB II, 5. Auf­la­ge 2013, § 22 Rn. 149 ff.; Luik, in: Eicher, SGB II, 3. Auf­la­ge 2013, § 22 Rn. 186 ff.[]
  68. stRspr; BVerfGE 139, 285, 309 Rn. 70 f.[]
  69. vgl. BVerfGE 60, 123, 133 f.; 88, 87, 96 ff.[]
  70. vgl. BVerfGE 133, 377, 413 Rn. 88[]
  71. vgl. BVerfGE 125, 175, 227 ff.[]
  72. vgl. BVerfGE 137, 34, 36 f.[]