Kein III. Weg auf Facebook

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat einen Antrag der Par­tei „Der III. Weg“ abge­lehnt, der dar­auf gerich­tet war, die Face­book­sei­te mit der Bezeich­nung „Der III. Weg“ unver­züg­lich für die Zeit bis zur Fest­stel­lung der amt­li­chen End­ergeb­nis­se der Bun­des­tags­wahl 2021 vor­läu­fig zu ent­sper­ren und der Par­tei für die­sen Zeit­raum die Nut­zung der Face­book-Funk­tio­nen wie­der einzuräumen.

Kein III. Weg auf Facebook

Die Vor­aus­set­zun­gen für den Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung nach § 32 Abs. 1 BVerfGG durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt lie­gen nicht vor.

Ein zuläs­si­ger Antrag nach § 32 Abs. 1 BVerfGG erfor­dert eine sub­stan­ti­ier­te Dar­le­gung der Vor­aus­set­zun­gen für den Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung1. Zu den spe­zi­fi­schen Begrün­dungs­an­for­de­run­gen im Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes gehört die Dar­le­gung, dass der Antrag in der zuge­hö­ri­gen Haupt­sa­che weder unzu­läs­sig noch offen­sicht­lich unbe­grün­det ist2. Der Antrag auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung kann daher ledig­lich Erfolg haben, wenn das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt auf der Grund­la­ge der Antrags­be­grün­dung wenigs­tens sum­ma­risch ver­ant­wort­bar beur­tei­len kann, ob eine noch zu erhe­ben­de Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht von vorn­her­ein unzu­läs­sig oder offen­sicht­lich unbe­grün­det ist3.

Dem genügt der vor­lie­gen­de Antrag nicht.

Die Par­tei legt bereits nicht hin­rei­chend dar, auf­grund wel­cher Umstän­de ihr Ansprü­che gegen­über der Betrei­be­rin des Social Media Netz­werks zuste­hen soll­ten. Sie ist aus­weis­lich des Beschlus­ses des Pfäl­zi­schen Ober­lan­des­ge­richts Zwei­brü­cken vom 15.09.20214 weder Inha­be­rin oder Berech­tig­te des zugrun­de­lie­gen­den Kon­tos bei der Betrei­be­rin des Netz­werks, noch hat sie nach­voll­zieh­bar wei­te­re Umstän­de dar­ge­legt, wes­halb gera­de sie Ansprü­che aus der Sper­rung der Sei­te gegen die Betrei­be­rin des Netz­werks ablei­ten kön­nen soll.

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Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 20. Sep­tem­ber 2021 – 1 BvQ 100/​21

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 20.08.2020 – 1 BvQ 60/​20 und 1 BvQ 64/​20, Rn. 6 m.w.N.; Beschluss vom 28.09.2020 – 1 BvQ 106/​20, Rn. 3[]
  2. vgl. BVerfG, a.a.O.[]
  3. vgl. BVerfG, Beschluss vom 18.03.2019 – 1 BvQ 90/​18, Rn. 7; Beschluss vom 20.08.2020 – 1 BvQ 60/​20 und 1 BvQ 64/​20, Rn. 6 m.w.N.[]
  4. OLG Zwei­brü­cken, Beschluss vom 15.09.2021 – 4 U 171/​20[]

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