Kei­ne Coro­na-Test­pflicht vor dem Ein­kau­fen in Potsdam

Die vom Ober­bür­ger­meis­ter der Lan­des­haupt­stadt Pots­dam erlas­se­ne „All­ge­mein­ver­fü­gung über eine Test­pflicht zum Zutritt zu Ver­kaufs­stel­len des Ein­zel­han­dels“ vom 24.03.20211 ist Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Pots­dam nicht hin­rei­chend bestimmt und damit vor­aus­sicht­lich rechtswidrig.

Kei­ne Coro­na-Test­pflicht vor dem Ein­kau­fen in Potsdam

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Pots­dam die auf­schie­ben­de Wir­kung des Wider­spruchs eines Pots­da­mer Bau­fach­mark­tes gegen die All­ge­mein­ver­fü­gung angeordnet.

Zur Über­zeu­gung des Ver­wal­tungs­ge­richts lei­det die All­ge­mein­ver­fü­gung bereits an dem for­mel­len Man­gel, dass sie inhalt­lich nicht hin­rei­chend bestimmt ist. Ange­sichts der For­mu­lie­rung des Tenors der All­ge­mein­ver­fü­gung und der dar­in in Bezug genom­me­nen Rege­lung des § 8 Abs. 1 Nr. 2 der Sieb­ten SARS-CoV-2-Ein­däm­mungs­ver­ord­nung des Lan­des Bran­den­burg bleibt für das Ver­wal­tungs­ge­richt Pots­dam unklar, ob mit der ange­foch­te­nen All­ge­mein­ver­fü­gung für Bau­fach­märk­te neben der Anord­nung des Nach­wei­ses eines tages­ak­tu­el­len nega­ti­ven PoC-Anti­gen-Schnell­tests oder eines PCR-Tests auch die vor­he­ri­ge Ter­min­ver­ga­be an alle Kun­den und Kun­den ein­ge­führt wer­den soll­te, die nach der Lan­des­ver­ord­nung u.a. für die­se Bran­che gera­de nicht gilt.

Zudem erwei­sen sich nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts auch die in der Begrün­dung der All­ge­mein­ver­fü­gung ange­stell­ten Ermes­sens­er­wä­gun­gen des Pots­da­mer Ober­bür­ger­meis­ters als feh­ler­haft, weil die­ser sein Ent­schlie­ßungs­er­mes­sen zum Erlass der ange­grif­fe­nen All­ge­mein­ver­fü­gung vom 24. März 2021 wesent­lich auf eine wegen der Ände­rung der Sieb­ten SARS-CoV-2-Ein­däm­mungs­ver­ord­nung seit dem 22. März 2021 nicht mehr gel­ten­de Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge abstellt.

Über­dies, so das Ver­wal­tungs­ge­richt wei­ter, bestehen Män­gel hin­sicht­lich der Ermitt­lung der in das Ermes­sen ein­zu­stel­len­den tat­säch­li­chen Tat­sa­chen und die Begrün­dung der All­ge­mein­ver­fü­gung weist wider­sprüch­li­che Anga­ben zur Ange­mes­sen­heit und Erfor­der­lich­keit auf, sodass auch inso­weit die ange­foch­te­ne All­ge­mein­ver­fü­gung als rechts­wid­rig erscheint.

Weiterlesen:
Private Zimmervermietung oder doch nur ein Bordell?

Ver­wal­tungs­ge­richt Pots­dam, Beschluss vom 29. Febru­ar 2021 – 6 L 258/​21

  1. Son­der­amts­blatt Nr. 10 der Lan­des­haupt­stadt Pots­dam vom 24.03.2021[]

Bild­nach­weis:

Weiterlesen:
Die Personalakte des Ministerpräsidenten