Kin­der­rei­che Vor­sit­zen­de Rich­ter in NRW – und ihre zu nied­ri­ge Besol­dung

Die sich fort­lau­fend wan­deln­den tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­se und die Ent­wick­lung des Sozi­al- und Steu­er­rechts bedin­gen, dass die ver­fas­sungs­recht­li­chen Maß­stä­be in ihren Ein­zel­hei­ten von Zeit zu Zeit neu kon­kre­ti­siert wer­den müs­sen. Der Dienst­herr ist auf­grund des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips (Art. 33 Abs. 5 GG) ver­pflich­tet, sei­nen Rich­tern und Beam­ten sowie ihren Fami­li­en einen amts­an­ge­mes­se­nen Lebens­un­ter­halt zu gewäh­ren. Des­halb kann bei der Beur­tei­lung und Rege­lung des­sen, was eine amts­an­ge­mes­se­ne Besol­dung aus­macht, die Anzahl der Kin­der nicht ohne Bedeu­tung sein. Sind die Grund­ge­halts­sät­ze so bemes­sen, dass sie zusam­men mit den Fami­li­en­zu­schlä­gen bei zwei Kin­dern amts­an­ge­mes­sen sind, darf Rich­tern und Beam­ten nicht zuge­mu­tet wer­den, für den Unter­halt wei­te­rer Kin­der auf die fami­li­en-neu­tra­len Bestand­tei­le ihres Gehalts zurück­zu­grei­fen. Der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber darf bei der Bemes­sung des zusätz­li­chen Bedarfs, der für das drit­te und jedes wei­te­re Kind ent­steht, von den Leis­tun­gen der sozia­len Grund­si­che­rung aus­ge­hen, muss dabei aber beach­ten, dass die Ali­men­ta­ti­on etwas qua­li­ta­tiv Ande­res ist als die Befrie­di­gung eines äußers­ten Min­dest­be­darfs. Ein um 15 % über dem rea­li­täts­ge­recht ermit­tel­ten grund­si­che­rungs­recht­li­chen Gesamt­be­darf eines Kin­des lie­gen­der Betrag lässt die­sen Unter­schied hin­rei­chend deut­lich wer­den [1].

Kin­der­rei­che Vor­sit­zen­de Rich­ter in NRW – und ihre zu nied­ri­ge Besol­dung

Nach sei­nem Urteil zur Rich­ter­be­sol­dung in Ber­lin hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt auf eine Rich­ter­vor­la­ge des Ver­wal­tungs­ge­richts Köln jetzt auch die Besol­dung der Rich­ter und Staats­an­wäl­te in Nord­rhein-West­fa­len in den Jah­ren 2013 bis 2015 teil­wei­se als ver­fas­sungs­wid­rig nied­rig beur­teilt. Betrof­fen von die­ser Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts sind Rich­ter und Staats­an­wäl­te der Besol­dungs­stu­fe R2 – also etwa Vor­sit­zen­de Rich­ter am Land­ge­richt oder Ver­wal­tungs­ge­richt sowie Rich­ter am Ober­lan­des­ge­richt oder Finanz­ge­richt – mit drei oder vier Kin­dern. Die den Rich­tern und Beam­ten ab dem drit­ten Kind gewähr­ten Zuschlä­ge müs­sen ihr Net­to­ein­kom­men so erhö­hen, dass ihnen für jedes die­ser Kin­der min­des­tens 115 % des grund­si­che­rungs­recht­li­chen Gesamt­be­darfs nach dem SGB II zur Ver­fü­gung steht. Der Gesetz­ge­ber des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len hat spä­tes­tens zum 31.07.2021 eine ver­fas­sungs­kon­for­me Rege­lung zu tref­fen.

  • Anla­ge IV (Tabel­le West) zu § 37 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes in der am 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung vom 15.12.2004 (BGBl. I S. 3390)) und Anla­ge V (Tabel­le West) zu § 39 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes in der am 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung vom 10.09.2003 [2] sowie
  • Anla­ge IV (Tabel­le West) zu § 37 des Über­ge­lei­te­ten Besol­dungs­ge­set­zes für das Land Nord­rhein-West­fa­len und Anla­ge V [3] zu § 39 des Über­ge­lei­te­ten Besol­dungs­ge­set­zes für das Land Nord­rhein-West­fa­len vom 16.05.2013 [4],

jeweils in der Fas­sung, die sie durch das Gesetz zur Anpas­sung des Fami­li­en­zu­schlags für drit­te und wei­te­re Kin­der vom 20.12.2007 [5], das Gesetz über die Anpas­sung der Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­be­zü­ge 2008 im Land Nord­rhein-West­fa­len vom 20.12.2007 [6], das Gesetz über die Anpas­sung der Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­ge 2009/​2010 im Land Nord­rhein-West­fa­len vom 10.11.2009 [7], das Gesetz zur Anpas­sung der Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­ge 2011/​2012 im Land Nord­rhein-West­fa­len vom 05.04.2011 [8], das Gesetz über die Anpas­sung der Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­ge 2013/​2014 im Land Nord­rhein-West­fa­len vom 16.07.2013 [9] in der Fas­sung des Geset­zes zur Ände­rung des Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zes 2013/​2014 Nord­rhein-West­fa­len vom 11.11.2014 [10] sowie durch das Gesetz zur Anpas­sung der Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­ge 2015/​2016 im Land Nord­rhein-West­fa­len vom 08.12.2015 [11] gefun­den haben, sind, soweit sie im Jahr 2013 die Bezü­ge von Rich­tern und Staats­an­wäl­ten der Besol­dungs­grup­pe R 2 des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len mit drei Kin­dern und in den Jah­ren 2014 und 2015 die Bezü­ge von Rich­tern und Staats­an­wäl­ten der Besol­dungs­grup­pe R 2 des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len mit vier Kin­dern regeln, mit Arti­kel 33 Absatz 5 des Grund­ge­set­zes unver­ein­bar. Der Gesetz­ge­ber des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len hat spä­tes­tens bis zum 31.07.2021 eine ver­fas­sungs­kon­for­me Rege­lung zu tref­fen.

Die Rich­ter und Beam­ten­be­sol­dung in Nord­rhein-West­fa­len

In Nord­rhein-West­fa­len war die Beam­ten­be­sol­dung nach dem Über­gang der Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit auf die Län­der in Fol­ge der Föde­ra­lis­mus­re­form [12] zunächst der­ge­stalt gere­gelt, dass die sich aus den noch vom Bun­des­ge­setz­ge­ber erlas­se­nen Besol­dungs­ta­bel­len erge­ben­den Grund­ge­halts­sät­ze und Zuschlä­ge pro­zen­tu­al oder um bestimm­te Beträ­ge erhöht wur­den.

Bis zum 31.05.2013 galt das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz in sei­ner am 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung gemäß Art. 125a Abs. 1 Satz 1 GG als Bun­des­recht fort, das gemäß Art. 125a Abs. 1 Satz 2 GG durch Lan­des­recht ersetzt wer­den durf­te. Der Gesetz­ge­ber des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len beschränk­te sich, soweit hier von Belang, zunächst dar­auf, die in den Anla­gen IV (Tabel­le West – Grund­ge­halts­sät­ze) und V (Tabel­le West – Fami­li­en­zu­schlag) zum Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz in der am 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung fest­ge­setz­ten Bezü­ge im Wege der Lan­des­ge­setz­ge­bung zu erhö­hen.

In einem ers­ten Schritt wur­de der Betrag, um den der kin­der­be­zo­ge­ne Fami­li­en­zu­schlag für das drit­te und jedes wei­te­re Kind gegen­über dem für zwei Kin­der gezahl­ten Fami­li­en­zu­schlag zu erhö­hen war, rück­wir­kend zum 1.01.2007 ange­passt (§ 1 des Geset­zes zur Anpas­sung des Fami­li­en­zu­schlags für drit­te und wei­te­re Kin­der vom 20.12.2007 ). In der Fol­ge wur­den die Grund­ge­halts­sät­ze und der Fami­li­en­zu­schlag mehr­fach erhöht, wobei der Gesetz­ge­ber ledig­lich den Stei­ge­rungs­be­trag bezie­hungs­wei­se den Stei­ge­rungs­fak­tor fest­leg­te und kei­ne aktua­li­sier­ten Besol­dungs­ta­bel­len erließ (§ 2 Satz 1 Nr. 1 Buch­sta­ben a und b des Geset­zes über die Anpas­sung der Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­be­zü­ge 2008 im Land Nord­rhein-West­fa­len vom 20.12.2007 – Bes­Vers­AnpG 2008 NRW , § 2 Abs. 1 Nr. 1 und 3 Buch­sta­ben a und b sowie Abs. 2 Nr. 1 Buch­sta­be a des Geset­zes über die Anpas­sung der Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­ge 2009/​2010 im Land Nord­rhein-West­fa­len vom 10.11.2009 – Bes­Vers­AnpG 2009/​2010 NRW , § 4 Abs. 1 Nr. 1 Buch­sta­ben a und b sowie § 6 Abs. 1 Nr. 1 Buch­sta­ben a und b des Geset­zes zur Anpas­sung der Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­ge 2011/​2012 im Land Nord­rhein-West­fa­len vom 05.04.2011 – Bes­Vers­AnpG 2011/​2012 NRW ).

Mit Wir­kung vom 01.06.2013 ord­ne­te der Gesetz­ge­ber des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len die Fort­gel­tung des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes in der am 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung als Lan­des­recht an, wobei die zwi­schen­zeit­lich wirk­sam gewor­de­nen lan­des­recht­li­chen Abwei­chun­gen (also ins­be­son­de­re auch die vor­ge­nann­ten Besol­dungs­er­hö­hun­gen) unbe­rührt blie­ben. Das Gesetz wur­de umbe­nannt in Über­ge­lei­te­tes Besol­dungs­ge­setz für das Land Nord­rhein-West­fa­len – ÜBesG NRW (Art. 1 Nr. 1 Buch­sta­be a und Art. 2 Nr. 1 des Dienst­rechts­an­pas­sungs­ge­set­zes für das Land Nord­rhein-West­fa­len vom 16.05.2013 ). Der Erlass aktua­li­sier­ter Besol­dungs­ta­bel­len war hier­mit nicht ver­bun­den.

Hin­sicht­lich der Besol­dungs­ent­wick­lung behielt der Gesetz­ge­ber die beschrie­be­ne Rege­lungs­tech­nik bei und ord­ne­te eine pro­zen­tua­le Erhö­hung der Bezü­ge (ein­schließ­lich des Fami­li­en­zu­schlags) an (§ 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 und Abs. 2 Nr. 1 Buch­sta­be a des Geset­zes über die Anpas­sung der Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­ge 2013/​2014 im Land Nord­rhein-West­fa­len vom 16.07.2013 – Bes­Vers­AnpG 2013/​2014 NRW – in der Fas­sung des Geset­zes zur Ände­rung des Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zes 2013/​2014 Nord­rhein-West­fa­len vom 11.11.2014 und § 2 Abs. 1 Nr. 1 und 2 Buch­sta­be a des Geset­zes zur Anpas­sung der Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­ge 2015/​2016 im Land Nord­rhein-West­fa­len vom 08.12.2015 – Bes­Vers­AnpG 2015/​2016 NRW ).

Das Finanz­mi­nis­te­ri­um mach­te die sich aus die­sen Rege­lun­gen erge­ben­den Besol­dungs­ta­bel­len ledig­lich nach­richt­lich bekannt. In den ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Jah­ren 2013 bis 2015 ergab sich daher die Rechts­grund­la­ge der Besol­dung aus dem Zusam­men­spiel der fort­gel­ten­den bezie­hungs­wei­se in Lan­des­recht trans­for­mier­ten Besol­dungs­ta­bel­len des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes in der am 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung in Ver­bin­dung mit allen nach­fol­gen­den lan­des­recht­li­chen Besol­dungs­vor­schrif­ten, die eine dau­er­haf­te Erhö­hung der Bezü­ge ange­ord­net haben.

Der Vor­la­ge­be­schluss des Verr­wal­tungs­ge­richts Köln

Die Klä­ger der Aus­gangs­ver­fah­ren ste­hen als Rich­ter mit Dienst­be­zü­gen der Besol­dungs­grup­pe R 2 im Dienst des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len. Der Klä­ger im Ver­fah­ren 2 BvL 8/​17 ist ver­hei­ra­tet und erhielt im Jahr 2013 für drei Kin­der Kin­der­geld. Die bei­den ande­ren Ver­fah­ren betref­fen einen Klä­ger, der eben­falls ver­hei­ra­tet ist und in den Jah­ren 2014 [13] und 2015 [14] für vier Kin­der Kin­der­geld erhielt. Die Klä­ger machen gel­tend, dass ihre Besol­dung im Hin­blick auf ihre Kin­der­zahl ver­fas­sungs­wid­rig zu nied­rig bemes­sen sei. Nach­dem sie bei ihrem Dienst­herrn ver­geb­lich eine Erhö­hung ihrer Bezü­ge bean­tragt hat­ten, erho­ben sie Kla­ge zum Ver­wal­tungs­ge­richt Köln. Dort bean­trag­ten sie, das Land auf der Grund­la­ge der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in sei­nem Beschluss vom 24.11.1998 [15] erlas­se­nen Voll­stre­ckungs­an­ord­nung zu Nach­zah­lun­gen zu ver­ur­tei­len, hilfs­wei­se fest­zu­stel­len, dass die fami­li­en­be­zo­ge­nen Bezü­ge­be­stand­tei­le in den frag­li­chen Kalen­der­jah­ren hin­sicht­lich ihres drit­ten bezie­hungs­wei­se ihres drit­ten und vier­ten Kin­des ver­fas­sungs­wid­rig zu nied­rig bemes­sen gewe­sen sind.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln hat die Ver­fah­ren durch im Wesent­li­chen gleich­lau­ten­de und unter Mit­wir­kung der ehren­amt­li­chen Rich­ter gefass­te Beschlüs­se vom 03.05.2017 aus­ge­setzt und gemäß Art. 100 Abs. 1 GG dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Fra­ge zur Prü­fung vor­ge­legt, ob die sich aus den näher bezeich­ne­ten Besol­dungs­vor­schrif­ten erge­ben­de Ali­men­ta­ti­on der Klä­ger inso­weit mit Art. 33 Abs. 5 GG unver­ein­bar sei, als es der Gesetz­ge­ber unter­las­sen habe, die kin­der­be­zo­ge­nen Gehalts­be­stand­tei­le bei Rich­tern der Besol­dungs­grup­pe R 2 mit drei bezie­hungs­wei­se vier Kin­dern in einer dem Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on ent­spre­chen­den Höhe fest­zu­set­zen [16]. Soll­te sich die Besol­dung der Klä­ger als mit Art. 33 Abs. 5 GG unver­ein­bar erwei­sen, sei den Kla­gen hin­sicht­lich des Hilfs­an­trags statt­zu­ge­ben. Andern­falls sei­en sie ins­ge­samt abzu­wei­sen.

Die Kla­gen sei­en hin­sicht­lich ihrer Haupt­an­trä­ge, die jeweils auf Ver­ur­tei­lung des beklag­ten Lan­des auf Zah­lung eines vom Ver­wal­tungs­ge­richt nach Maß­ga­be der genann­ten Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zu ermit­teln­den Mehr­be­tra­ges gerich­tet sei­en, unzu­läs­sig. Auf­grund des besol­dungs­recht­li­chen Grund­sat­zes des Vor­be­halts des Geset­zes und des Gestal­tungs­spiel­raums des Gesetz­ge­bers sei­en die Ver­wal­tungs­ge­rich­te gehin­dert, Beam­ten eine gesetz­lich nicht vor­ge­se­he­ne Leis­tung zuzu­spre­chen, selbst wenn sie von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Ali­men­ta­ti­on über­zeugt sei­en. Grund­sätz­lich müs­se der Aus­gang eines Vor­la­ge­ver­fah­rens nach Art. 100 Abs. 1 GG sowie ein sich anschlie­ßen­des Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren abge­war­tet wer­den.

Ein Zah­lungs­an­spruch erge­be sich auch nicht aus der Voll­stre­ckungs­an­ord­nung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts. Die­se habe zwar die von den vor­ge­nann­ten Grund­sät­zen abwei­chen­de Befug­nis der Fach­ge­rich­te begrün­det, eine unzu­rei­chen­de Besol­dung fest­zu­stel­len, die Dif­fe­renz zur min­des­tens zu gewäh­ren­den Ali­men­ta­ti­on selbst zu berech­nen und die­sen Betrag den Beam­ten unmit­tel­bar zuzu­spre­chen. Sie habe sich jedoch für die streit­ge­gen­ständ­li­chen Jah­re 2013 bis 2015 all­ge­mein erle­digt. Eine Erle­di­gung kön­ne ein­tre­ten, wenn der Gesetz­ge­ber aus eige­ner Kom­pe­tenz in der Fol­ge neue Maß­stä­be gebil­det und Para­me­ter fest­ge­legt habe, nach denen er den Bedarf der Kin­der ermit­telt und die Besol­dung bemisst. In einem sol­chen Fall gewin­ne das Ver­wer­fungs­mo­no­pol des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts wie­der den Vor­rang. Ob es hier­zu mit der deut­li­chen Anhe­bung des Fami­li­en­zu­schlags für drit­te und wei­te­re Kin­der im Jahr 2007 gekom­men sei, kön­ne offen­blei­ben. Denn eine Voll­stre­ckungs­an­ord­nung erle­di­ge sich auch, wenn sie infol­ge einer zwi­schen­zeit­lich erfolg­ten Ände­rung der Berech­nungs­grund­la­gen nicht mehr sinn­voll ange­wandt wer­den kön­ne. Dies sei seit dem 1.01.2011 der Fall. Rück­wir­kend zu die­sem Zeit­punkt habe der Gesetz­ge­ber das sozi­al­recht­li­che Leis­tungs­spek­trum um Leis­tun­gen für Bil­dung und Teil­ha­be erwei­tert. Die­se wür­den zusätz­lich zu den her­kömm­li­chen Regel­sät­zen gewährt. Die­se Bedar­fe zähl­ten nach der aus­drück­li­chen gesetz­ge­be­ri­schen Kon­zep­ti­on und der Recht­spre­chung des Bun­de­ver­fas­sungs­ge­richts zum sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Gesamt­be­darf. Auch wenn die­ser typi­sie­rend und anhand einer Durch­schnitts­be­rech­nung zu ermit­teln sei, sei­en die­se Bedar­fe zwin­gend zu berück­sich­ti­gen. Es han­de­le sich gera­de nicht um Mehr­be­dar­fe, die sich aus beson­de­ren Lebens­um­stän­den ergä­ben, son­dern um sol­che, die bei allen Kin­dern und Jugend­li­chen in einer gewis­sen Alters­span­ne anfie­len. Dies gel­te jeden­falls für Schul­aus­flü­ge und mehr­tä­gi­ge Klas­sen­fahr­ten, die Aus­stat­tung mit per­sön­li­chem Schul­be­darf und die Mit­glieds­bei­trä­ge bezie­hungs­wei­se die Kos­ten für den Unter­richt in künst­le­ri­schen Fächern sowie die Teil­nah­me an Frei­zei­ten. Dass die Leis­tun­gen nur auf geson­der­ten Antrag gewährt und rein tat­säch­lich nicht von allen Berech­tig­ten in Anspruch genom­men wür­den, sei uner­heb­lich, weil der Gesetz­ge­ber sie dem exis­tenz­si­chern­den Bedarf zuge­ord­net habe. Die Höhe der Bedar­fe sei auch nicht zu ver­nach­läs­si­gen, allein die Leis­tun­gen für die Schul­aus­stat­tung belie­fen sich auf 100 Euro jähr­lich. Ins­ge­samt sei­en min­des­tens 19 Euro pro Monat anzu­set­zen. Die Bedar­fe für Schü­ler­be­för­de­rung, Lern­för­de­rung sowie die Teil­nah­me an einer gemein­schaft­li­chen Mit­tags­ver­pfle­gung sei­en dem­ge­gen­über unbe­rück­sich­tigt zu las­sen, weil sie an beson­de­re Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen geknüpft sei­en und davon aus­zu­ge­hen sei, dass ledig­lich eine Min­der­heit anspruchs­be­rech­tigt sei. So wür­den in Nord­rhein-West­fa­len die Kos­ten der Schü­ler­be­för­de­rung im Wesent­li­chen vom Schul­trä­ger über­nom­men, und der Eigen­an­teil ent­fal­le ab dem drit­ten Kind. In den Genuss von Lern­för­de­rung kön­ne nur kom­men, wer beson­ders leis­tungs­schwach sei. Und ein Bedarf für die Teil­nah­me an der Mit­tags­ver­pfle­gung wer­de nur aner­kannt, wenn die­se in schu­li­scher Ver­ant­wor­tung ange­bo­ten wer­de. Ein sol­ches Ange­bot dürf­te bei einer Viel­zahl von Schu­len feh­len, was dafür spre­che, dass der Gesetz­ge­ber von einer grund­sätz­li­chen Deckung die­ses Bedarfs auch ohne die ent­spre­chen­de Zusatz­leis­tung aus­ge­gan­gen sei.

Weil damit einer­seits über die Regel­sät­ze hin­aus Bedar­fe zu berück­sich­ti­gen sei­en, es ande­rer­seits aber an hin­rei­chen­den Vor­ga­ben hier­für in der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts feh­le, las­se sich die Voll­stre­ckungs­an­ord­nung nicht mehr sinn­voll anwen­den. Der Ermitt­lung und Berech­nung der Bedar­fe lägen allein vom Ver­wal­tungs­ge­richt Köln getrof­fe­ne Wer­tun­gen zugrun­de. Alle ande­ren Ver­wal­tungs­ge­rich­te müss­ten sol­che Wer­tungs­ent­schei­dun­gen eben­falls eigen­stän­dig tref­fen. Es bestehe die Gefahr, dass sie mit unter­schied­li­chen Berech­nungs­maß­stä­ben zu unter­schied­li­chen Ergeb­nis­sen kämen. Das sei mit Sinn und Zweck der Voll­stre­ckungs­an­ord­nung nicht zu ver­ein­ba­ren.

Hin­sicht­lich des Hilfs­an­trags sei­en die Kla­gen zuläs­sig. Kom­me eine Zah­lungs­kla­ge auf­grund der Voll­stre­ckungs­an­ord­nung nicht infra­ge, sei allein ein auf Fest­stel­lung der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Ali­men­ta­ti­on gerich­te­ter Antrag statt­haft. Die Klä­ger hät­ten das erfor­der­li­che Vor­ver­fah­ren ord­nungs­ge­mäß durch­ge­führt und ihr Begeh­ren auch zeit­nah gel­tend gemacht.

Die Begründ­etheit der Kla­gen hän­ge allein von der Vor­la­ge­fra­ge ab. Ins­be­son­de­re könn­ten sie nicht aus ande­ren Grün­den Erfolg haben, weil den Klä­gern die sich aus der genau bezif­fer­ten – und damit auch kei­ner Aus­le­gung zugäng­li­chen – Besol­dungs­re­ge­lung erge­ben­den Bezü­ge aus­ge­zahlt wor­den sei­en. Zur Über­zeu­gung des Ver­wal­tungs­ge­richts sei­en die fami­li­en­be­zo­ge­nen Besol­dungs­be­stand­tei­le bei Rich­te­rin­nen und Rich­tern der Besol­dungs­grup­pe R 2 mit drei bezie­hungs­wei­se vier Kin­dern in den Jah­ren 2013 bis 2015 ver­fas­sungs­wid­rig zu nied­rig bemes­sen.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts fol­ge aus dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip, dass ver­hei­ra­te­te Beam­te für ihr drit­tes und jedes wei­te­re Kind über min­des­tens 115 % des durch­schnitt­li­chen sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Gesamt­be­darfs eines Kin­des mehr ver­fü­gen müss­ten als Beam­te mit zwei Kin­dern. Hier­von sei auch wei­ter­hin aus­zu­ge­hen. Ins­be­son­de­re habe das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in sei­nem Beschluss vom 17.11.2015 [17] das Maß des gebo­te­nen Abstan­des zum Grund­si­che­rungs­ni­veau bei­be­hal­ten. Weil die Besol­dung in den ver­gan­ge­nen Jah­ren allen­falls in adäqua­tem Ver­hält­nis zur gesamt­wirt­schaft­li­chen Lage erhöht wor­den sei, kön­ne auch an der Prä­mis­se fest­ge­hal­ten wer­den, dass der Unter­halt für drei und mehr Kin­der nicht aus den regu­lä­ren Besol­dungs­be­stand­tei­len bestrit­ten wer­den kön­ne.

Die Besol­dung von Rich­te­rin­nen und Rich­tern der Besol­dungs­grup­pe R 2 mit drei und mehr Kin­dern sei in den Jah­ren 2013 bis 2015 hin­ter dem ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­nen Min­dest­maß zurück­ge­blie­ben. Eine auf Grund­la­ge des Beschlus­ses des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 24.11.1998 durch­ge­führ­te Ver­gleichs­be­rech­nung zei­ge, dass das Net­to­mehr­ein­kom­men der Klä­ger (im Ver­gleich zu einem Rich­ter mit zwei Kin­dern) den ali­men­ta­ti­ons­recht­li­chen Min­dest­be­darf nicht errei­che, wes­halb sich die Ali­men­ta­ti­on der Klä­ger als ver­fas­sungs­wid­rig unzu­rei­chend erwei­se. Dabei kön­ne die Fra­ge, ob die Kos­ten einer Krank­heits­kos­ten­ver­si­che­rung vom Net­to­ein­kom­men in Abzug zu brin­gen sei­en, offen­blei­ben. Sie stie­gen mit der Kin­der­zahl, so dass sich das Net­to­mehr­ein­kom­men bei Abzug die­ser Kos­ten nur noch wei­ter ver­rin­gern wür­de.

Die Zuläs­sig­keit des Nor­men­kon­troll­ver­fah­rens

Die Vor­la­gen sind zuläs­sig.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der zur Prü­fung gestell­ten Vor­schrif­ten dar­ge­legt. Ins­be­son­de­re hat es mit schlüs­si­gen und an zutref­fen­den ver­fas­sungs­recht­li­chen Prä­mis­sen aus­ge­rich­te­ten Erwä­gun­gen die Mög­lich­keit ver­neint, dem Begeh­ren der Klä­ger auf Grund­la­ge der im Beschluss des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 24.11.1998 ent­hal­te­nen Voll­stre­ckungs­an­ord­nung Rech­nung zu tra­gen.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat auch sei­ne Über­zeu­gung davon, dass die Besol­dung der Klä­ger der Aus­gangs­ver­fah­ren in den streit­ge­gen­ständ­li­chen Jah­ren mit Blick auf die Zahl der von ihnen zu unter­hal­ten­den Kin­der den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen nicht genügt, hin­rei­chend dar­ge­legt. Es hat mit aus­führ­li­chen und nach­voll­zieh­ba­ren Erwä­gun­gen begrün­det, war­um es die von Art. 33 Abs. 5 GG geschütz­te amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on nicht mehr gewahrt sieht. Die ange­stell­ten Berech­nun­gen beru­hen auf nach­prüf­ba­ren, seriö­sen Quel­len und sind schlüs­sig. Auch die Fra­ge, in wel­chem Umfang die bis­her in der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts nicht the­ma­ti­sier­ten Bedar­fe für Bil­dung und Teil­ha­be (min­des­tens) zu berück­sich­ti­gen sind, beant­wor­tet es in enger Anleh­nung an die bis­her ent­wi­ckel­ten ver­fas­sungs­recht­li­chen Maß­stä­be und in einer nach­voll­zieh­ba­ren Art und Wei­se. Dass es die Fra­ge, ob anders als bis­her auch die Bei­trä­ge zur pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung zu berück­sich­ti­gen sind, man­gels Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit offen­lässt, ist unschäd­lich. Denn es hat plau­si­bel dar­ge­legt, dass eine Berück­sich­ti­gung die ohne­hin bestehen­de Unte­rali­men­ta­ti­on nur wei­ter ver­grö­ßern wür­de.

Die vom Land Nord­rhein-West­fa­len ver­miss­te Aus­ein­an­der­set­zung mit den vom Besol­dungs­ge­setz­ge­ber ange­stell­ten Erwä­gun­gen setzt vor­aus, dass die­se auch doku­men­tiert sind. Dies ist für die hier maß­geb­li­chen Zeit­räu­me 2013 bis 2015 nicht der Fall. Die vom Land Nord­rhein-West­fa­len in sei­ner Stel­lung­nah­me wie­der­ge­ge­be­ne Begrün­dung zur Anhe­bung des Fami­li­en­zu­schlags durch Gesetz vom 20.12.2007 [18] ver­hält sich nicht zu den im Vor­la­ge­be­schluss auf­ge­wor­fe­nen Fra­gen. Der Vor­la­ge des Finanz­mi­nis­ters an den Unter­aus­schuss Per­so­nal des Haus­halts- und Finanz­aus­schus­ses des Land­tags Nord­rhein-West­fa­len vom 10.02.2017 [19] kann schon wegen der zeit­li­chen Abfol­ge kei­ne Bedeu­tung zukom­men.

Ver­fas­sungs­recht­li­che Maß­stä­be der Rich­te­ra­li­men­ta­ti­on

Die ver­fas­sungs­recht­li­chen Maß­stä­be für die Besol­dung der Rich­ter und Beam­ten erge­ben sich aus dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip. Wäh­rend die­se sich dazu ver­pflich­ten, ihre gesam­te Arbeits­kraft aus­schließ­lich in den Dienst des Gemein­we­sens zu stel­len, ist der Dienst­herr ver­pflich­tet, sie und ihre Fami­li­en amts­an­ge­mes­sen zu ali­men­tie­ren. Des­halb darf das den Rich­tern und Beam­ten zur Ver­fü­gung ste­hen­de Ein­kom­men nicht durch die wach­sen­de Zahl unter­halts­be­rech­tig­ter Kin­der über­mä­ßig ver­min­dert wer­den. Die sich fort­lau­fend wan­deln­den tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­se und die Ent­wick­lung des Sozi­al- und Steu­er­rechts bedin­gen, dass die ver­fas­sungs­recht­li­chen Maß­stä­be in ihren Ein­zel­hei­ten von Zeit zu Zeit neu kon­kre­ti­siert wer­den müs­sen.

Die her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums

Nach Art. 33 Abs. 5 GG ist das Recht des öffent­li­chen Diens­tes unter Berück­sich­ti­gung der her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums zu regeln und fort­zu­ent­wi­ckeln. Art. 33 Abs. 5 GG ist unmit­tel­bar gel­ten­des Recht und ent­hält einen Rege­lungs­auf­trag an den Gesetz­ge­ber sowie eine insti­tu­tio­nel­le Garan­tie des Berufs­be­am­ten­tums; zugleich begrün­det Art. 33 Abs. 5 GG ein grund­rechts­glei­ches Recht der Rich­ter und Staats­an­wäl­te, soweit deren sub­jek­ti­ve Rechts­stel­lung betrof­fen ist [20].

Sein Bezugs­punkt ist nicht das gewach­se­ne Beam­ten­recht, son­dern das Berufs­be­am­ten­tum [21]. In ihrem Bestand geschützt sind daher nur die­je­ni­gen Rege­lun­gen, die das Bild des Berufs­be­am­ten­tums in sei­ner über­kom­me­nen Gestalt maß­geb­lich prä­gen, sodass ihre Besei­ti­gung das Berufs­be­am­ten­tum als sol­ches antas­ten wür­de [22]. Des­halb steht Art. 33 Abs. 5 GG einer Wei­ter­ent­wick­lung des Beam­ten­rechts nicht ent­ge­gen, solan­ge eine struk­tu­rel­le Ver­än­de­rung an den für Erschei­nungs­bild und Funk­ti­on des Berufs­be­am­ten­tums wesent­li­chen Rege­lun­gen nicht vor­ge­nom­men wird [23]. In der Pflicht zur Berück­sich­ti­gung der her­ge­brach­ten Grund­sät­ze ist eine Ent­wick­lungs­of­fen­heit ange­legt, die den Gesetz­ge­ber in die Lage ver­setzt, die Aus­ge­stal­tung des Dienst­rechts den jewei­li­gen Ent­wick­lun­gen der Staat­lich­keit anzu­pas­sen und das Beam­ten­recht damit in die Zeit zu stel­len. Die Struk­tur­ent­schei­dung des Art. 33 Abs. 5 GG belässt aus­rei­chend Raum, die geschicht­lich gewach­se­ne Insti­tu­ti­on in den Rah­men unse­res heu­ti­gen Staats­le­bens ein­zu­fü­gen [24] und den Funk­tio­nen anzu­pas­sen, die das Grund­ge­setz dem öffent­li­chen Dienst in der frei­heit­li­chen, rechts- und sozi­al­staat­li­chen Demo­kra­tie zuschreibt [25].

Zu den vom Gesetz­ge­ber wegen ihres grund­le­gen­den und struk­tur­prä­gen­den Cha­rak­ters nicht nur zu berück­sich­ti­gen­den, son­dern zu beach­ten­den [26] her­ge­brach­ten Grund­sät­zen des Berufs­be­am­ten­tums zählt das auch für die Besol­dung der Rich­ter und Staats­an­wäl­te maß­geb­li­che [27] Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip. Es ver­pflich­tet den Dienst­herrn, Rich­ter und Beam­te sowie ihre Fami­li­en lebens­lang ange­mes­sen zu ali­men­tie­ren und ihnen nach ihrem Dienst­rang, nach der mit ihrem Amt ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung und nach der Bedeu­tung der recht­spre­chen­den Gewalt und des Berufs­be­am­ten­tums für die All­ge­mein­heit ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und des all­ge­mei­nen Lebens­stan­dards einen ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halt zu gewäh­ren. Damit wird der Bezug der Besol­dung sowohl zu der Ein­kom­mens- und Aus­ga­ben­si­tua­ti­on der Gesamt­be­völ­ke­rung als auch zur Lage der Staats­fi­nan­zen, das heißt zu der sich in der Situa­ti­on der öffent­li­chen Haus­hal­te aus­drü­cken­den Leis­tungs­fä­hig­keit des Dienst­herrn, her­ge­stellt [28]. Rich­ter und Beam­te müs­sen über ein Net­to­ein­kom­men ver­fü­gen, das ihre recht­li­che und wirt­schaft­li­che Sicher­heit und Unab­hän­gig­keit gewähr­leis­tet und ihnen und ihrer Fami­lie über die Befrie­di­gung der Grund­be­dürf­nis­se hin­aus eine ihrem Amt ange­mes­se­ne Lebens­füh­rung ermög­licht [29].

Das Lebens­zeit­prin­zip und das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip

Die prä­gen­den Struk­tur­merk­ma­le des Berufs­be­am­ten­tums ste­hen nicht unver­bun­den neben­ein­an­der, son­dern sind eng auf­ein­an­der bezo­gen [30]. Die Besol­dung stellt in die­sem Zusam­men­hang kein Ent­gelt für bestimm­te Dienst­leis­tun­gen dar. Sie ist viel­mehr ein „Kor­re­lat“ des Dienst­herrn für die mit der Beru­fung in das Rich­ter- und Beam­ten­ver­hält­nis ver­bun­de­ne Pflicht, unter Ein­satz der gan­zen Per­sön­lich­keit – grund­sätz­lich auf Lebens­zeit – die vol­le Arbeits­kraft zur Ver­fü­gung zu stel­len und gemäß den jewei­li­gen Anfor­de­run­gen die Dienst­pflich­ten nach Kräf­ten zu erfül­len [31]. Die Gewähr­leis­tung einer recht­lich und wirt­schaft­lich gesi­cher­ten Posi­ti­on, zu der die indi­vi­du­el­le Garan­tie einer amts­an­ge­mes­se­nen Besol­dung und Ver­sor­gung durch das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip und die Mög­lich­keit ihrer gericht­li­chen Durch­set­zung wesent­lich bei­tra­gen, bil­det die Vor­aus­set­zung und inne­re Recht­fer­ti­gung für die lebens­lan­ge Treue­pflicht sowie das Streik­ver­bot; die­se Struk­tur­prin­zi­pi­en sind untrenn­bar mit­ein­an­der ver­bun­den [32].

Die­ses Zusam­men­spiel von Haupt­be­ruf­lich­keits­grund­satz und Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ist vor dem Hin­ter­grund der engen his­to­ri­schen Ver­knüp­fung der Ent­wick­lung des Berufs­be­am­ten­tums mit der­je­ni­gen des Rechts­staats zu sehen: War der Beam­te ursprüng­lich allein dem Regen­ten ver­pflich­tet, wan­del­te er sich mit dem ver­än­der­ten Staats­ver­ständ­nis vom Fürs­ten- zum Staats­die­ner. Sei­ne Auf­ga­be war und ist es, Ver­fas­sung und Gesetz im Inter­es­se der Bür­ger auch und gera­de gegen die Staats­spit­ze zu behaup­ten. Die Über­nah­me der funk­ti­ons­we­sent­li­chen tra­dier­ten Grund­struk­tu­ren des Berufs­be­am­ten­tums in das Grund­ge­setz beruht auf einer Funk­ti­ons­be­stim­mung des Berufs­be­am­ten­tums als Insti­tu­ti­on, die, gegrün­det auf Sach­wis­sen, fach­li­che Leis­tung und loya­le Pflicht­er­fül­lung, eine sta­bi­le Ver­wal­tung sichern und damit einen aus­glei­chen­den Fak­tor gegen­über den das Staats­we­sen gestal­ten­den poli­ti­schen Kräf­ten bil­den soll. Die insti­tu­tio­nel­le Ein­rich­tungs­ga­ran­tie des Art. 33 Abs. 5 GG trägt gleich­zei­tig der Tat­sa­che Rech­nung, dass im demo­kra­ti­schen Staats­we­sen Herr­schaft stets nur auf Zeit ver­ge­ben wird und die Ver­wal­tung schon im Hin­blick auf die wech­seln­de poli­ti­sche Aus­rich­tung der jewei­li­gen Staats­füh­rung neu­tral sein muss. Inso­weit kann die strik­te Bin­dung an Recht und Gemein­wohl, auf die die his­to­ri­sche Aus­for­mung des deut­schen Berufs­be­am­ten­tums aus­ge­rich­tet ist, auch als Funk­ti­ons­be­din­gung der Demo­kra­tie begrif­fen wer­den. Sei­ne Auf­ga­be kann das Berufs­be­am­ten­tum nur erfül­len, wenn es recht­lich und wirt­schaft­lich gesi­chert ist. Nur wenn die inne­re und äuße­re Unab­hän­gig­keit gewähr­leis­tet ist und die Bereit­schaft zu Kri­tik und nöti­gen­falls Wider­spruch nicht das Risi­ko einer Bedro­hung der Lebens­grund­la­gen des Amts­trä­gers und sei­ner Fami­lie in sich birgt, kann rea­lis­ti­scher­wei­se erwar­tet wer­den, dass ein Beam­ter auch dann auf rechts­staat­li­cher Amts­füh­rung beharrt, wenn sie (par­tei-) poli­tisch uner­wünscht sein soll­te [33]. Die Ver­pflich­tung des Dienst­herrn zu einer amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on des sich mit sei­ner gan­zen Arbeits­kraft sei­nem Amt wid­men­den Rich­ters und Beam­ten besteht also nicht allein in des­sen per­sön­li­chem Inter­es­se, son­dern dient zugleich dem All­ge­mein­in­ter­es­se an einer fach­lich leis­tungs­fä­hi­gen, rechts­staat­li­chen und unpar­tei­ischen Rechts­pfle­ge und öffent­li­chen Ver­wal­tung, hat also auch eine qua­li­täts­si­chern­de Funk­ti­on [34].

Die amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on

Die ver­fas­sungs­recht­li­chen Maß­stä­be zur amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on von Rich­tern und Beam­ten mit mehr als zwei unter­halts­be­rech­tig­ten Kin­dern hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in sei­nen Beschlüs­sen vom 30.03.1977 [35]; vom 22.03.1990 [36]; und vom 24.11.1998 [15] kon­kre­ti­siert. Der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber hat die Besol­dung so zu regeln, dass Rich­ter und Beam­te nicht vor die Wahl gestellt wer­den, ent­we­der eine ihrem Amt ange­mes­se­ne Lebens­füh­rung auf­recht­zu­er­hal­ten oder, unter Ver­zicht dar­auf, eine Fami­lie zu haben und die­se ent­spre­chend den damit über­nom­me­nen Ver­pflich­tun­gen ange­mes­sen zu unter­hal­ten [37]. Des­halb kann bei der Beur­tei­lung und Rege­lung des­sen, was eine amts­an­ge­mes­se­ne Besol­dung aus­macht, die Zahl der Kin­der nicht ohne Bedeu­tung sein [38].

Art. 33 Abs. 5 GG belässt dem Gesetz­ge­ber inso­weit aller­dings einen Gestal­tungs­spiel­raum. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt geht auf Grund der bis­he­ri­gen Pra­xis des Besol­dungs­ge­setz­ge­bers davon aus, dass er die Grund­be­sol­dung so bemisst, dass sie (zusam­men mit den Fami­li­en­zu­schlä­gen für den Ehe­part­ner und die ers­ten bei­den Kin­der) in allen Stu­fen der Besol­dungs­ord­nung im Wesent­li­chen amts­an­ge­mes­sen ist [39]. Der Gesetz­ge­ber über­schrei­tet sei­nen Gestal­tungs­spiel­raum, wenn er den Rich­tern und Beam­ten zumu­tet, für den Unter­halt ihres drit­ten Kin­des und wei­te­rer Kin­der auf die fami­li­en-neu­tra­len Bestand­tei­le ihres Gehalts zurück­zu­grei­fen, um den Bedarf ihrer Kin­der zu decken. Die damit ver­bun­de­ne, mit wach­sen­der Kin­der­zahl fort­schrei­ten­de Aus­zeh­rung der fami­li­en­neu­tra­len Gehalts­be­stand­tei­le ist nicht hin­nehm­bar, weil so die Rich­ter und Beam­ten mit meh­re­ren Kin­dern den ihnen zukom­men­den Lebens­zu­schnitt nicht oder nur zulas­ten ihrer Fami­lie errei­chen kön­nen [40].

Der zusätz­li­che Bedarf für Kin­der

Bei der Bemes­sung des zusätz­li­chen Bedarfs, der für das drit­te und die wei­te­ren Kin­der ent­steht; und vom Dienst­herrn über die Ali­men­ta­ti­on der Zwei-Kin­der-Fami­lie hin­aus zu decken ist, kann der Gesetz­ge­ber von den­je­ni­gen Regel­sät­zen für den Kin­des­un­ter­halt aus­ge­hen, die die Rechts­ord­nung in ande­ren Rege­lungs­zu­sam­men­hän­gen zur Ver­fü­gung stellt. Aller­dings sind die­se Sät­ze auf die Befrie­di­gung unter­schied­li­cher Bedürf­nis­se aus­ge­rich­tet. Ihre ein­ge­schränk­te Aus­sa­ge­kraft für die Höhe des den Rich­tern und Beam­ten von ihrem Dienst­herrn geschul­de­ten amts­an­ge­mes­se­nen Unter­halts hat der Gesetz­ge­ber in Rech­nung zu stel­len. So sind etwa Bedarfs­sät­ze, die an dem äußers­ten Min­dest­be­darf eines Kin­des aus­ge­rich­tet sind, also ins­be­son­de­re die Leis­tun­gen der sozia­len Grund­si­che­rung, ihrem Zweck nach staat­li­che Hil­fen zur Erhal­tung eines Min­dest­ma­ßes sozia­ler Siche­rung. Die Ali­men­ta­ti­on der Rich­ter und Beam­ten und ihrer Fami­li­en ist dem­ge­gen­über etwas qua­li­ta­tiv Ande­res. Die­sen Unter­schied muss die Bemes­sung des Gehalts deut­lich wer­den las­sen [41].

Dabei lässt ein um 15 % über dem grund­si­che­rungs­recht­li­chen Gesamt­be­darf lie­gen­der Betrag den ver­fas­sungs­ge­bo­te­nen Unter­schied zwi­schen der von der Grund­si­che­rung zu leis­ten­den Befrie­di­gung eines äußers­ten Min­dest­be­darfs und dem den Rich­tern und Beam­ten sowie ihren Fami­li­en geschul­de­ten Unter­halt hin­rei­chend deut­lich wer­den. Die­se Berech­nungs­me­tho­de dient nicht dazu, die ange­mes­se­ne Höhe der Ali­men­ta­ti­on zu ermit­teln, son­dern die Gren­ze zur Unte­rali­men­ta­ti­on. Füh­ren die den Rich­tern und Beam­ten für ihr drit­tes und jedes wei­te­re Kind gewähr­ten Zuschlä­ge jedoch nicht ein­mal zu einer Erhö­hung des Net­to­ein­kom­mens um 115 % des grund­si­che­rungs­recht­li­chen Gesamt­be­darfs für das hin­zu­tre­ten­de Kind, über­schrei­tet der Gesetz­ge­ber den ihm zuste­hen­den Gestal­tungs­spiel­raum [42].

Ob die Dienst­be­zü­ge noch amts­an­ge­mes­sen sind, beur­teilt sich nach dem Net­to­ein­kom­men [43]. Daher steht es dem Gesetz­ge­ber frei, das von der Ver­fas­sung vor­ge­ge­be­ne Ziel durch eine ent­spre­chen­de Bemes­sung der Brut­to­be­zü­ge – etwa in Gestalt eines kin­der­be­zo­ge­nen Fami­li­en­zu­schlags – zu errei­chen, die Rich­ter und Beam­ten an einem all­ge­mein gewähr­ten Kin­der­geld teil­ha­ben zu las­sen, steu­er­recht­lich die durch den Kin­des­un­ter­halt ver­min­der­te Leis­tungs­fä­hig­keit aus­zu­glei­chen oder die­se und wei­te­re Mög­lich­kei­ten mit­ein­an­der zu ver­bin­den [38].

Die gegen die­se Maß­stä­be erho­be­nen Ein­wän­de grei­fen nicht durch.

Es wird den durch Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­ten Beson­der­hei­ten des Beam­ten­ver­hält­nis­ses nicht gerecht, in der Zuwen­dung kin­der­be­zo­ge­ner Gehalts­be­stand­tei­le ein „Beam­ten­pri­vi­leg“ oder ein „dop­pel­tes Kin­der­geld“ zu sehen. Das Beam­ten­ver­hält­nis ist kein Dienst­ver­trag im her­kömm­li­chen Sin­ne, ins­be­son­de­re ist es kein ent­gelt­li­ches Arbeits­ver­hält­nis, auf­grund des­sen eine nach Inhalt, Zeit und Umfang begrenz­te Arbeits­leis­tung geschul­det wird und als Ent­gelt dafür ein Anspruch auf Ent­loh­nung erwächst. Das Beam­ten­ver­hält­nis begrün­det viel­mehr für den Beam­ten und den Dienst­herrn je selbst­stän­di­ge Pflich­ten. Die­se fol­gen unmit­tel­bar aus dem Gesetz, sie wer­den nicht ver­trag­lich ver­ein­bart. Der Beam­te hat die Pflicht, dem Dienst­herrn sei­ne Arbeits­kraft zur Ver­fü­gung zu stel­len. Der Dienst­herr ist ver­pflich­tet, dem Beam­ten den amts­an­ge­mes­se­nen Unter­halt für sich und sei­ne Fami­lie zu gewäh­ren. Die Berück­sich­ti­gung der Kin­der­zahl bei der Besol­dung ist daher kein „Beam­ten­pri­vi­leg“, son­dern Inhalt der geschul­de­ten Ali­men­ta­ti­on [44].

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ver­langt gera­de kei­ne Bes­ser­stel­lung der Kin­der von Rich­tern und Beam­ten. Sei­ne Recht­spre­chung zum steu­er­frei­en Exis­tenz­mi­ni­mum [45] bezieht sich auf alle Kin­der. Der Gesetz­ge­ber wäre nicht gehin­dert, den Bedürf­nis­sen von kin­der­rei­chen Fami­li­en gene­rell in einer Wei­se Rech­nung zu tra­gen, die jeg­li­che Bes­ser­stel­lung von Beam­ten gegen­über ande­ren Erwerbs­tä­ti­gen ver­mei­det.

Dass bei der Berech­nung des für alle Besol­dungs­grup­pen gleich hohen Min­dest­mehr­be­trags davon aus­ge­gan­gen wird, dass der Rich­ter oder Beam­te die Fami­lie allein unter­hält, ist ein aus der bis­he­ri­gen Besol­dungs­pra­xis und der zu ihr ergan­ge­nen Recht­spre­chung abge­lei­te­ter Kon­troll­maß­stab [46]. Es han­delt sich nicht um ein Abbild der Wirk­lich­keit oder das vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt befür­wor­te­te Leit­bild der Beam­ten­be­sol­dung, son­dern um eine Bezugs­grö­ße, die eine spe­zi­fi­sche Funk­ti­on bei der Bemes­sung der Unter­gren­ze der Fami­li­en­a­li­men­ta­ti­on erfüllt [47]. Sie stellt sicher, dass der Fami­lie für das drit­te und jedes wei­te­re Kind der am Grund­si­che­rungs­ni­veau ori­en­tier­te Min­dest­mehr­be­trag auch dann zur Ver­fü­gung steht, wenn der ande­re Eltern­teil gar nichts zum Fami­li­en­ein­kom­men bei­steu­ern kann, etwa weil behin­der­te Kin­der oder betag­te Groß­el­tern dau­ern­der Pfle­ge bedür­fen oder er selbst dau­er­haft arbeits­un­fä­hig erkrankt oder gar ver­stor­ben ist. Für ande­re Fami­li­en­for­men nach­tei­li­ge Aus­wir­kun­gen sind damit nicht ver­bun­den.

Die Not­wen­dig­keit aktua­li­sier­ter Maß­stä­be – und die Fra­ge des Grund­si­che­rungs­ni­veaus

Die­se in den frü­he­ren Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ent­wi­ckel­ten ver­fas­sungs­recht­li­chen Maß­stä­be bedür­fen inso­fern einer Aktua­li­sie­rung, als die Rege­lun­gen zu der als Ver­gleichs­maß­stab her­an­ge­zo­ge­nen sozia­len Grund­si­che­rung seit­her grund­le­gend umge­stal­tet wor­den sind und auch bei der Berech­nung des Net­to­ein­kom­mens neue Aspek­te berück­sich­tigt wer­den müs­sen.

Das zur Bestim­mung der Min­des­ta­li­men­ta­ti­on her­an­ge­zo­ge­ne Grund­si­che­rungs­ni­veau umfasst alle Ele­men­te des Lebens­stan­dards, der den Emp­fän­gern von Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen staat­li­cher­seits gewährt wird, unab­hän­gig davon, ob die­se zum ver­fas­sungs­recht­lich garan­tier­ten Exis­tenz­mi­ni­mum [48] zäh­len oder über die­ses hin­aus­ge­hen, und unab­hän­gig davon, ob zur Befrie­di­gung der aner­kann­ten Bedürf­nis­se Geld­leis­tun­gen gewährt oder bedarfs­de­cken­de Sach- bezie­hungs­wei­se Dienst­leis­tun­gen erbracht wer­den [49].

Die Leis­tun­gen der Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de nach dem SGB II, die der­zeit zusam­men mit den Leis­tun­gen der Sozi­al­hil­fe nach dem SGB XII den Kern des Grund­si­che­rungs­ni­veaus bil­den, beru­hen nur teil­wei­se auf gesetz­ge­be­ri­schen Pau­scha­lie­run­gen (so etwa hin­sicht­lich der Regel­be­dar­fe, §§ 20, 23 SGB II und §§ 27a ff. SGB XII i.V.m. dem Regel­be­darfs-Ermitt­lungs­ge­setz vom 24.03.2011); im Übri­gen knüpft der Sozi­al­ge­setz­ge­ber an die tat­säch­li­chen Bedürf­nis­se an (ins­be­son­de­re bei den Kos­ten der Unter­kunft, § 22 SGB II). Des­halb diver­giert die Höhe der Gesamt­leis­tun­gen bei glei­cher Haus­halts­grö­ße erheb­lich.

Ist der Gesetz­ge­ber gehal­ten, den Umfang der Sozi­al­leis­tun­gen rea­li­täts­ge­recht zu bemes­sen [50], kann dies nicht ohne ver­ein­fa­chen­de Annah­men gelin­gen. Die zu berück­sich­ti­gen­den Posi­tio­nen müs­sen not­wen­di­ger­wei­se typi­siert wer­den [51]. Weder der in ers­ter Linie zur Durch­füh­rung einer ent­spre­chen­den Berech­nung beru­fe­ne Besol­dungs­ge­setz­ge­ber noch die gericht­li­che Kon­trol­le muss sich an aty­pi­schen Son­der­fäl­len ori­en­tie­ren. Die Her­an­ge­hens­wei­se muss jedoch von dem Ziel bestimmt sein, sicher­zu­stel­len, dass die Net­to­ali­men­ta­ti­on durch­gän­gig den gebo­te­nen Min­dest­ab­stand zu dem den Emp­fän­gern der sozia­len Grund­si­che­rung gewähr­leis­te­ten Lebens­stan­dard wahrt [52]. Damit kommt eine Ori­en­tie­rung an einem Durch­schnitts­wert jeden­falls dann nicht in Betracht, wenn die Vari­anz so groß ist, dass er in einer grö­ße­ren Anzahl von Fäl­len erkenn­bar nicht aus­rei­chen wür­de [53]. Zwar hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt dem Steu­er­ge­setz­ge­ber in der Ver­gan­gen­heit zuge­bil­ligt, sich bei einem erheb­li­chen Preis­ge­fäl­le auf dem Woh­nungs­markt hin­sicht­lich der Wohn­kos­ten bei der Bemes­sung des Grund­frei­be­trags an einem „unte­ren Wert“ zu ori­en­tie­ren. Es hat dies aber unter der Bedin­gung getan, dass der Gesetz­ge­ber zugleich zur ergän­zen­den Deckung des Bedarfs nach dem Ein­zel­fall bemes­se­ne Sozi­al­leis­tun­gen, wie etwa ein Wohn­geld, zur Ver­fü­gung stellt [54]. Weil die Besol­dung der Rich­ter und Beam­ten nicht dem Gewähr­leis­tungs­be­reich des Art. 33 Abs. 5 GG ent­zo­gen wer­den kann, darf der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber sie, wenn es um die Ein­hal­tung der aus dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip fol­gen­den Min­dest­an­for­de­run­gen geht, indes nicht auf den Bezug von Sozi­al­leis­tun­gen ver­wei­sen. Allen­falls dür­fen tat­säch­lich bezo­ge­ne Sozi­al­leis­tun­gen auf die Bezü­ge ange­rech­net wer­den [55]. Ande­res gilt nur für das Kin­der­geld [56], weil mit ihm im Aus­gangs­punkt die – bei der Ermitt­lung des Net­to­ge­halts ohne­hin zu berück­sich­ti­gen­de – ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­ne steu­er­li­che Frei­stel­lung des Exis­tenz­mi­ni­mums des Kin­des bewirkt wird [57] und es daher nur in bestimm­ten Fäl­len und in unter­schied­li­chem Umfang den Cha­rak­ter einer Sozi­al­leis­tung hat [58].

Die nach­fol­gen­den Aus­füh­run­gen stel­len kei­ne für den Besol­dungs­ge­setz­ge­ber in jeder Ein­zel­heit ver­bind­li­che Berech­nungs­grund­la­ge dar. Ihm stün­de es ins­be­son­de­re frei, die Höhe des Grund­si­che­rungs­ni­veaus als Aus­gangs­punkt für die Bemes­sung der Unter­gren­ze der Besol­dung mit Hil­fe einer ande­ren plau­si­blen und rea­li­täts­ge­rech­ten Metho­dik zu bestim­men [59]. Ihn trifft jedoch die Pflicht, die ihm inso­weit zu Gebo­te ste­hen­den Erkennt­nis­mög­lich­kei­ten aus­zu­schöp­fen, um die Ent­wick­lung der Lebens­ver­hält­nis­se zu beob­ach­ten und die Höhe der Besol­dung an die­se Ent­wick­lung kon­ti­nu­ier­lich im gebo­te­nen Umfang anzu­pas­sen [60]. Stellt er dabei eine erheb­li­che (regio­na­le) Sprei­zung inner­halb sei­nes Ver­ant­wor­tungs­be­reichs fest, kann er dar­auf mit einer regio­na­len Dif­fe­ren­zie­rung der Beam­ten­be­sol­dung reagie­ren [61].

Gemäß § 20, § 23 Nr. 1 SGB II wird zur Befrie­di­gung des Regel­be­darfs zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts ein monat­li­cher Pau­schal­be­trag aner­kannt, des­sen Höhe regel­mä­ßig neu fest­ge­setzt wird. Dabei wird typi­sie­rend für unter­schied­li­che Lebens­um­stän­de ein unter­schied­li­cher Regel­be­darf ange­nom­men. Für Kin­der rich­tet sich die Zuord­nung zu einer Regel­be­darfs­stu­fe nach dem Lebens­al­ter. Inso­fern kann zur Bestim­mung der gebo­te­nen Min­des­ta­li­men­ta­ti­on auf die im Exis­tenz­mi­ni­mum­be­richt der Bun­des­re­gie­rung eta­blier­te Berech­nungs­me­tho­de zurück­ge­grif­fen wer­den, bei der die Regel­be­darfs­sät­ze mit der Anzahl der für die ein­zel­nen Regel­be­darfs­stu­fen rele­van­ten Lebens­jah­re gewich­tet wer­den [62].

Dabei darf der Gesetz­ge­ber den für voll­jäh­ri­ge Kin­der einer Bedarfs­ge­mein­schaft maß­geb­li­chen Regel­satz der Regel­be­darfs­stu­fe 3 bei der Durch­schnitts­bil­dung außer Betracht las­sen. Denn die­se Regel­be­darfs­stu­fe kommt in der hier maß­geb­li­chen Kon­stel­la­ti­on nur zum Tra­gen, wenn das drit­te (oder vier­te) Kind voll­jäh­rig ist und zwei älte­re Geschwis­ter hat, die eben­falls noch kin­der­geld­be­rech­tigt sind. Dies dürf­te allen­falls in sel­te­nen Aus­nah­me­fäl­len für einen nen­nens­wer­ten Zeit­raum der Fall sein, selbst wenn ins­ge­samt eine erheb­li­che Zahl von Kin­dern auch nach Voll­endung des 18. Lebens­jah­res noch kin­der­geld­be­rech­tigt sein soll­te.

Für den ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum müs­sen die anzu­set­zen­den Kos­ten der Unter­kunft aus dem Wohn­geld­recht abge­lei­tet wer­den.

Eine Über­nah­me der in den Exis­tenz­mi­ni­mum­be­rich­ten ange­wand­ten Metho­de kommt nicht in Betracht. Im streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum wur­den dar­in neben dem gesamt­deut­schen Mie­ten­ni­veau der Wohn­geld­emp­fän­ger der für die Mie­ten­stu­fen I bis IV nach Fall­zah­len gewich­te­te Durch­schnitts­wert zugrun­de gelegt [63] und damit gera­de die Mie­ten der (damals) höchs­ten Mie­ten­stu­fen V und VI nach § 12 WoGG außer Ansatz gelas­sen [64]. Dass die Auf­fas­sung der Bun­des­re­gie­rung, die­se Metho­dik sei auch für die Bestim­mung der Min­des­ta­li­men­ta­ti­on her­an­zu­zie­hen, nicht zutref­fen kann, folgt schon dar­aus, dass sie in ihrer Stel­lung­nah­me die Beam­ten aus­drück­lich auf den Wohn­geld­be­zug ver­weist. Der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber kann sich sei­ner aus dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip erge­ben­den Ver­pflich­tung aber nicht mit Blick auf Sozi­al­leis­tungs­an­sprü­che ent­le­di­gen; die ange­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on muss durch das Beam­ten­ge­halt selbst gewahrt wer­den [55].

Um der ver­fas­sungs­recht­li­chen Ziel­set­zung, das Grund­si­che­rungs­ni­veau als Aus­gangs­punkt für die Fest­le­gung der Unter­gren­ze der Beam­ten­be­sol­dung zu bestim­men, gerecht zu wer­den, muss der Bedarf für die Kos­ten der Unter­kunft so erfasst wer­den, wie ihn das Sozi­al­recht defi­niert und die zustän­di­gen Behör­den tat­säch­lich aner­ken­nen. Auch muss der Ansatz so bemes­sen sein, dass er auch in Kom­mu­nen mit durch­schnitt­lich höhe­ren Kos­ten der Unter­kunft das Grund­si­che­rungs­ni­veau nicht unter­schrei­tet.

§ 22 Abs. 1 Satz 1 SGB II sieht vor, dass Bedar­fe für Unter­kunft und Hei­zung in Höhe der tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen aner­kannt wer­den, soweit die­se ange­mes­sen sind. Solan­ge nicht auf­grund von § 22a Abs. 1 in Ver­bin­dung mit § 22b Abs. 1 SGB II durch Sat­zung (oder Ver­ord­nung) bestimmt wird, wel­che Kos­ten der Unter­kunft bezie­hungs­wei­se wel­che Wohn­flä­che ent­spre­chend der Struk­tur des ört­li­chen Woh­nungs­mark­tes als ange­mes­sen aner­kannt wer­den, muss die Ange­mes­sen­heit der Kos­ten nach der Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts in einer mehr­stu­fi­gen Ein­zel­fall­prü­fung ermit­telt wer­den: Zunächst ist die soge­nann­te abs­trak­te Ange­mes­sen­heit der Mie­te zu bestim­men, für die es auf Wohn­flä­che, Wohn­stan­dard (ins­be­son­de­re Lage und Aus­stat­tung) und ört­li­ches Preis­ni­veau ankommt. Nach der soge­nann­ten Pro­dukt­theo­rie ist eine Unter­kunft ange­mes­sen, deren Kos­ten dem Pro­dukt aus ange­mes­se­ner Wohn­flä­che einer­seits und dem im Ver­gleichs­raum für Woh­nun­gen ein­fa­chen Stan­dards ermit­tel­ten Miet­zins pro Qua­drat­me­ter ande­rer­seits ent­spricht [65]. Der Ver­gleichs­raum ist aus­ge­hend vom Wohn­ort zu bestim­men, wobei es dar­auf ankommt, wel­che Orte auf­grund ihrer räum­li­chen Nähe, der Infra­struk­tur und ins­be­son­de­re ihrer ver­kehrs­tech­ni­schen Ver­bun­den­heit einen ins­ge­samt betrach­tet homo­ge­nen Lebens- und Wohn­be­reich bil­den [66]. Dabei kann der Grund­si­che­rungs­emp­fän­ger sei­nen Wohn­ort frei wäh­len: Nach einem Umzug über die Gren­zen des kom­mu­na­len Ver­gleichs­raums hin­aus sind die anzu­set­zen­den Kos­ten der Unter­kunft nicht auf die Auf­wen­dun­gen am bis­he­ri­gen Wohn­ort begrenzt [67]. Die anzu­set­zen­de Wohn­flä­che wird aus den im jeweils frag­li­chen Zeit­raum gel­ten­den lan­des­recht­li­chen Vor­ga­ben für den sozia­len Miet­woh­nungs­bau abge­lei­tet [68]. Der Qua­drat­me­ter­preis für Woh­nun­gen ein­fa­chen Stan­dards ist auf der Grund­la­ge eines über­prüf­ba­ren, schlüs­si­gen Kon­zepts zur Daten­er­he­bung und ‑aus­wer­tung zu ermit­teln, das die Gewähr dafür bie­tet, die Ver­hält­nis­se des ört­li­chen Woh­nungs­markts in einem bestimm­ten Zeit­raum wie­der­zu­ge­ben [69]. Über­schrei­ten die tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen den nach die­sen Maß­ga­ben bestimm­ten abs­trakt ange­mes­se­nen Betrag, wird im Ver­fah­ren nach § 22 Abs. 1 Satz 3 SGB II geprüft, ob im kon­kre­ten Ein­zel­fall eine bedarfs­ge­rech­te und kos­ten­güns­ti­ge Woh­nung tat­säch­lich ver­füg­bar und zugäng­lich ist. Ist dies nicht der Fall, sind die höhe­ren Kos­ten anzu­er­ken­nen [70].

Die von der Bun­des­agen­tur für Arbeit im Ver­fah­ren zur Ber­li­ner Rich­ter­be­sol­dung [71] vor­ge­leg­te sta­tis­ti­sche Aus­wer­tung ermög­licht eine rea­li­täts­ge­rech­te Erfas­sung der abso­lu­ten Höhe der grund­si­che­rungs­recht­li­chen Kos­ten der Unter­kunft für eine Fami­lie [72]. Im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren geht es jedoch dar­um, den Mehr­be­trag zu ermit­teln, der einer Fami­lie mit drei Kin­dern im Ver­gleich zu einer Fami­lie mit zwei Kin­dern zuge­stan­den wird. Es kommt also auf den rela­ti­ven Unter­schied der Kos­ten der Unter­kunft an. Die­ser kann mit Hil­fe der von der Bun­des­agen­tur vor­ge­leg­ten Daten, denen eine Auf­lö­sung in 50-Euro-Schrit­ten zugrun­de liegt, nicht hin­rei­chend genau bestimmt wer­den.

Für den Fall, dass belast­ba­re Erhe­bun­gen zu den tat­säch­lich ange­mes­se­nen Kos­ten der Unter­kunft für einen Ver­gleichs­raum in einem bestimm­ten Zeit­raum nicht vor­lie­gen, hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt eine alter­na­ti­ve Metho­de ent­wi­ckelt, um die grund­si­che­rungs­recht­li­chen Kos­ten der Unter­kunft bemes­sen zu kön­nen. In einer sol­chen Situa­ti­on ist der für den jewei­li­gen Wohn­ort maß­geb­li­che wohn­geld­recht­li­che Miet­höchst­be­trag mit einem Sicher­heits­zu­schlag von 10 % den Berech­nun­gen zugrun­de zu legen, weil die Fest­set­zung auf­grund der abwei­chen­den Zweck­rich­tung des Wohn­gel­des nicht mit dem Anspruch erfolgt, die rea­len Ver­hält­nis­se auf dem Markt stets zutref­fend abzu­bil­den [73].

Das Wohn­geld ist als Zuschuss aus­ge­stal­tet, des­sen Höhe sich nach der Anzahl der Haus­halts­mit­glie­der, der Brut­to­kalt­mie­te und dem Gesamt­ein­kom­men der Haus­halts­mit­glie­der rich­tet (§ 4 WoGG). Ange­setzt wird die tat­säch­lich gezahl­te Mie­te, aller­dings nur bis zu einem im Gesetz fest­ge­leg­ten Höchst­be­trag, der nach der Zahl der Haus­halts­mit­glie­der und der Mie­ten­stu­fe gestaf­felt ist. Die Zuge­hö­rig­keit einer Gemein­de zu einer Mie­ten­stu­fe rich­tet sich nach dem Mie­ten­ni­veau. Das Mie­ten­ni­veau ist die durch­schnitt­li­che pro­zen­tua­le Abwei­chung der Qua­drat­me­ter­mie­ten von Wohn­raum in der frag­li­chen Gemein­de vom Durch­schnitt der Qua­drat­me­ter­mie­ten des Wohn­raums im Bun­des­ge­biet (§ 12 WoGG). Die Höchst­be­trä­ge nach § 12 Abs. 1 WoGG sind seit dem Jahr 2016 gemäß § 39 Abs. 1 WoGG in zwei­jähr­li­chem Tur­nus zu über­prü­fen. Für Zeit­räu­me wie den hier zu beur­tei­len­den, in denen die Wohn­geld­sät­ze nicht, wie es nun­mehr vor­ge­se­hen ist, in einem engen Tur­nus von zwei Jah­ren aktua­li­siert wer­den, son­dern über einen lan­gen Zeit­raum (hier: 2009 bis 2016, vgl. BT-Drs. 18/​4897, S. 1) gleich­blei­ben, ver­lie­ren die Wohn­geld­sät­ze ihren Rea­li­täts­be­zug. Abhil­fe schafft inso­fern eine Inde­xie­rung der Wer­te mit dem Miet­preis­in­dex des Sta­tis­ti­schen Lan­des­am­tes des jewei­li­gen Lan­des (hilfs­wei­se: des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes).

Weil die Anfor­de­run­gen des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips für alle Rich­ter und Beam­te ohne Rück­sicht auf ihren Dienst­ort ein­ge­hal­ten wer­den müs­sen [74], ist dabei auf die höchs­te im jewei­li­gen Land vor­kom­men­de Mie­ten­stu­fe des Wohn­geld­rechts abzu­stel­len [75]. Der Dienst­herr kann nicht erwar­ten, dass Rich­ter und Beam­te ihren Wohn­sitz an einem Ort neh­men, der durch­schnitt­li­che Wohn­kos­ten auf­weist. Die­se Über­le­gung ent­fern­te sich unzu­läs­sig vom Grund­si­che­rungs­recht, das die freie Wohn­ort­wahl gewähr­leis­tet, ins­be­son­de­re auch den Umzug in den Ver­gleichs­raum mit den höchs­ten Wohn­kos­ten. Unab­hän­gig davon dür­fen Beam­te weder ihre Dienst­stel­le noch ihren Wohn­ort belie­big wäh­len. Der Bestim­mung der Dienst­stel­le durch den Dienst­herrn kön­nen nur schwer­wie­gen­de per­sön­li­che Grün­de oder außer­ge­wöhn­li­che Här­ten ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den [76]. Die Beam­ten sind zudem auch ohne aus­drück­li­che Anord­nung einer Resi­denz­pflicht ver­pflich­tet, ihre Woh­nung so zu neh­men, dass die ord­nungs­mä­ßi­ge Wahr­neh­mung ihrer Dienst­ge­schäf­te – ins­be­son­de­re der pünkt­li­che Dienst­an­tritt – nicht beein­träch­tigt wird [77].

Der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber ist aller­dings nicht ver­pflich­tet, die Besol­dung eines Beam­ten oder Rich­ters auch dann an den regio­na­len Höchst­wer­ten aus­zu­rich­ten, wenn die­ser hier­von gar nicht betrof­fen ist. Der Gesetz­ge­ber muss nicht pau­scha­lie­ren, son­dern kann den maß­geb­li­chen Bedarf indi­vi­du­ell oder grup­pen­be­zo­gen erfas­sen [54]. Ins­be­son­de­re ist er frei, Besol­dungs­be­stand­tei­le an die regio­na­len Lebens­hal­tungs­kos­ten anzu­knüp­fen, etwa durch (Wieder-)Einführung eines an den ört­li­chen Wohn­kos­ten ori­en­tier­ten (Orts-) Zuschlags [78], wie es der­zeit regel­mä­ßig bei einer Aus­lands­ver­wen­dung (vgl. § 73 LBesG NRW i.V.m. §§ 52 ff. BBesG) und teil­wei­se auch inner­halb eines Lan­des (vgl. Art. 94 Bay­BesG) prak­ti­ziert wird. Eine an Wohn­sitz oder Dienst­ort anknüp­fen­de Abstu­fung ist mit dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ver­ein­bar, sofern sie sich vor Art. 3 Abs. 1 GG recht­fer­ti­gen lässt [79]. Mit den Mie­ten­stu­fen des Wohn­geld­ge­set­zes, denen alle Kom­mu­nen ent­spre­chend den ört­li­chen Ver­hält­nis­sen des Miet­woh­nungs­mark­tes zuge­ord­net sind, stün­de ein leicht zu hand­ha­ben­des Kri­te­ri­um bereit [80].

Zum grund­si­che­rungs­recht­li­chen Bedarf zäh­len nach § 22 Abs. 1 Satz 1 SGB II auch Heiz­kos­ten, sofern sie ange­mes­sen sind. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts kön­nen dem bun­des­wei­ten Heiz­spie­gel, der jähr­lich nach Ener­gie­trä­ger und Grö­ße der Wohn­an­la­ge gestaf­fel­te Ver­gleichs­wer­te aus­weist, Richt­wer­te ent­nom­men wer­den. Nur wenn die Heiz­kos­ten das Pro­dukt aus der ange­mes­se­nen Wohn­flä­che und dem Höchst­wert des Heiz­spie­gels über­stei­gen, besteht Anlass dazu, die Auf­wen­dun­gen kon­kret auf ihre Ange­mes­sen­heit hin zu über­prü­fen [81]. Dass dabei auf bun­des­ein­heit­li­che Wer­te abge­stellt wird, steht nicht im Wider­spruch zur Föde­ra­li­sie­rung des Besol­dungs­rechts, weil das Grund­si­che­rungs­recht inso­fern kei­ne Regio­na­li­sie­rung vor­sieht [82].

Für Kin­der, Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne hat der Gesetz­ge­ber über den Regel­be­darf hin­aus Bedar­fe für Bil­dung und Teil­ha­be am sozia­len und kul­tu­rel­len Leben in der Gemein­schaft (im Fol­gen­den: Bil­dung und Teil­ha­be) geson­dert erfasst. Auch sie zäh­len zum sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Grund­be­darf [83].

Nach den im ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum gel­ten­den Fas­sun­gen des § 28 SGB II vom 13.05.2011 [84]; und vom 07.05.2013 [85] wur­den aner­kannt: Leis­tun­gen für Schul­aus­flü­ge und mehr­tä­gi­ge Klas­sen­fahr­ten im Rah­men der schul­recht­li­chen Bestim­mun­gen (§ 28 Abs. 2 SGB II), per­sön­li­cher Schul­be­darf (§ 28 Abs. 3 SGB II), Kos­ten der Schü­ler­be­för­de­rung, soweit sie nicht von Drit­ten über­nom­men wer­den und es nicht zumut­bar ist, sie aus dem Eigen­be­darf zu bestrei­ten (§ 28 Abs. 4 SGB II), ange­mes­se­ne Kos­ten der Lern­för­de­rung, soweit die­se geeig­net und zusätz­lich erfor­der­lich ist, um die nach den schul­recht­li­chen Bestim­mun­gen fest­ge­leg­ten wesent­li­chen Lern­zie­le zu errei­chen (§ 28 Abs. 5 SGB II), Mehr­auf­wen­dun­gen für die Teil­nah­me an einer gemein­schaft­li­chen Mit­tags­ver­pfle­gung von Schü­lern und von Kin­dern, die in Tages­ein­rich­tun­gen oder in der Kin­der­ta­ges­pfle­ge betreut wer­den (§ 28 Abs. 6 SGB II), sowie Auf­wen­dun­gen im Zusam­men­hang mit der Teil­ha­be am sozia­len und kul­tu­rel­len Leben in der Gemein­schaft (§ 28 Abs. 7 SGB II). Pau­scha­liert wur­den ledig­lich der per­sön­li­che Schul­be­darf (100 Euro pro Schul­jahr) und die Auf­wen­dun­gen für die Teil­ha­be am sozia­len und kul­tu­rel­len Leben in der Gemein­schaft (10 Euro pro Monat bis zum 18. Lebens­jahr), wobei in Aus­nah­me­fäl­len auch die (höhe­ren) tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen berück­sich­tigt wer­den konn­ten (§ 28 Abs. 7 Satz 2 SGB II). Im Übri­gen wur­den im Grund­satz die tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen aner­kannt.

Für die Bestim­mung des Grund­si­che­rungs­ni­veaus sind im Aus­gangs­punkt alle Bedar­fe des § 28 SGB II rele­vant. Nur wenn fest­steht, dass bestimm­te Bedar­fe auf außer­ge­wöhn­li­che Lebens­si­tua­tio­nen zuge­schnit­ten sind und des­halb tat­säch­lich nur in Aus­nah­me­fäl­len bewil­ligt wer­den, kön­nen sie außer Ansatz blei­ben. Danach dürf­ten der per­sön­li­che Schul­be­darf, Auf­wen­dun­gen für Schul­aus­flü­ge, Klas­sen­fahr­ten und das Mit­tag­essen in Gemein­schafts­ver­pfle­gung sowie die Kos­ten der Teil­ha­be bei sozia­len, sport­li­chen und kul­tu­rel­len Akti­vi­tä­ten dem Grun­de nach zu berück­sich­ti­gen sein. Um einen rea­li­täts­ge­rech­ten Wert zu ermit­teln, sind die Aus­ga­ben mit der Zahl der­je­ni­gen ins Ver­hält­nis zu set­zen, die den jewei­li­gen Bedarf auch tat­säch­lich gel­tend machen. Fal­len bestimm­te Bedar­fe nur in bestimm­ten Alters­stu­fen an, wie etwa der Schul­be­darf oder Klas­sen­fahr­ten, ist wie bei den Regel­sät­zen ein gewich­te­ter Durch­schnitt zu bil­den [86].

Nach § 21 SGB II sind bestimm­te Mehr­be­dar­fe anzu­er­ken­nen, die auf beson­de­re Lebens­um­stän­de zurück­zu­füh­ren sind. Aus der im Ver­fah­ren 2 BvL 4/​18 von der Bun­des­agen­tur für Arbeit vor­ge­leg­ten Sta­tis­tik geht her­vor, dass zwar der Mehr­be­darf für dezen­tra­le Warm­was­ser­ver­sor­gung in nen­nens­wer­ter Häu­fig­keit anfällt, im Durch­schnitt aber nur mit weni­ger als einem Euro monat­lich. Mehr­be­dar­fe im Baga­tell­be­reich kön­nen bei der Typi­sie­rung außer Ansatz blei­ben.

Der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in sei­nem Beschluss vom 24.11.1998 ange­setz­te 20 %-Zuschlag auf die Regel­sät­ze der Sozi­al­hil­fe [87] ist mit der Umge­stal­tung des Grund­si­che­rungs­rechts im Jahr 2005 obso­let gewor­den. Mit ihm wur­den die vor­mals in grö­ße­rem Umfang gewähr­ten „ein­ma­li­gen Leis­tun­gen zum Lebens­un­ter­halt“ nach § 21 Abs. 1a BSHG – ins­be­son­de­re für Klei­dung, Brenn­stof­fe, Haus­rat, Woh­nungs­in­stand­set­zung und lang­le­bi­ge Gebrauchs­gü­ter – abge­bil­det [88]. Hier­für besteht kein Bedürf­nis mehr, nach­dem das Sys­tem der Grund­si­che­rung auf höhe­re Regel­sät­ze umge­stellt wor­den ist, aus denen auch unre­gel­mä­ßig anfal­len­de Aus­ga­ben bestrit­ten wer­den sol­len (vgl. § 20 Abs. 1 Satz 4 SGB II).

Der Lebens­stan­dard der Grund­si­che­rungs­emp­fän­ger wird nicht allein durch als sol­che bezeich­ne­te Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen bestimmt. Ihnen wer­den – in letz­ter Zeit ver­mehrt – vor­nehm­lich Dienst­leis­tun­gen zu einem ver­güns­tig­ten „Sozi­al­ta­rif“ ange­bo­ten, etwa im Bereich der weit­ver­stan­de­nen Daseins­vor­sor­ge (öffent­li­cher Nah­ver­kehr, Muse­en, Thea­ter, Opern­häu­ser, Schwimm­bä­der usw.). Von erheb­li­cher prak­ti­scher Bedeu­tung sind auch die Kos­ten für die Kin­der­be­treu­ung. Seit dem 1.08.2019 dür­fen von Grund­si­che­rungs­emp­fän­gern für die För­de­rung von Kin­dern in Tages­ein­rich­tun­gen und Kin­der­ta­ges­pfle­ge kei­ne Bei­trä­ge mehr erho­ben wer­den (vgl. § 90 Abs. 4 SGB VIII i.d.F. des Art. 2 Nr. 2 Buch­sta­be c des Geset­zes zur Wei­ter­ent­wick­lung der Qua­li­tät und zur Teil­ha­be in der Kin­der­ta­ges­be­treu­ung vom 19.12.2018 ; die Gegen­fi­nan­zie­rung erfolgt im Rah­men des Finanz­aus­gleichs ). Dabei han­delt es sich – anders als beim Kin­der­geld – nicht um eine Ver­güns­ti­gung, die allen Kin­dern zuteil wird. Eltern, die kei­ne Sozi­al­leis­tun­gen bezie­hen, müs­sen die­se Leis­tun­gen (zumin­dest teil­wei­se) bezah­len.

Die­se geld­wer­ten Vor­tei­le wer­den nicht in der Sta­tis­tik der Grund­si­che­rungs­be­hör­den erfasst. Gleich­wohl kön­nen sie bei einer rea­li­täts­ge­rech­ten Ermitt­lung des den Grund­si­che­rungs­emp­fän­gern gewähr­leis­te­ten Lebens­stan­dards nicht unbe­rück­sich­tigt blei­ben. Es han­delt sich um Bedürf­nis­se, deren Erfül­lung die öffent­li­che Hand für jeder­mann als so bedeut­sam erach­tet, dass sie Grund­si­che­rungs­emp­fän­gern ent­spre­chen­de Leis­tun­gen mit Rück­sicht auf ihre wirt­schaft­li­che Lage kos­ten­frei oder ver­güns­tigt zur Ver­fü­gung stellt und hier­für öffent­li­che Mit­tel ein­setzt.

Solan­ge aber auch ohne Berück­sich­ti­gung etwai­ger geld­wer­ter Vor­tei­le fest­steht, dass der Min­dest­ab­stand zum Grund­si­che­rungs­ni­veau nicht gewahrt ist, sind Fest­stel­lun­gen zu Art und Umfang der genann­ten geld­wer­ten Vor­tei­le man­gels Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit ent­behr­lich. Auch inso­weit ist in ers­ter Linie der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber gefor­dert, die Ent­wick­lung der Lebens­ver­hält­nis­se zu beob­ach­ten, um Art und Aus­maß der geld­wer­ten Vor­tei­le zu ermit­teln und die Höhe der Besol­dung die­sen kon­ti­nu­ier­lich im gebo­te­nen Umfang anzu­pas­sen [89].

Ob die Dienst­be­zü­ge der Rich­ter und Beam­ten den Anfor­de­run­gen des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips ent­spre­chend aus­rei­chen, um den sich für das drit­te und jedes wei­te­re Kind erge­ben­den ali­men­ta­ti­ons­recht­li­chen Min­dest­be­darf zu decken, beur­teilt sich nach dem Net­to­mehr­be­trag, also dem Unter­schied in der Besol­dung, die Rich­tern und Beam­ten der glei­chen Besol­dungs­grup­pe mit zwei Kin­dern einer­seits und mit der frag­li­chen Kin­der­zahl ande­rer­seits tat­säch­lich zur Ver­fü­gung steht [90]. Weil es dem Gesetz­ge­ber frei­steht, wie er das von der Ver­fas­sung vor­ge­ge­be­ne Ziel erreicht, und hier unter­schied­li­che Wege denk­bar sind (ent­spre­chen­de Bemes­sung der Brut­to­be­zü­ge, all­ge­mein gewähr­tes Kin­der­geld, steu­er­recht­li­che Berück­sich­ti­gung der durch den Kin­des­un­ter­halt ver­min­der­ten Leis­tungs­fä­hig­keit, Kom­bi­na­ti­ons­lö­sun­gen) [91], ist das Net­to­ein­kom­men unter Berück­sich­ti­gung des Kin­der­gelds zu ermit­teln.

Bezugs­punkt ist das Gehalt als Gan­zes [92]. Neben dem Grund­ge­halt sind daher sol­che Bezü­ge­be­stand­tei­le zu berück­sich­ti­gen, die allen Beam­ten einer Besol­dungs­grup­pe gewährt wer­den [93].

Dabei ist – wenn die­se Besol­dungs­grup­pe Erfah­rungs­stu­fen kennt – das Grund­ge­halt der End­stu­fe maß­geb­lich [94]. Damit ist sicher­ge­stellt, dass der Mehr­be­trag der Net­to­ali­men­ta­ti­on auch bei dem höchs­ten für die Besol­dungs­grup­pe rele­van­ten Steu­er­satz den Abstand zum Grund­si­che­rungs­ni­veau wahrt.

Bei der Ermitt­lung des Net­to­ein­kom­mens sind die Kos­ten einer die Bei­hil­fe­leis­tun­gen des Dienst­herrn ergän­zen­den Krank­heits­kos­ten- und Pfle­ge­ver­si­che­rung in Abzug zu brin­gen [95]. Anzu­set­zen ist dabei aus den mit Blick auf die Regel­sät­ze der Grund­si­che­rung aus­ge­führ­ten Grün­den bb)), Rn. 44)) der durch­schnitt­li­che Bei­trag für min­der­jäh­ri­ge Kin­der. Gewährt der Dienst­herr freie Heil­für­sor­ge oder erhöht er den Bei­hil­fe­satz [96], wirkt sich dies auf die Höhe des Net­to­ein­kom­mens aus.

Gemäß § 193 Abs. 3 Satz 1 des Geset­zes über den Ver­si­che­rungs­ver­trag (Ver­si­che­rungs­ver­trags­ge­setz – VVG) vom 23.11.2007 [97] ist jede Per­son mit Wohn­sitz im Inland, die nicht gesetz­lich ver­si­chert oder ander­wei­tig abge­si­chert ist, ver­pflich­tet, eine Krank­heits­kos­ten­ver­si­che­rung abzu­schlie­ßen. Aus § 23 Abs. 1 SGB XI folgt die Ver­pflich­tung, sich auch für das Ein­tre­ten des Pfle­ge­falls zu ver­si­chern. Gemäß § 26 SGB II sind ange­mes­se­ne Bei­trä­ge für eine Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung als Bedarf der Grund­si­che­rungs­emp­fän­ger anzu­er­ken­nen. Die Auf­wen­dun­gen für eine pri­va­te Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung sind daher auch Teil des ein­kom­men­steu­er­recht­lich zu ver­scho­nen­den Exis­tenz­mi­ni­mums, soweit sie zur Erlan­gung eines von der Grund­si­che­rung gewähr­leis­te­ten Ver­sor­gungs­ni­veaus erfor­der­lich sind [98].

Eine Beschrän­kung der zu berück­sich­ti­gen­den Auf­wen­dun­gen ent­spre­chend § 26 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 3 Satz 1 SGB II, wonach die Bei­trä­ge zur pri­va­ten Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung nur bis zur Höhe des nach § 152 Abs. 4 VAG bezie­hungs­wei­se § 110 Abs. 2 Satz 3 SGB XI ermä­ßig­ten Bei­trags aner­kannt wer­den, schei­det aus. Die­se Rege­lung ver­min­dert nicht den Gesamt­auf­wand, der erfor­der­lich ist, um den zum sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Bedarf zäh­len­den Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rungs­schutz sicher­zu­stel­len, sie ver­teilt nur die Las­ten anders. Es han­delt sich um eine sozi­al­staat­li­che Indienst­nah­me der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men [99]. Hin­zu kommt, dass nur Ver­si­cher­te in den Genuss der Prä­mien­re­duk­ti­on kom­men, die tat­säch­lich grund­si­che­rungs­be­rech­tigt sind. Auch eine Beschrän­kung auf den steu­er­lich absetz­ba­ren Bei­trags­an­teil kommt nicht in Betracht. Hier­bei han­delt es sich um einen allein für die Zwe­cke der Besteue­rung ermit­tel­ten Wert, zu dem ein Ver­si­che­rungs­schutz nicht zu erlan­gen ist.

Vom Brut­to­ein­kom­men abzu­zie­hen sind die Steu­ern (Ein­kom­men­steu­er und Soli­da­ri­täts­zu­schlag). Dabei ist auch die Abzugs­fä­hig­keit der Kos­ten der Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung als Son­der­aus­ga­ben zu berück­sich­ti­gen.

In den bis­her ergan­ge­nen Ent­schei­dun­gen hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bei der Ermitt­lung des Net­to­ein­kom­mens die Kir­chen­steu­er in Abzug gebracht [100]. Anders als im Jahr 1998 kann jedoch nicht mehr davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass die Kir­chen­steu­er „gewöhn­lich“ anfällt. Das wäre aber Vor­aus­set­zung für eine der­ar­ti­ge Pau­scha­lie­rung [101]. Der Gesetz­ge­ber geht seit dem Jahr 2005 nicht mehr davon aus, dass eine deut­li­che Mehr­heit von Arbeit­neh­mern einer Kir­chen­steu­er erhe­ben­den Kir­che ange­hört [102].

Nach wie vor kann bei den Berech­nun­gen für alle Besol­dungs­grup­pen ver­ein­fa­chend davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass die steu­er­li­che Frei­stel­lung des Ein­kom­mens­be­trags in Höhe der Exis­tenz­mi­ni­ma der Kin­der ein­schließ­lich der Bedar­fe für Betreu­ung und Erzie­hung oder Aus­bil­dung durch die Aus­zah­lung von Kin­der­geld bewirkt wird; die­ses ist dem Ein­kom­men hin­zu­zu­rech­nen [100]. Zwar kann sich der Ansatz des Kin­der­frei­be­trags auch bei der Bemes­sung der Ein­kom­men­steu­er bei Beam­ten und Rich­tern höhe­rer Besol­dungs­grup­pen als (gering­fü­gig) güns­ti­ger erwei­sen (vgl. § 31 Satz 4 EStG). Aller­dings lässt sich die Besol­dungs­grup­pe, ab der sich der Ansatz des Kin­der­frei­be­trags als güns­ti­ger erweist, wegen der Abhän­gig­keit von den sich jähr­lich ver­än­dern­den besol­dungs- und steu­er­recht­li­chen Ver­hält­nis­sen nur von Jahr zu Jahr und mit erheb­li­chem Auf­wand ermit­teln, auch weil sich mit­un­ter eine Kom­bi­na­ti­on aus Frei­be­trag und Kin­der­geld als güns­ti­ger erweist. Dem Besol­dungs­ge­setz­ge­ber ist eine genaue­re Betrach­tung nicht ver­wehrt, wenn er den Umfang des grund­si­che­rungs­recht­li­chen Mehr­be­darfs eben­so exakt bestimmt.

Die Aus­wir­kun­gen auf die Rich­ter­be­sol­dung in NRW

Die­sen Maß­stä­ben wer­den die genann­ten Vor­schrif­ten nicht gerecht. Die Besol­dung der Rich­ter und Staats­an­wäl­te der Besol­dungs­grup­pe R 2 mit drei unter­halts­be­rech­tig­ten Kin­dern hielt im Jahr 2013 in Bezug auf das drit­te Kind den ver­fas­sungs­ge­bo­te­nen Min­dest­ab­stand von 15 % zum Grund­si­che­rungs­ni­veau nicht ein. Das glei­che gilt für die Jah­re 2014 und 2015 in Bezug auf Rich­ter und Staats­an­wäl­te die­ser Besol­dungs­grup­pe mit vier Kin­dern für das drit­te und vier­te Kind.

Im Jahr 2013 belief sich der aus dem Grund­si­che­rungs­recht für das drit­te Kind abge­lei­te­te Mehr­be­darf auf min­des­tens 419,59 Euro. In den Jah­ren 2014 und 2015 betrug der Mehr­be­darf für das drit­te und vier­te Kind zusam­men 858,38 Euro bezie­hungs­wei­se 868,68 Euro. Die monat­li­chen Regel­sät­ze für Kin­der sind in den Vor­la­ge­be­schlüs­sen zutref­fend ermit­telt und nach der Dau­er des jewei­li­gen Bezu­ges von der Geburt bis zur Voll­jäh­rig­keit gewich­tet wor­den. Anzu­set­zen sind danach je Kind 252,22 Euro im Jahr 2013, 258,11 Euro im Jahr 2014 und 263,78 Euro im Jahr 2015.

Die Kos­ten der Unter­kunft (Kalt­mie­te) wer­den für die ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Jah­re aus den Wohn­geld­sät­zen abge­lei­tet. Für eine vier­köp­fi­ge Fami­lie sah § 12 Abs. 1 WoGG in der bis zum 31.12.2015 gel­ten­den Fas­sung vom 24.09.2008 [103] in der höchs­ten für Nord­rhein-West­fa­len vor­ge­se­he­nen Mie­ten­stu­fe V [104] einen Höchst­be­trag von 649 Euro vor, für eine fünf­köp­fi­ge Fami­lie betrug die­ser 737 Euro. Auch für eine sechs­köp­fi­ge Fami­lie wur­de für das hin­zu­tre­ten­de Kind ein Mehr­be­trag von 88 Euro ange­setzt. Der vom Lan­des­be­trieb Infor­ma­ti­on und Tech­nik Nord­rhein-West­fa­len ermit­tel­te Index der Kalt­mie­ten stieg vom Jahr 2009 (98,7) bis zum Jahr 2013 (104,7) um 6,08 %, bis zum Jahr 2014 (106,5) um 7,90 % und bis zum Jahr 2015 (107,5) um 8,92 % [105]. Unter Berück­sich­ti­gung des von den Sozi­al­ge­rich­ten bei der Ablei­tung der ange­mes­se­nen Kos­ten der Unter­kunft aus den Wohn­geld­sät­zen ange­wand­ten Sicher­heits­zu­schlags von 10 % [106] ergibt sich für das drit­te und jedes wei­te­re Kind im Jahr 2013 ein Mehr­be­darf von 102,69 Euro, im Jahr 2014 von 104,45 Euro und im Jahr 2015 von 105,43 Euro.

Nach den vom Grund­si­che­rungs­recht in Bezug genom­me­nen Rege­lun­gen des sozia­len Woh­nungs­baus betrug im ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum die ange­mes­se­ne Wohn­grö­ße bei zwei Haus­halts­an­ge­hö­ri­gen 65 Qua­drat­me­ter und erhöh­te sich für jede wei­te­re haus­halts­an­ge­hö­ri­ge Per­son um 15 Qua­drat­me­ter [107].

Der Heiz­spie­gel weist in den ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Jah­ren den nach der sozi­al­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung [81] für das Grund­si­che­rungs­recht maß­geb­li­chen Höchst­wert je Qua­drat­me­ter Wohn­flä­che von monat­lich 1,83 Euro (Heiz­spie­gel 2013: 21,90 Euro/​qm im Jahr), 1,96 Euro (Heiz­spie­gel 2014: 23,50 Euro/​qm im Jahr) und 1,86 Euro (Heiz­spie­gel 2015: 22,30 Euro/​qm im Jahr) aus. Dar­aus erge­ben sich für das drit­te und jedes wei­te­re Kind monat­lich hin­zu­kom­men­de Heiz­kos­ten von 27,45 Euro im Jahr 2013, von 29,40 Euro im Jahr 2014 und von 27,90 Euro im Jahr 2015.

Die Bun­des­agen­tur für Arbeit hat sich im Ver­fah­ren 2 BvL 4/​18 wegen unzu­rei­chen­der sta­tis­ti­scher Erfas­sung in der Ver­gan­gen­heit nur in Teil­be­rei­chen im Stan­de gese­hen, belast­ba­re Aus­künf­te zur Inan­spruch­nah­me der Leis­tun­gen für Bil­dung und Teil­ha­be und zur Höhe der aner­kann­ten Bedar­fe zu ertei­len. Aus den über­mit­tel­ten Daten­sät­zen geht jedoch her­vor, dass ins­be­son­de­re die Auf­wen­dun­gen für die Mit­tags­ver­pfle­gung bei so vie­len Leis­tungs­be­rech­tig­ten ange­fal­len sind, dass die­se nicht als aty­pi­sche Fäl­le außer Betracht gelas­sen wer­den dür­fen. Eine Auf­klä­rung wei­te­rer Posi­tio­nen ist vor­lie­gend nicht erfor­der­lich, weil auch ohne Berück­sich­ti­gung aller Bedarfs­pos­ten fest­steht, dass die ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben nicht ein­ge­hal­ten sind. Des­sen unge­ach­tet obliegt es dem Besol­dungs­ge­setz­ge­ber, zukünf­tig die Erhe­bung der erfor­der­li­chen Daten zu ver­an­las­sen und hier­aus rea­li­täts­ge­rech­te Ansät­ze abzu­lei­ten. Soweit er für die streit­ge­gen­ständ­li­chen Jah­re eine Neu­re­ge­lung zu tref­fen hat, muss er sich – etwa durch stich­pro­ben­ar­ti­ge Aus­kunfts­er­su­chen gegen­über den Sozi­al- und Schul­be­hör­den – einen mög­lichst genau­en Ein­druck ver­schaf­fen und dar­aus ent­spre­chen­de Ansät­ze ablei­ten [108].

Vor die­sem Hin­ter­grund wer­den auch im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren nur die Bedar­fe für Bil­dung und Teil­ha­be in die Berech­nung ein­be­zo­gen, für deren Höhe sich aus dem Gesetz ein Anhalts­punkt ergibt. Das betrifft zunächst den per­sön­li­chen Schul­be­darf von 100 Euro je Schul­jahr. Auf den Zeit­raum von der Geburt bis zur Voll­jäh­rig­keit umge­legt ergibt sich ein Monats­be­trag von rund 5,56 Euro je Kind. Zur Teil­ha­be am sozia­len und kul­tu­rel­len Leben in der Gemein­schaft wur­den Kin­dern aller Alters­stu­fen in den ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Jah­ren 10 Euro monat­lich gewährt. Die Mehr­auf­wen­dun­gen für die gemein­schaft­li­che Mit­tags­ver­pfle­gung wur­den zwar in tat­säch­li­cher Höhe über­nom­men, in § 77 Abs. 11 SGB II hat der Gesetz­ge­ber aber selbst zu erken­nen gege­ben, dass er bereits im Jahr 2011 mit zusätz­li­chen Leis­tun­gen in Höhe von 26 Euro monat­lich rech­ne­te. Geht man davon aus, dass Kin­der im Durch­schnitt erst mit drei Jah­ren an der gemein­schaft­li­chen Mit­tags­ver­pfle­gung in Kin­der­gar­ten und Schu­le teil­neh­men, ergibt sich ein alters­ge­wich­te­ter Betrag von rund 21,67 Euro je Kind. Für die Jah­re 2013 bis 2015 sum­mie­ren sich die aus dem Gesetz abge­lei­te­ten Monats­be­trä­ge (5,56 Euro + 10 Euro + 21,67 Euro) auf rund 37,23 Euro je Kind [109].

Der grund­si­che­rungs­recht­li­che Gesamt­be­darf und der davon abge­lei­te­te ali­men­ta­ti­ons­recht­li­che Mehr­be­darf für das drit­te und jedes wei­te­re Kind belie­fen sich danach min­des­tens auf die fol­gen­den Beträ­ge:

2013

2014

2015

Grund­si­che­rungs­be­darf

Regel­sät­ze

252,22 €

258,11 €

263,78 €

Kalt­mie­te

102,69 €

104,45 €

105,43 €

Hei­zung

27,45 €

29,40 €

27,90 €

Bil­dung und Teil­ha­be

37,23 €

37,23 €

37,23 €

Monats­be­trag für ein Kind für zwei Kin­der

419,59 €

429,19 € 858,38 €

434,34 € 868,68 €

Ali­men­ta­ti­ons­recht­li­cher Mehr­be­darf (115 % des Grund­si­che­rungs­be­darfs)

Monats­be­trag für ein Kind für zwei Kin­der

482,53 €

493,57 € 987,14 €

499,49 € 998,98 €

Der monat­li­che Mehr­be­trag der Net­to­ali­men­ta­ti­on der Rich­ter und Staats­an­wäl­te mit drei Kin­dern in der Besol­dungs­grup­pe R 2 betrug gegen­über ihren Kol­le­gen mit zwei Kin­dern im Jahr 2013 386,62 Euro; bei vier Kin­dern belief er sich im Jahr 2014 auf 805,37 Euro und im Jahr 2015 auf 814,37 Euro.

Die anzu­set­zen­den Besol­dungs­be­stand­tei­le kön­nen den Vor­la­ge­be­schlüs­sen ent­nom­men wer­den. Danach betru­gen die Brut­to­be­zü­ge in der Besol­dungs­grup­pe R 2 (End­stu­fe, ver­hei­ra­tet) mit zwei Kin­dern 80.095,99 Euro im Jahr 2013, 81.614,46 Euro im Jahr 2014 und 83.515,68 Euro im Jahr 2015. Bei drei Kin­dern erhöh­ten sie sich im Jahr 2013 auf 84.051,53 Euro. Bei vier Kin­dern belie­fen sie sich im Jahr 2014 auf 89.757,50 Euro und im Jahr 2015 auf 91.749,98 Euro.

Die abzu­zie­hen­den Steu­ern wur­den mit dem Lohn­steu­er­rech­ner, den das Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen auf sei­ner Inter­net­sei­te zur Ver­fü­gung stellt, ermit­telt. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln ist im Aus­gangs­ver­fah­ren so ver­fah­ren, eben­so das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt im Ver­fah­ren 2 BvL 4/​18. Ein­wän­de grund­sätz­li­cher Art sind hier­ge­gen nicht vor­ge­bracht wor­den. Die durch­schnitt­li­chen Kos­ten einer das Bei­hil­fe­re­gime ergän­zen­den pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung und der Pfle­ge­pflicht­ver­si­che­rung sowie der steu­er­lich absetz­ba­re Anteil kön­nen der Aus­kunft des Ver­ban­des der Pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung ent­nom­men wer­den. Ihr lie­gen die auch in Nord­rhein-West­fa­len im ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum maß­geb­li­chen Bei­hil­fe­be­mes­sungs­sät­ze zugrun­de. Ob in die­sem Zusam­men­hang der Abzug einer Kos­ten­dämp­fungs­pau­scha­le von den Bei­hil­fe­leis­tun­gen zu berück­sich­ti­gen ist, bedarf kei­ner Ent­schei­dung. Selbst unter der für den Besol­dungs­ge­setz­ge­ber güns­tigs­ten Annah­me, dass die Ver­min­de­rung der Kos­ten­dämp­fungs­pau­scha­le um 60 Euro je berück­sich­ti­gungs­fä­hi­ges Kind (vgl. § 12a Abs. 5 Bei­hil­fen­ver­ord­nung NRW vom 05.11.2009 ) voll zum Tra­gen kommt, wür­de sich der monat­li­che Net­to­mehr­be­trag ledig­lich um 5 Euro für das drit­te und jedes wei­te­re Kind erhö­hen. Die Höhe des in den jewei­li­gen Jah­ren gewähr­ten Kin­der­gel­des kann den Vor­la­ge­be­schlüs­sen ent­nom­men wer­den.

Die Jah­res­net­to­ali­men­ta­ti­on mit zwei Kin­dern einer­seits und mit drei bezie­hungs­wei­se vier Kin­dern ande­rer­seits sowie der jewei­li­ge Mehr­be­trag der Net­to­ali­men­ta­ti­on berech­net sich danach wie folgt:

Jah­res­net­to­ali­men­ta­ti­on bei zwei Kin­dern

2013

2014

2015

Jah­res­brut­to­be­zü­ge

80.095,99 €

81.614,46 €

83.515,68 €

Steu­er­ab­zug – Ein­kom­men­steu­er – Soli­da­ri­täts­zu­schlag

- 16.156,00 € – 631,62 €

- 16.588,00 € – 652,74 €

- 17.188,00 € – 677,38 €

- Bei­trä­ge zur Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung

- 5.208,00 €

- 5.268,00 €

- 5.364,00 €

Kin­der­geld

+ 4.416,00 €

+ 4.416,00 €

+ 4.512,00 €

Jah­res­net­to­ali­men­ta­ti­on bei zwei Kin­dern

62.516,37 €

63.521,72 €

64.798,30 €

Jah­res­net­to­ali­men­ta­ti­on bei drei Kin­dern (2013) bzw. vier Kin­dern (2014, 2015)

2013

2014

2015

Jah­res­brut­to­be­zü­ge

84.051,53 €

89.757,50 €

91.749,98 €

Steu­er­ab­zug – Ein­kom­men­steu­er – Soli­da­ri­täts­zu­schlag

- 17.450,00 € – 573,76 €

- 19.318,00 € – 541,31 €

- 19.978,00 € – 561,22 €

- Bei­trä­ge zur Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung

- 5.568,00 €

- 5.988,00 €

- 6.108,00 €

Kin­der­geld

+ 6.696,00 €

+ 9.276,00 €

+ 9.468,00 €

Jah­res­net­to­ali­men­ta­ti­on bei drei Kin­dern

67.155,77 €

Jah­res­net­to­ali­men­ta­ti­on bei vier Kin­dern

73.186,19 €

74.570,76 €

Mehr­be­trag der Net­to­ali­men­ta­ti­on mit drei Kin­dern (2013) bzw. vier Kin­dern (2014, 2015) gegen­über zwei Kin­dern

2013

2014

2015

Jah­res­net­to­ali­men­ta­ti­on bei zwei Kin­dern

62.516,37 €

63.521,72 €

64.798,30 €

Jah­res­net­to­ali­men­ta­ti­on bei drei Kin­dern

67.155,77 €

Mehr­be­trag bei drei Kin­dern im Jahr im Monat

4.639,40 € 386,62 €

Jah­res­net­to­ali­men­ta­ti­on bei vier Kin­dern

73.186,19 €

74.570,76 €

Mehr­be­trag bei vier Kin­dern im Jahr im Monat

9.664,47 € 805,37 €

9.772,46 € 814,37 €

Im Jahr 2013 betrug der aus dem Grund­si­che­rungs­ni­veau abge­lei­te­te monat­li­che Mehr­be­darf für ein Kind min­des­tens 419,59 Euro, der ali­men­ta­ti­ons­recht­li­che Mehr­be­darf für das drit­te Kind (115 % hier­von) min­des­tens 482,53 Euro. Die Net­to­ali­men­ta­ti­on von Rich­tern und Staats­an­wäl­ten der Besol­dungs­grup­pe R 2 mit drei Kin­dern lag im glei­chen Jahr (ein­schließ­lich des Kin­der­gel­des für das drit­te Kind von 190 Euro) monat­lich um 386,62 Euro über der­je­ni­gen ihrer Kol­le­gen mit zwei Kin­dern. Sie blieb also um min­des­tens 95,91 Euro im Monat hin­ter dem ali­men­ta­ti­ons­recht­li­chen Mehr­be­darf zurück.

Im Jahr 2014 betrug der aus dem Grund­si­che­rungs­ni­veau abge­lei­te­te monat­li­che Mehr­be­darf für zwei Kin­der min­des­tens 858,38 Euro, der ali­men­ta­ti­ons­recht­li­che Mehr­be­darf für das drit­te und vier­te Kind (115 % hier­von) min­des­tens 987,14 Euro. Die Net­to­ali­men­ta­ti­on von Rich­tern und Staats­an­wäl­ten der Besol­dungs­grup­pe R 2 mit vier Kin­dern lag im glei­chen Jahr (ein­schließ­lich des Kin­der­gel­des für das drit­te und vier­te Kind von 405 Euro) monat­lich um 805,37 Euro über der­je­ni­gen ihrer Kol­le­gen mit zwei Kin­dern. Sie blieb also um min­des­tens 181,77 Euro im Monat hin­ter dem ali­men­ta­ti­ons­recht­li­chen Mehr­be­darf zurück.

Im Jahr 2015 betrug der aus dem Grund­si­che­rungs­ni­veau abge­lei­te­te monat­li­che Mehr­be­darf für zwei Kin­der min­des­tens 868,68 Euro, der ali­men­ta­ti­ons­recht­li­che Mehr­be­darf für das drit­te und vier­te Kind (115 % hier­von) min­des­tens 998,98 Euro. Die Net­to­ali­men­ta­ti­on von Rich­tern und Staats­an­wäl­ten der Besol­dungs­grup­pe R 2 mit vier Kin­dern lag im glei­chen Jahr (ein­schließ­lich des Kin­der­gel­des für das drit­te und vier­te Kind von 413 Euro) monat­lich um 814,37 Euro über der­je­ni­gen ihrer Kol­le­gen mit zwei Kin­dern. Die Besol­dung blieb also um min­des­tens 184,61 Euro im Monat hin­ter dem ali­men­ta­ti­ons­recht­li­chen Mehr­be­darf zurück.

Die­se Ver­gleichs­be­rech­nun­gen zei­gen, dass die Besol­dung der Rich­ter und Staats­an­wäl­te der Besol­dungs­grup­pe R 2 in Bezug auf das drit­te Kind im Jahr 2013 und in Bezug auf das drit­te und vier­te Kind in den Jah­ren 2014 und 2015 den ver­fas­sungs­ge­bo­te­nen Min­dest­ab­stand von 15 % zur Grund­si­che­rung nicht ein­ge­hal­ten hat. Es wur­de nicht ein­mal der grund­si­che­rungs­recht­li­che Gesamt­be­darf für ein Kind durch die bei stei­gen­der Kin­der­zahl gewähr­ten Net­to­mehr­be­trä­ge aus­ge­gli­chen. Nach alle­dem hat der Gesetz­ge­ber den ihm zuste­hen­den Gestal­tungs­spiel­raum über­schrit­ten. Er ist mit den zur Prü­fung vor­ge­leg­ten Rege­lun­gen deut­lich unter­halb der Gren­ze geblie­ben, wel­che die den Rich­tern und Staats­an­wäl­ten die­ser Besol­dungs­grup­pe mit mehr als zwei Kin­dern geschul­de­te Ali­men­ta­ti­on nicht unter­schrei­ten darf.

Die Fol­gen der Ver­fas­sungs­wid­rig nied­ri­gen Ali­men­ta­ti­on

Der Ver­stoß einer Norm gegen das Grund­ge­setz kann ent­we­der zur Nich­tig­erklä­rung (vgl. § 82 Abs. 1 i.V.m. § 78 Satz 1 BVerfGG) oder dazu füh­ren, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Unver­ein­bar­keit der Norm mit dem Grund­ge­setz fest­stellt (vgl. § 82 Abs. 1 i.V.m. § 79 Abs. 1 und § 31 Abs. 2 BVerfGG). Eine Nich­tig­erklä­rung hät­te zur Fol­ge, dass es für die Besol­dung an der gesetz­li­chen Grund­la­ge fehl­te, derer es mit Blick auf den ver­fas­sungs­recht­lich vor­ge­ge­be­nen und ein­fach­recht­lich (vgl. § 2 Abs. 1 LBesG NRW) ange­ord­ne­ten Geset­zes­vor­be­halt bedarf. Damit wür­de ein Zustand geschaf­fen, der von der ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Ord­nung noch wei­ter ent­fernt wäre als der bis­he­ri­ge [110].

Stellt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Unver­ein­bar­keit einer Norm oder meh­re­rer Nor­men mit dem Grund­ge­setz fest, folgt dar­aus grund­sätz­lich die Ver­pflich­tung des Gesetz­ge­bers, die Rechts­la­ge rück­wir­kend ver­fas­sungs­ge­mäß umzu­ge­stal­ten. Aus­nah­men von die­ser Regel­fol­ge der Unver­ein­bar­keit hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt wie­der­holt bei haus­halts­wirt­schaft­lich bedeut­sa­men Nor­men bejaht. Spe­zi­ell bei besol­dungs­recht­li­chen Nor­men gilt es zu beach­ten, dass die Ali­men­ta­ti­on der Rich­ter und Beam­ten der Sache nach die Befrie­di­gung eines gegen­wär­ti­gen Bedarfs aus gegen­wär­tig zur Ver­fü­gung ste­hen­den Haus­halts­mit­teln dar­stellt. Eine all­ge­mei­ne rück­wir­ken­de Behe­bung des Ver­fas­sungs­ver­sto­ßes ist daher mit Blick auf die Beson­der­hei­ten des Rich­ter- und Beam­ten­ver­hält­nis­ses nicht gebo­ten [111].

Eine rück­wir­ken­de Behe­bung ist jedoch sowohl hin­sicht­lich der Klä­ger der Aus­gangs­ver­fah­ren als auch hin­sicht­lich etwai­ger wei­te­rer Rich­ter und Staats­an­wäl­te erfor­der­lich, über deren Anspruch noch nicht abschlie­ßend ent­schie­den wor­den ist [112]. Dabei kommt es nicht dar­auf an, ob inso­weit ein Wider­spruchs- oder ein Kla­ge­ver­fah­ren schwebt [113].

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 4. Mai 2020 – 2 BvL 6/​172 BvL 8/​172 BvL 7/​17

  1. Bestä­ti­gung von BVerfGE 44, 249; 81, 363; 99, 300[]
  2. BGBl. I S. 1798, 1834[]
  3. Tabel­le West[]
  4. GVBl. NW, S. 234, 236[]
  5. GVBl. NW, S. 750, 752[]
  6. GVBl. NW, S. 750[]
  7. GVBl. NW, S. 570[]
  8. GVBl. NW, S.202[]
  9. GVBl. NW, S. 486[]
  10. GVBl. NW, S. 734[]
  11. GVBl. NW, S. 836[]
  12. Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 28.08.2006, BGBl I S.2034[]
  13. BVerfG – 2 BvL 6/​17[]
  14. BVerfG – 2 BvL 7/​17[]
  15. BVerfGE 99, 300[][]
  16. VG Köln, Beschlüs­se vom vom 03.05.2017 – 3 K 6173/​14, 3 K 7038/​15 und 3 K 4913/​14[]
  17. BVerfGE 140, 240[]
  18. LTDrucks 14/​5198, S. 28[]
  19. LTDrucks 16/​4766[]
  20. vgl. BVerfGE 99, 300 <314> 107, 218 <236 f.> 117, 330 <344> 119, 247 <266> 130, 263 <292> 139, 64 <111 Rn. 92> 140, 240 <277 Rn. 71> 148, 296 <345 Rn. 118> 149, 1 <15 Rn. 33>[]
  21. vgl. BVerfGE 117, 330 <349>[]
  22. vgl. BVerfGE 43, 154 <185> 114, 258 <286>[]
  23. vgl. BVerfGE 117, 330 <348 f.> 117, 372 <379>[]
  24. vgl. BVerfGE 3, 58 <137> 7, 155 <162> 70, 69 <79>[]
  25. vgl. BVerfGE 8, 1 <16> 9, 268 <286> 15, 167 <195> 148, 296 <345 f. Rn. 119> 149, 1 <16 f. Rn. 34>[]
  26. vgl. BVerfGE 8, 1 <16> 117, 330 <349> 119, 247 <263, 269> 130, 263 <292> 139, 64 <111 Rn. 92> 140, 240 <277 Rn. 71> 141, 56 <69 Rn. 34> 145, 304 <324 Rn. 64> 149, 382 <391 Rn. 15> 150, 169 <178 Rn. 25>[]
  27. vgl. BVerfGE 12, 81 <88> 55, 372 <392> 107, 218 <238> 139, 64 <111 Rn. 92>[]
  28. vgl. BVerfGE 8, 1 <14> 107, 218 <238> 117, 330 <351> 119, 247 <269> 130, 263 <292> 139, 64 <111 Rn. 93> 140, 240 <278 Rn. 72> 149, 382 <391 f. Rn. 16> 150, 169 <180 Rn. 28>[]
  29. vgl. BVerfGE 114, 258 <287 f.> 117, 330 <351>[]
  30. zu Lebens­zeit- und Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip vgl. BVerfGE 119, 247 <263> 121, 205 <221> zu Treue­pflicht und Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip vgl. BVerfGE 21, 329 <345> 44, 249 <264> 130, 263 <298> zu Treue- und Für­sor­ge­pflicht vgl. BVerfGE 9, 268 <286> fer­ner auch BVerfGE 71, 39 <59>[]
  31. vgl. BVerfGE 39, 196 <200 f.> 121, 241 <261> 139, 64 <123 Rn. 123> 140, 240 <292 Rn. 106> 145, 1 <14 Rn. 32> 150, 169 <180 Rn. 28>[]
  32. vgl. BVerfGE 8, 1 <17> 44, 249 <264> 119, 247 <264> 148, 296 <347 Rn. 121; 364 Rn. 152>[]
  33. vgl. BVerfGE 7, 155 <162 f.> 119, 247 <260 f.> 121, 205 <221> 140, 240 <291 Rn. 103> 149, 1 <15 f. Rn. 33>[]
  34. vgl. BVerfGE 114, 258 <294> 130, 263 <293> 139, 64 <119 Rn. 114> 140, 240 <288 Rn. 97>[]
  35. BVerfGE 44, 249[]
  36. BVerfGE 81, 363[]
  37. vgl. BVerfGE 44, 249 <267, 273 f.> 99, 300 <315>[]
  38. vgl. BVerfGE 81, 363 <376> 99, 300 <315>[][]
  39. vgl. BVerfGE 99, 300 <315> BVerfG, Beschluss vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 47[]
  40. vgl. BVerfGE 81, 363 <378> 99, 300 <316>[]
  41. vgl. BVerfGE 44, 249 <264 f.> 81, 363 <378> 99, 300 <316> 140, 240 <286 f. Rn. 93 f.> BVerfG, Beschluss vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 47[]
  42. vgl. BVerfGE 81, 363 <382 f.> 99, 300 <321 f.> fer­ner mit Blick auf die Min­des­ta­li­men­ta­ti­on am Maß­stab einer vier­köp­fi­gen Fami­lie BVerfGE 140, 240 <286 f. Rn. 93 f.> BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 47[]
  43. vgl. BVerfGE 81, 363 <376> 99, 300 <315> BVerfGE 140, 240 <286 f. Rn. 93 f.> BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 47[]
  44. vgl. BVerfGE 99, 300 <317> m.w.N.[]
  45. vgl. BVerfGE 99, 246[]
  46. vgl. BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 47[]
  47. vgl. Leis­ner-Egen­sper­ger, NVwZ 2019, S. 777 <780>[]
  48. vgl. BVerfGE 125, 175 <221 ff.> 132, 34 <72 Rn. 74>[]
  49. vgl. BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 50[]
  50. vgl. BVerfGE 66, 214 <223> 68, 143 <153> 82, 60 <88> 87, 153 <172> 99, 246 <260> 99, 300 <1. Leit­satz> BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 52[]
  51. vgl. BVerfGE 99, 246 <261>[]
  52. vgl. BVerfGE 82, 60 <91> 99, 246 <261> BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 52[]
  53. vgl. BVerfGE 120, 125 <160> BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 52[]
  54. vgl. BVerfGE 87, 153 <172>[][]
  55. vgl. BVerfGE 44, 249 <269 f.> 70, 69 <81>[][]
  56. vgl. BVerfGE 81, 363 <375 f.> 99, 300 <315, 321> BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 52[]
  57. vgl. BVerfGE 99, 246 <265>[]
  58. vgl. BVerfGE 82, 60 <78 f.>[]
  59. vgl. BVerfGE 137, 34 <75 f. Rn. 82 ff.> BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 53[]
  60. vgl. BVerfGE 117, 330 <355> 130, 263 <302> 137, 34 <76 Rn. 85> 146, 164 <197 Rn. 85>[]
  61. vgl. BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 53[]
  62. vgl. BT-Drs.19/5400, S. 6[]
  63. vgl. BT-Drs. 16/​11065, S. 3; BT-Drs. 18/​3893, S. 4; nun­mehr aber BT-Drs.19/5400, S. 5[]
  64. vgl. Modrze­jew­ski, Exis­tenz­si­che­rung in Ehe und Fami­lie im Ein­kom­men­steu­er­recht, 2018, S. 138[]
  65. vgl. BSG, Urteil vom 07.11.2006 – B 7b AS 18/​06 R20[]
  66. vgl. BSG, Urteil vom 19.10.2010 – B 14 AS 2/​10 R 18 m.w.N.[]
  67. vgl. BSG, Urteil vom 01.06.2010 – B 4 AS 60/​09 R 18 ff. unter Ver­weis auch auf Art. 3 Abs. 1 GG i.V.m. Art. 11 Abs. 1 GG[]
  68. vgl. BSG, Urteil vom 16.05.2012 – B 4 AS 109/​11 R 18; für Nord­rhein-West­fa­len liegt die­ser Wert bei 15 qm für jedes Kind, vgl. Zif­fer 8.2 der Wohn­raum­nut­zungs­be­stim­mun­gen , RdErl des Minis­te­ri­ums für Bau­en und Ver­kehr – IV.5–619-1665/09 vom 12.12.2009[]
  69. vgl. BSG, Urteil vom 22.09.2009 – B 4 AS 18/​09 R 17 ff.[]
  70. vgl. BSG, Urteil vom 11.12.2012 – B 4 AS 44/​12 R 21 ff.[]
  71. BVerfG – 2 BvL 4/​18[]
  72. vgl. BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 59[]
  73. vgl. BSG, Urteil vom 12.12.2013 – B 4 AS 87/​12 R 26 f.[]
  74. vgl. BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 60 f.[]
  75. vgl. BVerw­GE 160, 1 <41 f. Rn. 168 f.>[]
  76. vgl. Lem­hö­fer, in: Plog/​Wiedow, BBG, § 28 Rn. 76 m.w.N.[]
  77. vgl. Scha­chel, in: Schütz/​Maiwald, Beam­ten­recht, § 44 LBG NRW Rn. 11 ff.[]
  78. vgl. hier­zu BVerfGE 117, 330 <345 ff.>[]
  79. vgl. BVerfGE 107, 218 <238, 243 ff.> 117, 330 <350 f.>[]
  80. vgl. BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 61[]
  81. vgl. BSG, Urteil vom 20.08.2009 – B 14 AS 41/​08 R 30; Urteil vom 12.06.2013 – B 14 AS 60/​12 R 22[][]
  82. vgl. BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 63[]
  83. vgl. BVerfGE 137, 34 <95 ff. Rn. 130 ff.>[]
  84. BGBl I S. 850[]
  85. BGBl I S. 1167[]
  86. vgl. BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 67[]
  87. vgl. BVerfGE 99, 300 <322>[]
  88. vgl. Emp­feh­lun­gen des Deut­schen Ver­eins für öffent­li­che und pri­va­te Für­sor­ge für die Her­an­zie­hung Unter­halts­pflich­ti­ger in der Sozi­al­hil­fe, NDV 1995, S. 1 <10 Rn. 148>[]
  89. vgl. BVerfGE 117, 330 <355> 130, 263 <302> 137, 34 <76 Rn. 85> 146, 164 <197 Rn. 85> BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 71[]
  90. vgl. BVerfGE 99, 300 <323>[]
  91. vgl. BVerfGE 81, 363 <375 f.> 99, 300 <315>[]
  92. vgl. BVerfGE 44, 249 <272>[]
  93. vgl. BVerfGE 99, 300 <321> 139, 64 <112 Rn. 93> 140, 240 <278 Rn. 72>[]
  94. vgl. BVerfGE 99, 300 <321>[]
  95. vgl. BVerfGE 140, 240 <286 f. Rn. 94 f.> vgl. auch BT-Drs. 18/​9533, S. 36 f.[]
  96. vgl. BVerfGE 140, 240 <287 Rn. 94>[]
  97. BGBl I S. 2631[]
  98. vgl. BVerfGE 120, 125 <161>[]
  99. vgl. BVerfGE 123, 186 <249>[]
  100. vgl. BVerfGE 81, 363 <380> 99, 300 <321>[][]
  101. vgl. BVerfGE 90, 226 <237 f.>[]
  102. vgl. BT-Drs. 15/​1515, S. 86[]
  103. BGBl I S. 1856[]
  104. vgl. Anla­ge 1 zu § 1 Abs. 3 der Wohn­geld­ver­ord­nung in der Fas­sung vom 15.12.2008[]
  105. vgl. Lan­des­be­trieb Infor­ma­ti­on und Tech­nik Nord­rhein-West­fa­len, Sta­tis­ti­sches Jahr­buch Nord­rhein-West­fa­len 2016, S. 580[]
  106. vgl. BSG, Urteil vom 12.12.2013 – B 4 AS 87/​12 R 26[]
  107. vgl. Zif­fer 8.2 der Wohn­raum­nut­zungs­be­stim­mun­gen, Rund­erlass des Minis­te­ri­ums für Bau­en und Ver­kehr vom 12.12.2009[]
  108. vgl. BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 142[]
  109. vgl. BVerfG, Beschluss vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 143[]
  110. vgl. BVerfGE 139, 64 <147 Rn.194> 140, 240 <315 f. Rn. 169> 150, 169 <192 Rn. 63> m.w.N.[]
  111. vgl. BVerfGE 139, 64 <148 Rn.195> 140, 240 <316 Rn. 170> 150, 169 <192 f. Rn. 64> m.w.N.[]
  112. vgl. BVerfGE 139, 64 <148 Rn.195> 140, 240 <316 Rn. 170> 150, 169 <193 Rn. 64>[]
  113. vgl. BVerfG, Beschluss­vom 04.05.2020 – 2 BvL 4/​18, Rn. 183[]