Lan­des­kin­der­re­ge­lung bei den Stu­di­en­ge­büh­ren

All­ge­mei­ne Stu­di­en­ge­büh­ren sind mit dem Teil­ha­be­recht auf Zulas­sung zum Hoch­schul­stu­di­um aus Art. 12 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit dem Gleich­heits­satz des Art. 3 Abs. 1 GG und dem Sozi­al­staats­prin­zip der Art. 20 Abs. 1, Art. 28 Abs. 1 Satz 1 GG ver­ein­bar, solan­ge sie nicht pro­hi­bi­tiv wir­ken und sozi­al ver­träg­lich aus­ge­stal­tet sind.

Lan­des­kin­der­re­ge­lung bei den Stu­di­en­ge­büh­ren

Die Bre­mi­sche Lan­des­re­ge­lung, die bei der Auf­er­le­gung von Stu­di­en­ge­büh­ren nach der Woh­nung zuguns­ten von Lan­des­kin­dern unter­schei­det, ver­stößt gegen Art. 12 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG, weil sie den danach not­wen­di­gen frei­en und glei­chen Hoch­schul­zu­gang in einem bun­des­weit zusam­men­hän­gen­den Sys­tem ohne hin­rei­chen­den Sach­grund beein­träch­tigt.

Damit ist die in Bre­men zwi­schen dem Win­ter­se­mes­ter 2005/​2006 und dem Som­mer­se­mes­ter 2010 gel­ten­de Stu­di­en­ge­büh­ren­re­ge­lung – kon­kret: die dar­in ent­hal­te­ne Lan­des­kin­der­re­ge­lung – nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ver­fas­sungs­wid­rig. Zwar ergibt sich aus der Ver­fas­sung kein grund­sätz­li­ches Ver­bot all­ge­mei­ner Stu­di­en­ge­büh­ren, solan­ge sie nicht pro­hi­bi­tiv wir­ken und sozi­al­ver­träg­lich aus­ge­stal­tet sind. Jedoch ver­stößt es gegen das Teil­ha­be­recht auf frei­en und glei­chen Hoch­schul­zu­gang, wenn allein aus­wär­ti­ge Stu­die­ren­de mit sol­chen Gebüh­ren belas­tet wer­den.

Die Rechts­la­ge in Bre­men[↑]

In Bre­men galt zwi­schen dem Win­ter­se­mes­ter 2005/​2006 und dem Som­mer­se­mes­ter 2010 eine Stu­di­en­ge­büh­ren­re­ge­lung, die Stu­die­ren­den ein Stu­di­en­gut­ha­ben von 14 Semes­tern zubil­lig­te und sie danach zu Gebüh­ren her­an­zog. Dies betraf jedoch nur "Lan­des­kin­der" mit Woh­nung in Bre­men. Dem­ge­gen­über erhiel­ten Aus­wär­ti­ge ein Stu­di­en­gut­ha­ben von ledig­lich zwei Semes­tern, zahl­ten also schon ab dem drit­ten Semes­ter Gebüh­ren.

Nach § 109 Abs. 2 Satz 1 des Bre­mi­schen Hoch­schul­ge­set­zes vom 11.07.2003 (BremHG)1 war das Stu­di­um bis zu einem ers­ten berufs­qua­li­fi­zie­ren­den Abschluss, bei nicht wei­ter­bil­den­den Stu­di­en­gän­gen bis zu einem zwei­ten berufs­qua­li­fi­zie­ren­den Abschluss nach Maß­ga­be des § 109a BremHG und des Bre­mi­schen Stu­di­en­kon­ten­ge­set­zes vom 18.10.2005 (BremSt­KG)2, das mit dem Win­ter­se­mes­ter 2005/​2006 in Kraft trat, gebüh­ren­frei. Für ein­hei­mi­sche Stu­die­ren­de garan­tier­te der dama­li­ge § 2 Abs. 1 Satz 1 BremSt­KG ein gebüh­ren­frei­es Stu­di­um von 14 Semes­tern. Dem­ge­gen­über begrenz­te der Gesetz­ge­ber das gebüh­ren­freie Stu­di­um durch § 3 BremSt­KG, in Kraft vom 25.10.2005 bis zum 30.06.2010, für aus­wär­ti­ge Stu­die­ren­de auf zwei Semes­ter. § 6 BremSt­KG regel­te die Erhe­bung von Gebüh­ren in Höhe von 500 € pro Semes­ter nach dem Ver­brauch des Stu­di­en­gut­ha­bens. Die dort vor­ge­se­he­ne Zah­lungs­pflicht konn­te aller­dings auf Antrag aus sozia­len oder hoch­schul­po­li­ti­schen Grün­den erlas­sen wer­den. Ein sol­cher Grund war die Pfle­ge und Erzie­hung von Kin­dern von bis zu zwölf Jah­ren. Zudem ver­ab­schie­de­te der Gesetz­ge­ber mit § 7 BremSt­KG eine Här­te­fall­re­ge­lung. Auf Antrag konn­ten die Gebüh­ren gestun­det, ermä­ßigt oder ganz erlas­sen wer­den, wenn ihre Ent­rich­tung zu einer unbil­li­gen Här­te füh­ren wür­de, die der Gesetz­ge­ber für Regel­fäl­le defi­nier­te. Ein Regel­fall war nach § 7 Nr. 1 BremSt­KG etwa eine Behin­de­rung oder schwe­re Erkran­kung, die eine Haupt­woh­nung außer­halb der Frei­en Han­se­stadt Bre­men erfor­der­te.

Das Land Bre­men ver­folg­te mit die­sen Rege­lun­gen aus­weis­lich der Geset­zes­be­grün­dung3 meh­re­re Zwe­cke: Sie dien­ten zunächst dazu, die Stu­die­ren­den zu einem effi­zi­en­ten und zügi­gen Stu­di­um anzu­hal­ten. Wei­ter­hin ziel­ten sie dar­auf, das Land Bre­men in die finan­zi­el­le Lage zu ver­set­zen, eine ange­mes­se­ne und wett­be­werbs­fä­hi­ge Aus­stat­tung der Hoch­schu­len des Lan­des sowohl in per­so­nel­ler als auch in sach­li­cher Hin­sicht zu gewähr­leis­ten. Dies kön­ne im Wege der direk­ten Finan­zie­rung durch die Stu­die­ren­den per Stu­di­en­ge­büh­ren bei einem Wohn­sitz außer­halb Bre­mens gesche­hen oder über den Zuzug von Stu­die­ren­den nach Bre­men, da dies die Ein­nah­men des Lan­des im Rah­men des Län­der­fi­nanz­aus­gleichs erhö­he. Die hoch­schul­po­li­ti­sche Ziel­set­zung wer­de dadurch unter­stri­chen, dass die über die Stu­di­en­ge­büh­ren ein­ge­nom­me­nen Mit­tel ins­be­son­de­re zur Ver­bes­se­rung der Leh­re ver­wen­det wer­den. Die Stu­di­en­ge­büh­ren waren nach Auf­fas­sung der gesetz­ge­ben­den Kör­per­schaft not­wen­dig, um die­se Zie­le zu errei­chen. Die mel­de­recht­li­chen Bestim­mun­gen ver­pflich­te­ten nicht zum Erst­wohn­sitz am Stu­di­en­ort. In der Bevor­zu­gung von Stu­die­ren­den mit Wohn­sitz in Bre­men lie­ge kein Ein­griff in die freie Wahl der Aus­bil­dungs­stät­te sowie in das Recht auf Frei­zü­gig­keit. Eine etwai­ge Ungleich­be­hand­lung im Sin­ne des Art. 3 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit dem Sozi­al­staats­prin­zip sei gerecht­fer­tigt, weil es sich nicht um eine will­kür­li­che, sach­lich nicht gerecht­fer­tig­te Schlech­ter­stel­lung han­de­le. Etwai­ge Här­te­fäl­le sei­en in gesetz­li­chen Aus­nah­me­re­ge­lun­gen berück­sich­tigt wor­den.

In der Ein­zel­be­grün­dung zu § 3 BremSt­KG4 geht der Gesetz­ge­ber eben­falls davon aus, dass eine Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen Ansäs­si­gen und Aus­wär­ti­gen hin­sicht­lich des Stu­di­en­gut­ha­bens zuläs­sig sei. Im Übri­gen befin­de sich der Stu­di­en­wohn­sitz bei einem ernst­haft betrie­be­nen Stu­di­um sowie­so am Stu­di­en­ort.

Im Jahr 2010 wur­de durch Art. 13 Nr. 1 und 2 des Zwei­ten Hoch­schul­re­form­ge­set­zes vom 22.06.20105 die Lan­des­kin­der­re­ge­lung des § 3 BremSt­KG auf­ge­ho­ben und § 2 Abs. 1 Satz 1 BremSt­KG dem ange­passt. Seit dem Win­ter­se­mes­ter 2010/​2011 erhal­ten alle Stu­die­ren­den in Bre­men mit der Ein­schrei­bung ein ein­ma­li­ges Stu­di­en­gut­ha­ben von 14 Semes­tern, das ein gebüh­ren­frei­es Erst­stu­di­um gewähr­leis­ten soll. Die­se Geset­zes­än­de­rung soll­te dem Umstand Rech­nung tra­gen, dass das Ver­wal­tungs­ge­richt der Frei­en Han­se­stadt Bre­men das hier zur Ent­schei­dung ste­hen­de Vor­la­ge­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet hat­te und das Ergeb­nis der ver­fas­sungs­recht­li­chen Über­prü­fung abge­war­tet wer­den soll­te6.

Für die Finan­zie­rung der staat­li­chen Hoch­schu­len in Bre­men ist der Wohn­sitz der Stu­die­ren­den seit 2007 von Bedeu­tung. Nach § 106 Abs. 2 Satz 3 BremHG in der Fas­sung des Hoch­schul­re­form­ge­set­zes vom 27.02.20077 erhal­ten die Hoch­schu­len von den Ein­nah­men des Lan­des aus den Steu­er­ein­nah­men nach Län­der­fi­nanz­aus­gleich 1.000 € jähr­lich für Stu­die­ren­de, die als Ein­hei­mi­sche ein Stu­di­en­gut­ha­ben in Anspruch neh­men.

Der Aus­gangs­fall[↑]

Die Klä­ger des Aus­gangs­ver­fah­rens weh­ren sich dage­gen, als aus­wär­ti­ge Stu­die­ren­de ab dem drit­ten Semes­ter all­ge­mei­ne Stu­di­en­ge­büh­ren zah­len zu müs­sen. Für das Win­ter­se­mes­ter 2006/​2007 wur­den sie zur Zah­lung einer Stu­di­en­ge­bühr in Höhe von 500 € auf­ge­for­dert, weil sie anders als "Lan­des­kin­der" bereits nach einem Stu­di­um von zwei Semes­tern über kein Stu­di­en­gut­ha­ben mehr ver­füg­ten. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Bre­men hat das Ver­fah­ren aus­ge­setzt und dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die maß­geb­li­chen §§ 6 Satz 1 in Ver­bin­dung mit 3 Abs. 1 und 2 Abs. 1 des Bre­mi­schen Stu­di­en­kon­ten­ge­set­zes zur ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fung vor­ge­legt8.

Die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts[↑]

Die in Bre­men ehe­mals gel­ten­de Rege­lung, nach der aus­wär­ti­ge Stu­die­ren­de – im Unter­schied zu Stu­die­ren­den mit Woh­nung in der Frei­en Han­se­stadt Bre­men – zur Zah­lung von all­ge­mei­nen Stu­di­en­ge­büh­ren in Höhe von 500 € vom drit­ten bis zum 14. Semes­ter her­an­ge­zo­gen wur­den, ist nach der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­r­id­chts mit dem Grund­ge­setz nicht ver­ein­bar. Zwar ergibt sich aus der Ver­fas­sung kein grund­sätz­li­ches Ver­bot der Erhe­bung all­ge­mei­ner Stu­di­en­ge­büh­ren, wenn die­se tat­säch­lich den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen an eine sozi­al zumut­ba­re Aus­ge­stal­tung gerecht wer­den. Doch ist die Belas­tung allein aus­wär­ti­ger Stu­die­ren­der mit sol­chen Gebüh­ren ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu recht­fer­ti­gen.

Zuläs­sig­keit von Stu­di­en­ge­büh­ren[↑]

Die Erhe­bung von all­ge­mei­nen Stu­di­en­ge­büh­ren ist im Aus­gangs­punkt mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar, solan­ge die Gebüh­ren nicht pro­hi­bi­tiv wir­ken und sozi­al ver­träg­lich aus­ge­stal­tet sind.

Aus der Berufs­frei­heit (Art. 12 Abs. 1 GG) in Ver­bin­dung mit dem Gleich­heits­satz (Art. 3 Abs. 1 GG) und dem Sozi­al­staats­prin­zip (Art. 20 Abs. 1, Art. 28 Abs. 1 Satz 1 GG) ergibt sich für die­je­ni­gen, die dafür die sub­jek­ti­ven Zulas­sungs­vor­aus­set­zun­gen erfül­len, im Rah­men der vom Staat geschaf­fe­nen Aus­bil­dungs­ein­rich­tun­gen ein Recht auf frei­en und glei­chen Zugang zum Hoch­schul­stu­di­um.

Aus die­sem Teil­ha­be­recht resul­tiert zwar kein Anspruch auf Kos­ten­frei­heit des Hoch­schul­stu­di­ums. Jedoch dür­fen Gebüh­ren kei­ne unüber­wind­li­che sozia­le Bar­rie­re vor dem Hoch­schul­zu­gang errich­ten. Das bedeu­tet zwar nicht, dass alle Erschwer­nis­se, die mit der Erhe­bung von Stu­di­en­ab­ga­ben ver­bun­den sind, voll­stän­dig durch sozia­le Begleit­maß­nah­men kom­pen­siert wer­den müs­sen. Der Gesetz­ge­ber darf die­se Umstän­de jedoch nicht völ­lig unbe­rück­sich­tigt las­sen, soweit sie zu unglei­chen Aus­bil­dungs­chan­cen füh­ren.

Bei der Erhe­bung von Stu­di­en­ge­büh­ren sind die Belan­ge ein­kom­mens­schwa­cher Bevöl­ke­rungs­krei­se daher ange­mes­sen zu berück­sich­ti­gen. Glei­ches gilt für die beson­de­ren Belas­tun­gen von Men­schen mit Behin­de­run­gen sowie von Stu­die­ren­den mit Kin­dern oder Pfle­ge­ver­ant­wor­tung in der Fami­lie. Wie der Gesetz­ge­ber dem Ver­fas­sungs­ge­bot zur sozia­len Aus­ge­stal­tung all­ge­mei­ner Stu­di­en­ge­büh­ren im Ein­zel­nen Rech­nung trägt, ist in wei­tem Umfang sei­ner frei­en Gestal­tung über­las­sen.

Schafft der Staat mit öffent­li­chen Mit­teln Stu­di­en­an­ge­bo­te, so muss er den frei­en und glei­chen Zugang zu ihnen gewähr­leis­ten9. Aus Art. 12 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit dem Gleich­heits­satz des Art. 3 Abs. 1 GG und dem Sozi­al­staats­prin­zip der Art.20 Abs. 1, Art. 28 Abs. 1 Satz 1 GG ergibt sich für die­je­ni­gen, die dafür die sub­jek­ti­ven Zulas­sungs­vor­aus­set­zun­gen erfül­len, im Rah­men der vom Staat geschaf­fe­nen Aus­bil­dungs­ein­rich­tun­gen ein Recht auf frei­en und glei­chen Zugang zum Hoch­schul­stu­di­um ihrer Wahl10.

Art. 12 Abs. 1 GG gewähr­leis­tet das Recht, die Aus­bil­dungs­stät­te frei zu wäh­len11. Die­ses steht in engem Zusam­men­hang mit dem Recht der frei­en Berufs­wahl, da die Aus­bil­dung in der Regel die Vor­stu­fe einer Berufs­auf­nah­me ist, bei­de also inte­grie­ren­de Bestand­tei­le eines zusam­men­ge­hö­ren­den Lebens­vor­gan­ges dar­stel­len12. Der ver­fas­sungs­recht­li­che Grund­rechts­schutz zielt dabei nicht nur auf die Abwehr von Ein­grif­fen der öffent­li­chen Gewalt, son­dern auch auf Teil­ha­be an staat­li­chen Leis­tun­gen13.

Aus die­sem Teil­ha­be­recht resul­tiert kein Anspruch auf Kos­ten­frei­heit des Hoch­schul­stu­di­ums, doch dür­fen Gebüh­ren für ein Stu­di­um nicht pro­hi­bi­tiv wir­ken und müs­sen sozi­al ver­träg­lich aus­ge­stal­tet sein.

Die Inan­spruch­nah­me staat­li­cher Res­sour­cen durch einen ein­ge­schränk­ten Nut­zer­kreis kann eine Abga­be­pflicht aus­lö­sen. Daher ist der Gesetz­ge­ber nicht dar­an gehin­dert, bestimm­te öffent­li­che Leis­tun­gen der Berufs­aus­bil­dung, auch soweit die­se bis­her abga­ben­frei waren, künf­tig nicht mehr kos­ten­los anzu­bie­ten14.

Art. 12 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG und dem Sozi­al­staats­prin­zip ver­pflich­ten den Gesetz­ge­ber jedoch, auch im Bereich des Hoch­schul­zu­gangs für die Wah­rung glei­cher Bil­dungs­chan­cen zu sor­gen15; er muss Aus­wahl und Zugang nach sach­ge­rech­ten, auch für die Benach­tei­lig­ten zumut­ba­ren Kri­te­ri­en regeln16. Der Gesetz­ge­ber darf den Zugang zu staat­lich geschaf­fe­nen Aus­bil­dungs­ein­rich­tun­gen nicht pro­hi­bi­tiv gestal­ten. Gebüh­ren dür­fen kei­ne unüber­wind­li­che sozia­le Bar­rie­re vor dem Hoch­schul­zu­gang errich­ten17. Unzu­läs­sig ist eine Gebüh­ren­re­ge­lung, wenn sie ihrer Höhe nach in einem nicht mehr hin­nehm­ba­ren Maße abschre­cken­de Wir­kung ent­fal­tet18.

Das bedeu­tet nicht, dass Erschwer­nis­se, die mit der Erhe­bung von Stu­di­en­ab­ga­ben ver­bun­den sind, voll­stän­dig durch sozia­le Begleit­maß­nah­men kom­pen­siert wer­den müs­sen19. Die Ver­fas­sung gebie­tet nicht den Aus­gleich jeg­li­cher sozia­len, ins­be­son­de­re öko­no­mi­schen, Ungleich­heit, die auch in der fami­liä­ren, sozia­len oder indi­vi­du­el­len Her­kunft der Aus­bil­dungs­wil­li­gen ihre Ursa­che haben kann20. Der Gesetz­ge­ber darf die­se Umstän­de jedoch nicht völ­lig unbe­rück­sich­tigt las­sen, soweit sie zu unglei­chen Aus­bil­dungs­chan­cen füh­ren. Er darf Stu­dier­wil­li­ge also bei­spiels­wei­se nicht schlicht auf die Mög­lich­keit ver­wei­sen, für die Finan­zie­rung eines Stu­di­ums markt­üb­li­che Kre­di­te in Anspruch zu neh­men.

Ver­fas­sungs­recht­lich gebo­ten ist damit ein sozi­al ver­träg­li­ches, also ent­we­der ein grund­sätz­lich für alle finan­zi­ell trag­ba­res oder aber ein um ein Aus­bil­dungs­för­de­rungs­sys­tem ergänz­tes Aus­bil­dungs­an­ge­bot, das im Rah­men der staat­lich geschaf­fe­nen Aus­bil­dungs­ka­pa­zi­tä­ten allen ent­spre­chend Qua­li­fi­zier­ten ein Stu­di­um ermög­licht und den Zugang zum Stu­di­um ins­be­son­de­re nicht von den Besitz­ver­hält­nis­sen der Eltern abhän­gig macht21. Das Grund­ge­setz ver­bie­tet es, die nur begrenzt ver­füg­ba­ren öffent­li­chen Mit­tel beim Hoch­schul­zu­gang bevor­zugt einem pri­vi­le­gier­ten Teil der Bevöl­ke­rung zu Gute kom­men zu las­sen22. Bei der Erhe­bung von Stu­di­en­ge­büh­ren ist folg­lich den Belan­gen ein­kom­mens­schwa­cher Bevöl­ke­rungs­krei­se ange­mes­sen Rech­nung zu tra­gen23; ent­schei­dend ist, wie schwer eine Gebüh­ren­last unter den kon­kre­ten Bedin­gun­gen ihrer Aus­ge­stal­tung wiegt und ob sie im Ergeb­nis allen Betrof­fe­nen tat­säch­lich zumut­bar ist. Der Gesetz­ge­ber hat den Zugang zu Ein­rich­tun­gen zur Aus­übung grund­recht­li­cher Frei­heit ins­ge­samt so zu gestal­ten, dass die sozia­len Gegen­sät­ze hin­rei­chend aus­ge­gli­chen wer­den und sozia­le Durch­läs­sig­keit gewähr­leis­tet wird24. Das Sozi­al­staats­prin­zip ver­langt dar­über hin­aus eine Aus­ge­stal­tung der Stu­di­en­ge­büh­ren, die ange­mes­sen Rück­sicht auf Belas­tun­gen Stu­die­ren­der nimmt, die auf­grund per­sön­li­cher Lebens­um­stän­de oder gesell­schaft­li­cher Benach­tei­li­gung in ihrer per­sön­li­chen und sozia­len Ent­fal­tung behin­dert sind25. Das gilt für Men­schen mit Behin­de­run­gen (Art. 3 Abs. 3 Satz 2 GG) eben­so wie für Stu­die­ren­de mit Kin­dern oder Pfle­ge­ver­ant­wor­tung in der Fami­lie (Art. 6 Abs. 1 und 2 GG).

Wie der Gesetz­ge­ber dem Ver­fas­sungs­ge­bot zur sozia­len Aus­ge­stal­tung all­ge­mei­ner Stu­di­en­ge­büh­ren im Ein­zel­nen Rech­nung trägt, ist in wei­tem Umfang sei­ner frei­en Gestal­tung über­las­sen. Er kann die von der Ver­fas­sung gefor­der­te Chan­cen­gleich­heit ins­be­son­de­re durch die Höhe von Stu­di­en­ge­büh­ren, durch Sti­pen­di­en, spe­zi­el­le Stu­di­en­kre­di­te und durch Här­te­fall- und Aus­nah­me­re­ge­lun­gen zu wah­ren suchen. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat aus­ge­führt26, dass bei der ent­spre­chen­den Aus­ge­stal­tung von Stu­di­en­ge­büh­ren die völ­ker­recht­li­chen Anfor­de­run­gen zu beach­ten sind, hier aus Art. 10 Nr. 4 Buch­sta­be a der Euro­päi­schen Sozi­al­char­ta vom 18.10.1961 (ESC)27, aus Art. 13 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art. 13 Abs. 2 Buch­sta­be c IPw­skR28 und aus Art. 2 ZP I EMRK in Ver­bin­dung mit Art. 14 EMRK. Dage­gen ist von Ver­fas­sungs wegen nichts zu erin­nern.

Die Höhe der Stu­di­en­ge­büh­ren[↑]

Danach sind Stu­di­en­ge­büh­ren von 500 € im Semes­ter nicht schon grund­sätz­lich ver­fas­sungs­recht­lich aus­ge­schlos­sen.

Aller­dings ist eine Gebühr von 500 € im Semes­ter aus Sicht der Stu­die­ren­den, deren Gesamt­un­ter­halts­be­darf je nach Quel­le mit zwi­schen ca. 530 € und 812 € im Monat ange­ge­ben wird, als deut­lich spür­bar ein­zu­stu­fen. Dar­aus folgt jedoch nicht ohne wei­te­res, dass sie ins­ge­samt pro­hi­bi­tiv wirkt. So ist der­zeit auch eine "Gebüh­ren­flucht" aus Län­dern mit in Län­der ohne Stu­di­en­ge­büh­ren nicht erkenn­bar.

Doch bedür­fen all­ge­mei­ne Stu­di­en­ge­büh­ren flan­kie­ren­der Maß­nah­men, die ihre sozia­le Ver­träg­lich­keit und damit den Anspruch auf einen mög­lichst chan­cen­glei­chen Zugang zum Stu­di­um gewähr­leis­ten. Feh­len die­se, ver­stär­ken sich bestehen­de Nach­tei­le auf­grund unzu­rei­chen­der finan­zi­el­ler Mit­tel und in Fami­li­en ohne aka­de­mi­schen Bil­dungs­ab­schluss. Die Bereit­stel­lung von ange­mes­sen aus­ge­stal­te­ten Stu­di­en­dar­le­hen ist eines der zen­tra­len Mit­tel, um die sozia­le Ver­träg­lich­keit von Stu­di­en­ge­büh­ren abzu­si­chern. Dane­ben kom­men wei­te­re Mit­tel wie Ausnahme‑, Ermä­ßi­gungs- und Erlas­s­tat­be­stän­de der Gebüh­ren­re­ge­lung in Betracht. Ob die vor­ge­leg­te Bre­mer Rege­lung die­sen Anfor­de­run­gen in jeder Hin­sicht ent­sprach, ist nicht Gegen­stand des vor­lie­gen­den Ver­fah­rens.

Als Vor­aus­set­zung der Teil­nah­me am Stu­di­um beschrän­ken Stu­di­en­ge­büh­ren den grund­recht­li­chen Teil­ha­be­an­spruch. Die­se Beschrän­kung stützt sich auf das legi­ti­me Ziel, eine ergän­zen­de Ein­nah­me­quel­le zur Finan­zie­rung der Stu­di­en­an­ge­bo­te zu schaf­fen, und ist hier­für auch geeig­net und erfor­der­lich.

Der Teil­ha­be­an­spruch wird durch Stu­di­en­ge­büh­ren im hier in Rede ste­hen­den Umfang nicht über­mä­ßig beschränkt. Eine pro­hi­bi­ti­ve Wir­kung ist bei einer Stu­di­en­ge­bühr in Höhe von 500 € der­zeit nicht ersicht­lich29. Eine Gebühr in Höhe von 500 € im Semes­ter wirkt nicht abschre­ckend oder sonst von vorn­her­ein unan­ge­mes­sen.

Aller­dings ist eine Gebühr in die­ser Höhe kei­ne ver­nach­läs­sig­ba­re Grö­ße. Zwar mag eine sol­che Gebühr in Bezug auf die Gesamt­kos­ten des Stu­di­ums gering­fü­gig und kom­pe­tenz­recht­lich von nach­ran­gi­ger Bedeu­tung sein30. Aus Sicht der Stu­die­ren­den, deren Gesamt­un­ter­halts­be­darf je nach Quel­le mit zwi­schen cir­ca 530 € und 812 € pro Monat ange­ge­ben wird31 ist auch dies als deut­lich spür­bar ein­zu­stu­fen32.

Dass Stu­di­en­ge­büh­ren in dem hier in Fra­ge ste­hen­den Umfang eine abschre­cken­de Wir­kung begüns­ti­gen kön­nen, ist nicht aus­ge­schlos­sen. So gaben bei einer Befra­gung von 5.240 Schul­ab­gän­ge­rin­nen und ‑abgän­gern im Jahr 2006 in Nord­rhein-West­fa­len 2,4 % bezie­hungs­wei­se 6,5 % der Stu­di­en­be­rech­tig­ten an, auf­grund von Stu­di­en­ge­büh­ren auf ein Stu­di­um zu ver­zich­ten oder es zu ver­zö­gern33; im bun­des­wei­ten Ver­gleich lag die Quo­te 2006 bei 3,6 %34 und im Jahr 2008 bei 5,3 %35.

Aus der nicht uner­heb­li­chen Belas­tung von Stu­die­ren­den durch Stu­di­en­ge­büh­ren in Höhe von 500 € je Semes­ter folgt jedoch nicht ohne wei­te­res, dass die­se ange­sichts der der­zei­ti­gen wirt­schaft­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit von Stu­die­ren­den ins­ge­samt pro­hi­bi­tiv wirkt. Eine "Gebüh­ren­flucht" aus Län­dern mit in Län­der ohne Stu­di­en­ge­büh­ren ist nicht erkenn­bar. Nach der Ein­füh­rung all­ge­mei­ner Stu­di­en­ge­büh­ren sank die Wahr­schein­lich­keit, im Hei­mat­land ein Stu­di­um begin­nen zu wol­len, aus­weis­lich der vor­lie­gen­den Stu­di­en in Gebüh­ren­län­dern ledig­lich um rund zwei Pro­zent­punk­te36. Eine pro­hi­bi­ti­ve Wir­kung von Stu­di­en­ge­büh­ren auf poten­ti­el­le Stu­di­en­an­fän­ge­rin­nen und ‑anfän­ger war 2008 nicht nach­zu­wei­sen, soweit Stu­dier­quo­ten und Stu­di­en­an­fän­ger­zah­len von Län­dern mit und ohne Gebüh­ren mit­ein­an­der ver­gli­chen wer­den37.

Stu­di­en­ge­büh­ren der hier in Rede ste­hen­den Art bedür­fen aller­dings flan­kie­ren­der Maß­nah­men, die sozia­le Ver­träg­lich­keit und damit den Anspruch auf einen mög­lichst chan­cen­glei­chen Zugang zum Stu­di­um gewähr­leis­ten.

Feh­len flan­kie­ren­de Maß­nah­men, ver­stär­ken sich auf­grund unzu­rei­chen­der finan­zi­el­ler Mit­tel und in Fami­li­en ohne aka­de­mi­schen Bil­dungs­ab­schluss bestehen­de Nach­tei­le beim Zugang zum Hoch­schul­stu­di­um und bei der Erlan­gung eines ent­spre­chen­den Abschlus­ses. Nach der 19. Sozi­al­erhe­bung des Deut­schen Stu­den­ten­werks 2009 stu­dier­ten 71 % der Kin­der aus Fami­li­en, in denen ein aka­de­mi­scher Bil­dungs­ab­schluss vor­han­den war, dage­gen nur 24 % der Kin­der aus Fami­li­en ohne einen sol­chen Abschluss38. Bei der Ent­schei­dung für oder gegen ein Hoch­schul­stu­di­um ist die finan­zi­el­le Belas­tung von erheb­li­cher Bedeu­tung39. Bei der Stu­di­en­ent­schei­dung wächst die Unsi­cher­heit, je weni­ger die Finan­zie­rung des Stu­di­ums von den Eltern geleis­tet wer­den kann, was Kin­der aus öko­no­misch schwä­che­ren Fami­li­en benach­tei­ligt. Stu­die­ren­de, die von ihren Eltern finan­ziert wer­den, sehen ihr Stu­di­um weit häu­fi­ger als sicher finan­ziert an als jene, die einen Kre­dit in Anspruch neh­men müs­sen40.

Eines der zen­tra­len Mit­tel zur Gewähr­leis­tung einer sozi­al­ver­träg­li­chen Absi­che­rung von Stu­di­en­ge­büh­ren ist die Bereit­stel­lung von ange­mes­sen aus­ge­stal­te­ten Stu­di­en­dar­le­hen. Maß­geb­lich für eine ange­mes­se­ne Aus­ge­stal­tung kann hier­für ins­be­son­de­re sein, dass die­se erst nach dem Abschluss des Stu­di­ums zurück­zu­zah­len und je nach per­sön­li­cher Situa­ti­on Stun­dung, Nie­der­schla­gung oder Erlass mög­lich sind41. Dane­ben kom­men auch wei­te­re Mit­tel in Betracht wie Ausnahme‑, Ermä­ßi­gungs- und Erlas­s­tat­be­stän­de für sozi­al schwä­che­re Per­so­nen, also auch zur Rück­sicht­nah­me auf Belan­ge ein­kom­mens­schwa­cher Bevöl­ke­rungs­krei­se42. Schließ­lich wird der Gesetz­ge­ber auch Maß­nah­men in Blick auf beson­de­re Fami­li­en­si­tua­tio­nen und die beson­de­ren Gleich­be­hand­lungs­ge­bo­te des Grund­ge­set­zes in Erwä­gung zu zie­hen haben.

Ob die Bre­mer Rege­lung der Stu­di­en­ge­büh­ren den Anfor­de­run­gen an eine sozia­le Aus­ge­stal­tung des chan­cen­glei­chen Zugangs zu einem Hoch­schul­stu­di­um in jeder Hin­sicht ent­spricht, ist nicht Gegen­stand des vor­lie­gen­den Ver­fah­rens. Die Erhe­bung von Stu­di­en­ge­büh­ren, wie sie mit der Bre­mer Rege­lung ins Werk gesetzt wird, ist jedoch nicht von vorn­her­ein mit der Ver­fas­sung unver­ein­bar. Ihr Umfang wirkt als sol­cher nicht pro­hi­bi­tiv und ist von dem Anspruch getra­gen, den Zugang zum Stu­di­um sozi­al ver­träg­lich aus­zu­ge­stal­ten.

Unzu­läs­sig­keit einer Lan­des­kin­der­re­ge­lung[↑]

Die zur Prü­fung gestell­ten Vor­schrif­ten, die nur Aus­wär­ti­gen ab dem drit­ten Semes­ter eine Gebüh­ren­pflicht auf­er­leg­ten, ver­sto­ßen gegen das Teil­ha­be­recht aus Art. 12 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG auf frei­en und glei­chen Hoch­schul­zu­gang in einem bun­des­weit zusam­men­hän­gen­den Sys­tem.

Der all­ge­mei­ne Gleich­heits­satz des Art. 3 Abs. 1 GG gebie­tet dem Norm­ge­ber, wesent­lich Glei­ches gleich und wesent­lich Unglei­ches ungleich zu behan­deln. Aus dem Teil­ha­be­recht des Art. 12 Abs. 1 GG für den beson­de­ren Sach­be­reich des Hoch­schul­zu­gangs folgt bei einer Ungleich­be­hand­lung ein stren­ge­rer Recht­fer­ti­gungs­maß­stab.

Die vor­ge­leg­ten Rege­lun­gen begrün­den eine Ungleich­be­hand­lung glei­cher Sach­ver­hal­te, für deren Recht­fer­ti­gung kei­ne hin­rei­chend trag­fä­hi­gen Grün­de erkenn­bar sind.

Unter­schied­li­che Rege­lun­gen in ver­schie­de­nen Län­dern sind ver­fas­sungs­recht­lich im Bun­des­staat nicht nur mög­lich, son­dern gewollt. Der Gleich­heits­satz ist daher nicht anwend­bar, wenn es um eine Ungleich­be­hand­lung durch Rege­lun­gen ver­schie­de­ner Recht­set­zer geht. Er ist hin­ge­gen anwend­bar, soweit es wie hier um die Ungleich­be­hand­lung von Lan­des­kin­dern und ande­ren Per­so­nen in einer Lan­des­re­ge­lung geht.

Zur Recht­fer­ti­gung kann nicht allein auf den Wohn­sitz und die hier­aus fol­gen­de Zuge­hö­rig­keit zum Land Bre­men als sol­cher ver­wie­sen wer­den. Denn lan­des­recht­li­che Rege­lun­gen im Bereich des Hoch­schul­we­sens haben eine spe­zi­fi­sche, gesamt­staat­li­che Dimen­si­on und berüh­ren das in allen Län­dern glei­cher­ma­ßen aner­kann­te Teil­ha­be­recht auf frei­en und glei­chen Hoch­schul­zu­gang. Dies ver­langt beson­de­re Rück­sicht­nah­me der Län­der unter­ein­an­der. Trotz der Län­der­zu­stän­dig­keit ist das Hoch­schul­we­sen ein bun­des­weit zusam­men­hän­gen­des Sys­tem, in dem nicht alle Stu­di­en­gän­ge über­all ange­bo­ten wer­den und eine Nut­zung der Aus­bil­dungs­ka­pa­zi­tä­ten über die Län­der­gren­zen hin­weg erfor­der­lich ist. In einer sol­chen Situa­ti­on unter­lie­gen ein­sei­ti­ge Begüns­ti­gun­gen der Ange­hö­ri­gen eines Lan­des gestei­ger­ten Anfor­de­run­gen an ihre Recht­fer­ti­gung.

Trag­fä­hi­ge Sach­grün­de, die mit der Hoch­schul­aus­bil­dung in Zusam­men­hang ste­hen, sind vor­lie­gend nicht ersicht­lich. Die in der bre­mi­schen Rege­lung vor­ge­nom­me­ne Gebüh­ren­dif­fe­ren­zie­rung ist nicht durch eine unter­schied­li­che Nut­zung des Stu­di­en­an­ge­bots gerecht­fer­tigt. Auch kann sich der Gesetz­ge­ber zur Recht­fer­ti­gung nicht dar­auf beru­fen, mit der Rege­lung zur Wohn­sitz­nah­me in Bre­men moti­vie­ren zu wol­len, um so erhöh­te Mit­tel­zu­wei­sun­gen im Rah­men des Län­der­fi­nanz­aus­gleichs zu erlan­gen. Es fehlt am erfor­der­li­chen Sach­zu­sam­men­hang zwi­schen den Zuwei­sun­gen im Rah­men des Finanz­aus­gleichs, die in den all­ge­mei­nen Lan­des­haus­halt flie­ßen und der Finan­zie­rung der Hoch­schu­len. Der Ver­such einer sol­chen Zuord­nung wür­de zudem den berech­tig­ten Ein­wand her­vor­ru­fen, das Land Bre­men legi­ti­mie­re letzt­lich aus einer Zuwen­dung von außen eine Stu­di­en­ge­bühr für aus­wär­ti­ge Stu­die­ren­de.

Die zur Prü­fung gestell­ten Rege­lun­gen des § 6 Satz 1 in Ver­bin­dung mit § 3 Abs. 1, § 2 Abs. 1 BremSt­KG, die aus­wär­ti­ge Stu­die­ren­de anders als Lan­des­kin­der behan­deln, indem sie nach dem (Haupt-)Wohnsitz in Bre­men unter­schei­den und nur Aus­wär­ti­gen ab dem drit­ten Semes­ter eine Gebüh­ren­pflicht auf­er­leg­ten, ver­sto­ßen gegen das Teil­ha­be­recht aus Art. 12 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG auf frei­en und glei­chen Hoch­schul­zu­gang in einem bun­des­weit zusam­men­hän­gen­den Sys­tem.

Der all­ge­mei­ne Gleich­heits­satz des Art. 3 Abs. 1 GG gebie­tet dem Norm­ge­ber, wesent­lich Glei­ches gleich und wesent­lich Unglei­ches ungleich zu behan­deln43. Er gilt sowohl für unglei­che Belas­tun­gen als auch für unglei­che Begüns­ti­gun­gen44.

Dabei gilt ein stu­fen­lo­ser am Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit ori­en­tier­ter ver­fas­sungs­recht­li­cher Prü­fungs­maß­stab, des­sen Inhalt und Gren­zen sich nicht abs­trakt, son­dern nur nach den jeweils betrof­fe­nen unter­schied­li­chen Sach- und Rege­lungs­be­rei­chen bestim­men las­sen45. Eine stren­ge­re Bin­dung des Gesetz­ge­bers ergibt sich unter ande­rem aus jeweils betrof­fe­nen Grund­rech­ten46. Hier folgt ein stren­ge­rer Recht­fer­ti­gungs­maß­stab aus dem Teil­ha­be­recht des Art. 12 Abs. 1 GG für den beson­de­ren Sach­be­reich des Hoch­schul­zu­gangs47.

Die vor­ge­leg­ten Rege­lun­gen begrün­den eine recht­fer­ti­gungs­be­dürf­ti­ge Ungleich­be­hand­lung glei­cher Sach­ver­hal­te.

Stu­die­ren­de, die an Hoch­schu­len in Bre­men stu­die­ren und in Bre­men woh­nen, und sol­che, die in Bre­men stu­die­ren, aber außer­halb Bre­mens ihren Wohn­sitz haben, befin­den sich hin­sicht­lich der Aus­bil­dung, für die in den vor­ge­leg­ten Vor­schrif­ten Gebüh­ren erho­ben wer­den, in einer ver­gleich­ba­ren Lage. Bei­de neh­men das Stu­di­en­an­ge­bot Bre­mens in glei­cher Wei­se in Anspruch. Wer­den nur aus­wär­ti­ge Stu­die­ren­de zwi­schen dem drit­ten und 14. Semes­ter mit Gebüh­ren belegt, ist dies eine an den Anfor­de­run­gen des Art. 3 Abs. 1 GG zu mes­sen­de Ungleich­be­hand­lung.

Es sind kei­ne trag­fä­hi­gen Sach­grün­de für die Recht­fer­ti­gung die­ser Ungleich­be­hand­lung erkenn­bar.

Als Recht­fer­ti­gungs­grund kann nicht allein auf den Wohn­sitz oder Haupt­wohn­sitz und den hier­aus fol­gen­den Zuge­hö­rig­keits­sta­tus zum Land Bre­men als sol­chen ver­wie­sen wer­den.

Aller­dings sind unter­schied­li­che Rege­lun­gen in ver­schie­de­nen Län­dern und ver­schie­de­nen Gemein­den ver­fas­sungs­recht­lich nicht nur mög­lich, son­dern sogar gewollt. Die Ermög­li­chung von Viel­falt ist ein wesent­li­ches Ele­ment des Bun­des­staats­prin­zips wie auch der kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tung. Der Gleich­heits­satz ist daher nicht anwend­bar, wenn es um eine Ungleich­be­hand­lung durch Rege­lun­gen ver­schie­de­ner Kom­pe­tenz­trä­ger geht48. Inner­halb des eige­nen Kom­pe­tenz­be­reichs ist der Lan­des­ge­setz­ge­ber prin­zi­pi­ell nicht gehin­dert, von der Gesetz­ge­bung ande­rer Län­der abwei­chen­de Rege­lun­gen zu tref­fen, auch wenn dadurch Lan­des­kin­der prak­tisch begüns­tigt oder auch belas­tet wer­den49. Wenn inso­weit in eini­gen Län­dern Stu­di­en­ge­büh­ren erho­ben wer­den, in ande­ren dage­gen nicht, ist dies aus Gleich­heits­ge­sichts­punk­ten schon grund­sätz­lich nicht zu bean­stan­den50. Anwend­bar ist der Gleich­heits­satz dage­gen, soweit es wie hier um die Ungleich­be­hand­lung von Lan­des­kin­dern und ande­ren Per­so­nen in einer Lan­des­re­ge­lung geht.

Vor­lie­gend schei­det eine Recht­fer­ti­gung der Ungleich­be­hand­lung in blo­ßer Anknüp­fung an den Wohn­sitz auf­grund der Beson­der­hei­ten des gere­gel­ten Sach­be­reichs aus. Lan­des­recht­li­che Rege­lun­gen im Bereich des Hoch­schul­we­sens haben eine spe­zi­fi­sche gesamt­staat­li­che Dimen­si­on, die beson­de­re Rück­sicht­nah­me der Län­der unter­ein­an­der ver­langt. Fällt eine Mate­rie in die Zustän­dig­keit des Lan­des­ge­setz­ge­bers, greift aber der zu regeln­de Lebens­sach­ver­halt sei­ner Natur nach über Län­der­gren­zen hin­aus und berührt wie hier das in allen Län­dern glei­cher­ma­ßen aner­kann­te Teil­ha­be­recht auf frei­en und glei­chen Hoch­schul­zu­gang, dann sind ein­sei­ti­ge Begüns­ti­gun­gen der Ange­hö­ri­gen eines Lan­des nur unter gestei­ger­ten Anfor­de­run­gen an ihre Recht­fer­ti­gung zuläs­sig. Das Hoch­schul­we­sen ist ein sol­ches bun­des­weit zusam­men­hän­gen­des Sys­tem, das zwar weit­hin in die Zustän­dig­keit des Lan­des­ge­setz­ge­bers fällt, in dem aber nicht alle Stu­di­en­gän­ge über­all ange­bo­ten wer­den und eine Nut­zung der Aus­bil­dungs­ka­pa­zi­tä­ten über die Län­der­gren­zen hin­weg erfor­der­lich ist51. Daher darf beim Zugang zum Stu­di­um nicht pau­schal nach Län­dern dif­fe­ren­ziert wer­den52. Ent­spre­chend hat­te sich auch der Par­la­men­ta­ri­sche Rat aus­drück­lich gegen Lan­des­kin­der-Pri­vi­le­gi­en beim Zugang zu uni­ver­si­tä­ren Stu­di­en aus­ge­spro­chen53.

Trag­fä­hi­ge Sach­grün­de für die Recht­fer­ti­gung der dif­fe­ren­zie­ren­den bre­mi­schen Gebüh­ren­re­ge­lung, die mit der Hoch­schul­aus­bil­dung in Zusam­men­hang ste­hen, sind vor­lie­gend nicht ersicht­lich. Die in der bre­mi­schen Rege­lung vor­ge­nom­me­ne Gebüh­ren­dif­fe­ren­zie­rung ist nicht durch eine unter­schied­li­che Nut­zung des Stu­di­en­an­ge­bots gerecht­fer­tigt. Auch kann sich der Gesetz­ge­ber zur Recht­fer­ti­gung nicht dar­auf beru­fen, mit der Rege­lung zur Wohn­sitz­nah­me in Bre­men moti­vie­ren zu wol­len, um so erhöh­te Mit­tel­zu­wei­sun­gen im Rah­men des Län­der­fi­nanz­aus­gleichs zu erlan­gen: Die Gebühr lässt sich nicht mit dem Argu­ment recht­fer­ti­gen, die aus dem Finanz­aus­gleich dem Land zuflie­ßen­den Zuwei­sun­gen ent­hiel­ten einen Betrag zur Finan­zie­rung der Aus­bil­dung der Stu­die­ren­den mit Woh­nung in Bre­men; des­halb dürf­ten aus­wär­ti­ge Stu­die­ren­de lan­des­ge­setz­lich ver­pflich­tet wer­den, gleich­falls – statt über den Finanz­aus­gleich durch Gebüh­ren – ihren bre­mi­schen Stu­di­en­gang finan­zi­ell mit­zu­tra­gen. Das Glei­che gilt bei einer geziel­ten Zuwei­sung im Lan­des­haus­halts­ge­setz aus­schließ­lich für Stu­die­ren­de mit Woh­nung in Bre­men.

Die Gebüh­ren­dif­fe­ren­zie­rung dient nicht dem Aus­gleich einer unter­schied­li­chen Inan­spruch­nah­me des Stu­di­en­an­ge­bots. Es ist nicht ersicht­lich, dass Stu­die­ren­de mit (Haupt-)Wohnsitz außer­halb von Bre­men Leis­tun­gen der bre­mi­schen Hoch­schu­len in ande­rer Wei­se nutz­ten als Stu­die­ren­de mit (Haupt-)Wohnsitz in Bre­men. Aus­wär­ti­ge Stu­die­ren­de ver­ur­sa­chen weder höhe­re Kos­ten noch zie­hen sie einen grö­ße­ren Vor­teil aus den von einer bre­mi­schen Hoch­schu­le ange­bo­te­nen Leis­tun­gen. Der Wohn­sitz, an den das Stu­di­en­kon­ten­ge­setz die Stu­di­en­ge­büh­ren­pflicht knüpft, hat kei­nen unmit­tel­ba­ren Bezug zum Benut­zungs­ver­hält­nis54.

Auch das Ziel des Lan­des Bre­men, durch finan­zi­el­len Druck Stu­die­ren­de zu einer Wohn­sitz­nah­me in Bre­men zu ver­an­las­sen, damit das Land erhöh­te Mit­tel im Rah­men des Finanz­aus­gleichs erhält, trägt die Ungleich­be­hand­lung nicht. Zwar sind die Län­der und auch Gemein­den grund­sätz­lich nicht gehin­dert, Per­so­nen, die ihre Ein­rich­tun­gen nut­zen wol­len, durch finan­zi­el­le Anrei­ze oder finan­zi­el­len Druck zu ver­an­las­sen, auch ihren (Haupt-)Wohnsitz in das eige­ne Gebiet zu ver­le­gen. So kann bei dop­pel­tem Wohn­sitz etwa auf das Mel­de- oder – in Form einer Zweit­woh­nungsteu­er – auf das Steu­er­recht zurück­ge­grif­fen wer­den. Für die Erhe­bung von Stu­di­en­ge­büh­ren, die (auch) dazu die­nen, zur Wohn­sitz­nah­me zu moti­vie­ren, um so zusätz­li­che Mit­tel aus dem Län­der­fi­nanz­aus­gleich zu erlan­gen, fehlt es jedoch an dem im Bereich des Hoch­schul­we­sens erfor­der­li­chen Sach­zu­sam­men­hang.

Das Land Bre­men erhält zwar Aus­gleichs­zu­wei­sun­gen nach §§ 4 ff. Finanz­aus­gleichs­ge­setz (FAG) und Bun­des­er­gän­zungs­zu­wei­sun­gen nach § 11 FAG aus dem Finanz­aus­gleich. Sie die­nen aber in der Regel der Deckung des all­ge­mei­nen Finanz­be­darfs des Lan­des (§§ 4 ff. und § 11 Abs. 1 und 2 FAG); die sons­ti­gen Bun­des­er­gän­zungs­zu­wei­sun­gen nach § 11 Abs. 3 bis 4 FAG sind ande­ren Zwe­cken als der Hoch­schul­fi­nan­zie­rung gewid­met. Alle Zuwei­sun­gen flie­ßen zudem in den Haus­halt des Lan­des Bre­men. Der bre­mi­sche Haus­halts­ge­setz­ge­ber ent­schei­det dann in eige­ner Ver­ant­wor­tung in sei­nem Bud­get über die Ver­wen­dung die­ser Finanz­mit­tel. Damit ist der Sach­zu­sam­men­hang zwi­schen den Aus­gleichs­zu­wei­sun­gen des Finanz­aus­gleichs und der Finan­zie­rung der Hoch­schu­len gelöst. Des­we­gen kön­nen auch kei­ne bestimm­ten Beträ­ge dar­aus allein den Stu­die­ren­den mit Woh­nung in Bre­men zuge­ord­net wer­den; eben­so wenig kann ein Fehl­be­trag den Stu­die­ren­den ohne Woh­nung in Bre­men zuge­rech­net wer­den55. Eine Recht­fer­ti­gung der Stu­di­en­ge­bühr für aus­wär­ti­ge Stu­die­ren­de vom drit­ten bis zum 14. Semes­ter ist sach­lich nicht mög­lich, denn es fehlt an einem hin­rei­chen­den Sach­zu­sam­men­hang zwi­schen den Finanz­aus­gleichs­mit­teln als all­ge­mei­nen Ein­nah­men des Lan­des­haus­halts, der Ver­wen­dungs­ent­schei­dung des Lan­des­haus­halts­ge­setz­ge­bers sowie der Stu­di­en­ge­bühr für Aus­wär­ti­ge. Ein Ver­such einer Recht­fer­ti­gung der Stu­di­en­ge­bühr durch Zuord­nung von Aus­gleichs­zu­wei­sun­gen zum Auf­wand für Aus­bil­dungs­plät­ze bre­mi­scher Stu­die­ren­der wür­de außer­dem zugleich den berech­tig­ten Ein­wand her­vor­ru­fen, gera­de die­se Aus­bil­dungs­plät­ze sei­en von drit­ter Sei­te – näm­lich den Geber­län­dern des Finanz­aus­gleichs – mit­fi­nan­ziert wor­den; auf die­se Wei­se wür­de das Land Bre­men letzt­lich aus einer Zuwen­dung von außen eine Stu­di­en­ge­bühr für aus­wär­ti­ge Stu­die­ren­de zu legi­ti­mie­ren ver­su­chen.

Glei­ches wür­de gel­ten, falls das bre­mi­sche Lan­des­haus­halts­ge­setz selbst den Hoch­schu­len Finanz­mit­tel aus­schließ­lich für die Finan­zie­rung der Stu­die­ren­den mit Woh­nung in Bre­men zuwie­se, denn es besteht ange­sichts des bun­des­wei­ten Zusam­men­hangs des Hoch­schul­sys­tems kein Sach­grund, aus­wär­ti­ge Stu­die­ren­de gezielt vom Stu­di­um fern­zu­hal­ten. Jeden­falls könn­te eine der­ar­ti­ge Vor­schrift nicht dazu ein­ge­setzt wer­den, den Auf­wand für bre­mi­sche Stu­die­ren­de als finan­ziert, den für aus­wär­ti­ge Stu­die­ren­de aber für unge­deckt zu betrach­ten, denn damit wür­de das Teil­ha­be­grund­recht des Art. 12 GG, das ein bun­des­weit zusam­men­hän­gen­des Hoch­schul­an­ge­bot glei­cher Zugangs­kon­di­tio­nen ver­langt56, ver­kannt, indem das Land im Haus­halt nur Aus­ga­ben für Stu­die­ren­de mit Woh­nung in Bre­men vor­sä­he. In haus­halts­recht­li­cher Hin­sicht wür­de es dann ein Hoch­schul­an­ge­bot allein für bre­mi­sche Stu­den­ten schaf­fen. Ob eine sol­che Vor­schrift allein als Berech­nungs­me­tho­de für die Gesamt­auf­wen­dun­gen der bre­mi­schen Hoch­schu­len zuläs­sig wäre, war vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nicht zu ent­schei­den.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 8. Mai 2013 – 1 BvL 1/​08

  1. BremG­Bl S. 295 []
  2. BremG­Bl S. 550 []
  3. Bür­ger­schafts-Drucks 16/​758, S. 5 f. []
  4. Bür­ger­schafts-Drucks 16/​758, S. 7 []
  5. BremG­Bl S. 375 []
  6. Bür­ger­schafts-Drucks 17/​1309, S. 7 []
  7. BremG­Bl S. 157 []
  8. VG Bre­men, Beschluss vom 17.09.2007 – 6 K 1577/​06 []
  9. vgl. BVerfGE 85, 36, 53 []
  10. vgl. BVerfGE 85, 36, 53 f.; grund­le­gend BVerfGE 33, 303, 331 f.; vgl. auch BVerw­GE 134, 1, 7 f. []
  11. BVerfGE 85, 36, 53 []
  12. vgl. BVerfGE 33, 303, 329 f., unter Hin­weis auf BVerfGE 7, 377, 401, 406 []
  13. vgl. BVerfGE 33, 303, 330 f. []
  14. vgl. BVerw­GE 134, 1, 8 m.w.N. []
  15. vgl. BVerfGE 112, 226, 245 []
  16. vgl. BVerfGE 43, 291, 345 []
  17. vgl. BVerw­GE 102, 142, 147; 115, 32, 37; 134, 1, 8, 14; BVerwG, Urteil vom 15.12.2010 – 6 C 9.09 []
  18. vgl. BVerwG, Urteil vom 15.12.2010 – 6 C 9.09 []
  19. vgl. BVerw­GE 134, 1, 14 []
  20. vgl. BVerw­GE 134, 1, 14 []
  21. vgl. BVerw­GE 102, 142, 147; 115, 32, 37; 134, 1, 8 []
  22. vgl. BVerfGE 33, 303, 334 f. []
  23. vgl. BVerfGE 112, 226, 245; BVerw­GE 134, 1, 9 ff. []
  24. Rüf­ner, in: Bon­ner Kom­men­tar, Bd. 1, Art. 3 Abs. 1 Rn. 63, Okto­ber 1992; s.a. Jarass, in: Jarass/​Pieroth, GG, 12. Aufl.2012, Art.20 Rn. 119; Rob­bers, in: Bon­ner Kom­men­tar, Bd. 5, Art.20 Abs. 1 Rn. 1412, April 2009 []
  25. vgl. BVerfGE 45, 376, 387 []
  26. BVerw­GE 134, 1, 19 ff.; BVerwG, Urteil vom 15.12.2010 – 6 C 9.09 []
  27. in Kraft getre­ten am 26.02.1965, ETS Nr. 35, BGBl II S. 1122 []
  28. vgl. auch UN Com­mit­tee on Eco­no­mic, Soci­al and Cul­tu­ral Rights, The right to edu­ca­ti­on (Art. 13), UN Doc. E/C.12/1999/10 vom 08.12.1999, Z.19 f. zu Art. 13 Abs. 2 Buch­sta­be c IPw­skR []
  29. vgl. BVerw­GE 134, 1, 14; Bay­VerfGH, Urteil vom 28.05.2009 – Vf. 4‑VII-07 []
  30. vgl. BVerfGE 112, 226, 245 []
  31. vgl. auch HIS, Heine/​Quast, Stu­di­en­ent­schei­dung im Kon­text der Stu­di­en­fi­nan­zie­rung, 2011, S. 26 []
  32. so für Baden-Würt­tem­berg auch BVerwG, Urteil vom 15.12.2010 – 6 C 9.09; Urteil vom 15.12.2010 – 6 C 10.09 []
  33. HIS, Stel­lung­nah­me zur öffent­li­chen Anhö­rung des Aus­schus­ses für Inno­va­ti­on, Wis­sen­schaft, For­schung und Tech­no­lo­gie des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len, 2010, S. 10 []
  34. HIS, Heine/​Quast/​Spangenberg, Stu­di­en­ge­büh­ren aus der Sicht von Stu­di­en­be­rech­tig­ten, 2008, S. 15 f. []
  35. HIS, Heine/​Quast, Stu­di­en­ent­schei­dung im Kon­text der Stu­di­en­fi­nan­zie­rung, 2011, S. 58 []
  36. vgl. Deut­sches Stu­den­ten­werk, Die wirt­schaft­li­che und sozia­le Lage der Stu­die­ren­den in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land 2009, 19. Sozi­al­erhe­bung 2010, S. 63 f.; Dwenger/​Storck/​Wrohlich, Do Tui­ti­on Fees Affect the Mobi­li­ty of Uni­ver­si­ty App­li­cants? Evi­dence from a Natu­ral Expe­ri­ment, Dis­cus­sion Paper Nr. 926, 2009, S. 15 f. []
  37. vgl. HIS, Heine/​Quast/​Spangenberg, Stu­di­en­ge­büh­ren aus Sicht von Stu­di­en­be­rech­tig­ten, 2008, S. 15 []
  38. Deut­sches Stu­den­ten­werk, Die wirt­schaft­li­che und sozia­le Lage der Stu­die­ren­den in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land 2009, 19. Sozi­al­erhe­bung 2010, S. 10 ff.; vgl. zur Ent­wick­lung auch Voda­fone Stif­tung, Schind­ler, Auf­stiegs­angst? Eine Stu­die zur sozia­len Ungleich­heit im his­to­ri­schen Zeit­ver­lauf, 2012 []
  39. vgl. Insti­tut für Demo­sko­pie Allens­bach, Chan­cen­ge­rech­tig­keit? Stu­di­en­fi­nan­zie­rung als wich­ti­ger Fak­tor der Ent­schei­dungs­fin­dung für die Auf­nah­me bzw. den Abbruch eines Hoch­schul­stu­di­ums, 2009, S. 13 []
  40. vgl. HIS, Heine/​Quast/​Spangenberg, Stu­di­en­ge­büh­ren aus der Sicht von Stu­di­en­be­rech­tig­ten, 2008, S. 17 f. []
  41. vgl. BVerw­GE 134, 1, 10 ff. []
  42. vgl. BVerfGE 112, 226, 245 []
  43. vgl. BVerfGE 98, 365, 385; stRspr []
  44. vgl. BVerfGE 79, 1, 17; 126, 400, 416 m.w.N. []
  45. vgl. BVerfGE 75, 108, 157; 93, 319, 348 f.; 107, 27, 46; 126, 400, 416; 129, 49, 69 m.w.N. []
  46. vgl. BVerfGE 88, 87, 96 []
  47. vgl. BVerfGE 33, 303, 329 ff., 352 f. []
  48. vgl. BVerfGE 10, 354, 371; 93, 319, 351 []
  49. vgl. BVerfGE 33, 303, 352 []
  50. vgl. aus kom­pe­tenz­recht­li­cher Sicht BVerfGE 112, 226, 244 f. []
  51. vgl. BVerfGE 33, 303, 352 []
  52. vgl. BVerfGE 33, 303, 355 f.; 37, 104, 119 f. []
  53. Par­la­men­ta­ri­scher Rat, Sten­Ber. über die 44. Sit­zung des Haupt­aus­schus­ses vom 19.01.1949, S. 569, 575 f.; zitiert bereits in BVerfGE 33, 303, 329 []
  54. so auch Kug­ler, All­ge­mei­ne Stu­di­en­ge­büh­ren und die Grund­rech­te der Stu­die­ren­den, 2009, S.194 []
  55. vgl. auch BVerfGE 65, 325, 355 f. []
  56. vgl. grund­le­gend dazu BVerfGE 33, 303, 329 ff. []