Nume­rus clau­sus für ange­hen­de Ärz­te

Die bun­des- und lan­des­ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten über das Ver­fah­ren zur Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen an staat­li­chen Hoch­schu­len sind, soweit sie die Zulas­sung zum Stu­di­um der Human­me­di­zin betref­fen, teil­wei­se mit dem Grund­ge­setz unver­ein­bar.

Nume­rus clau­sus für ange­hen­de Ärz­te

Dies hat der Ers­te Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts mit heu­te ver­kün­de­tem Urteil ent­schie­den:

  1. Nach Art. 12 Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG haben jede Stu­di­en­platz­be­wer­be­rin und jeder Stu­di­en­platz­be­wer­ber ein Recht auf glei­che Teil­ha­be an staat­li­chen Stu­di­en­an­ge­bo­ten und damit auf gleich­heits­ge­rech­te Zulas­sung zum Stu­di­um ihrer Wahl.
  2. Regeln für die Ver­tei­lung knap­per Stu­di­en­plät­ze haben sich grund­sätz­lich am Kri­te­ri­um der Eig­nung zu ori­en­tie­ren. Dane­ben berück­sich­tigt der Gesetz­ge­ber Gemein­wohl­be­lan­ge und trägt dem Sozi­al­staats­prin­zip Rech­nung. Die zur Ver­ga­be knap­per Stu­di­en­plät­ze her­an­ge­zo­ge­nen Kri­te­ri­en müs­sen die Viel­falt der mög­li­chen Anknüp­fungs­punk­te zur Erfas­sung der Eig­nung abbil­den.
  3. Der Gesetz­ge­ber muss die für die Ver­ga­be von knap­pen Stu­di­en­plät­zen im Stu­di­en­fach Human­me­di­zin wesent­li­chen Fra­gen selbst regeln. Ins­be­son­de­re muss er die Aus­wahl­kri­te­ri­en der Art nach selbst fest­le­gen. Er darf den Hoch­schu­len aller­dings gewis­se Spiel­räu­me für die Kon­kre­ti­sie­rung die­ser Aus­wahl­kri­te­ri­en ein­räu­men.
  4. Die Abitur­bes­ten­quo­te begeg­net kei­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken. Die maß­geb­li­che Ori­en­tie­rung der Ver­ga­be­ent­schei­dung an den Orts­wunsch­an­ga­ben sowie die Beschrän­kung der Bewer­bung auf sechs Stu­di­en­or­te las­sen sich im Rah­men der Abitur­bes­ten­quo­te ver­fas­sungs­recht­lich jedoch nicht recht­fer­ti­gen.
  5. Ver­fas­sungs­wid­rig sind die gesetz­li­chen Vor­schrif­ten zum Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len inso­fern,
    • als der Gesetz­ge­ber den Hoch­schu­len ein eige­nes Kri­te­ri­en­er­fin­dungs­recht über­lässt,
    • als die Stan­dar­di­sie­rung und Struk­tu­rie­rung hoch­schul­ei­ge­ner Eig­nungs­prü­fun­gen nicht sicher­ge­stellt ist,
    • als die Hoch­schu­len neben eig­nungs­be­zo­ge­nen gesetz­li­chen Kri­te­ri­en unein­ge­schränkt auch auf das Kri­te­ri­um eines frei zu bestim­men­den Ran­ges der Orts­prä­fe­renz zurück­grei­fen dür­fen,
    • als im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len die Abitur­no­ten berück­sich­tigt wer­den kön­nen, ohne einen Aus­gleichs­me­cha­nis­mus für deren nur ein­ge­schränk­te län­der­über­grei­fen­de Ver­gleich­bar­keit vor­zu­se­hen,
    • als für einen hin­rei­chen­den Teil der Stu­di­en­plät­ze neben der Abitur­durch­schnitts­no­te kei­ne wei­te­ren Aus­wahl­kri­te­ri­en mit erheb­li­chem Gewicht Berück­sich­ti­gung fin­den.
  6. Die Ein­rich­tung einer War­te­zeit­quo­te ist ver­fas­sungs­recht­lich zuläs­sig, wenn­gleich nicht gebo­ten. Sie darf den jet­zi­gen Anteil von 20 % der Stu­di­en­plät­ze nicht über­schrei­ten. Die War­te­zeit muss in der Dau­er begrenzt sein.
  7. Wol­len die Län­der im Rah­men des Art. 125b Abs. 1 Satz 3 GG von Bun­des­recht abwei­chen, müs­sen sie eine Neu­re­ge­lung oder eine inhalt­li­che Rege­lung im unmit­tel­ba­ren Zusam­men­hang mit bereits gel­ten­dem Lan­des­recht tref­fen. Rein redak­tio­nel­le Anpas­sun­gen genü­gen nicht. Die aus­drück­li­che Erklä­rung des Abwei­chungs­wil­lens ist nicht erfor­der­lich.

Die bean­stan­de­ten bun­des­ge­setz­li­chen Rah­men­vor­schrif­ten und gesetz­li­chen Rege­lun­gen der Län­der über die Stu­di­en­platz­ver­ga­be für das Fach Human­me­di­zin ver­let­zen den grund­recht­li­chen Anspruch der Stu­di­en­platz­be­wer­be­rin­nen und -bewer­ber auf glei­che Teil­ha­be am staat­li­chen Stu­di­en­an­ge­bot. Außer­dem ver­feh­len die lan­des­ge­setz­li­chen Bestim­mun­gen zum Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len teil­wei­se die Anfor­de­run­gen, die sich aus dem Vor­be­halt des Geset­zes erge­ben. Eine Neu­re­ge­lung ist bis zum 31.12 2019 zu tref­fen.

    1. § 32 Absatz 3 Satz 1 Num­mern 2 und 3 sowie Absatz 3 Sät­ze 2 und 4 des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes (HRG) in der Fas­sung vom 28.08.20041
    2. sowie
      • § 1 des Geset­zes zu dem Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung vom 10.11.20092 sowie § 2a Absatz 1 Satz 1 des Geset­zes über die Zulas­sung zum Hoch­schul­stu­di­um in Baden-Würt­tem­berg (Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­setz – HZG) in der Fas­sung vom 15.09.20053 und des Ände­rungs­ge­set­zes vom 15.06.20104,
      • der Zustim­mungs­be­schluss des Land­tags des Frei­staa­tes Bay­ern vom 22.04.2009 zum Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung5 sowie Arti­kel 7 Absät­ze 1 und 2 des Geset­zes über die Hoch­schul­zu­las­sung in Bay­ern (Baye­ri­sches Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­setz – BayHZG) vom 09.05.20076 in der Fas­sung des Geset­zes vom 09.07.20127,
      • § 1 des Geset­zes zu dem Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung vom 29.10.20088 sowie § 8 Absatz 1 Num­mer 2 und Absatz 3 Sät­ze 1 bis 5 des Geset­zes über die Zulas­sung zu den Hoch­schu­len des Lan­des Ber­lin in zulas­sungs­be­schränk­ten Stu­di­en­gän­gen (Ber­li­ner Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­setz – Berl­HZG) in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 18.06.20059 und des Geset­zes vom 26.06.201310,
      • Arti­kel 1 Absatz 1 des Geset­zes zum Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung vom 17.02.200911 sowie Arti­kel 3 Absatz 1 Satz 2 des Geset­zes zum Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung vom 17.02.200912 in der Fas­sung des Geset­zes vom 06.03.2012, Ham­bur­gi­sches Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt Sei­te 132)),
      • § 1 Absät­ze 1 und 2 sowie § 4 Absatz 1 Num­mer 2, Absatz 3 und Absatz 4 Satz 2 des Geset­zes zum Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung in der Fas­sung vom 15.12 200913,
      • Arti­kel 1 Absatz 1 des Geset­zes zum Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung sowie zur Ände­rung des Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­set­zes vom 11.03.201014 und § 4 Absatz 1 Num­mer 2, Absatz 3 Sät­ze 1 und 2 sowie Absatz 5 Satz 2 des Geset­zes über die Zulas­sung zum Hoch­schul­stu­di­um in Meck­len­burg-Vor­pom­mern (Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­setz – HZG M‑V) vom 14.08.200715 in der Fas­sung des Geset­zes vom 16.12 201016,
      • Arti­kel 1 Absät­ze 1 und 2 des Geset­zes zum Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung und zur Ände­rung des Nie­der­säch­si­schen Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­set­zes vom 17.02.201017 sowie § 8 Absatz 1 des Nie­der­säch­si­schen Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­set­zes (NHZG) vom 29.01.199818,
      • § 1 Absatz 1 des Geset­zes zur Rati­fi­zie­rung des Staats­ver­tra­ges über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung vom 05.06.2008 vom 18. No-vem­ber 200819 sowie § 2 des Drit­ten Geset­zes über die Zulas­sung zum Hoch­schul­stu­di­um in Nord­rhein-West­fa­len (Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­setz – HZG) vom 18.11.200820,
      • § 1 des Lan­des­ge­set­zes zu dem Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung vom 27.10.200921,
      • § 1 des Geset­zes Nr. 1666 zur Rati­fi­zie­rung des Staats­ver­tra­ges über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung vom 05.06.2008 vom 09.12 200822,
      • Arti­kel 1 des Geset­zes zum Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung vom 16.04.200923 sowie § 3 Absatz 1 und Absatz 2 Satz 2 des Geset­zes über die Zulas­sung zum Hoch­schul­stu­di­um im Frei­staat Sach­sen (Säch­si­sches Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­setz – SächsHZG) vom 07.06.199324,
      • § 1 Absät­ze 1 und 2 sowie § 3a Sät­ze 2 und 3 des Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­set­zes Sach­sen-Anhalt (HZulG LSA) in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 24.07.201225,
      • Arti­kel 1 Absät­ze 1 und 2 des Geset­zes zur Zustim­mung zum Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung und zur Ände­rung des ZVS-Geset­zes vom 27.06.200826, § 4 Absatz 1 Sät­ze 1, 2 und 4 sowie Absatz 2 des Zustim­mungs- und Aus­füh­rungs­ge­set­zes zu dem Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung (ZVS-Gesetz – ZVS ZuAG) vom 19.06.200727 und § 12 Absatz 2 Satz 1 des Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­set­zes (HZG) in der Fas­sung vom 05.02.201628 sowie
      • § 1 des Thü­rin­ger Geset­zes zu dem Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung vom 16.12 200829 sowie § 11 Absatz 1 Satz 1 und Absatz 2 des Thü­rin­ger Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­set­zes (ThürHZG) vom 16.12 200830

    sind, soweit sie die Zulas­sung zum Stu­di­um der Human­me­di­zin betref­fen, mit Arti­kel 12 Absatz 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Arti­kel 3 Absatz 1 des Grund­ge­set­zes unver­ein­bar.

  1. § 8a des Geset­zes über die Zulas­sung zu den Hoch­schu­len des Lan­des Ber­lin in zulas­sungs­be­schränk­ten Stu­di­en­gän­gen (Ber­li­ner Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­setz – Berl­HZG) in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 18.06.200531 ist gemäß Arti­kel 31 des Grund­ge­set­zes nich­tig, soweit er für die Stu­die­ren­den­aus­wahl in der Abitur­bes­ten- und der War­te­zeit­quo­te gemäß § 32 Absatz 3 Satz 1 Num­mern 1 und 2 des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes (HRG) in der Fas­sung vom 28.08.200432 gilt.
  2. Die mit dem Grund­ge­setz für unver­ein­bar erklär­ten Vor­schrif­ten gel­ten bis zu einer Neu­re­ge­lung fort. Bis zum 31.12.2019 ist eine Neu­re­ge­lung zu tref­fen.

Gegen­stand der Ver­fah­ren waren zwei Rich­ter­vor­la­gen zu bun­des- und lan­des­ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten über das Ver­fah­ren zur Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen an staat­li­chen Hoch­schu­len, soweit der Stu­di­en­gang Human­me­di­zin betrof­fen ist. Die­ser Stu­di­en­gang ist deutsch­land­weit zugangs­be­schränkt. Die Zahl der Stu­di­en­platz­be­wer­ber über­steigt die Zahl der ver­füg­ba­ren Plät­ze für Stu­di­en­an­fän­ger um ein Mehr­fa­ches. Die Ver­ga­be der Stu­di­en­plät­ze ist durch das Hoch­schul­rah­men­ge­setz des Bun­des und den zwi­schen den Län­dern geschlos­se­nen Staats­ver­trag vom 05.06.2008 über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung (im Fol­gen­den: Staats­ver­trag 2008) gere­gelt, der durch Geset­ze der Län­der in Lan­des­recht umge­setzt wor­den ist. Das vor­le­gen­de Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen erach­tet die ent­spre­chen­den Vor­schrif­ten in mehr­fa­cher Hin­sicht als ver­fas­sungs­wid­rig33.

Ent­wick­lung des Hoch­schul­zu­gangs mit­tels Nume­rus clau­sus[↑]

Die Schaf­fung gesetz­li­cher Rege­lun­gen zur Hoch­schul­zu­las­sung geht wesent­lich auf die Nume­rus clau­sus-Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts aus den 1970er-Jah­ren zurück34. Bis dahin war die Hoch­schul­zu­las­sung aus­schließ­lich Gegen­stand uni­ver­si­tä­rer Sat­zun­gen, bei deren Gestal­tung der Gesetz­ge­ber den Hoch­schu­len – mit unter­schied­lich aus­dif­fe­ren­zier­ten Vor­ga­ben – einen weit­rei­chen­den Spiel­raum beließ. Die Fol­ge war die Ent­wick­lung einer Viel­zahl unter­schied­li­cher Aus­wahl­kri­te­ri­en neben der Abitur­no­te und der War­te­zeit35. Auf­grund gestie­ge­ner Bewer­ber­zah­len ab den 1960er-Jah­ren wur­de die­ses Sys­tem auch unter ver­fas­sungs­recht­li­chen Aspek­ten zuneh­mend kri­tisch gese­hen. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bean­stan­de­te schließ­lich die Rege­lung unter dem Gesichts­punkt des Geset­zes­vor­be­halts in der ers­ten Nume­rus clau­sus, Ent­schei­dung36.

In der Fol­ge einig­ten sich im Jahr 1973 die Län­der auf den ers­ten Staats­ver­trag, in dem sie ein­heit­li­che Kri­te­ri­en für die Hoch­schul­zu­las­sung und die Ermitt­lung der Aus­bil­dungs­ka­pa­zi­tä­ten sowie die Ein­rich­tung der Zen­tral­stel­le für die Stu­di­en­platz­ver­ga­be ver­ein­bar­ten. Zudem erließ der Bund das im Jahr 1976 in Kraft getre­te­ne Hoch­schul­rah­men­ge­setz37 (HRG 1976). Als Aus­wahl­kri­te­ri­en wur­den die nach der Durch­schnitts­no­te der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung bemes­se­ne Qua­li­fi­ka­ti­on und die War­te­zeit fest­ge­legt. Das zur Bewer­tung der unter­schied­li­chen Rei­fe­zeug­nis­se aus den Län­dern ein­ge­rich­te­te Bonus-Malus-Sys­tem wur­de mit dem Hoch­schul­rah­men­ge­setz 1976 durch die Lan­des­quo­ten­re­ge­lung ersetzt (§ 32 Abs. 3 Nr. 1 Satz 5 HRG 1976). Gleich­zei­tig wur­de ein beson­de­res Aus­wahl­ver­fah­ren ein­ge­führt, das für Stu­di­en­gän­ge mit unver­tret­bar hohen Zulas­sungs­an­for­de­run­gen die Ergeb­nis­se eines Fest­stel­lungs­ver­fah­rens als zusätz­li­ches Aus­wahl­kri­te­ri­um vor­sah (§ 33 HRG 1976). Neben die im beson­de­ren Aus­wahl­ver­fah­ren durch­ge­führ­ten Test­ver­fah­ren und die zeit­wei­se ergän­zend hier­zu vor­ge­se­he­nen Los­ver­fah­ren trat ab dem Jahr 1985 die Mög­lich­keit von Aus­wahl­ge­sprä­chen durch die Hoch­schu­len, die dadurch wie­der am Zulas­sungs­ver­fah­ren betei­ligt wur­den (§ 33 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Buch­sta­be b HRG in der Fas­sung des Zwei­ten Geset­zes zur Ände­rung des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes vom 28.03.1985, BGBl I S. 605 – HRG 1985). Die eigen­stän­di­ge Aus­wahl durch die Hoch­schu­len fand erst­mals im Jahr 1998 wie­der Ein­gang in das Zulas­sungs­recht (vgl. § 32 Abs. 3 Nr. 2 Buch­sta­be b HRG in der Fas­sung des Vier­ten Geset­zes zur Ände­rung des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes vom 20.08.1998, BGBl I S. 2190 – HRG 1998), und zwar für 20 % der Stu­di­en­plät­ze, neben dem Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on mit einer Quo­te von 55 % und der War­te­zeit mit 25 %38.

Heu­ti­ge Hoch­schul­zu­gangs­re­ge­lung[↑]

Die heu­ti­ge Aus­ge­stal­tung der Hoch­schul­zu­las­sung beruht bun­des­recht­lich auf dem Hoch­schul­rah­men­ge­setz, das auf der Grund­la­ge der frü­he­ren Rah­men­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Bun­des ergan­gen ist und fort­gilt. Sie ist über­dies auf den Staats­ver­trag 2008 gestützt, der durch Lan­des­ge­set­ze in Lan­des­recht umge­setzt wor­den ist. Wei­ter haben die Län­der Rechts­ver­ord­nun­gen erlas­sen, die nament­lich das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len regeln. Für die­ses Aus­wahl­ver­fah­ren sind kraft Dele­ga­ti­on in den Lan­des­ge­set­zen und ‑ver­ord­nun­gen von den ein­zel­nen Hoch­schu­len Sat­zun­gen erlas­sen wor­den, die wei­te­re Ein­zel­hei­ten bestim­men, ins­be­son­de­re aus einem vor­ge­ge­be­nen Kata­log von Kri­te­ri­en die­je­ni­gen fest­le­gen, die in ihrem hoch­schul­ei­ge­nen Aus­wahl­ver­fah­ren maß­ge­bend sind.

Den Rah­men für das heu­ti­ge Hoch­schul­zu­las­sungs­recht ste­cken die §§ 27 ff. HRG ab39. Im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren war damit unter ande­rem die Vor­stel­lung ver­bun­den, dass auch Bewer­ber ohne "Ein­se­ra­b­itur" im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len die Chan­ce erhiel­ten, durch die Wahl eines weni­ger nach­ge­frag­ten Stand­or­tes ihre Zulas­sungs­chan­cen zu ver­bes­sern, da die Grenz­no­ten für die Aus­wahl dort deut­lich güns­ti­ger sein wür­den als an den über­durch­schnitt­lich nach­ge­frag­ten Stand­or­ten. Ver­bun­den damit war die Erwar­tung, dass die Hoch­schu­len die Mög­lich­kei­ten, wei­te­re Aus­wahl­kri­te­ri­en anwen­den zu kön­nen, auch nut­zen und die Lan­des­ge­setz­ge­ber gege­be­nen­falls ergän­zen­de Vor­ga­ben machen wür­den40.

§ 27 Abs. 1 Satz 1 HRG bestimmt, dass jeder Deut­sche im Sin­ne des Art. 116 GG zu dem von ihm gewähl­ten Hoch­schul­stu­di­um berech­tigt ist, wenn er die für das Stu­di­um erfor­der­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on nach­weist. Die­ser Nach­weis wird gemäß § 27 Abs. 2 Satz 1 HRG grund­sätz­lich durch den erfolg­rei­chen Abschluss einer auf das Stu­di­um vor­be­rei­ten­den Schul­bil­dung erbracht. In der beruf­li­chen Bil­dung Qua­li­fi­zier­te kön­nen den Nach­weis nach nähe­rer Bestim­mung des Lan­des­rechts auch auf ande­re Wei­se erbrin­gen (§ 27 Abs. 2 Satz 2 HRG).

Bestim­mun­gen über die Ermitt­lung und Fest­set­zung der Aus­bil­dungs­ka­pa­zi­tä­ten und die Fest­set­zung von Zulas­sungs­zah­len fin­den sich in den §§ 29, 30 HRG. Nach § 29 Abs. 1 Satz 1 HRG sind im Zusam­men­wir­ken von Hoch­schu­len und zustän­di­gen Stel­len ein­heit­li­che Grund­sät­ze für die Ermitt­lung und Fest­set­zung der Aus­bil­dungs­ka­pa­zi­tä­ten der Hoch­schu­len zu ent­wi­ckeln. Wei­te­res wird in ver­schie­de­nen lan­des­recht­li­chen Bestim­mun­gen ein­schließ­lich der Kapa­zi­täts­ver­ord­nun­gen der Län­der gere­gelt. Die Zulas­sungs­zah­len wer­den gemäß § 30 Abs. 1 Satz 1 HRG durch Lan­des­recht fest­ge­setzt, und zwar für den jeweils ein­zel­nen Stu­di­en­gang und für einen bestimm­ten Zeit­raum, der die Dau­er eines Jah­res nicht über­schrei­ten darf (§ 30 Abs. 2 HRG).

Die Län­der haben eine Zen­tral­stel­le für die Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen errich­tet (seit dem Jahr 2008 ist dies die Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung, zuvor war es die Zen­tral­stel­le für die Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen – ZVS). Ist nach deren Fest­stel­lung zu erwar­ten, dass an die Hoch­schu­len nicht alle Bewer­ber für einen Stu­di­en­gang zuge­las­sen wer­den kön­nen, darf gemäß § 29 Abs. 2 Satz 1 HRG für die­sen Stu­di­en­gang die Zahl der von den ein­zel­nen Hoch­schu­len höchs­tens auf­zu­neh­men­den Stu­die­ren­den (Zulas­sungs­zahl) nicht nied­ri­ger fest­ge­setzt wer­den, als dies unter Berück­sich­ti­gung der per­so­nel­len, räum­li­chen, säch­li­chen und fach­spe­zi­fi­schen Gege­ben­hei­ten zur Auf­recht­erhal­tung einer geord­ne­ten Wahr­neh­mung der Auf­ga­ben der Hoch­schu­le in For­schung, Leh­re und Stu­di­um sowie in der Kran­ken­ver­sor­gung unbe­dingt erfor­der­lich ist.

Die vom Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen zur ver­fas­sungs­recht­li­chen Über­prü­fung vor­ge­leg­ten §§ 31, 32 HRG regeln die zen­tra­le Ver­ga­be inner­halb der nach den vor­ge­nann­ten Bestim­mun­gen im Rah­men einer Kapa­zi­täts­be­rech­nung ermit­tel­ten Stu­di­en­plät­ze und das dabei anzu­wen­den­de Aus­wahl­ver­fah­ren (soge­nann­tes inner­ka­pa­zi­tä­res Ver­ga­be­ver­fah­ren).

Deren Rege­lungs­ge­halt stellt sich im Wesent­li­chen wie folgt dar:

Die Stu­di­en­plät­ze der Stu­di­en­gän­ge, für die für meh­re­re Hoch­schu­len Zulas­sungs­zah­len fest­ge­setzt sind, kön­nen von der Zen­tral­stel­le, der Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung, ver­ge­ben wer­den (§ 31 Abs. 1 Satz 1 HRG).

Ist ein Stu­di­en­gang in das zen­tra­le Ver­ga­be­ver­fah­ren ein­be­zo­gen und reicht die Gesamt­zahl der an allen Hoch­schu­len zur Ver­fü­gung ste­hen­den Stu­di­en­plät­ze zur Zulas­sung aller Bewer­ber aus, fin­det ein Ver­tei­lungs­ver­fah­ren auf die Stu­di­en­or­te statt (vgl. § 31 Abs. 2 HRG). Reicht die Gesamt­zahl der Stu­di­en­plät­ze hin­ge­gen nicht zur Zulas­sung aller aus, fin­det ein Aus­wahl­ver­fah­ren unter den Bewer­be­rin­nen und Bewer­bern nach Maß­ga­be der §§ 32 bis 35 HRG statt (vgl. § 31 Abs. 3 HRG).

Das in § 32 HRG gere­gel­te Aus­wahl­ver­fah­ren sieht zunächst vor, dass bis zu 30 % der zu ver­ge­ben­den Stu­di­en­plät­ze bestimm­ten Bewer­ber­grup­pen vor­zu­be­hal­ten sind (Vor­ab­quo­ten). Hier­zu gehö­ren – unter ande­rem – Bewer­ber, für die die Ver­sa­gung der Zulas­sung eine außer­ge­wöhn­li­che, ins­be­son­de­re sozia­le Här­te bedeu­ten wür­de (Nr. 1), aus­län­di­sche oder staa­ten­lo­se Bewer­ber (Nr. 3) und Zweit­stu­di­en­be­wer­ber (Nr. 5, jeweils in § 32 Abs. 2 HRG).

Die nach Ver­ga­be in den Vor­ab­quo­ten ver­blei­ben­den Stu­di­en­plät­ze wer­den gemäß § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HRG von der Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung zu 20 % nach dem Grad der gemäß § 27 HRG nach­ge­wie­se­nen Qua­li­fi­ka­ti­on ver­ge­ben (sog. Abitur­bes­ten­quo­te). Dabei haben die Län­der dafür Sor­ge zu tra­gen, dass die Nach­wei­se inner­halb eines Lan­des und im Ver­hält­nis der Län­der unter­ein­an­der hin­sicht­lich der jewei­li­gen Anfor­de­run­gen und Bewer­tun­gen ver­gleich­bar sind. Solan­ge die Ver­gleich­bar­keit im Ver­hält­nis der Län­der unter­ein­an­der nicht gewähr­leis­tet ist, wer­den für die Aus­wahl der Stu­di­en­be­wer­ber Lan­des­quo­ten gebil­det (§ 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 Sät­ze 3 und 4 HRG). Hier­durch kon­kur­rie­ren in der Abitur­bes­ten­quo­te jeweils nur Bewer­ber aus dem­sel­ben Bun­des­land mit­ein­an­der. Die Quo­te eines Lan­des bemisst sich zu einem Drit­tel nach sei­nem Anteil an der Gesamt­zahl der Bewer­ber für den betref­fen­den Stu­di­en­gang und zu zwei Drit­teln nach sei­nem Bevöl­ke­rungs­an­teil bei den Acht­zehn- bis unter Ein­und­zwan­zig­jäh­ri­gen. Für die Stadt­staa­ten wer­den die so ermit­tel­ten Quo­ten um drei Zehn­tel erhöht (§ 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 Satz 5 HRG).

Wei­te­re 20 % der nach Abzug der Vor­ab­quo­ten ver­blei­ben­den Stu­di­en­plät­ze wer­den durch die Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung gemäß § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 HRG nach der Dau­er der Zeit seit dem Erwerb der Qua­li­fi­ka­ti­on nach § 27 HRG ver­ge­ben (sog. War­te­zeit­quo­te). Ent­schei­dend für die Berech­nung der War­te­zeit ist also der Zeit­punkt des Erwerbs der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung, nicht dage­gen die erst­ma­li­ge Bewer­bung um den Stu­di­en­platz. Die Zei­ten eines ande­ren – noch nicht abge­schlos­se­nen (vgl. § 32 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 HRG) – Stu­di­ums an einer Hoch­schu­le ("Park­stu­di­um") wer­den auf die War­te­zeit nicht ange­rech­net (§ 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Satz 2 HRG).

Die ver­blei­ben­den 60 % der nach Abzug der Vor­ab­quo­ten zur Ver­fü­gung ste­hen­den Stu­di­en­plät­ze wer­den gemäß § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 HRG von den Hoch­schu­len selbst nach dem Ergeb­nis eines Aus­wahl­ver­fah­rens ver­ge­ben (sog. Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len – AdH). Die­se kön­nen sich dabei nach der nähe­ren lan­des­recht­li­chen Aus­ge­stal­tung der Hil­fe der Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung bedie­nen, um Zulas­sungs- sowie Ableh­nungs­be­schei­de zu erstel­len und in ihrem Namen zu ver­sen­den (vgl. z.B. § 3 Abs. 2 Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­setz Nord­rhein-West­fa­len41 – HZG NRW; § 27 Abs. 1 Satz 3 der Ver­ord­nung über die Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen in Nord­rhein-West­fa­len42 – Ver­ga­be­VO NRW; § 10 Abs. 1 Satz 2 der Ver­ord­nung über die zen­tra­le Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen durch die Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung – Ver­ga­be­VO Stif­tung)).

§ 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 HRG nennt exem­pla­risch ("ins­be­son­de­re") eini­ge ein­zeln oder kumu­la­tiv anwend­ba­re Kri­te­ri­en für die Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen: den Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on, gewich­te­te Ein­zel­no­ten der Qua­li­fi­ka­ti­on, das Ergeb­nis eines fach­spe­zi­fi­schen Stu­dier­fä­hig­keits­tests, vor­han­de­ne Berufs­aus­bil­dung oder Berufs­er­fah­rung und ein Aus­wahl­ge­spräch. Bei der Aus­wahl­ent­schei­dung muss dem Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on nach § 27 HRG aller­dings ein "maß­geb­li­cher Ein­fluss" gege­ben wer­den (§ 32 Abs. 3 Satz 2 HRG). Die Bil­dung von Lan­des­quo­ten ist, anders als bei der Abitur­bes­ten­quo­te (§ 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 Satz 4 HRG), für das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len nicht vor­ge­se­hen.

Die Zahl der Teil­neh­mer an die­sem Aus­wahl­ver­fah­ren kann wie­der­um nach dem Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on, den gewich­te­ten Ein­zel­no­ten, die über die fach­spe­zi­fi­sche Eig­nung Aus­kunft geben, nach dem Ergeb­nis eines fach­spe­zi­fi­schen Stu­dier­fä­hig­keits­tests, nach der Art der Berufs­aus­bil­dung oder Berufs­tä­tig­keit oder auch nach dem Grad der Orts­prä­fe­renz sowie nach einer Ver­bin­dung die­ser Maß­stä­be begrenzt wer­den (§ 32 Abs. 3 Sät­ze 3 und 4 HRG – sog. Vor­auswahl­ver­fah­ren). Die­se Mög­lich­keit wird von den Hoch­schu­len häu­fig genutzt. Im Win­ter­se­mes­ter 2017/​2018 berück­sich­tig­ten 15 Hoch­schu­len von vorn­her­ein nur Bewer­bun­gen, bei denen sie an ers­ter Stel­le der Orts­prä­fe­ren­zen stan­den. Vier Hoch­schu­len setz­ten eine Orts­prä­fe­renz­vor­ga­be an ers­ter oder zwei­ter sowie wei­te­re vier eine sol­che an ers­ter bis drit­ter Stel­le vor­aus. Ein Groß­teil die­ser Hoch­schu­len wen­de­te dar­über hin­aus zusätz­li­che Vor­auswahl­kri­te­ri­en an. Vier Hoch­schu­len haben – teils zusätz­lich zur Vor­auswahl nach der Orts­prä­fe­renz – eine Vor­auswahl nach einer star­ren Abitur­no­ten­gren­ze (von 2,3 bis 2,5) durch­ge­führt, wäh­rend sechs die Teil­neh­mer­zahl begrenzt haben, womit die Zugangs­schwel­le zum Aus­wahl­ver­fah­ren von der Anzahl der ein­ge­gan­ge­nen Bewer­bun­gen abhängt. Ledig­lich elf Hoch­schu­len, von denen zwei im eigent­li­chen Aus­wahl­ver­fah­ren aus­schließ­lich nach Maß­ga­be der Abitur­no­te aus­wähl­ten, ver­zich­te­ten auf eine Vor­auswahl43.

In Fäl­len von Rang­gleich­heit der Bewer­ber kön­nen die Län­der nach § 32 Abs. 4 HRG eine Ver­bin­dung der Maß­stä­be für die Abitur­bes­ten- und War­te­zeit­quo­te (§ 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 und 2 HRG) oder die Aus­wahl durch das Los vor­se­hen.

Die maß­geb­li­chen Vor­schrif­ten haben fol­gen­den Wort­laut:

§ 31 Zen­tra­le Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen

(1) In Stu­di­en­gän­gen, für die für meh­re­re Hoch­schu­len Zulas­sungs­zah­len fest­ge­setzt sind, kön­nen die Stu­di­en­plät­ze von der von den Län­dern errich­te­ten Zen­tral­stel­le ver­ge­ben wer­den. In das Ver­fah­ren der Zen­tral­stel­le ist ein Stu­di­en­gang zum frü­hest­mög­li­chen Zeit­punkt ein­zu­be­zie­hen, wenn für ihn nach der Fest­stel­lung der Zen­tral­stel­le Zulas­sungs­zah­len für alle staat­li­chen Hoch­schu­len fest­ge­setzt sind und zu erwar­ten ist, dass die Zahl der Bewer­ber die Gesamt­zahl der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Plät­ze über­steigt, soweit nicht wegen der Art der Zugangs­vor­aus­set­zun­gen oder der Aus­wahl­maß­stä­be den Hoch­schu­len die Ent­schei­dung vor­be­hal­ten wird. In das Ver­fah­ren der Zen­tral­stel­le soll ein Stu­di­en­gang ein­be­zo­gen wer­den, wenn für ihn nach der Fest­stel­lung der Zen­tral­stel­le Zulas­sungs­zah­len für die Mehr­zahl der staat­li­chen Hoch­schu­len fest­ge­setzt sind.

(2) Reicht in einem nach Absatz 1 ein­be­zo­ge­nen Stu­di­en­gang die Gesamt­zahl der an allen Hoch­schu­len zur Ver­fü­gung ste­hen­den Stu­di­en­plät­ze zur Zulas­sung aller Bewer­ber aus, so wer­den die an den ein­zel­nen Hoch­schu­len vor­han­de­nen Stu­di­en­plät­ze von der Zen­tral­stel­le mög­lichst nach den Orts­wün­schen der Bewer­ber und, soweit not­wen­dig, bis zu einem Vier­tel der Stu­di­en­plät­ze nach dem Grad der gemäß § 27 nach­ge­wie­se­nen Qua­li­fi­ka­ti­on für das gewähl­te Stu­di­um, im übri­gen vor allem nach den für die Orts­wahl maß­ge­ben­den sozia­len, ins­be­son­de­re fami­liä­ren und wirt­schaft­li­chen Grün­den ver­ge­ben (Verteilungsverfahren).(3) Reicht in einem nach Absatz 1 ein­be­zo­ge­nen Stu­di­en­gang die Gesamt­zahl der Stu­di­en­plät­ze nicht zur Zulas­sung aller Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber aus, so fin­det unter den Bewer­be­rin­nen und Bewer­bern eine Aus­wahl nach Maß­ga­be der §§ 32 bis 35 statt (Aus­wahl­ver­fah­ren); die danach aus­ge­wähl­ten Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber wer­den in den Fäl­len des § 32 Abs. 3 Nr. 3 von der Hoch­schu­le zuge­las­sen. Im Übri­gen wer­den sie den ein­zel­nen Hoch­schu­len mög­lichst nach ihren Orts­wün­schen und, soweit not­wen­dig, in den Fäl­len des § 32 Abs. 3 Nr. 1 vor allem nach dem Grad der gemäß § 27 nach­ge­wie­se­nen Qua­li­fi­ka­ti­on für das gewähl­te Stu­di­um, in allen ande­ren Fäl­len vor allem nach den für die Orts­wahl maß­ge­ben­den sozia­len, ins­be­son­de­re fami­liä­ren und wirt­schaft­li­chen Grün­den zugewiesen.(4) Besteht an einer Hoch­schu­le für den ers­ten Teil eines Stu­di­en­gangs eine höhe­re Aus­bil­dungs­ka­pa­zi­tät als für spä­te­re Tei­le die­ses Stu­di­en­gangs, kann eine auf den ers­ten Teil des Stu­di­en­gangs beschränk­te Zuwei­sung und Ein­schrei­bung erfol­gen, wenn gewähr­leis­tet ist, dass der Stu­dent sein Stu­di­um an ande­ren Hoch­schu­len im Gel­tungs­be­reich die­ses Geset­zes fort­set­zen kann.§ 32 Aus­wahl­ver­fah­ren

(1) Im Fal­le des § 31 Abs. 3 wer­den die für Stu­di­en­an­fän­ger ver­füg­ba­ren Stu­di­en­plät­ze unter Beach­tung der von den Bewer­bern ange­ge­be­nen Rang­fol­ge ihrer Stu­dien­wün­sche nach den Maß­stä­ben der Absät­ze 2 und 3 ver­ge­ben. Bei den Bewer­bun­gen für die­se Stu­di­en­plät­ze dür­fen nach nähe­rer Maß­ga­be des Lan­des­rechts min­des­tens sechs Orts­wün­sche in einer Rang­lis­te ange­ge­ben wer­den.

(2) Bis zu drei Zehn­tel der Stu­di­en­plät­ze sind vor­zu­be­hal­ten für

  • Bewer­ber, für die die Ver­sa­gung der Zulas­sung eine außer­ge­wöhn­li­che, ins­be­son­de­re sozia­le Här­te bedeu­ten wür­de;
  • Bewer­ber, die sich auf Grund ent­spre­chen­der Vor­schrif­ten ver­pflich­tet haben, ihren Beruf in Berei­chen beson­de­ren öffent­li­chen Bedarfs aus­zu­üben;
  • aus­län­di­sche und staa­ten­lo­se Bewer­ber; Ver­pflich­tun­gen auf Grund zwi­schen­staat­li­cher Ver­ein­ba­run­gen sind zu berück­sich­ti­gen;
  • Bewer­ber, die in einem ande­ren noch nicht abge­schlos­se­nen Stu­di­en­gang oder sons­ti­gen gleich­wer­ti­gen Aus­bil­dungs­gän­gen nach Lan­des­recht die Qua­li­fi­ka­ti­on für das gewähl­te Stu­di­um (§ 27) erwor­ben haben; ihre Aus­wahl erfolgt nach dem Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on (§ 27). Die­se Bewer­ber kön­nen im Ver­fah­ren nach Absatz 3 nicht zuge­las­sen wer­den;
  • Bewer­ber, die bereits ein Stu­di­um in einem ande­ren Stu­di­en­gang abge­schlos­sen haben (Zweit­stu­di­en­be­wer­ber). Die Aus­wahl erfolgt nach den Prü­fungs­er­geb­nis­sen des Erst­stu­di­ums und nach den für die Bewer­bung für ein wei­te­res Stu­di­um maß­geb­li­chen Grün­den. Die­se Bewer­ber kön­nen im Ver­fah­ren nach Absatz 3 nicht zuge­las­sen wer­den.

Das Lan­des­recht kann vor­se­hen, dass inner­halb der Quo­te nach Satz 1 Stu­di­en­plät­ze für in der beruf­li­chen Bil­dung qua­li­fi­zier­te Bewer­ber (§ 27 Abs. 2 Satz 2) vor­be­hal­ten wer­den; die­se Bewer­ber wer­den im Ver­fah­ren nach Absatz 3 nicht zuge­las­sen. 3 Nicht in Anspruch genom­me­ne Stu­di­en­plät­ze wer­den den Stu­di­en­plät­zen nach Absatz 3 zuge­schla­gen.

(3) Die ver­blei­ben­den Stu­di­en­plät­ze wer­den ver­ge­ben

  • zu einem Fünf­tel der Stu­di­en­plät­ze an jeder Hoch­schu­le durch die Zen­tral­stel­le nach dem Grad der gemäß § 27 nach­ge­wie­se­nen Qua­li­fi­ka­ti­on für das gewähl­te Stu­di­um. 2 Qua­li­fi­ka­ti­ons­gra­de, die nur gering­fü­gig von­ein­an­der abwei­chen, kön­nen als rang­gleich behan­delt wer­den. 3 Die Län­der tra­gen dafür Sor­ge, dass die Nach­wei­se inner­halb eines Lan­des und im Ver­hält­nis der Län­der unter­ein­an­der hin­sicht­lich der jewei­li­gen Anfor­de­run­gen und Bewer­tun­gen ver­gleich­bar sind. 4 Solan­ge die Ver­gleich­bar­keit im Ver­hält­nis der Län­der unter­ein­an­der nicht gewähr­leis­tet ist, wer­den für die Aus­wahl der Stu­di­en­be­wer­be­rin­nen und ‑bewer­ber Lan­des­quo­ten gebil­det. 5 Die Quo­te eines Lan­des bemisst sich zu einem Drit­tel nach sei­nem Anteil an der Gesamt­zahl der Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber für den betref­fen­den Stu­di­en­gang (Bewer­ber­an­teil) und zu zwei Drit­teln nach sei­nem Anteil an der Gesamt­zahl der Acht­zehn- bis unter Ein­und­zwan­zig­jäh­ri­gen (Bevöl­ke­rungs­an­teil); für die Län­der Ber­lin, Bre­men und Ham­burg wer­den die sich danach erge­ben­den Quo­ten um drei Zehn­tel erhöht. 6 Bei der Berech­nung des Bewer­ber­an­teils wer­den nur Per­so­nen berück­sich­tigt, die eine Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung besit­zen, die von allen Län­dern gegen­sei­tig aner­kannt ist;
  • zu einem Fünf­tel der Stu­di­en­plät­ze nach der Dau­er der Zeit seit dem Erwerb der Qua­li­fi­ka­ti­on für den gewähl­ten Stu­di­en­gang nach § 27 (War­te­zeit). 2 Zei­ten eines Stu­di­ums an einer Hoch­schu­le wer­den auf die War­te­zeit nicht ange­rech­net; dies gilt erst­mals für Stu­di­en­zei­ten nach Inkraft­tre­ten die­ses Geset­zes;
  • im Übri­gen von den Hoch­schu­len nach dem Ergeb­nis eines Aus­wahl­ver­fah­rens. 2 Die jewei­li­ge Hoch­schu­le ver­gibt die Stu­di­en­plät­ze in die­sem Ver­fah­ren nach Maß­ga­be des jewei­li­gen Lan­des­rechts ins­be­son­de­re
      1. nach dem Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on nach § 27,
      2. nach gewich­te­ten Ein­zel­no­ten der Qua­li­fi­ka­ti­on nach § 27, die über die fach­spe­zi­fi­sche Eig­nung Aus­kunft geben,
      3. nach dem Ergeb­nis eines fach­spe­zi­fi­schen Stu­dier­fä­hig­keits­tests,
      4. nach der Art einer Berufs­aus­bil­dung oder Berufs­tä­tig­keit,
      5. nach dem Ergeb­nis eines von der Hoch­schu­le durch­zu­füh­ren­den Gesprächs mit den Bewer­be­rin­nen und Bewer­bern, das Auf­schluss über die Moti­va­ti­on der Bewer­be­rin oder des Bewer­bers und über die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem gewähl­ten Stu­di­um und dem ange­streb­ten Beruf geben sowie zur Ver­mei­dung von Fehl­vor­stel­lun­gen über die Anfor­de­run­gen des Stu­di­ums die­nen soll,
      6. auf Grund einer Ver­bin­dung von Maß­stä­ben nach den Buch­sta­ben a bis e.

    Bei der Aus­wahl­ent­schei­dung muss dem Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on nach § 27 ein maß­geb­li­cher Ein­fluss gege­ben wer­den. Die Zahl der Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer am Aus­wahl­ver­fah­ren kann begrenzt wer­den. In die­sem Fall ent­schei­det die Hoch­schu­le über die Teil­nah­me nach einem der in Satz 2 Buch­sta­be a bis d genann­ten Maß­stä­be, nach dem Grad der Orts­prä­fe­renz oder nach einer Ver­bin­dung die­ser Maß­stä­be. Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber, die nach Num­mer 1 oder 2 aus­ge­wählt wur­den, neh­men am Aus­wahl­ver­fah­ren nicht teil.

    (4) Für die Ent­schei­dung in Fäl­len von Rang­gleich­heit der Bewer­ber kann eine Ver­bin­dung der Maß­stä­be nach Absatz 3 Nr. 1 und 2 oder, unbe­scha­det des § 34 Satz 2, die Aus­wahl durch das Los vor­ge­se­hen wer­den.

Wei­te­re Rege­lun­gen über die Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen ent­hal­ten die Art. 8 bis 10 des Staats­ver­tra­ges 2008, der durch die im Vor­la­ge­be­schluss im Ein­zel­nen genann­ten Lan­des­ge­set­ze rati­fi­ziert wor­den ist. Die Art. 9 und 10 des Staats­ver­tra­ges 2008 über­neh­men die von § 32 HRG vor­ge­zeich­ne­te Drei­tei­lung des Aus­wahl­ver­fah­rens in Vor­ab­quo­ten (Art. 9 Staats­ver­trag 2008) und in von der Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung und den Hoch­schu­len zu ver­ge­ben­de Haupt­quo­ten (Art. 10 Staats­ver­trag 2008). Auch inhalt­lich stim­men sie im Wesent­li­chen mit § 32 HRG über­ein.

Aus dem Staats­ver­trag 2008 erge­ben sich jedoch Kon­kre­ti­sie­run­gen und Abwei­chun­gen inso­fern, als im Ver­fah­ren nach Art. 8 Abs. 1 Satz 2 Staats­ver­trag 2008 bei Bewer­bun­gen eine Begren­zung auf sechs Orts­wün­sche in einer Rang­lis­te erfolgt, wäh­rend § 32 Abs. 1 Satz 2 HRG bei den Bewer­bun­gen für die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Stu­di­en­plät­ze nach nähe­rer Maß­ga­be des Lan­des­rechts min­des­tens sechs Orts­wün­sche vor­sieht.

Abs. 1 Satz 1 des Staats­ver­tra­ges 2008 redu­ziert die Vor­ab­quo­ten auf bis zu 20 % der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Stu­di­en­plät­ze, wohin­ge­gen § 32 Abs. 2 Satz 1 HRG für die Vor­ab­quo­ten einen Rah­men von bis zu 30 % vor­sieht. Die für die Zulas­sung in der Här­te­fall­quo­te gemäß Art. 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Staats­ver­tra­ges 2008 vor­aus­zu­set­zen­de "außer­ge­wöhn­li­che Här­te" liegt nach Art. 9 Abs. 3 Satz 1 des Staats­ver­tra­ges 2008 vor, wenn beson­de­re, vor allem sozia­le und fami­liä­re Grün­de in der Per­son der Bewer­be­rin oder des Bewer­bers die sofor­ti­ge Auf­nah­me des Stu­di­ums zwin­gend erfor­dern.

Fer­ner schließt Art. 9 Abs. 7 Staats­ver­trag 2008 mit Aus­nah­me der Här­te­fall­quo­ten­be­wer­ber sämt­li­che Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber vom Ver­ga­be­ver­fah­ren in den Haupt­quo­ten aus, die den Vor­ab­quo­ten unter­fal­len. Er ist inso­weit stren­ger gefasst als § 32 Abs. 2 Satz 1 HRG. Die­ser ord­net einen sol­chen Aus­schluss vom Haupt­quo­ten­ver­fah­ren nur für die­je­ni­gen Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber an, die in einem ande­ren noch nicht abge­schlos­se­nen Stu­di­en­gang oder in sons­ti­gen gleich­wer­ti­gen Aus­bil­dungs­gän­gen nach Lan­des­recht die Qua­li­fi­ka­ti­on für das gewähl­te Stu­di­um erwor­ben haben (§ 32 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 HRG) oder sich in der beruf­li­chen Bil­dung qua­li­fi­ziert haben (§ 32 Abs. 2 Satz 2 HRG) sowie für jene, die bereits ein Stu­di­um in einem ande­ren Stu­di­en­gang abge­schlos­sen haben (Zweit­stu­di­en­be­wer­ber, § 32 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 HRG).

Durch Art. 12 Abs. 1 des Staats­ver­tra­ges 2008 wer­den die Län­der ermäch­tigt, durch Rechts­ver­ord­nun­gen die Ein­zel­hei­ten des Ver­fah­rens und der dabei anzu­wen­den­den inhalt­li­chen Kri­te­ri­en zu bestim­men. Soweit dies für eine zen­tra­le Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen not­wen­dig ist, müs­sen die Rechts­ver­ord­nun­gen der Län­der über­ein­stim­men (Art. 12 Abs. 2 Staats­ver­trag 2008).

Die ent­spre­chen­den Vor­schrif­ten des Staats­ver­tra­ges 2008 lau­ten:

Arti­kel 8 Aus­wahl­ver­fah­ren

(1) In einem Aus­wahl­ver­fah­ren wer­den die Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber nach den Arti­keln 9 und 10 sowie nach Absatz 4 aus­ge­wählt. Bei den Bewer­bun­gen für die­se Stu­di­en­plät­ze dür­fen sechs Orts­wün­sche in einer Rang­lis­te ange­ge­ben wer­den. Die aus­ge­wähl­ten Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber wer­den in den Fäl­len des Arti­kels 10 Abs. 1 Nr. 3 von der Hoch­schu­le zuge­las­sen. Im Übri­gen wer­den sie den ein­zel­nen Hoch­schu­len mög­lichst nach ihren Orts­wün­schen und, soweit not­wen­dig, in den Fäl­len des Arti­kels 10 Abs. 1 Nr. 1 vor allem nach dem Grad der nach­ge­wie­se­nen Qua­li­fi­ka­ti­on für das gewähl­te Stu­di­um, in allen ande­ren Fäl­len vor allem nach den für die Orts­wahl maß­ge­ben­den sozia­len, ins­be­son­de­re fami­liä­ren und wirt­schaft­li­chen Grün­den zuge­wie­sen. Ist danach im Ein­zel­fall kei­ne Zulas­sung mög­lich, rückt die ran­g­nächs­te Bewer­be­rin oder der ran­g­nächs­te Bewer­ber der jewei­li­gen Grup­pe nach, sofern sie oder er sich für eine Hoch­schu­le bewor­ben hat, an der noch Stu­di­en­plät­ze frei sind.

(2) Den Bewer­be­rin­nen und Bewer­bern dür­fen kei­ne Nach­tei­le ent­ste­hen

  • aus der Erfül­lung von Dienst­pflich­ten nach Arti­kel 12a des Grund­ge­set­zes und der Über­nah­me sol­cher Dienst­pflich­ten und ent­spre­chen­der Dienst­leis­tun­gen auf Zeit bis zur Dau­er von drei Jah­ren,
  • aus dem Ent­wick­lungs­dienst nach dem Ent­wick­lungs­hel­fer­ge­setz vom 18.06.196944 in der jeweils gel­ten­den Fas­sung,
  • aus der Ableis­tung eines frei­wil­li­gen sozia­len Jah­res nach dem Gesetz zur För­de­rung eines frei­wil­li­gen sozia­len Jah­res vom 17.08.196445 in der jeweils gel­ten­den Fas­sung oder aus der Ableis­tung eines frei­wil­li­gen öko­lo­gi­schen Jah­res nach dem Gesetz zur För­de­rung eines frei­wil­li­gen öko­lo­gi­schen Jah­res vom 17.12 199346 in der jeweils gel­ten­den Fas­sung oder im Rah­men eines von der Bun­des­re­gie­rung geför­der­ten Modell­pro­jek­tes,
  • aus der Betreu­ung oder Pfle­ge eines Kin­des unter 18 Jah­ren oder einer pfle­ge­be­dürf­ti­gen Per­son aus dem Kreis der sons­ti­gen Ange­hö­ri­gen bis zur Dau­er von drei Jah­ren.
  • (3) Wer zum Bewer­bungs­stich­tag das 55. Lebens­jahr voll­endet hat, wird an einem Aus­wahl­ver­fah­ren nur betei­ligt, wenn für das beab­sich­tig­te Stu­di­um unter Berück­sich­ti­gung der per­sön­li­chen Situa­ti­on schwer­wie­gen­de wis­sen­schaft­li­che oder beruf­li­che Grün­de sprechen.(4) Stu­di­en­plät­ze nach Arti­kel 11 Abs. 3, bei denen die Zulas­sung auf den ers­ten Teil des Stu­di­en­gangs beschränkt ist, weil das Wei­ter­stu­di­um an einer deut­schen Hoch­schu­le nicht gewähr­leis­tet ist, kön­nen auch durch das Los ver­ge­ben wer­den.

    Arti­kel 9 Vor­ab­quo­ten

    (1) In einem Aus­wahl­ver­fah­ren sind bis zu zwei Zehn­tel der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Stu­di­en­plät­ze vor­zu­be­hal­ten für:

    1. Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber, für die die Ableh­nung des Zulas­sungs­an­tra­ges eine außer­ge­wöhn­li­che Här­te bedeu­ten wür­de,
    2. Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber, die sich auf Grund ent­spre­chen­der Vor­schrif­ten ver­pflich­tet haben, ihren Beruf in Berei­chen beson­de­ren öffent­li­chen Bedarfs aus­zu­üben,
    3. aus­län­di­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge und Staa­ten­lo­se, soweit sie nicht Deut­schen gleich­ge­stellt sind,
    4. Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber, die in einem noch nicht abge­schlos­se­nen Stu­di­en­gang die Qua­li­fi­ka­ti­on für das gewähl­te Stu­di­um erwor­ben haben,
    5. Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber, die bereits ein Stu­di­um in einem ande­ren Stu­di­en­gang abge­schlos­sen haben (Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber für ein Zweit­stu­di­um),
    6. in der beruf­li­chen Bil­dung Qua­li­fi­zier­te, die über kei­ne sons­ti­ge Stu­di­en­be­rech­ti­gung ver­fü­gen.

    Die Quo­te nach Satz 1 Nr. 6 soll nur gebil­det wer­den, wenn zu erwar­ten ist, dass der Anteil der ihr unter­fal­len­den Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber an der Bewer­ber­ge­samt­zahl min­des­tens eins vom Hun­dert beträgt; wird die Quo­te nicht gebil­det, erfolgt eine Betei­li­gung am Ver­fah­ren nach Arti­kel 10.

    (2) Die Quo­ten nach Absatz 1 Satz 1 kön­nen für die Stu­di­en­plät­ze je Stu­di­en­ort oder für die Gesamt­zahl aller Stu­di­en­plät­ze gebil­det wer­den. Dane­ben kann bestimmt wer­den, dass der Anteil der Stu­di­en­plät­ze für die Bewer­ber­grup­pen nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 4 bis 6 an der Gesamt­zahl der Stu­di­en­plät­ze je Bewer­ber­grup­pe nicht grö­ßer sein darf als der Anteil der jewei­li­gen Bewer­ber­grup­pe an der Bewer­ber­ge­samt­zahl. Nicht in Anspruch genom­me­ne Stu­di­en­plät­ze aus der Quo­te nach Absatz 1 Nr. 3 wer­den nach Arti­kel 10 Abs. 1 Nr. 3 ver­ge­ben. Nicht in Anspruch genom­me­ne Stu­di­en­plät­ze aus den Quo­ten nach Absatz 1 Nr. 1, 2, 4, 5 und 6 wer­den nach Arti­kel 10 Abs. 1 Nr. 2 ver­ge­ben.

    (3) Eine außer­ge­wöhn­li­che Här­te liegt vor, wenn beson­de­re, vor allem sozia­le und fami­liä­re Grün­de in der Per­son der Bewer­be­rin oder des Bewer­bers die sofor­ti­ge Auf­nah­me des Stu­di­ums zwin­gend erfor­dern. Wer gel­tend macht, aus nicht selbst zu ver­tre­ten­den Umstän­den dar­an gehin­dert gewe­sen zu sein, einen für die Berück­sich­ti­gung bei der Aus­wahl nach Arti­kel 10 Abs. 1 Nr. 1 und 2 bes­se­ren Wert zu errei­chen, wird mit dem nach­ge­wie­se­nen Wert an der Ver­ga­be der Stu­di­en­plät­ze in die­sen Quo­ten betei­ligt.

    (4) Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 4 wer­den nach dem Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on aus­ge­wählt.

    (5) Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 5 wer­den nach den Prü­fungs­er­geb­nis­sen des Erst­stu­di­ums und nach den für die Bewer­bung für ein wei­te­res Stu­di­um maß­geb­li­chen Grün­den aus­ge­wählt.

    (6) Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 6 wer­den in ers­ter Linie unter Qua­li­fi­ka­ti­ons­ge­sichts­punk­ten aus­ge­wählt.

    (7) Wer den Quo­ten nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 2 bis 6 unter­fällt, kann nicht im Ver­fah­ren nach Arti­kel 10 zuge­las­sen wer­den; Absatz 1 Satz 2 Halb­satz 2 bleibt unbe­rührt.

    Arti­kel 10 Haupt­quo­ten

    (1) Im Aus­wahl­ver­fah­ren wer­den die nach Abzug der Stu­di­en­plät­ze nach Arti­kel 9 ver­blei­ben­den Stu­di­en­plät­ze nach fol­gen­den Grund-sät­zen ver­ge­ben:

    1. zu einem Fünf­tel der Stu­di­en­plät­ze an jeder Hoch­schu­le durch die Stif­tung nach dem Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on für das gewähl­te Stu­di­um. Qua­li­fi­ka­ti­ons­gra­de, die nur gering­fü­gig von­ein­an­der abwei­chen, kön­nen als rang­gleich behan­delt wer­den. Die Län­der tra­gen dafür Sor­ge, dass die Nach­wei­se inner­halb eines Lan­des und im Ver­hält­nis der Län­der unter­ein­an­der hin­sicht­lich der jewei­li­gen Anfor­de­run­gen und Bewer­tun­gen ver­gleich­bar sind. Solan­ge die Ver­gleich­bar­keit im Ver­hält­nis der Län­der unter­ein­an­der nicht gewähr­leis­tet ist, wer­den für die Aus­wahl der Stu­di­en­be­wer­be­rin­nen und ‑bewer­ber Lan­des­quo­ten gebil­det. Die Quo­te eines Lan­des bemisst sich zu einem Drit­tel nach sei­nem Anteil an der Gesamt­zahl der Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber für den betref­fen­den Stu­di­en­gang (Bewer­ber­an­teil) und zu zwei Drit­teln nach sei­nem Anteil an der Gesamt­zahl der Acht­zehn- bis unter Ein­und­zwan­zig­jäh­ri­gen (Bevöl­ke­rungs­an­teil); für die Län­der Ber­lin, Bre­men und Ham­burg wer­den die sich danach erge­ben­den Quo­ten um drei Zehn­tel erhöht. Bei der Berech­nung des Bewer­ber­an­teils wer­den nur Per­so­nen berück­sich­tigt, die eine Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung besit­zen, die von allen Län­dern gegen­sei­tig aner­kannt ist;
    2. zu einem Fünf­tel der Stu­di­en­plät­ze nach der Dau­er der Zeit seit dem Erwerb der Qua­li­fi­ka­ti­on für den gewähl­ten Stu­di­en­gang (War­te­zeit). Zei­ten eines Stu­di­ums an einer deut­schen Hoch­schu­le wer­den auf die War­te­zeit nicht ange­rech­net;
    3. im Übri­gen von den Hoch­schu­len nach dem Ergeb­nis eines Aus­wahl­ver­fah­rens. Die jewei­li­ge Hoch­schu­le ver­gibt die Stu­di­en­plät­ze in die­sem Ver­fah­ren nach Maß­ga­be des jewei­li­gen Lan­des­rechts ins­be­son­de­re
      1. nach dem Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on,
      2. nach den gewich­te­ten Ein­zel­no­ten der Qua­li­fi­ka­ti­on für das gewähl­te Stu­di­um, die über die fach­spe­zi­fi­sche Eig­nung Aus­kunft geben,
      3. nach dem Ergeb­nis eines fach­spe­zi­fi­schen Stu­dier­fä­hig­keits­tests,
      4. nach der Art einer Berufs­aus­bil­dung oder Berufs­tä­tig­keit,
      5. nach dem Ergeb­nis eines von der Hoch­schu­le durch­zu­füh­ren­den Gesprächs mit den Bewer­be­rin­nen und Bewer­bern, das Auf­schluss über die Moti­va­ti­on der Bewer­be­rin oder des Bewer­bers und über die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem gewähl­ten Stu­di­um und dem ange­streb­ten Beruf geben sowie zur Ver­mei­dung von Fehl­vor­stel­lun­gen über die Anfor­de­run­gen des Stu­di­ums die­nen soll,
      6. auf Grund einer Ver­bin­dung von Maß­stä­ben nach den Buch­sta­ben a bis e.

      Bei der Aus­wahl­ent­schei­dung muss dem Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on ein maß­geb­li­cher Ein­fluss gege­ben wer­den. Die Zahl der Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer am Aus­wahl­ver­fah­ren kann begrenzt wer­den. In die­sem Fall ent­schei­det die Hoch­schu­le über die Teil­nah­me nach einem der in Satz 1 Zif­fer 3 Buch­sta­be a bis d genann­ten Maß­stä­be, nach dem Grad der Orts­prä­fe­renz oder nach einer Ver­bin­dung die­ser Maß­stä­be. Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber, die nach Num­mer 1 oder 2 aus­ge­wählt wur­den, neh­men am Aus­wahl­ver­fah­ren nicht teil.

      (2) In den Fäl­len des Absat­zes 1 Nr. 1 und 2 kann bei Rang­gleich­heit eine Ver­bin­dung der Maß­stä­be nach Absatz 1 Nr. 1 und 2 vor­ge­se­hen wer­den.

    (3) Besteht in den Fäl­len des Absat­zes 1 Nr. 1 und 2 nach Anwen­dung der Absät­ze 1 und 2 Rang­gleich­heit, wird vor­ran­gig aus­ge­wählt, wer dem Per­so­nen­kreis nach Arti­kel 8 Abs. 2 ange­hört. Besteht danach noch Rang­gleich­heit, kann eine Ent­schei­dung durch das Los vor­ge­se­hen wer­den.
    (4) Aus den Quo­ten nach Absatz 1 Nr. 1 und Nr. 2 nicht in Anspruch genom­me­ne Stu­di­en­plät­ze wer­den nach Absatz 1 Nr. 3 ver­ge­ben.

  • Am 17.03.2016 haben sich die Län­der auf eine Novel­le des Staats­ver­tra­ges geei­nigt (Staats­ver­trag über die gemein­sa­me Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung vom 17.03.2016 – im Fol­gen­den: Staats­ver­trag 2016). Die­ser befin­det sich gegen­wär­tig noch in der Rati­fi­zie­rungs­pha­se und sieht neben der Ein­füh­rung neu­er tech­ni­scher Ver­fah­rens­re­geln ("Dia­log­ori­en­tier­tes Ser­vice­ver­fah­ren", Art. 2 Abs. 2 Staats­ver­trag 2016) unter ande­rem auch eine Ände­rung bei den Aus­wahl­kri­te­ri­en vor. Die­se besteht dar­in, dass es in der War­te­zeit­quo­te künf­tig nicht mehr auf die seit Erwerb der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung ver­stri­che­ne Zeit, son­dern auf die Zahl der Bewer­bungs­se­mes­ter ankom­men soll (Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Staats­ver­trag 2016). Die­se Rege­lung soll erst­mals in dem auf den Abschluss der Rati­fi­zie­rung fol­gen­den Stu­di­en­platz­ver­ga­be­ver­fah­ren, frü­hes­tens aber zum Win­ter­se­mes­ter 2018/​2019 Anwen­dung fin­den (Art.19 Abs. 1 Satz 2 Staats­ver­trag 2016).

    a)) Wei­te­re Bestim­mun­gen über das Aus­wahl­ver­fah­ren fin­den sich auf der Ebe­ne der Lan­des­ge­set­ze. Dabei wird von der in § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 HRG sowie in Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 des Staats­ver­tra­ges 2008 für das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len eröff­ne­ten Opti­on, neben dem maß­geb­lich zu berück­sich­ti­gen­den Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on wei­te­re Kri­te­ri­en her­an­zie­hen zu dür­fen, unter­schied­lich Gebrauch gemacht. Eini­ge Län­der schrei­ben vor, dass neben dem Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on min­des­tens ein wei­te­res Aus­wahl­kri­te­ri­um zugrun­de gelegt wer­den muss. Dies sind:

    • Baden-Würt­tem­berg: § 2a Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit § 6 Abs. 2 Satz 2 des Geset­zes über die Zulas­sung zum Hoch­schul­stu­di­um in Baden-Würt­tem­berg – HZG BW;
    • Bay­ern: Art. 7 Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 5 Abs. 5 Satz 2 des Geset­zes über die Hoch­schul­zu­las­sung in Bay­ern – BayHZG;
    • Ber­lin: § 8 Abs. 3 Satz 3 des Ber­li­ner Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­set­zes – Berl­HZG;
    • Hes­sen: § 4 Abs. 3 Satz 3 des Geset­zes zum Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung, der mit Gesetz vom 30.11.201547 aller­dings wie­der ent­fal­len ist;
    • Meck­len­burg-Vor­pom­mern: § 4 Abs. 3 Satz 2 des Geset­zes über die Zulas­sung zum Hoch­schul­stu­di­um in Meck­len­burg-Vor­pom­mern – HZG M‑V;
    • Nie­der­sa­chen: § 8 Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit § 5 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2, Abs. 3 des Nie­der­säch­si­schen Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­set­zes – NHZG;
    • Thü­rin­gen: § 11 Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit § 6 Abs. 5 Satz 2 des Thü­rin­ger Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­set­zes – ThürHZG;48.

    Zum Teil wird ver­langt, dass meh­re­re Aus­wahl­kri­te­ri­en par­al­lel ange­wandt wer­den. Rhein­land-Pfalz gibt die Aus­wahl­kri­te­ri­en für den Stu­di­en­gang Medi­zin ihrer Art nach in § 18 Abs. 3 der Stu­di­en­platz­ver­ga­be­ver­ord­nung Rhein­land-Pfalz in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 18.12 2010 vor49. Danach sind die Kri­te­ri­en Durch­schnitts­no­te, fach­spe­zi­fi­scher Stu­dier­fä­hig­keits­test sowie Berufs­aus­bil­dung und beruf­li­che Erfah­rung zu ver­bin­den.

    Ande­re Län­der über­las­sen das Hin­zu­zie­hen wei­te­rer Kri­te­ri­en der Ent­schei­dung der Hoch­schu­len und geben ledig­lich vor, dass dem Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on maß­geb­li­che Bedeu­tung bei­zu­mes­sen ist. Dies sind:

    • Bran­den­burg: § 10 Abs. 2 Satz 2 der Ver­ord­nung über die zen­tra­le Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen durch die Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 18.05.201050, geän­dert durch Ver­ord­nung vom 11.08.201151 – ZVV BB;
    • Nord­rhein-West­fa­len: § 2 des Drit­ten Geset­zes über die Zulas­sung zum Hoch­schul­stu­di­um in Nord­rhein-West­fa­len – HZG NRW;
    • Saar­land: § 4 des Saar­län­di­schen Geset­zes Nr. 1666 zur Rati­fi­zie­rung des Staats­ver­tra­ges über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung;
    • Sach­sen: § 3 Abs. 1 Säch­si­sches Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­setz – SächsHZG;
    • Sach­sen-Anhalt: § 3a des Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­set­zes Sach­sen-Anhalt – HZulG LSA;
    • Schles­wig-Hol­stein: § 4 Abs. 1 des Zustim­mungs- und Aus­füh­rungs­ge­set­zes zu dem Staats­ver­trag über die Ein­rich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung – ZVS ZuAG;52
    • in Ham­burg fin­det Art. 3 Abs. 1 des Geset­zes zum Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung53 in Ver­bin­dung mit § 5 Abs. 2 und 3 des Geset­zes über die Zulas­sung zum Hoch­schul­stu­di­um in Ham­burg in der Fas­sung vom 06.07.201054 – HmbHZG – Anwen­dung, wonach die Leis­tun­gen der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung in "erheb­li­chem Umfang" ein­zu­be­zie­hen sind.

    Über­wie­gen­de Bedeu­tung muss dem Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on in Bre­men zukom­men (§ 3 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 Nr. 2 Sät­ze 4 bis 6 des Bre­mi­schen Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­set­zes in der Fas­sung des Geset­zes vom 13.12 2011, GBl 2012, S. 24 – BremHZG).

    In Baden-Würt­tem­berg und Ber­lin, die den Hoch­schu­len Vor­ga­ben zur Fest­set­zung der Aus­wahl­maß­stä­be machen, wer­den zum Teil auch bestimm­te Kom­bi­na­tio­nen von Kri­te­ri­en aus­ge­schlos­sen (§ 2a Abs. 2 HZG BW i.V.m. § 10 Abs. 4 Satz 3 der Ver­ord­nung des Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­ums über die zen­tra­le Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen durch die Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung vom 23.04.2006, GBl.BW S. 114 – Ver­ga­be­VO Stif­tung BW: kei­ne Kom­bi­na­ti­on der Durch­schnitts­no­te der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung nur mit gewich­te­ten Ein­zel­no­ten; § 8 Abs. 3 Satz 4 Berl­HZG: nicht nur gewich­te­te Ein­zel­no­ten oder Aus­wahl­ge­sprä­che als ein­zi­ges Zusatz­kri­te­ri­um neben der Durch­schnitts­no­te).

    Hin­sicht­lich der nähe­ren Aus­ge­stal­tung des Aus­wahl­ver­fah­rens der Hoch­schu­len und der Aus­wahl der hier­für maß­geb­li­chen Kri­te­ri­en sehen die Län­der mit medi­zi­ni­schen Fakul­tä­ten den Erlass von Hoch­schul­sat­zun­gen vor. Für die­se besteht in Ber­lin, Rhein­land-Pfalz, im Saar­land und seit dem 29.01.2016 auch in Schles­wig-Hol­stein eine Geneh­mi­gungs­pflicht durch das zustän­di­ge Minis­te­ri­um (§ 8 Abs. 3 Satz 6 Berl­HZG; § 5 Abs. 1 des Geset­zes zu dem Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung in der aus dem Rubrum ersicht­li­chen Fas­sung und § 1 Abs. 5, § 18 Stu­di­en­platz­ver­ga­be­ver­ord­nung Rhein­land-Pfalz; § 4 Satz 1 des Saar­län­di­schen Geset­zes Nr. 1666 zur Rati­fi­zie­rung des Staats­ver­tra­ges über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung; § 12 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. § 6 Abs. 2, § 14 Abs. 3 des Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­set­zes Schles­wig-Hol­stein55 – HZG SH).

    In Sach­sen besteht für die Sat­zun­gen zum Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len eine Anzei­ge­pflicht (§ 3 Abs. 3 SächsHZG).

    Im Übri­gen unter­lie­gen die Hoch­schu­len bei der Aus­ge­stal­tung und Aus­wahl der Kri­te­ri­en im Rah­men des Aus­wahl­ver­fah­rens der Hoch­schu­len – mit Aus­nah­me Ham­burgs – der Fach­auf­sicht des zustän­di­gen Minis­te­ri­ums:

    • Baden-Würt­tem­berg: § 67 Abs. 2 Nr. 6 des Lan­des­hoch­schul­ge­set­zes Baden-Würt­tem­berg vom 01.01.200556;
    • Bay­ern: Art. 74 Abs. 2 i.V.m. Art. 12 Abs. 3 Nr. 5 Baye­ri­sches Hoch­schul­ge­setz vom 23.05.2006,57;
    • Hes­sen: § 10 Abs. 3 Hes­si­sches Hoch­schul­ge­setz vom 14.12 200958 i.V.m. § 6 Abs. 2 Nr. 2 Hes­si­sches Hoch­schul­ge­setz vom 14.12 200959 – HessHG60;
    • Meck­len­burg-Vor­pom­mern: § 14 Abs. 3 i.V.m. § 12 Abs. 2 Nr. 5 des Geset­zes über die Hoch­schu­len des Lan­des Meck­len­burg-Vor­pom­mern61 – LHG M‑V;
    • Nie­der­sach­sen: § 51 Abs. 1 Satz 1 Nie­der­säch­si­sches Hoch­schul­ge­setz in der Fas­sung vom 26.02.200762 i.V.m. § 47 Satz 2 Nr. 3 Nie­der­säch­si­sches Hoch­schul­ge­setz vom 26.02.200763 – NHG;
    • Nord­rhein-West­fa­len: § 7 Satz 2 HZG NRW in der Fas­sung vom 18.11.200864;
    • Sach­sen-Anhalt: § 57 Abs. 6 Satz 1 i.V.m. § 56 Nr. 5 des Hoch­schul­ge­set­zes des Lan­des Sach­sen-Anhalt65 – HSG LSA;
    • Thü­rin­gen: § 17 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 des Thü­rin­ger Hoch­schul­ge­set­zes66 i.V.m. § 2 Abs. 4 Nr. 7 des Thü­rin­ger Hoch­schul­ge­set­zes vom 21.12 200667 – ThürHG68.

    In Ham­burg unter­lie­gen die Hoch­schu­len auch hin­sicht­lich ihrer Zulas­sungs­sat­zun­gen allein der Rechts­auf­sicht (§§ 5, 6, 107 Ham­bur­gi­sches Hoch­schul­ge­setz (HmbHG)69.

    Heu­ti­ge Rege­lung des Zugangs zum Medi­zin­stu­di­um[↑]

    Von den Hoch­schul­zu­las­sungs­be­schrän­kun­gen und damit den Vor­schrif­ten über das Ver­ga­be- und Aus­wahl­ver­fah­ren ist das Stu­di­um der Human­me­di­zin seit lan­gem beson­ders betrof­fen70. Der Abstand zwi­schen der Zahl der ver­füg­ba­ren Stu­di­en­plät­ze und der Zahl der Bewer­bun­gen hat sich in den letz­ten Jah­ren noch­mals ver­grö­ßert. Gegen­wär­tig ver­fü­gen 35 der 88 staat­li­chen Hoch­schu­len in Deutsch­land über medi­zi­ni­sche Fakul­tä­ten. In Bran­den­burg und Bre­men bestehen indes­sen kei­ne medi­zi­ni­schen Fakul­tä­ten an staat­li­chen Hoch­schu­len.

    Die Zahl der im Stu­di­en­fach Human­me­di­zin zu ver­ge­ben­den Stu­di­en­plät­ze ist seit dem Win­ter­se­mes­ter 1999/​2000 annä­hernd kon­stant geblie­ben. Im Stu­di­en­jahr (Win­ter- und Som­mer­se­mes­ter) 1999/​2000 stan­den mit 10.574 Plät­zen in etwa so vie­le Plät­ze wie im Stu­di­en­jahr 2012/​2013 (10.696) zur Ver­fü­gung. Dem stan­den 31.757 Stu­di­en­platz­be­wer­ber im Stu­di­en­jahr 1999/​2000, aber schon 60.730 Bewer­ber im Stu­di­en­jahr 2012/​2013 gegen­über. Im Win­ter­se­mes­ter 2017/​2018 lag die Auf­nah­me­ka­pa­zi­tät bei ins­ge­samt 9.176 Stu­di­en­plät­zen sowie wei­te­ren 1.627 Plät­zen im Som­mer­se­mes­ter 2017. Die Nach­fra­ge lag zum Win­ter­se­mes­ter 2017/​2018 bei 43.184 und zum Som­mer­se­mes­ter 2017 bei 18.799 Bewer­bun­gen71. Hier­aus errech­nen sich Zulas­sungs­quo­ten von 21, 25 % für das Win­ter­se­mes­ter 2017/​2018 und von 8, 65 % für das Som­mer­se­mes­ter 2017.

    Die für eine Zulas­sung in der Abitur­bes­ten­quo­te erfor­der­li­che Min­dest­no­te ist in den letz­ten Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich gestie­gen. Die Aus­wahl­gren­ze lag für das Win­ter­se­mes­ter 1999/​2000 je nach Lan­des­quo­te (vgl. § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HRG) bei einer Abitur­no­te von 1, 6 bis 2, 2, seit dem Win­ter­se­mes­ter 2009/​2010 in den Win­ter­se­mes­tern durch­ge­hend bis 2017/​2018 bei 1, 0 bis 1, 2. Eine schlech­te­re Durch­schnitts­no­te als 1, 5 führ­te seit dem Zulas­sungs­ver­fah­ren zum Win­ter­se­mes­ter 2006/​2007 – mit Aus­nah­me der Som­mer­se­mes­ter 2007 und 2008 – nicht mehr zu einer Zulas­sung in der Abitur­bes­ten­quo­te72.

    Die für eine Aus­wahl in der Abitur­bes­ten­quo­te zum Win­ter­se­mes­ter 2012/​2013 erfor­der­li­che Note (1,0 bis 1,2) erreich­ten im Abitur­jahr­gang 2012 zwi­schen 1, 16 % (Saar­land) und 3, 0 % (Thü­rin­gen) der Abitu­ri­en­ten. Die für eine Aus­wahl in der Abitur­bes­ten­quo­te zum Win­ter­se­mes­ter 2015/​2016 erfor­der­li­che Abitur­no­te (1,0 bis 1,1) erreich­ten im Abschluss­jahr 2015 zwi­schen 1,0 % (Rhein­land-Pfalz) und 3,1 % (Thü­rin­gen) der Absol­ven­ten73.

    Bei den Abitur­er­geb­nis­sen zeig­te sich im Jahr 2015 eine Span­ne des Noten­mit­tels zwi­schen 2,16 und 2,59 und damit von 0,43 Noten­stu­fen zwi­schen dem bes­ten und dem schlech­tes­ten Lan­des­schnitt. Die Band­brei­te der Ver­ga­be der Best­no­te 1,0 liegt zwi­schen 3,1 % und 0,8 %. Die Antei­le der Abitur­no­ten im Bereich zwi­schen 1,0 und 1,9 schwank­ten zwi­schen 38,8 % in Thü­rin­gen und 17,2 % in Nie­der­sach­sen74.

    Ent­wick­lung der War­te­zeit­quo­te[↑]

    Die für eine Zulas­sung in der War­te­zeit­quo­te erfor­der­li­che War­te­zeit betrug im Stu­di­en­jahr 1999/​2000 vier Halb­jah­re und ist auf zwölf Halb­jah­re im Win­ter­se­mes­ter 2013/​2014 bezie­hungs­wei­se 13 Halb­jah­re im Som­mer­se­mes­ter 2014 gestie­gen. Zuletzt betrug sie 15 Halb­jah­re im Som­mer­se­mes­ter 2017 und 14 Halb­jah­re im Win­ter­se­mes­ter 2017/​2018. Dabei erhiel­ten nicht alle Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber, die eine ent­spre­chen­de Anzahl an Stu­di­en­halb­jah­ren gewar­tet hat­ten, einen Stu­di­en­platz. Viel­mehr erfolg­te unter den Bewer­bern mit der erfor­der­li­chen Anzahl an War­te­halb­jah­ren wie­der­um eine Aus­wahl­ent­schei­dung anhand der Abitur­no­te, wenn die Zahl der Stu­di­en­plät­ze nicht für alle gleich lan­ge War­ten­den aus­reich­te. So erhielt im Win­ter­se­mes­ter 1999/​2000 einen Stu­di­en­platz, wer bei einer War­te­zeit von vier Halb­jah­ren eine Abitur­no­te von min­des­tens 2, 8 vor­wies. Im Som­mer­se­mes­ter 2000 war neben den erfor­der­li­chen vier War­te­halb­jah­ren eine Abitur­no­te mit einem Durch­schnitt von 3, 3 nach­zu­wei­sen. Im Win­ter­se­mes­ter 2013/​2014 muss­te bei einer War­te­zeit von zwölf Halb­jah­ren die Abitur­no­te bei min­des­tens 2, 2 lie­gen, um einen Stu­di­en­platz zu erhal­ten. Im Som­mer­se­mes­ter 2017 war bei einer War­te­zeit von 15 Halb­jah­ren eine Durch­schnitts­no­te von 3, 0 und im Win­ter­se­mes­ter 2017/​2018 bei einer War­te­zeit von 14 Halb­jah­ren eine Abitur­no­te von 2, 6 erfor­der­lich75.

    Die bei­den Aus­gangs­ver­fah­ren[↑]

    Die im Okto­ber 1989 gebo­re­ne Klä­ge­rin des ers­ten Aus­gangs­ver­fah­rens zur Vor­la­ge76 bestand im Juni 2009 in Schles­wig-Hol­stein ihr Abitur mit der Note 2, 0 und absol­vier­te anschlie­ßend die Aus­bil­dung zur Gesund­heits- und Kran­ken­pfle­ge­rin.

    Im Mai 2013 bewarb sie sich bei der im Aus­gangs­ver­fah­ren beklag­ten Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung zum Win­ter­se­mes­ter 2013/​2014 im Stu­di­um der Human­me­di­zin im ers­ten Fach­se­mes­ter. Die Stif­tung lehn­te den Zulas­sungs­an­trag ab, weil die Klä­ge­rin mit einer Durch­schnitts­no­te von 2, 0 und acht War­te­halb­jah­ren die maß­geb­li­chen Aus­wahl­gren­zen ver­fehlt habe. Die Aus­wahl­gren­ze in der Abitur­bes­ten­quo­te habe für Bewer­ber mit Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung aus Schles­wig-Hol­stein bei 1, 2 gele­gen und die in der War­te­zeit­quo­te bei zwölf War­te­halb­jah­ren. Auch im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len wur­de der Klä­ge­rin kein Stu­di­en­platz zuge­teilt.

    Mit ihrer dar­auf­hin erho­be­nen Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen ver­folgt die Klä­ge­rin ihr Ziel der Zutei­lung eines Stu­di­en­plat­zes im Fach Human­me­di­zin wei­ter. Das Ver­fah­ren der Stu­di­en­platz­ver­ga­be hält sie für ver­fas­sungs­wid­rig.

    Der im Febru­ar 1991 gebo­re­ne Klä­ger des zwei­ten Aus­gangs­ver­fah­rens zur Vor­la­ge77 bestand im Juni 2010 in Ham­burg sein Abitur mit der Note 2, 6 und absol­vier­te anschlie­ßend eine Aus­bil­dung zum Ret­tungs­sa­ni­tä­ter. Ein Frei­wil­li­ges Sozia­les Jahr leis­te­te er bei einem Ret­tungs­dienst ab. Sodann ließ er sich zum Ret­tungs­as­sis­ten­ten aus­bil­den.

    Im Juni 2013 bewarb er sich zum wie­der­hol­ten Mal bei der im Aus­gangs­ver­fah­ren beklag­ten Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung um die Zutei­lung eines Stu­di­en­plat­zes im Stu­di­en­fach Human­me­di­zin im ers­ten Fach­se­mes­ter zum Win­ter­se­mes­ter 2013/​2014. Die Stif­tung lehn­te den Zulas­sungs­an­trag ab, weil der Klä­ger mit einer Durch­schnitts­no­te von 2, 6 und mit sechs War­te­halb­jah­ren die maß­geb­li­chen Aus­wahl­gren­zen ver­fehlt habe. Die Aus­wahl­gren­ze in der Abitur­bes­ten­quo­te habe für eine in Ham­burg erwor­be­ne Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung bei 1, 1 gele­gen und die in der War­te­zeit­quo­te bei zwölf War­te­halb­jah­ren. Auch im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len erhielt der Klä­ger kei­nen Stu­di­en­platz.

    Mit sei­ner dage­gen erho­be­nen Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen ver­folgt der Klä­ger sein Ziel der Zutei­lung eines Stu­di­en­plat­zes im Fach Human­me­di­zin wei­ter. Das Ver­fah­ren der Stu­di­en­platz­ver­ga­be hält er eben­falls für ver­fas­sungs­wid­rig.

    Aus­set­zungs- und Vor­la­ge­be­schlüs­se des VG Gel­sen­kir­chen[↑]

    Das Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen hat bei­de Ver­fah­ren aus­ge­setzt und dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt gemäß Art. 100 Abs. 1 GG die Fra­ge zur Ent­schei­dung vor­ge­legt, ob die §§ 31, 32 HRG sowie die lan­des­recht­li­chen Vor­schrif­ten zur Rati­fi­zie­rung und Umset­zung des Staats­ver­tra­ges 2008 mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar sind, soweit sie für den Stu­di­en­gang Human­me­di­zin ein Ver­ga­be­ver­fah­ren vor­se­hen, bei dem nach Abzug eini­ger Vor­ab­quo­ten 20 % der Stu­di­en­plät­ze allein nach dem Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on (unter Bil­dung von Lan­des­quo­ten), 60 % der Stu­di­en­plät­ze maß­geb­lich nach dem Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on (ohne Bil­dung von Lan­des­quo­ten) und 20 % der Stu­di­en­plät­ze nach War­te­zeit (ohne Beschrän­kung auf Bewer­bungs­se­mes­ter) ver­ge­ben wer­den und bei dem die für eine Zulas­sung in der War­te­zeit­quo­te erfor­der­li­che Anzahl an War­te­se­mes­tern regel­mä­ßig die Dau­er eines nor­ma­len Stu­di­ums über­steigt.

    Das Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen führt in sei­nen im Wesent­li­chen über­ein­stim­men­den Vor­la­ge­be­schlüs­sen unter ande­rem aus, die Ver­tei­lung der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Stu­di­en­plät­ze wer­de den von Art. 12 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG und dem Sozi­al­staats­prin­zip vor­ge­ge­be­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen und damit dem rela­ti­ven Teil­ha­be­recht des Stu­di­en­platz­be­wer­bers, wel­ches aus der bis­he­ri­gen Nume­rus clau­sus-Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts fol­ge, nicht gerecht.

    Es sei mit dem Grund­ge­setz unver­ein­bar, dass im Bereich der Haupt­quo­te "Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len" die Hoch­schu­len allein auf den Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on als Aus­wahl­kri­te­ri­um zurück­grei­fen dürf­ten, dabei aber – anders als in der Abitur­bes­ten­quo­te – kei­ne Lan­des­quo­te gebil­det wer­de. Die­se Unstim­mig­keit ver­lie­re zwar an Gewicht, wenn der Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on durch min­des­tens ein wei­te­res Aus­wahl­kri­te­ri­um ergänzt wer­de. Sechs von 35 Hoch­schu­len hät­ten aber zum Win­ter­se­mes­ter 2012/​2013 ihre Plät­ze allein nach dem Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on ver­ge­ben. Der Ver­zicht auf die Bil­dung von Lan­des­quo­ten im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len füh­re zu einer Ungleich­be­hand­lung der Bewer­ber­grup­pen aus den ver­schie­de­nen Bun­des­län­dern und ver­let­ze den ver­fas­sungs­recht­li­chen Teil­ha­be­an­spruch der Betrof­fe­nen.

    Fer­ner sei die War­te­zeit­quo­te gleich­heits­wid­rig aus­ge­stal­tet. Durch die Bemes­sung der War­te­zeit­quo­te nach der Dau­er der seit dem Erwerb der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung ver­gan­ge­nen Zeit wür­den unglei­che Bewer­ber­grup­pen, näm­lich lang­jäh­rig War­ten­de, die auf den Medi­zin­stu­di­en­platz "hin­leb­ten", gleich­be­han­delt mit Gele­gen­heits­be­wer­bern, die zum Bei­spiel mit ihrem jahr­zehn­te­lang aus­ge­üb­ten Beruf unzu­frie­den sei­en und die sich erst spä­ter zum Stu­di­um ent­schlös­sen. Dar­in lie­ge ein Ver­stoß gegen Art. 3 Abs. 1 GG. Die­se Gleich­be­hand­lung wir­ke sich für die lang­jäh­rig war­ten­den Bewer­ber nach­tei­lig aus, weil sich ihre War­te­zeit durch die Zulas­sung von Gele­gen­heits­be­wer­bern erheb­lich erhö­he.

    Dar­über hin­aus sei das gel­ten­de Ver­ga­be­sys­tem des­halb ver­fas­sungs­wid­rig, weil es sich über­mä­ßig auf die Abitur­no­te kon­zen­trie­re, ohne dass dies hin­rei­chend kom­pen­siert wer­de. Das in den Haupt­quo­ten ver­wen­de­te Kri­te­ri­um des "Grads der Qua­li­fi­ka­ti­on" sei zwar an sich ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den. Ver­fas­sungs­wid­rig sei jedoch die Zuspit­zung des Aus­wahl­ver­fah­rens in der Abitur­bes­ten­quo­te und im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len auf das Kri­te­ri­um der Durch­schnitts­no­te. Das habe näm­lich zur Fol­ge, dass trotz des Hin­zu­tre­tens wei­te­rer Aus­wahl­kri­te­ri­en eine sehr gro­ße Grup­pe poten­ti­el­ler Bewer­ber de fac­to von vorn­her­ein von jeg­li­cher Zulas­sungs­chan­ce aus­ge­schlos­sen sei. Auch im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len kom­me der Durch­schnitts­no­te trotz des optio­na­len Hin­zu­tre­tens wei­te­rer Kri­te­ri­en eine über­ra­gen­de Bedeu­tung zu. Zum Bei­spiel schlös­sen 15 von 35 Hoch­schu­len mit dem Stu­di­en­gang Human­me­di­zin Bewer­ber bereits im Rah­men der Vor­auswahl teil­wei­se oder über­wie­gend auf Grund­la­ge der Abitur­no­te aus. An sechs wei­te­ren Hoch­schu­len sei die unge­wich­te­te Abitur­no­te das ein­zi­ge Aus­wahl­kri­te­ri­um. Dabei fal­le auch ins Gewicht, dass die von § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 HRG (und Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Staats­ver­trag 2008) vor­ge­se­he­nen Zusatz­kri­te­ri­en kei­ne wirk­li­che Ver­bes­se­rung der Zulas­sungs­chan­ce bewirk­ten. Im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len dür­fe sich der Bewer­ber an höchs­tens sechs Hoch­schu­len bewer­ben. Dabei gera­de die weni­gen Hoch­schu­len aus­zu­wäh­len, die im anste­hen­den Ver­ga­be­ver­fah­ren auch Bewer­bern ohne Spit­zenab­itur eine Zulas­sungs­chan­ce böten, sei schwer zu rea­li­sie­ren, so dass die Ver­wirk­li­chung einer Zulas­sungs­chan­ce "in ers­ter Linie Glücks­sa­che" sei. Die Abitur­no­te sei für die Ein­schät­zung der Qua­li­fi­ka­ti­on des ein­zel­nen Bewer­bers nur bedingt zuver­läs­sig und gewähr­leis­te eine nur ein­ge­schränk­te Ver­gleich­bar­keit der Bewer­ber. In der Noten­ge­bung exis­tier­ten nicht nur sta­tis­tisch auf­fäl­li­ge Niveau­un­ter­schie­de zwi­schen den Län­dern – wes­halb der Ver­zicht auf Lan­des­quo­ten im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len ver­fas­sungs­wid­rig sei, son­dern es schlü­gen auch die Unter­schie­de in den kon­kre­ten Umstän­den der Unter­rich­tung und Beno­tung an den ein­zel­nen Schu­len sowie indi­vi­du­el­le Beson­der­hei­ten des jewei­li­gen Schü­lers zu Buche und stün­den so einer unein­ge­schränk­ten Ver­gleich­bar­keit der Bewer­ber allein anhand der Abitur­no­te ent­ge­gen. Es bedür­fe daher noch eines ande­ren Aus­wahl­kri­te­ri­ums, das die Nach­tei­le des Kri­te­ri­ums "Durch­schnitts­no­te" im ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­nen Maße kom­pen­sie­re. Die als Kor­rek­tiv in Betracht kom­men­de War­te­zeit­quo­te kön­ne die hier­nach erfor­der­li­che Kom­pen­sa­ti­on jedoch nicht bewir­ken, weil die War­te­zeit regel­mä­ßig die Dau­er eines nor­ma­len Stu­di­ums über­stei­ge und aller Vor­aus­sicht nach auch zukünf­tig über­stei­gen wer­de und des­halb das zumut­ba­re Maß nicht mehr wah­re.

    Von der Gül­tig­keit der vor­ge­leg­ten gesetz­li­chen Ver­ga­be­vor­schrif­ten hän­ge die Ent­schei­dung des Gerichts in den Aus­gangs­ver­fah­ren ab. Die Kla­gen sei­en abzu­wei­sen, wenn sich die vor­ge­leg­ten Vor­schrif­ten als ver­fas­sungs­kon­form erwie­sen. Andern­falls könn­ten die Klä­ger ent­we­der einen ver­fas­sungs­un­mit­tel­ba­ren Anspruch auf Zulas­sung zum Stu­di­um haben oder – wofür die gewich­ti­ge­ren Argu­men­te sprä­chen – der Gesetz­ge­ber zur Neu­re­ge­lung, nament­lich zu einer dem Gleich­heits­satz (Art. 3 Abs. 1 GG) Rech­nung tra­gen­den Neu­kon­zep­ti­on des Hoch­schul­ver­ga­be­rechts ver­pflich­tet sein.

    Stel­lung­nah­me der Lan­des­re­gie­rung NRW[↑]

    Zu den Vor­la­gen haben sich die Regie­rung des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len sowie – in einer gemein­sa­men Stel­lung­nah­me mit der Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung – die Lan­des­re­gie­run­gen Baden-Würt­tem­bergs, Bay­erns, Ber­lins, Bran­den­burgs, Bre­mens, Hes­sens, Nie­der­sach­sens, von Rhein­land-Pfalz, des Saar­lands, Sach­sens, Sach­sen-Anhalts, Schles­wig-Hol­steins und Thü­rin­gens geäu­ßert. Die­ser gemein­sa­men Stel­lung­nah­me haben sich der dem Ver­fah­ren bei­getre­te­ne Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt der Frei­en und Han­se­stadt Ham­burg und die Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz ange­schlos­sen. Wei­ter haben der Klä­ger des Aus­gangs­ver­fah­rens zur Vor­la­ge 1 BvL 4/​14, das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, die Ober­ver­wal­tungs­ge­rich­te bezie­hungs­wei­se Ver­wal­tungs­ge­richts­hö­fe der Län­der, die Rech­nungs­hö­fe Ham­burgs, Schles­wig-Hol­steins, Hes­sens, des Saar­lands, Sach­sens und Sach­sen-Anhalts, die Uni­ver­si­tä­ten Aachen, Ham­burg, Hei­del­berg, Kiel, Lübeck und Olden­burg, der Wis­sen­schafts­rat, die Hoch­schul­rek­to­ren­kon­fe­renz, der Medi­zi­ni­sche Fakul­tä­ten­tag, der Deut­sche Hoch­schul­ver­band, die Bun­des­ärz­te­kam­mer, die Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) sowie der Mar­bur­ger Bund Stel­lung genom­men.

    Die Lan­des­re­gie­rung Nord­rhein-West­fa­lens führt aus, die Situa­ti­on bei der Stu­di­en­platz­ver­ga­be habe sich durch den Anstieg der Bewer­ber­zah­len dra­ma­tisch ver­schärft. Aus Fach- und Haus­halts­grün­den kön­ne dem nicht durch einen Auf­wuchs der Stu­di­en­plät­ze begeg­net wer­den. Das Aus­wahl­ver­fah­ren sei stark auf den Abitur­no­ten­durch­schnitt kon­zen­triert. Nahe­zu 80 % der nach Abzug der Vor­ab­quo­ten ver­blei­ben­den Stu­di­en­plät­ze sei­en ohne weit über­durch­schnitt­li­che Abitur­no­te uner­reich­bar, ohne dass es hier­für ein hin­rei­chen­des Kor­rek­tiv gebe. Die ver­blei­ben­de Zulas­sungs­mög­lich­keit über die War­te­zeit sei selbst für Bewer­ber, wel­che die hohe Min­dest­durch­schnitts­no­te nur knapp ver­fehl­ten, mit einer War­te­dau­er von meh­re­ren Jah­ren ver­bun­den, die damit regel­mä­ßig die Dau­er des eigent­li­chen Stu­di­ums über­stei­ge. Man tre­te daher für eine Reform der gel­ten­den Regeln und die Schaf­fung eines chan­cen­of­fe­nen und ver­fas­sungs­recht­lich belast­ba­ren Ver­fah­rens für alle hoch­schul­zu­gangs­be­rech­tig­ten Bewer­ber ein. Dazu könn­te ins­be­son­de­re die für das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len reser­vier­te Quo­te gemin­dert wer­den.

    Gemein­sa­me Stel­lung­nah­me der übri­gen Lan­des­re­gie­run­gen[↑]

    Die übri­gen Lan­des­re­gie­run­gen mit Aus­nah­me der­je­ni­gen des Lan­des Meck­len­burg-Vor­pom­mern, die von einer Stel­lung­nah­me abge­se­hen hat, sowie die Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung hal­ten die Vor­la­gen für unzu­läs­sig und dar­über hin­aus für unbe­grün­det.

    In der gemein­sa­men Stel­lung­nah­me wird aus­ge­führt, das Vor­la­ge­ge­richt habe sei­ne Über­zeu­gung von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der zur Über­prü­fung gestell­ten Rege­lun­gen nicht dar­ge­legt, son­dern ledig­lich ver­fas­sungs­recht­li­che Zwei­fel geäu­ßert. Es set­ze sich nur unvoll­stän­dig mit den ver­fas­sungs­recht­li­chen Maß­stä­ben aus­ein­an­der. Ins­be­son­de­re blei­be unklar, wel­che kon­kre­ten Anfor­de­run­gen hin­sicht­lich der Zulas­sungs­chan­ce der Bewer­ber bestün­den und wor­aus kon­kret eine Unzu­mut­bar­keit der War­te­zeit abge­lei­tet wer­de. Die Annah­me eines Grund­rechts­ein­griffs in der beson­ders gra­vie­ren­den Form einer objek­ti­ven Zulas­sungs­schran­ke beim Kri­te­ri­um der Abitur­durch­schnitts­no­te sei ein dog­ma­ti­scher Irr­tum. Die Abitur­no­te sei der Pro­to­typ einer sub­jek­ti­ven Berufs­zu­las­sungs­schran­ke als Aus­druck der per­sön­li­chen Leis­tun­gen.

    Das Ver­wal­tungs­ge­richt lei­te die von ihm für not­wen­dig erach­te­te Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen lang­jäh­rig War­ten­den und Gele­gen­heits­be­wer­bern nicht ver­fas­sungs­recht­lich her. Aus dem Ver­fas­sungs­recht erge­be sich nicht, dass Gele­gen­heits­be­wer­ber nach­ran­gig behan­delt wer­den müss­ten. Es bestehe viel­mehr ein gesetz­ge­be­ri­scher Gestal­tungs­spiel­raum.

    Die Aus­wahl­gren­ze in der War­te­zeit­quo­te sei ver­fas­sungs­recht­lich nicht unzu­mut­bar. Der Ver­gleich der War­te­zeit mit der Dau­er eines "nor­ma­len Stu­di­ums" sei jeden­falls zu pau­schal, um dies zu bele­gen. Der Maß­stab sei will­kür­lich gewählt. Der Begriff der Zumut­bar­keit und das, was der Ein­zel­ne von der Gesell­schaft zu erwar­ten habe, unter­lie­ge einem Wer­te­wan­del. Als unbe­stimm­ter Rechts­be­griff kön­ne die Zumut­bar­keit nicht anhand der ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung aus dem Jah­re 1977 inter­pre­tiert wer­den, son­dern sei nach Maß­ga­be der kon­kre­ten Umstän­de aus­fül­lungs­be­dürf­tig. Zu berück­sich­ti­gen sei­en hier­bei diver­se Fak­to­ren wie die Kos­ten eines Stu­di­en­plat­zes und die Leis­tungs­fä­hig­keit des Staa­tes. Bei Kos­ten von im Jahr 2011 192.900 Euro pro Stu­die­ren­dem im Fach Human­me­di­zin (lau­fen­de Grund­mit­tel bezo­gen auf ein Stu­di­um mit durch­schnitt­li­cher Stu­di­en­dau­er), wel­che um ein Viel­fa­ches über den­je­ni­gen ande­rer Stu­di­en­plät­ze lägen, kön­ne der Aus­bau der Medi­zin­stu­di­en­plät­ze nicht mit der rasant stei­gen­den Bewer­ber­zahl Schritt hal­ten. Nicht zu über­se­hen sei auch die gewan­del­te Rol­le der Hoch­schu­len, von denen eine qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge For­schung und eine gute Leh­re bei erschöp­fen­der Aus­nut­zung der vor­han­de­nen Kapa­zi­tä­ten erwar­tet wer­de. Heu­te sei­en im Ver­gleich zum Jahr 1977 ver­stärkt Leis­tungs­ge­sichts­punk­te in die Bewer­ber­aus­wahl ein­be­zo­gen und Wett­be­werbs­maß­stä­be eta­bliert. Es sei kon­se­quent und auch unter Berück­sich­ti­gung des Sozi­al­staats­prin­zips hin­nehm­bar, wenn Bewer­ber, wel­che die auf­ge­stell­ten Kri­te­ri­en nicht erfüll­ten, län­ger war­ten müss­ten. Es sei der Wil­le des Gesetz­ge­bers gewe­sen, die Hoch­schu­len stär­ker in den Aus­wahl­pro­zess ein­zu­bin­den, indem die­se Erwar­tun­gen an ihre zukünf­ti­gen Stu­die­ren­den for­mu­lie­ren und in den Zulas­sungs­pro­zess ein­flie­ßen las­sen könn­ten. Hin­ter­grund sei unter ande­rem die durch Art. 5 Abs. 3 GG geschütz­te Frei­heit von For­schung und Leh­re. Heu­te sei es ein wesent­li­ches Anlie­gen, die Pro­fil­bil­dung der Hoch­schu­len zu stär­ken und Bewer­ber und Hoch­schu­len pro­fil- und inter­es­sen­ge­treu zusam­men­zu­füh­ren.

    Zu berück­sich­ti­gen sei wei­ter, dass sich die Stu­di­en­an­ge­bo­te ver­än­dert hät­ten. Die wis­sen­schaft­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit medi­zi­ni­schen The­men sei nicht mehr auf das Stu­di­um der Human­me­di­zin, der Bio­lo­gie und weni­ger ande­rer Stu­di­en­gän­ge beschränkt; es gebe heu­te eine Viel­zahl grund­stän­di­ger medi­zi­ni­scher und medi­zin­ver­wal­ten­der Stu­di­en­gän­ge auch an staat­lich aner­kann­ten Hoch­schu­len, die eine beruf­li­che Betä­ti­gung auf dem medi­zi­ni­schen Sek­tor erlaub­ten. Auch wenn der grund­recht­li­che Teil­ha­be­an­spruch auf den kon­kre­ten Stu­di­en­wunsch gerich­tet sei, müs­se das Vor­han­den­sein von Aus­weich­mög­lich­kei­ten bei der Bewer­tung der Chan­cen­of­fen­heit berück­sich­tigt wer­den.

    Es gebe über­dies kei­ne star­ren Aus­wahl­gren­zen mehr. Im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len wer­de viel­mehr eine dif­fe­ren­zier­te Aus­wahl­ent­schei­dung auf der Basis ver­schie­de­ner indi­vi­du­ell vom Bewer­ber beein­fluss­ba­rer Gesichts­punk­te getrof­fen. Die Wer­tung, nur die War­te­zeit bie­te das not­wen­di­ge Kor­rek­tiv, miss­ach­te die gesetz­ge­be­ri­sche Ent­schei­dung, das Leis­tungs­prin­zip zu stär­ken und die Chan­cen­of­fen­heit anhand von Kri­te­ri­en zu gewähr­leis­ten, die nicht vor­ran­gig auf pas­si­ves War­ten, son­dern auf Eig­nung, prak­ti­sche Erfah­rung und Moti­va­ti­on abstell­ten. Der Wil­le des Gesetz­ge­bers, die dezen­tra­len Ele­men­te zu stär­ken, bil­de die Kom­pe­tenz­ver­schie­bun­gen durch die Föde­ra­lis­mus­re­form und die Stär­kung der Hoch­schul­au­to­no­mie sys­tem­ge­recht ab.

    Aus dem Sozi­al­staats­prin­zip fol­ge kein wei­ter­ge­hen­der Teil­ha­be­an­spruch, solan­ge eine Grund­ver­sor­gung an Stu­di­en­plät­zen zur Ver­fü­gung ste­he, deren Ver­tei­lung rechts­staat­li­chen Grund­sät­zen genü­ge. Eben­so wenig erge­be sich aus ihm ein Hin­weis auf die Zumut­bar­keit des der­zei­ti­gen Zulas­sungs­sys­tems und die Aus­ge­stal­tung der War­te­zeit.

    Auch aus dem Ver­zicht auf eine Bil­dung von Lan­des­quo­ten im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len erge­be sich kei­ne Ver­let­zung des Teil­ha­be­rechts. Es sei weder bewie­sen noch hin­rei­chend wahr­schein­lich, dass die Gesamt­no­ten­durch­schnit­te der Län­der eine Aus­sa­ge über die Beno­tungs­pra­xis und damit die im Zulas­sungs­we­sen rele­van­te Beno­tung ent­hiel­ten. Sie hin­gen von einer Viel­zahl von Fak­to­ren ab und erlaub­ten kei­nen Rück­schluss dar­auf, dass für das Abitur in ver­schie­de­nen Län­dern qua­li­ta­tiv unter­schied­li­che Leis­tun­gen zu erbrin­gen sei­en, um eine bestimm­te Note zu errei­chen. Fer­ner ent­spre­che es der Lebens­er­fah­rung, dass Schü­ler sich auf die jewei­li­gen Beno­tungs­prak­ti­ken ein­stell­ten. Die Abitur­durch­schnitts­no­te sei auch hin­rei­chend vali­de. Im Gegen­satz zu frü­her sei­en die Leis­tungs­an­for­de­run­gen in der Abitur­prü­fung deut­lich stär­ker bun­des­ein­heit­lich ange­gli­chen und Min­dest­stan­dards zur Siche­rung der län­der­über­grei­fen­den Ver­gleich­bar­keit ver­ein­bart. Ange­sichts der ver­fas­sungs­recht­li­chen Legi­ti­ma­ti­on unter­schied­li­cher Bil­dungs­po­li­tik in den Län­dern sei es fol­ge­rich­tig, kei­ne Lan­des­quo­ten zu bil­den. Bei der Gleich­be­hand­lung infol­ge not­wen­di­ger Stan­dar­di­sie­run­gen kom­me dem Gesetz­ge­ber ein grö­ße­rer Hand­lungs­spiel­raum zu, so dass er nicht alle tat­säch­li­chen Ver­schie­den­hei­ten auch recht­lich unter­schied­lich behan­deln müs­se. In der Sache sei es gerecht­fer­tigt, alle Abschlüs­se in Bezug auf den Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on gleich zu behan­deln, ins­be­son­de­re nicht nach dem Ort des Erwerbs der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung zu dif­fe­ren­zie­ren. Auch die Aus­ge­stal­tung des Aus­wahl­ver­fah­rens der Hoch­schu­len, das gera­de Chan­cen­of­fen­heit gewähr­leis­ten sol­le, erlau­be die Bil­dung eige­ner Lan­des-Hoch­schul­quo­ten nicht. Die­se mach­ten das Aus­wahl­ver­fah­ren unbe­re­chen­bar; die Aus­wahl­gren­zen schwank­ten je nach Bewer­ber­ver­hal­ten und Anteil der Bewer­bun­gen aus einem Land selbst inner­halb einer Hoch­schu­le in erheb­li­chem Umfang. Zudem sei­en Run­dungs- und Ver­tei­lungs­pro­ble­me zu erwar­ten. Allein dies stel­le einen sach­li­chen Grund für die Gleich­be­hand­lung dar. Kon­kur­rier­ten in der Abitur­bes­ten­quo­te im Wesent­li­chen nur Bewer­ber aus dem­sel­ben Bun­des­land mit­ein­an­der, füh­re die Bil­dung von Lan­des­quo­ten auch im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len dar­über hin­aus zu ande­ren Ungleich­hei­ten, weil für Bewer­ber aus einem bestimm­ten Land jeweils nur ein bestimm­tes Kon­tin­gent an Stu­di­en­plät­zen zur Ver­fü­gung ste­he. Dem­ge­gen­über wür­den etwai­ge nega­ti­ve Effek­te in einer Quo­te in den ande­ren Quo­ten abge­schwächt.

    Die Gleich­be­hand­lung von lang­jäh­rig War­ten­den und Gele­gen­heits­be­wer­bern in der War­te­zeit­quo­te sei zuläs­sig. Art. 3 GG gebie­te nicht, die zweck­mä­ßigs­te, ver­nünf­tigs­te oder gerech­tes­te Lösung zu wäh­len. Der Gesetz­ge­ber wol­le den Zeit­punkt der Stu­di­en- und Berufs­wahl den Bewer­bern über­las­sen. Im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len gebe es im Übri­gen eine sehr dif­fe­ren­zier­te Zulas­sungs­re­ge­lung auch für die War­ten­den.

    Selbst wenn der Kri­tik des Ver­wal­tungs­ge­richts an den Regeln des Staats­ver­tra­ges 2008 zu fol­gen wäre, betref­fe die­se aus­schließ­lich die Aus­ge­stal­tung des Aus­wahl­ver­fah­rens der Hoch­schu­len im Ein­zel­fall. Aus einer rechts­wid­ri­gen Umset­zung der Vor­schrif­ten zum Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len kön­ne jedoch nicht auf die Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der zugrun­de­lie­gen­den Nor­men geschlos­sen wer­den. Es bestehe die Mög­lich­keit einer ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung. Der Umstand, dass der Gesetz­ge­ber den Hoch­schu­len die Opti­on ein­räu­me, nur ein ein­zi­ges Kri­te­ri­um anzu­wen­den, ste­he dem nicht ent­ge­gen. Die Recht­mä­ßig­keit des uni­ver­si­tä­ren Sat­zungs­rechts sei von der Fach­ge­richts­bar­keit zwi­schen­zeit­lich mehr­fach beur­teilt wor­den, ohne dass die Fra­ge der Ver­fas­sungs­kon­for­mi­tät des Ver­fah­rens oder der zugrun­de­lie­gen­den Regeln auch nur erwähnt wor­den sei.

    Stel­lung­nah­men aus der Ver­wal­tungs­ge­richts­bar­keit[↑]

    Nach Mit­tei­lung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts hat der für das Hoch­schul­zu­las­sungs­recht zustän­di­ge 6. Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt aus revi­si­ons­zu­las­sungs­recht­li­chen Grün­den Ver­fah­ren zur inner­ka­pa­zi­tä­ren Zulas­sung nicht behan­delt. Auch mit der Stu­di­en­platz­ver­ga­be im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len sei das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nur indi­rekt befasst gewe­sen. In einer mit der­je­ni­gen im Aus­gangs­ver­fah­ren ver­gleich­ba­ren Situa­ti­on habe aus pro­zess­recht­li­chen Grün­den kei­ne inhalt­li­che Ent­schei­dung getrof­fen wer­den müs­sen78.

    Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len war als Rechts­mit­tel­ge­richt des vor­le­gen­den Ver­wal­tungs­ge­richts Gel­sen­kir­chen mehr­fach mit der Fra­ge der ver­fas­sungs­recht­li­chen Zumut­bar­keit der Dau­er der War­te­zeit befasst. In sei­ner Ent­schei­dungs­pra­xis habe es betont, dass auch bei Annah­me der Unzu­mut­bar­keit der War­te­zeit kein unmit­tel­ba­rer Zulas­sungs­an­spruch bestehe, und den Qua­li­fi­ka­ti­ons­grad der Durch­schnitts­no­te der Hoch­schul­zu­las­sungs­be­rech­ti­gung als grund­sätz­lich sach­li­ches, auch ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­li­ches Kri­te­ri­um bezeich­net.

    Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lan­des und der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof ver­tre­ten die Auf­fas­sung, die Fra­ge der rea­lis­ti­schen Zugangs­chan­ce sei auf Grund­la­ge einer bun­des­wei­ten Betrach­tung zu beant­wor­ten, da das öffent­li­che Hoch­schul­we­sen ein zusam­men­hän­gen­des Sys­tem dar­stel­le, das die Nut­zung der Aus­bil­dungs­ka­pa­zi­tä­ten über Län­der­gren­zen hin­weg erfor­de­re. Das gesetz­ge­be­ri­sche Kon­zept des ört­li­chen Aus­wahl­ver­fah­rens ent­spre­che den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen, indem es infol­ge unter­schied­li­cher indi­vi­du­el­ler Aus­wahl­ent­schei­dun­gen über die Län­der­gren­zen hin­weg eine Viel­zahl von Zulas­sungs­mög­lich­kei­ten an ein­zel­nen Hoch­schu­len eröff­ne. Auch das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat mit­ge­teilt, in einem die Recht­mä­ßig­keit eines uni­ver­si­tä­ren Aus­wahl­ver­fah­rens betref­fen­den Ver­fah­ren habe es die in § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 HRG und den lan­des­recht­li­chen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zum Staats­ver­trag nor­mier­ten Kri­te­ri­en unter ande­rem unter Bezug­nah­me auf die Geset­zes­be­grün­dung für ver­fas­sungs­mä­ßig erach­tet.

    Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg hält die Recht­mä­ßig­keit der Durch­schnitts­no­te der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung als zen­tra­les Kri­te­ri­um im Aus­wahl­ver­fah­ren für all­ge­mein aner­kannt. In Baden-Würt­tem­berg sei die Her­an­zie­hung von min­des­tens zwei Aus­wahl­maß­stä­ben gesetz­lich vor­ge­schrie­ben. Des­we­gen begeg­ne die im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len prak­ti­zier­te Her­an­zie­hung der Abitur­no­te ohne Bil­dung von Lan­des­quo­ten jeden­falls dort kei­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken.

    Stel­lung­nah­me aus dem Uni­ver­si­täts- und Wis­sen­schafts­be­reich[↑]

    Die Uni­ver­si­tä­ten, wel­che sich zu der Vor­la­ge geäu­ßert haben, haben die von ihnen im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len prak­ti­zier­te Bewer­ber­aus­wahl sowie die inso­weit gewon­ne­nen Erkennt­nis­se, aber auch ihre Erfah­run­gen mit War­te­zeit­be­wer­bern dar­ge­stellt.

    Der Wis­sen­schafts­rat ver­weist auf sei­ne aktu­el­len Emp­feh­lun­gen zur Wei­ter­ent­wick­lung des Medi­zin­stu­di­ums in Deutsch­land, wonach Abitur­no­ten und Stu­dier­fä­hig­keits­tests im Aus­wahl­ver­fah­ren wei­ter­hin eine zen­tra­le Rol­le zukom­men sol­le. Die­se lie­ßen die bes­te Pro­gno­se für den spä­te­ren Stu­di­en­erfolg zu. Den medi­zi­ni­schen Fakul­tä­ten wer­de emp­foh­len, die Mög­lich­kei­ten des Aus­wahl­ver­fah­rens auch über die­se Kri­te­ri­en hin­aus zu nut­zen und ihre Aus­wahl­ent­schei­dung stär­ker am eige­nen Lehr- und wis­sen­schaft­li­chen Pro­fil aus­zu­rich­ten.

    Die Hoch­schul­rek­to­ren­kon­fe­renz hebt her­vor, dass ledig­lich sechs von 35 Fakul­tä­ten die Abitur­no­te als ein­zi­ges Kri­te­ri­um im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len anwen­de­ten. Die meis­ten Hoch­schu­len mach­ten von ihren Befug­nis­sen Gebrauch und zögen wei­te­re Kri­te­ri­en her­an. Dies zei­ge, dass sich das die Hoch­schul­au­to­no­mie stär­ken­de Sys­tem bewährt habe. Gera­de die Her­an­zie­hung meh­re­rer Aus­wahl­kri­te­ri­en min­de­re die Rele­vanz der Noten, wobei die Hoch­schu­len anhand ihres Pro­fils und ihrer Res­sour­cen sowie auch der Kapa­zi­tä­ten ent­schei­den könn­ten, wie sie das jewei­li­ge Aus­wahl­ver­fah­ren gestal­te­ten. Eine Bil­dung von – dann bei allen zulas­sungs­be­schränk­ten Fächern erfor­der­li­chen – Lan­des­quo­ten sei hin­ge­gen schon aus prak­ti­schen Grün­den nicht mög­lich. Es erschei­ne zwei­fel­haft, ob Spon­tan- oder Gele­gen­heits­be­wer­ber im Ver­gleich zu lan­ge War­ten­den nach­ran­gig behan­delt wer­den soll­ten. Hin­sicht­lich der Abitur­no­te sei inzwi­schen empi­risch nach­ge­wie­sen, dass sie, gefolgt von Stu­dier­fä­hig­keits­tests, der wich­tigs­te Prä­dik­tor für die Vor­her­sa­ge des Stu­di­en­erfolgs sei. Die Stu­di­en­erfolgs­quo­te wie­der­um sei in Anbe­tracht der knap­pen Res­sour­cen und der hohen Kos­ten eines Medi­zin­stu­di­en­plat­zes ein wich­ti­ges Kri­te­ri­um bei der Aus­wahl künf­ti­ger Stu­die­ren­der.

    Die Ent­wick­lung der War­te­zeit sei zwar inso­weit unbe­frie­di­gend, als ein durch­schnitt­li­cher Abitu­ri­ent auf­grund der begrenz­ten Kapa­zi­tä­ten sehr lan­ge auf einen Medi­zin­stu­di­en­platz war­ten müs­se. Ver­fas­sungs­recht­lich kön­ne aber bei der Ver­ga­be ver­knapp­ter unteil­ba­rer Güter jedes Aus­wahl­sys­tem nur einem Teil der Bewer­ber rea­le Aus­sich­ten eröff­nen. Dies sei gera­de im Rah­men der Kapa­zi­tä­ten im Bereich Medi­zin ange­sichts der hohen Stu­di­en­platz­kos­ten beson­ders viru­lent.

    Nach Auf­fas­sung des Medi­zi­ni­schen Fakul­tä­ten­tags stellt sich das der­zei­ti­ge Zulas­sungs­sys­tem als ver­fas­sungs­kon­form dar, da es allen Stu­di­en­be­wer­bern die Chan­ce eröff­ne, einen Stu­di­en­platz zu erhal­ten. Kei­ne denk­ba­re Ände­rung der Vor­ga­ben für das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len füh­re dazu, dass weni­ger Stu­di­en­be­wer­ber auf die War­te­zeit­quo­te ver­wie­sen wer­den müss­ten oder sich die War­te­zeit ver­kür­ze. Es gebe fer­ner kei­nen empi­ri­schen Beleg dafür, dass die durch­schnitt­li­chen Abitur­no­ten in den Län­dern bei Anle­gen ein­heit­li­cher Maß­stä­be bis in die für die Stu­di­en­platz­ver­ga­be maß­geb­li­che ers­te Dezi­ma­le über­ein­stim­men müss­ten. Eine Lan­des­quo­ten­re­ge­lung sei im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len kaum anwend­bar. Das Sys­tem der Lan­des­quo­ten sei kei­nes­wegs so kon­sis­tent wie in den Vor­la­gen ange­nom­men. Außer­dem dür­fe nach § 35 HRG die Zulas­sung nicht davon abhän­gig gemacht wer­den, in wel­chem Land die Qua­li­fi­ka­ti­on für das Hoch­schul­stu­di­um erwor­ben wor­den sei. Ohne­hin zögen die meis­ten Hoch­schu­len in ihrer Aus­wahl­ent­schei­dung wei­te­re Kri­te­ri­en her­an, wodurch die Anwen­dung einer Lan­des­quo­ten­re­ge­lung völ­lig undenk­bar wer­de.

    Da das Spek­trum der her­an­ge­zo­ge­nen Kri­te­ri­en und deren Bewer­tung an den ein­zel­nen Hoch­schu­len unter­schied­lich sei­en, erge­be sich eine beacht­li­che Viel­falt ver­schie­de­ner Bewer­bungs­pro­fi­le. Hier­durch erhiel­ten auch Bewer­ber mit schlech­te­ren Schul­no­ten bei Erfül­lung zusätz­li­cher Kri­te­ri­en rea­lis­ti­sche Chan­cen auf eine Zulas­sung zum Wunsch­stu­di­um. Die­je­ni­gen Hoch­schu­len, die im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len auf wei­te­re Kri­te­ri­en ver­zich­te­ten, böten den­je­ni­gen, die allein eine rela­tiv gute Abitur­no­te vor­wei­sen könn­ten, eine rea­lis­ti­sche Zulas­sungs­chan­ce. Auch hier kön­ne eine Lan­des­quo­ten­re­ge­lung kaum zu einer ver­nünf­ti­gen und nach­voll­zieh­ba­ren Aus­wahl­ent­schei­dung füh­ren, zumal jede die­ser Hoch­schu­len 16 Lan­des­quo­ten ein­zeln berech­nen und für jede Hoch­schu­le einen ande­ren Bewer­ber­an­teil ein­set­zen müss­te. Eine wei­te­re Fol­ge sei­en zu erwar­ten­de Mehr­fach­zu­las­sun­gen von Bewer­bern mit Abitur­no­ten im Grenz­be­reich und damit unver­meid­bar Nach­rück­ver­fah­ren.

    In Anbe­tracht des Zeit- und Per­so­nal­auf­wands für das Aus­wahl­ver­fah­ren, bei­spiels­wei­se für Aus­wahl­ge­sprä­che oder Stu­dier­fä­hig­keits­tests, könn­ten die Hoch­schu­len auch auf eine Vor­auswahl nach Orts­prä­fe­renz kaum ver­zich­ten. Ande­ren­falls wür­de eine rela­tiv klei­ne Zahl von Bewer­bern einen Groß­teil der ins­ge­samt ver­füg­ba­ren Zulas­sun­gen auf sich ver­ei­ni­gen und von meh­re­ren Hoch­schu­len aus­ge­wählt wer­den.

    Die Beden­ken der Vor­la­gen gegen die War­te­zeit­quo­te grif­fen nicht durch. Ins­be­son­de­re mit Blick auf Gele­gen­heits­be­wer­ber sei bereits unklar, ob die­se zah­len­mä­ßig über­haupt rele­vant sei­en.

    Der Deut­sche Hoch­schul­ver­band ist der Auf­fas­sung, die Aus­wahl­kri­te­ri­en für die Stu­di­en­zu­las­sung bedürf­ten einer par­ti­el­len Modi­fi­ka­ti­on. Die Vor­ab­quo­ten müss­ten redu­ziert wer­den. In der War­te­zeit­quo­te sei die aus­schließ­li­che Anknüp­fung an den Erwerbs­zeit­punkt der Hoch­schul­zu­las­sungs­be­rech­ti­gung anstel­le der tat­säch­li­chen War­te­zeit ver­fas­sungs­recht­lich nicht akzep­ta­bel. Bei­de Grup­pen sei­en nicht ver­gleich­bar. Auch im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len bestehe die Not­wen­dig­keit einer Gewich­tung der Abitur­no­ten. Die Über­be­to­nung der Abitur­no­te im gesam­ten Aus­wahl­ver­fah­ren sei nicht nur vor dem Hin­ter­grund des Art. 3 Abs. 1 GG bedenk­lich, son­dern auch im Sin­ne der Recht­spre­chung zu Art. 12 Abs. 1 GG kein sach­ge­rech­tes Kri­te­ri­um. Sie müs­se um wei­te­re Kri­te­ri­en ergänzt wer­den. Wer­de auch im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len maß­geb­lich auf die Abitur­no­te abge­stellt, kön­ne von einer Kom­pen­sa­ti­on durch ande­re Aus­wahl­kri­te­ri­en nicht mehr gespro­chen wer­den. Die War­te­zeit­quo­te kön­ne die­se Kom­pen­sa­ti­on nicht mehr leis­ten. Not­wen­dig sei fer­ner die ver­pflich­ten­de Ein­füh­rung per­sön­li­cher Aus­wahl­ge­sprä­che.

    Stel­lung­nah­me der Ärz­te­ver­tre­tun­gen[↑]

    Nach Ansicht der Bun­des­ärz­te­kam­mer ist die Abitur­no­te zwar ein wich­ti­ger Prä­dik­tor für den Stu­di­en­erfolg. Es las­se sich jedoch kein ein­deu­ti­ger Zusam­men­hang zwi­schen her­aus­ra­gen­den schu­li­schen Leis­tun­gen und einer erfolg­rei­chen, mit lang­jäh­ri­ger Berufs­zu­frie­den­heit ver­bun­de­nen ärzt­li­chen Tätig­keit in der Pati­en­ten­ver­sor­gung her­stel­len. Das spre­che für indi­vi­dua­li­sier­te Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len. Die Zugangs­be­din­gun­gen für War­te­zeit­be­wer­ber soll­ten sich wäh­rend der War­te­zeit nicht ver­schlech­tern, wie dies in der Ver­gan­gen­heit teil­wei­se durch die im Lau­fe der Jah­re gestie­ge­nen Anfor­de­run­gen gesche­hen sei.

    Die Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft sieht die Not­wen­dig­keit einer Aus­wei­tung der Aus­bil­dungs­ka­pa­zi­tä­ten. In der Sache bestün­den kei­ner­lei tat­säch­li­che Anhalts­punk­te dafür, dass die durch das Abitur nach­ge­wie­se­ne Hoch­schul­rei­fe durch zusätz­li­che Anfor­de­run­gen an die Eig­nung der Bewer­ber ergänzt wer­den müs­se und die Stu­di­en­eig­nung durch ande­re Ver­fah­ren bes­ser pro­gnos­ti­ziert wer­den kön­ne. Die War­te­zeit­quo­te erfül­le ihre Aus­gleichs­funk­ti­on nicht. Die Län­ge der War­te­zeit füh­re zu sozia­ler Selek­ti­on, die dem Gebot einer sozi­al gerech­ten Ver­tei­lung von Stu­di­en­plät­zen zuwi­der­lau­fe.

    Der Mar­bur­ger Bund hält die Fokus­sie­rung auf die Ergeb­nis­se des Schul­ab­schlus­ses, die zu einer fak­ti­schen Abitur­no­ten­quo­te von fast 80 % füh­re, mit den Grund­sät­zen der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zum Hoch­schul­zu­las­sungs­recht für unver­ein­bar. Auch wenn das der­zei­ti­ge Sys­tem grund­sätz­lich auf eine Kom­bi­na­ti­on ver­schie­de­ner Aus­wahl­kri­te­ri­en ange­legt sei, füh­re sei­ne kon­kre­te Aus­ge­stal­tung dazu, dass bestimm­te Bewer­ber unge­ach­tet ande­rer Qua­li­fi­ka­tio­nen von vorn­her­ein von der Ver­tei­lung der Stu­di­en­plät­ze aus­ge­schlos­sen wür­den. Erfor­der­lich sei ein mul­ti­fak­to­ri­el­les, mehr­glei­si­ges Aus­wahl­ver­fah­ren, das es erlau­be, Defi­zi­te bei der Abitur­no­te durch ande­re, dif­fe­ren­zier­te Aus­wahl­kri­te­ri­en wie Sozi­al­kom­pe­tenz und nach­ge­wie­se­ne Moti­va­ti­on aus­zu­glei­chen. Die Abitur­no­te sei zwar grund­sätz­lich ein vali­der Indi­ka­tor für die Stu­di­en­eig­nung. Neben der nur beding­ten Ver­gleich­bar­keit der Noten sei aber auch zu beden­ken, dass nicht nur aus Kos­ten­grün­den auf den Stu­di­en­erfolg abge­stellt wer­den dür­fe, son­dern die Aus­wahl­kri­te­ri­en auch mit der Eig­nung für den Arzt­be­ruf kor­re­lie­ren müss­ten.

    Die War­te­zeit­quo­te kön­ne ihre Funk­ti­on, einer grö­ße­ren Anzahl von Abitu­ri­en­ten eine rea­lis­ti­sche Zulas­sungs­chan­ce zu ver­schaf­fen, dann nicht mehr erfül­len, wenn die War­te­zeit fak­tisch die Dau­er der Regel­stu­di­en­zeit über­stei­ge.

    Zuläs­sig­keit der Rich­ter­vor­la­gen[↑]

    Die Vor­la­gen sind über­wie­gend zuläs­sig. Man­gels Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit sind sie unzu­läs­sig, soweit sie die lan­des­ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten Bran­den­burgs und der Frei­en Han­se­stadt Bre­men betref­fen. Dar­über hin­aus fehlt es an der Dar­le­gung einer Ent­schei­dungs­re­le­vanz der lan­des­recht­li­chen Zustän­dig­keits­re­ge­lun­gen zum Erlass von Rechts­ver­ord­nun­gen im Sin­ne von Art. 12 des Staats­ver­tra­ges 2008.

    Nach Art. 100 Abs. 1 Satz 1 Alt. 2 GG hat ein Gericht das Ver­fah­ren aus­zu­set­zen und die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ein­zu­ho­len, wenn es ein Gesetz, auf des­sen Gül­tig­keit es bei der Ent­schei­dung ankommt, für ver­fas­sungs­wid­rig hält. Gemäß § 80 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG muss das vor­le­gen­de Gericht dar­le­gen, aus wel­chen Grün­den es von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Vor­schrift über­zeugt ist. Der Vor­la­ge­be­schluss muss außer­dem mit hin­rei­chen­der Deut­lich­keit erken­nen las­sen, dass und wes­halb es im Fal­le der Gül­tig­keit der für ver­fas­sungs­wid­rig gehal­te­nen Rechts­vor­schrift zu einem ande­ren Ergeb­nis käme als im Fal­le ihrer Ungül­tig­keit79.

    Die­sen Anfor­de­run­gen wer­den die Vor­la­ge­be­schlüs­se weit­ge­hend gerecht.

    Die Vor­la­gen beschrän­ken den Gegen­stand der Nor­men­kon­trol­le bei ver­stän­di­ger Aus­le­gung auf den Anwen­dungs­be­reich der vor­ge­leg­ten Bestim­mun­gen für die Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen im Stu­di­en­gang Human­me­di­zin. Nur inso­weit lie­gen die­se Bestim­mun­gen den Aus­gangs­ver­fah­ren ent­schei­dungs­er­heb­lich zugrun­de.

    Unzu­läs­sig sind die Vor­la­ge­be­schlüs­se jedoch, soweit sie sich auf die Vor­schrif­ten des bran­den­bur­gi­schen und des bre­mi­schen Lan­des­rechts sowie auf die lan­des­recht­li­chen Zustän­dig­keits­re­ge­lun­gen zum Erlass von Rechts­ver­ord­nun­gen bezie­hen. Die Begrün­dung der Vor­la­ge­be­schlüs­se lässt nicht erken­nen, dass es für die in den Aus­gangs­ver­fah­ren zu tref­fen­den Ent­schei­dun­gen auf die Gül­tig­keit die­ser Vor­schrif­ten ankommt.

    Die Vor­schrif­ten Bran­den­burgs und Bre­mens sind nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich, weil die Hoch­schu­len in Bran­den­burg und Bre­men den Stu­di­en­gang der Human­me­di­zin, um den es in den Aus­gangs­ver­fah­ren allein geht, nicht anbie­ten.

    Die Vor­la­ge­be­schlüs­se ver­deut­li­chen dar­über hin­aus nicht, war­um es für die Ent­schei­dung der Aus­gangs­ver­fah­ren auf die Gül­tig­keit der lan­des­recht­li­chen Zustän­dig­keits­be­stim­mun­gen zu der staats­ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung (Art. 12 Staats­ver­trag 2008) ankom­men soll. Es ist nicht erkenn­bar, inwie­weit und mit wel­cher Begrün­dung das vor­le­gen­de Gericht im Fall der Gül­tig­keit die­ser Rege­lung in den Aus­gangs­ver­fah­ren zu einem ande­ren Ergeb­nis käme als im Fall ihrer Ungül­tig­keit80.

    Die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der übri­gen vor­ge­leg­ten Vor­schrif­ten hat das Vor­la­ge­ge­richt hin­rei­chend dar­ge­legt und begrün­det.

    Die bun­des­recht­li­chen Regeln des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes über die zen­tra­le Stu­di­en­platz­ver­ga­be (§§ 31, 32 HRG), soweit es um deren Anwen­dungs­be­reich für den Stu­di­en­gang Human­me­di­zin geht, gel­ten auch nach der Neu­re­ge­lung der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen im Bereich der Hoch­schul­zu­las­sung durch die Föde­ra­lis­mus­re­form I (Art. 74 Abs. 1 Nr. 33 GG) als Bun­des­rah­men­recht fort (vgl. Art. 125b Abs. 1 Sät­ze 1 und 3 GG, Art. 75 Abs. 3 GG in der bis zum 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung). Sie blie­ben auch im Fal­le einer ver­fas­sungs­recht­li­chen Bean­stan­dung der lan­des­recht­li­chen Bestim­mun­gen zur Stu­di­en­platz­ver­ga­be wei­ter anwend­bar und müss­ten in den Aus­gangs­ver­fah­ren beach­tet wer­den.

    Ent­schei­dungs­er­heb­lich sind wei­ter die Vor­schrif­ten zur zen­tra­len Stu­di­en­platz­ver­ga­be der Län­der mit medi­zi­ni­schen Hoch­schu­len, das heißt aller Län­der mit Aus­nah­me Bran­den­burgs und Bre­mens. Soweit vor­ge­leg­te Vor­schrif­ten zwi­schen­zeit­lich außer Kraft getre­ten sind, wie dies bei den §§ 1, 3 und 4 des schles­wig-hol­stei­ni­schen Zustim­mungs- und Aus­füh­rungs­ge­set­zes zum Staats­ver­trag 2008 (ZVS ZuAG) der Fall ist, das zum 29.01.2016 außer Kraft getre­ten ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 des Geset­zes zur Ände­rung des Hoch­schul­ge­set­zes und ande­rer hoch­schul­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 11.01.2016, GVOBl Schl.-H. S. 2), ändert das nichts an der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit in den Aus­gangs­ver­fah­ren. Die Ent­schei­dung über die in den Aus­gangs­ver­fah­ren streit­ge­gen­ständ­li­chen Anträ­ge auf Zulas­sung zum Stu­di­um zum Win­ter­se­mes­ter 2013/​2014 rich­tet sich viel­mehr nach den im Bewer­bungs­se­mes­ter maß­geb­li­chen Regeln und tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­sen, auch wenn die­se sich zwi­schen­zeit­lich geän­dert haben81. Ent­spre­chend hat es auch kei­ne Aus­wir­kun­gen auf die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit, wenn Lan­des­recht mit Blick auf die Umset­zung des neu­en Staats­ver­tra­ges 2016 nur noch über­gangs­wei­se bis zu des­sen Inkraft­tre­ten gilt (vgl. z.B. Art. 5 des schles­wig-hol­stei­ni­schen Geset­zes zur Zustim­mung zum Staats­ver­trag über die gemein­sa­me Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung und zur Ände­rung wei­te­rer hoch­schul­recht­li­cher Vor­schrif­ten82).

    Zudem sind hier auch die vor­ge­leg­ten Bestim­mun­gen zum Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len ent­schei­dungs­er­heb­lich (§ 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 HRG, Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Staats­ver­trag 2008 und die ent­spre­chen­den lan­des­ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten), obgleich in den Aus­gangs­ver­fah­ren allein die Stu­di­en­platz­ver­ga­be durch die Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung in der Abitur­bes­ten- und der War­te­zeit­quo­te in Fra­ge steht. Unge­ach­tet der grund­sätz­lich gebo­te­nen engen Aus­le­gung des Kri­te­ri­ums der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der vor­ge­leg­ten Vor­schrif­ten83 genügt es für die Zuläs­sig­keit der kon­kre­ten Nor­men­kon­trol­le, wenn aus einer Norm, obwohl sie nicht unmit­tel­bar Grund­la­ge der im fach­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren zu tref­fen­den Ent­schei­dung ist, Schlüs­se für die Aus­le­gung oder den Fort­be­stand einer unmit­tel­bar ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Norm zu zie­hen sind84.

    Das ist hier der Fall. Denn die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Vor­schrif­ten über die zen­tra­le Stu­di­en­platz­ver­ga­be in der Abitur­bes­ten- und der War­te­zeit­quo­te kann nicht beur­teilt wer­den, ohne das Gesamt­sys­tem der Stu­di­en­platz­ver­ga­be im Fach Human­me­di­zin in die Wür­di­gung ein­zu­be­zie­hen. Die ver­schie­de­nen Quo­ten für die Ver­ga­be der Stu­di­en­plät­ze sind im Ver­ga­be­sys­tem eng mit­ein­an­der ver­schränkt. Der Gesetz­ge­ber will gera­de durch die Mehr­glei­sig­keit des Zulas­sungs­sys­tems die Chan­cen­of­fen­heit des Hoch­schul­zu­gangs gewähr­leis­ten85. Mit Blick auf sei­ne Eig­nung, eine kom­pen­sa­to­ri­sche, chan­cen­aus­glei­chen­de Wir­kung zu ent­fal­ten, ist des­halb auch das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len in die Prü­fung der mate­ri­el­len Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der in den Aus­gangs­ver­fah­ren unmit­tel­bar ent­schei­dungs­re­le­van­ten Vor­schrif­ten zum zen­tra­len Ver­ga­be­ver­fah­ren durch die Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung ein­zu­be­zie­hen und daher mit­tel­bar ent­schei­dungs­er­heb­lich.

    Soweit der Klä­ger in einem der Aus­gangs­ver­fah­ren kurz vor der münd­li­chen Ver­hand­lung zum Stu­di­um der Human­me­di­zin zuge­las­sen wor­den ist, steht dies auf­grund des objek­tiv gro­ßen Klä­rungs­in­ter­es­ses86 hin­sicht­lich der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der vor­ge­leg­ten Nor­men der Zuläs­sig­keit der jewei­li­gen Vor­la­ge hier nicht ent­ge­gen.

    An der Fra­ge der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Regeln zur zen­tra­len Stu­di­en­platz­ver­ga­be in zulas­sungs­be­schränk­ten Stu­di­en­fä­chern wie dem der Human­me­di­zin besteht ein sol­ches erheb­li­ches öffent­li­ches Inter­es­se. Die letz­ten Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts hier­zu datie­ren aus den 1970er Jah­ren. Das Hoch­schul­um­feld und die Ver­ga­be­re­geln haben sich in der Zwi­schen­zeit erheb­lich ver­än­dert. Zudem wei­sen Vor­la­ge­ver­fah­ren aus die­sem Bereich die Beson­der­heit auf, dass sie sich wegen einer zwi­schen­zeit­li­chen Stu­di­en­zu­las­sung der Klä­ger der Aus­gangs­ver­fah­ren wäh­rend der übli­chen Dau­er der ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren und des sich anschlie­ßen­den ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Nor­men­kon­troll­ver­fah­rens häu­fig erle­di­gen.

    Das Vor­la­ge­ge­richt hat sei­ne Über­zeu­gung von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Ver­ga­be­vor­schrif­ten unter Aus­wer­tung von Recht­spre­chung und Lite­ra­tur aus­führ­lich dar­ge­legt. Die Vor­la­ge­be­schlüs­se nen­nen den ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fungs­maß­stab und stel­len die für die Über­zeu­gung des Gerichts maß­ge­ben­den Erwä­gun­gen nach­voll­zieh­bar dar. Sie gehen dabei auf alle nahe­lie­gen­den tat­säch­li­chen und recht­li­chen Gesichts­punk­te ein und set­zen sich ins­be­son­de­re mit der maß­geb­li­chen Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts hin­rei­chend aus­ein­an­der87.

    For­mel­le und mate­ri­el­le Ver­fas­sungs­ge­mäß­heit[↑]

    Die den zuläs­si­gen Gegen­stand der Vor­la­gen bil­den­den bun­des­ge­setz­li­chen Rah­men­vor­schrif­ten und gesetz­li­chen Rege­lun­gen der Län­der über die Stu­di­en­platz­ver­ga­be für das Fach Human­me­di­zin in den drei Haupt­quo­ten (Abitur­bes­ten- und War­te­zeit­quo­te sowie Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len) sind in Tei­len mit dem Grund­ge­setz nicht ver­ein­bar. Die Rege­lun­gen der §§ 31 Abs. 3, 32 Abs. 1 und 3 HRG sowie die lan­des­ge­setz­li­chen Bestim­mun­gen zur Umset­zung von Art. 8 Abs. 1 und Art. 10 des Staats­ver­tra­ges 2008, gegen deren for­mel­le Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit kei­ne Beden­ken bestehen, ver­let­zen teil­wei­se den grund­recht­li­chen Anspruch der Stu­di­en­platz­be­wer­be­rin­nen und ‑bewer­ber auf glei­che Teil­ha­be am staat­li­chen Stu­di­en­an­ge­bot und gleich­heits­ge­rech­te Zulas­sung zum Stu­di­um (Art. 12 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GG).

    Nach Art. 12 Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG haben jede Stu­di­en­platz­be­wer­be­rin und jeder Stu­di­en­platz­be­wer­ber ein Recht auf glei­che Teil­ha­be an staat­li­chen Stu­di­en­an­ge­bo­ten und damit auf gleich­heits­ge­rech­te Zulas­sung zum Stu­di­um ihrer Wahl. Der Gesetz­ge­ber muss die Ver­tei­lung knap­per Stu­di­en­plät­ze nach Maß­ga­be der ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen regeln. Den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen wird das gel­ten­de Recht in Tei­len nicht gerecht. Soweit ein­zel­ne Lan­des­ge­set­ze vom Hoch­schul­rah­men­recht des Bun­des abwei­chen, ist dies durch die seit dem 1.08.2008 für die Hoch­schul­zu­las­sung bestehen­de Abwei­chungs­be­fug­nis der Län­der aus Art. 125b Abs. 1 Satz 3 GG gedeckt. Ledig­lich die lan­des­ge­setz­li­che Rege­lung zur Ein­füh­rung eines Kri­te­ri­ums für Fäl­le der Rang­gleich­heit in der Abitur­bes­ten- und der War­te­zeit­quo­te im Land Ber­lin (§ 8a Berl­HZG) ist wegen des Vor­rangs von Bun­des­recht, hier des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes, gemäß Art. 31 GG nich­tig.

    Recht auf glei­che Teil­ha­be an staat­li­chen Stu­di­en­an­ge­bo­ten[↑]

    Aus der Aus­bil­dungs- und Berufs­wahl­frei­heit des Art. 12 Abs. 1 Satz 1 GG in Ver­bin­dung mit dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz des Art. 3 Abs. 1 GG ergibt sich für die­je­ni­gen, die dafür die sub­jek­ti­ven Zulas­sungs­vor­aus­set­zun­gen erfül­len, ein Recht auf glei­che Teil­ha­be am staat­li­chen Stu­di­en­an­ge­bot und damit ein deri­va­ti­ver Anspruch auf gleich­heits­ge­rech­te Zulas­sung zum Stu­di­um ihrer Wahl88. Ist die Zahl der ver­füg­ba­ren Stu­di­en­plät­ze begrenzt, so ist es die Auf­ga­be der Gesetz­ge­bung, deren Ver­ga­be gleich­heits­ge­recht zu gestal­ten. Bei der Aus­ge­stal­tung der Zulas­sungs­re­geln für das Hoch­schul­stu­di­um ist auch dem Sozi­al­staats­prin­zip Rech­nung zu tra­gen (Art.20 Abs. 1, Art. 28 Abs. 1 Satz 1 GG)89.

    Abs. 1 Satz 1 GG gewähr­leis­tet das Recht, die Aus­bil­dungs­stät­te frei zu wäh­len. Die­ses steht in engem Zusam­men­hang mit dem Recht der frei­en Berufs­wahl, da die Aus­bil­dung in der Regel die Vor­stu­fe einer Berufs­auf­nah­me ist, bei­de also inte­grie­ren­de Bestand­tei­le eines zusam­men­ge­hö­ren­den Lebens­vor­gangs dar­stel­len90. Wenn die Auf­nah­me eines Berufs – wie bei Ärz­ten (vgl. § 2 Abs. 1, § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 BÄO) – eine bestimm­te Aus­bil­dung vor­aus­setzt, schließt die Nicht­zu­las­sung zu die­ser Aus­bil­dung aus, die­sen Beruf spä­ter zu ergrei­fen91. Der ver­fas­sungs­recht­li­che Grund­rechts­schutz zielt dabei nicht nur auf die Abwehr von Ein­grif­fen der öffent­li­chen Gewalt, son­dern im Zusam­men­wir­ken mit Art. 3 Abs. 1 GG auch auf gleich­heits­ge­rech­te Teil­ha­be an staat­li­chen Leis­tun­gen und – hier – staat­li­chen Stu­di­en­an­ge­bo­ten92.

    Das Teil­ha­be­recht reicht nicht so weit, dass es einen indi­vi­du­el­len Anspruch begrün­den könn­te, Aus­bil­dungs­ka­pa­zi­tä­ten in einem Umfang zu schaf­fen, wel­cher der jewei­li­gen Nach­fra­ge gerecht wird. Die Fra­ge der Bemes­sung der Anzahl ver­füg­ba­rer Aus­bil­dungs­plät­ze obliegt der Ent­schei­dung des demo­kra­tisch legi­ti­mier­ten Gesetz­ge­bers, der bei sei­ner Haus­halts­wirt­schaft neben den Grund­rech­ten der Stu­di­en­platz­be­wer­be­rin­nen und ‑bewer­ber auch ande­re Gemein­wohl­be­lan­ge berück­sich­tigt93. Das Recht auf chan­cen­glei­chen Zugang zum Hoch­schul­stu­di­um besteht damit nur in dem Rah­men, in dem der Staat tat­säch­lich Aus­bil­dungs­ka­pa­zi­tä­ten zur Ver­fü­gung stellt94.

    Aus der grund­recht­li­chen Ver­bür­gung der frei­en Wahl der Aus­bil­dungs­stät­te in Ver­bin­dung mit dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz (Art. 12 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GG) ergibt sich ein Recht auf Teil­ha­be an den vor­han­de­nen Stu­di­en­an­ge­bo­ten, die der Staat mit öffent­li­chen Mit­teln geschaf­fen hat. Es han­delt sich hier­bei um ein deri­va­ti­ves Teil­ha­be­recht. Die­je­ni­gen, die dafür die sub­jek­ti­ven Zulas­sungs­vor­aus­set­zun­gen erfül­len, haben danach ein Recht auf gleich­heits­ge­rech­te Zulas­sung zum Hoch­schul­stu­di­um ihrer Wahl95. Das Teil­ha­be­recht reicht indes nicht so weit, dass jeder und jede Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­tig­te – unab­hän­gig vom Ergeb­nis der schu­li­schen Leis­tun­gen und der sons­ti­gen fach­spe­zi­fi­schen Qua­li­fi­ka­ti­on – bean­spru­chen könn­te, die Zulas­sung zu dem gewähl­ten Stu­di­um tat­säch­lich eines Tages zu erhal­ten. In Fächern wie der Human­me­di­zin, in denen die Anzahl an Bewer­bun­gen das Ange­bot an Stu­di­en­plät­zen weit über­steigt, kann der Teil­ha­be­an­spruch die tat­säch­li­che Stu­di­en­zu­las­sung von vorn­her­ein nicht garan­tie­ren96. Die ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­ne Chan­cen­of­fen­heit schließt das Risi­ko des Fehl­schlags einer Bewer­bung auf einen Stu­di­en­platz ein, da bei der Ver­ga­be knap­per unteil­ba­rer Güter jedes Aus­wahl­sys­tem – wie immer es aus­ge­stal­tet ist – nur einem Teil der Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber rea­le Aus­sich­ten eröff­nen kann, auch tat­säch­lich Erfolg zu haben. Wesent­lich ist, dass die Ver­ga­be der Stu­di­en­plät­ze nach gleich­heits­ge­rech­ten Kri­te­ri­en erfolgt97.

    Vefas­sungs­recht­li­che Anfor­de­run­gen an die Ver­ga­be knap­per Stu­di­en­plät­ze[↑]

    Der Gesetz­ge­ber muss Regeln für die ver­fas­sungs­ge­mä­ße Ver­tei­lung knap­per Stu­di­en­plät­ze schaf­fen, die dem Grund­recht auf glei­che Teil­ha­be an staat­li­chen Stu­di­en­an­ge­bo­ten genü­gen. Er muss die Ver­ga­be knap­per Stu­di­en­plät­ze auf sol­che Wei­se regeln, dass deren gleich­heits­ge­rech­te Ver­tei­lung sicher­ge­stellt ist. Die gesetz­li­chen Rege­lun­gen müs­sen zudem dem Grund­satz des Geset­zes­vor­be­halts genü­gen.

    Die Ver­ga­be der Stu­di­en­plät­ze muss im Fal­le der Knapp­heit nach Regeln erfol­gen, die sich grund­sätz­lich an dem Kri­te­ri­um der Eig­nung ori­en­tie­ren. Dane­ben berück­sich­tigt der Gesetz­ge­ber auch ande­re Gemein­wohl­be­lan­ge, wie etwa die Pati­en­ten­ver­sor­gung, und trägt dem Sozi­al­staats­prin­zip Rech­nung.

    Aus dem Gebot der Gleich­heits­ge­rech­tig­keit folgt, dass sich die Regeln über die Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen grund­sätz­lich an dem Kri­te­ri­um der Eig­nung ori­en­tie­ren müs­sen. Das kann die Ungleich­be­hand­lung recht­fer­ti­gen, wel­che mit der Ver­tei­lung einer den Bedarf nicht decken­den Zahl von Stu­di­en­plät­zen zwangs­läu­fig ver­bun­den ist.

    Die für die Ver­tei­lung rele­van­te Eig­nung bemisst sich dabei an den Erfor­der­nis­sen des kon­kre­ten Stu­di­en­fachs und den sich typi­scher­wei­se anschlie­ßen­den beruf­li­chen Tätig­kei­ten. Eine dif­fe­ren­zie­ren­de Kri­te­ri­en­bil­dung ist dabei ver­fas­sungs­recht­lich gebo­ten, wenn sich nur so das kon­kret erfor­der­li­che Eig­nungs­pro­fil hin­rei­chend abbil­den lässt. Dafür müs­sen auch prak­ti­sche und sozi­al-kom­mu­ni­ka­ti­ve Fähig­kei­ten sowie bereits in medi­zi­ni­schen Beru­fen erwor­be­ne Qua­li­fi­ka­tio­nen eine Rol­le spie­len.

    Die zur Ver­ga­be knap­per Stu­di­en­plät­ze her­an­ge­zo­ge­nen Kri­te­ri­en müs­sen die Viel­falt der mög­li­chen Anknüp­fungs­punk­te zur Erfas­sung der Eig­nung abbil­den.

    Inwie­weit ein Kri­te­ri­um die Eig­nung vor­her­zu­sa­gen gestat­tet, ist eine Tat­sa­chen­fra­ge. Der Gesetz­ge­ber hat die Gren­zen der tat­säch­li­chen Aus­sa­ge­kraft ein­zel­ner Eig­nungs­kri­te­ri­en in Rech­nung zu stel­len. Ein Kri­te­ri­um, das kei­ne hin­rei­chend trag­fä­hi­gen Vor­her­sa­gen zulässt oder das nur Teil­as­pek­te der in einem Stu­di­en­fach rele­van­ten Anfor­de­run­gen abbil­det, darf er nicht als ein­zi­ges Aus­wahl­kri­te­ri­um vor­se­hen, weil es sonst die­se Schwä­chen bei der Aus­wahl ver­ab­so­lu­tier­te. Er kann dem aber begeg­nen, indem er ande­re Kri­te­ri­en hin­zu­zieht, die aller­dings ihrer­seits Aus­sa­ge­kraft hin­sicht­lich der Eig­nung haben müs­sen. Schwä­chen eines Kri­te­ri­ums kann er auch dadurch Rech­nung tra­gen, dass er Stu­di­en­platz­kon­tin­gen­te für Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber vor­sieht, die ein ande­res Kri­te­ri­um erfül­len, das eben­falls auf die Eig­nung hin­weist.

    Der Gesetz­ge­ber ist dabei nicht von Ver­fas­sungs wegen auf die Ver­wen­dung eines bestimm­ten Eig­nungs­kri­te­ri­ums oder einer bestimm­ten Kri­te­ri­en­kom­bi­na­ti­on ver­wie­sen. Die Kri­te­ri­en müs­sen aber in ihrer Gesamt­heit Gewähr für eine hin­rei­chen­de Vor­her­sa­ge­kraft bie­ten. Dem­ge­mäß lässt sich auch die Fra­ge der Ver­ein­bar­keit der gesetz­li­chen Aus­ge­stal­tung des Hoch­schul­zu­gangs mit dem Grund­recht auf glei­che Teil­ha­be am staat­li­chen Stu­di­en­an­ge­bot nicht einem ein­zel­nen Kri­te­ri­um ent­neh­men, son­dern erfor­dert eine Gesamt­be­trach­tung des vom Gesetz­ge­ber gewähl­ten Regel­werks. Erwei­sen sich Ele­men­te der Zugangs­re­ge­lung in einem kon­kre­ten Rege­lungs­zu­sam­men­hang als defi­zi­tär, schließt das nicht aus, dass sie als Teil einer ande­ren Gesamt­re­ge­lung ver­fas­sungs­recht­lich Bestand haben könn­ten. Die ver­fas­sungs­ge­richt­li­che Über­prü­fung gilt den Regeln im Rah­men der vom Gesetz­ge­ber der­zeit gewähl­ten kon­kre­ten Gesamt­heit von Zulas­sungs­re­geln, die sich – ins­be­son­de­re durch die Ein­rich­tung ver­schie­de­ner Ver­ga­be­quo­ten – aus meh­re­ren Tei­len zusam­men­setzt.

    Im Bereich grund­recht­li­cher Teil­ha­be­an­sprü­che – gera­de in Kon­kur­renz­si­tua­tio­nen – erfor­dert die Ver­wirk­li­chung des mate­ri­el­len Grund­rechts­ge­halts eine dem Grund­rechts­schutz ange­mes­se­ne Ver­fah­rens­ge­stal­tung, denn sie kann Ein­fluss auf das Ergeb­nis der Aus­wahl­ent­schei­dung haben98. Einer chan­cen­of­fe­nen Gestal­tung bedür­fen somit nicht nur die mate­ri­el­len Aus­wahl­maß­stä­be, son­dern auch das Zulas­sungs­ver­fah­ren selbst. Dazu gehört eine hin­rei­chen­de Ver­fah­rens­trans­pa­renz99.

    Die Aus­ge­stal­tung der Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen an staat­li­chen Hoch­schu­len und damit die Ent­schei­dung über das Teil­ha­be­recht der Stu­di­en­platz­be­wer­be­rin­nen und ‑bewer­ber als Teil­as­pekt der Berufs­frei­heit im Zusam­men­wir­ken mit dem Gleich­be­hand­lungs­ge­bot (Art. 12 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GG) ist Auf­ga­be des Gesetz­ge­bers, denn sie berührt grund­recht­lich wesent­li­che Belan­ge.

    Dies folgt aus dem Grund­satz des Vor­be­halts des Geset­zes. Die­ser ver­pflich­tet den par­la­men­ta­ri­schen Gesetz­ge­ber, wesent­li­che, für die Grund­rechts­ver­wirk­li­chung maß­geb­li­che Rege­lun­gen selbst zu tref­fen und nicht ande­ren Norm­ge­bern oder der Exe­ku­ti­ve zu über­las­sen100. Bei der Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen han­delt es sich um eine für die Ver­wirk­li­chung des grund­recht­lich geschütz­ten Teil­ha­be­rechts aus Art. 12 Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG wesent­li­che Rege­lungs­ma­te­rie, die den Kern des Zulas­sungs­we­sens aus­macht und damit dem Par­la­ments­vor­be­halt unter­liegt101.

    Der Gesetz­ge­ber muss die für die Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen in zulas­sungs­be­schränk­ten Stu­di­en­gän­gen wesent­li­chen Fra­gen selbst regeln.

    In Anbe­tracht der vor­ent­schei­den­den Bedeu­tung der Aus­wahl­grund­la­gen für die Ver­wirk­li­chung der Stu­di­en­wahl­ent­schei­dung und deren Aus­wir­kun­gen auf die Aus­bil­dungs- und Berufs­wahl­frei­heit der Stu­di­en­platz­be­wer­ber müs­sen die Aus­wahl­kri­te­ri­en ihrer Art nach durch den demo­kra­tisch legi­ti­mier­ten Gesetz­ge­ber selbst bestimmt wer­den102.

    Grund­sätz­lich ist es ver­fas­sungs­recht­lich unzu­läs­sig, den Hoch­schu­len ein eige­nes Kri­te­ri­en­er­fin­dungs­recht zu über­las­sen. Unter­ge­setz­li­chen Norm­ge­bern darf von Ver­fas­sungs wegen nicht die Kom­pe­tenz ein­ge­räumt wer­den, den par­la­ments­ge­setz­li­chen Kata­log durch selbst ent­wi­ckel­te Aus­wahl­kri­te­ri­en zu ergän­zen oder zu erwei­tern. Der zur Rege­lung die­ser für die Grund­rechts­ver­wirk­li­chung wesent­li­chen Fra­ge allein demo­kra­tisch legi­ti­mier­te Gesetz­ge­ber darf hier sei­ne Rege­lungs­ver­ant­wort­lich­keit nicht auf Drit­te dele­gie­ren, son­dern muss die Art der Aus­wahl­grund­la­gen abschlie­ßend regeln. Des­we­gen muss sich die Sat­zungs­be­fug­nis der Hoch­schu­len für deren Aus­wahl­ver­fah­ren dar­auf beschrän­ken, Kri­te­ri­en aus einem durch for­mel­les Gesetz fest­ge­leg­ten Kata­log aus­zu­wäh­len, der die­se der Art nach bereits hin­rei­chend bestimmt. Das gilt jeden­falls für grund­stän­di­ge Mas­sen­stu­di­en­gän­ge, die wie das Stu­di­um der Human­me­di­zin über den Zugang zu einem weit gesteck­ten Berufs­feld ent­schei­den. Für spe­zia­li­sier­te Stu­di­en­gän­ge im Rah­men eines spe­zi­fi­schen Lehr- und For­schungs­pro­fils mag ande­res gel­ten.

    Der Gesetz­ge­ber darf den Hoch­schu­len aller­dings gewis­se Spiel­räu­me für die Kon­kre­ti­sie­rung der gesetz­lich der Art nach fest­ge­leg­ten Kri­te­ri­en las­sen, anhand derer die Eig­nung von Stu­di­en­be­wer­be­rin­nen und ‑bewer­bern beur­teilt wer­den soll. Sol­che Spiel­räu­me recht­fer­ti­gen sich durch den direk­ten Erfah­rungs­be­zug der Hoch­schu­len und die grund­recht­lich geschütz­te Frei­heit von For­schung und Leh­re, was die eige­ne Schwer­punkt­set­zung ein­schließt und damit auch eine Pro­fil­bil­dung ermög­licht103. Den Hoch­schu­len steht nach Art. 5 Abs. 3 GG das Recht zu, ihren Stu­di­en­gang nach eige­nen wis­sen­schaft­li­chen Kri­te­ri­en zu prä­gen und dabei eige­ne Schwer­punk­te zu set­zen. Eine sol­che – begrenz­te – Kon­kre­ti­sie­rungs­be­fug­nis der Hoch­schu­len schlägt sich ins­be­son­de­re in den Aus­ge­stal­tungs­mög­lich­kei­ten hoch­schul­ei­ge­ner Eig­nungs­prü­fun­gen nie­der, die nach gel­ten­dem Recht im Rah­men der Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­le durch­ge­führt wer­den dür­fen (fach­spe­zi­fi­sche Stu­dier­fä­hig­keits­tests und Aus­wahl­ge­sprä­che). Aller­dings ver­langt der Grund­satz des Geset­zes­vor­be­halts inso­weit gesetz­li­che Siche­run­gen dafür, dass die Hoch­schu­len Eig­nungs­prü­fun­gen in stan­dar­di­sier­ten und struk­tu­rier­ten Ver­fah­ren durch­füh­ren. Dabei genügt es, wenn der Gesetz­ge­ber die Hoch­schu­len zu einer trans­pa­ren­ten eige­nen Stan­dar­di­sie­rung und Struk­tu­rie­rung ver­pflich­tet, auch um der Gefahr dis­kri­mi­nie­ren­der Anwen­dung vor­zu­beu­gen (vgl. Art. 3 Abs. 3 GG). Der Gesetz­ge­ber muss dabei sicher­stel­len, dass in den hoch­schul­ei­ge­nen Stu­dier­fä­hig­keits­tests und Aus­wahl­ge­sprä­chen nur die Eig­nung der Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber geprüft wird. Die den Hoch­schu­len ein­ge­räum­te Kon­kre­ti­sie­rungs­be­fug­nis darf sich aus­schließ­lich auf die – auch im Lich­te der fach­li­chen Aus­ge­stal­tung und Schwer­punkt­set­zung unter Ein­be­zie­hung hoch­schul­spe­zi­fi­scher Pro­fil­bil­dun­gen zu beur­tei­len­de – Eig­nung der Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber bezie­hen.

    Beur­tei­lung des gel­ten­den Rechts[↑]

    Nach die­sen Maß­stä­ben erwei­sen sich die zuläs­si­ger­wei­se vor­ge­leg­ten Vor­schrif­ten in Tei­len als ver­fas­sungs­wid­rig.

    Aller­dings hält sich die vom Gesetz­ge­ber vor­ge­nom­me­ne Auf­tei­lung der Stu­di­en­platz­ver­ga­be in Vor­ab- und Haupt­quo­ten inner­halb sei­nes Gestal­tungs­er­mes­sens. Die Stu­di­en­platz­ver­ga­be in der soge­nann­ten Abitur­bes­ten­quo­te genügt den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen jedoch nur teil­wei­se: Ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den ist hier­bei die – mit Aus­gleichs­re­ge­lun­gen zur föde­ra­len Ver­gleich­bar­keit ver­se­he­ne – Her­an­zie­hung der Abitur­durch­schnitts­no­te als Aus­wahl­kri­te­ri­um; mit den Anfor­de­run­gen der glei­chen Teil­ha­be nicht ver­ein­bar ist hin­ge­gen die Beschrän­kung und die Art der Berück­sich­ti­gung von Orts­wün­schen. Auch die Rege­lun­gen zum soge­nann­ten Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len genü­gen den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen in ver­schie­de­ner Hin­sicht nicht. Sie erfül­len nicht voll­stän­dig die Anfor­de­run­gen des Vor­be­halts des Geset­zes und ver­sto­ßen zum Teil auch mate­ri­ell gegen die Anfor­de­run­gen der glei­chen Teil­ha­be. Das gilt für die Aus­ge­stal­tung des Vor­auswahl­ver­fah­rens, nament­lich die Bedeu­tung der Orts­prä­fe­ren­zen, hin­sicht­lich der nicht gesi­cher­ten län­der­über­grei­fen­den Ver­gleich­bar­keit der Abitur­no­ten sowie der unzu­rei­chen­den Berück­sich­ti­gung nicht schul­no­ten­ba­sier­ter Aus­wahl­kri­te­ri­en. Mit den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen unver­ein­bar ist schließ­lich auch die der­zei­ti­ge Aus­ge­stal­tung der soge­nann­ten War­te­zeit­quo­te.

    Gestal­tungs­er­mes­sen des Gesetz­ge­bers[↑]

    Die Aus­ge­stal­tung und Unter­tei­lung des Stu­di­en­platz­ver­ga­be­sys­tems in Vor­ab- und drei Haupt­quo­ten (§ 32 Abs. 2 und 3 HRG; Art. 9 und 10 Staats­ver­trag 2008) hal­ten sich im Rah­men der gesetz­ge­be­ri­schen Gestal­tungs­frei­heit.

    Die Vor­ab­quo­ten sieht der Gesetz­ge­ber für Här­te­fäl­le, für Berei­che beson­de­ren öffent­li­chen Bedarfs (etwa für Sani­täts­of­fi­zie­re der Bun­des­wehr), für nicht gemäß § 27 Abs. 1 Satz 2 HRG mit Deut­schen gleich­ge­stell­te aus­län­di­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge und Staa­ten­lo­se, für Per­so­nen mit beson­de­rer Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung – wie Absol­ven­ten eines Fach­hoch­schul­grund­stu­di­ums – und für in der beruf­li­chen Bil­dung Qua­li­fi­zier­te sowie für Zwei­stu­di­en­be­wer­ber vor.

    Der Gesetz­ge­ber ver­folgt damit je für sich beson­de­re Zwe­cke, die dem Aus­gleich von Benach­tei­li­gun­gen oder beson­de­ren öffent­li­chen oder auch wis­sen­schaft­li­chen Bedürf­nis­sen Rech­nung tra­gen sol­len. Es ist nicht Gegen­stand des vor­lie­gen­den Ver­fah­rens, die­se Rege­lung hin­sicht­lich ihrer Ein­zel­hei­ten zu prü­fen. Jedoch ist eine Aner­ken­nung sol­cher Vor­ab­quo­ten zur Ver­fol­gung gewich­ti­ger öffent­li­cher Inter­es­sen und aus sozi­al­staat­li­chen Erwä­gun­gen im Blick auf die dadurch beding­te Beschrän­kung der Zahl der in den Haupt­quo­ten ver­füg­ba­ren Stu­di­en­plät­ze jeden­falls im der­zei­ti­gen Umfang mit den Gleich­heits­an­for­de­run­gen bei der Stu­di­en­platz­ver­ga­be grund­sätz­lich ver­ein­bar. Mit einer im Staats­ver­trag ver­ein­bar­ten Vor­ab­quo­te von ins­ge­samt bis zu zwei Zehn­teln, mit der die Län­der hin­ter dem bun­des­recht­li­chen Rah­men von bis zu drei Zehn­teln zurück­blei­ben (vgl. § 32 Abs. 2 Satz 1 HRG, Art. 9 Abs. 1 Satz 1 Staats­ver­trag 2008), ist der Anteil der ohne Rück­sicht auf die Kri­te­ri­en der Haupt­quo­ten ver­ge­be­nen Plät­ze ver­tret­bar begrenzt. Für das Stu­di­um der Human­me­di­zin machen die Vor­ab­quo­ten zusam­men zur­zeit ledig­lich 12, 4 % der Stu­di­en­plät­ze aus (Sum­mie­rung der Quo­ten gemäß § 6 Abs. 1 und 2 Ver­ga­be­ver­ord­nung Stif­tung). Ein gewis­ser Aus­gleich für die damit ver­bun­de­ne Ver­rin­ge­rung der in den Haupt­quo­ten zur Ver­fü­gung ste­hen­den Plät­ze wird dadurch her­ge­stellt, dass – mit Aus­nah­me der Här­te­fall­be­wer­ber – Bewer­ber, die den Vor­ab­quo­ten unter­fal­len, am Aus­wahl­ver­fah­ren in den Haupt­quo­ten nicht teil­neh­men dür­fen (vgl. Art. 9 Abs. 7 Staats­ver­trag 2008). Zugleich stär­ken die Vor­ab­quo­ten die Zulas­sungs­chan­cen für Per­so­nen, die sonst ten­den­zi­ell eher benach­tei­ligt wären, oder für sol­che Berei­che, in denen spe­zi­fi­sche Gemein­wohl­be­lan­ge anzu­er­ken­nen sind.

    Auch die Auf­tei­lung der Haupt­quo­ten begeg­net kei­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken. Der Gesetz­ge­ber hat inso­weit einen sehr wei­ten Aus­ge­stal­tungs­spiel­raum. Weder ist er zu einer sol­chen Auf­tei­lung durch die Ver­fas­sung gehal­ten noch ist er an ihr gehin­dert. Von daher ist es von Ver­fas­sungs wegen unbe­denk­lich, wenn er Quo­ten einer­seits für eine zen­tra­le Stu­di­en­platz­ver­ga­be und ande­rer­seits für eine Stu­di­en­platz­ver­ga­be durch die Hoch­schu­len vor­sieht und wenn er in den Quo­ten die Ver­ga­be nach ver­schie­de­nen Aus­wahl­kri­te­ri­en bestimmt. Maß­geb­lich ist allein, dass die Aus­wahl je für sich oder im Zusam­men­wir­ken der ver­schie­de­nen Ver­fah­ren den Anfor­de­run­gen der Ver­fas­sung genügt.

    Abitur­bes­ten­quo­te[↑]

    Kei­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken unter­liegt es, wenn der Gesetz­ge­ber für einen Anteil von 20 % der in den Haupt­quo­ten zu ver­ge­ben­den Stu­di­en­plät­ze zen­tral auf die Durch­schnitts­no­te der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung abstellt (Abitur­bes­ten­quo­te). Mit den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen nicht ver­ein­bar ist inso­weit jedoch die der­zei­ti­ge Begren­zung der Ver­ga­be­chan­cen in Anknüp­fung an die Orts­wün­sche.

    Mit einer Ver­ga­be der Stu­di­en­plät­ze nach Maß­ga­be der Durch­schnitts­no­te der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung knüpft der Gesetz­ge­ber an eine Beur­tei­lung der Leis­tun­gen der Stu­di­en­be­wer­ber an, die von der Schu­le am Ende einer all­ge­mein­bil­den­den Aus­bil­dung im Blick auf die Hoch­schul­rei­fe vor­ge­nom­men wur­de. Eine Anknüp­fung hier­an ist – jeden­falls als, bei Gesamt­sicht, ein Kri­te­ri­um unter ande­ren – für die Stu­di­en­platz­ver­ga­be nahe­lie­gend. An der Sach­ge­rech­tig­keit der Abitur­no­te als Eig­nungs­kri­te­ri­um auch für die Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen der Human­me­di­zin bestehen auf Grund­la­ge der vor­lie­gen­den Erkennt­nis­se kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken.

    Unter­su­chun­gen bele­gen, dass die Abitur­no­te eine hohe Aus­sa­ge­kraft für die Pro­gno­se des Stu­di­en­erfolgs im Medi­zin­stu­di­um besitzt104. Der Abitur­durch­schnitts­no­te wird in Fach­krei­sen ein hohes Aggre­ga­ti­ons­ni­veau attes­tiert, das sich posi­tiv auf die Mess­ge­nau­ig­keit und pro­gnos­ti­sche Güte aus­wirkt, da Stör­fak­to­ren wie Beno­tungs­ten­den­zen von Leh­rern aus­ge­mit­telt wer­den105. Gleich­zei­tig wird ange­nom­men, dass die Durch­schnitts­no­te gut geeig­net ist, Auf­schluss über all­ge­mei­ne kogni­ti­ve Fähig­kei­ten und per­sön­lich­keits­be­zo­ge­ne Kom­pe­ten­zen wie Inter­es­se, Moti­va­ti­on, Fleiß und Arbeits­hal­tung zu geben106. Empi­ri­sche Betrach­tun­gen bestä­ti­gen dem­entspre­chend einen signi­fi­kan­ten Zusam­men­hang zwi­schen dem Abitur­er­geb­nis und Stu­di­en­erfolgs­de­ter­mi­nan­ten wie Stu­di­en­dau­er und Prü­fungs­er­geb­nis­sen vor allem für den ers­ten, vor­kli­ni­schen Abschnitt des Medi­zin­stu­di­ums107. Das hat auch die Anhö­rung der sach­kun­di­gen Aus­kunfts­per­so­nen in der münd­li­chen Ver­hand­lung bestä­tigt.

    Zwar bezieht sich die hohe Vor­her­sa­ge­kraft der Abitur­no­te nach den Aus­füh­run­gen der sach­kun­di­gen Aus­kunfts­per­so­nen Pro­fes­so­rin Dr. Mar­ti­na Kad­mon und Pro­fes­sor Dr. Wolf­gang Ham­pe für das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Ham­burg-Eppen­dorf in der münd­li­chen Ver­hand­lung in ers­ter Linie auf den ers­ten, vor­kli­ni­schen Teil des Medi­zin­stu­di­ums bis zum Ers­ten Abschnitt der Ärzt­li­chen Prü­fung, die nach einer Regel­stu­di­en­zeit von zwei Jah­ren abge­legt wird (vgl. § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5, Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 ÄAp­prO). Der Zusam­men­hang zwi­schen schu­li­scher und uni­ver­si­tä­rer Leis­tung ist im kli­ni­schen Stu­di­en­ab­schnitt, in dem ande­re Fak­to­ren als die rein kogni­ti­ve Leis­tungs­fä­hig­keit deut­li­cher zum Tra­gen kom­men, gerin­ger108. Dies stellt die grund­sätz­li­che Eig­nung der Abitur­no­te zur Stu­di­en­erfolgs­pro­gno­se jedoch nicht in Fra­ge.

    Auch sonst wird die Gleich­heits­ge­rech­tig­keit des Zugangs zum Stu­di­um der Human­me­di­zin durch die Ver­ga­be eines Teils der Stu­di­en­plät­ze allein an die Abitur­bes­ten nicht in Fra­ge gestellt. Zwar bestehen mög­li­che Aus­schluss­wir­kun­gen in Bezug auf Bewer­ber mit beson­de­ren Ein­zel­kom­pe­ten­zen, die in der Abitur­durch­schnitts­no­te nicht hin­rei­chend abge­bil­det wer­den. Die Ver­ga­be in der Abitur­bes­ten­quo­te betrifft jedoch – nach Abzug der Vor­ab­quo­ten – ledig­lich 20 % der Stu­di­en­plät­ze. Auch han­delt es sich bei der Abitur­no­te um ein prak­ti­ka­bles, leicht greif­ba­res Kri­te­ri­um, das zudem nicht nur auf einer punk­tu­el­len Bewer­tung, son­dern auf einer brei­ten Erkennt­nis­grund­la­ge beruht. Sie ist auf meh­re­re Beur­tei­lun­gen gestützt, die über einen län­ge­ren Zeit­raum hin­weg in unter­schied­li­chen Fächern durch ver­schie­de­ne Beur­tei­ler erfolgt sind. Dar­über hin­aus hat die Anhö­rung der sach­kun­di­gen Aus­kunfts­per­so­nen erge­ben, dass die sehr gute Abitur­no­te ein zuver­läs­si­ger Indi­ka­tor für eine gerin­ge Stu­di­en­ab­bre­cher­quo­te und glei­cher­ma­ßen einen ver­gleichs­wei­se zügi­gen Abschluss des Stu­di­ums ist109.

    Die Aus­sa­ge­kraft der Abitur­no­te kann aller­dings durch Fehl­ent­wick­lun­gen beein­träch­tigt wer­den, die ihre Eig­nung als Aus­wahl­kri­te­ri­um gera­de in den Grenz­be­rei­chen der Spit­zen­no­ten in Fra­ge stel­len. Neben der bun­des­wei­ten Ver­gleich­bar­keit der Abitur­no­te ist dabei ins­be­son­de­re die Noten­ent­wick­lung ins­ge­samt in den Blick zu neh­men. So kann eine deut­li­che Zunah­me von Noten im Spit­zen­be­reich (sog. "Noten­in­fla­ti­on") die Eig­nung der Abitur­no­te als Dif­fe­ren­zie­rungs­kri­te­ri­um ein­schrän­ken und ihre Taug­lich­keit als Abgren­zungs­kri­te­ri­um im Zehn­tel­no­ten­be­reich wei­ter schmä­lern. Eine sol­che Ent­wick­lung hat der Gesetz­ge­ber im Blick zu behal­ten und das Stu­di­en­platz­ver­ga­be­sys­tem gege­be­nen­falls sach­ge­recht anzu­pas­sen.

    Auch wegen mög­li­cher föde­ra­ler Unter­schie­de der Schul­aus­bil­dung und Beno­tung ist die Her­an­zie­hung der Abitur­durch­schnitts­no­te (nach § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HRG, Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Staats­ver­trag 2008) ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den. Zwar ist ein Aus­gleich zwi­schen den ver­schie­de­nen Län­der­stan­dards nach dem der­zei­ti­gen Stand ver­fas­sungs­recht­lich gebo­ten. Der Gesetz­ge­ber hat dafür jedoch Vor­keh­run­gen getrof­fen. Denn für die Zeit, in der eine Ver­gleich­bar­keit der Abitur­durch­schnitts­no­ten im Ver­hält­nis der Län­der unter­ein­an­der nicht gewähr­leis­tet ist, schafft er für die zen­tra­le Stu­di­en­platz­ver­ga­be in der Abitur­bes­ten­quo­te durch die Bil­dung von Lan­des­quo­ten einen Aus­gleich. Es ist nicht ersicht­lich, dass die­se Rege­lung ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen nicht genü­gen wür­de.

    Obli­ga­to­ri­sche Orts­wün­sche[↑]

    Dem­ge­gen­über ist im Rah­men der zen­tra­len Stu­di­en­platz­ver­ga­be in der Abitur­bes­ten­quo­te, die als Aus­wahl­kri­te­ri­um allein die Abitur­durch­schnitts­no­te her­an­zieht, die vor­ran­gi­ge Berück­sich­ti­gung von obli­ga­to­risch anzu­ge­ben­den Orts­wün­schen mit den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen an die glei­che Teil­ha­be nicht ver­ein­bar. Eine maß­geb­li­che Ori­en­tie­rung der Ver­ga­be­ent­schei­dung an den Orts­wunsch­an­ga­ben sowie hier­bei eine Beschrän­kung der Bewer­bung auf sechs Stu­di­en­or­te (Art. 8 Abs. 1 Sät­ze 2, 4 und 5 des – durch die jewei­li­gen Rati­fi­zie­rungs­ge­set­ze in das Lan­des­recht inkor­po­rier­ten – Staats­ver­tra­ges 2008) las­sen sich im Rah­men der Abitur­bes­ten­quo­te nicht recht­fer­ti­gen und ver­sto­ßen gegen Art. 12 Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG. Nicht ver­fas­sungs­wid­rig ist dem­ge­gen­über § 32 Abs. 1 Satz 2, Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HRG, weil die­ser als Rah­men­re­ge­lung inso­weit kei­ne abschlie­ßen­de Rege­lung ent­hält.

    Der in Lan­des­recht über­führ­te Staats­ver­trag 2008 gestal­tet das Aus­wahl­ver­fah­ren so aus, dass die Zahl der Orts­wün­sche in der Stu­di­en­platz­be­wer­bung all­ge­mein und damit auch in der Abitur­bes­ten­quo­te auf höchs­tens sechs begrenzt wird. Bei der zen­tra­len Ver­ga­be sol­len die Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber dann "mög­lichst nach ihren Orts­wün­schen" auf die Hoch­schu­len ver­teilt und im Übri­gen, "soweit not­wen­dig", nach Maß­ga­be ihrer Abitur­durch­schnitts­no­te den Hoch­schu­len zuge­wie­sen wer­den; dies wirkt inso­weit abschlie­ßend, als die Berück­sich­ti­gung der Bewer­bung an ande­ren als den genann­ten Hoch­schu­len aus­ge­schlos­sen wird (Art. 8 Abs. 1 Sät­ze 2, 4 und 5 des – durch die jewei­li­gen Rati­fi­zie­rungs­ge­set­ze in das Lan­des­recht inkor­po­rier­ten – Staats­ver­tra­ges 2008110. § 20 Ver­ga­be­ver­ord­nung Stif­tung kon­kre­ti­siert dies in Über­ein­stim­mung mit der Ziel­set­zung des Staats­ver­tra­ges dahin, dass die Stu­di­en­plät­ze unter den Abitur­bes­ten maß­geb­lich nach dem Rang des Orts­wun­sches und erst sekun­där nach dem Kri­te­ri­um der Abitur­durch­schnitts­no­te ver­ge­ben wer­den.

    Hier­in liegt eine erheb­li­che Beein­träch­ti­gung der Chan­cen­gleich­heit. Das Kri­te­ri­um der Abitur­durch­schnitts­no­te als Maß­stab für die Eig­nung wird hier mit dem Rang des Orts­wun­sches durch ein Kri­te­ri­um über­la­gert und ent­wer­tet, das hin­sicht­lich der Stu­di­en­eig­nung kei­ne Aus­sa­ge­kraft hat. Die Chan­cen der Abitu­ri­en­ten auf einen Stu­di­en­platz hän­gen danach in ers­ter Linie davon ab, wel­chen Orts­wunsch sie ange­ge­ben haben und nur in zwei­ter Linie von ihrer Eig­nung für das Stu­di­um. Kon­kret kann so etwa eine im Rah­men der Abitur­bes­ten­quo­te ermit­tel­te Bewer­be­rin, die an dem Stu­di­en­ort ihrer ers­ten Wahl nicht zum Zuge gekom­men ist, in den wei­te­ren Orten ihrer Wahl auch im Ver­hält­nis zu Bewer­bern mit einem schlech­te­ren Noten­durch­schnitt nicht mehr zum Zuge kom­men, allein weil sie die­sem Stu­di­en­ort eine höhe­re Prä­fe­renz gege­ben hat. Im Ergeb­nis führt das dazu, dass im Rah­men der Abitur­bes­ten­quo­te ermit­tel­te Bewer­ber in die­ser Quo­te kei­ne Berück­sich­ti­gung fin­den, obwohl sie einen bes­se­ren Abitur­durch­schnitt haben als ande­re, die einen Stu­di­en­platz erhal­ten. Erschwe­rend kommt hin­zu, dass sich die jewei­li­ge Aus­wir­kung der Orts­wunsch­an­ga­be vor der Bewer­bung nicht vor­her­se­hen lässt. Wel­che Nach­fra­ge für wel­che Orte in wel­cher Prä­fe­renz besteht, ist bei der Bean­tra­gung eines Stu­di­en­plat­zes nicht bekannt und aus den Zah­len frü­he­rer Zulas­sungs­kam­pa­gnen nur begrenzt vor­her­seh­bar. Auch ist es damit nicht mög­lich, sich mit Aus­sicht auf Erfolg in Grenz­fäl­len sicher­heits­hal­ber neben­ein­an­der auf zwei beson­ders gefrag­te Hoch­schu­len zu bewer­ben, bei denen nur Bewer­ber mit dem ers­ten Orts­wunsch zum Zuge kom­men.

    Dies ist im Rah­men einer zen­tra­len Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen nach dem Kri­te­ri­um der Abitur­durch­schnitts­no­te ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu recht­fer­ti­gen. Weder ist die vor­ran­gi­ge Berück­sich­ti­gung der Orts­wunsch­an­ga­ben mit den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen ver­ein­bar noch eine Begren­zung der Bewer­bung auf sechs Stu­di­en­or­te. Eine trag­fä­hi­ge Recht­fer­ti­gung für die vor­ran­gi­ge Berück­sich­ti­gung der Orts­wün­sche liegt nicht in dem Ziel, den indi­vi­du­el­len Orts­wün­schen der Stu­di­en­be­wer­ber und ‑bewer­be­rin­nen Rech­nung tra­gen zu wol­len. Zwar ist nicht zu bean­stan­den, dass der Gesetz­ge­ber die Ver­tei­lung zuge­wie­se­ner Stu­di­en­plät­ze unter mög­lichst weit­ge­hen­der Berück­sich­ti­gung der Orts­wün­sche der Bewer­ber vor­nimmt. Zumin­dest bezüg­lich eines Stu­di­en­fachs, das über den Zugang zu einem brei­ten Berufs­feld ent­schei­det, muss die Fra­ge, ob über­haupt ein Stu­di­en­platz ver­ge­ben wird, der Fra­ge der Stu­di­en­orts­wün­sche jedoch vor­ge­hen. Denn mit der Fra­ge des "Ob" ent­schei­det sich die Mög­lich­keit des Berufs­zu­gangs selbst, die der Fra­ge des "Wo" hin­sicht­lich der erstreb­ten Aus­bil­dung vor­aus­geht. Orts­wunsch­an­ga­ben dür­fen inso­weit aus ver­fas­sungs­recht­li­cher Sicht grund­sätz­lich nur als Sekun­där­kri­te­ri­um, das heißt nur nach­ran­gig für die Ver­tei­lung der vor­han­de­nen Stu­di­en­plät­ze unter den aus­ge­wähl­ten Bewer­bern her­an­ge­zo­gen wer­den. Dies schließt mit Blick auf das sekun­dä­re Ver­tei­lungs­ver­fah­ren nicht aus, eine ver­bind­li­che Rang­fol­ge von Orts­wün­schen zu ver­lan­gen, eben­so wie Bewer­ber und Bewer­be­rin­nen ihren Antrag auf bestimm­te Stu­di­en­or­te beschrän­ken kön­nen. Sofern jedoch eine Zulas­sung zum Stu­di­um unbe­dingt bean­tragt wird, darf die Chan­ce auf Zutei­lung eines Stu­di­en­plat­zes in einem zen­tra­len Ver­ga­be­ver­fah­ren, das hin­sicht­lich der Aus­wahl­kri­te­ri­en allein auf die Abitur­no­te abstellt, nicht von der Rang­fol­ge der Orts­wün­sche abhän­gen.

    Ent­spre­chend ist auch die Begren­zung des Zulas­sungs­an­trags auf sechs Stu­di­en­or­te ver­fas­sungs­recht­lich nicht gerecht­fer­tigt. Die­se lässt sich ins­be­son­de­re nicht mit ver­fah­rens­öko­no­mi­schen Not­wen­dig­kei­ten begrün­den. Ange­sichts der Mög­lich­kei­ten der Daten­ver­ar­bei­tung ist nicht ersicht­lich, dass es bei der prak­ti­schen Umset­zung eines Ver­tei­lungs­ver­fah­rens, das eine unbe­schränk­te Orts­wahl ermög­licht, zu Schwie­rig­kei­ten kom­men müss­te, die eine Ver­ei­te­lung des grund­recht­li­chen Teil­ha­be­an­spruchs nach Eig­nung inso­weit recht­fer­tig­ten könn­te.

    Im Ergeb­nis ist danach Art. 8 Abs. 1 Sät­ze 2 und 5 des – durch die jewei­li­gen Rati­fi­zie­rungs­ge­set­ze in das Lan­des­recht inkor­po­rier­ten – Staats­ver­tra­ges 2008, soweit er sich auf die Stu­di­en­platz­ver­ga­be im Rah­men des Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bezieht, ver­fas­sungs­wid­rig. Er ist mit Art. 12 Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG unver­ein­bar. Dies gilt auch für Art. 8 Abs. 1 Satz 4 des Staats­ver­tra­ges 2008, soweit die­ser für die Stu­di­en­platz­ver­ga­be im Rah­men des Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Staats­ver­tra­ges ent­spre­chend dem Ver­ständ­nis der Ver­trags­par­tei­en und der Pra­xis die vor­ran­gi­ge Berück­sich­ti­gung der Orts­wün­sche anord­net.

    Nicht ver­fas­sungs­wid­rig sind dem­ge­gen­über die ent­spre­chen­den bun­des­recht­li­chen Rah­men­re­ge­lun­gen. Zwin­gen­de Vor­ga­ben ent­hal­ten die­se Vor­schrif­ten hier­zu nicht. § 32 Abs. 1 Satz 2 HRG sieht vor, dass bei Stu­di­en­gän­gen, die in das Aus­wahl­ver­fah­ren zur zen­tra­len Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen ein­be­zo­gen sind, nach nähe­rer Maß­ga­be des Lan­des­rechts min­des­tens sechs Orts­wün­sche in einer Rang­lis­te ange­ge­ben wer­den dür­fen. Er regelt damit nicht eine Begren­zung der Orts­wün­sche, son­dern sichert umge­kehrt, dass eine sol­che Begren­zung nicht zu eng aus­fällt111. Auch soweit man dar­in im Umkehr­schluss die Aner­ken­nung einer Begren­zungs­mög­lich­keit sehen will, regelt die Vor­schrift die Begren­zungs­mög­lich­keit von Orts­wün­schen nur als Rah­men­re­ge­lung all­ge­mein, nicht aber, ob eine sol­che Begren­zung auch im Rah­men der zen­tra­len Stu­di­en­platz­ver­ga­be nach § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HRG in Betracht kommt. Eben­so wenig fin­det sich im Hoch­schul­rah­men­ge­setz eine Rege­lung, die die vor­ran­gi­ge Anknüp­fung der Stu­di­en­platz­ver­ga­be an die Orts­wün­sche vor­schreibt. § 32 Abs. 1 Satz 2 HRG regelt wie­der­um nur all­ge­mein, dass die Stu­di­en­platz­ver­ga­be mög­lichst nach den Orts­wün­schen der Bewer­ber erfolgt, über­lässt aber als Rah­men­re­ge­lung die nähe­re Kon­kre­ti­sie­rung den Län­dern.

    Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len[↑]

    Der Gesetz­ge­ber sieht für wei­te­re 60 % der in den Haupt­quo­ten zu ver­ge­ben­den Stu­di­en­plät­ze ein Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len vor. Die Rege­lung die­ses Ver­fah­rens wird den Anfor­de­run­gen des Vor­be­halts des Geset­zes nicht gerecht. Sie genügt in ver­schie­de­ner Hin­sicht auch nicht den inhalt­li­chen Anfor­de­run­gen des Rechts auf glei­che Teil­ha­be an den staat­li­chen Stu­di­en­an­ge­bo­ten.

    Die gesetz­li­chen Vor­schrif­ten zum Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len erfül­len die Anfor­de­run­gen des Vor­be­halts des Geset­zes nicht in jeder Hin­sicht, weil der Gesetz­ge­ber den Hoch­schu­len zur Aus­ge­stal­tung des Aus­wahl­ver­fah­rens Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se über­lässt, ohne die dafür wesent­li­chen Fra­gen selbst hin­rei­chend zu regeln.

    Der Gesetz­ge­ber hat die im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len zur Anwen­dung kom­men­den Eig­nungs­kri­te­ri­en aller­dings der Art nach fest­ge­legt und inso­weit eine den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen genü­gen­de Rechts­grund­la­ge geschaf­fen. Unter dem Gesichts­punkt des Vor­be­halts des Geset­zes ist es – unge­ach­tet wei­ter­ge­hen­der grund­recht­li­cher Anfor­de­run­gen aus dem Teil­ha­be­recht der Stu­di­en­be­wer­ber – ver­fas­sungs­recht­lich eben­so unbe­denk­lich, dass den Hoch­schu­len Frei­räu­me bei der Aus­wahl von Eig­nungs­kri­te­ri­en aus dem gesetz­li­chen Kri­te­ri­en­ka­ta­log ein­ge­räumt sind. Soweit es um die Fest­le­gung von Kri­te­ri­en geht, anhand derer die Eig­nung von Stu­di­en­be­wer­be­rin­nen und ‑bewer­bern beur­teilt wer­den soll, darf der Gesetz­ge­ber den Hoch­schu­len auch mit Blick auf Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG gewis­se Spiel­räu­me für die Kon­kre­ti­sie­rung der gesetz­lich der Art nach fest­ge­leg­ten Eig­nungs­kri­te­ri­en las­sen.

    Nicht mit dem Vor­be­halt des Geset­zes ver­ein­bar ist hier jedoch, dass den Hoch­schu­len im baye­ri­schen und im ham­bur­gi­schen Lan­des­recht die Mög­lich­keit gege­ben ist, eigen­stän­dig wei­te­re Aus­wahl­kri­te­ri­en fest­zu­le­gen, die sich nicht im gesetz­li­chen Kri­te­ri­en­ka­ta­log fin­den. Ein eige­nes Kri­te­ri­en­er­fin­dungs­recht der Hoch­schu­len ist für das Stu­di­um der Human­me­di­zin ver­fas­sungs­recht­lich unzu­läs­sig.

    Nicht zu bean­stan­den sind inso­weit aller­dings die Rah­men­re­ge­lung des § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 HRG und die lan­des­recht­li­chen Rege­lun­gen, die die­se durch die Vor­ga­be abschlie­ßen­der Kri­te­ri­en­ka­ta­lo­ge wei­ter aus­ge­stal­ten.

    Zwar sieht § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 HRG vor, dass die jewei­li­ge Hoch­schu­le die Stu­di­en­plät­ze im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len nach Maß­ga­be des jewei­li­gen Lan­des­rechts "ins­be­son­de­re" nach den dort auf­ge­zähl­ten Kri­te­ri­en ver­gibt. Dies ist jedoch nicht im Sin­ne einer abschlie­ßen­den bun­des­recht­li­chen Vor­ga­be zu ver­ste­hen, dass den Hoch­schu­len frei­ge­stellt wer­den müss­te, dane­ben eige­ne Kri­te­ri­en zu ent­wi­ckeln. Als blo­ße Rah­men­re­ge­lung über­lässt die Norm viel­mehr die nähe­re Kon­kre­ti­sie­rung den Län­dern, denen damit nicht nur die Ent­schei­dung zukommt, ob sie von der Öff­nungs­klau­sel Gebrauch machen, son­dern auch die Ver­ant­wor­tung, hier­bei den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen gerecht zu wer­den. Das Erfor­der­nis einer gesetz­li­chen Rege­lung der Aus­wahl­kri­te­ri­en stellt § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 HRG nicht in Fra­ge.

    Ent­spre­chend ent­hal­ten die lan­des­recht­li­chen Rege­lun­gen der meis­ten Län­der in Umset­zung von § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 HRG sowie Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 des Staats­ver­tra­ges 2008 aus­drück­lich einen abschlie­ßen­den Kri­te­ri­en­ka­ta­log durch Par­la­ments­ge­setz (vgl. § 2a Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 6 Abs. 2 Sät­ze 1 und 2 HZG BW; § 8 Abs. 3 Sät­ze 2 bis 4 Berl­HZG; § 4 Abs. 3 Satz 1 des Hes­si­schen Geset­zes zum Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung; § 4 Abs. 3 Satz 1 HZG M‑V; § 8 Abs. 1 Sät­ze 1 und 2 i.V.m. § 5 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2, Abs. 3 NHZG; § 2 Satz 2 HZG NW; § 3 Abs. 1 Satz 2 SächsHZG; § 3a HZulG LSA; § 4 Abs. 1 Satz 1 ZVS ZuAG SH, inzwi­schen gere­gelt in § 12 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HZG SH; § 11 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 6 Abs. 5 Satz 2 Nr. 1 ThürHZG). Soweit das Lan­des­recht in Meck­len­burg-Vor­pom­mern in § 4 Abs. 6 Satz 2 HZG M‑V eine Rege­lung ent­hält, die den Hoch­schu­len ihrem Wort­sinn nach die Her­an­zie­hung ergän­zen­der Kri­te­ri­en erlau­ben könn­te, han­delt es sich um ein offen­sicht­li­ches Redak­ti­ons­ver­se­hen. Die Vor­schrift bezieht sich ersicht­lich nicht auf das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len, son­dern auf die in § 4 Abs. 7 Satz 1 HZG M‑V gere­gel­te Zulas­sung zu einem Post­gra­du­ier­ten­stu­di­um.

    Ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den ist auch, dass sich ein­zel­ne Län­der auf Geset­zes­ebe­ne dar­auf beschrän­ken, den Staats­ver­trag 2008 zu rati­fi­zie­ren (vgl. § 1 des rhein­land-pfäl­zi­schen Lan­des­ge­set­zes zu dem Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung; § 1 des saar­län­di­schen Geset­zes Nr. 1666 zur Rati­fi­zie­rung des Staats­ver­tra­ges über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung vom 05.06.2008) und Nähe­res ent­we­der auf Ver­ord­nungs­ebe­ne zu regeln (vgl. § 18 Abs. 1 bis 3 Stu­di­en­platz­ver­ga­be­ver­ord­nung Rhein­land-Pfalz) oder auf die Hoch­schu­len zu dele­gie­ren (vgl. § 4 Satz 1 des saar­län­di­schen Geset­zes Nr. 1666 zur Rati­fi­zie­rung des Staats­ver­tra­ges über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung vom 05.06.2008). Dies lässt sich ver­fas­sungs­kon­form dahin­ge­hend aus­le­gen, dass sich der jewei­li­ge Gesetz­ge­ber auf die abschlie­ßen­de Vor­ga­be aller in Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 des Staats­ver­tra­ges 2008 genann­ten Aus­wahl­kri­te­ri­en fest­ge­legt hat.

    Als ver­fas­sungs­wid­rig erwei­sen sich jedoch die Rege­lun­gen des baye­ri­schen und des ham­bur­gi­schen Lan­des­rechts, weil bei­de für das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len kei­nen abschlie­ßen­den Kri­te­ri­en­ka­ta­log vor­ge­ben.

    Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art. 5 Abs. 5 Satz 3 BayHZG erlaubt den Hoch­schu­len, bei der Aus­ge­stal­tung des Aus­wahl­ver­fah­rens der Hoch­schu­len im Ein­ver­neh­men mit dem Staats­mi­nis­te­ri­um wei­te­re Kri­te­ri­en als die par­la­ments­ge­setz­lich vor­ge­ge­be­nen zu ver­wen­den.

    Abs. 1 des Ham­bur­gi­schen Geset­zes zum Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung gibt nur all­ge­mein den Grad der Eig­nung und Moti­va­ti­on als im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len anzu­wen­den­de Maß­stä­be vor (Satz 1). Für deren Fest­stel­lung ver­weist er auf die für ört­li­che Zulas­sungs­be­schrän­kun­gen gel­ten­de Vor­schrift des § 5 Abs. 2 und 3 HZG HH (Satz 2), die eine Lis­te von Kri­te­ri­en benennt, die von den Hoch­schu­len erwei­tert wer­den kann ("ins­be­son­de­re"). Einer ein­schrän­ken­den ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung ist die Rege­lung nicht zugäng­lich, da der ham­bur­gi­sche Lan­des­ge­setz­ge­ber in der Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs zur Rege­lung des ört­li­chen Aus­wahl­ver­fah­rens aus­drück­lich zum Aus­druck gebracht hat, dass er den gesetz­li­chen Kri­te­ri­en­ka­ta­log nicht abschlie­ßend ver­stan­den wis­sen, son­dern den Hoch­schu­len die Mög­lich­keit offen­las­sen möch­te, je nach den Beson­der­hei­ten des jewei­li­gen Stu­di­en­gangs auch ande­re geeig­ne­te Kri­te­ri­en anzu­wen­den112. Mit der Ver­wei­sung auf "die glei­chen" Kri­te­ri­en wie im ört­li­chen Aus­wahl­ver­fah­ren woll­te er ihnen im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len eben­falls weit­ge­hen­de Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten ein­räu­men113. In der Ent­wurfs­be­grün­dung zu einer gleich­lau­ten­den Vor­gän­ger­re­ge­lung, auf die der ham­bur­gi­sche Lan­des­ge­setz­ge­ber in der Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs Bezug genom­men hat114, hat er inso­weit aus­drück­lich auf die Gestal­tungs­spiel­räu­me im Hoch­schul­aus­wahl­ver­fah­ren hin­ge­wie­sen. Er hat aus­ge­führt, die Hoch­schu­len könn­ten nicht nur Kri­te­ri­en wäh­len, son­dern auch zusätz­li­che Kri­te­ri­en ein­füh­ren115. Die­ser ein­deu­ti­ge gesetz­ge­be­ri­sche Wil­le darf nicht im Wege der ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung über­spielt116 und der nor­ma­ti­ve Gehalt der zu beur­tei­len­den Rege­lung damit grund­le­gend neu bestimmt wer­den117.

    Gegen den Grund­satz des Geset­zes­vor­be­halts ver­sto­ßen die vor­ge­leg­ten Rege­lun­gen auch inso­fern, als es an einer Rege­lung über die Stan­dar­di­sie­rung und Struk­tu­rie­rung hoch­schul­ei­ge­ner Eig­nungs­prü­fungs­ver­fah­ren fehlt. Der Gesetz­ge­ber kann dies selbst regeln oder dazu die Hoch­schu­len ver­pflich­ten. Ent­spre­chen­des gilt für die den Hoch­schu­len eröff­ne­te Mög­lich­keit, bei der Aus­wahl fach­na­he Berufs­aus­bil­dun­gen und ‑tätig­kei­ten zu berück­sich­ti­gen.

    Der Gesetz­ge­ber muss sicher­stel­len, dass die Hoch­schu­len, sofern sie von der gesetz­lich ein­ge­räum­ten Mög­lich­keit Gebrauch machen, eige­ne Eig­nungs­prü­fungs­ver­fah­ren (fach­spe­zi­fi­sche Stu­di­en­eig­nungs­tests und Aus­wahl­ge­sprä­che) durch­zu­füh­ren oder etwa Berufs­aus­bil­dun­gen oder Berufs­tä­tig­kei­ten zu berück­sich­ti­gen, dies in stan­dar­di­sier­ter und struk­tu­rier­ter Wei­se tun. Auch für die hoch­schul­ei­ge­nen Eig­nungs­prü­fungs­ver­fah­ren gilt, dass die Hoch­schul­zu­las­sung gleich­heits­ge­recht nach je ein­heit­li­chen Maß­ga­ben grund­sätz­lich aus­schließ­lich anhand der Eig­nung der Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber erfol­gen darf.

    Dabei genügt es, wenn die Hoch­schu­len selbst die Stan­dar­di­sie­rung und Struk­tu­rie­rung ihrer Tests oder Aus­wahl­ge­sprä­che trans­pa­rent vor­neh­men. Um dem Grund­satz des Geset­zes­vor­be­halts gerecht zu wer­den, muss der Gesetz­ge­ber dann jedoch eine Rege­lung tref­fen, die die Hoch­schu­len dazu ver­pflich­tet. Der Gesetz­ge­ber muss dabei auch fest­le­gen, dass in den hoch­schul­ei­ge­nen Stu­dier­fä­hig­keits­tests und Aus­wahl­ge­sprä­chen nur die Eig­nung der Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber geprüft wird. Die den Hoch­schu­len ein­ge­räum­te Kon­kre­ti­sie­rungs­be­fug­nis darf sich dabei aus­schließ­lich auf die fach­li­che Aus­ge­stal­tung und Schwer­punkt­set­zung unter Ein­be­zie­hung auch hoch­schul­spe­zi­fi­scher Pro­fil­bil­dun­gen bezie­hen.

    Die­sen Anfor­de­run­gen wer­den die vor­ge­leg­ten Vor­schrif­ten nicht unein­ge­schränkt gerecht. An den erfor­der­li­chen gesetz­li­chen Maß­ga­ben zur Stan­dar­di­sie­rung und Struk­tu­rie­rung von Eig­nungs­prü­fungs­ver­fah­ren und Aus­wahl­kri­te­ri­en fehlt es sowohl auf der Ebe­ne des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes als auch in den Lan­des­ge­set­zen. Das Vor­auswahl- und Aus­wahl­kri­te­ri­um des fach­spe­zi­fi­schen Stu­dier­fä­hig­keits­tests und das Aus­wahl­kri­te­ri­um des Aus­wahl­ge­sprächs wie auch das Vor­auswahl- und Aus­wahl­kri­te­ri­um der Art einer Berufs­aus­bil­dung oder Berufs­tä­tig­keit (§ 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­ben c bis e, auch i.V.m. Satz 4 HRG, Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­ben c bis e, Satz 4 Staats­ver­trag 2008) sind weder durch den Gesetz­ge­ber selbst hin­rei­chend prä­zi­siert noch hat der Gesetz­ge­ber die Hoch­schu­len zur trans­pa­ren­ten Stan­dar­di­sie­rung und Struk­tu­rie­rung ver­pflich­tet. Die Rege­lun­gen las­sen den Hoch­schu­len weit­rei­chen­de Spiel­räu­me bei der Aus­ge­stal­tung, ohne eine aus­rei­chen­de Struk­tu­rie­rung und Stan­dar­di­sie­rung zu for­dern oder selbst vor­zu­ge­ben.

    Dies führt indes nur zur Bean­stan­dung der lan­des­ge­setz­li­chen Umset­zungs­vor­schrif­ten und nicht auch der hoch­schul­rah­men­recht­li­chen Rege­lung. Zwar feh­len auch in § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­ben c bis e HRG hin­rei­chend kon­kre­te Vor­ga­ben an die Hoch­schu­len. Auch hier ist jedoch der Cha­rak­ter des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes als Rah­men­recht des Bun­des zu beach­ten (vgl. Art. 125b Abs. 1 Satz 1 GG). Die­sem ist eigen, dass es nur aus­nahms­wei­se in Ein­zel­hei­ten gehen­de oder unmit­tel­bar gel­ten­de Rege­lun­gen ent­hal­ten darf (vgl. Art. 75 Abs. 2 GG a.F.). Dem Cha­rak­ter des Bun­des­rah­men­rechts ist damit imma­nent, dass es – wo es nicht aus­nahms­wei­se Voll­re­ge­lun­gen trifft – nicht bereits die Bestimmt­heits­an­for­de­run­gen in jeder Hin­sicht erfül­len­de Vor­ga­ben machen muss. Soweit es sich aber um aus­fül­lungs­be­dürf­ti­ge, weil ihrer­seits nicht hin­rei­chend bestimm­te Teil­re­ge­lun­gen han­delt (vgl. hier § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 HRG: "nach Maß­ga­be des jewei­li­gen Lan­des­rechts"), ist es an den Län­dern, die­se Lücke im Rah­men ihrer Aus­fül­lungs­pflich­ten zu schlie­ßen.

    Die Aus­ge­stal­tung des Ver­fah­rens zur Stu­di­en­platz­ver­ga­be im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len ent­spricht auch in der Sache in ver­schie­de­ner Hin­sicht nicht den Anfor­de­run­gen eines gleich­heits­ge­rech­ten Zugangs.

    Nicht zu bean­stan­den ist aller­dings im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len die gesetz­li­che Orts­wahl­be­gren­zung auf sechs Stu­di­en­or­te. Dem­ge­gen­über ist es mit dem Recht auf glei­che Teil­ha­be am staat­li­chen Stu­di­en­an­ge­bot nicht ver­ein­bar, dass die Hoch­schu­len bei Durch­füh­rung einer Vor­auswahl unein­ge­schränkt auf das Kri­te­ri­um eines frei zu bestim­men­den Ran­ges der Orts­prä­fe­renz zurück­grei­fen dür­fen. Es erweist sich außer­dem als ver­fas­sungs­wid­rig, dass der Gesetz­ge­ber eine Berück­sich­ti­gung von Abitur­no­ten vor­sieht, ohne Mecha­nis­men für deren län­der­über­grei­fen­de Ver­gleich­bar­keit vor­zu­se­hen. Auch genügt die Rege­lung hin­sicht­lich der von den Hoch­schu­len her­an­zu­zie­hen­den Kri­te­ri­en nicht den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen. Zwar sind die ihnen an die Hand gege­be­nen Kri­te­ri­en für sich gese­hen trag­fä­hig; aller­dings fehlt es an hin­rei­chen­den gesetz­li­chen Maß­ga­ben. Im Zusam­men­hang des der­zei­ti­gen Gesamt­sys­tems der Stu­di­en­platz­ver­ga­be fehlt es jedoch an einer Rege­lung, die sicher­stellt, dass für einen hin­rei­chen­den Teil der Stu­di­en­plät­ze neben dem Abitur auch wei­te­re Aus­wahl­kri­te­ri­en mit hin­rei­chen­dem Gewicht Berück­sich­ti­gung fin­den.

    Die gesetz­li­che Orts­wahl­be­gren­zung auf sechs Stu­di­en­or­te ist im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den.

    Abs. 1 Satz 2 des Staats­ver­tra­ges 2008 gibt auch für das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len vor, dass bei den Bewer­bun­gen für die­se Stu­di­en­plät­ze sechs Orts­wün­sche in einer Rang­lis­te ange­ge­ben wer­den dür­fen. Der Sache nach dient dies hier als Teil­nah­me­be­gren­zung. Anders als in der Abitur­bes­ten­quo­te ist eine sol­che Begren­zung im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len ver­fas­sungs­recht­lich zu recht­fer­ti­gen.

    Die Orts­wahl­be­gren­zung schränkt die Zulas­sungs­chan­cen aller­dings auch hier erheb­lich ein. Denn sie bedeu­tet, dass Bewer­bun­gen an 29 der der­zeit 35 medi­zi­ni­schen Fakul­tä­ten im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len von vorn­her­ein aus­schei­den. Dabei ist die Orts­wahl­ent­schei­dung mit prak­ti­schen Unsi­cher­hei­ten belas­tet. So kön­nen Bewer­ber zwar die von den ein­zel­nen Hoch­schu­len jeweils ange­wen­de­ten Aus­wahl­kri­te­ri­en in Erfah­rung brin­gen. Jedoch hän­gen die indi­vi­du­el­len Erfolgs­chan­cen des Zulas­sungs­an­trags nicht uner­heb­lich von dem schwer abschätz­ba­ren Bewer­bungs­ver­hal­ten ande­rer Stu­dier­wil­li­ger ab, das die Kon­kur­renz­si­tua­ti­on in den Aus­wahl­ver­fah­ren der ein­zel­nen Hoch­schu­len maß­geb­lich mit­be­stimmt. Die­se Unwäg­bar­kei­ten kön­nen durch die Ver­öf­fent­li­chung der Aus­wahl­gren­zen der Hoch­schu­len aus den Vor­jah­ren nur begrenzt aus­ge­gli­chen wer­den.

    Den­noch durf­te der Gesetz­ge­ber die Bewer­bungs­mög­lich­kei­ten im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len auf sechs Hoch­schu­len begren­zen. Denn dies ist hier erfor­der­lich, um das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len prak­tisch hand­hab­bar zu gestal­ten. Die Ein­schrän­kung der Zulas­sungs­chan­cen ist durch die prak­ti­schen Erfor­der­nis­se der Ver­fah­rens­ge­stal­tung eines Aus­wahl­ver­fah­rens der Hoch­schu­len – und damit als Schritt zu einer auf die­sem Wege her­bei­ge­führ­ten Diver­si­fi­zie­rung der Aus­wahl­maß­stä­be – gerecht­fer­tigt.

    Die durch die Dezen­tra­li­tät im der­zei­ti­gen Sys­tem bezweck­te Mehr­glei­sig­keit stellt die Hoch­schu­len vor erheb­li­che Her­aus­for­de­run­gen, die bei der zen­tra­len Ver­ga­be in den übri­gen Aus­wahl­quo­ten nicht in ver­gleich­ba­rem Aus­maß bestehen. Hier­zu gehört, dass die ein­ge­gan­ge­nen Bewer­bun­gen inner­halb des sich nur auf weni­ge Mona­te belau­fen­den Zeit­raums zwi­schen Schul­ab­schluss und Stu­di­en­be­ginn bear­bei­tet wer­den müs­sen. Zudem besteht ein legi­ti­mes Inter­es­se dar­an, eine beacht­li­che Wahr­schein­lich­keit der Annah­me ver­ge­be­ner Plät­ze zu sichern sowie Mehr­fach­ver­ga­ben und unnö­ti­ge Nach­rück­ver­fah­ren oder gar das Freiblei­ben nicht in Anspruch genom­me­ner Plät­ze – trotz auf­wen­di­gen Aus­wahl­ver­fah­rens – zu ver­mei­den. Die gesetz­li­che Limi­tie­rung, nach der die Bewer­ber sich auf sechs Hoch­schu­len beschrän­ken müs­sen, an denen sie sich für ein hoch­schul­in­ter­nes Aus­wahl­ver­fah­ren bewer­ben kön­nen, redu­ziert Mehr­fach­be­wer­bun­gen und stellt sicher, dass die Hoch­schu­len es mit Bewer­bern zu tun haben, die ein qua­li­fi­zier­tes Inter­es­se haben, gera­de an die­ser Hoch­schu­le zu stu­die­ren, so dass sie mit eini­ger Wahr­schein­lich­keit im Fall ihrer Aus­wahl den Stu­di­en­platz auch anneh­men wer­den. Dies hat gera­de ange­sichts der gro­ßen Anzahl von Stu­di­en­be­wer­bern, die sich um einen Stu­di­en­platz in Nume­rus clau­sus-Fächern wie dem Stu­di­um der Human­me­di­zin bewer­ben, ein erheb­li­ches Gewicht. Die Bewer­bungs­zah­len lagen hier zum Win­ter­se­mes­ter zuletzt bei 43.184 Bewer­bun­gen um 9.176 Stu­di­en­plät­ze118 und zum Som­mer­se­mes­ter bei 18.799 Bewer­bun­gen um 1.627 Stu­di­en­plät­ze119. Unter die­sen Umstän­den ist es im Rah­men der gesetz­ge­be­ri­schen Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten gerecht­fer­tigt, die Zahl der Orts­wün­sche und damit der Bewer­bun­gen im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len in gewis­sem Umfang zu begren­zen. Das wird deut­lich in Anse­hung der Vor­stel­lung, dass sich ande­ren­falls alle Stu­di­en­platz­be­wer­ber bei allen 35 Hoch­schu­len bewer­ben könn­ten, die der­zeit den Stu­di­en­gang Human­me­di­zin anbie­ten. Dies hät­te eine Ket­te von Nach­rück­ver­fah­ren zur Fol­ge, die ihrer­seits im Blick auf den engen zeit­li­chen Rah­men, in dem die Ver­fah­ren abzu­wi­ckeln sind, nicht mehr prak­ti­ka­bel wären oder zu einer gro­ßen Zahl nicht in Anspruch genom­me­ner Stu­di­en­plät­ze füh­ren wür­den. Die vom Gesetz­ge­ber gewähl­te Begren­zung der Bewer­bun­gen auf sechs Stu­di­en­or­te ist inso­weit als all­ge­mei­ne Maß­ga­be für das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len ver­fas­sungs­recht­lich ver­tret­bar.

    Grund­sätz­lich nicht zu bean­stan­den ist eben­falls, dass der Gesetz­ge­ber den Hoch­schu­len die Durch­füh­rung eines Vor­auswahl­ver­fah­rens ermög­licht, mit dem sie die Zahl der Bewer­bun­gen begren­zen kön­nen, die in das eigent­li­che Aus­wahl­ver­fah­ren ein­be­zo­gen wer­den. Mit den Anfor­de­run­gen an eine glei­che Teil­ha­be ist es jedoch nicht ver­ein­bar, dass die Hoch­schu­len dabei neben gesetz­li­chen eig­nungs­be­zo­ge­nen Kri­te­ri­en unein­ge­schränkt auch auf das Kri­te­ri­um eines von ihnen frei zu bestim­men­den Ran­ges der Orts­prä­fe­renz zurück­grei­fen dür­fen.

    Der Gesetz­ge­ber ermög­licht den Hoch­schu­len die Durch­füh­rung eines Vor­auswahl­ver­fah­rens, mit dem die Zahl der Bewer­bun­gen, die in das eigent­li­che Aus­wahl­ver­fah­ren ein­be­zo­gen wer­den, begrenzt wird. Dem liegt die Vor­stel­lung zugrun­de, den Hoch­schu­len zu ermög­li­chen, das eigent­li­che Aus­wahl­ver­fah­ren, in dem abschlie­ßend über die Stu­di­en­platz­ver­ga­be ent­schie­den wird, einer klei­nen Zahl von Bewer­bern vor­zu­be­hal­ten, um so eine ein­zel­fall­be­zo­ge­ne, unter Umstän­den zeit- und kos­ten­in­ten­si­ve Aus­wahl­ent­schei­dung tref­fen zu kön­nen. Dem­entspre­chend erlaubt der Gesetz­ge­ber den Hoch­schu­len für das Vor­auswahl­ver­fah­ren den Rück­griff auf alle Zulas­sungs­kri­te­ri­en, die auch sonst für das Hoch­schul­aus­wahl­ver­fah­ren gel­ten, außer auf die Durch­füh­rung von Gesprä­chen, und ergänzt die­se um das Kri­te­ri­um des Grads der Orts­prä­fe­renz (vgl. Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­ben a bis d i.V.m. Sät­zen 2 bis 4 des Staats­ver­tra­ges 2008).

    Soweit der Gesetz­ge­ber hier­bei die all­ge­mei­nen Maß­stä­be für die Aus­wahl der Hoch­schu­len beach­tet, ist gegen die Vor­schal­tung eines sol­chen Vor­auswahl­ver­fah­rens von Ver­fas­sungs wegen grund­sätz­lich nichts zu erin­nern. Es beein­träch­tigt den Anspruch auf glei­che Teil­ha­be nicht, wenn zunächst in einem ers­ten Schritt nach auto­ma­ti­sier­ba­ren Kri­te­ri­en eine Vor­auswahl getrof­fen wird, damit dann in einem zwei­ten Schritt ein in grö­ße­rem Maße indi­vi­dua­li­sier­tes Aus­wahl­ver­fah­ren durch­ge­führt wer­den kann. Maß­geb­lich ist allein, dass bei­de Ver­fah­rens­stu­fen gleich­heits­ge­recht aus­ge­stal­tet sind.

    Mit der Ver­fas­sung nicht ver­ein­bar ist dabei jedoch, dass der Gesetz­ge­ber den Hoch­schu­len die Mög­lich­keit ein­räumt, der Vor­auswahl schlicht den Grad der von den Bewer­be­rin­nen und Bewer­bern ange­ge­be­nen Orts­prä­fe­renz zugrun­de zu legen (vgl. § 32 Abs. 3 Satz 4 HRG, Art. 10 Abs. 1 Satz 4 Staats­ver­trag 2008). Zwar kann der Grad der Orts­prä­fe­renz als Vor­fil­ter zur Durch­füh­rung indi­vi­du­ell auf­wen­di­ger Aus­wahl­pro­zes­se der Hoch­schu­len in begrenz­tem Umfang gerecht­fer­tigt sein; soweit die Hoch­schu­len ihre Stu­di­en­plät­ze aber nach Kri­te­ri­en ver­ge­ben, die in auto­ma­ti­sier­ter Form ange­wen­det wer­den kön­nen, kann auf den Grad der Orts­prä­fe­renz nicht zurück­ge­grif­fen wer­den.

    Beim Grad der Orts­prä­fe­renz han­delt es sich um ein Kri­te­ri­um, das nicht an die Eig­nung für Stu­di­um und Beruf anknüpft und des­sen Ver­wen­dung sich erheb­lich chan­cen­ver­rin­gernd aus­wir­ken kann. Es ver­schärft die gesetz­li­che Beschrän­kung der Bewer­bun­gen auf sechs Orts­wün­sche noch ein­mal deut­lich und erlaubt es Hoch­schu­len, nur Bewer­ber zu berück­sich­ti­gen, die für die Hoch­schu­le die höchs­te Prä­fe­renz ange­ben. Dies schließt vie­le Bewer­bungs­mög­lich­kei­ten aus; so kann sich etwa ein Bewer­ber für zwei Hoch­schu­len, die bei­de den höchs­ten Grad an Orts­prä­fe­renz ver­lan­gen, nicht gleich­zei­tig mit Aus­sicht auf Erfolg bewer­ben. Wie­der­um gilt auch hier, dass die Orts­prä­fe­renz­an­ga­ben auf unsi­che­rer Tat­sa­chen­grund­la­ge getrof­fen wer­den müs­sen und die Zulas­sungs­chan­cen von Zufäl­lig­kei­ten wie dem im Vor­hin­ein kaum vali­de abschätz­ba­ren Bewer­bungs­ver­hal­ten ande­rer Stu­di­en­in­ter­es­sen­ten abhän­gen. In Anbe­tracht die­ser Unsi­cher­hei­ten schränkt eine Vor­auswahl nach dem Grad der Orts­prä­fe­renz das Teil­ha­be-recht der Stu­di­en­be­wer­ber als all­ge­mei­nes Kri­te­ri­um der Vor­auswahl im Rah­men des Hoch­schul­aus­wahl­ver­fah­rens unan­ge­mes­sen ein.

    Gerecht­fer­tigt ist das Kri­te­ri­um des Gra­des der Orts­prä­fe­renz aller­dings dann, wenn es für Stu­di­en­plät­ze her­an­ge­zo­gen wird, die tat­säch­lich im Rah­men eines auf­wen­di­gen indi­vi­dua­li­sier­ten Aus­wahl­ver­fah­rens ver­ge­ben wer­den, und hier­von auch nur ein hin­rei­chend beschränk­ter Anteil der ins­ge­samt zu ver­ge­ben­den Plät­ze betrof­fen ist.

    Die Durch­füh­rung von anspruchs­vol­len indi­vi­dua­li­sier­ten Aus­wahl­ver­fah­ren darf der Gesetz­ge­ber als einen wich­ti­gen Bestand­teil im Gesamt­sys­tem der Stu­di­en­platz­ver­ga­be anse­hen. Das kann aber nur gelin­gen, wenn die­ser Auf­wand auf sol­che Per­so­nen beschränkt wird, bei denen die Wahr­schein­lich­keit hin­rei­chend hoch ist, dass sie den Stu­di­en­platz gege­be­nen­falls auch anneh­men. Zur Gewähr­leis­tung einer hohen Annah­me­wahr­schein­lich­keit steht jedoch, soweit ersicht­lich, kein ver­gleich­bar aus­sa­ge­kräf­ti­ges Kri­te­ri­um wie die Orts­prä­fe­renz­an­ga­be zur Ver­fü­gung. Daher recht­fer­tigt das Ziel der Ermög­li­chung kom­ple­xer, eig­nungs­ori­en­tier­ter Aus­wahl­ver­fah­ren für die­se Fäl­le, das Orts­prä­fe­renz­kri­te­ri­um trotz sei­nes feh­len­den Eig­nungs­be­zugs und sei­ner chan­cen­ver­kür­zen­den Wir­kung aus­nahms­wei­se bei der Vor­auswahl anzu­wen­den. Dies gilt jedoch nur, wenn anschlie­ßend auch ent­spre­chend auf­wen­di­ge Aus­wahl­ver­fah­ren durch­ge­führt wer­den, wie es vor allem bei den im Kri­te­ri­en­ka­ta­log vor­ge­se­he­nen qua­li­fi­zier­ten Gesprä­chen der Fall sein kann (vgl. § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­be e HRG, Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­be e Staats­ver­trag 2008). Nur in sol­chen Fäl­len ist die Beschrän­kung durch Orts­wahl­prä­fe­ren­zen für die Durch­führ­bar­keit der Aus­wahl­ver­fah­ren erfor­der­lich. Für Fall­ge­stal­tun­gen ohne auf­wen­dig gestal­te­te Aus­wahl­ver­fah­ren, bei denen die Stu­di­en­platz­ver­ga­be im Wesent­li­chen auto­ma­ti­siert erfol­gen kann, erweist sich das Vor­auswahl­kri­te­ri­um des Gra­des der Orts­prä­fe­renz indes­sen als nicht sach­ge­recht und unan­ge­mes­sen.

    Ver­fas­sungs­recht­lich gebo­ten ist aber auch inso­weit, dass bei Gesamt­sicht nur ein hin­rei­chend begrenz­ter Anteil der Stu­di­en­plät­ze jeder Hoch­schu­le von einem hohen Grad der Orts­prä­fe­renz abhängt. Es ist aus­zu­schlie­ßen, dass die Hoch­schu­len das Orts­prä­fe­renz­kri­te­ri­um für alle in ihrem Aus­wahl­ver­fah­ren zu ver­ge­ben­den Stu­di­en­plät­ze anwen­den. Der Grad der Orts­prä­fe­renz darf – auch bei Anwen­dung auf­wen­di­ger Aus­wahl­me­cha­nis­men im eigent­li­chen Aus­wahl­ver­fah­ren – als Vor­auswahl­kri­te­ri­um somit nur für einen Teil der jeweils zu ver­ge­ben­den Stu­di­en­plät­ze zugrun­de gelegt wer­den.

    Hier­von aus­ge­hend sind § 32 Abs. 3 Satz 4 HRG sowie Art. 10 Abs. 1 Satz 4 des – durch die jewei­li­gen Rati­fi­zie­rungs­ge­set­ze in das Lan­des­recht inkor­po­rier­ten – Staats­ver­tra­ges 2008 mit den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen nicht ver­ein­bar. In der bun­des­recht­li­chen Rah­men­re­ge­lung sowie in den ent­spre­chen­den lan­des­recht­li­chen Rege­lun­gen wird den Hoch­schu­len all­ge­mein und unein­ge­schränkt die Mög­lich­keit eröff­net, für die Vor­auswahl zum eigent­li­chen Aus­wahl­ver­fah­ren auf den Grad der Orts­prä­fe­renz abzu­stel­len. Dies ver­stößt gegen den Anspruch auf gleich­heits­ge­rech­te Zulas­sung zum Stu­di­um aus Art. 12 Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG.

    Mit dem Recht auf glei­che Teil­ha­be nicht ver­ein­bar ist wei­ter­hin, dass der Gesetz­ge­ber im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len eine Berück­sich­ti­gung von Abitur­no­ten vor­sieht, ohne zumin­dest deren annä­hern­de län­der­über­grei­fen­de Ver­gleich­bar­keit – gege­be­nen­falls durch Aus­gleichs­me­cha­nis­men – sicher­zu­stel­len.

    Sowohl für das Vor­auswahl­ver­fah­ren als auch für das Aus­wahl­ver­fah­ren selbst eröff­net der Gesetz­ge­ber den Hoch­schu­len als Aus­wahl­kri­te­ri­um unter ande­rem den Rück­griff auf die Abitur­durch­schnitts­no­te (Grad der Qua­li­fi­ka­ti­on; vgl. § 32 Abs. 3 Satz 4, Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­be a i.V.m. § 27 Abs. 2 HRG sowie die in Lan­des­recht über­tra­ge­ne Rege­lung des Art. 10 Abs. 1 Satz 4 i.V.m. Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­be a Staats­ver­trag 2008). Für die eigent­li­che Aus­wahl­ent­schei­dung ver­pflich­tet er sie dar­auf, die­ser einen maß­geb­li­chen Ein­fluss ein­zu­räu­men (§ 32 Abs. 3 Satz 2 HRG, Art. 10 Abs. 1 Satz 2 Staats­ver­trag 2008).

    Anders als für die Stu­di­en­platz­ver­ga­be in der Abitur­bes­ten­quo­te ver­zich­tet der Gesetz­ge­ber dabei auf Mecha­nis­men, die die nicht in dem erfor­der­li­chen Maße gege­be­ne län­der­über­grei­fen­de Ver­gleich­bar­keit der Abitur­durch­schnitts­no­ten aus­glei­chen. Für das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len nimmt er damit hin, dass die Unter­schie­de der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gun­gen der ver­schie­de­nen Län­der für die Ver­ga­be der Stu­di­en­plät­ze hier kei­ne Rol­le spie­len. Berück­sich­tigt wird allein die nomi­nel­le Beno­tung, ohne dass die unter­schied­li­che Aus­sa­ge­kraft der Noten aus den Län­dern ein­ge­stellt wird.

    Durch die­se Rege­lung wer­den erheb­li­che Ungleich­hei­ten hin­ge­nom­men. Denn nach dem der­zei­ti­gen Stand der Ent­wick­lung der Abitur­no­ten kön­nen die Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gun­gen der Län­der nicht als aus sich selbst her­aus hin­rei­chend ver­gleich­bar ange­se­hen wer­den.

    Der Gesetz­ge­ber selbst geht bis­lang nicht davon aus, dass die Noten der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung nach den zugrun­de­lie­gen­den Anfor­de­run­gen und den Bewer­tun­gen der erbrach­ten Leis­tun­gen unter den Län­dern ver­gleich­bar sind. So gilt die mit dem Inkraft­tre­ten des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes im Jahr 1976 ein­ge­führ­te Über­gangs­re­ge­lung einer Bil­dung von Lan­des­quo­ten, solan­ge eine bun­des­wei­te Ver­gleich­bar­keit der Qua­li­fi­ka­ti­ons­nach­wei­se nicht gewähr­leis­tet ist, im Rah­men der Abitur­bes­ten­quo­te bis heu­te fort (vgl. § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 Satz 4 HRG; eben­so das Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 4 Staats­ver­trag 2008 umset­zen­de Lan­des­recht; inso­weit zur Lan­des­quo­ten­bil­dung und dem Pos­tu­lat der Ver­gleich­bar­keit unver­än­dert auch Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Staats­ver­trag 2016). Ins­be­son­de­re in dem für die Stu­die­ren­den­aus­wahl häu­fig ent­schei­den­den Zehn­tel­be­reich der Durch­schnitts­no­te sieht der Gesetz­ge­ber eine hin­rei­chen­de Ver­gleich­bar­keit nach wie vor nicht erreicht120.

    Die­se Ein­schät­zung wird durch den Ver­gleich der Län­de­ra­b­itur­durch­schnit­te sowie empi­ri­sche Stu­di­en bestä­tigt. Der Län­der­ver­gleich der Abitur­er­geb­nis­se zeig­te zuletzt eine Span­ne des Noten­mit­tels zwi­schen 2, 16 und 2, 59 und damit von 0, 43 Noten­stu­fen zwi­schen dem bes­ten und dem schwächs­ten Lan­des­schnitt. Bei der Noten­ver­tei­lung gab es eben­falls erheb­li­che Unter­schie­de. Die­se drück­ten sich bei­spiels­wei­se im Bereich der Best­no­te 1, 0 mit Quo­ten in einer Band­brei­te zwi­schen 3, 1 % und 0, 8 % der Abitu­ri­en­ten in dem jewei­li­gen Land in einer Abwei­chung von 2, 3 Pro­zent­punk­ten im Län­der­ver­gleich aus. Die Antei­le der Abitur­no­ten im Bereich zwi­schen 1, 0 und 1, 9 beweg­ten sich zwi­schen 38, 8 % in Thü­rin­gen und 17, 2 % in Nie­der­sach­sen121. Sta­tis­ti­sche Unter­schie­de in ähn­li­cher Grö­ßen­ord­nung waren bereits in den Vor­jah­ren zu ver­zeich­nen122. Betrach­tet man die Sta­tis­tik ohne die bei­den Län­der mit dem bes­ten und dem schwächs­ten Lan­des­durch­schnitt, ist die Schwan­kungs­brei­te bei Noten­mit­teln zwi­schen 2, 3 und 2, 52 mit 0, 22 Noten­stu­fen zwar deut­lich gerin­ger und auch die Noten­ver­tei­lung erscheint etwas homo­ge­ner123. Dies ändert jedoch nichts dar­an, dass die Jah­res­sta­tis­ti­ken aus den Län­dern ver­gleichs­wei­se kon­stant nach wie vor Noten­un­ter­schie­de in einer Grö­ßen­ord­nung auf­wei­sen, wel­che die Eig­nung der Abitur­no­te zur ver­gleichs­wei­sen Mes­sung des Qua­li­fi­ka­ti­ons­ni­veaus, ins­be­son­de­re im vor­auswahl­erheb­li­chen Grenz­be­reich – gera­de wegen der gra­vie­ren­den Aus­wir­kun­gen, die auch klei­ne Unter­schie­de im Zehn­tel­no­ten­be­reich haben kön­nen – in Fra­ge stel­len. Die län­der­über­grei­fend nur ein­ge­schränk­te Ver­gleich­bar­keit der Abitur­leis­tun­gen wird auch durch erzie­hungs­wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en ver­deut­licht, die sich fach­spe­zi­fisch mit Leis­tungs- und Bewer­tungs­un­ter­schie­den zwi­schen Abitu­ri­en­ten aus ver­schie­de­nen Bun­des­län­dern befas­sen124.

    Das Außer­acht­las­sen die­ser Unter­schie­de führt zu einer gewich­ti­gen Ungleich­be­hand­lung. Es nimmt in Kauf, dass eine gro­ße Zahl von Bewer­be­rin­nen und Bewer­bern abhän­gig davon, in wel­chem Land sie ihre all­ge­mei­ne Hoch­schul­rei­fe erwor­ben haben, erheb­li­che Nach­tei­le erlei­den. Ent­ge­gen dem Anspruch, die­je­ni­gen aus­zu­wäh­len, die über die bes­te schu­li­sche Vor­bil­dung ver­fü­gen und damit pro­gnos­tisch die größ­te Gewähr für einen erfolg­rei­chen Stu­di­en­ver­lauf bie­ten, kön­nen so schwä­che­re Bewer­bun­gen bes­se­ren vor­ge­zo­gen wer­den. Hat das Kri­te­ri­um der Abitur­no­te bei der Vega­be gro­ßes Gewicht, kön­nen sol­che Nach­tei­le maß­ge­bend über die Chan­cen der Bewer­ber ent­schei­den. Da es auch im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len auf Grenz­be­rei­che der Beno­tung wie die Dezi­mal­stel­len der Durch­schnitts­no­ten maß­geb­lich ankommt, wird hier­von in vie­len Fäl­len der Erfolg der Bewer­bung abhän­gen.

    Dafür fehlt es an einer Recht­fer­ti­gung.

    Eine Recht­fer­ti­gung kann nicht dar­in gesucht wer­den, dass eine Ver­gleich­bar­keit von Abitur­no­ten von vorn­her­ein struk­tu­rel­le Gren­zen hat. In der Tat ist zwar eine Ver­gleich­bar­keit von Schul­no­ten immer nur begrenzt mög­lich und wird natur­ge­mäß auch inner­halb der Län­der durch sub­jek­ti­ve Ele­men­te wie den Bewer­tungs­spiel­raum der Leh­rer oder durch Refe­renz­grup­pen­ef­fek­te, das heißt die Abhän­gig­keit der indi­vi­du­el­len Lern­leis­tung und ihrer Bewer­tung von Mit­schü­lern und Lern­um­feld (bspw. Klas­sen­grö­ßen, Niveau­un­ter­schie­de, sozia­les Umfeld) beein­flusst. Hier­bei han­delt es sich jedoch nicht um sys­tem­be­ding­te Unter­schie­de, son­dern um Unschär­fen, die nur begrenzt ver­all­ge­mei­ner­bar zu erfas­sen und aus­gleich­bar sind und zudem durch die Brei­te der Erkennt­nis­grund­la­ge der Abitur­no­te zum Teil aus­ge­gli­chen wer­den. Die­se sind – in den für Prü­fungs­be­wer­tun­gen gel­ten­den Gren­zen125 – als in der Natur jeder auf Qua­li­fi­ka­ti­ons­be­wer­tun­gen beru­hen­der Aus­wahl­ent­schei­dung lie­gend hin­zu­neh­men.

    Hier­von unter­schei­det sich das län­der­über­grei­fen­de Ver­gleich­bar­keits­de­fi­zit der Abitur­no­ten. Denn die­ses beruht nicht auf Detail­un­schär­fen, die jedem Ver­gleich von Prü­fungs­no­ten inne­woh­nen, son­dern ist in den län­der­spe­zi­fisch unter­schied­li­chen Bil­dungs- und ins­be­son­de­re auch Bewer­tungs­sys­te­men ange­legt126. Solan­ge der­ar­ti­ge Bewer­tungs­dif­fe­ren­zen bestehen, bedarf es der Aus­gleichs­me­cha­nis­men, die zumin­dest eine annä­hern­de Ver­gleich­bar­keit der Noten ermög­li­chen.

    Der Ver­zicht auf Mecha­nis­men zum Aus­gleich kann auch nicht damit gerecht­fer­tigt wer­den, dass sol­che Unter­schie­de Fol­ge der ver­fas­sungs­recht­lich garan­tier­ten Bun­des­staat­lich­keit und der Kom­pe­tenz­ord­nung des Grund­ge­set­zes sei­en127. Auf­grund der Gesetz­ge­bungs- und Ver­wal­tungs­kom­pe­tenz der Län­der im Schul­we­sen (Art. 30, 70 GG) kön­nen Stu­di­en­be­wer­ber zwar nicht aus Grün­den des all­ge­mei­nen Gleich­heits­sat­zes eine Anglei­chung der lan­des­spe­zi­fi­schen Regeln des Schul­rechts ver­lan­gen, wenn die­se im Bun­des­ver­gleich zu schlech­te­ren Abitur­er­geb­nis­sen füh­ren. Denn inner­halb des eige­nen Kom­pe­tenz­be­reichs sind die Lan­des­ge­setz­ge­ber – unbe­scha­det bestehen­der Abstim­mungs­be­mü­hun­gen im Rah­men der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz – nicht gehin­dert, von­ein­an­der abwei­chen­de Rege­lun­gen zu tref­fen. Hier­aus folgt umge­kehrt indes­sen nicht, dass das Hoch­schul­zu­gangs­recht die in den Län­dern erwor­be­nen Abschlüs­se – trotz ihrer gera­de auch aus den län­der­spe­zi­fi­schen Cha­rak­te­ris­ti­ka der Bil­dungs­sys­te­me resul­tie­ren­den Ver­gleich­bar­keits­de­fi­zi­te – bei der Stu­di­en­platz­ver­ga­be ohne Wei­te­res zugrun­de legen dürf­te. Der durch Art. 12 Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG gewähr­leis­te­te Anspruch auf glei­che Teil­ha­be ver­langt, dass die Eig­nung für das Stu­di­um gleich­heits­ge­recht beur­teilt wird und nicht die Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung aus bestimm­ten Län­dern ent­schei­det.

    Soweit im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren zum Hoch­schul­rah­men­ge­setz die Auf­fas­sung ver­tre­ten wur­de, hin­sicht­lich der Ver­gleich­bar­keit der Abitur­no­ten könn­ten Defi­zi­te durch die Eröff­nung zusätz­li­cher Chan­cen mit­tels der Kom­bi­na­ti­on meh­re­rer Kri­te­ri­en im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len ver­hin­dert wer­den128, löst dies die Ver­gleich­bar­keits­män­gel nicht auf. Die aus dem Ver­gleich­bar­keits­de­fi­zit resul­tie­ren­de man­geln­de Aus­sa­ge­kraft der unbe­rei­nig­ten, nomi­nel­len Abitur­no­te hin­sicht­lich einer Beur­tei­lung der Eig­nung der Stu­di­en­be­wer­ber kann durch die Anwen­dung zusätz­li­cher Kri­te­ri­en nicht kom­pen­siert wer­den. Das wäre mög­li­cher­wei­se anders zu beur­tei­len, wenn der Abitur­no­te bei Gesamt­sicht der Stu­di­en­platz­ver­ga­be nur ein völ­lig unter­ge­ord­ne­tes Gewicht bei­gemes­sen wür­de. Solan­ge die Abitur­no­te für die Ver­ga­be der Stu­di­en­plät­ze jedoch ein wich­ti­ges, über einen Groß­teil der Plät­ze ent­schei­den­des Kri­te­ri­um ist, fal­len die Ver­gleich­bar­keits­män­gel für die Chan­cen­gleich­heit ins Gewicht.

    Der Not­wen­dig­keit einer Berei­ni­gung der Abitur­no­te kann auch nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den, eine Über­tra­gung der Lan­des­quo­ten­re­ge­lung auf das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len beschrän­ke die Frei­heit der Orts­wahl und wir­ke sich nega­tiv auf die Mög­lich­kei­ten einer hei­mat­na­hen Bewer­bung aus129. Denn die Orts­wahl genießt ver­fas­sungs­recht­lich im Ver­gleich zur Gleich­heits­ge­rech­tig­keit der Bewer­ber­aus­wahl nur einen nach­ran­gi­gen Schutz.

    Schließ­lich ver­mö­gen auch die Typi­sie­rungs­be­fug­nis des Gesetz­ge­bers und die prak­ti­schen Schwie­rig­kei­ten der Hoch­schu­len den Ver­zicht auf einen Aus­gleichs­me­cha­nis­mus für die Defi­zi­te in der län­der­über­grei­fen­den Ver­gleich­bar­keit der Abitur­no­ten nicht zu recht­fer­ti­gen.

    Der Gesetz­ge­ber ver­fügt zwar gera­de in Mas­sen­ver­fah­ren wie der Hoch­schul­zu­las­sung über einen Spiel­raum, zur not­wen­di­gen Prak­ti­ka­bi­li­tät und Ein­fach­heit des Rechts Ver­all­ge­mei­ne­run­gen in Form von Gene­ra­li­sie­run­gen, Pau­scha­lie­run­gen oder Stan­dar­di­sie­run­gen vor­zu­neh­men. Beson­der­hei­ten, die im Tat­säch­li­chen durch­aus bekannt sind, dür­fen dabei gene­ra­li­sie­rend ver­nach­läs­sigt wer­den130, auch wenn dies natur­ge­mäß zu Las­ten der Ein­zel­fall­ge­rech­tig­keit geht131. Die erheb­li­chen Unter­schie­de der Aus­sa­ge­kraft der Abitur­no­ten in den Län­dern sind jedoch zu gewich­tig, als dass sie unter Rück­griff auf eine gene­ra­li­sie­ren­de Betrach­tung über­gan­gen wer­den könn­ten.

    Ein Aus­gleich­me­cha­nis­mus muss für die Hoch­schu­len auch nicht mit prak­tisch nicht zu bewäl­ti­gen­den Schwie­rig­kei­ten ver­bun­den sein. Bereits in der Ver­gan­gen­heit hat der Gesetz­ge­ber prak­ti­ka­ble Mecha­nis­men vor­ge­se­hen, die auf eine annä­hern­de Ver­gleich­bar­keit der Abitur­no­ten der Län­der ziel­ten. Auch für die Abitur­bes­ten­quo­te sieht das gel­ten­de Recht einen Aus­gleich vor. Zwar mag es sein, dass die Über­tra­gung des für die zen­tra­le Stu­di­en­platz­ver­ga­be der­zeit vor­ge­se­he­nen Lan­des­quo­ten-Prin­zips für das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len an Gren­zen stößt. Ein bestimm­ter Mecha­nis­mus ist aber von Ver­fas­sungs wegen nicht vor­ge­ge­ben. Es ist viel­mehr Auf­ga­be des Gesetz­ge­bers, eine Rege­lung zu fin­den, die eine annä­hern­de Ver­gleich­bar­keit der Noten prak­ti­ka­bel ermög­licht, etwa durch eine Rela­tio­nie­rung der Noten auf Zen­tral­ebe­ne, auf die die Hoch­schu­len dann zurück­grei­fen kön­nen. Der Gesetz­ge­ber hat dabei einen wei­ten Gestal­tungs­spiel­raum. Es reicht, zumin­dest eine annä­hern­de Ver­gleich­bar­keit der Abitur­no­ten über die Län­der­gren­zen hin­weg her­zu­stel­len.

    Zusam­men­fas­send fehlt es für die Ungleich­be­hand­lung, die in dem undif­fe­ren­zier­ten Rück­griff auf die nomi­nel­le Abitur­no­te als Ver­ga­be­kri­te­ri­um liegt, ange­sichts der Ver­nach­läs­si­gung des län­der­über­grei­fen­den Ver­gleich­bar­keits­de­fi­zits an einem ein­leuch­ten­den, belast­ba­ren Sach­grund. Die unbe­rei­nig­te Her­an­zie­hung der Abitur­durch­schnitts­no­te im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len stellt auch objek­tiv kein sach­lich gerecht­fer­tig­tes Typi­sie­rungs­merk­mal dar. Der unbe­rei­nig­te Rück­griff auf Abitur­no­ten steht mit Blick auf das Gewicht der durch Art. 12 Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG geschütz­ten Bewer­ber­in­ter­es­sen in einem erheb­li­chen Miss­ver­hält­nis zu den durch die Rege­lung erreich­ten Ver­fah­rens­ver­ein­fa­chun­gen.

    Soweit sie kei­ne Mecha­nis­men zum Aus­gleich der man­geln­den län­der­über­grei­fen­den Ver­gleich­bar­keit der Abitur­no­ten ent­hal­ten, sind Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­be a des Staats­ver­tra­ges 2008 und die die­sen umset­zen­den lan­des­recht­li­chen Rege­lun­gen mit den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen inso­weit nicht ver­ein­bar. Das gilt auch für das Vor­auswahl­ver­fah­ren (Art. 10 Abs. 1 Satz 4 Staats­ver­trag 2008).

    Dies gilt auch für die zwi­schen­zeit­lich außer Kraft getre­te­ne Rege­lung in Schles­wig-Hol­stein (vgl. § 4 Abs. 2 ZVS ZuAG), weil auch hier ein gene­rel­ler Aus­gleichs­me­cha­nis­mus fehl­te.

    Die Ver­fas­sungs­wid­rig­keit ergreift inso­weit auch § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­be a, Abs. 3 Satz 2 HRG, auch in Ver­bin­dung mit der Ver­wei­sung in § 32 Abs. 3 Satz 4 HRG für die Vor­auswahl. Auch wenn es sich bei der Bestim­mung um Rah­men­recht han­delt, das grund­sätz­lich den Län­dern eine wei­ter­ge­hen­de eigen­stän­di­ge Aus­fül­lung erlaubt, hat der Gesetz­ge­ber sich hier für eine abschlie­ßen­de Voll­re­ge­lung ent­schie­den. Das Bun­des­recht erlaubt – unbe­scha­det der Abwei­chungs­kom­pe­tenz der Län­der (vgl. Art. 125b Abs. 1 Satz 3 GG) – nur in der Abitur­bes­ten­quo­te einen Aus­gleich durch die Bil­dung von Lan­des­quo­ten. Im Übri­gen schließt es nach § 35 HRG eine unter­schied­li­che Behand­lung von Abitu­ri­en­ten abhän­gig vom Land des Erwerbs der Hoch­schul­rei­fe aus132.

    Für das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len bestim­men das Hoch­schul­rah­men­ge­setz und der Staats­ver­trag 2008 ver­schie­de­ne Kri­te­ri­en, die von den Hoch­schu­len für die Aus­wahl der Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber her­an­ge­zo­gen wer­den kön­nen (§ 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­ben a bis f HRG, Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­ben a bis f Staats­ver­trag 2008). Unbe­scha­det der Fra­ge ihrer Gewich­tung im Ver­hält­nis zuein­an­der, sind die­se Kri­te­ri­en je für sich als Indi­ka­to­ren für eine an der Eig­nung ori­en­tier­te Aus­wahl von Ver­fas­sungs wegen vom Grund­satz her nicht zu bean­stan­den. Es bedürf­te zum Teil jedoch wei­te­rer gesetz­li­cher Maß­ga­ben.

    § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­ben a bis f HRG, Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­ben a bis f Staats­ver­trag 2008 bestim­men die Kri­te­ri­en, die die Hoch­schu­len für die Ver­ga­be­ent­schei­dung her­an­zie­hen dür­fen. Die­se sind vom Grund­satz her nicht zu bean­stan­den. Dies gilt nicht nur für die Abitur­durch­schnitts­no­te (Buch­sta­be a der Vor­schrif­ten), son­dern bei sach­ge­rech­ter Aus­le­gung und Anwen­dung auch für das Kri­te­ri­um gewich­te­ter Ein­zel­no­ten des Abiturs nach Buch­sta­be b der Vor­schrif­ten. Es ist plau­si­bel, dass Ein­zel­no­ten Auf­schluss über spe­zi­fi­sche Inter­es­sen, Bega­bun­gen und Fähig­kei­ten geben kön­nen133; ein gewis­ser Pro­gno­se­wert kann ihnen im Hin­blick auf beson­de­re Nei­gun­gen und Inter­es­sen in stu­di­en­fach­spe­zi­fisch rele­van­ten Teil­dis­zi­pli­nen nicht abge­spro­chen wer­den.

    Im Grund­satz gleich­falls trag­fä­hig für eine gehalt­vol­le eig­nungs­be­zo­ge­ne Aus­wahl sind Stu­dier­fä­hig­keits­tests und von den Hoch­schu­len durch­zu­füh­ren­de qua­li­fi­zier­te Gesprä­che (Buch­sta­ben c und e der Vor­schrif­ten). Aller­dings ist hier zu berück­sich­ti­gen, dass deren Aus­sa­ge­fä­hig­keit maß­geb­lich von ihrer Aus­ge­stal­tung abhängt und ins­be­son­de­re Aus­wahl­ge­sprä­che das Risi­ko tra­gen, durch unre­flek­tier­te sub­jek­ti­ve Ein­drü­cke über­la­gert zu wer­den und dann nicht die Gewähr einer hin­rei­chen­den Sach­ge­rech­tig­keit und Ver­gleich­bar­keit ihrer Ergeb­nis­se bie­ten. Des­halb muss sicher­ge­stellt wer­den, dass sie hin­rei­chend struk­tu­riert sind, auf die Ermitt­lung der Eig­nung zie­len und einer dis­kri­mi­nie­ren­den Anwen­dung vor­ge­beugt wird. Ent­spre­chen­des gilt für das Kri­te­ri­um der Berück­sich­ti­gung fach­na­her Berufs­aus­bil­dun­gen oder Berufs­tä­tig­kei­ten, das der Gesetz­ge­ber den Hoch­schu­len für die Aus­wahl eröff­net hat (Buch­sta­be d der Vor­schrif­ten). Auch hier­mit las­sen sich Anhalts­punk­te für die Eig­nung zum Stu­di­um der Human­me­di­zin erfas­sen. Ange­sichts sei­ner Offen­heit muss die Kon­kre­ti­sie­rung die­ses Kri­te­ri­ums jedoch in trans­pa­ren­te Regeln ein­ge­bun­den wer­den. Dies ist weder im Staats­ver­trag 2008 selbst noch im ent­spre­chen­den Lan­des­recht, noch durch dor­ti­ge Maß­ga­ben für eine Kon­kre­ti­sie­rung durch die Hoch­schu­len gesche­hen. Inso­weit genü­gen die Vor­schrif­ten den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen nicht.

    Das gilt im Wesent­li­chen sowohl für das Vor­auswahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len als auch für das Aus­wahl­ver­fah­ren selbst. Für das Vor­auswahl­ver­fah­ren sind ledig­lich die Aus­wahl­ge­sprä­che (Buch­sta­be e der Vor­schrif­ten) her­aus­ge­nom­men, da die­se als Vor­fil­ter unge­eig­net sind. Hier­ge­gen ist ver­fas­sungs­recht­lich nichts zu erin­nern. Wel­che Kri­te­ri­en der Gesetz­ge­ber den Hoch­schu­len an die Hand gibt, liegt grund­sätz­lich in sei­ner Gestal­tungs­frei­heit. Maß­geb­lich ist allein, dass die Kri­te­ri­en eig­nungs­be­zo­gen sind.

    Ver­fas­sungs­wid­rig ist schließ­lich, dass der Gesetz­ge­ber für die Aus­wahl der Bewer­ber im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len kei­ne hin­rei­chend breit ange­leg­ten Eig­nungs­kri­te­ri­en vor­gibt. Für eine gleich­heits­ge­rech­te Rege­lung der Zulas­sung zum Stu­di­um der Human­me­di­zin muss im Gesamt­ge­fü­ge der Zulas­sungs­re­ge­lun­gen das Kri­te­ri­um der Abitur­no­te in hin­rei­chend gewich­ti­gem Umfang durch ande­re Aus­wahl­kri­te­ri­en ergänzt wer­den.

    Der Gesetz­ge­ber hat sich ent­schie­den, auf zen­tra­ler Ebe­ne für die Eig­nung allein auf die Durch­schnitts­no­te der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung abzu­stel­len (Ver­fah­ren der Abitur­bes­ten­quo­te), ergänzt um die War­te­zeit und Vor­ab­quo­ten. Dem­ge­gen­über soll das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len auch ande­re Eig­nungs­kri­te­ri­en zur Gel­tung brin­gen kön­nen. Vor­ge­se­hen sind hier ins­be­son­de­re Stu­dier­fä­hig­keits­tests, ein­schlä­gi­ge Berufs­aus­bil­dun­gen und ‑tätig­kei­ten sowie Aus­wahl­ge­sprä­che der Hoch­schu­len.

    Die Öff­nung des Aus­wahl­ver­fah­rens für eine sol­che Ein­be­zie­hung wei­te­rer Kri­te­ri­en liegt nicht allein in der frei­en Ent­schei­dung des Gesetz­ge­bers, son­dern ist zur Gewähr­leis­tung einer gleich­heits­ge­rech­ten Zulas­sung zum Stu­di­um in gewis­sem Umfang auch ver­fas­sungs­recht­lich gebo­ten. Die der­zei­ti­ge Rege­lung bleibt hin­ter die­sen Anfor­de­run­gen zurück.

    Nach Art. 12 Abs.1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG hat der Gesetz­ge­ber ein gleich­heits­ge­rech­tes Zulas­sungs­ver­fah­ren zu schaf­fen. Dies ver­langt bei einem Nach­fra­ge­über­hang eine Aus­wahl­ent­schei­dung, die grund­sätz­lich dar­auf aus­ge­rich­tet ist, die geeig­nets­ten Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber zu ermit­teln.

    Zur Ermitt­lung der Eig­nung sind Abitur­no­ten ein aus­sa­ge­kräf­ti­ges Kri­te­ri­um. Um eine dem Teil­ha­be­an­spruch genü­gen­de Zulas­sung zum Stu­di­um der Human­me­di­zin sicher­zu­stel­len, kann sich der Gesetz­ge­ber jedoch nicht dar­auf beschrän­ken, allein die Abitur­no­te zum Maß­stab zu neh­men. Auch wenn das Abitur als Abschluss einer lan­gen Schul­aus­bil­dung in spe­zi­fi­scher Wei­se als Aus­weis der Befä­hi­gung zum Hoch­schul­stu­di­um ange­legt ist, bedarf es nach heu­ti­ger Erkennt­nis und unter den gegen­wär­ti­gen Abitur­be­din­gun­gen der Ergän­zung um wei­te­re Kri­te­ri­en, weil es Unter­schie­de der Eig­nung der Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber nicht hin­rei­chend abbil­det.

    Dies gilt jeden­falls in einer Situa­ti­on wie der jet­zi­gen, in der die Zahl der Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber die vor­han­de­nen Human­me­di­zin­stu­di­en­plät­ze um ein Viel­fa­ches über­steigt, in der nur ein sehr klei­ner Teil der Abitu­ri­en­ten zum Zuge kommt und in der sich die Abitur­durch­schnitts­no­ten in einem sol­chen Aus­maß auf hohem Niveau ange­nä­hert haben, dass die im Dezi­mal­stel­len­be­reich ver­blei­ben­den Dif­fe­ren­zen erheb­lich an Aus­sa­ge­kraft ver­lie­ren. Wenn bei einem Rück­griff auf die Abitur­durch­schnitts­no­te nur die­je­ni­gen mit den aller­bes­ten Noten unter klein­tei­li­ger Dif­fe­ren­zie­rung von Dezi­mal­stel­len Erfolg haben kön­nen, reicht der Rück­griff auf die Abitur­no­te als Aus­wahl­kri­te­ri­um nicht aus, um eine im Hin­blick auf die Eig­nung gleich­heits­ge­rech­te Stu­di­en­platz­ver­ga­be zu gewähr­leis­ten. Es spricht dann alles dafür, dass sich ins­be­son­de­re auch unter den zahl­rei­chen Bewer­be­rin­nen und Bewer­bern, die eben­falls sehr gute Abitur­no­ten erzielt haben, die aber um Dezi­mal­stel­len schlech­ter sind, zahl­rei­che Per­so­nen befin­den, die glei­cher­ma­ßen oder gar bes­ser für das Stu­di­um der Human­me­di­zin geeig­net sind. In einer sol­chen Situa­ti­on lässt sich anhand der Abitur­no­te nicht mehr mit hin­rei­chen­der Sicher­heit die Eig­nung fest­stel­len und las­sen die mini­ma­len Unter­schie­de der Abitur­no­ten nicht mehr zuver­läs­sig genug auf Unter­schie­de der Eig­nung schlie­ßen.

    Als der­art enger Fil­ter wird die Abitur­durch­schnitt­no­te auch den ver­schie­de­nen Aspek­ten, die die Eig­nung und Befä­hi­gung zum Stu­di­um der Human­me­di­zin aus­ma­chen kön­nen, nicht hin­rei­chend gerecht. Zu berück­sich­ti­gen ist hier, dass sowohl die­ses Stu­di­um als auch die sich hier­an anschlie­ßen­den Betä­ti­gungs­fel­der sehr ver­schie­de­ne Bega­bun­gen vor­aus­set­zen. Die Berück­sich­ti­gung allein der Abitur­bes­ten birgt so das Risi­ko, ein­sei­tig kogni­tiv-intel­lek­tu­el­le Fähig­kei­ten zum Maß­stab zu neh­men und ande­re glei­cher­ma­ßen wich­ti­ge Fähig­kei­ten zu über­ge­hen. Deut­lich wird das etwa dar­an, dass die Abitur­no­te im kli­ni­schen Teil des Stu­di­ums, in dem prak­ti­sche Fähig­kei­ten und der Umgang mit Pati­en­ten ein grö­ße­res Gewicht erhal­ten, eine gerin­ge­re Vor­her­sa­ge­kraft für den Stu­di­en­erfolg hat als für den vor­kli­ni­schen, stär­ker theo­re­tisch gepräg­ten Teil. Berufs­fel­der, die an ein Stu­di­um der Human­me­di­zin anknüp­fen, ver­lan­gen in vie­len Fäl­len Fähig­kei­ten, die sich in einer Abitur­spit­zen­no­te nicht abbil­den. Hin­zu kommt, dass die Abitur­no­te in einem bestimm­ten Umfeld erwor­ben ist und an einen bestimm­ten Zeit­punkt anknüpft und spä­te­re Ent­wick­lun­gen der Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber nicht mehr berück­sich­ti­gen kann.

    Dies ent­spricht auch der hoch­schul­po­li­ti­schen Dis­kus­si­on. Der Wis­sen­schafts­rat hat­te in sei­nen Emp­feh­lun­gen zur Reform des Hoch­schul­zu­gangs aus dem Jahr 2004, die Aus­gangs­punkt für die gesetz­li­che Neu­re­ge­lung durch die 7. HRG-Novel­le waren134, emp­foh­len, das Aus­wahl­kri­te­ri­um der Durch­schnitts­no­te mit einem oder meh­re­ren eig­nungs­dia­gnos­ti­schen Instru­men­ten zu kom­bi­nie­ren135. Die in den vor­lie­gen­den Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren ein­ge­gan­ge­nen Stel­lung­nah­men zei­gen, dass gera­de die Tätig­keit als Arzt Anfor­de­run­gen an die Berufs­trä­ger stellt, die sich nicht auf den Bereich all­ge­mein-intel­lek­tu­el­ler Fähig­kei­ten beschrän­ken, son­dern dane­ben etwa beson­de­re Kom­pe­ten­zen in sozi­al-kom­mu­ni­ka­ti­ver und empa­thi­scher Hin­sicht erfor­dern136. Dass die Abitur­no­te inso­fern in die eine oder in die ande­re Rich­tung spe­zi­fi­sche Aus­sa­ge­kraft hät­te, ist nicht ersicht­lich. Zu ähn­li­chen Erkennt­nis­sen führ­te auch das Anhö­rungs­ver­fah­ren zu dem von Bund und Län­dern am 31.03.2017 beschlos­se­nen "Mas­ter­plan Medi­zin­stu­di­um 2020". Danach erlaubt die Abitur­no­te kei­ne Aus­sa­ge über die Eig­nung und Bereit­schaft für eine spä­te­re Tätig­keit in der kura­ti­ven Ver­sor­gung. Um das Stu­di­um stär­ker auf Fähig­kei­ten aus­zu­rich­ten, die im Arzt­be­ruf wich­tig sind, ist des­we­gen ver­ein­bart, im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len künf­tig die Anwen­dung von min­des­tens zwei wei­te­ren Aus­wahl­kri­te­ri­en neben der Abitur­no­te vor­zu­schrei­ben137.

    Der Gesetz­ge­ber muss der begrenz­ten Aus­sa­ge­kraft der jewei­li­gen Aus­wahl­kri­te­ri­en Rech­nung tra­gen. Da er im gel­ten­den Recht die Abitur­no­te als zen­tra­les Kri­te­ri­um fest­ge­legt hat, muss er deren begrenz­te Aus­sa­ge­kraft durch Ein­be­zie­hung wei­te­rer Kri­te­ri­en berück­sich­ti­gen.

    Bei der Bestim­mung der für die Aus­wahl maß­geb­li­chen Kri­te­ri­en hat er frei­lich einen sehr wei­ten Ein­schät­zungs- und Gestal­tungs­spiel­raum. Eben­so wie es ihm obliegt zu ent­schei­den, ob und in wel­cher Art das Abitur dabei Berück­sich­ti­gung fin­den soll, ist es grund­sätz­lich auch sei­ne Auf­ga­be zu bestim­men, wel­che wei­te­ren Kri­te­ri­en er her­an­zieht. Die Fra­ge steht in enger Wech­sel­wir­kung mit wei­te­ren Fra­gen der Schul­po­li­tik wie der Aus­ge­stal­tung des Schul­we­sens, der Zahl der Abitu­ri­en­tin­nen und Abitu­ri­en­ten oder dem Niveau und der Aus­sa­ge­kraft der Noten. Ihre Ent­schei­dung unter­liegt inso­weit pri­mär poli­ti­scher Ver­ant­wor­tung.

    Ange­sichts der unter den gege­be­nen Umstän­den nicht hin­rei­chen­den Aus­sa­ge­kraft der Abitur­no­ten ist der Gesetz­ge­ber aller­dings nicht völ­lig frei. Um eine gleich­heits­ge­rech­te Aus­wahl, die den ver­schie­de­nen Gesichts­punk­ten einer Eig­nung hin­rei­chend Rech­nung trägt, zu gewähr­leis­ten, muss er sicher­stel­len, dass, wenn er die Aus­wahl weit­hin auf das Abitur stützt, ergän­zend auch ande­re Aus­wahl­kri­te­ri­en Anwen­dung fin­den. Die­se Kri­te­ri­en müs­sen von Ver­fas­sungs wegen nicht zwin­gend unab­hän­gig von den Abitur­er­geb­nis­sen für sich allein Berück­sich­ti­gung fin­den. Sie müs­sen jedoch auf die Erfas­sung eige­ner Eig­nungs­as­pek­te gerich­tet und damit schul­no­ten­un­ab­hän­gig sein, und ihnen muss für die Stu­di­en­platz­ver­ga­be bei Gesamt­sicht ein hin­rei­chen­des Gewicht zukom­men.

    Zu der Gestal­tungs­frei­heit des Gesetz­ge­bers gehört es auch zu ent­schei­den, wie und auf wel­cher Ebe­ne sol­che wei­te­ren Eig­nungs­kri­te­ri­en bei der Stu­di­en­platz­ver­ga­be zur Gel­tung kom­men. Eben­so wenig wie die Ver­fas­sung über­haupt Aus­sa­gen zu Zen­tra­li­tät und Dezen­tra­li­tät oder zur Bil­dung von Quo­ten ent­hält, genau­so wenig schreibt sie vor, auf wel­cher Ebe­ne und in wel­chem Ver­fah­ren Aus­wahl­kri­te­ri­en zur Gel­tung gebracht wer­den. Inso­weit ergibt sich aus der Ver­fas­sung auch nicht, dass Kri­te­ri­en, die die Abitur­no­te ergän­zen, gera­de im Rah­men eines Aus­wahl­ver­fah­rens der Hoch­schu­len berück­sich­tigt wer­den müs­sen.

    Soweit der Gesetz­ge­ber – wie nach der­zei­ti­ger Rege­lung – für die Berück­sich­ti­gung ande­rer Eig­nungs­kri­te­ri­en als der Abitur­durch­schnitts­no­te jedoch allein das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len vor­sieht, rich­ten sich ent­spre­chen­de Anfor­de­run­gen an des­sen Aus­ge­stal­tung. Gebo­ten ist inso­weit, dass der Gesetz­ge­ber die Hoch­schu­len dazu ver­pflich­tet, die Stu­di­en­plät­ze nicht allein und auch nicht ganz über­wie­gend nach dem Kri­te­ri­um der Abitur­no­ten zu ver­ge­ben, son­dern zumin­dest ergän­zend ein nicht schul­no­ten­ba­sier­tes, ande­res eig­nungs­re­le­van­tes Kri­te­ri­um ein­zu­be­zie­hen. Der Gesetz­ge­ber kann zwar für die Ver­ga­be eines Teils der Stu­di­en­plät­ze auch im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len allein die Abitur­durch­schnitts­no­te zulas­sen. Er muss dann jedoch sicher­stel­len, dass dane­ben für einen hin­rei­chen­den Teil der von den Hoch­schu­len zu ver­ge­ben­den Plät­ze min­des­tens ein wei­te­res, nicht schul­no­ten­ba­sier­tes Kri­te­ri­um mit erheb­li­chem Gewicht Berück­sich­ti­gung fin­det. Ein­ge­bet­tet in das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len, bei dem die­se – auch in Anknüp­fung an von ihnen ver­ant­wor­te­te Pro­fil­bil­dun­gen des Stu­di­ums (vgl. Art. 5 Abs. 3 GG) – zwi­schen ver­schie­de­nen, je aus­ge­stal­tungs­fä­hi­gen Kri­te­ri­en aus­wäh­len kön­nen, darf der Gesetz­ge­ber dann davon aus­ge­hen, dass bei Gesamt­sicht die Eig­nungs­kri­te­ri­en hin­rei­chend breit ange­legt sind.

    Die­sen Anfor­de­run­gen genügt die der­zei­ti­ge Rechts­la­ge nicht. Weder das Hoch­schul­rah­men­ge­setz noch der Staats­ver­trag 2008 ver­pflich­ten die Hoch­schu­len, bei der Aus­wahl­ent­schei­dung neben dem Abitur auch ein wei­te­res, nicht schul­no­ten­ba­sier­tes Kri­te­ri­um in der ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­nen Wei­se zu berück­sich­ti­gen, mit der Fol­ge, dass in den Haupt­quo­ten 80 % der Stu­di­en­plät­ze allein nach der Abitur­no­te ver­ge­ben wer­den könn­ten. Aber auch die den Staats­ver­trag in eini­gen Län­dern ergän­zen­den Vor­schrif­ten stel­len dies nicht hin­rei­chend sicher.

    § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 Satz 2, Abs. 3 Satz 2 HRG, Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 2, Abs. 1 Satz 2 des Staats­ver­tra­ges 2008 geben den Hoch­schu­len einen Kata­log von zuläs­si­gen Kri­te­ri­en an die Hand und erlau­ben es ihnen, die­se auch mit­ein­an­der zu ver­bin­den. Eine Ver­pflich­tung zu einer Berück­sich­ti­gung zumin­dest eines auch schul­no­ten­un­ab­hän­gi­gen Kri­te­ri­ums ent­hält die Rege­lung nicht. Sie ver­langt viel­mehr, dass der Abitur­durch­schnitts­no­te bei der Aus­wahl­ent­schei­dung ein maß­geb­li­cher Ein­fluss gege­ben wer­den muss. Dies liegt im Gesamt­ge­fü­ge der Zulas­sungs­re­ge­lun­gen – auch unter Berück­sich­ti­gung, dass bereits in der Abitur­bes­ten­quo­te allein auf die Abitur­no­te als Aus­wahl­kri­te­ri­um abge­stellt wird – noch im Gestal­tungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers. Er muss dann aber sicher­stel­len, dass für einen hin­rei­chen­den Teil der von den Hoch­schu­len zu ver­ge­ben­den Plät­ze min­des­tens ein wei­te­res, nicht schul­no­ten­ba­sier­tes Kri­te­ri­um mit erheb­li­chem Gewicht Berück­sich­ti­gung fin­det. Das ist nicht der Fall. Soweit die Län­der ledig­lich die Vor­schrif­ten des Staats­ver­tra­ges in ihr Recht inkor­po­rie­ren, genü­gen sie damit den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen nicht.

    Die Rechts­la­ge genügt den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen auch in den Län­dern nicht, die wei­te­re Rege­lun­gen zur Umset­zung des Staats­ver­tra­ges getrof­fen haben.

    Dies gilt zunächst in den Fäl­len, in denen neben der Abitur­durch­schnitts­no­te ledig­lich die Anwen­dung eines von den Hoch­schu­len frei wähl­ba­ren zusätz­li­chen Aus­wahl­maß­stabs aus dem gesetz­li­chen Kri­te­ri­en­ka­ta­log vor­ge­ge­ben wird (so § 2a Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 6 Abs. 2 Satz 2 HZG BW; Art. 7 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Art. 5 Abs. 5 Satz 2 BayHZG; § 4 Abs. 3 Satz 3 des Hes­si­schen Geset­zes zum Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung; § 4 Abs. 3 Satz 2 HZG M‑V; § 8 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 5 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2, Abs. 3 NHZG und § 11 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 6 Abs. 5 Satz 2 ThürHZG). Dies schließt nicht aus, dass als Zusatz­kri­te­ri­um allein auf eine fach­spe­zi­fi­sche Gewich­tung von Ein­zel-Schul­no­ten abge­stellt wird (vgl. Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­be b Staats­ver­trag 2008). Damit aber ist die Anwen­dung eines wei­te­ren, schul­no­ten­un­ab­hän­gi­gen Kri­te­ri­ums nicht hin­rei­chend sicher­ge­stellt. Ein sol­ches Kri­te­ri­um schließt zu eng an die der Abitur­durch­schnitts­no­te zugrun­de­lie­gen­den Bewer­tungs­grund­la­gen an, als dass es geeig­net wäre, die Eig­nungs­pa­ra­me­ter in der ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­nen Wei­se zu ver­brei­tern. Soweit die Anwen­dung schul­no­ten­ba­sier­ter Kri­te­ri­en auf unter­ge­setz­li­cher Ebe­ne aus­ge­schlos­sen wird (vgl. § 10 Abs. 4 Satz 4 Ver­ga­be­ver­ord­nung Stif­tung BW; § 18 Abs. 3 Satz 1 Stu­di­en­platz­ver­ga­be­ver­ord­nung Rhein­land-Pfalz), wird dies dem Vor­be­halt des Geset­zes nicht gerecht.

    Es genügt den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen aber auch nicht, wenn die ver­pflich­ten­de Anwen­dung nicht schul­no­ten­ba­sier­ter Aus­wahl­in­stru­men­te zwar – wie dies im Ber­li­ner Lan­des­recht der Fall ist (vgl. § 8 Abs. 3 Sät­ze 2 bis 4 Berl­HZG) – gesetz­lich vor­ge­ge­ben ist, das Gesetz über das Erfor­der­nis eines maß­geb­li­chen Ein­flus­ses der Abitur­no­te hin­aus jedoch kei­ne Vor­ga­ben ent­hält, die einen hin­rei­chend gewich­ti­gen Ein­fluss sol­cher Kri­te­ri­en sicher­stel­len. Erfor­der­lich ist viel­mehr, dass bei einem hin­rei­chen­den Teil der zu ver­ge­ben­den Plät­ze zumin­dest eines die­ser Kri­te­ri­en mit erheb­li­chem Gewicht gesetz­lich vor­ge­ge­ben ist.

    War­te­zeit­quo­te[↑]

    Schließ­lich sieht der Gesetz­ge­ber für einen Anteil von 20 % der in den Haupt­quo­ten zu ver­ge­ben­den Stu­di­en­plät­ze die Ver­ga­be nach War­te­zeit vor (War­te­zeit­quo­te). Auch inso­weit genü­gen die maß­geb­li­chen Vor­schrif­ten den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen nicht.

    Die Bil­dung einer War­te­zeit­quo­te ist an sich ver­fas­sungs­recht­lich zuläs­sig, muss aber bestimm­te Anfor­de­run­gen erfül­len, um mit Art. 12 Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG ver­ein­bar zu sein. Ver­fas­sungs­recht­lich gebo­ten ist sie nicht. Die gegen­wär­ti­ge Gestal­tung der War­te­zeit­quo­te im Bun­des­rah­men­recht sowie in den Lan­des­ge­set­zen (vgl. § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 HRG; lan­des­recht­li­che Umset­zungs­vor­schrif­ten zu Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Staats­ver­trag 2008) genügt den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen nicht und ist daher ver­fas­sungs­wid­rig. Ins­be­son­de­re fehlt es an einer Begren­zung der War­te­zeit auf einen ange­mes­se­nen Zeit­raum.

    Die Bil­dung einer War­te­zeit­quo­te ist an sich ver­fas­sungs­recht­lich nicht unzu­läs­sig. Die dar­in ent­hal­te­ne Dif­fe­ren­zie­rung nach der Län­ge der War­te­zeit lässt sich dem Grun­de nach gegen­über dem Anspruch auf gleich­heits­ge­rech­te Zulas­sung zum Stu­di­um (Art. 12 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GG) recht­fer­ti­gen.

    Zwar ist das Ver­strei­chen einer War­te­zeit für sich genom­men kein sach­ge­rech­tes Zulas­sungs­kri­te­ri­um. Ins­be­son­de­re gibt es nicht ohne Wei­te­res über die Eig­nung einer Bewer­be­rin oder eines Bewer­bers Aus­kunft. Der Gesetz­ge­ber ist auch nicht etwa von Ver­fas­sungs wegen ver­pflich­tet, in Gestalt der War­te­zeit­quo­te einen zusätz­li­chen Kom­pen­sa­ti­ons­me­cha­nis­mus vor­zu­se­hen, der die hohen Zugangs­hür­den in der Abitur­bes­ten­quo­te sowie auf­grund der maß­geb­li­chen Berück­sich­ti­gung des Gra­des der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len über die War­te­zeit­quo­te aus­gleicht138. Er kann im Rah­men sei­ner Gestal­tungs­be­fug­nis viel­mehr auch ganz auf eine Zulas­sung nach War­te­zeit ver­zich­ten. Aus ver­fas­sungs­recht­li­cher Sicht muss nicht jeder grund­sätz­lich hoch­schul­rei­fe Bewer­ber den Anspruch auf Zulas­sung zu sei­nem Wunsch­stu­di­um im Ergeb­nis tat­säch­lich rea­li­sie­ren kön­nen. Der grund­recht­li­che Teil­ha­be­an­spruch erfor­dert bei der Bewer­ber­aus­wahl im Rah­men der Stu­di­en­platz­ver­ga­be allein die zwin­gen­de Berück­sich­ti­gung der Eig­nung für das Stu­di­um und – soweit pro­gnos­ti­zier­bar – den Beruf, zu deren mög­lichst voll­stän­di­ger Erfas­sung die für die Aus­wahl­ent­schei­dung her­an­ge­zo­ge­nen Kri­te­ri­en geeig­net sein müs­sen.

    Gleich­wohl ist der Gesetz­ge­ber im Rah­men sei­nes Gestal­tungs­er­mes­sens befugt, die Stu­di­en­zu­las­sung nach War­te­zeit vor­zu­se­hen, um die Schwä­chen der in den ande­ren Haupt­quo­ten ver­wen­de­ten Eig­nungs­kri­te­ri­en abzu­mil­dern. Sie kann ins­be­son­de­re Per­so­nen in den Grenz­be­rei­chen der ande­ren Quo­ten, die eben­falls gut für Stu­di­um und Beruf geeig­net sind, eine Zulas­sungs­chan­ce bie­ten. Die Anknüp­fung an die War­te­zeit erweist sich in gewis­sem Rah­men auch des­halb als sach­ge­recht, weil sich aus der Bereit­schaft zu War­ten able­sen lässt, dass eine hohe Moti­va­ti­on für das Wunsch­stu­di­um besteht.

    Die Zulas­sung zum Stu­di­um der Human­me­di­zin für einen Teil der Stu­di­en­plät­ze nach dem Kri­te­ri­um der War­te­zeit ist aller­dings nur unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen mit Art. 12 Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG ver­ein­bar. Die gegen­wär­ti­ge Rechts­la­ge genügt dem nicht.

    Der Gesetz­ge­ber darf die War­te­zeit nur für einen begrenz­ten Anteil der Stu­di­en­plät­ze als maß­geb­li­ches Ver­ga­be­kri­te­ri­um vor­se­hen. Denn die­se wirkt sich nega­tiv auf die Zulas­sungs­chan­cen in den ande­ren Haupt­quo­ten aus und geht zu Las­ten bes­ser qua­li­fi­zier­ter Bewer­ber in den ande­ren Quo­ten, die vor­ran­gig auf die Eig­nung der Bewer­ber abstel­len, wie der­zeit die Abitur­bes­ten­quo­te und das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len. Die jet­zi­ge Bemes­sung der Quo­te ist noch ver­fas­sungs­ge­mäß. Über den Anteil von 20 % der in den Haupt­quo­ten zu ver­ge­ben­den Stu­di­en­plät­ze hin­aus darf der Gesetz­ge­ber die War­te­zeit­quo­te jedoch nicht erhö­hen.

    Die bis­he­ri­ge Anknüp­fung der War­te­zeit­be­rech­nung an den Zeit­punkt des Erwerbs der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung ist ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den (vgl. aller­dings zu der im Staats­ver­trag 2016 ver­ein­bar­ten Neu­re­ge­lung dort Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2). Sie hält sich inner­halb des gesetz­ge­be­ri­schen Gestal­tungs­spiel­raums. Die Rege­lung führt nicht zu einer sach­lich unge­recht­fer­tig­ten Belas­tung so genann­ter Lang­zeit­be­wer­ber im Ver­hält­nis zu soge­nann­ten Gele­gen­heits­be­wer­bern, die sich erst län­ge­re Zeit nach dem Erwerb ihrer Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung zu einem Stu­di­um ent­schlie­ßen. Die Grup­pe der in der War­te­zeit­quo­te kon­kur­rie­ren­den soge­nann­ten Gele­gen­heits­be­wer­ber beschränkt sich von vorn­her­ein auf Per­so­nen, die ihre Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung bis­lang nicht zur Erlan­gung einer aka­de­mi­schen Erst­aus­bil­dung genutzt haben, da sie ansons­ten allein über die Vor­ab­quo­te für Zweit­stu­di­en­be­wer­ber zuge­las­sen wer­den könn­ten (vgl. § 32 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 HRG; Art. 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5, Abs. 5 und 7 Staats­ver­trag 2008). Inso­weit unter­schei­den sie sich aber von soge­nann­ten Lang­zeit­war­tern nur in ihrer Lebens­ge­stal­tung wäh­rend der anzu­rech­nen­den War­te­zeit. Es sind kei­ne Grün­de ersicht­lich, die es gebie­ten könn­ten, zwi­schen Bewer­be­rin­nen und Bewer­bern, die auf eine Stu­di­en­be­wer­bung etwa zuguns­ten einer ein­schlä­gi­gen beruf­li­chen Aus­bil­dung oder Tätig­keit ver­zich­tet haben, und sol­chen zu dif­fe­ren­zie­ren, die sich wäh­rend der War­te­zeit immer wie­der um einen Stu­di­en­platz bewor­ben haben. Im Gegen­teil hono­riert das Hoch­schul­zu­las­sungs­recht im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len gera­de Berufs­er­fah­rung (§ 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­be d HRG; Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­be d Staats­ver­trag 2008).

    Als ver­fas­sungs­wid­rig erweist es sich indes­sen, dass der Gesetz­ge­ber die War­te­zeit in ihrer Dau­er nicht ange­mes­sen begrenzt hat. § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 HRG und die lan­des­recht­li­chen Umset­zungs­vor­schrif­ten zu Art. 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 des Staats­ver­tra­ges 2008 sind inso­weit mit dem grund­recht­li­chen Teil­ha­be­an­spruch der Stu­di­en­be­wer­ber aus Art. 12 Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG nicht ver­ein­bar.

    Ihre Ergän­zungs­funk­ti­on kann die War­te­zeit­quo­te nur erfül­len, wenn die War­te­zeit nicht über­mä­ßig lan­ge dau­ert. Denn eine zu lan­ge War­te­zeit wirkt dys­funk­tio­nal. Stu­die­ren­de aus der War­te­zeit­quo­te wei­sen nach der der­zeit lan­gen War­te­zeit durch­schnitt­lich einen gerin­ge­ren Stu­di­en­erfolg auf und bre­chen ihr Stu­di­um häu­fi­ger ab als ande­re Stu­die­ren­de. So errei­chen nach Aus­kunft von Pro­fes­sor Dr. Wolf­gang Ham­pe (Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Ham­burg-Eppen­dorf) 40 % der War­te­zeit­stu­die­ren­den und damit vier­mal so vie­le wie Stu­die­ren­de aus den übri­gen Quo­ten das soge­nann­te Phy­sikum, das heißt den Ers­ten Abschnitt der Ärzt­li­chen Prü­fung (vgl. § 1 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 ÄAp­prO), als Abschluss des ers­ten Stu­di­en­ab­schnitts gar nicht oder mit erheb­li­cher Ver­zö­ge­rung. Ande­re Unter­su­chun­gen zei­gen eine Stu­di­en­ab­bruchs­quo­te unter War­te­zeit­stu­die­ren­den von 23, 4 % bei Ver­gleichs­quo­ten von 10, 7 % unter Stu­die­ren­den, die im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len zuge­las­sen wur­den, und von 12, 5 % unter den Abitur­bes­ten. Der signi­fi­kant erhöh­te Wert an Stu­di­en­ab­brü­chen ist nach den vor­lie­gen­den Erkennt­nis­sen nicht allein auf die regel­mä­ßig schlech­te­re schu­li­sche Vor­qua­li­fi­ka­ti­on zurück­zu­füh­ren139. Ein zu lan­ges War­ten beein­träch­tigt dem­nach erheb­lich die Erfolgs­chan­cen im Stu­di­um und damit die Mög­lich­kei­ten zur Ver­wirk­li­chung der Berufs­wahl. Zugleich führt die Inan­spruch­nah­me knap­per Stu­di­en­platz­res­sour­cen über die War­te­zeit­quo­te dazu, dass die­se Stu­di­en­plät­ze für Bewer­ber mit grö­ße­ren Erfolgs­aus­sich­ten nicht zur Ver­fü­gung ste­hen.

    Sieht der Gesetz­ge­ber dem­nach zu einem klei­ne­ren Teil auch eine Stu­die­ren­den­aus­wahl nach War­te­zeit vor, ist er von Ver­fas­sungs wegen gehal­ten, die War­te­dau­er von vorn­her­ein auf ein mit Blick auf ihre nega­ti­ven Fol­gen noch ange­mes­se­nes Maß zu begren­zen. Die Bestim­mung einer ange­mes­se­nen War­te­zeit­gren­ze ist Auf­ga­be des Gesetz­ge­bers. Ihre Ange­mes­sen­heit hängt auch von der nähe­ren Aus­ge­stal­tung, etwa von der Ver­bin­dung mit Eig­nungs­ele­men­ten ab. Die münd­li­che Ver­hand­lung hat erge­ben, dass eine rei­ne War­te­zeit von vier Jah­ren und mehr dys­funk­tio­nal ist.

    Eine Rege­lung, wel­che die Dau­er der War­te­zeit begrenzt, ent­hält nur das Ber­li­ner Lan­des­recht (vgl. § 8 Abs. 1 Nr. 2 Berl­HZG). Die dort vor­ge­se­he­ne Begren­zung auf acht Jah­re über­schrei­tet die ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­ne Gren­ze deut­lich. Der Ver­zicht auf eine Limi­tie­rung der War­te­dau­er führt dazu, dass die Rege­lun­gen auch inso­weit als nicht mehr gleich­heits­ge­recht zu erach­ten sind.

    Für die War­te­zeit­quo­te fehlt es schließ­lich – eben­so wie für die Abitur­bes­ten­quo­te – an einer Recht­fer­ti­gung für die gesetz­li­che Begren­zung der Orts­wün­sche auf sechs Anga­ben. Eine ver­fah­rens­öko­no­mi­sche Not­wen­dig­keit, die eine zah­len­mä­ßi­ge Beschrän­kung der Orts­wahl­an­ga­ben erfor­dern könn­te, ist auch hier nicht erkenn­bar.

    Zu bean­stan­den sind in die­sem Zusam­men­hang – wie bei der Abitur­bes­ten­quo­te – nur die ent­spre­chen­den Lan­des­ge­set­ze, nicht aber das Bun­des­rah­men­recht. Denn dies sieht in § 32 Abs. 1 Satz 2 HRG eine Orts­wahl­be­gren­zung gera­de nicht vor. Dage­gen ent­hält die in Lan­des­recht über­führ­te Rege­lung des Art. 8 Abs. 1 Sät­ze 2, 4 und 5 des Staats­ver­tra­ges 2008 auch für die War­te­zeit­quo­te eine exklu­siv wir­ken­de Begren­zung der Orts­wunsch­an­ga­ben. Zwar wird dem Bewer­ber in der prak­ti­schen Hand­ha­bung der War­te­zeit­quo­te die Mög­lich­keit der Zustim­mung zu einer Ver­tei­lung auch an eine ande­re Hoch­schu­le als den sechs benann­ten ein­ge­räumt. Dem lan­des­recht­lich rezi­pier­ten Staats­ver­trag lässt sich jedoch für die War­te­zeit­quo­te kei­ne Befug­nis zur Abwei­chung von der Orts­wahl­be­gren­zung ent­neh­men.

    Aus der nach­ran­gi­gen Bedeu­tung des Schut­zes der indi­vi­du­el­len Orts­wahl ergibt sich zudem auch in der War­te­zeit­quo­te, dass die auf Art. 8 Abs. 1 Satz 4 des Staats­ver­tra­ges 2008 gestütz­te Ver­ga­be der Stu­di­en­plät­ze vor­ran­gig nach dem Rang des Orts­wun­sches und erst nach­ran­gig nach der War­te­zeit mit ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen einer glei­chen Teil­ha­be nicht ver­ein­bar ist. Die­se Vor­schrif­ten sind inso­weit ver­fas­sungs­wid­rig. Auf § 32 Abs. 1 Satz 2 HRG lässt sich die­se Pra­xis hin­ge­gen nicht stüt­zen, so dass die­ser inso­weit nicht zu bean­stan­den ist.

    Fäl­le der Rang­gleich­heit in der Abitur­bes­ten- und War­te­zeit­quo­te[↑]

    GG und der Vor­rang des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes als Bun­des­recht ste­hen den lan­des­ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten zur Zulas­sung zum Stu­di­um der Human­me­di­zin über­wie­gend nicht ent­ge­gen.

    Der ver­fas­sungs­kräf­tig fest­ge­setz­te Vor­rang des Bun­des­rechts hat grund­sätz­lich die Nich­tig­keit die­sem wider­spre­chen­der Nor­men des Lan­des­rechts zur Fol­ge140. Ein ent­spre­chen­der Kol­li­si­ons­fall liegt im Ver­hält­nis zwi­schen – hier gemäß Art. 125b Abs. 1 Satz 1 GG fort­gel­ten­dem – Bun­des­rah­men­recht und Lan­des­recht vor, soweit rah­men­recht­lich aus­nahms­wei­se eine par­ti­el­le Voll­re­ge­lung141 getrof­fen ist, von der das Lan­des­recht abweicht, oder wenn die lan­des­ge­setz­li­che Aus­ge­stal­tung den im Bun­des­recht gesetz­ten Rah­men über­schrei­tet.

    Da es sich bei dem Hoch­schul­rah­men­ge­setz um fort­gel­ten­des Rah­men­recht des Bun­des han­delt (vgl. Art. 125b Abs. 1 Satz 1 GG), das nur aus­nahms­wei­se in Ein­zel­hei­ten gehen­de oder unmit­tel­bar gel­ten­de Rege­lun­gen ent­hal­ten darf (vgl. Art. 75 Abs. 2 GG a.F.), ist auch bei sei­ner Aus­le­gung die begrenz­te Gesetz­ge­bungs­be­fug­nis des Bun­des zu berück­sich­ti­gen, die im Zwei­fel dafür spricht, dass eine rah­men­ge­setz­li­che Vor­schrift auf eine Aus­fül­lung durch den Lan­des­ge­setz­ge­ber hin ange­legt ist142. Auch soweit kein Raum für eine lan­des­ge­setz­li­che Aus­fül­lung besteht, liegt ein Kol­li­si­ons­fall nur vor, soweit lan­des­ge­setz­li­che Bestim­mun­gen nicht so aus­ge­legt wer­den kön­nen, dass sie im Ein­klang mit dem Bun­des­rah­men­recht ste­hen. Ein der­ar­ti­ges Norm­ver­ständ­nis ist dann als Ergeb­nis einer gel­tungs­er­hal­ten­den ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung gebo­ten, weil es eine Kol­li­si­on von Lan­des- und Bun­des­recht und damit die Nich­tig­keit lan­des­ge­setz­li­cher Rege­lun­gen wegen Ver­sto­ßes gegen den Vor­rang des Bun­des­rechts ver­mei­det143.

    Da den Län­dern im Zuge der Föde­ra­lis­mus­re­form auf dem Gebiet der Hoch­schul­zu­las­sung eine unbe­schränk­te Abwei­chungs­be­fug­nis ein­ge­räumt wur­de (vgl. Art. 72 Abs. 3 Satz 1 Nr. 6 GG) und die­se seit dem 1.08.2008 auch im Ver­hält­nis zu dem als Bun­des­rah­men­recht fort­gel­ten­den Hoch­schul­rah­men­recht besteht (vgl. Art. 125b Abs. 1 Satz 3 GG), ist ein Kol­li­si­ons­fall dann nicht gege­ben, wenn ein Land nach die­sem Zeit­punkt von Vor­ga­ben des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes abge­wi­chen ist.

    Eine gene­rel­le Hei­lung einer etwai­gen Ver­fas­sungs­wid­rig­keit wegen feh­len­der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz eines Lan­des kann durch den spä­te­ren Hin­zu­tritt der Abwei­chungs­be­fug­nis der Lan­des­ge­setz­ge­ber und den damit ver­bun­de­nen Weg­fall der Sperr­wir­kung des Bun­des­rechts jedoch nicht bewirkt wer­den, weil Lan­des­recht, das im Wider­spruch zu den­sel­ben Sach­ver­halt regeln­dem Bun­des­recht steht, nicht ledig­lich sus­pen­diert, son­dern end­gül­tig dero­giert wird. Dies gilt nicht nur bei einer die Rege­lungs­kom­pe­tenz der Län­der inso­weit öff­nen­den Ände­rung des ein­fa­chen Bun­des­rechts144, son­dern auch bei Ände­run­gen der ver­fas­sungs­recht­li­chen Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz­ord­nung. Die Abwei­chungs­be­fug­nis kann vor die­sem Zeit­punkt und abwei­chend von den bun­des­recht­li­chen Vor­ga­ben erlas­se­nem und des­we­gen nich­ti­gem Lan­des­recht daher nicht nach­träg­lich zu sei­ner Gül­tig­keit ver­hel­fen.

    Erfor­der­lich für eine wirk­sa­me Wahr­neh­mung der Abwei­chungs­be­fug­nis ist, dass die Län­der nach dem 1.08.2008 eine inhalt­li­che Rege­lung im unmit­tel­ba­ren Zusam­men­hang mit der in Rede ste­hen­den Vor­schrift getrof­fen und sich nicht auf rein redak­tio­nel­le Anpas­sun­gen des betref­fen­den Geset­zes beschränkt haben. Auch letz­te­re kön­nen, wenn sie nach dem Stich­tag für die Abwei­chungs­be­fug­nis getrof­fen wur­den; vom Bun­des­recht abwei­chen­de lan­des­recht­li­che Rege­lun­gen ver­fas­sungs­kon­form bestä­ti­gen. Um der­ar­ti­ge Bestä­ti­gun­gen mit gesetz­ge­bungs­kom­pe­ten­zi­el­ler Legi­ti­ma­ti­ons­wir­kung han­delt es sich jedoch nur, soweit die Lan­des­ge­setz­ge­ber auch eine inhalt­li­che Neu­re­ge­lung im unmit­tel­ba­ren Zusam­men­hang mit der in Rede ste­hen­den Vor­schrift getrof­fen und sich nicht auf rein redak­tio­nel­le Anpas­sun­gen des betref­fen­den Geset­zes beschränkt haben. Hier­aus kann auf die Inan­spruch­nah­me der Abwei­chungs­be­fug­nis der Lan­des­ge­setz­ge­ber nach Art. 125b Abs. 1 Satz 3 GG geschlos­sen wer­den.

    Ein dar­über­hin­aus­ge­hen­der Aus­druck gesetz­ge­be­ri­schen Abwei­chungs­wil­lens oder gar die Zitie­rung der­je­ni­gen bun­des­recht­li­chen Vor­schrif­ten, von denen abge­wi­chen wer­den soll, ist indes­sen von Ver­fas­sungs wegen im Rah­men des Art. 125b Abs. 1 Satz 3 GG nicht gebo­ten. Eine nach Art. 31 GG rele­van­te Kol­li­si­on liegt viel­mehr schon dann nicht vor, wenn die Lan­des­ge­setz­ge­ber inhalt­lich die ihnen durch die grund­ge­setz­li­che Kom­pe­tenz­ord­nung ein­ge­räum­te Abwei­chungs­be­fug­nis in Anspruch genom­men haben. Hier­für genügt – wie auch sonst bei der Beur­tei­lung der Kom­pe­tenz­ge­mäß­heit von Geset­zen – das Bestehen der not­wen­di­gen Gesetz­ge­bungs­be­fug­nis im Zeit­punkt des Geset­zes­be­schlus­ses. Unge­schrie­be­ne wei­ter­ge­hen­de Anfor­de­run­gen an den Gebrauch der Abwei­chungs­be­fug­nis – ins­be­son­de­re im Sin­ne einer aus­drück­li­chen Dekla­rie­rung – erge­ben sich jeden­falls im Anwen­dungs­be­reich des Art. 125b Abs. 1 Satz 3 GG auch nicht aus dem Gebot der Norm­klar­heit. Das gilt sowohl für den Fall des Erlas­ses eines voll­stän­dig neu­en Geset­zes als auch für die Ände­rung ein­zel­ner lan­des­ge­setz­li­cher Vor­schrif­ten. Ob etwas ande­res gilt, wenn ein Land von Vor­schrif­ten gemäß Art. 72 Abs. 3 GG abweicht, nach­dem der Bund eine Mate­rie auf der Grund­la­ge sei­ner kon­kur­rie­ren­den Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit regelt und damit im vor­ge­se­he­nen Wech­sel­spiel mit dem Bun­des­recht tätig wird, muss hier nicht ent­schie­den wer­den.

    Eine Nich­tig­keits­wir­kung kommt dem kol­li­die­ren­den Bun­des­recht letzt­lich nur zu, soweit es sei­ner­seits kom­pe­tenz­ge­mäß erlas­sen und auch sonst ver­fas­sungs­ge­mäß ist145.

    Nach die­sen Maß­stä­ben kol­li­diert Lan­des­recht mit Bun­des­rah­men­recht nur inso­weit, als § 8a Berl­HZG zur Rege­lung bei glei­chem Rang in der Abitur­bes­ten­quo­te und der War­te­zeit­quo­te eine von § 32 Abs. 4 HRG abwei­chen­de Rege­lung vor­sieht. Im Übri­gen liegt eine zur Nich­tig­keit der Norm füh­ren­de Kol­li­si­on mit Bun­des­rah­men­recht nicht vor.

    Die Rege­lun­gen zur Begren­zung der War­te­zeit im Ber­li­ner Lan­des­recht (§ 8 Abs. 1 Nr. 2 Berl­HZG) und zur Lan­des­quo­ten­bil­dung im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len im – zwi­schen­zeit­lich außer Kraft getre­te­nen – Lan­des­recht Schles­wig-Hol­steins (§ 4 Abs. 2 Satz 1 ZVS ZuAG) wei­chen zwar von den Vor­ga­ben des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes ab. Sie sind gleich­wohl nicht bun­des­rah­men­rechts­wid­rig, denn das Feh­len einer Begren­zung der War­te­dau­er in der War­te­zeit­quo­te und eines Mecha­nis­mus zum Aus­gleich der unzu­rei­chen­den bun­des­wei­ten Ver­gleich­bar­keit der Abitur­no­ten im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len im Hoch­schul­rah­men­ge­setz (vgl. § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2, Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­be a, Abs. 3 Satz 2 HRG) ist sei­ner­seits ver­fas­sungs­wid­rig. Hier­für ist es uner­heb­lich, dass auch die abwei­chen­den lan­des­ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten kei­ne voll­stän­dig ver­fas­sungs­kon­for­me Rechts­la­ge her­stel­len, son­dern ihrer­seits den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen aus ande­ren Grün­den nicht in jeder Hin­sicht genü­gen.

    Auch die vom Wort­laut der abschlie­ßen­den rah­men­recht­li­chen Vor­ga­ben zur Vor­auswahl in § 32 Abs. 3 Satz 4 HRG abwei­chen­den oder die­se auch erwei­tern­den For­mu­lie­run­gen in den Lan­des­ge­set­zen Ber­lins, Hes­sens und Meck­len­burg-Vor­pom­merns stel­len kei­ne nach Art. 31 GG rele­van­te Abwei­chung dar, da sie restrik­tiv im Sin­ne des § 32 Abs. 3 Satz 4 HRG aus­ge­legt wer­den kön­nen. Dies betrifft § 8 Abs. 3 Satz 5 in Ver­bin­dung mit Satz 1 Nr. 2 Berl­HZG ("Gewich­tung von Fächern der Qua­li­fi­ka­ti­on"), § 4 Abs. 4 Sät­ze 1 und 2 in Ver­bin­dung mit § 4 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 des Hes­si­schen Geset­zes zum Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung ("stu­di­en­re­le­van­te außer­schu­li­sche Leis­tun­gen, die über die Eig­nung für den gewähl­ten Stu­di­en­gang beson­de­ren Auf­schluss geben kön­nen") und § 4 Abs. 5 in Ver­bin­dung mit Abs. 3 Nr. 3 und 5 HZG M‑V ("in der Ober­stu­fe erbrach­te Leis­tun­gen" und "stu­di­en­re­le­van­te außer­schu­li­sche Leis­tun­gen, die über die Eig­nung für den gewähl­ten Stu­di­en­gang beson­de­ren Auf­schluss geben kön­nen").

    Wei­te­re Kol­li­sio­nen zwi­schen dem Hoch­schul­rah­men­ge­setz des Bun­des und lan­des­ge­setz­li­chen Rege­lun­gen blei­ben bean­stan­dungs­frei, weil die betref­fen­den Län­der von ihrer Abwei­chungs­be­fug­nis durch gesetz­li­che Neu­re­ge­lun­gen Gebrauch gemacht oder zum Teil auch Rege­lun­gen im unmit­tel­ba­ren Zusam­men­hang mit bereits zuvor vom Hoch­schul­rah­men­ge­setz abwei­chen­den Vor­schrif­ten getrof­fen haben. Auch letz­te­re kön­nen, nach dem Stich­tag für die Abwei­chungs­be­fug­nis getrof­fen; vom Bun­des­recht abwei­chen­de lan­des­recht­li­che Rege­lun­gen ver­fas­sungs­kon­form bestä­ti­gen.

    Auf­grund eines nach dem 1.08.2008 erfolg­ten Erlas­ses neu­er Geset­ze oder einer Bestä­ti­gung durch Geset­zes­än­de­run­gen nach die­sem Zeit­punkt sind die gegen­über § 32 Abs. 3 Sät­ze 3 und 4 HRG erfolg­ten Erwei­te­run­gen der Vor­auswahl­kri­te­ri­en für das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len in den Lan­des­ge­set­zen

    • Ber­lins (§ 8 Abs. 3 Satz 5 i.V.m. Satz 1 Nr. 5 – 7 Berl­HZG: "Vor­bil­dun­gen auf Grund des erfolg­rei­chen Besuchs eines beson­de­ren stu­di­en­vor­be­rei­ten­den Kur­ses einer Schu­le oder Hoch­schu­le, auf dem Niveau des euro­päi­schen Refe­renz­rah­mens (min­des­tens C 1) nach­ge­wie­se­ne bilin­gua­le Sprach­kom­pe­tenz und Ergeb­nis eines von der Hoch­schu­le durch­zu­füh­ren­den Gesprächs mit den Bewer­be­rin­nen und Bewer­bern, das Auf­schluss über deren Moti­va­ti­on und über die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem gewähl­ten Stu­di­um und dem ange­streb­ten Beruf geben sowie zur Ver­mei­dung von Fehl­vor­stel­lun­gen über die Anfor­de­run­gen des Stu­di­ums die­nen soll"),
    • Nie­der­sach­sens (§ 8 Abs. 1 Satz 3 i.V.m. § 5 Abs. 4 Sät­ze 2 und 3, Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Buch­sta­be b, Abs. 3 Nr. 2 – 4 NHZG: "Moti­va­ti­ons­er­he­bun­gen in schrift­li­cher Form, Aus­wahl­ge­sprä­che und Ergeb­nis einer schrift­li­chen Auf­sichts­ar­beit, in der durch die bis­he­ri­gen Abschlüs­se nicht aus­ge­wie­se­ne Fähig­kei­ten und Kennt­nis­se nach­ge­wie­sen wer­den kön­nen, die für den Stu­di­en­erfolg von Bedeu­tung sein kön­nen") und
    • Thü­rin­gens (§ 11 Abs. 2 i.V.m. § 6 Abs. 5 Satz 4 und Satz 2 Nr. 3 – 5 ThürHZG: "Moti­va­tions- oder Leis­tungs­er­he­bun­gen in schrift­li­cher Form zu stu­di­en­gang­be­zo­ge­nen Fähig­kei­ten und Fer­tig­kei­ten, fach­spe­zi­fi­sche Zusatz­qua­li­fi­ka­tio­nen und das Ergeb­nis eines Aus­wahl­ge­sprächs, in dem Moti­va­ti­on und Eig­nung für das gewähl­te Stu­di­um und für den ange­streb­ten Beruf fest­ge­stellt wer­den; über das Aus­wahl­ge­spräch ist eine Nie­der­schrift zu fer­ti­gen")

    von der Abwei­chungs­be­fug­nis der Län­der gemäß Art. 125b Abs. 1 Satz 3 GG gedeckt und stel­len des­we­gen kei­ne ver­fas­sungs­recht­lich rele­van­te Nor­men­kol­li­si­on dar.

    Dem­ge­gen­über ist die Rege­lung des Lan­des, bBer­lin (§ 8a Berl­HZG: Unter­re­prä­sen­tanz eines Geschlechts als Dif­fe­ren­zie­rungs­kri­te­ri­um bei Rang­gleich­heit) zu bean­stan­den, soweit sie die Abitur­bes­ten­quo­te und die War­te­zeit­quo­te betrifft.

    § 32 Abs. 4 HRG ent­hält eine abschlie­ßen­de Voll­re­ge­lung zur Behand­lung von Fäl­len der Rang­gleich­heit in der Abitur­bes­ten­quo­te und der War­te­zeit­quo­te. Danach kann in Fäl­len von Rang­gleich­heit der Bewer­ber eine Ver­bin­dung der Maß­stä­be nach § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 und 2 HRG oder, unbe­scha­det des § 34 Satz 2 HRG, die Aus­wahl durch das Los vor­ge­se­hen wer­den. Die Rege­lung eröff­net dem Lan­des­ge­setz­ge­ber die Mög­lich­keit, bei Rang­gleich­heit aus den genann­ten Kri­te­ri­en aus­zu­wäh­len, jedoch nicht die Mög­lich­keit zu einer belie­bi­gen Erwei­te­rung des Kri­te­ri­en­ka­ta­logs. Aller­dings spricht die aus­drück­li­che Bezug­nah­me auf § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 und 2 HRG dafür, dass in § 32 Abs. 4 HRG allein eine Bestim­mung zur Rang­gleich­heit in der Abitur­bes­ten- und der War­te­zeit­quo­te getrof­fen wird, nicht aber für das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len. § 32 Abs. 4 HRG galt schon vor Ein­füh­rung des Aus­wahl­ver­fah­rens der Hoch­schu­len. Für die­ses Ver­ständ­nis spricht auch, dass den Lan­des­ge­setz­ge­bern bei der Gestal­tung des Aus­wahl­ver­fah­rens der Hoch­schu­len eine weit­ge­hen­de Gestal­tungs­frei­heit ein­ge­räumt wird. Mit die­ser wäre eine abschlie­ßen­de Vor­ga­be zur Rege­lung bei Rang­gleich­heit durch Bun­des­recht kaum in Ein­klang zu brin­gen.

    Daher ist die Rege­lung des Lan­des, bMeck­len­burg-Vor­pom­mern in § 4 Abs. 3 Satz 4 HZG M‑V ("vor­ran­gi­ge Aus­wahl des­je­ni­gen, der min­der­jäh­ri­ge Kin­der erzieht"), die aus­drück­lich nur für das Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len getrof­fen ist, nicht zu bean­stan­den.

    Dage­gen erwei­tert die Rege­lung in § 8a Berl­HZG den Kri­te­ri­en­ka­ta­log des § 32 Abs. 4 HRG auch im Hin­blick auf die Abitur­bes­ten­quo­te und die War­te­zeit­quo­te um ein wei­te­res Kri­te­ri­um und ver­stößt inso­weit gegen Bun­des­rah­men­recht. Dies ergibt sich aus der umfas­sen­den Ver­wei­sung in § 8a Berl­HZG auf § 8 Berl­HZG, der neben dem ört­li­chen Aus­wahl­ver­fah­ren auch die Stu­die­ren­den­aus­wahl in der Abitur­bes­ten­quo­te und in der War­te­zeit­quo­te im zen­tra­len Ver­ga­be­ver­fah­ren der Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung regelt146. Da seit Bestehen der Abwei­chungs­be­fug­nis kei­ne Ände­rung der Vor­schrift mehr erfolgt ist, setzt sich die Bun­des­rah­men­rechts­wid­rig­keit fort und es liegt ein Ver­stoß gegen Art. 31 GG vor.

    Fol­gen der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit[↑]

    Nach allem sind die bun­des- und lan­des­ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten zur Stu­di­en­platz­ver­ga­be in dem bun­des­weit zulas­sungs­be­schränk­ten Stu­di­en­gang der Human­me­di­zin mit Art. 12 Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG unver­ein­bar, soweit sie die Anga­be von Orts­wün­schen in der Abitur­bes­ten- und der War­te­zeit­quo­te beschrän­ken und die­se bei der Ver­ga­be vor­ran­gig vor der Abitur­no­te oder War­te­zeit berück­sich­ti­gen, soweit sie die Hoch­schu­len im eige­nen Aus­wahl­ver­fah­ren zur Berück­sich­ti­gung eines von ihnen zu bestim­men­den Gra­des der Orts­prä­fe­renz berech­ti­gen, soweit sie im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len kei­ne Ver­gleich­bar­keit der Abitur­no­ten über die Lan­des­gren­zen hin­aus gewähr­leis­ten und dafür kei­nen Aus­gleichs­me­cha­nis­mus vor­se­hen, soweit sie gegen­über den Hoch­schu­len neben der Abitur­no­te nicht die ver­pflich­ten­de Anwen­dung min­des­tens eines ergän­zen­den, nicht schul­no­ten­ba­sier­ten Aus­wahl­kri­te­ri­ums zur Bestim­mung der Eig­nung sicher­stel­len und soweit sie die War­te­dau­er in der War­te­zeit­quo­te nicht zeit­lich begren­zen. Die Gestal­tung des Aus­wahl­ver­fah­rens der Hoch­schu­len wird den Anfor­de­run­gen des Vor­be­halts des Geset­zes nicht gerecht, soweit nicht durch Gesetz sicher­ge­stellt ist, dass die hoch­schul­ei­ge­nen Eig­nungs­prü­fungs­ver­fah­ren oder die Aus­wahl nach vor­aus­ge­gan­ge­ner Berufs­aus­bil­dung oder ‑tätig­keit auf – sei es auch durch die Hoch­schu­len selbst – stan­dar­di­sier­te und struk­tu­rier­te Wei­se erfolgt. Nicht mit dem Vor­be­halt des Geset­zes ver­ein­bar ist auch, dass den Hoch­schu­len im baye­ri­schen und ham­bur­gi­schen Lan­des­recht die Mög­lich­keit gege­ben ist, eigen­stän­dig wei­te­re Aus­wahl­kri­te­ri­en fest­zu­le­gen. Schließ­lich ver­stößt die Ein­füh­rung eines zusätz­li­chen Kri­te­ri­ums für die Fäl­le der Rang­gleich­heit in der Abitur­bes­ten- und der War­te­zeit­quo­te im Ber­li­ner Lan­des­recht (§ 8a Berl­HZG) gegen abschlie­ßen­de bun­des­rah­men­recht­li­che Vor­ga­ben und ist des­we­gen gemäß Art. 31 GG nich­tig. Im Übri­gen sind die zuläs­si­ger­wei­se vor­ge­leg­ten Vor­schrif­ten mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar.

    Neben den lan­des­ge­setz­li­chen Bestim­mun­gen, die ent­spre­chen­de, die grund­recht­li­chen Gewähr­leis­tun­gen der Stu­di­en­platz­be­wer­ber ver­let­zen­de Vor­ga­ben ent­hal­ten, ist in dem aus den vor­ste­hen­den Grün­den ersicht­li­chen Umfang – unge­ach­tet der nun­mehr bestehen­den Abwei­chungs­be­fug­nis der Län­der (vgl. Art. 125b Abs. 1 Satz 3 GG) – auch § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2, Nr. 3 Satz 2 sowie Abs. 3 Sät­ze 2 und 4 HRG ver­fas­sungs­recht­lich zu bean­stan­den. Denn er gilt als Bun­des­rah­men­recht auch dann fort (vgl. Art. 125b Abs. 1 Satz 1 GG), wenn die Län­der von ihrer Abwei­chungs­be­fug­nis Gebrauch machen. Soweit es sich, wie bei der Rege­lung zur Vor­auswahl im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len (vgl. § 32 Abs. 3 Sät­ze 3 und 4 HRG) und zur Aus­wahl in der War­te­zeit­quo­te (vgl. § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 HRG), um Voll­re­ge­lun­gen han­delt, kämen die­se bei einer Beschrän­kung der ver­fas­sungs­recht­li­chen Bean­stan­dung auf die lan­des­recht­li­chen Vor­schrif­ten unmit­tel­bar zur Anwen­dung. Soweit es sich um aus­fül­lungs­be­dürf­ti­ge Rah­men­vor­schrif­ten mit unver­än­der­li­chen Vor­ga­ben an die Lan­des­ge­setz­ge­ber han­delt wie bei dem Ver­zicht auf einen Aus­gleichs­me­cha­nis­mus für die unzu­rei­chen­de Ver­gleich­bar­keit der Abitur­durch­schnitts­no­te (vgl. § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 Buch­sta­be a HRG)147 im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len, blie­ben die Län­der bei einer Fort­gel­tung des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes grund­sätz­lich an den teil­wei­se eben­falls ver­fas­sungs­wid­ri­gen Rah­men gebun­den (vgl. Art. 125b Abs. 1 Satz 2 GG). Sie wären dem­entspre­chend dem Grun­de nach zu sei­ner Umset­zung ver­pflich­tet (vgl. Art. 75 Abs. 3 GG a.F.).

    Hin­sicht­lich der Orts­wahl­be­gren­zung und der Gestal­tung der Aus­wahl­kri­te­ri­en im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len – mit Aus­nah­me des Ver­zichts auf einen Mecha­nis­mus zum Aus­gleich der defi­zi­tä­ren län­der­über­grei­fen­den Ver­gleich­bar­keit der Abitur­no­ten – sind hin­ge­gen aus­schließ­lich die lan­des­ge­setz­li­chen Bestim­mun­gen zu bean­stan­den (vgl. die durch Rati­fi­ka­ti­on in Lan­des­recht über­führ­te Vor­schrift des Art. 8 Abs. 1 Sät­ze 2, 4 und 5 des Staats­ver­tra­ges 2008), da das Hoch­schul­rah­men­ge­setz inso­weit kei­ne ver­pflich­ten­den Vor­ga­ben ent­hält (vgl. § 32 Abs. 1 Satz 2 HRG: "min­des­tens") oder sich auf die Vor­ga­be eines von den Län­dern ver­fas­sungs­kon­form aus­zu­fül­len­den Rah­mens beschränkt (vgl. § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 HRG: "nach Maß­ga­be des jewei­li­gen Lan­des­rechts ins­be­son­de­re").

    Soweit die schles­wig-hol­stei­ni­sche Rege­lung des § 4 Abs. 1 ZVS ZuAG zwi­schen­zeit­lich außer Kraft getre­ten ist, ändert dies nichts an ihrer Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit in den Aus­gangs­ver­fah­ren, so dass sie zuläs­si­ger Gegen­stand der Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren bleibt und des­we­gen ent­spre­chend zu bean­stan­den ist. Dar­über hin­aus wer­den die Ent­schei­dungs­wir­kun­gen aus Grün­den der Rechts­klar­heit und Rechts­si­cher­heit gemäß § 82 Abs. 1, § 78 Satz 2 BVerfGG auf die zwi­schen­zeit­lich in Kraft getre­te­ne Neu­re­ge­lung des § 12 Abs. 2 Satz 1 HZG SH erstreckt148.

    Soweit die bun­des- und lan­des­ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten zur Stu­di­en­platz­ver­ga­be mit Art. 12 Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG nicht ver­ein­bar sind, beschrän­ken sich die Ent­schei­dungs­wir­kun­gen auf den Anwen­dungs­be­reich der Rege­lun­gen zur Stu­di­en­platz­ver­ga­be im Stu­di­en­fach Human­me­di­zin. Nur inso­weit waren die­se Gegen­stand der Vor­la­ge­be­schlüs­se und der ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fung.

    Begrenz­te Fort­gel­tens­an­ord­nung[↑]

    Mit Aus­nah­me der gemäß Art. 31 GG zur Nich­tig­keit füh­ren­den Abwei­chung in § 8a Berl­HZG von den Rege­lun­gen des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes ver­bleibt es bei der blo­ßen Fest­stel­lung der Unver­ein­bar­keit der genann­ten Vor­schrif­ten mit dem Grund­ge­setz. Zugleich wird deren begrenz­te Fort­gel­tung ange­ord­net und den zustän­di­gen Lan­des­ge­setz­ge­bern die Neu­re­ge­lung auf­ge­ge­ben.

    Die blo­ße Unver­ein­bar­keits­er­klä­rung einer ver­fas­sungs­wid­ri­gen Norm ist regel­mä­ßig gebo­ten, wenn der Gesetz­ge­ber ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten hat, den Ver­fas­sungs­ver­stoß zu besei­ti­gen. Das ist grund­sätz­lich bei Ver­let­zun­gen des Gleich­heits­sat­zes der Fall149. Der Ver­zicht auf eine Nich­tig­erklä­rung (§ 82 Abs. 1 i.V.m. § 78 Satz 1 BVerfGG) ist zudem dann gebo­ten, wenn durch eine sol­che ein Zustand geschaf­fen wür­de, der der ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Ord­nung noch fer­ner stün­de als die ver­fas­sungs­wid­ri­ge Rege­lung. Dies ist der Fall, wenn die Nach­tei­le des sofor­ti­gen Außer­kraft­tre­tens gegen­über den Nach­tei­len, die mit der vor­läu­fi­gen Wei­ter­gel­tung ver­bun­den wären, über­wie­gen150.

    Danach ist im vor­lie­gen­den Fall die Beschrän­kung auf eine Unver­ein­bar­keits­er­klä­rung gebo­ten. Denn die Nich­tig­erklä­rung der genann­ten Vor­schrif­ten zur Stu­di­en­platz­ver­ga­be in Nume­rus clau­sus-Fächern hät­te einen rege­lungs­lo­sen Zustand zur Fol­ge, der zu erheb­li­chen, die Belan­ge der Stu­di­en­platz­be­wer­ber noch stär­ker belas­ten­den Fol­ge­wir­kun­gen füh­ren wür­de. Im Übri­gen ver­fügt der Gesetz­ge­ber über Gestal­tungs­spiel­räu­me bei der Ent­schei­dung, wie er den gegen­wär­ti­gen ver­fas­sungs­wid­ri­gen Zustand besei­tigt. Auch ange­sichts der Kom­ple­xi­tät des Hoch­schul­zu­las­sungs­we­sens ist ihm im Hin­blick dar­auf ein ange­mes­se­ner Über­gangs­zeit­raum bis zu der erfor­der­li­chen Neu­re­ge­lung ein­zu­räu­men151. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hält inso­weit eine Fort­gel­tung der mit dem Grund­ge­setz unver­ein­ba­ren Vor­schrif­ten bis zu einer gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung für gebo­ten, für die er einen Über­gangs­zeit­raum bis zum 31.12 2019 als ange­mes­sen erach­tet. Die Län­der sind ver­pflich­tet, bis spä­tes­tens dahin Neu­re­ge­lun­gen zu schaf­fen, wel­che die ver­fas­sungs­recht­li­chen Bean­stan­dun­gen besei­ti­gen, wenn und soweit der Bund bis dahin nicht von sei­ner kon­kur­rie­ren­den Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit (vgl. Art. 72 Abs. 3 Satz 1 Nr. 6 GG) Gebrauch gemacht hat.

    Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Urteil vom 19. Dezem­ber 2017 – 1 BvL 3/​141 BvL 4/​14

    1. BGBl. I Sei­te 2298 []
    2. Gesetz­blatt für Baden-Würt­tem­berg Sei­te 663 []
    3. Gesetz­blatt für Baden-Würt­tem­berg Sei­te 629 []
    4. Gesetz­blatt für Baden-Würt­tem­berg Sei­ten 422, 423 []
    5. Baye­ri­sches Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt Sei­te 186 []
    6. Baye­ri­sches Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt Sei­te 320 []
    7. Baye­ri­sches Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt Sei­te 339 []
    8. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für Ber­lin Sei­te 310 []
    9. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für Ber­lin Sei­te 393 []
    10. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für Ber­lin Sei­te 198 []
    11. Ham­bur­gi­sches Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt Sei­te 36 []
    12. Ham­bur­gi­sches Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt Sei­te 36 []
    13. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für das Land Hes­sen I Sei­te 705 []
    14. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für Meck­len­burg-Vor­pom­mern Sei­te 164 []
    15. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für Meck­len­burg-Vor­pom­mern Sei­te 286 []
    16. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für Meck­len­burg-Vor­pom­mern Sei­ten 730 und 758 []
    17. Nie­der­säch­si­sches Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt Sei­te 47 []
    18. Nie­der­säch­si­sches Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt Sei­te 51, in der Fas­sung des Geset­zes vom 17.02.2010, Nie­der­säch­si­sches Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt Sei­te 47 []
    19. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für das Land Nord­rhein-West­fa­len Sei­te 710 []
    20. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für das Land Nord­rhein-West­fa­len Sei­te 710 []
    21. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für das Land Rhein­land-Pfalz Sei­te 347 []
    22. Amts­blatt des Saar­lan­des 2009 Sei­te 331 []
    23. Säch­si­sches Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt Sei­ten 155 und 259 []
    24. Säch­si­sches Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt Sei­te 462, in der Fas­sung des Geset­zes vom 18.10.2012, Säch­si­sches Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt Sei­ten 568, 575 []
    25. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für das Land Sach­sen-Anhalt Sei­ten 297, 298 []
    26. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für Schles­wig-Hol­stein Sei­te 304 []
    27. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für Schles­wig-Hol­stein Sei­te 293, in der Fas­sung des Geset­zes vom 19.06.2009, Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für Schles­wig-Hol­stein Sei­te 331 []
    28. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für Schles­wig-Hol­stein Sei­te 75 []
    29. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für den Frei­staat Thü­rin­gen Sei­te 529 []
    30. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für den Frei­staat Thü­rin­gen Sei­te 535 []
    31. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für Ber­lin Sei­te 393 []
    32. BGBl. I Sei­te 2298 []
    33. VG Gel­sen­kir­chen, Beschlüs­se vom 18.03.2014 – 6z K 4455/​13 und 6z K 4229/​13 []
    34. BVerfGE 33, 303; 43, 291 []
    35. vgl. Bahro/​Berlin, Hoch­schul­zu­las­sungs­recht, 4. Aufl.2003, Ein­lei­tung, S. 4 ff.; Bode, Wis­sen­schafts­recht 46 [2013], S. 348, 351 ff.; Geis, Wis­sen­schafts­recht Bei­heft 18 [2007], S. 9; Gie­se­ke, Wis­sen­schafts­recht 45 [2012], S. 3, 4 f.; Hail­bron­ner, Wis­sen­schafts­recht 29 [1996], S. 1 ff. []
    36. vgl. BVerfGE 33, 303, 340 ff., 345 ff.; vgl. wei­ter zur Ent­wick­lung Lind­ner, in: Hartmer/​Detmer, Hoch­schul­recht, 2. Aufl.2011, Kapi­tel XI Rn. 98 f. []
    37. BGBl I S. 185 []
    38. vgl. hier­zu Hail­bron­ner, Wis­sen­schafts­recht 35 [2002], S.209, 211 f. []
    39. in der Fas­sung des Sieb­ten Geset­zes zur Ände­rung des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes vom 28.08.2004, BGBl I S. 2298 []
    40. vgl. Beschluss­emp­feh­lung und Bericht des Aus­schus­ses für Bil­dung, For­schung und Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung vom 30.06.2004, BT-Drs. 15/​3475, S. 8 []
    41. vom 18.11.2008, GV.NW S. 710 []
    42. vom 15.05.2008, GV.NW S. 386 []
    43. vgl. Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung, Über­sicht über die Vor­auswahl- und Aus­wahl­kri­te­ri­en im Aus­wahl­ver­fah­ren der Hoch­schu­len zum Win­ter­se­mes­ter 2017/​2018 []
    44. BGBl. I S. 549 []
    45. BGBl. I S. 640 []
    46. BGBl. I S. 2118 []
    47. GVBl S. 510 []
    48. jeweils in den aus dem Rubrum ersicht­li­chen Fas­sun­gen []
    49. GVBl 2011 S. 3 []
    50. GVBl II Nr. 29 []
    51. GVBl II Nr. 45 []
    52. jeweils in den aus dem Rubrum ersicht­li­chen Fas­sun­gen []
    53. in der aus dem Rubrum ersicht­li­chen Fas­sung []
    54. HmbGVBl. S. 473 []
    55. in der Fas­sung vom 05.02.2016, GVOBl Schl.-H. S. 75 []
    56. GBl.BW S. 1, in der Fas­sung des Geset­zes vom 01.04.2014, GBl.BW S. 99 []
    57. BayGVBl S. 245, in der Fas­sung des Geset­zes vom 23.02.2011, BayGVBl S. 102 []
    58. GVBl I S. 666 []
    59. GVBl I S. 666, in der Fas­sung des Geset­zes vom 26.06.2012, GVBl I S. 227 []
    60. zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 30.11.2015, GVBl S. 510 []
    61. in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 25.01.2011, GVOBl M‑V S. 18 []
    62. GVBl S. 69 []
    63. GVBl S. 69, in der Fas­sung des Geset­zes vom 10.06.2010, GVBl S. 242 []
    64. GV.NW S. 710 []
    65. in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 14.12 2010, GVBl LSA S. 600 []
    66. in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 21.12 2006, GVBl S. 601 []
    67. GVBl S. 601, in der Fas­sung des Geset­zes vom 16.07.2008, GVBl S. 243, 244 []
    68. zuletzt geän­dert und neu­ge­fasst durch Gesetz vom 13.09.2016, GVBl S. 437 []
    69. vom 18.07.20, GVBl S. 171, geän­dert durch Gesetz vom 17.12 2013, GVBl S. 503, 527, zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 04.04.2017, GVBl S. 99 []
    70. vgl. BVerfGE 33, 303, 306 f.; 43, 291, 302 f. []
    71. vgl. Anga­ben der Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung, Daten der bun­des­weit zulas­sungs­be­schränk­ten Stu­di­en­gän­ge an Hoch­schu­len im Win­ter­se­mes­ter 2017/​18 und in den Som­mer­se­mes­tern 2013 und 2017, S. 2, abruf­bar unter www.hochschulstart.de; im Übri­gen sind die Zah­len den Vor­la­ge­be­schlüs­sen ent­nom­men []
    72. vgl. Anga­ben der Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung, Aus­wahl­gren­zen in den bun­des­weit zulas­sungs­be­schränk­ten Stu­di­en­gän­gen bzgl. der Stu­di­en­jah­re ab 2010/​2011; Vor­la­ge­be­schlüs­se, S. 15 []
    73. vgl. Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz, Län­der­ver­gleich der Abitur­no­ten 2006 – 2015 an Gym­na­si­en, inte­grier­ten Gesamt­schu­len und beruf­li­chen Schu­len, abruf­bar unter https://www.kmk.org/dokumentation-und-statistik/statistik/schulstatistik/abiturnoten.html []
    74. vgl. Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz, Län­der­ver­gleich der Abitur­no­ten 2015 an Gym­na­si­en, inte­grier­ten Gesamt­schu­len und beruf­li­chen Schu­len []
    75. vgl. Anga­ben der Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung, Aus­wahl­gren­zen in den bun­des­weit zulas­sungs­be­schränk­ten Stu­di­en­gän­gen bzgl. Stu­di­en­jahr 2013/​2014, Som­mer­se­mes­ter 2017 und Win­ter­se­mes­ter 2017/​2018; VG Gel­sen­kir­chen, Vor­la­ge­be­schlüs­se, S. 18 []
    76. BVerfG – 1 BvL 3/​14 []
    77. BVerfG – 1 BvL 4/​14 []
    78. vgl. BVerwG, Beschluss vom 04.10.2013 – 6 B 13.13 []
    79. vgl. BVerfGE 136, 127, 141 Rn. 43 ff.; 138, 1, 13 f. Rn. 37; 141, 1, 10 f. Rn. 22; stRspr []
    80. vgl. hier­zu BVerfGE 105, 61, 67; 138, 136, 171 Rn. 92 []
    81. vgl. BVerw­GE 42, 296, 299 []
    82. vom 10.06.2016, GVOBl Schl.-H. S. 342 []
    83. vgl. BVerfGE 78, 165, 178 []
    84. vgl. BVerfGE 75, 166, 175; 107, 218, 232 f. []
    85. vgl. Beschluss­emp­feh­lung und Bericht des Aus­schus­ses für Bil­dung, For­schung und Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung, BT-Drs. 15/​3475, S. 8 []
    86. vgl. BVerfGE 142, 313, 334 f. Rn. 63 []
    87. vgl. zu den Anfor­de­run­gen BVerfGE 76, 100, 104; 79, 240, 243 ff.; 86, 52, 57; 86, 71, 77 f.; 97, 49, 60; 105, 61, 67; 127, 335, 355 f.; 131, 88, 118 []
    88. vgl. BVerfGE 33, 303, 331 f.; 43, 296, 313 f.; 85, 36, 53 f.; 134, 1, 13 Rn. 36 []
    89. vgl. BVerfGE 33, 303, 331; 43, 296, 313; 85, 36, 54; 134, 1, 13 Rn. 36, 40 f. []
    90. BVerfGE 33, 303, 329 f.; 134, 1, 13 f. Rn. 37 []
    91. vgl. BVerfGE 33, 303, 330 []
    92. vgl. BVerfGE 33, 303, 330 ff.; 43, 291, 313 ff.; 134, 1, 13 f. Rn. 37 []
    93. vgl. BVerfGE 33, 303, 333; 75, 40, 68; 87, 1, 35; 90, 107, 116; 97, 332, 349; 103, 242, 259; 105, 73, 132; 112, 50, 66 []
    94. ähn­lich auch EGMR, Taran­ti­no u.a./Ita­li­en, Urteil vom 02.04.2013, Nr. 25851/​09 u.a., § 51, zu Art. 2 des 1. Zusatz­pro­to­kolls zur EMRK []
    95. vgl. BVerfGE 33, 303, 331 f.; 43, 291, 313 ff.; 85, 36, 53 f.; 134, 1, 13 Rn. 36 []
    96. vgl. BVerfGE 43, 291, 316 []
    97. vgl. BVerfGE 43, 291, 316 f. []
    98. vgl. BVerfGE 39, 276, 294; 52, 380, 389 f.; 53, 30, 65 f.; 73, 280, 290, 296 []
    99. vgl. hier­zu bereits BVerfGE 33, 303, 357 []
    100. vgl. zum sog. Wesent­lich­keits­grund­satz BVerfGE 34, 165, 192 f.; 40, 237, 248 f.; 41, 251, 260; 45, 400, 417 f.; 47, 46, 78 f.; 61, 260, 275; 83, 130, 142; 98, 218, 251; 105, 279, 305; 108, 282, 311; 116, 24, 58; 128, 282, 317; 134, 141, 184 Rn. 126; 141, 143, 170 Rn. 59 []
    101. vgl. BVerfGE 33, 303, 345 f.; sie­he auch BVerw­GE 139, 210, 216 Rn.20 []
    102. vgl. bereits BVerfGE 33, 303, 345 []
    103. vgl. inso­weit BVerfGE 35, 79, 112 ff.; 93, 85, 95; 111, 333, 354 f. []
    104. vgl. inso­weit Kadmon/​Resch/​Duelli/​Kadmon, GMS Zeit­schrift für Medi­zi­ni­sche Aus­bil­dung 31 [2014], Heft 2, S. 1 ff. sowie Dei­des­hei­mer Kreis, Hoch­schul­zu­las­sung und Stu­di­en­eig­nungs­tests, 1997, S. 79 ff., 80, 83, 103; Gentsch, Rich­tig aus­ge­wählt?, 2009, S. 34 ff., 36, 56, 61, 183; Köller/​Baumert, APuZ 26/​2002, S. 12, 15 f.; Nagy, Beruf­li­che Inter­es­sen, kogni­ti­ve und fach­ge­bun­de­ne Kom­pe­ten­zen: Ihre Bedeu­tung für die Stu­di­en­fach­wahl und die Bewäh­rung im Stu­di­um [Diss.], 2006, S. 250 ff., 253 f., 257; Neumann/​Nagy/​Trautwein/​Lüdtke, ZfE 2009, S. 691, 711; Trappmann/​Hell/​Weigand/​Schuler, Zeit­schrift für päd­ago­gi­sche Psy­cho­lo­gie 21 [2007], S. 11, 11 f., 24; Wis­sen­schafts­rat, Emp­feh­lun­gen zur Reform des Hoch­schul­zu­gangs vom Janu­ar 2004, S. 34, 38; sie­he zudem auch die Aus­füh­run­gen in Beschluss­emp­feh­lung und Bericht des Aus­schus­ses für Bil­dung, For­schung und Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung, BT-Drs. 15/​3475, S. 10 f. []
    105. vgl. Gentsch, Rich­tig aus­ge­wählt?, 2009, S. 34 f.; Dei­des­hei­mer Kreis, Hoch­schul­zu­las­sung und Stu­di­en­eig­nungs­tests, 1997, S. 80 f., 103 []
    106. vgl. Gentsch, Rich­tig aus­ge­wählt?, 2009, S. 35; Wis­sen­schafts­rat, Emp­feh­lun­gen zur Reform des Hoch­schul­zu­gangs vom Janu­ar 2004, Anhang 3, S. 74 []
    107. vgl. Kad­mon/­Re­sch/­Du-elli/K­ad­mon, GMS Zeit­schrift für Medi­zi­ni­sche Aus­bil­dung 31 [2014], Heft 2, S. 1 ff.; sie­he auch Gentsch, Rich­tig aus­ge­wählt?, 2009, S. 75 ff., 105 ff., 115, 133 ff. []
    108. vgl. Kadmon/​Resch/​Duelli/​Kadmon, GMS Zeit­schrift für Medi­zi­ni­sche Aus­bil­dung 31 [2014], Heft 2, S. 1, 12; Kadmon/​Kadmon, GMS Zeit­schrift für Medi­zi­ni­sche Aus­bil­dung 33 [2016], Heft 1, S. 15, 26; Trapp­man­n/Hel­l/Wei-gan­d/­Schuler, Zeit­schrift für päd­ago­gi­sche Psy­cho­lo­gie 21 [2007], S. 11, 25 []
    109. vgl. hier­zu auch Kadmon/​Resch/​Duelli/​Kadmon, GMS Zeit­schrift für Medi­zi­ni­sche Aus­bil­dung 31 [2014], Heft 2, S. 1, 6 f., 10 []
    110. vgl. inso­weit auch die Begrün­dung zum Staats­ver­trag 2008, ver­öf­fent­licht u.a. in HmbBü-Drs.19/1517, S. 11, 12, und HmbBü-Drs. 18/​4809, S. 12, 15 []
    111. vgl. Beschluss­emp­feh­lung und Bericht des Aus­schus­ses für Bil­dung, For­schung und Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung, BT-Drs. 15/​3475, S. 9 []
    112. vgl. hier­zu die Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs zur Reform der Hoch­schul­zu­las­sung in Ham­burg, HmbBü-Drs. 18/​994, S. 8 []
    113. vgl. die Begrün­dung des Ent­wurfs des Geset­zes zum Staats­ver­trag über die Errich­tung einer gemein­sa­men Ein­rich­tung für Hoch­schul­zu­las­sung, HmbBü-Drs.19/1517, S. 10 []
    114. vgl. die Ver­wei­sung auf Art. 2 des Geset­zes zum Staats­ver­trag über die Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen, HmbGVBl S. 569, in HmbBü-Drs.19/1517, S. 10, sowie inso­weit die Geset­zes­be­grün­dung, HmbBü-Drs. 18/​4809, S. 11, die wie­der­um auf das Gesetz zur Ände­rung des Geset­zes zum Staats­ver­trag über die Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen vom 08.02.2005, HmbGVBl S. 31, ver­weist []
    115. vgl. die Begrün­dung des Ent­wurfs eines Geset­zes zur Ände­rung des Geset­zes zum Staats­ver­trag über die Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen, HmbBü-Drs. 18/​1514, S. 3 []
    116. vgl. BVerfGE 67, 299, 329; 95, 64, 93; 99, 341, 358; 118, 212, 234 []
    117. vgl. BVerfGE 8, 28, 34; 54, 277, 299 f.; 119, 247, 274; 130, 371, 398 []
    118. vgl. Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung, Daten der bun­des­weit zulas­sungs­be­schränk­ten Stu­di­en­gän­ge an Hoch­schu­len im Win­ter­se­mes­ter 2017/​18, S. 2, abruf­bar unter www.hochschulstart.de []
    119. vgl. Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung, Daten der bun­des­weit zulas­sungs­be­schränk­ten Stu­di­en­gän­ge an Hoch­schu­len im Som­mer­se­mes­ter 2017, S. 2, abruf­bar unter www.hochschulstart.de []
    120. vgl. Beschluss­emp­feh­lung und Bericht des Aus­schus­ses für Bil­dung, For­schung und Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung, BT-Drs. 15/​3475, S. 11; sie­he fer­ner die Emp­feh­lun­gen des Wis­sen­schafts­rats zur Reform des Hoch­schul­zu­gangs vom Janu­ar 2004, S. 6 f., 25 f., 35 f., 38 f. sowie die Erläu­te­run­gen der Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung zu den Lan­des­quo­ten in der Abitur­bes­ten­quo­te, abruf­bar unter https://zv.hochschulstart.de []
    121. vgl. Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz, Län­der­ver­gleich der Abitur­no­ten 2015 an Gym­na­si­en, inte­grier­ten Gesamt­schu­len und beruf­li­chen Schu­len, abruf­bar unter https://www.kmk.org/dokumentation-und-statistik/statistik/schulstatistik/abiturnoten.html []
    122. vgl. Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz, Län­der­ver­glei­che der Abitur­no­ten 2011, 2012, 2013 und 2014 an Gym­na­si­en, inte­grier­ten Gesamt­schu­len und beruf­li­chen Schu­len, abruf­bar unter https://www.kmk.org/dokumentation-und-statistik/statistik/schulstatistik/abiturnoten.html, sowie die Sta­tis­tik­ta­bel­le auf S. 16 der Vor­la­ge­be­schlüs­se []
    123. vgl. Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz, Län­der­ver­gleich der Abitur­no­ten 2015 an Gym­na­si­en, inte­grier­ten Gesamt­schu­len und beruf­li­chen Schu­len []
    124. vgl. Neumann/​Nagy/​Trautwein/​Lüdtke, ZfE 2009, S. 691, 704 ff., 707 ff. mit Betrach­tung mög­li­cher Aus­wir­kun­gen auf die Stu­di­en­zu­las­sung []
    125. vgl. hier­zu BVerfGE 84, 34, 50 ff. []
    126. vgl. Haug, WissR 39 [2006], S. 96, 102; Hail­bron­ner, WissR 29 [1996], S. 1, 9 []
    127. vgl. Bode, WissR 46 [2013], S. 348, 365 f. []
    128. vgl. Beschluss­emp­feh­lung und Bericht des Aus­schus­ses für Bil­dung, For­schung und Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung, BT-Drs. 15/​3475, S. 11 []
    129. so BayVGH, Beschluss vom 20.03.2006 – 7 CE 06.10175, NVwZ-RR 2006, S. 695, 697 f. []
    130. vgl. BVerfGE 111, 115, 137 []
    131. vgl. BVerfGE 84, 348, 359; 100, 138, 174; 103, 310, 319; 113, 167, 236; 126, 268, 279; stRspr []
    132. vgl. BayVGH, Beschluss vom 23.03.2006 – 7 CE 06.10164 11 []
    133. vgl. Beschluss­emp­feh­lung und Bericht des Aus­schus­ses für Bil­dung, For­schung und Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung, BT-Drs. 15/​3475, S. 11 []
    134. vgl. Beschluss­emp­feh­lung und Bericht des Aus­schus­ses für Bil­dung, For­schung und Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung, BT-Drs. 15/​3475, S. 6 ff. []
    135. vgl. dort S. 41 []
    136. vgl. etwa die Stel­lung­nah­men der Bun­des­ärz­te­kam­mer vom 10.12 2014, S. 1, des Deut­schen Hoch­schul­ver­bands vom 04.09.2014, S. 10 f., des Mar­bur­ger Bun­des vom 04.09.2014, S. 3, und der Uni­ver­si­tät Olden­burg vom 25.08.2014, S. 4 []
    137. vgl. Mas­ter­plan Medi­zin­stu­di­um 2020, Beschluss­text, S. 9 f. []
    138. vgl. Beschluss­emp­feh­lung und Bericht des Aus­schus­ses für Bil­dung, For­schung und Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung, BT-Drs. 15/​3475, S. 10 []
    139. zum "Ver­ler­nen des Ler­nens" vgl. auch Kadmon/​Resch/​Duelli/​Kadmon, GMS Zeit­schrift für Medi­zi­ni­sche Aus­bil­dung 31 [2014], Heft 2, S. 1, 5, 11 sowie die im Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren ein­ge­gan­ge­ne Stel­lung­nah­me der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg vom 10.12 2014, S. 3 f. []
    140. vgl. BVerfGE 26, 116, 135 []
    141. vgl. hier­zu BVerfGE 111, 226, 249 ff. []
    142. vgl. BVerfGE 66, 270, 285 []
    143. vgl. BVerfGE 112, 164, 182 f.; 121, 317, 349; stRspr []
    144. vgl. inso­weit BVerfGE 29, 11, 17 []
    145. vgl. BVerfGE 98, 145, 159; Huber, in: Sachs, GG, 7. Aufl.2014, Art. 31 Rn. 12; Hel­ler­mann, in: Epping/​Hillgruber, Beck­OK GG, 34. Ed.2017, Art. 31 Rn. 10 []
    146. vgl. die Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs, AH-Drs. 15/​3766, S. 16 – zu § 6 – und S.19 – zu § 8a []
    147. sie­he hier­zu auch BayVGH, Beschluss vom 23.03.2006 – 7 CE 06.10164 11 mit Hin­weis auf die Geset­zes­his­to­rie und die Rege­lung des § 35 HRG []
    148. vgl. BVerfGE 99, 202, 216; 104, 126, 150; 120, 125, 166 f.; 125, 175, 256 []
    149. vgl. BVerfGE 99, 280, 298; 105, 73, 133; 107, 27, 57; 117, 1, 69; 122, 210, 245; 126, 400, 431; 138, 136, 249 Rn. 286; stRspr []
    150. vgl. BVerfGE 33, 303, 347 f.; 61, 319, 356; 83, 130, 154; 85, 386, 401; 87, 153, 177 f.; 100, 313, 402; 128, 282, 321 f.; stRspr []
    151. vgl. inso­weit bereits BVerfGE 43, 291, 321 []