Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit für Rumä­ni­en und Bul­ga­ri­en

Mit dem Jah­res­an­fang 2007 sind Rumä­ni­en und Bul­ga­ri­en Mit­glied der Euro­päi­schen Uni­on gewor­den. Trotz­dem kön­nen die Rumä­nen und Bul­ga­ren noch nicht die voll­stän­di­ge Frei­zü­gig­keit für sich in Anspruch neh­men, wie sie eigent­lich als eine der soge­nann­ten "Grund­frei­hei­ten" für alle Arbeit­neh­mer inner­halb der EU gilt. Denn Deutsch­land nimmt, wie eini­ge ande­re EU-Mit­glieds­staa­ten auch, noch bis zum 31. Dezem­ber 2008 Über­gangs­re­ge­lun­gen bei der Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit gegen­über Bul­ga­ri­en und Rumä­ni­en in Anspruch.

Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit für Rumä­ni­en und Bul­ga­ri­en

Das Bun­des­ka­bi­nett hat hier­zu kurz vor dem Jah­res­wech­sel beschlos­sen, dass die Bun­des­re­gie­rung der EU-Kom­mis­si­on die Inan­spruch­nah­me der Über­gangs­be­stim­mun­gen im Bereich der Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit gegen­über Bul­ga­ri­en und Rumä­ni­en für zunächst zwei Jah­re, das heißt vom 1. Janu­ar 2007 bis zum 31. Dezem­ber 2008, mel­det. Dar­über hin­aus wird die Ent­sen­dung von Arbeit­neh­mern bei der grenz­über­schrei­ten­den Erbrin­gung von Dienst­leis­tun­gen in den Sek­to­ren Bau, Gebäu­de­rei­ni­gung und Innen­de­ko­ra­ti­on eben­falls zunächst bis Ende 2008 beschränkt.

Mit dem Gesetz zur Anpas­sung von Rechts­vor­schrif­ten des Bun­des infol­ge des Bei­tritts der Repu­blik Bul­ga­ri­en und Rumä­ni­ens zur Euro­päi­schen Uni­on vom 7. Dezem­ber 2006 hat­te der Gesetz­ge­ber bereits die erfor­der­li­chen inner­staat­li­chen Schrit­te unter­nom­men. Mit dem Beschluss der Bun­des­re­gie­rung wird nun sicher­ge­stellt, dass die Ent­schei­dung Deutsch­lands auch auf euro­päi­scher Ebe­ne wirk­sam wer­den kann.

Mit der Ent­schei­dung der Bun­des­re­gie­rung wer­den bul­ga­ri­sche und rumä­ni­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge den Staats­an­ge­hö­ri­gen der Mit­glied­staa­ten gleich­ge­stellt, die der EU am 1. Mai 2004 bei­getre­ten sind (Aus­nah­me: Mal­ta und Zypern, für die bereits Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit gilt). Für die Staats­an­ge­hö­ri­gen aller die­ser Staa­ten gilt: Die kon­trol­lier­te und begrenz­te Zulas­sung von Arbeit­neh­mern zum deut­schen Arbeits­markt bleibt mög­lich. Die natio­na­len Rege­lun­gen, ins­be­son­de­re das Zuwan­de­rungs­ge­setz, und bila­te­ra­le Ver­ein­ba­run­gen sehen ent­spre­chen­de Zugangs­mög­lich­kei­ten vor.

Nach dem Bei­tritts­ver­trag vom 25. April 2005 zwi­schen der EU einer­seits und Bul­ga­ri­en und Rumä­ni­en ande­rer­seits kön­nen die bis­he­ri­gen Mit­glied­staa­ten gegen­über Bul­ga­ri­en und Rumä­ni­en wäh­rend einer ins­ge­samt sie­ben­jäh­ri­gen Frist (soge­nann­tes "2+3+2‑Modell") Ein­schrän­kun­gen der Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit vor­neh­men. Deutsch­land und Öster­reich kön­nen dar­über hin­aus in bestimm­ten Wirt­schafts­sek­to­ren die Ent­sen­dung von Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mern bei der grenz­über­schrei­ten­den Erbrin­gung von Dienst­leis­tun­gen beschrän­ken, solan­ge sie die Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit ein­schrän­ken.