Die unter­blie­be­ne Vor­la­ge an den EuGH

Nicht jede Ver­let­zung der uni­ons­recht­li­chen Vor­la­ge­pflicht stellt zugleich einen Ver­stoß gegen Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG dar.

Die unter­blie­be­ne Vor­la­ge an den EuGH

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt über­prüft nur, ob die Aus­le­gung und Anwen­dung der Zustän­dig­keits­re­gel des Art. 267 Abs. 3 AEUV bei ver­stän­di­ger Wür­di­gung der das Grund­ge­setz bestim­men­den Gedan­ken nicht mehr ver­ständ­lich erscheint und offen­sicht­lich unhalt­bar ist1.

Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert dar­ge­legt, wenn nicht hin­rei­chend dar­ge­legt wird, dass Aus­le­gung und Anwen­dung der Vor­ab­ent­schei­dung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on durch den Bun­des­fi­nanz­hof im ange­grif­fe­nen Urteil unver­tret­bar sind.

Dar­über hin­aus muss die betref­fen­de Fra­ge zur Aus­le­gung des Uni­ons­rechts im kon­kre­ten Fall auch ent­schei­dungs­er­heb­lich sein.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 13. Juni 2016 – 2 BvR 2894/​14

  1. vgl. BVerfGE 135, 155, 231 f. Rn. 180