Einst­wei­li­ge Anord­nung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts – gegen Maß­nah­men des Gerichts der Euro­päi­schen Uni­on?

Nach § 32 Abs. 1 BVerfGG kann das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Streit­fall einen Zustand durch einst­wei­li­ge Anord­nung vor­läu­fig regeln, wenn dies zur Abwehr schwe­rer Nach­tei­le, zur Ver­hin­de­rung dro­hen­der Gewalt oder aus einem ande­ren wich­ti­gen Grund zum gemei­nen Wohl drin­gend gebo­ten ist. Dabei müs­sen die Grün­de, wel­che für die Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der ange­grif­fe­nen Maß­nah­me spre­chen, außer Betracht blei­ben.

Einst­wei­li­ge Anord­nung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts – gegen Maß­nah­men des Gerichts der Euro­päi­schen Uni­on?

Für eine einst­wei­li­ge Anord­nung ist aller­dings kein Raum, wenn der Antrag in der Haupt­sa­che sich von vorn­her­ein als unzu­läs­sig oder offen­sicht­lich unbe­grün­det erweist 1.

Das ist jedoch der Fall, wenn die Ver­fas­sungs­be­schwer­de aus­schließ­lich Maß­nah­men des Gerichts der Euro­päi­schen Uni­on in einem dort geführ­ten Ver­fah­ren betrifft.

Eine in der Haupt­sa­che zu erhe­ben­de Ver­fas­sungs­be­schwer­de wäre von vorn­her­ein unzu­läs­sig. Maß­nah­men von Orga­nen, Ein­rich­tun­gen und sons­ti­gen Stel­len der Euro­päi­schen Uni­on sind kei­ne Akte deut­scher öffent­li­cher Gewalt im Sin­ne von Art. 93 Abs. 1 Nr. 4a GG, § 90 Abs. 1 BVerfGG und daher auch nicht unmit­tel­ba­rer Beschwer­de­ge­gen­stand im Ver­fah­ren der Ver­fas­sungs­be­schwer­de 2.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 21. Febru­ar 2019 – 2 BvQ 7/​19

  1. vgl. BVerfGE 89, 38, 44; 118, 111, 122; 130, 367, 369; BVerfG, Beschluss vom 21.06.2017 – 2 BvQ 31/​17 1; stRspr[]
  2. BVerfGE 142, 123, 179 f. Rn. 97; BVerfG, Beschlüs­se vom 28.06.2016 – 2 BvR 322/​13 8; und vom 19.07.2016 – 2 BvR 2752/​11 16[]