Neu­er Ver­hal­tens­ko­dex für Euro­pa-Abge­ord­ne­te

Das Euro­päi­sche Par­la­ment hat einen neu­en Ver­hal­tens­ko­dex für sei­ne Abge­ord­ne­ten beschlos­sen. Der Kodex legt Vor­schrif­ten und Grund­sät­ze fest, an die sich Par­la­men­ta­ri­er im Umgang mit exter­nen Kon­tak­ten zu hal­ten haben, um Inter­es­sen­kon­flik­te zu ver­mei­den.

Neu­er Ver­hal­tens­ko­dex für Euro­pa-Abge­ord­ne­te

Das Leit­prin­zip des Kodex ist Trans­pa­renz. Abge­ord­ne­te wer­den künf­tig ihre bezahl­ten Tätig­kei­ten und deren Ver­gü­tung außer­halb des Par­la­ments sowie ande­re Funk­tio­nen, die einen Inter­es­sens­kon­flikt dar­stel­len könn­ten, in ein­deu­ti­gen Erklä­run­gen offen­le­gen müs­sen. Der Kodex beinhal­tet zudem ein expli­zi­tes Ver­bot, Bezah­lung oder Gegen­leis­tun­gen für die Ein­fluss­nah­me auf par­la­men­ta­ri­sche Ent­schei­dun­gen anzu­neh­men. Es gibt kla­re Vor­schrif­ten für die Annah­me von Geschen­ken und zur Posi­ti­on von ehe­ma­li­gen Abge­ord­ne­ten, die als Lob­by­is­ten arbei­ten.

Die wich­tigs­ten Bestim­mun­gen:

  • Finan­zi­el­le Erklä­rung:
    Abge­ord­ne­te müs­sen jede beruf­li­che Tätig­keit, die sie in den drei Jah­ren vor ihrer Wahl ins Par­la­ment aus­ge­führt haben, öffent­lich und im Inter­net ange­ben. Eben­so müs­sen sie jede Vor­stands­mit­glied­schaft in einem Unter­neh­men, einer NRO, und/​oder bei Inter­es­sens­ver­bän­den wäh­rend der­sel­ben Zeit­span­ne oder zum gegen­wär­ti­gen Zeit­punkt bekannt­ge­ben.
    Jeg­li­che ver­gü­te­te Tätig­keit, die wäh­rend der Amts­zeit, auch auf gele­gent­li­cher Basis, aus­ge­übt wird, ein­schließ­lich fach­li­cher Bera­tungs­tä­tig­keit in münd­li­cher oder schrift­li­cher Form, muss ver­öf­fent­licht wer­den, wenn der Ver­dienst 5 000 € im Jahr über­schrei­tet. Finan­zi­el­le Unter­stüt­zung jeg­li­cher Art und finan­zi­el­le Inter­es­sen, die einen Inter­es­sen­kon­flikt her­vor­ru­fen könn­ten, müs­sen eben­so offen­ge­legt wer­den. Jede Ände­rung der Erklä­rung muss inner­halb von 30 Tagen gemel­det wer­den. Im Fal­le der Nicht­ein­hal­tung ver­lie­ren die Abge­ord­ne­ten ihr Recht ein Amt im Par­la­ment aus­zu­üben.
  • Geschen­ke:
    Alle Geschen­ke oder Ver­güns­ti­gun­gen im Wert von über 150 €, die Abge­ord­ne­te wäh­rend der Aus­übung ihrer Pflich­ten erhal­ten, müs­sen abge­lehnt wer­den, oder falls das Par­la­ment offi­zi­ell reprä­sen­tiert wird, an den Prä­si­den­ten des Par­la­ment wei­ter­ge­lei­tet wer­den. Die Erstat­tung direk­ter Aus­ga­ben wird nicht als Geschenk ange­se­hen, so der Abge­ord­ne­te die jewei­li­ge Ver­an­stal­tung auf­grund einer offi­zi­el­len Ein­la­dung besucht.
  • Ehe­ma­li­ge Abge­ord­ne­te als Lob­by­is­ten:
    Ehe­ma­li­ge Abge­ord­ne­te, die als Lob­by­is­ten in einem Bereich zu arbei­ten anfan­gen, der in direk­ter Ver­bin­dung mit EU-Ange­le­gen­hei­ten steht, dür­fen Ein­rich­tun­gen, die nor­ma­ler­wei­se ehe­ma­li­gen Abge­ord­ne­ten zur Ver­fü­gung ste­hen, wäh­rend der Zeit einer sol­chen Lob­by-Tätig­keit nicht nüt­zen.