Notar­ge­büh­ren im Gesell­schafts­recht

Bewe­gung kom­men könn­te nun kurz­fris­tig in die der­zei­ti­gen Notar­ge­büh­ren. So hat das Land­ge­richt Baden-Baden dem Euro­päi­schen Gerichts­hof ein Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen vor­ge­legt zu der Vor­la­ge­fra­ge, ob Art. 10 lit. c der Richt­li­nie 69/​335/​EWG betref­fend die indi­rek­ten Steu­ern auf die Ansamm­lung von Kapi­tal in der Fas­sung der Richt­li­nie 85/​303/​EWG auch die Gebüh­ren für die nota­ri­ell beur­kun­de­te Abtre­tung von GmbH-Antei­len erfasst.

Notar­ge­büh­ren im Gesell­schafts­recht

In die­sem Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­ren liegt nun der Schlußantrag des Gene­ral­an­wal­tes vor. Die­ser geht davon aus, daß der Anwen­dungs­be­reich der Richt­li­nie eröff­net ist, da die Beur­kun­dungs­ge­büh­ren für die Abtre­tung von GmbH-Antei­len in wirt­schaft­li­chem und recht­li­chem Zusam­men­hang mit der Kapi­tal­erhö­hung einer Kapi­tal­ge­sell­schaft ste­hen. Damit sind auch die Gebüh­ren eines ver­be­am­te­ten Notars Steu­ern im Sin­ne der Richt­li­nie, wenn ein Teil die­ser Gebüh­ren sei­ner Anstel­lungs­be­hör­de zur Finan­zie­rung ihrer Auf­ga­ben zufließt. Nach Art. 10 lit. c der Richt­li­nie hand­le es sich bei der Beur­kun­dungs­ge­bühr um ver­bo­te­ne Steu­ern, da in die­sem Zusam­men­hang neben der Gesell­schaft­steu­er kei­ne wei­te­ren Steu­ern erho­ben wer­den dür­fen. Eine sol­che Gebühr kön­ne auch nicht als eine nach Art 12 Abs. 1 lit. a der Richt­li­nie vom Ver­bot der Steu­er­erhe­bung aus­ge­nom­me­ne Bör­sen­um­satz­steu­er betrach­tet wer­den. Sei­ner Auf­fas­sung nach dür­fen somit der­ar­ti­ge Gebüh­ren nicht erho­ben wer­den.

Wenn der EuGH, wie meist der Fall, dem Schluß­an­trag des Gene­ral­an­walts folgt, betrifft dies direkt zwar nur die beam­te­ten Nota­re, wie es sie nur noch in Baden-Würt­tem­berg gibt. Aber es dürf­te undenk­bar sein, daß für die­se Nota­re eine ande­re Gebüh­ren­ord­nung gilt als für die frei­be­ruf­li­chen Nota­re in den übri­gen Län­dern Deutsch­lands.

(EuGH, Rs C‑466/​03)