SEPA star­tet

Der euro­pawei­te Zah­lungs­ver­kehrsraum rückt ein Stück näher, nach­dem heu­te das SEPA-Sys­tem star­tet. Damit kann jetzt jede grenz­über­schrei­ten­de bar­geld­lo­se Über­wei­sung in Euro inner­halb der EU wie eine Inlands­zah­lung behan­delt wer­den.

SEPA star­tet

Mit der Zah­lungs­dienst­e­richt­li­nie, die wäh­rend der deut­schen EU-Rats­prä­si­dent­schaft im ers­ten Halb­jahr 2007 von den Finanz­mi­nis­tern Euro­pas beschlos­sen wur­de, sind die recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen für einen ein­heit­li­chen Zah­lungs­raum in der Euro­päi­schen Uni­on geschaf­fen wor­den. Seit dem 28. Janu­ar 2008 gel­ten die neu­en Regeln, die bis zum 1. Novem­ber 2009 von den EU-Mit­glieds­staa­ten umge­setzt wer­den müs­sen.

Neben die­sem Rechts­rah­men wird der euro­päi­sche Zah­lungs­raum in ers­ter Linie durch markt­ge­trie­be­ne Pro­zes­se geschaf­fen. Die im European Pay­ment Coun­cil (EPC) zusam­men­ge­schlos­se­nen euro­päi­schen Ban­ken haben inzwi­schen tech­ni­sche Stan­dards und For­ma­te für den Euro­zah­lungs­raum (Sin­gle Euro Pay­ment Area/​SEPA) geschaf­fen, wo zwi­schen natio­na­len Zah­lun­gen und grenz­über­schrei­ten­den Zah­lun­gen nicht mehr unter­schie­den wird.

Die Nut­zung die­ser neu­en Stan­dards brin­gen meh­re­re Vor­tei­le:

  • Schnel­le­re Über­wei­sun­gen in das Aus­land
    Spä­tes­tens ab dem 1. Janu­ar 2012 müs­sen Zah­lungs­vor­gän­ge inner­halb der EU nach den Vor­ga­ben der Zah­lungs­dienst­e­richt­li­nie am Ende des fol­gen­den Geschäfts­tags abge­wi­ckelt sein. Vie­le euro­päi­sche Ban­ken wer­den die Aus­füh­rungs­frist noch vor die­sem ver­bind­li­chen Ter­min ver­kür­zen . Bis zu einer Woche brauch­te es bis­her, wenn man per Über­wei­sung ins Aus­land zahlt. War­te­te der Händ­ler im Aus­land zuerst auf den Zah­lungs­ein­gang, konn­te es mit­un­ter sehr lan­ge dau­ern, bis die gewünsch­te Ware end­lich beim Käu­fer ein­traf.
  • Aus­län­di­sche Ban­ken wer­den attrak­ti­ver
    Je ein­fa­cher der Zah­lungs­ver­kehr über die Gren­zen hin­weg ist, des­to eher kom­men auch aus­län­di­sche Ban­ken als Dienst­leis­ter für den Kun­den in Fra­ge: Nicht nur für den Fir­men­kun­den, son­dern auch für den Retail­kun­den; nicht nur für den Zah­lungs­ver­kehr, son­dern im Prin­zip für jedes ande­re Bank­pro­dukt. Mehr Wett­be­werb bedeu­tet also mehr Vor­tei­le für den Kun­den.
  • Für Indus­trie­un­ter­neh­men, die in ver­schie­de­nen euro­päi­schen Staa­ten aktiv sind, kön­nen durch den Weg­fall von sepa­ra­ten Kon­ten, durch gerin­ge­re inter­ne Abwick­lungs­kos­ten, erheb­li­che Kos­ten durch die Nut­zung von SEPA-Pro­duk­ten ein­ge­spart wer­den.