Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen Akte von Unionsorganen

Eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen Akte von Uni­ons­or­ga­nen ist bereits man­gels taug­li­chen Beschwer­de­ge­gen­stan­des unzulässig.

Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen Akte von Unionsorganen

Soweit sich die Beschwer­de­füh­re­rin gegen die Schrei­ben des Euro­päi­schen Gerichts­hofs bezie­hungs­wei­se ein Unter­las­sen von Kom­mis­si­on, Rat und Euro­päi­schem Par­la­ment wen­det, liegt der Ver­fas­sungs­be­schwer­de kein taug­li­cher Beschwer­de­ge­gen­stand zugrun­de. Maß­nah­men von Orga­nen, Ein­rich­tun­gen und sons­ti­gen Stel­len der Euro­päi­schen Uni­on sind kei­ne Akte deut­scher öffent­li­cher Gewalt im Sin­ne von Art. 93 Abs. 1 Nr. 4a GG, § 90 Abs. 1 BVerfGG und daher auch nicht unmit­tel­ba­rer Beschwer­de­ge­gen­stand im Ver­fah­ren der Ver­fas­sungs­be­schwer­de1

Die Beschwer­de­füh­re­rin macht im hier ent­schie­de­ne Fall auch nicht sub­stan­ti­iert gel­tend und es ist auch nicht ersicht­lich, dass es sich bei den ange­grif­fe­nen Maß­nah­men um Ultra-vires-Akte oder Berüh­run­gen der Ver­fas­sungs­iden­ti­tät gemäß Art. 79 Abs. 3 GG han­delt. Soweit die Ver­fas­sungs­be­schwer­de daher ein Unter­las­sen von Bun­des­re­gie­rung, Bun­des­tag und Bun­des­rat rügt, lässt ihre Begrün­dung eine Ver­let­zung von Rech­ten im Sin­ne des § 90 Abs. 1 BVerfGG inhalt­lich nach­voll­zieh­bar nicht erken­nen. Ins­be­son­de­re ist nicht ansatz­wei­se ersicht­lich, dass die genann­ten Ver­fas­sungs­or­ga­ne inso­weit gegen eine aus der Inte­gra­ti­ons­ver­ant­wor­tung fol­gen­de Hand­lungs- oder Unter­las­sungs­pflicht2 ver­sto­ßen haben könnten. 

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 16. August 2021 – 2 BvR 1862/​20

  1. BVerfGE 142, 123 <179 Rn. 97> stRspr[]
  2. vgl. BVerfGE 151, 202 <276 Rn. 94, 296 ff. Rn. 141 ff.>[]

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