Vor­la­ge­pflicht an den EuGH

Gemäß Art. 267 Abs. 3 AEUV ist das letzt­in­stanz­li­che inner­staat­li­che Gericht, bei dem sich eine ent­schei­dungs­er­heb­li­che Fra­ge über die Aus­le­gung von Hand­lun­gen der Orga­ne der Euro­päi­schen Uni­on (Art. 267 Abs. 1 Buchst. b AEUV) stellt, zur Anru­fung des Uni­ons­ge­richts­hofs ver­pflich­tet, es sei denn, dass die betref­fen­de uni­ons­recht­li­che Fra­ge bereits Gegen­stand einer Aus­le­gung durch den Gerichts­hof war oder dass die rich­ti­ge Anwen­dung des Uni­ons­rechts der­art offen­kun­dig ist, dass für einen ver­nünf­ti­gen Zwei­fel kei­ner­lei Raum bleibt 1.

Vor­la­ge­pflicht an den EuGH

Nach die­sen Maß­ga­ben besteht kei­ne Vor­la­ge­pflicht, wenn es bereits an der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der von einer Pro­zess­par­tei auf­ge­wor­fe­nen Rechts­fra­gen fehlt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Juli 2016 – EnZR 19/​15

  1. vgl. EuGH, Slg. 1982, 3415 Rn. 21 – C.I.L.F.I.T.[]