Zugang zum Notar­be­ruf

Die EU-Kom­mis­si­on hat gegen Deutsch­land und sechs wei­te­re Mit­glied­staa­ten eine Ver­trags­ver­let­zungs­kla­ge gemäß Art. 226 EGV erho­ben, da die­se Mit­glied­staa­ten nach Ansicht der Kom­mis­si­on die Richt­li­nie über die Aner­ken­nung von Hoch­schul­di­plo­men 89/​48/​EWG bezüg­lich der Nota­re nicht umge­setzt haben und es wei­ter­hin nur eige­nen Staats­an­ge­hö­ri­gen den Zugang zum Notar­be­ruf gestat­te­ten. Die zustän­di­ge Gene­ral­di­rek­ti­on Bin­nen­markt sieht dar­in einen Ver­stoß gegen die Nie­der­las­sungs­frei­heit. Die­ser sei nicht gemäß Art. 45 EGV gerecht­fer­tigt, da die Tätig­keit der Nota­re nicht mit der Aus­übung öffent­li­cher
Gewalt ver­bun­den sei. Die Kom­mis­si­on beruft sich auf das EuGH-Urteil Reyners, nach dem die Teil­nah­me an der Aus­übung öffent­li­cher Gewalt "unmit­tel­bar und spe­zi­fisch" sein muss. Die­se Vor­aus­set­zung sei bei den Nota­ren nicht erfüllt, da sie
kei­ne Ent­schei­dun­gen auch gegen den Wil­len einer der bera­te­nen Par­tei­en durch­set­zen könn­ten. Eine hohe fach­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on, die für den Notar­be­ruf not­wen­dig sei, kön­ne auch durch weni­ger restrik­ti­ve Maß­nah­men gewähr­leis­tet wer­den.

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