Zuwei­sung der Ehe­woh­nung – rel­oa­ded

Das Gericht kann eine Ent­schei­dung mit Dau­er­wir­kung ändern, wenn sich die zugrun­de lie­gen­de Sach- oder Rechts­la­ge nach­träg­lich wesent­lich geän­dert hat (§ 48 Abs. 1 Satz 1 FamFG). Auch ein Beschluss, durch den ein Antrag auf Zuwei­sung der Ehe­woh­nung nach § 1361b BGB zurück­ge­wie­sen wur­de, ist als Ent­schei­dung mit Dau­er­wir­kung im Sin­ne des § 48 Abs. 1 Satz 1 FamFG anzu­se­hen. Wann eine Ände­rung im Sin­ne des § 48 Abs. 1 Satz 1 FamFG als wesent­lich anzu­se­hen ist, kann in Ehe­woh­nungs­sa­chen nach den zu § 17 Haus­ratV ent­wi­ckel­ten Kri­te­ri­en bestimmt wer­den.

Zuwei­sung der Ehe­woh­nung – rel­oa­ded

Dass bereits bei Erlass der Aus­gans­gent­schei­dung vor­lie­gen­de Umstän­de unzu­tref­fend recht­lich bewer­tet oder gewich­tet wor­den sei­en, erfüllt nicht die Vor­aus­set­zun­gen einer Abän­de­rung nach § 48 Abs. 1 Satz 1 FamFG.

Das Gericht kann eine Ent­schei­dung mit Dau­er­wir­kung ändern, wenn sich die zugrun­de lie­gen­de Sach- oder Rechts­la­ge nach­träg­lich wesent­lich geän­dert hat (§ 48 Abs. 1 Satz 1 FamFG). Wann eine Ände­rung als wesent­lich anzu­se­hen ist, kann in Ehe­woh­nungs­sa­chen nach den zu der ent­spre­chen­den, inzwi­schen auf­ge­ho­be­nen Vor­schrift des § 17 Haus­ratV ent­wi­ckel­ten Kri­te­ri­en bestimmt wer­den. Danach ist von einer wesent­li­chen Ände­rung aus­zu­ge­hen, wenn unter Berück­sich­ti­gung der geän­der­ten Umstän­de mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit anders zu ent­schei­den gewe­sen wäre 1. Nicht aus­rei­chend ist, dass eine ande­re Gewich­tung oder abwei­chen­de recht­li­che Bewer­tung bereits bei Erlass der Aus­gangs­ent­schei­dung vor­lie­gen­der Umstän­de vor­ge­nom­men wer­den soll; etwai­ge recht­li­che Feh­ler der Aus­gangs­ent­schei­dung kön­nen nur im Wege eines gegen die­se gerich­te­ten Rechts­mit­tels gel­tend gemacht wer­den 2.

Eini­ge "Ände­run­gen" schließt das Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart aber auch gleich wie­der als geeig­ne­ter Grund für eine Abän­de­rung aus: Der Gesichts­punkt der seit der – im Jahr 2008 erfolg­ten – Tren­nung ver­stri­che­nen Zeit war bei Erlass der Aus­gangs­ent­schei­dung vor­her­seh­bar, so dass inso­weit kei­ne nach­träg­li­che Ände­rung ein­ge­tre­ten ist ()zum Kri­te­ri­um der Vor­her­seh­bar­keit vgl. Staudinger/​Weinreich, BGB-Kom., Bearb. 2004, § 17 Haus­rats­VO Rn. 6; OLG Hamm Fam­RZ 1988, 645)). Vor­her­seh­bar war damals auch der Umstand, dass die Schei­dung wegen eines ange­sichts der Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se der Betei­lig­ten ggf. län­ger dau­ern­den Zuge­winn­aus­gleichs­ver­fah­rens nicht zeit­nah mög­lich sein wür­de; der Antrags­geg­ner hat im dama­li­gen Ver­fah­ren aus­drück­lich auf den mit der Schei­dung durch­zu­füh­ren­den Zuge­winn­aus­gleich hin­ge­wie­sen.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 12. Janu­ar 2011 – 15 UF 243/​10

  1. Staudinger/​Weinreich, BGB-Kom., Bearb. 2004, § 17 Haus­rats­VO Rn 5; Palandt/​Brudermüller, BGB-Kom., 68. A., Anh. zu §§ 1361a, 1361b BGB, § 17 Haus­rVO Rn. 2; OLG Naum­burg FamRB 2004, 316[]
  2. Staudinger/​Weinreich, BGB-Kom., Bearb. 2004, § 17 Haus­rats­VO Rn. 8; Münch­KommBG­B/­Mül­ler-Gindul­lis, 4. A., § 17 Haus­ratsV Rn. 4; Palandt/​Brudermüller, BGB-Kom., 68. A., Anh. zu §§ 1361a, 1361b BGB, § 17 Haus­rVO Rn. 2; OLG Köln Fam­RZ 1997, 892, juris, Rn. 12[]