Die betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung der Deut­schen Flug­si­che­rung im Ver­sor­gungs­aus­gleich

Mit der inter­nen Tei­lung eines bei der DFS Deut­sche Flug­si­che­rung GmbH erwor­be­nen betrieb­li­chen Anrechts im Rah­men des Ver­sor­gungs­aus­gleich muss­te sich aktu­ell der Bun­des­ge­richts­hof befas­sen:

Die betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung der Deut­schen Flug­si­che­rung im Ver­sor­gungs­aus­gleich

Nach den Bestim­mun­gen des für die DFS gel­ten­den Ver­sor­gungs­ta­rif­ver­trags vom 21.08.2009 (VersTV) sind für maxi­mal 40 Beschäf­ti­gungs­jah­re jähr­lich 0,4 % des inner­halb der Split­ting­gren­ze und 1,2 % des außer­halb der Split­ting­gren­ze erziel­ten Ein­kom­mens­teils an Alters­ren­te zu zah­len. Als Split­ting­gren­ze im Zeit­punkt des Inkraft­tre­tens des Ver­sor­gungs­ta­rif­ver­tra­ges ist der Betrag von 64.800 € ange­ge­ben, der mit der sei­ner­zeit gel­ten­den jähr­li­chen Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze über­ein­stimmt. Wei­ter ist fest­ge­legt, dass die Split­ting­gren­ze ab dem 1.11.2009 jeweils im Umfang der tabel­len­wirk­sa­men Tarif­an­pas­sun­gen zu den maß­geb­li­chen Zeit­punk­ten ange­passt wer­de. Ver­steht man den Ver­sor­gungs­ta­rif­ver­trag dahin, dass für zurück­lie­gen­de Zei­ten nicht die sta­ti­sche Gren­ze von 64.800 €, son­dern die jeweils gel­ten­de Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze gel­ten sol­le, ergibt sich für die (nach § 4 Abs. 1 Satz 1 VersTV zugrun­de zu legen­den) letz­ten zwölf Mona­te vor Ehe­zei­ten­de eine Split­ting­gren­ze von ins­ge­samt 64.500 €, errech­net aus der monat­li­chen Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze von 3 x 5.300 € für Okto­ber bis Dezem­ber 2008 sowie von 9 x 5.400 € für Janu­ar bis Sep­tem­ber 2009. Der jähr­li­che Alters­ren­ten­an­spruch wür­de sich dann bei einem für die letz­ten zwölf Mona­te ermit­tel­ten Ein­kom­men von 103.149,96 € wie folgt errech­nen: 40 x (0,4% x 64.500 € + 1,2% x 38.649,96 €) = 28.871,98 €.

Hier­bei dürf­te es nicht dar­auf ankom­men, ob der Wort­laut der tarif­lich ver­ein­bar­ten Ver­sor­gungs­ord­nung auch eine ande­re, vom Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main 1 bevor­zug­te Aus­le­gung zulie­ße. Denn die von der DFS vor­ge­nom­me­ne, mit der vor­ste­hen­den Berech­nung über­ein­stim­men­de Aus­le­gung der Ver­sor­gungs­ord­nung ist die für den Arbeit­neh­mer güns­ti­ge­re. Wenn die DFS ihren Arbeit­neh­mern Ver­sor­gungs­be­zü­ge nach dem von ihr vor­ge­leg­ten güns­ti­ge­ren Berech­nungs­sche­ma aus­zu­zah­len pflegt, dürf­te der­sel­be Anspruch auch für den Ehe­mann bereits aus Grün­den des arbeits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes bestehen (vgl. § 1 b Abs. 1 Satz 4 BetrAVG).

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Novem­ber 2013 – XII ZB 137/​13

  1. OLG Frankfurt/​Main, Beschluss vom 07.02.2013 – 4 UF 205/​10, Fam­RZ 2013, 1308[]