Abän­de­rung eines Unter­halts­ti­tels und das unzu­tref­fen­de Unter­halts­sta­tut

Auch wenn im Aus­gangs­ver­fah­ren über den nach­ehe­li­chen Unter­halt ein unzu­tref­fen­des Unter­halts­sta­tut ange­wandt wur­de, hat dies im Rah­men der spä­te­ren Abän­de­rung die­ses Unter­halts­ti­tels Bestand. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ermög­licht § 323 ZPO weder eine von der bis­he­ri­gen Unter­halts­be­mes­sung unab­hän­gi­ge Neu­fest­set­zung des Unter­halts noch eine abwei­chen­de Beur­tei­lung der Ver­hält­nis­se, die bereits in dem abzu­än­dern­den Titel eine Bewer­tung erfah­ren haben. Die Abän­de­rungs­ent­schei­dung kann viel­mehr nur zu einer den ver­än­der­ten Ver­hält­nis­sen ent­spre­chen­den Anpas­sung des Unter­halts­ti­tels füh­ren 1. Ent­spre­chend ist im Rah­men einer Abän­de­rungs­kla­ge nach § 323 ZPO auch das dem abzu­än­dern­den Titel zugrun­de lie­gen­de mate­ri­el­le Recht – sei es das inlän­di­sche oder ein aus­län­di­sches – nicht aus­tausch­bar, son­dern bleibt auch für Art und Höhe der anzu­pas­sen­den Unter­halts­leis­tung wei­ter­hin maß­geb­lich. Die Abän­de­rung voll­zieht sich mit­hin im Rah­men die­ses Sach­rechts ent­spre­chend der Ände­rung der tat­säch­li­chen oder recht­li­chen Ver­hält­nis­se 2.

Abän­de­rung eines Unter­halts­ti­tels und das unzu­tref­fen­de Unter­halts­sta­tut

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 7. Dezem­ber 2011 – XII ZR 151/​09

  1. BGh, Urtei­le in BGHZ 185, 322 = Fam­RZ 2010, 1150 Rn. 10 ff., 19 ff.; und vom 16.05.1979 – IV ZR 57/​78, Fam­RZ 1979, 694, 695[]
  2. BGH, Urtei­le vom 01.06.1983 – IV b ZR 386/​81, Fam­RZ 1983, 806, 808; und vom 29.04.1992 – XII ZR 40/​91, Fam­RZ 1992, 1060, 1062[]