Augen auf bei der Betreu­er­aus­wahl

Zum Umfang der von Amts wegen vor­zu­neh­men­den Sach­auf­klä­rung bezüg­lich der Aus­wahl eines Betreu­ers hat aktu­ell der Bun­des­ge­richts­hof Stel­lung genom­men:

Augen auf bei der Betreu­er­aus­wahl

So hat­te im vor­lie­gen­den Streit­fall das vor­in­stanz­lich täti­ge Land­ge­richt die nach § 26 FamFG not­wen­di­ge Auf­klä­rung zu der Fra­ge unter­las­sen hat, ob die Bestel­lung des Betei­lig­ten dem Wohl der Betrof­fe­nen zuwi­der­läuft. Für eine dies­be­züg­li­che Auf­klä­rung lie­gen hier gewich­ti­ge Anhalts­punk­te vor. Ins­be­son­de­re hat der Betei­lig­te zumin­dest ver­sucht, erheb­li­che Ver­fü­gun­gen über das Ver­mö­gen der Betrof­fe­nen zu ver­an­las­sen, wozu nähe­re Umstän­de und Hin­ter­grün­de vom Land­ge­richt von Amts wegen hät­ten auf­ge­klärt wer­den müs­sen. Wie das Land­ge­richt den­noch zu der Aus­sa­ge gelangt ist, es las­se sich nicht fest­stel­len, dass eine Aus­wahl des Betei­lig­ten dem Wohl der Betrof­fe­nen wider­spre­che, erscheint bei dem gege­be­nen Sach­stand nicht nach­voll­zieh­bar. Das Land­ge­richt hät­te vor einer abschlie­ßen­den Sach­ent­schei­dung viel­mehr den gegen den Betei­lig­ten geäu­ßer­ten Vor­wür­fen der Ver­wand­ten der Betreu­ten, ins­be­son­de­re den unklar geblie­be­nen nähe­ren Umstän­den einer Schen­kung über ins­ge­samt 32.000 € sowie der Trag­fä­hig­keit der vom Betei­lig­ten hier­für ange­ge­be­nen Begrün­dung, nach­ge­hen müs­sen. Auch muss und darf für die Ent­schei­dung im dem Erwach­se­nen­schutz die­nen­den Betreu­ungs­ver­fah­ren nicht der Aus­gang der gegen den Betei­lig­ten ein­ge­lei­te­ten (Zivil- und Ermittlungs-)Verfahren abge­war­tet wer­den.

Da die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung auf dem Ver­fah­rens­feh­ler beruht, war sie auf­zu­he­ben und die Sache an das Land­ge­richt zurück­zu­ver­wei­sen. Der Bun­des­ge­richts­hof macht wegen der wie­der­hol­ten Auf­he­bung und Zurück­ver­wei­sung von der Mög­lich­keit gemäß § 74 Abs. 6 Satz 3 FamFG Gebrauch, die Sache an eine ande­re Zivil­kam­mer des Land­ge­richts zurück­zu­ver­wei­sen 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Febru­ar 2019 – XII ZB 276/​18

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 15.03.2017 – XII ZB 563/​16; Kei­del/­Mey­er-Holz, FamFG 19. Aufl. § 74 Rn. 86[]