Aus­kunfts­ver­pflich­tung im Zuge­winn­aus­gleich – und der Streit­wert der Beleg­pflicht

Hat im Rah­men einer Aus­kunfts­ver­pflich­tung, gegen die sich der Rechts­mit­tel­füh­rer zur Wehr setzt, die Beleg­pflicht kei­nen voll­streck­ba­ren Inhalt, erhöht sich die Beschwer um die mit der Abwehr einer inso­weit unge­recht­fer­tig­ten Zwangs­voll­stre­ckung ver­bun­de­nen Kos­ten. Erge­ben sich kei­ne kon­kre­ten Anhalts­punk­te für die iso­lier­te Bewer­tung des Inter­es­ses an der Beleg­vor­la­ge, kann für die Kos­ten­be­rech­nung auf den Auf­fang­wert des § 42 Abs. 3 FamGKG in Höhe von 5.000 € zurück­ge­grif­fen wer­den [1].

Aus­kunfts­ver­pflich­tung im Zuge­winn­aus­gleich – und der Streit­wert der Beleg­pflicht

Der Wert der Beschwer eines Rechts­mit­tels gegen die Ver­pflich­tung zur Aus­kunfts­er­tei­lung rich­tet sich grund­sätz­lich nach dem Inter­es­se des Rechts­mit­tel­füh­rers, die Aus­kunft nicht ertei­len zu müs­sen.

Abge­se­hen von dem Fall eines beson­de­ren Geheim­hal­tungs­in­ter­es­ses ist hier­bei auf den Auf­wand an Zeit und Kos­ten abzu­stel­len, den die sorg­fäl­ti­ge Ertei­lung der geschul­de­ten Aus­kunft erfor­dert [2]. Denn unab­hän­gig von der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs zur aus­drück­li­chen Fest­stel­lung des Tren­nungs­zeit­punkts [3] ent­fal­tet die Ent­schei­dung über die Aus­kunfts­ver­pflich­tung jeden­falls kei­ne Bin­dungs­wir­kung hin­sicht­lich des Tren­nungs­zeit­punkts.

Auf die­ser recht­li­chen Grund­la­ge ist der Wert der Beschwer nach § 113 Abs. 1 Satz 2 FamFG i.V.m. § 3 ZPO nach bil­li­gem Ermes­sen zu bestim­men. Das Rechts­be­schwer­de­ge­richt kann die Bemes­sung der Beschwer nur ein­ge­schränkt dar­auf über­prü­fen, ob das Beschwer­de­ge­richt die gesetz­li­chen Gren­zen über­schrit­ten oder sein Ermes­sen feh­ler­haft aus­ge­übt hat [4].

Zwar erhöht sich die Beschwer um die mit der Abwehr einer inso­weit un11 gerecht­fer­tig­ten Zwangs­voll­stre­ckung ver­bun­de­nen Kos­ten, wenn die Aus­kunfts­ver­pflich­tung, gegen die sich der Rechts­mit­tel­füh­rer zur Wehr setzt, kei­nen voll­streck­ba­ren Inhalt hat [5]. Das gilt aber nur für die Abwehr der Voll­stre­ckung des Teils der aus­ge­spro­che­nen Ver­pflich­tung, die kei­nen voll­streck­ba­ren Inhalt hat.

Im hier ent­schie­de­nen Fall ist indes­sen nicht die Ver­pflich­tung zur Aus­kunfts­er­tei­lung als sol­che mit Män­geln der Voll­streck­bar­keit behaf­tet, son­dern allen­falls die aus­ge­spro­che­ne Beleg­pflicht, indem die­se sich zu unbe­stimmt auf „geeig­ne­te Unter­la­gen“ bezie­he.

Damit ist das Inter­es­se einer mög­li­chen Voll­stre­ckungs­ab­wehr nicht durch die wirt­schaft­li­che Bedeu­tung der Aus­kunft als sol­che bestimmt, son­dern ledig­lich durch den Erkennt­nis­wert der zusätz­li­chen Beleg­vor­la­ge. Wenn kon­kre­te Anhalts­punk­te für die iso­lier­te Bewer­tung des antrag­stel­ler­sei­ti­gen Inter­es­ses an der Beleg­vor­la­ge nicht greif­bar sind, ist es aus Rechts­grün­den nicht zu bean­stan­den, hier­für auf den Auf­fang­wert des § 42 Abs. 3 FamGKG in Höhe von 5.000 € zurück­zu­grei­fen [6].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Febru­ar 2020 – XII ZB 450/​19

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 27.03.2019 XII ZB 564/​18 FamRZ 2019, 1078[]
  2. BGH, Beschluss vom 22.01.2014 XII ZB 278/​13 FamRZ 2014, 644 Rn. 6 mwN; BGHZ GSZ 128, 85 = FamRZ 1995, 349, 350 f.[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 13.02.2019 XII ZB 499/​18 FamRZ 2019, 818 Rn. 11 ff.[]
  4. BGH, Beschluss vom 03.07.2019 XII ZB 116/​19 FamRZ 2019, 1442 Rn. 10 mwN[]
  5. BGH, Beschluss vom 11.05.2016 XII ZB 12/​16 FamRZ 2016, 1448 Rn. 16 mwN[]
  6. vgl. bereits BGH, Beschluss vom 27.03.2019 XII ZB 564/​18 FamRZ 2019, 1078 Rn. 7[]