Aus­kunfts­ver­pflich­tung zum Zuge­winn­aus­gleich – und der Wert des Beschwer­de­ge­gen­stands

Zum Wert des Beschwer­de­ge­gen­stands bei einer Aus­kunfts­ver­pflich­tung zum Zuge­winn­aus­gleich hat­te sich der Bun­des­ge­richts­hof aktu­ell erneut1 zu befas­sen:

Aus­kunfts­ver­pflich­tung zum Zuge­winn­aus­gleich – und der Wert des Beschwer­de­ge­gen­stands

Die Beschwer des zur Aus­kunft Ver­pflich­te­ten rich­tet sich nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs grund­sätz­lich nach sei­nem Inter­es­se, die Aus­kunft nicht ertei­len zu müs­sen2.

Die Kos­ten der Zuzie­hung eines Steu­er­be­ra­ters als sach­kun­di­ge Hilfs­per­son kön­nen bei der Bemes­sung des Werts des Beschwer­de­ge­gen­stands nur berück­sich­tigt wer­den, wenn und soweit sie zwangs­läu­fig ent­ste­hen, weil der Aus­kunfts­pflich­ti­ge zu einer sach­ge­rech­ten Aus­kunfts­er­tei­lung nicht in der Lage ist3.

Im hier ent­schie­de­nen Fall bedeu­te­te dies:

chon die Not­wen­dig­keit der Zuzie­hung des Steu­er­be­ra­ters ist vom Ober­lan­des­ge­richt mit zutref­fen­der Begrün­dung ver­neint wor­den. Denn die hier­zu gemach­ten Anga­ben des Antrag­stel­lers las­sen nicht erken­nen, für wel­che kon­kre­te Tätig­keit die Hin­zu­zie­hung des Steu­er­be­ra­ters not­wen­dig sein soll­te. Der vor­ge­leg­te Kos­ten­vor­anschlag des Steu­er­be­ra­ters ist inso­weit nicht aus­sa­ge­kräf­tig. Die­ser bezieht sich nur auf die „Recher­che in alten Unter­la­gen” sowie auf die zusätz­li­che Zur­ver­fü­gung­stel­lung von wei­te­ren Abschrif­ten von Steu­er­erklä­run­gen, Jah­res­ab­schlüs­sen und wei­te­ren wirt­schaft­li­chen Unter­la­gen aus den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Das Ober­lan­des­ge­richt hat dies zutref­fend für die Dar­le­gung einer 600 € über­stei­gen­den Beschwer als unzu­rei­chend ange­se­hen. Denn weder die Not­wen­dig­keit der Hin­zu­zie­hung des Steu­er­be­ra­ters noch der kon­kre­te Umfang einer von die­sem etwa zu ent­fal­ten­den Tätig­keit sind damit aus­rei­chend dar­ge­legt wor­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Mai 2019 – XII ZB 325/​18

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 04.07.2018 XII ZB 82/​18 Fam­RZ 2018, 1529
  2. vgl. etwa BGH, Beschluss vom 04.07.2018 XII ZB 82/​18 Fam­RZ 2018, 1529 Rn. 6 mwN; BGHZ GSZ 128, 85 = Fam­RZ 1995, 349, 350 f.
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 10.01.2018 XII ZB 451/​17 Fam­RZ 2018, 445 Rn. 9 mwN