Befris­tung des Betreu­ungs­un­ter­halts

Eben­so wie beim Betreu­ungs­un­ter­halt nach § 1570 BGB ist auch ein Antrag auf künf­ti­gen Betreu­ungs­un­ter­halt gemäß § 1615 l BGB nur dann abzu­wei­sen, wenn im Zeit­punkt der Ent­schei­dung für die Zeit nach Voll­endung des drit­ten Lebens­jah­res abseh­bar kei­ne kind- und eltern­be­zo­ge­nen Ver­län­ge­rungs­grün­de mehr vor­lie­gen1.

Befris­tung des Betreu­ungs­un­ter­halts

Der Bun­des­ge­richts­hof hat bereits mit Urteil vom 18. März 20092 ent­schie­den, dass eine Befris­tung des Betreu­ungs­un­ter­halts­an­spruchs nach der Sys­te­ma­tik des § 1570 BGB nicht gebo­ten ist. Danach steht dem betreu­en­den Eltern­teil ein Anspruch auf Betreu­ungs­un­ter­halt für min­des­tens drei Jah­re nach der Geburt mit Ver­län­ge­rungs­mög­lich­keit aus kind- und eltern­be­zo­ge­nen Grün­den zu. Der Betreu­ungs­un­ter­halt wäh­rend der ers­ten drei Lebens­jah­re des Kin­des und ein dar­an anschlie­ßen­der wei­te­rer Betreu­ungs­un­ter­halts­an­spruch bil­den somit einen ein­heit­li­chen Unter­halts­an­spruch. Nur dann, wenn im Zeit­punkt der Ent­schei­dung für die Zeit nach Voll­endung des drit­ten Lebens­jah­res abseh­bar kei­ne kind- und eltern­be­zo­ge­nen Ver­län­ge­rungs­grün­de mehr vor­lie­gen, ist ein Antrag auf künf­ti­gen Betreu­ungs­un­ter­halt abzu­wei­sen.

Die­se Aus­füh­run­gen gel­ten glei­cher­ma­ßen für den Betreu­ungs­un­ter­halts­an­spruch aus § 1615 l BGB. Dass sich bei­de Betreu­ungs­un­ter­halts­an­sprü­che bezo­gen auf die Dau­er der Anspruchs­be­rech­ti­gung nicht von­ein­an­der unter­schei­den, ergibt sich bereits aus dem inso­weit iden­ti­schen Wort­laut bei­der Tat­be­stän­de, wonach der Unter­halts­be­rech­tig­te den Unter­halt "für min­des­tens drei Jah­re nach der Geburt" ver­lan­gen kann (§ 1570 Abs. 1 Satz 1 BGB einer­seits und § 1615 l Abs. 2 Satz 3 BGB ande­rer­seits). Im Übri­gen ver­bie­tet es Art. 6 Abs. 5 GG, hin­sicht­lich der Dau­er des aus kind­be­zo­ge­nen Grün­den geschul­de­ten Betreu­ungs­un­ter­halts zwi­schen der Betreu­ung ehe­li­cher und nicht­ehe­li­cher Kin­der zu dif­fe­ren­zie­ren3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 2. Okto­ber 2013 – XII ZB 249/​12

  1. im Anschluss an BGH, Urteil in BGHZ 180, 170 = Fam­RZ 2009, 770 []
  2. BGH, Urteil vom 18.03.2009 – XII ZR 74/​08, BGHZ 180, 170 = Fam­RZ 2009, 770 Rn. 41 []
  3. BVerfG Fam­RZ 2007, 965 []